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	<title>Online-Recht &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Online-Recht &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Creative Commos: Große Errungenschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, dem 13. November 2007, war Thomas Schwenke, bloggender Anwalt und Webdesigner, zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über
Netzrecht und die Vorratsdatenspeicherung.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, dem 13. November 2007, war Thomas Schwenke, bloggender Anwalt und Webdesigner, zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über<br />
Netzrecht und die Vorratsdatenspeicherung.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde.<br />
Heute geht es um Online-Recht, unser Gast ist der Anwalt und Webdesigner<br />
Thomas Schwenke. Ab 16.00 Uhr beantwortet er hier Ihre Fragen. Sie<br />
können auch gerne jetzt schon Fragen stellen, wir Moderatoren<br />
sammeln sie hier.<br />
So, hier in Berlin ist es jetzt 16.00 Uhr. Herr Schwenke, können<br />
wir anfangen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ja, gerne.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/thomasschwenke85x.jpg" alt="Thomas Schwenke" height="120" width="85" /><br />
<i>Thomas Schwenke,<br />
Anwalt und Webdesigner,</i> <br />
<i>bloggt u.a. auf <a href="http://www.advisign.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Advisign</a></i>
</p>
<p align="left">
<b>Kabbel</b>: Wie ist eigentlich Ihre<br />
Meinung zum Urteil des Berliner Amtsgerichts, dass IP-Adressen nicht<br />
gespeichert werden dürfen? Was bedeutet das für mich als<br />
Website-Betreiber?
</p>
<p align="left">
<b> Thomas Schwenke</b>: Finde ich gut und<br />
denke, noch mehr Urteile in diese Richtung werden folgen.<br />
Wer braucht schon die ganzen Daten auf Dauer? Und ich hoffe, dass<br />
Google-Analytics bei diesem Druck das System ändern und die<br />
IP-Speicherung zumindest als Option herausnehmen wird. <br />
Als Webseiten-Betreiber sollte man also wo es geht auf IP-Speicherung<br />
verzichten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zwei Fragen zur Impressums-Pflicht<br />
gebündelt:
</p>
<p>
<b>Pseudonym</b>: Wenn ich mich richtig erinnere, brauchen<br />
journalistische und kommerzielle Websites ein Impressum, private<br />
nicht. Was ist mit Blogs? Sind die journalistisch, privat oder etwas<br />
dazwischen?
</p>
<p>
<b>Domino</b>: Welche Angaben müssen eigentlich<br />
in das Impressum einer privaten Homepage? Brauchen auch Blogs ein<br />
Impressum? Ich konnte da keine einheitliche Meinung zu finden.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ok, dann versuche ich die Antworten<br />
auch zu bündeln. Nach § 55 Rundfunkstaatsvertrag brauchen<br />
rein private Websites kein Impressum. Um es mal so zu sagen, es<br />
sind Seiten, an denen außer Freunden und Familie sonst keiner<br />
ein Interesse haben dürfte. Sprich die Seite darf sich nicht<br />
an die Öffentlichkeit richten. Das wird bei Blogs nur ganz<br />
selten der Fall sein. D.h. Name und Adresse würde ich immer<br />
angeben. Bei Blogs ist zu dem auf § 55 Abs.2 Rundfunkstaatsvertrag<br />
zu achten. Danach ist bei regelmäßigen redaktionellen<br />
Inhalten ein Verantwortlicher mit Name und Anschrift zu benennen.<br />
Das trifft auch auf Blogs zu, die zumindest presseähnlich schreiben,<br />
also sich gezielt an die Öffentlichkeit richten und regelmäßig<br />
etwas verfassen. Nach § 5 Telemediengesetz sind bei Geschäftsmäßigkeit<br />
auch noch E-Mail und Telefonnummer anzugeben. Das trifft schon bei<br />
einer Bannerwerbung zu. Sogar Partner-Links zu Amazon können<br />
zu Geschäftsmäßigkeit führen.
</p>
<p>
<b>Klaus</b>: Wieso wird man als Anwalt eigentlich auch<br />
Webdesigner &#8211; oder umgekehrt, je nachdem, was du zuerst warst?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Ich war zuerst Webdesigner und<br />
habe daneben (und manchmal umgekehrt) Jura studiert. Das kommt,<br />
wenn man sowohl Spaß an der Gestaltung als auch am Recht hat.<br />
Passiert manchmal 🙂
</p>
<p>
<b>test</b>: Wie lange bloggst du eigentlich schon selbst?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Über Advisign.de seit Juni,<br />
glaube ich. Seit dem Sommer jedenfalls. Sonst auf anderen Seiten<br />
seit 3/4 Jahren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Welche andere Seiten sind das so? </p>
<p><b>Thomas Schwenke</b>: <a href="http://www.sheepworld-blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sheepworld-blog.de</a>,<br />
<a href="http://www.thomas-schwenke.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">thomasschwenke.de</a> (ist<br />
aber alles neu) und noch eine Seite über Computerspiele, wo<br />
ich gerne privat bleibe .
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zum Thema User Generated Content, also<br />
Inhalte, die von den Nutzern selbst erstellt werden:
</p>
<p>
dawada: Unter welche Lizenzen fallen Beiträge, die ich als<br />
User z.B. für ein Online-Magazin schreibe? Gilt immer die generelle<br />
Lizenz der Website oder kann man auch Ausnahmeregelungen vereinbaren?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Grundsätzlich gilt die<br />
Seitenlizenz. Individuelle Bedingungen kann man immer aushandeln,<br />
sollte es aber nachweisen können. Zudem sollte die andere Seite<br />
den vorgeschlagenen Lizenzen zustimmen. Sonst kann es passieren,<br />
dass sie gar nicht gelten.
</p>
<p>
<b>Falfalla</b>: Wenn ich auf einem Online-Portal einen<br />
Artikel verfasse (User Generated Content), darf der Website-Betreiber<br />
den Text weiterverwenden, ohne mich zu informieren? Welche Rechte<br />
habe ich hier als Urheber?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn der Artikel hinreichen individuell<br />
ist, ist es ein urheberrechtlich geschütztes Sprachwerk, d.h.<br />
die meisten Foren-Postings sind es nicht, Blog-Beiträge, die<br />
über ein paar Sätze oder reine Fakten hinaus gehen, dagegen<br />
schon. Hier muss man zunächst in die Nutzungsbedingungen schauen.<br />
Wenn man vor dem Verfassen nicht zugestimmt hat, dass der Betreiber<br />
ein einfaches Nutzungsrecht hat, wird er den Artikel nicht an anderer<br />
Stelle verwenden dürfen und wird ihn löschen müssen,<br />
wenn man es verlangt. Anders ist es, wenn man dafür Geld erhält.<br />
Dann hat der Auftraggeber sogar ein Jahr lang das ausschließliche<br />
Recht, den Artikel zu nutzen.
</p>
<p>
<b>meetoo</b>: Sind eigentlich Postings, die ich in ein<br />
Forum schreibe, in irgendeiner Weise vor Copy and Paste geschützt?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn sie urheberrechtlich als<br />
Sprachwerke geschützt sind, dann ja. Das trifft auf die wenigsten<br />
Postings zu. Es muss schon etwas &quot;schöpferisches&quot;<br />
mit eigenen Worten geschriebenes sein, was sich aus der Masse der<br />
Postings abhebt. Ja ich weiß, das Gesetz ist schwammig 😉
</p>
<p>
<b>schäfchen</b>: Wie ist es denn zur Zusammenarbeit<br />
mit Sheepworld gekommen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Über <a href="http://www.schafplanet.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.schafplanet.de</a>,<br />
eine Seite, die ich irgendwann 1997 gemacht habe. Sheepworld hat<br />
gerade einen Webdesigner gesucht und kam so über die Schafe<br />
auf mich ;o)<br />
Und weil die bei Sheepworld manchmal genauso lustig oder seltsam<br />
drauf sind wie ich, passte es wunderbar.
</p>
<p>
<b>frager</b>: Gab es eigentlich schon Rückmeldungen<br />
von Kollegen zu deiner Webtätigkeit? Du hältst ja auch<br />
viele Vorträge zu Internetrecht, gab´s da mal Feedback<br />
von anderen Anwälten?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Oh ja, sogar erstaunlich viel.<br />
Ich habe mich selbst gewundert, als nach den ersten Beiträgen<br />
zuerst Kommentare von Kollegen kamen. Macht auch Stolz irgendwie.
</p>
<p>
<b>JWD</b>: Thema Kommentare in Online-Communities: Wie<br />
oft muss ich als Betreiber die Kommentare meiner Nutzer checken?<br />
Was kann mir passieren, wenn ein rechtlich kritischer Beitrag länger<br />
stehen bleibt?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Das kommt auf die Häufigkeit<br />
der Postings, der Kommentare an und welche Stimmung im Blog herrscht.<br />
Wird da täglich sehr heftig diskutiert, sollte man zumindest<br />
täglich kontrollieren oder sogar die Vormoderation einschalten,<br />
wenn die Stimmung den Siedepunkt erreicht. Ist es ein Blümchen-Blog,<br />
in dem sich alle lieb haben und alle paar Tage ein Kommentar eintrudelt,<br />
reicht es auch auch einmal die Woche. Sobald man aber Kenntnis von<br />
dem Kommentar erlangt hat, z.B. per E-Mail des Blog-Systems, muss<br />
man sofort sperren oder löschen. Sonst kann man z.B. bei einer<br />
Beleidigung eines Dritten von diesem per Abmahnung belangt werden.<br />
<br />
So, wiedermal eine Antwort, wo ich nicht mit ja/nein antworten kann.<br />
Hartes Los.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Vielleicht geht eine ja/nein Antwort<br />
ja bei der nächsten Frage:
</p>
<p>
<b>disclaim</b>: Wie sieht das eigentlich mit einem<br />
Disclaimer aus, mit dem ich mich vom Inhalt verlinkter Websites<br />
distanziere? Brauche ich den unbedingt bzw. was passiert, wenn ich<br />
den nicht anbringe?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Tja, Ihr wählt auch immer<br />
diese „kommt drauf an Fragen“&#8230;<br />
Nein, rein gesetzlich brauche ich den Disclaimer nicht. Wenn ich<br />
auf eine illegale Website verlinke, kann ich mich durch Worte nicht<br />
herausreden. Aber der Disclaimer ist ein Hinweis, um Leute gegebenfalls<br />
von der sofortigen Abmahnung abzuhalten. Er hilft aber auch nur,<br />
wenn sich eine Website nachträglich geändert hat. Wichtig<br />
ist, was man schreibt! Man sollte nur erklären, dass man sich<br />
die Websites mal angeschaut hat (dann aber wirklich tun), aber nichts<br />
dafür kann, wenn sie sich ändern. Und dass man reagiert,<br />
wenn man auf Veränderungen hingewiesen wird. Ja nicht schreiben<br />
&quot;Ich überprüfe die Links regelmäßig&quot;.<br />
Dann gibt es Ärger, wenn man es mal nicht tut.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Stichwort Abmahnung:
</p>
<p>
<b>Rüdiger</b>: Hallo Herr Schwenke. Wann halten<br />
Sie eigentlich eine Abmahnung für überzogen, wann ist<br />
sie gerechtfertigt?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Also überzogen, wenn man<br />
vorher hätte einfach fragen und hinweisen können.<br />
Vor allem wenn man sieht, dass es eine private Website ist und derjenige<br />
keine Ahnung vom Urheberrecht hatte, z.B. bei Kindern und Jugendlichen,<br />
die lernen das ja nicht in der Schule. Dagegen angemessen, wenn<br />
es eine gewerbliche Website ist und man z.B. sieht, dass da vorsätzlich<br />
Texte kopiert worden sind. Oder wenn der andere nach der Anfrage<br />
stur bleibt.
</p>
<p>
<b>danilo</b>: Zum Urheberrecht: Wie viel Ahnung brauche<br />
ich denn, wenn ich eine recht private Homepage habe, ohne wahnsinnig<br />
viel Traffic &#8211; und wo kann ich es lernen?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Gute Frage, leider ist die Erziehung<br />
(Haus &amp; Schule) darauf echt nicht vorbereitet. Es gibt da eine<br />
gute Seite, wo es sogar mit Comics erklärt wird. Da ich jetzt<br />
nicht so gut suchen kann, stelle ich paar Seiten bei mir im Blog<br />
zusammen, ok? Und das Prinzip ist: Immer Fragen, bevor man nimmt.<br />
Eine Mail reicht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Rückfrage zum Nebenbei-Jurastudium<br />
🙂
</p>
<p>
<b>Iustitia</b>: Wie konnten Sie neben dem Jura-Studium<br />
noch Webdesigner sein, das Studium ist doch enorm anspruchsvoll<br />
und zeitraubend?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Freundin, die einem alles übrige<br />
abgenommen hat. 😉 Und ich musste das Studium ja auch finanzieren.<br />
Und ich denke, dass Kellnern o. ä. mindestens, wenn nicht noch<br />
mehr anstrengend ist. Ich konnte zumindest mit einem Hobby Geld<br />
verdienen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Thema Creative Commons Lizenzen:
</p>
<p>
<b>dauerbrenner</b>: Für einen &quot;Internet-Anfänger&quot;<br />
sehen diese ganzen CC-Lizenzen recht unübersichtlich aus. Wo<br />
kann ich einen schnellen Überblick bekommen, welche Lizenzen<br />
es gibt und welche die richtige für meine Werke ist?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Darf man Eigenwerbung machen?
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sicher.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ich habe eine Übersicht<br />
für Einsteiger erstellt: <a href="http://www.advisign.de/urheberrecht/2007-09/creative-commons-einfach-erklaert-teil-1-sinn-und-zweck-von-creative-commons" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.advisign.de/urheberrecht/2007-09/creative-commons&#8230;</a><br />
Ja, eine lange URL. Es ist auf jeden Fall mit einfachen Worten und<br />
Bildern ohne Jura-Gerede erstellt.</p>
<p><b>krawalla</b>: Wenn ich auf meinem Blog Werbung schalte,<br />
darf ich dann noch unter Creatice Commons veröffentlichte Bilder<br />
bzw. Texte verwenden?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Jetzt gibt es wieder was zu lesen.<br />
Es ist nämlich wieder eine &quot;Es kommt drauf an&quot;-Frage.<br />
Glückwunsch! 😉<br />
Das ist leider eine Grauzone, die kommerzielle Nutzung bei Creative-Commons<br />
(CC). Wird das Blog rein kommerziell betrieben, d.h. der Zweck ist<br />
die Einnahme von Geld, würde ich darin eine kommerzielle Nutzung<br />
sehen. Das ist auch der Fall, wenn ich z.B. auf einer Seite nur<br />
CC-Bilder einstelle und sonst nichts selbst mache, außer die<br />
Werbegelder einzufahren. Auch dann ist es kommerzielle Nutzung.<br />
Ein typisches Blog, bei dem ich hauptsächlich meine Inhalte<br />
verfasse und CC-Inhalte nur untergeordnet einsetze, z.B. zur Illustration,<br />
stellt keine kommerzielle Nutzung dar. Das sind immer noch schwierige<br />
Abgrenzungen. Mein Blog ist z.B. auch Werbung für mich.<br />
Aber ich stelle dort fast nur eigene Inhalte der Öffentlichkeit<br />
zur Verfügung, so dass der Hauptzweck nicht die Einnahme von<br />
Geld durch das Blog ist. Daher sehe ich es nicht als kommerziell<br />
an. Zudem es selbst unter Creative Commons (für nicht kommerzielle<br />
Zwecke).<br />
Für genauere Antworten sind die CC leider noch &quot;zu jung&quot;.
</p>
<p>
<b>nurso</b>: Du schreibst deinen Blog „Advisign“<br />
ja hauptsächlich, um damit Werbung für deine Rechtsberatung<br />
zu machen, oder? Wirkt diese Art der Werbung, bekommst du so Kunden?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Lol, Ich hätte bei dem Namen<br />
Advisign doch auf die Merkfähigkeit achten sollen.<br />
Eigentlich hat es damit angefangen, dass ich der Webworker-Szene<br />
etwas zurückgeben wollte, wo ich doch so viele Blogs lese und<br />
auch Veranstaltungen besucht habe. Es hat mit Vorträgen angefangen<br />
und da dachte ich mir, ich kann sie auch in ein Blog schreiben.<br />
Der Werbeeffekt ist aber nicht von der Hand zu weisen. Kann ich<br />
nur empfehlen!<br />
Und es schmeichelt einem sehr, sofortige Reaktionen zu kriegen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Thema Markenrecht:
</p>
<p>
<b>Blogger</b>: Könnte ich theoretisch auch den<br />
Namen meines Blogs als Marke anmelden? Hätte das Vorteile?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ja, könntest Du. Kein anderer<br />
könnte im „geschäftlichen Verkehr“ Deinen<br />
geschützten Blog-Namen nutzen.
</p>
<p>
<b>Dortmundistauchok</b>: Wie sieht das markenrechtlich<br />
aus &#8211; dürfte ich z.B. einen Ikea-Blog anmelden oder einen Coca<br />
Cola (von mir aus auch Pepsi)-Blog? Wenn nicht &#8211; wieso können<br />
das Bildblog und das GoogleWatchBlog?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn man geschäftlich tätig<br />
ist, kann man in diesen Fällen eine Markenverletzung begehen.<br />
Und für &quot;geschäftlich tätig sein&quot; können<br />
schon Werbebanner ausreichen. Man würde sich den Ruf einer<br />
bekannten Marke zu nutze machen. Aber auch als Privat-Blogger könnte<br />
man gegen einfache Namensrechte verstoßen.<br />
Erlaubt sind Namen und Domains in denen das „Über“-Verhältnis<br />
ersichtlich ist. Also, dass das Blog über ein Unternehmen ist<br />
und nicht von dem Unternehmen. <br />
Z.B. „Ikea-watchblog.de“ oder „Ikea-magichnicht.de“,<br />
aber nicht „Ikea-welt.de“. Bildblog.de geht rein rechtlich<br />
eigentlich nicht. Ich glaube nur, dass Bild sich die Finger nicht<br />
verbrennen will und nicht dagegen vorgeht. Zusammengefasst: Vorsicht,<br />
in der Domain zum Ausdruck bringen, dass das Blog &quot;über&quot;<br />
und nicht &quot;von&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ikea-magichnicht wäre tatsächlich<br />
ok? Könnte da niemand von Geschäftsschädigung sprechen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Nein, das schützt die Meinungsfreiheit.<br />
Vorausgesetzt, man ist kein direkter Konkurrent.<br />
Aber das bezieht sich nur auf die Domain, bei Inhalten sollte man<br />
nie unsachlich werden und nie falsche Tatsachen behaupten. Abgesehen<br />
davon, ich mag IKEA, nicht dass ich dort ausgesperrt werde und auf<br />
die leckeren Würstchen verzichten muss!
</p>
<p>
<b>frager</b>: Ich habe gelesen, du hattest auch mal<br />
die Idee einer Art Barcamp für Anwälte (oder so ähnlich).<br />
Gab´s mittlerweile schon so was? Wie stellst du dir vor, wie<br />
das ablaufen sollte?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Ich stelle es mir wie ein normales<br />
Barcamp, nur umgekehrt. Mehr Juristen und weniger Webdesigner. Gesprächsstoff<br />
gebe es genug, eigentlich genauso wie früher auf der Uni. Danach<br />
wird es leider sehr gediegen und etwas steif (zumindest nach meiner<br />
Ansicht). Soweit ich weiß gab es so etwas schon in den USA.<br />
Ich suche gerade nach Ansprechpartnern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Beherrschendes Thema war (und ist)<br />
die beschlossene Vorratsdatenspeicherung. Dazu eine Frage:
</p>
<p>
<b>stopptÜberwachung</b>: Hallo Herr Schwenke,<br />
was meinen Sie, hat die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung<br />
Erfolgsaussichten?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Eindeutig ja. Unser Gesetz musste<br />
erlassen werden, weil die Europäische Richtlinie über<br />
Vorratsdatenspeicherung Deutschland dazu verpflichtete. Aber:<br />
1. Fehlt wohl der EU eine rechtliche Grundlage, um so ein Gesetz<br />
zu erlassen.<br />
2. Verstößt das Gesetz m.E. gegen die Grundprinzipien<br />
der Menschenwürde, die sowohl im EU-Vertrag als auch in unserem<br />
Grundgesetz stehen. Im Übrigen ist bereits eine Klage Irlands<br />
vor dem Europäischen Gerichtshof über die Vorratsdatenspeicherung<br />
anhängig. Solange wird unser Bundesverfassungsgericht das Verfahren<br />
wohl aussetzen. Und ich schätze, die Ausführung des Gesetzes<br />
auch. Und noch etwas m. E. sehr wichtiges: Es sollten sich auch<br />
möglichst viele an der Sammelklage vom Bundesverfassungsgericht<br />
beteiligen. Damit entkräftet man das Argument, dass das Gesetz<br />
ein „subjektives Sicherheitsgefühl“ vermittelt.<br />
Hier ein Link zu der Sammelklage: <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/</a>
</p>
<p>
<b>teichtier</b>: Liest du auch Blogs von anderen Anwälten?<br />
Welche würdest du empfehlen &#8211; mal abgesehen von lawblog, den<br />
lese ich eh schon 😉
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Oh, die Liste könnte lang<br />
werden! Also, ich finde <a href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.telemedicus.info/</a><br />
sehr gut, wobei dort die Nachrichten im Vordergrund stehen und es<br />
kein reines Blog ist. Henning Krieg lese ich gerne: <a href="http://www.kriegsrecht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.kriegsrecht.de</a><br />
Carsten Ulbrich schreibt immer juristisch sehr genaue Beiträge:<br />
<a href="http://www.rechtzweinull.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.rechtzweinull.de</a><br />
Oh man, wenn ich alle nenne wird es lange dauern. Daher ein Hinweis<br />
auf hauptsächlich den Feed von <a href="http://www.jurablogs.com/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.jurablogs.com/<br />
</a>, wo ich mir die interessanten Beiträge rausziehe. Dort<br />
gibt es Lesestoff genug!
</p>
<p>
<b>Frank F.</b>: Du wanderst nach Neuseeland aus? Wirst<br />
du von da aus auch als Anwalt oder als Berater für Websites<br />
arbeiten?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Oh, ich bilde mich nur ein Jahr<br />
lang fort. Mit der Absicht wieder zu kommen!<br />
Die Grenzen zum anglosächsischen Recht verwischen immer mehr.<br />
Ich werde aber auch dort weiter tätig sein. Zwar nicht mehr<br />
vor Gericht, aber Websites prüfen, Haftungsfragen beantworten,<br />
AGBs entwerfen etc. werde ich auch von dort aus machen. Selbstverständlich<br />
werde ich auch bei Websites beraten. Freiheit dank Internet 😉
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Letzte Frage für heute:
</p>
<p>
<b>danilo</b>: Du bloggst auf mehreren Seiten, twitterst,<br />
berätst Online-Communities: Was siehst du als größten<br />
Vorteil des Web 2.0 an? Welches Tool hältst du persönlich<br />
für die größte Innovation?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Also wenn man Creative Commons<br />
als ein (legales) Tool bezeichnen kann, dann das. Damit werden viele<br />
Hürden beseitigt, die sonst den Austausch verhindern. Man kann<br />
remixen ohne viel nachzudenken.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Und das waren auch schon wieder 60<br />
Minuten Blogsprechstunde. Vielen Dank an alle Nutzer für die<br />
vielen Fragen und natürlich ein besonderer Dank an Thomas Schwenke<br />
für die Antworten. Das Protokoll zu diesem Chat finden Sie<br />
in Kürze bei politik-digital.de und den Blogpiloten. Das Schlusswort<br />
für heute gebührt dem Gast:
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Danke sehr für die schöne<br />
Stunde und ich freue mich sehr, wenn ich sehe, dass sich sogar schon<br />
Jugendliche fürs Recht interessieren. Viel Spaß noch!
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wir wünschen noch einen schönen<br />
Abend.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Gleichfalls und danke auch!</p>
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		<title>Musik und Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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