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	<title>Open Aid Conference &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Transparenz in der Entwicklungshilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 15:57:47 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei der ersten Open Aid Conference in Berlin trafen gestern Open Data-Experten auf Entwicklungshelfer. Die zentrale Frage dabei: Wie können technische Lösungen und neue Datenstandards der Entwicklungszusammenarbeit zu mehr Transparenz und Effektivität verhelfen? Ein Thema, das in Deutschland bisher wenig Beachtung findet.  
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der ersten Open Aid Conference in Berlin trafen gestern Open Data-Experten auf Entwicklungshelfer. Die zentrale Frage dabei: Wie können technische Lösungen und neue Datenstandards der Entwicklungszusammenarbeit zu mehr Transparenz und Effektivität verhelfen? Ein Thema, das in Deutschland bisher wenig Beachtung findet.  </p>
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Entwicklungsarbeit ist eine komplexe Geschichte: In den Geberländern bringen staatliche, kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen jedes Jahr große Summen an Hilfsgeldern auf, die in den Entwicklungsländern wiederum in eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte fließen. Wer dabei wo und wie viel investiert und ob die Hilfe wirklich ankommt, ist oft schwer zu bestimmen. Was fehlt, sind Transparenz und ein einheitlicher Standard zur Veröffentlichung der Daten. Einen solchen Standard hat in diesem Jahr die <a href="http://www.aidtransparency.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Aid Transparency Initiative</a> (IATI) festgelegt und wirbt derzeit unter Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Entwicklungsdiensten um Anwendung.</p>
<p>Obgleich Deutschland zu den 22 Partnerländern der IATI gehört,<br />
ist noch unklar, bis wann das Bundesministerium für wirtschaftliche<br />
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Standard umsetzen wird. Nach<br />
<a href="http://blog.zeit.de/open-data/2011/09/21/opendata-entwicklungszusammenarbeit-openaid-konferen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einschätzung von <b>Claudia Schwegmann</b></a>, die sich mit der Organisation OpenAid aktiv für die IATI einsetzt, hat das Thema unter Minister Dirk<br />
Niebel derzeit keine Priorität. Auch innerhalb der deutschen<br />
Entwicklungsorganisationen sieht Schwegmann noch viel Skepsis gegenüber<br />
dem neuen Standard. Um die Diskussion in Deutschland anzuregen, fand<br />
gestern die erste Open Aid Conference in Berlin statt, bei der rund 120<br />
Besucher aus Nichtregierungsorganisationen, Verwaltung und der Open<br />
Data-Bewegung zusammenkamen. Organisiert wurde die Konferenz von der<br />
<a href="http://www.boell.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich Böll Stifutung</a>, der <a href="http://okfn.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Knowledge Foundation</a>, <a href="http://www.openaid.de/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenAid</a> und<br />
<a href="http://www.transparency.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparency International</a>. </p>
<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/header_siebes.png" align="left" height="206" width="150" />Dort sprach unter anderem <b>Ronald Siebes</b>, der im niederländischen Außenministerium die Implementierung des Standards mitverantwortet hat. Möglich geworden sei dies in den Niederlanden vor allem durch Impulse aus der Politik, berichtet Siebes. So hätten sich zwei Parteien für die IATI eingesetzt &#8211; allerdings aus ganz unterschiedlicher Motivation heraus: Während die einen eine Erhöhung der Entwicklungszahlungen fordern, streben andere eine Kürzung an. Siebes selbst sieht großes Potenzial in der Offenlegung der Finanzströme: Man müsse den Entscheidungsträgern und der Bevölkerung aufzeigen, was mit dem Geld passiert. So wäre nun beispielsweise für jeden einsehbar, wieviel Geld die Niederlande an Mosambik zahlen und wofür das Geld dort verwendet wird. Diese Transparenz könne langfristig auch das angeschlagene Image der Entwicklungsarbeit verbessern und Vertrauen schaffen. Wichtig sei ein einheitlicher Standard aber auch im internationalen Kontext. Denn die Festlegung der Art und Weise, wie Informationen über Entwicklungsprojekte (wer, was, wo, von wann bis wann und wie viel?) dargestellt werden, würde die Koordination immens erleichtern. &quot;Ein gemeinsamer Standard ermöglicht einfach, dass man darüber reden kann&quot;, sagt Siebes – und bezieht sich damit auch auf die Maschinenlesbarkeit der Daten. </p>
<p>Mitreden wollte auch die Weltbank – und hat als einer der zentralen Akteure und Datensammler in der Entwicklungsarbeit bisher mehr als die Hälfte der <a href="http://www.iatiregistry.org/package" target="_blank" rel="noopener noreferrer">266 Datensätze</a> der IATI beigeseteuert. Ähnlich ergiebig ist auch das <a href="https://finances.worldbank.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open </a><a href="https://finances.worldbank.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finance Portal der Weltbank</a>, das im Juli dieses Jahres an den Start ging. Dort sind neben detaillierten Informationen zu den einzelnen Entwicklungsprojekten auch Höhe und Zinsstände der von der Weltbank vergebenen Kredite einsehbar. Für <b>Prasanna Lal Das</b>, der an der Umsetzung des Projekts maßgeblich beteiligt war, ist die Offenlegung der Daten jedoch nur der erste Schritt. Langfristiges Ziel sei es, auf Grundlage der Daten einen Dialog aufzubauen und mit den Menschen über die Sozialen Medien und ein <a href="http://blogs.worldbank.org/insidetheweb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Feedback-Portal </a>in Kontakt zu kommen. Inwieweit solche Rückmeldungen in die Politik der Weltbank einfließen soll, erklärte Lal Das bei der Vorstellung des Portals auf der Open Aid Conference jedoch nicht. Helfen könnte es aber bei der Bekämpfung von Korruption und Verschwendung der Entwicklungsgelder in den Empfängerländern. Klar ist, dass sich das Angebot vor allem an Menschen aus den Empfängerländern richtet, die nach Aussage Lal Das&#8217; auch den Großteil der Nutzer ausmachen. Um dem hohen Anteil mobiler Endgeräte in den Entwicklungsländern gerecht zu werden und mehr Partizipation zu ermöglichen, ist das Portal inzwischen auch als mobile Applikation abrufbar. </p>
<p><object style="height: 390px; width: 640px"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/YvVrP2mdOt4?version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/YvVrP2mdOt4?version=3" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" height="360" width="640"></embed></object><br />
<br />
Auch für <b>Beris Gwynne</b>, Direktorin des Genfer Büros des Kinderhilfswerks <a href="http://www.worldvision.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Worldvision</a>, ist Transparenz der Schlüssel zur effektiven Entwicklungshilfe. Open Data könne dazu zwar einen großen Beitrag leisten, reiche aber nicht aus, so die Australierin in ihrer Ansprache auf der Open Aid Conference. Transparenz fordere auch eine gewisse Haltung und Offenheit unter allen Beteiligten. Bei einer Organisation wie Worldvision, die mit über 40.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern aktiv ist, gehe es auch darum, intern Transparenz herzustellen und entsprechende Strukturen zu schaffen: So hat Worldvision unter anderem einen Whistleblower-Mechanismus eingeführt und sich zur Einhaltung bestimmter Verhaltenskodizes verpflichtet. Trotz allem sei ein finales Ergebnis nicht möglich: &quot;Transparenz ist kein Ziel, sondern ein ständiger Prozess&quot;.</p>
<p>Die Reden der drei Referenten finden sich als Videomitschnitt im <a href="http://vimeo.com/okf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vieokanal der Open Knowledge Foundation. </a></p>
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