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	<title>Open Government Camp &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Anke Domscheit-Berg: Engagiert in der Allianz der Willigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 15:31:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie ist Mitbegründerin des Open Government 2.0 Netzwerks und setzt sich für Frauenrechte ein. Bereits früh erkannte Anke Domscheit-Berg den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/anke-domscheit-berg-engagiert-in-der-allianz-der-willigen/untitled-1/" rel="attachment wp-att-104959"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-104959" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-630x365.jpg" width="630" height="365" /></a>Sie ist Mitbegründerin des Open Government 2.0 Netzwerks und setzt sich für Frauenrechte ein. Bereits früh erkannte Anke Domscheit-Berg den Einfluss des Internet. Mit politik-digital sprach sie über ihre Selbstständigkeit, ihr Engagement für die Rechte der Bürger im Internet und die Gleichberechtigung der Frauen.</p>
<p>Auch heute hat Anke Domscheit-Berg einen vollen Terminkalender. Ein Treffen folgt auf das nächste und zwischendurch müssen noch telefonisch Absprachen getroffen werden. An diesem Tag geht es direkt vom Hotel in ein Café um die Ecke – der Abendtermin nachher ist auch nur ein paar Straßen weiter. Baulärm schallt noch von draußen nach, und als sich langsam die Tür schließt, kann sie die entspannte Atmosphäre des Cafés in Berlin-Mitte wirken lassen. Trotz der Hektik wirkt die energische Unternehmerin gelassen. Solche Tage kommen schon mal vor im Alltag von Anke Domscheit-Berg. Die Selbstständigkeit lässt es aber zum Glück auch zu, an anderen Tagen auszuschlafen oder einfach mal das gute Wetter in ihrem Garten auf dem Land in Brandenburg zu genießen. Doch es gab Zeiten, in denen sie diese Vorzüge nicht so wahrnehmen konnte, räumt Domscheit-Berg ein.</p>
<h3><em>„Wahrscheinlich ist es ein ziemlich durchschnittlicher DDR-Lebenslauf.“</em></h3>
<p>Es war in der Zeit, in der sie ihr Abitur machte, als die DDR-Obrigkeit die 1968 im Land Brandenburg geborene Anke Domscheit-Berg aufgrund ihrer Begabung für Mathematik und Physik bereits in Richtung IT drängen wollte. Doch für die junge Abiturientin kam damals nur ein Studium der Angewandten Textilkunst in Frage. Unabhängig und frei wollte sie damals unbedingt bleiben. Nach der Wende musste sie sich allerdings eingestehen, dass sich mit der Textilkunst kein Geld verdienen ließ, weshalb sie sich entschied, nun doch ihrer „zweiten Leidenschaft“ nachzugehen.</p>
<p>Das Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre mit drei Fremdsprachen brachte sie nach Großbritannien und anschließend, auf Anraten von Kommilitonen, in eine Unternehmensberatung. Dort machte sie „durch einen dummen Zufall“ bald ihre ersten Erfahrungen in der IT-Beratung. Bereits damals stellte die Berufseinsteigerin fest, dass man das „neue“ Medium Internet viel stärker in die Unternehmensstrukturen einbinden müsste. In ihrer Abschlussarbeit an der Universität in Newcastle hatte sie sich bereits mit „elektronischen Kommunikationsmitteln im internationalen Kontext“ beschäftigt. Doch ihre Vorschläge für eine mediale Anpassung wurden Mitte der 1990er Jahre von ihrem ehemaligen Arbeitgeber zunächst noch belächelt. Zu futuristisch und praxisfern, lauteten die Argumente. Nur wenige Jahre später wurden ihre Ideen wie das Präsentieren von Reisezielen mit Bildern, Zimmerbeschreibungen und Buchung über das Internet auch in diesem Unternehmen übernommen &#8211; weil es mittlerweile zum Standard gehörte.</p>
<h3><em>„Was für Kunden gilt, muss auch für die Bürger gelten“</em></h3>
<p>Als Ende der 1990er Jahre das Internet zunehmend Einfluss auf sämtliche Unternehmens- und Verwaltungsstrukturen nahm, wechselte Domscheit-Berg vom industriellen IT-Bereich in den öffentlichen Sektor. Während ihrer langjährigen Arbeit für Firmen wie Accenture, McKinsey oder Microsoft  und deren Kunden erkannte sie, von welchen Vorteilen zahlende Konsumenten zunehmend profitierten: Kommunikation und Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr über elektronische Kanäle, Auftragsverfolgung, Beratung, Auskunft oder Beschwerden-Online-Services, die eigentlich jeder Bürger in Deutschland auch bei Behörden haben sollte.</p>
<h3><em>„Wir haben ein tolles, hyperaktives Team – die Allianz der Willigen!“</em></h3>
<p>Mit ihrem Interesse an einer Verbesserung der Bürgerservices mit Hilfe neuer Technologien war sie – wie sie schnell feststellte &#8211; nicht allein. Bei der Ausrichtung des ersten Government 2.0 Bar Camps in Deutschland fand sich rasch eine größere Zahl von Gleichgesinnten und Interessierten, die ihre Begeisterung teilten. Im Herbst 2009 konnte dann das erste deutsche Government Bar Camp stattfinden – mit großem Erfolg. Man hatte den Kritikern bewiesen: Die Verwaltung passt in ein Bar Camp, gerade weil neben Wissenschaftlern, Studenten und Experten aus der Wirtschaft immerhin ein Drittel der Teilnehmer aus der Administration kamen. Nachdem man gezeigt hatte, welche innovativen Ansätze und Möglichkeiten vorhanden sind, wollte man die Netzwerkeffekte des Bar Camps weiter nutzen. Der organisierte Kern um Anke Domscheit-Berg entschied sich in der Folge, das <a href="http://www.gov20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Government 2.0 Netzwerk</a> zu gründen. Zeitgleich entstand das Open Data Network. Die Grundmotive damals waren  klar: Man müsse die vielen „Goldnuggets“ in den Verwaltungen finden und miteinander vernetzen, die interessierten und engagierten Beamten also – „eine Allianz der Willigen, Leute, die etwas machen wollen“ und mit gebündelten Kräften die Idee einer offeneren Verwaltung weiter verbreiten und Widerstände abbauen.</p>
<h3><em>„Die Lobbyarbeit gehört nun mal dazu“</em></h3>
<p>Um die Arbeit des Government 2.0-Netzwerks bekannt zu machen, sei es notwendig, auf zahlreichen Veranstaltungen Präsenz zu zeigen, Vorträge zu halten, auch mal Gast in Talkshows zu sein, Beiträge für Medien oder Artikel für den Vereinsblog zu verfassen. Diese Lobbyarbeit „gehört nun mal dazu“, wie Domscheit-Berg pragmatisch feststellt. Ein fester kompetenter Kern an Engagierten müsse fähig sein, die Ergebnisse nach außen zu tragen und der Öffentlichkeit verständlich zu präsentieren. Das größte Hindernis besteht in der Unwissenheit, die in großen Teil der Bevölkerung aber auch bei Journalisten noch vorherrsche. Genau da setze das Open Government Netzwerk an und leiste Aufklärungsarbeit. Darüber, dass zum Beispiel der gläserne Staat nicht mit dem gläsernen Bürger zu verwechseln ist. Vor nichts graut Anke Domscheit-Berg mehr, als vor einem Überwachungsstaat, wie sie ihn in der DDR erleben musste, betont sie wiederholt. Sobald jedoch auch regionale Zeitungen von den Erfolgen offenen Regierens berichteten, sei der Schritt zur oft zitierten allein erziehenden Mutter mit drei Kindern nicht mehr weit, die von der Öffnung von Verwaltungen profitiere.</p>
<p>Für ein positives Beispiel hält Domscheit-Berg die Initiative „Apps für Deutschland“, die das Government 2.0-Netzwerk  &#8211; gemeinsam mit zwei anderen NGOs und unterstützt durch das Bundesinnenministerium &#8211; durchgeführt hat. Viele nützliche Anwendungen seien dabei entwickelt worden, mit denen das Leben der Bürger einfacher gestaltet werden kann. Mit solchen Veranstaltungen fällt es auch dem Government 2.0 Netzwerk leichter, die breite gesellschaftliche Ebene zu erreichen. Die größte Schwierigkeit, der sich die Mitglieder immer wieder stellen müssen, ist der ehrenamtliche Charakter der Arbeit. Auch wenn das Netzwerk sich mittlerweile als vielseitiger und kompetenter Ansprechpartner bewiesen hat, müssen die Mitglieder stets ihre beruflichen Verpflichtungen, ihr Privatleben und die Arbeit im Netzwerk organisieren. Das bedeutet zeitweise einen immensen Aufwand, der von wenigen Personen geleistet wird, und letztlich bleibe oft die Ernüchterung, einige Ziele aufgrund des personellen Mangels nicht erreichen zu können. Das sei ein Grund, warum  die „nachts arbeitenden Ehrenamtslobbyisten“, wie Domscheit-Berg sich und ihre Mitstreiter bezeichnet, oft mit verwandten Organisationen wie dem Open Data Network gemeinsame Sache machen.</p>
<h3><em> „Eine weitere Leidenschaft ist der Weiberkram“</em></h3>
<p>Neben ihrer Arbeit im Open Government Netzwerk setzt sich Anke Domscheit-Berg in Frauennetzwerken wie dem<a href="www.ewmd.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> European Women’s Management Development Network</a> oder der <a href="http://www.fidar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative FidAR e.V.</a>(Frauen in die Aufsichtsräte) und mit dem eigenen Beratungs- und Trainingsunternehmen <a href="http://www.fempower.me/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fempower.me</a> für die Rechte der Frauen, speziell in Berufen mit Aufstiegschancen und auf Führungsebenen ein. Sie findet, dass es endlich eine Frauenquote brauche. Mit dieser Meinung ist sie nicht allein, eine große Mehrheit der Frauen sieht das inzwischen genauso. Kaum eine Frau wolle zwar  „Quotenfrau“ sein, aber auch ohne gesetzliche Quote erhielten die wenigen Frauen in Topführungspositionen heute dieses Label. Letztlich haben zehn erfolglose Jahre der freiwilligen Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Bundesregierung auch die Erkenntnis gebracht, dass es ohne den verfassungsrechtlich gebotenen Eingriff des Staates zur Herstellung von mehr Gleichberechtigung offenbar nicht zu nennenswerten Fortschritten kommt. Die von Familienministerin Kristina Schröder eingeführte <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=168620.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flexiquote</a> hält sie für „sinnlos“. Allerdings zeige die aktuelle Führungsstruktur in deutschen Unternehmen deutlich, dass ein Wandel vollzogen werden müsse. Wenn tatsächlich eine rein leistungsspezifische Auswahl von Führungspersonal durchgeführt würde, müssten auch keine Quoten eingeführt werden, leider entspräche dies jedoch noch nicht der Praxis.</p>
<p>Heutzutage denke man vielerorts über Frauen nur in zwei Stereotypen, bemängelt sie: entweder als führungsstarke, aber männlich wahrgenommene Persönlichkeit oder als betont weiblich – und damit „zu schwach und zu emotional für eine Führungsrolle“. Mischformen – die führungsstarke feminine Frau &#8211; seien in der Vorstellung vieler Menschen nicht möglich, was häufig zu Fehleinschätzungen ihrer Leistungsfähigkeit führt. Das musste Anke Domscheit-Berg am eigenen Leib erfahren. Sie ist selbst Mutter eines zwölfjährigen Kindes. Trotz ihres vielfältigen Engagements und der beruflichen Erfolge hat sie direkte und indirekte Diskriminierung erlebt. Dass die ganze Debatte um eine Quote doch eigentlich gar nicht nötig sei, macht sie am Beispiel Norwegens deutlich, wo nach der Erfüllung der Quote jegliche Diskussion hinfällig wurde und keines der von Kritikern prognostizierten Desaster eintrat, selbst die durchschnittliche Qualifikation von Aufsichtsräten war durch die Quote gestiegen. Für Domscheit-Berg sind Quoten zwar eine ungeliebte aber effektive „Brückentechnologie“, die sich vielfach bewährt hat, nicht zuletzt bei den politischen Parteien.</p>
<h3><em>„Ich habe keinen klassischen Tagesablauf“</em></h3>
<p>Ein kurzer Blick auf die Uhr: Die Zeit ist schon bald um und der nächste Termin steht an. Da stellt sich die Frage: Wie kriegt Anke Domscheit-Berg das alles hin? Gelassen antwortet sie: „Ich schaffe eigentlich nie all das, was ich will“. Aber ihre Selbstständigkeit lässt es zu, sich die Arbeit einzuteilen. Das war auch ein Grund, weshalb sie damals ihre Festanstellung gekündigt hat. Sie genießt die Unabhängigkeit, das zu tun, worauf sie Lust hat. Allerdings will sie die Zeit, in der sie fest angestellt war, nicht missen. Immerhin hat sie dort ihre Expertise erhalten und die Erfahrungen gesammelt, von denen sie heute Gebrauch macht. Der Luxus der Selbstständigkeit erlaubt es ihr auch hin und wieder, nachts zu arbeiten und morgens länger zu schlafen oder einfach mal mitten in der Woche einen Tag frei zu machen. Wenn sie dann noch Zeit hat, wie zum Beispiel während der vielen Zugfahrten quer durch Deutschland, widmet sie sich ihrem privaten Hobby – dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Knitting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guerilla-Stricken</a>.</p>
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		<title>Open Government Camp 2011 – Diskussionen unter neuen Vorzeichen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Würdinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 08:49:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="http://www.politik-digital.de/sites/politik-digital.de/files/opengovcamp11_logo_0.jpg" title="Logo des Open Goverment Camp 2011" align="left" height="69" width="185" />Das Open Government Camp war nach Einschätzung der Initiatoren des government 2.0 Netzwerk Deutschland ein voller Erfolg und hätte neue Informationen und Ideen gebracht. Wie der angestrebte Kulturwandel in Politik und Gesellschaft jedoch zu bewerkstelligen ist, wurde nicht hinreichend diskutiert.
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/sites/politik-digital.de/files/opengovcamp11_logo_0.jpg" title="Logo des Open Goverment Camp 2011" align="left" height="69" width="185" />Das Open Government Camp war nach Einschätzung der Initiatoren des government 2.0 Netzwerk Deutschland ein voller Erfolg und hätte neue Informationen und Ideen gebracht. Wie der angestrebte Kulturwandel in Politik und Gesellschaft jedoch zu bewerkstelligen ist, wurde nicht hinreichend diskutiert.</p>
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</p>
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<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/karin_engelhardt.jpg" align="left" height="286" width="205" />Das diesjährige <a href="http://www.gov20.de/open-government-camp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Government Camp</a> startete am Donnerstagabend mit einem &quot;Stammtischgespräch&quot; und der erstmaligen Verleihung des Preises für den &quot;Open Government Hero 2011&quot; in der bayerischen Vertetung. Nominiert waren elf so genannte &quot;change agents&quot;, die sich beispielsweise durch die Implementierung von Bürgerhaushalten um die Idee des Open Government verdient gemacht hatten. Die Gewinnerin war Karin Engelhardt (im Bild links) in ihrer Funktion als Online-Managerin der oberfränkischen Stadt Coburg. Engelhardt hatte unter anderem das Projekt eines kollaborativ erstellten digitalen Stadtgedächtnisses initiiert. Im Rahmen dieses Projektes wurde die Stadtgeschichte von den Bürgern und der Verwaltung gemeinsam erforscht und virtuell nacherzählt.
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An die Preisverleihung schloss sich das Stammtischgespräch &quot;Von Government 2.0 zu Open Government&quot; an. Martin Hagen, Referatsleiter &quot;Zentrales IT-Management und IT-Government&quot; des Bremer Senats für Finanzen, machte deutlich, dass die Bemühungen um Open Government noch immer in den Kinderschuhen steckten. Nach einer ersten innovativen Phase, die hauptsächlich von zivilgesellschaftlichen Netzwerken geprägt worden sei, brauche es zur Durchsetzung der Ziele des Open Government &quot;Institutionen mit längerem Atem&quot;. Der Begriff des Open Government müsse weiter gefasst werden und nicht nur als Internetphänomen, sondern als Modernisierungsstrategie begriffen werden, meinte auch Renate Mitterhuber, die sich als Leiterin der Stabsstelle E-Government in der Hamburger Finanzbehörde schon seit einigen Jahren mit diesem Thema auseinandersetzt. Open Government sei konsequenterweise vielmehr eine Kulturfrage als eine Auseinandersetzung mit der Technik. Die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (CSU) skizzierte mögliche Grenzen des offenen Regierens. So wagte sie unter anderem zu bezweifeln, dass Bürger ihre Gehaltsdaten gerne publiziert sähen. Auch in der Frage der Öffentlichkeit bei Ausschussitzungen des Bundestages sei sie &quot;hin und hergerissen&quot;. Die fehlende Öffentlichkeit ermögliche es, auch Kollegen anderer Parteien zu loben und zu unterstützen. Wären die Sitzungen öffentlich, könne sie Probleme mit ihrer Wählerschaft bekommen oder sich den Vorwurf eines konfliktarmen Kuschelkurses einhandeln.
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Häufig wird Open Government noch immer auf die technische Ausgestaltung von Transparenz und twitternde Abgeordnete reduziert. Doch konsequent und sinnvoll umgesetzte &quot;offene&quot; Regierungs- und Politkprozesse setzen viel mehr voraus: nämlich  ein Umdenken und die Entwicklung neuer gesellschaftlicher Strukturen. Dafür gab die isländische Parlamentarierin Brigitta Jónsdóttir ein gutes Beispiel, die in ihrer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CAZPCMtwY1Q" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Keynote</a> von Erfahrungen in ihrer Heimat berichtete. Die Finanzkrise habe 2008  in Sachen Bürgerbeteiligung in Island als Katalysator gewirkt. Krisen seien überhaupt die einzigen Zeiten, in denen große Veränderungen möglich seien. Am Beispiel der Erstellung einer neuen isländischen Verfassung zeigte Jónsdóttir die Möglichkeiten der Bürgerpartizipation auf. Diese wurde unter Einbeziehung aller interessierten Isländer in einem kollaborativen Verfahren über das Internet gestaltet. Die Bürger konnten mit Hilfe des Kommentarfeldes bei Facebook Änderungsanträge einbringen und an der Diskussion teilnehmen. Die isländische Open Government-Bewegung habe die Möglichkeit erkannt, mit der Tradition der Geheimhaltung zu brechen.&quot;Es war eigentlich so einfach, das zu ändern – wenn Leute sagen, dass hier Änderungen nicht so einfach zu realisieren sind, dann sind sie einfach nur faul&quot;, so Jónsdóttir. Alle Regierungsdokumente müssten offen gelegt werden, da es keine Begründung für die Geheimhaltung von staatlichen Dokumenten gebe. Bereits im Bildungswesen müssten die nötigen Grundlagen geschaffen werden, um Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürgern zu erziehen und sie zur dauerhaften politischen Partizipation zu animieren. Leider wurden die isländischen Vorbilder im weiteren Verlauf der Veranstaltung kaum noch aufgegriffen.
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<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/opengov.jpg" align="left" height="190" width="300" />Erklärtes Ziel des BarCamps war zwar ein Wandel der Diskussionsthemen weg von technischen Fragestellungen hin zu den notwendigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die meisten angebotenen Sessions beschäftigten sich jedoch auch in diesem Jahr lediglich mit Einzelprojekten und methodischen Aspekten. Vielversprechend klang die Session &quot;Wofür Open Governemment?&quot;. Die Sessiongeber Sebastian Haselbeck, Ole Wintermann und Maik Bohne hatten im Vorfeld sechs konfrontative Thesen formuliert. Dabei wurden die Legitimation der aktiven Internetnutzer zur Disposition sowie die Frage gestellt, ob internetbasierte Open Government-Konzepte nicht zu viele Menschen von der Partizipation ausschlössen. Zusätzlich wurden offene Fragen zur Diskussion formuliert. Wie kann in der Bevölkerung für Open Government geworben werden? Ist die Beschränkung auf den nationalen Bezugsrahmen richtig? Wie viel Beteiligung verträgt die Demokratie eigentlich? In Anbetracht der geringen zur Verfügung stehenden Zeit (maximal eine Stunde pro Session) erwies sich die Fülle an Input seitens der Sessiongeber schnell als zu groß &#8211; konkrete Erkenntnisse blieben Mangelware. Weder die Kernfrage der Session, was Open Government den Bürgern und der Verwaltung eigentlich bringt, noch die Frage, wie mehr Menschen zur Beteiligung angeregt werden könnten, wurden eingehend diskutiert.
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<p>
Wie Open Government erfolgreich sein kann, zeigten britische Vertreter der Open Government- Bewegung. Die Session &quot;Fix my society – mehr Bürgerbeteiligung durch OpenGovernment&quot; stellte einige erfolgreiche Beispiele aus der britischen Verwaltungspraxis vor. Am Beispiel der Webseite für Sozialhilfe der <a href="http://www.stockport.gov.uk/doitonline/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stadt Stockport</a> wurden die Potenziale eines gemeinsam mit einer Zielgruppe entwickelten Verwaltungsportals dargelegt: Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen für die Verwaltung sowie neu geschaffene Informationsangebote für die Bürger. Die Verwaltung habe die Bürger reden lassen und nicht einfach nur gefragt, wie sie bestimmte Angebote bewerten. Vom passiven Kunden zum Bürger als Partner – diese Entwicklung könne auch für Deutschland ein gutes Beispiel sein. Denn die Innovationen lägen auf der Straße – Opensource-Projekte seien für alle Seiten von Vorteil. Die Bürger wären vielleicht sogar irgendwann bereit, Geld zu bezahlen, um ihre Meinung kundtun zu dürfen. Die bisherigen Projekte hätten jedoch auch offenbart, dass eine Rückmeldung seitens der Behörden zu den Vorschlägen wichtig sei und dass zur Evaluierung der Initiativen ökonomische Daten gebraucht würden. Nur so könne bewiesen werden, welche Vorteile Open Government für Verwaltung und Bürger bringen könnte.
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<p>
In der abschließenden &quot;final session&quot; gab es reichlich Lob für die Organisatoren des BarCamps. &quot;Ein super Treffpunkt für alle, die in die gleiche Richtung wollen&quot;. Das darin begründete Risiko wurde jedoch auch sogleich erkannt. &quot;Wir laufen Gefahr, immer mit uns selbst zu sprechen.&quot; Vor allem die fehlende Einbindung politischer Entscheidungsträger ist daher bedauerlich. Zahlreiche interessante Projekte wurden präsentiert, eine ergebnisorientierte Diskussion über den von vielen Teilnehmern geforderten Kulturwandel in Gesellschaft und Politik fand jedoch nicht statt. Zudem kam die wichtige Frage, wie der weniger netzpolitisch engagierte Durchschnittsbürger einbezogen und zur Partizipation animiert werden könnte, zu kurz.
</p>
<p>
Die nächsten Gelegenheiten, über die Potenziale von Open Government zu diskutieren, gibt es bereits am 20. und 21. Oktober in Warschau. Dort findet in diesem Jahr das internationale <a href="http://ogdcamp.org/about/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Open Government Data Camp 2011&quot;</a> statt. Außerdem startet am 3. Dezember in Wien <a href="http://www.barcamp.at/Gov2.0camp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das österreichische Pendant</a> zum jüngsten BarCamp.</p>
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