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	<title>Pandemie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Pandemie &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Schweinegrippe infiziert das Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/schweinegrippe-infiziert-das-netz-4639/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 17:31:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Viren]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesministerium für Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Impfung]]></category>
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					<description><![CDATA[Google verzeichnet einen rasanten Anstieg von Suchanfragen rund um den Schweinegrippe-Erreger H1N1. Die Bundesregierung bemüht sich entsprechend im Netz um allgemeine Aufklärung sowie Informationen zur Impfung. Manchmal ist das Aufklärungsangebot aber kaum zu finden.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Google verzeichnet einen rasanten Anstieg von Suchanfragen rund um den Schweinegrippe-Erreger H1N1. Die Bundesregierung bemüht sich entsprechend im Netz um allgemeine Aufklärung sowie Informationen zur Impfung. Manchmal ist das Aufklärungsangebot aber kaum zu finden.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Seit Mitte Oktober 2009 registriert Google vermehrt die <a href="http://www.google.com/insights/search/?hl=de#q=schweinegrippe&amp;geo=DE&amp;date=today%2012-m&amp;cmpt=q" target="_blank" title="Google Insights" rel="noopener noreferrer">Abfrage von Suchbegriffen zum Thema Schweinegrippe</a>. Viele öffentliche Stellen informieren rund um das Thema. Das Robert-Koch-Institut zum Beispiel unterhält neben <a href="http://www.rki.de/influenza" target="_blank" title="Robert-Koch-Institut" rel="noopener noreferrer">seinen eigenen Informationsseiten</a> das Portal &quot;<a href="http://www.wir-gegen-viren.de/" target="_blank" title="wir gegen Viren" rel="noopener noreferrer">Wir gegen Viren</a>&quot;, auf der Hintergrundwissen und Verhaltenstipps zum Thema leicht verständlich aufbereitet werden. Auch die <a href="http://www.bzga.de/schweinegrippe/" target="_blank" title="Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung</a> hat eine eigene Rubrik eingerichtet. Hintergrundinformationen zum Impfstoff bietet das <a href="http://www.pei.de/schweinegrippe" target="_blank" title="Paul-Ehrlich-Institut" rel="noopener noreferrer">Paul-Ehrlich Institut</a>. Und der <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Gesundheitsdienst/Uebersicht.html" target="_blank" title="Auswärtiges Amt" rel="noopener noreferrer">Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts</a> erklärt den Pandemieplan der Bundesregierung.
</p>
<p>
Das Bundesministerium für Gesundheit hat mit dem Portal <a href="http://www.neuegrippe.bund.de/" target="_blank" title="neuegrippe.bund.de" rel="noopener noreferrer">neuegrippe.bund.de</a> eine eigene umfassende Informationsseite für die Bürger eingerichtet. Da allerdings die Impfungen durch die einzelnen Bundesländer organisiert werden, finden sich konkrete Hinweise zu Impfabläufen und die Adressen von Impfärzten teilweise nur mühselig auf den verlinkten Landesseiten. Die Nutzerfreundlichkeit der angebotenen Informationen variiert dabei sehr stark.
</p>
<p>
Für Berlin oder Niedersachsen erhält man nach drei Klicks die Adressdetails von gemeldeten Impfärzten, in Bayern benötigt man fünf Klicks. Vorbildlich präsentiert sich das Saarland: Dort sind die Adressen direkt auf der <a href="http://www.saarland.de/SID-3E724395-D0FFBF89/32349.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Themenseite</a> verlinkt. In anderen Bundesländern (z.B. Mecklenburg-Vorpommern oder Nordrhein-Westfalen) dagegen fehlen Hinweise auf impfende Ärzte völlig, dort sind lediglich Informationshotlines oder die zuständigen Gesundheitsämter aufgelistet. In Brandenburg sind diese Informationen zeitweise gar nicht abrufbar, da der Server immer wieder zusammenbricht.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Virus lässt sich nicht auslöschen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_virus_laesst_sich_nicht_ausloeschenquot-155/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Feb 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelgrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Michael F.G. Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Schmidt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Sonntag, den 26. Februar 2006, war Professor 
Michael F.G. Schmidt, Leiter des Institut für Immunologie und 
Molekularbiologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität 
Berlin, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation 
mit politik-digital.de.</span> Der Virologe beantwortete Fragen 
zur Vogelgrippe und zur Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer 
Pandemie.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Sonntag, den 26. Februar 2006, war Professor<br />
Michael F.G. Schmidt, Leiter des Institut für Immunologie und<br />
Molekularbiologie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität<br />
Berlin, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation<br />
mit politik-digital.de.</span> Der Virologe beantwortete Fragen<br />
zur Vogelgrippe und zur Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer<br />
Pandemie.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett"><span class="fett"><b>Moderator</b></span></span></span>:<br />
Liebe Bericht-aus-Berlin-Zuschauer, liebe tagesModerator: Liebe<br />
Bericht-aus-Berlin-Zuschauer, liebe tagesschau.de-Leserinnen und<br />
Leser, herzlich willkommen zum tagesschau-Chat zum Bericht aus Berlin.<br />
Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße ich Professor Michael<br />
F.G. Schmidt, Leiter des Institut für Immunologie und Molekularbiologie<br />
<br />
am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität<br />
Berlin. Vielen Dank, Herr Schmidt, dass Sie sich heute die Zeit<br />
genommen haben. Starten wir hiermit:
</p>
<p>
<b>Sonntag:</b> Besteht die Chance, den Virus weltweit<br />
auszulöschen oder müssen wir ab heute ständig mit<br />
der Gefahr leben.
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Der Virus, oder: das Virus,<br />
lässt sich nicht auslöschen. Wir werden bestimmt einige<br />
Jahre damit zu tun haben. Die Hoffnung besteht, dass es mit der<br />
Zeit an Aggressivität verlieren wird, denn auch zu früheren<br />
Zeiten hat es ähnliche Seuchen gegeben, die sich mit der Zeit<br />
moderiert haben.
</p>
<p>
<b>AlexP: </b>Guten Tag Hr. Dr. Schmidt, ist es denn<br />
sinnvoll sich für zu Hause für den Fall einer Pandemie<br />
mit Mundschutz der Klasse FFP1 oder mehr auszurüsten?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das ist zunächst Unsinn.<br />
Ich rate davon ab, in diese Richtung Investitionen zu tätigen,<br />
weil völlig offen ist, ob wirklich und wann eine Pandemie zu<br />
erwarten ist.
</p>
<p>
<b>Delia: </b>Wie ist ein Rhythmus von ca. 30 Jahren<br />
für Pandemien zu erklären?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Dafür gibt es keine<br />
wissenschaftliche Erklärung. Dieser zeitliche Rhythmus basiert<br />
einzig und allein auf den Beobachtungen von durch Influenza-Viren<br />
verursachten Seuchen im letzten Jahrhundert. Die bekanntesten Pandemien<br />
sind 1890, 1918, 1957, 1968 und 1977 gewesen. Das ist alles was<br />
wir hierzu wissen.
</p>
<p>
<b>sebastian-glas-m?: </b>Guten Tag, ich sehe einerseits<br />
die Feuerwehrleute, die in weißen Overalls und mit Atemschutz<br />
Tiere abtransportieren, aber gleichzeitig heißt es, man könne<br />
bedenkenlos am Strand spazieren gehen. Angenommen, quasi alle Vögel<br />
wären H5N1 infiziert, besteht dann ein erhöhtes Risiko,<br />
durch Kot an den Schuhsohlen, der in die Wohnung getragen wird?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Man muss sich vorstellen,<br />
dass das Virus nur an ganz wenigen Stellen in unserem Land auftreten<br />
wird. Das Virus ist zudem sehr labil, es wird nach wenigen Stunden,<br />
bzw. Tagen (abhängig von der Temperatur) inaktiviert. Die Schutzanzüge<br />
der Sicherheitskräfte vor Ort dienen dazu, Tröpfcheninfektionen<br />
oder Infektionen mit Staubpartikeln zu verhindern, die beim Hantieren<br />
mit diesen toten Tieren in unmittelbarer Nähe des eigenen Körpers<br />
theoretisch möglich ist. Vom Kot geht nur Gefahr aus, wenn<br />
man unglücklicherweise eine größere Menge dieses<br />
Materials in den Nasen-Rachenraum befördern würde.
</p>
<p>
<b>Honesty:</b> Kann das Medikament Tamiflu den Virus<br />
bekämpfen oder verringert es nur die Vermehrung der Viren im<br />
Körper?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Beides ist richtig. Dadurch,<br />
dass Tamiflu die Vermehrung bei dem Budding-Prozess der neu gebildeten<br />
Virus-Partikel inhibiert, wird die Anzahl theoretisch verbreitbarer<br />
Viruspartikel drastisch reduziert und damit dem Virus die Ausbreitung<br />
blockiert.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Was bedeutet Budding-Prozess?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Budding ist die Ausschleusung<br />
von Viruspartikeln aus der infizierten Zelle. Man muss sich vorstellen,<br />
dass eine von einem Viruspartikel infizierte Zelle der Lungenschleimhaut<br />
in der Lage ist, bis zu 5.000 neue Viruspartikel zu bilden. In Gegenwart<br />
von Tamiflu sind diese 5.000 Viruspartikel in der infizierten Zelle<br />
gefangen und können dem umliegenden Gewebe keinen Schaden mehr<br />
zufügen.
</p>
<p>
<b>Andreas G: </b>Hallo, man nennt es immer Geflügelpest<br />
&#8211; kann dieses Virus nach jetzigem Erkenntnisstand auf alle Vogelarten<br />
übergreifen? Wenn ja, wäre eine Verbreitung auf dem großen<br />
Festland (Asien und Europa) gar nicht mehr zu stoppen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Interessanterweise kann<br />
sich das H5N1-Virus nicht in allen Vogelarten gleichermaßen<br />
vermehren. Zum Beispiel wächst es in Tauben außerordentlich<br />
schlecht. Das H5N1 ist vor allen Dingen auf Wasservögel spezialisiert,<br />
die das Virus allerdings auch auf Hausgeflügel übertragen<br />
können. Im Gegensatz zum Wassergeflügel, das das Virus<br />
sehr oft tolerieren kann ohne zu erkranken, hat das Virus im Hausgeflügel<br />
fatale Folgen &#8211; es bringt das Hausgeflügel (insbesondere Hühner)<br />
innerhalb von 24 bis 48 Stunden um.
</p>
<p>
<b>Tobias H:</b> Es gibt doch seit vielen Jahren großes<br />
Vogelsterben / Geflügelpest! Theoretisch hätten diese<br />
Viren damals auch mutieren können. Warum lenkt man jetzt so<br />
eine große Aufmerksamkeit auf die diesjährige Welle?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Das liegt einfach daran,<br />
dass das jetzt verbreitete H5N1-Geflügelpest-Virus unglücklicherweise<br />
sehr viel leichter in der Lage zu sein scheint, auch auf Menschen<br />
übergehen zu können. Frühere Geflügelpest-Viren<br />
waren in der Natur ebenso weit verbreitet und haben auch je nach<br />
ihrer genetischen Zusammensetzung zu empfindlichen Schäden<br />
in der Geflügelwirtschaft geführt.
</p>
<p>
<b>JpH: </b>Wie wahrscheinlich ist denn mit einer Übertragung<br />
des Virus auf den Menschen zu rechnen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Die Vergangenheit hat gezeigt,<br />
dass das Virus prinzipiell in der Lage ist, auch in den Menschen<br />
einzudringen, dies ist allerdings nur möglich, wenn die Betroffenen<br />
einer sehr hohen Virusdosis ausgesetzt waren.
</p>
<p>
<b>Shanghai:</b> Warum sind die in der Türkei erkrankten<br />
Kinder verstorben? Haben sie keinen Zugang zu Medikamenten? Ist<br />
Ihnen in der Sache etwas bekannt?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Es ist zu vermuten, dass<br />
in diesen Fällen zu spät erkannt worden ist, woran diese<br />
Kinder erkrankt waren und zudem ist anzunehmen, dass Tamiflu kaum<br />
verfügbar war oder zu spät gegeben wurde.
</p>
<p>
<b>moritz-cm:</b> Da auch jetzt tote Vögel im oder<br />
am Bodensee gefunden worden sind, wollte ich fragen, ob das auch<br />
Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben kann?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das ist gänzlich ausgeschlossen,<br />
weil zu einer Infektion Milliarden von Viruspartikeln des Typs H5N1<br />
erforderlich wären. Solche Virusmengen sind nur in unmittelbarer<br />
Nähe infizierter Tiere möglich. Im Seewasser wären<br />
etwaige Viruspartikel derart verdünnt und infolge ihrer Instabilität<br />
schon nach kurzer Zeit zerstört.
</p>
<p>
<b>Rita Koch: </b>Kann man unbedenklich in Gewässern<br />
baden, wenn dort kranke Tiere gefunden wurden?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das ist absolut möglich.<br />
Es gibt keinerlei Infektionsrisiko, wenn man den Badefreuden nachgeht.
</p>
<p>
<b>Anton Weigl:</b> Wenn ich im Geschäft Eier kaufe,<br />
so haftet an diesen gelegentlich noch etwas Kot, manchmal auch kleine<br />
Federn. Besteht hieraus ein Infektionsrisiko?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das ist nur eine rein theoretische<br />
Möglichkeit, die aber in der heutigen Praxis ausgeschlossen<br />
werden kann, denn erstens legen infizierte Tiere keine Eier mehr,<br />
zweitens gibt es ohnehin keinerlei H5N1 in unseren Geflügelbeständen.
</p>
<p>
<b>FranziskaFranke:</b> Wie kann es denn sein, dass nun<br />
plötzlich das Virus hier auftritt, obwohl die Zugvogelsaison<br />
noch gar nicht begonnen hat? Oder ist die Vogelgrippe schon länger<br />
im Land, ohne dass es jemand bemerkt hätte?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Das Virus ist nach Rügen<br />
eingetragen worden von Vogeltrupps, die vorzeitig aus dem Baltikum<br />
und aus Westrussland ein Ortsverlagerung vorgenommen haben. Über<br />
diese &#8211; wahrscheinlich Singschwäne und Möwen &#8211; ist diese<br />
Infektion in den Wildvogelbestand dieser Region getragen worden<br />
und hat sich, dort langsam weiter verbreitet. Ein weiterer Eintrag<br />
von H5N1-Viren durch den beginnenden Vogelzug ist keineswegs ausgeschlossen.<br />
Deshalb sollte niemand überrascht sein, wenn dies Virus in<br />
den nächsten Wochen und Monaten an weiteren Stellen unseres<br />
Landes, oder der Nachbarländer, nachgewiesen wird.
</p>
<p>
<b>Tyrael: </b>Stimmt die Vermutung, dass eine für<br />
uns gefährliche Mutation eher im asiatischen Raum auftreten<br />
wird?
</p>
<p>
<b>flyaway: </b>Ich habe gehört, dass das Virus<br />
nur in der Schleimhaut von Atemwegen von Schweinen so mutieren kann,<br />
dass es für Menschen gefährlich werden kann und dass daher<br />
die gemeinsame Haltung von Geflügel und Schweinen, wie sie<br />
in Asien weit verbreitet ist, besonders kritisch ist. Stimmt das<br />
und wenn ja, warum?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Zur ersten Frage: Es ist<br />
anzunehmen, dass eine potentielle Pandemie ihren Ursprung in Südostasien<br />
nehmen wird, weil nur dort die sozio-ökonomischen Gegebenheiten<br />
eine häufigere Infektion von Menschen ermöglichen. Dass<br />
sich in unserem Land jemand mit H5N1 infizieren wird, halte ich<br />
für extrem unwahrscheinlich, weil wir nicht mit infizierten<br />
Hühnern in der Küche zusammenleben. Zur zweiten Frage:<br />
Schweine scheinen bei dem H5N1-Virus keine Rolle zu spielen. Vielmehr<br />
müssen wir befürchten, dass die entscheidenden Mutationen<br />
nur auftreten werden, wenn das Virus in einem Menschen, der sich<br />
unglücklicherweise infiziert hat, Gelegenheit zur Vermehrung<br />
erhält, wobei (wie bei Influenza A-Viren immer der Fall) hier<br />
ein Übungsfeld für erfolgreiche Mutationen gegeben ist.<br />
Wenn eine Mutation erfolgt, die dem Virus erlaubt, bei einer erneuten<br />
Infektion Menschen viel leichter zu befallen als anfangs, ist möglicherweise<br />
der erste Schritt zur Pandemie gelungen. Wegen dieses Zusammenhangs<br />
ist es immens wichtig, jegliche Infektionen von Menschen auszuschließen.<br />
Das gelingt in unseren Regionen sicher leichter als in der Osttürkei,<br />
in China oder in Thailand.
</p>
<p>
<b>sorge:</b> Meine Schwester hat schon im November Tamiflu<br />
für die ganze Familie besorgt. Damals sagte mir die Hausärztin,<br />
dass Tamiflu ungeeignet sei, weil das Virus doch anders aussehen<br />
werde bei einer Pandemie. Jetzt fällt der Name Tamiflu in den<br />
Medien und die Bevölkerung soll damit versorgt werden. Was<br />
ist richtig?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Tamiflu funktioniert bei<br />
allen Influenza-A-Viren, so auch beim H5N1-Virus, oder daraus abgeleiteten<br />
Formen, oder Mutanten. Nur wenn Tamiflu sehr lange genutzt worden<br />
ist, und viele Leute es eingenommen haben, könnte es passieren,<br />
dass das Virus beginnt, sich daran zu gewöhnen und sich wiederum<br />
langsam so verändert, dass Tamiflu immer schlechter wirkt und<br />
das Virus resistent gegen Tamiflu wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das heißt konkret: Tamiflu sollte<br />
man nicht auf eigene Verantwortung nehmen, sondern nur auf Anweisung<br />
eines Arztes?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Das ist richtig. Tamiflu<br />
sollte nur auf ärztliche Anordnung genommen werden. Wichtig<br />
ist, dass man bei gravierenden Grippe-Symptomen möglichst bald<br />
den Arzt aufsucht. Nicht prophylaktisch nehmen.
</p>
<p>
<b>mick1723:</b> Ist die ganze Sache mit der Vogelgrippe<br />
nicht einfach nur reine Panikmache der Medien, genauso wie bei BSE,<br />
nach einem Jahr wird keiner mehr darüber sprechen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Es ist zu hoffen, dass der<br />
Zuschauer die Berichterstattung in den Medien nicht in erster Linie<br />
als Panikmache versteht, sondern daraus lernt, was tatsächlich<br />
durch dieses Virus bewirkt werden kann und wie man sich sinnvollerweise<br />
gegen eine Infektion mit H5N1 schützen kann. Weiterhin ist<br />
es wichtig, aus der Berichterstattung zu lernen, dass im Moment<br />
für den Menschen in Deutschland keinerlei Bedrohung besteht,<br />
dass vor allen Dingen Geflügelprodukte und Eier ebenso gut<br />
sind, wie sie es immer waren und es also keinerlei Infektionsrisiko<br />
gibt, wenn man solche Produkte verzehrt. Es ist sehr wichtig, dass<br />
man sich dies zu Herzen nimmt, denn, wer auf die Berichterstattung<br />
mit solcherlei Panik reagiert, schadet unserer Wirtschaft und sich<br />
selbst auf empfindliche Weise.
</p>
<p>
<b>Sonntag:</b> Reagiert &quot;die Politik &quot; Ihrer<br />
Meinung nach richtig auf die momentane Situation?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Ich finde die Politik hat<br />
hervorragend reagiert, ob nun SPD oder CDU-regierte Bundesländer<br />
betroffen waren oder sind. Die positiven Ergebnisse sprechen für<br />
sich: obwohl das Virus in Rügen gehäuft aufgetreten war,<br />
ist es gelungen, eine massenhafte Verseuchung der umliegenden Gegenden<br />
und Länder zu verhindern und vor allen Dingen sicher zu stellen,<br />
dass Wirtschaftsgeflügelbestände bisher nicht betroffen<br />
sind. Glücklicherweise gibt es auch keine Infektionen von Menschen<br />
mit dem H5N1, was bestimmt auch darauf zurückzuführen<br />
ist, dass die Menschen aus der Berichterstattung gelernt haben,<br />
infizierte, verendete Tiere nicht zu berühren oder gar erkrankte<br />
Tiere zur Pflege mit nach Hause zu bringen.
</p>
<p>
<b>Thomas2006: </b>Wird die Verbreitung des Erregers<br />
H5N1 in den wärmeren Monaten im Frühjahr und Sommer zurückgehen<br />
bzw. der Erreger verschwinden?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Davon ist auszugehen. Deshalb,<br />
und nicht nur deshalb, hoffen wir alle möglichst bald auf frühlingshafte<br />
Temperaturen.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Welche Temperaturen werden für<br />
das Virus kritisch?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Schon bei Raumtemperatur<br />
von ca. 22 Grad Celsius verliert das Virus rapide an Infektionskraft.<br />
Ich scheue mich, hier genaue Zahlen zu nennen, weil dies von der<br />
genauen Umgebung der Viruspartikel abhängt (PH-Wert, Ionen,<br />
Detergenz).
</p>
<p>
<b>caburger:</b> Wieso hat sich der Erreger im Süden<br />
von Asien so gut halten können, wo es doch dort noch deutlich<br />
wärmer ist als bei uns?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das Virus hat sich in der<br />
Wildvogelpopulation, insbesondere in Wasservögeln gehalten.<br />
Es hält sich nicht etwa isoliert auf im Erdreich, oder in Seen<br />
oder im Wasser, sondern es hält sich in der Region innerhalb<br />
der Wasservögel und Wildvögel und wird von infizierten<br />
Tieren vor allen Dingen im direkten Kontakt an nicht-infizierte<br />
Tiere weitergegeben. Und hier tritt die Infektion insbesondere in<br />
Erscheinung wenn Wirtschaftsgeflügel &#8211; vor allen dingen Hühner<br />
&#8211; infiziert wurde, weil diese nach kurzer Zeit sterben.
</p>
<p>
<b>Jens M:</b> Ist davon auszugehen, dass der Virus im<br />
nächsten Winter wiederkommt?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Das ist durchaus möglich,<br />
weil das H5N1 in Wasservögeln relativ weit verbreitet zu sein<br />
scheint.
</p>
<p>
<b>Kleiber:</b> Bin grippegeimpft. Schützt mich<br />
das gegen das Virus?
</p>
<p>
<b>jörg heyn:</b> Ist es sinnvoll, sich jetzt noch<br />
gegen Grippe impfen zu lassen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Die Grippeimpfung ist unter<br />
allen Umständen ratsam, denn sie reduziert die Chance, dass<br />
sich im Falle einer Mischinfektion (normales Grippe-Virus plus H5N1-Virus)<br />
ein<br />
neuer Stamm bilden kann, der unter Umständen in der Lage ist,<br />
von Mensch zu Mensch überzuspringen. Die Grippeimpfung schützt<br />
natürlich nicht direkt vor einer Infektion mit H5N1, weil bei<br />
letzterem Virus völlig andere antigene Strukturen wirken als<br />
beim herkömmlichen humanen Grippevirus, gegen das wir mit Hilfe<br />
der Impfung einen Antikörperschutz verleihen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es wird unterschieden zwischen „hoch-pathogenem“<br />
und „niedrig-pathogenem“ H5N1-Virus. Können Sie<br />
uns den Unterschied kurz erklären?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Ich will es nicht molekular<br />
erklären. Aber man kann einfach sagen, dass das nicht pathogene<br />
Virus lediglich im Rachenraum leben kann und dort Schäden verursachen<br />
kann, wohingegen das hoch pathogene Virus sich im gesamten Körper<br />
ausbreiten kann und sogar das Gehirn befallen kann.
</p>
<p>
<b>David22:</b> Wie unterscheidet sich der Krankheitsverlauf<br />
einer &quot;H5N1-Grippe&quot; beim Menschen von einer normalen Grippe?<br />
Anders gefragt: Muss es erst zu einem Todesfall gekommen sein, bis<br />
das Virus nachgewiesen wird oder gibt es bereits vorher Anzeichen,<br />
die einen Arzt misstrauisch machen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Ich bin kein Humanmediziner<br />
und möchte denen nicht in die Parade fahren. Man sollte dazu<br />
die Homepage des Robert-Koch Instituts konsultieren. Als Nicht-Mediziner<br />
kann ich immerhin sagen, dass eine H5N1-Infektion zu gravierenden<br />
Veränderungen der Lunge führt, was eine furchtbare Lungenentzündung<br />
verursacht und dass sich das Virus auch in weiteren inneren Organen<br />
ausbreitet und dort Schäden verursacht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch sehr konkret:
</p>
<p>
<b>uwoltma:</b> Direkt über meinem Schlafzimmerfenster<br />
befinden sich mehrere Schwalbennester. Könnte das gefährlich<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt:</b> Kann nicht gefährlich<br />
werden. Bisher sind noch keine H5N1-infizierten Schwalben festgestellt<br />
werden.
</p>
<p>
<b>goofer: </b>Welche anderen Tiere außer Vögel<br />
können sich denn infizieren?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Prinzipiell können<br />
mit H5N1 eine ganze Reihe von Säugetieren infiziert werden.<br />
Dies ist allerdings vor allen Dingen in Laborexperimenten gelungen.<br />
Aus der Natur gibt es praktisch keine Belege für eine natürliche<br />
Infektion, beispielsweise von Katzen oder Hunden mit dem H5N1-Virus.
</p>
<p>
<b>Scrat: </b>Was fehlt dem H5N1-Virus noch, um von Mensch<br />
zu Mensch zu Mensch überspringen zu können? Und wie groß/klein<br />
ist dieser Schritt?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Das kann man nicht quantifizieren<br />
und man kann es auch nicht werten. Das ist ein Spiel der Natur,<br />
die über die verschiedensten Mutationen an den elf Genprodukten<br />
(Eiweißen) unter Umständen ein fatales Virus hervorbringen<br />
könnte. Einen Punkt kann man vielleicht doch spezifizieren:<br />
Grundvoraussetzung für die Menschengängigkeit eines solchen<br />
neuen Pandemie-Virus ist das Erlernen eines effizienten Andockens<br />
an den beim Menschen typischen Rezeptor, der sich zum Glück<br />
vom entsprechenden Rezeptor der Vögel unterscheidet.
</p>
<p>
<b>gert: </b>Immer mehr tote Vögel werden gefunden.<br />
Ist denn noch Laborkapazität vorhanden, all diese Funde ordnungsgemäß<br />
zu untersuchen?
</p>
<p>
<b>Michael F.G. Schmidt: </b>Sehr gute Frage. Es ist<br />
ein großes Problem, alle Tiere zu untersuchen. In der Tat<br />
werden im Wesentlichen Wasservögel angeschaut, die als Hauptüberträger<br />
des Virus gelten. Andere Vogelarten müssen erst einmal in die<br />
Warteschleife, weil es nicht genügend Personal für die<br />
aufwändigen Untersuchungen gibt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren unsere 60 Minuten Chat zum<br />
Thema Vogelgrippe. Herzlichen Dank an Sie, Professor Schmidt, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Protokoll des<br />
Chats finden Sie zum Nachlesen auf www.tagesschau.de, www.berichtausberlin.de<br />
und www.politik-digital.de. Der nächste Chat ist für den<br />
Montag, dreizehnten März geplant. Dann stellt sich ab dreizehn<br />
Uhr Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul Ihren Fragen.<br />
Wir wünschen allen Beteiligten noch einen angenehmen Sonntagabend!
</p>
<p>Heute Abend hatten unsere Moderatoren mit sehr vielen Fragen zu<br />
tun. Leider konnten nicht alle an Herrn Prof. Schmidt weitergeleitet<br />
werden. Wir möchten jedoch auf das aktuelle Dossier zum Thema<br />
auf tagesschau.de hinweisen, wo auch eine Info-Hotline des Landwirtschaftsministeriums<br />
genannt wird. Zudem fragten sehr viele Nutzer nach Gefahr für<br />
Hund und Katze und mögliche Übertragungswege. Diese Frage<br />
wurde auch bereits im ersten unserer Chats mit Prof. Wieler ausführlich<br />
behandelt, ich empfehle das Transkript des Chats vom vergangenen<br />
Mittwoch. </p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_virus_laesst_sich_nicht_ausloeschenquot-155/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Ansteckungsgefahr für den Menschen ist sehr, sehr gering&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdie_ansteckungsgefahr_fuer_den_menschen_ist_sehr_sehr_geringquot-156/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jbergmeister]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Feb 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelgrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Lothar Wieler]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 22. Februar 2006, war Professor 
Dr. Lothar Wieler, Geschäftsführender Direktor des Instituts 
für Mikrobiologie und Tierseuchen an der Freien Universität 
Berlin, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation 
mit politik-digital.de.</span> Der Experte beantwortete Fragen zur 
Ausbreitung der Vogelgrippe </b><b>und möglichen 
Gefahren der Seuche für den Menschen.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 22. Februar 2006, war Professor<br />
Dr. Lothar Wieler, Geschäftsführender Direktor des Instituts<br />
für Mikrobiologie und Tierseuchen an der Freien Universität<br />
Berlin, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation<br />
mit politik-digital.de.</span> Der Experte beantwortete Fragen zur<br />
Ausbreitung der Vogelgrippe </b><b>und möglichen<br />
Gefahren der Seuche für den Menschen.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span class="fett"><span class="fett"><b>Moderator</b></span></span></span>:<br />
Liebe Leserinnen und Leser, User und Nutzer von tagesschau.de, herzlich<br />
willkommen beim tagesschau-Chat. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist heute Professor Dr. Lothar Wieler vom Institut für Mikrobiologie<br />
und Tierseuchen an der Freien Universität Berlin. <br />
Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler :</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Tristan:</b> Wie würden Sie die Situation einschätzen?<br />
Haben wir es in den Medien, wenn dort von einer Pandemie gesprochen<br />
wird, mit Panikmache zu tun?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Die Möglichkeit einer Pandemie<br />
kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Es ist sehr wichtig,<br />
dass man gerade in der Politik und in den Behörden viele Möglichkeiten<br />
theoretisch vordenkt.
</p>
<p>
<b>A Volbracht:</b> Weiß man wie das Virus nach<br />
Rügen gelangte? Entdeckt wurde das Virus vor einigen Tagen,<br />
ist es vielleicht aber schon länger auf Rügen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Man weiß nicht, wie das<br />
Virus dorthin gelangt ist. Man überprüft aber schon seit<br />
mehreren Jahren stichprobenartig inzwischen über 4.000 Wildvögel<br />
auf H5N1 und hat bis letzte Woche nie dieses Virus gefunden. Es<br />
ist jetzt die Stunde der Epidemiologen in Wusterhausen (Friedrich<br />
Löffler Institut), die nun Untersuchungen durchführen<br />
um die Herkunft des Virus herauszufinden.
</p>
<p>
<b>Der_Gockel:</b> Wozu raten Sie eher: Den Ball flach<br />
halten, um die Bevölkerung nicht in Panik zu versetzen, oder<br />
rückhaltlose Aufklärung mit der Gefahr der Panikmache?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Panik ist immer ein schlechter<br />
Berater. Ich glaube, dass eine transparente, seriöse Aufklärung<br />
sehr wichtig ist, damit alle Mitbürger sich selber ein richtiges<br />
Bild machen können.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Ganz konkret:
</p>
<p>
<b>Anette: </b>Meine neunjährige Tochter will im<br />
April nach Rostock fahren. Kann ich sie unbesorgt fahren lassen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Zurzeit geht einzig und allein<br />
eine Infektionsgefahr von infizierten Wildvögeln aus. Darum<br />
muss jeder Mitbürger und eben auch jedes Kind sich schlichtweg<br />
von toten Wildvögeln und von Wildvögelkot fern halten.<br />
Wenn diese Verhaltensmaßregeln konsequent eingehalten werden,<br />
besteht kein Infektionsrisiko für die Menschen. Deshalb sollte<br />
Ihre Tochter nach Rostock fahren und sich entsprechend verhalten.
</p>
<p>
<b>klausdieter: </b>Gibt es eine Erklärung warum<br />
gerade die Schwäne so stark befallen sind?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Bislang gibt es nur Spekulationen.<br />
Die Fragen werden zukünftig von Epidemiologen beantwortet.<br />
Folgende Möglichkeiten bestehen prinzipiell: Erstens, Schwäne<br />
sind sehr empfänglich für das Virus. Zweitens, Schwäne<br />
haben sich nach dem langen Winter an wenigen Wasserstellen mit anderen<br />
Wildvögeln intensiv getroffen und sich dort, bei diesen Wildvögeln<br />
angesteckt, die nicht erkrankt sind, aber das Virus tragen.
</p>
<p>
<b>Jessika: </b>Guten Tag Herr Prof. Dr. Wieler, in den<br />
Nachrichten hörte ich, dass der Vogelgrippevirus auch Mäuse<br />
infiziert. Wie ist hier das Gefährdungspotential für Menschen;<br />
denn Mäuse finden sich wohl überall dort, wo Lebensmittel<br />
auf Vorrat gehalten werden &#8211; also auch in Supermärkten?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Unter natürlichen Bedingungen<br />
wurden bislang nie Mäuse gefunden, die mit dem Vogelgrippevirus<br />
infiziert waren. Im Labor ist es möglich, solche Tiere mit<br />
den Viren zu infizieren. Das tut man aus Forschungszwecken, um mehr<br />
über diese Viren zu lernen. Für die Verbreitung des Vogelgrippevirus<br />
spielen Mäuse aber derzeit keine Rolle.
</p>
<p>
<b>Consystor: </b>Wie lange dauert es, bis bei einem<br />
infizierten Vogel der Tod eintritt bzw. bei wie viel Prozent der<br />
infizierten Vögel tritt der Tod überhaupt ein?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Diese Frage ist sehr schwer<br />
zu beantworten, weil es sehr viele verschiedene Vogelarten gibt.<br />
Niemand weiß, wie bei jeder dieser Vogelarten die Virusinfektion<br />
abläuft. Hühner sterben innerhalb von ein bis zwei Tagen<br />
nach der Infektion. Ebenso Puten. Tauben werden nur infiziert, erkranken<br />
aber gar nicht. Das sind zwei Beispiele, die für uns wichtig<br />
sind. In der Zukunft werden wir sicherlich auch noch mehr darüber<br />
erfahren, warum Schwäne an der Infektion erkranken, aber Enten<br />
weniger. Das sind sehr wichtige Fragen, die wir hoffen zukünftig<br />
zu beantworten; die wir auch beantworten müssen, um eine Risikoeinschätzung<br />
seriös vornehmen zu können.
</p>
<p>
<b>mb: </b>Wie lange kann der Virus an der frische Luft<br />
bzw. in geschlossenen Räumen überleben?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Das hängt immer von dem<br />
Klima, der Luftfeuchtigkeit, der Temperatur und vielen anderen Faktoren<br />
ab. Wir wissen, dass das Virus in trockenem Hühnerkot bei 4°C<br />
bis zu vier Wochen überleben kann. Wir wissen, dass das Virus<br />
im Wasser (kaltem Wasser) ebenfalls viele Tage überleben kann.<br />
Da aber alle diese äußeren Faktoren immer variieren,<br />
kann man nicht für jede Situation die genaue Überlebensfähigkeit<br />
einschätzen. Klar ist, dass zum Beispiel im Sommer das Virus<br />
im Wasser viel kürzere Zeit überleben kann.
</p>
<p>
<b>sphenoid: </b>Ist der Übertragungsweg des Virus<br />
geklärt? Sprechen wir von einer reinen fäkal-oralen Infektion,<br />
oder könnte auch eine Tröpfcheninfektion in Frage kommen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Ich gehe davon aus, dass es<br />
bei der Frage um Tiere geht. Tiere stecken sich über trockenen<br />
Kot an, das heißt eben fäkal-oral, und sie atmen auch<br />
Staubpartikel ein, die Virus enthalten. Wasservögel stecken<br />
sich zum Beispiel darüber an, dass infizierte Wasservögel<br />
in der Regel ins Wasser ausscheiden, und dann nehmen sie den Erreger<br />
vor allen Dingen oral auf.
</p>
<p>
<b>Amanda12:</b> Ich frage mich, wie groß die Übertragungsgefahr<br />
ist, wenn man z.B. am Strand barfuß in Kontakt mit Kot von<br />
betroffenen Vögeln kommt?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Der Mensch kann sich nur anstecken,<br />
wenn er entweder den Erreger einatmet oder den Erreger isst.
</p>
<p>
<b>Adrian: </b>Stirbt der Virus, der sich z.B. in Fleisch<br />
oder Eiern befindet durch Braten oder Kochen ab?
</p>
<p>
<b>bastian123de:</b> Sterben die Bakterien ab, wenn infiziertes<br />
Fleisch gekocht wurde?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Erhitzen tötet die Viren<br />
sehr schnell und effizient ab. Das heißt, Braten und Kochen<br />
ist ein hundertprozentiges Mittel, um die Viren abzutöten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie hoch muss die Temperatur sein?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Die Temperatur muss 70°<br />
für etwa 5 Minuten sein, dann ist das Virus sicher abgetötet.
</p>
<p>
<b>Joswiss: </b>Muss dazu das Fleisch auch gut durchgebraten<br />
sein?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Man sollte das Fleisch gut durchbraten.
</p>
<p>
<b>Florian0706: </b>Wenn man sich ansteckt, indem man<br />
den Erreger isst, würde das ja bedeuten, dass man sich beim<br />
Baden im Badesee anstecken könnte, wenn man ‚aufgelösten<br />
Kot’ zu sich nimmt?
</p>
<p>
<b>Nabeln: </b>Könnte eine Ansteckung durch das<br />
Baden in einem betroffenen See geschehen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler :</b> Gute Frage. Man steckt sich<br />
mit Viren nur dann an, wenn eine bestimmte Menge an Virus aufgenommen<br />
wird &#8211; es gibt keine 100prozentige „attack rate“. Das<br />
heißt, sollte im Sommer virushaltiger Kot im Badegewässer<br />
vorhanden sein, dann ist nicht davon auszugehen, dass die Viruskonzentration<br />
so hoch ist, dass ein Mensch sich anstecken kann. Weiterhin stirbt<br />
im Sommer das Virus viel schneller ab, weil das Wasser viel wärmer<br />
ist als im Winter.
</p>
<p>
<b>marsian:</b> An welchen Symptomen erkenne ich, ob<br />
ich vom Federvieh besser die Finger lassen sollte?
</p>
<p>
<b>Tristan:</b> Wie kann man erkennen, dass ein Tier<br />
infiziert ist? Äußere Merkmale etc.?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Zunächst einmal würde<br />
ich mich generell von Federvieh fern halten, wenn ich nicht beruflich<br />
damit zu tun habe. Hühner werden teilnahmslos, die Eierqualität<br />
lässt nach, sie bewegen sich nicht mehr so viel, und sie sterben<br />
innerhalb von 1-2 Tagen. Auch bei anderen Vögeln steht im Vordergrund,<br />
dass das allgemeine Wohlbefinden reduziert ist und die Tiere schlichtweg<br />
nicht mehr so aktiv sind, wie man es von ihnen gewohnt ist. Sie<br />
sind schwach, bewegen sich nicht mehr von der Stelle und sterben<br />
dann.
</p>
<p>
<b>brushless:</b> Was bringt eigentlich das Keulen von<br />
gesunden Tieren?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Wenn man eine Tierseuche wirklich<br />
effektiv bekämpfen will, dann muss man alles tun, damit der<br />
Erreger sich nicht mehr vermehren kann. Dazu gibt es prinzipiell<br />
zwei Möglichkeiten: die eine ist die, dass man Medikamente<br />
gibt, die eine Virusvermehrung verhindern. Diese Möglichkeit<br />
haben wir in der Tierseuchenbekämpfung nicht. Die zweite Möglichkeit<br />
ist die, dass man den Viren ihren Wirt wegnimmt. Viren können<br />
sich nur in Wirten vermehren, nicht aber in der Umwelt. Wenn man<br />
Vögel vorsorglich tötet, hat das Virus keine Chance, sich<br />
in ihnen zu vermehren.
</p>
<p>
<b>Leon:</b> Kann sich mein Hund, der gerne Vögel<br />
jagt, anstecken? Bzw. kann er das Virus dann auf den Menschen übertragen?
</p>
<p>
<b>LeKa:</b> Kann der Virus auf Hauskatzen übertragen<br />
werden und von Katze auf Mensch?
</p>
<p>
<b>fritz2006:</b> Darf mein Kanarienvogel Hansi nun auch<br />
nicht mehr raus, und was mach ich mit dem Futter in meinem Vogelhäuschen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Derzeit wissen wir Folgendes:<br />
Erstens: Katzen können sich anstecken, wenn sie ein Huhn oder<br />
einen Vogel fressen, der an H5N1 verstorben ist. Zweitens: Hunde<br />
wurden bisher noch nie als H5N1-empfänglich beschrieben. Drittens:<br />
Kanarienvögel können sich mit H5N1 anstecken. Das heißt,<br />
lebt man in einem Gebiet, in dem H5N1-gefährdete Vögel<br />
vorkommen, sollte man Hunde unbedingt an die Leine nehmen, und Katzen<br />
sollten möglichst im Haus bleiben. Dass Katzen den Menschen<br />
anstecken könnten, ist unwahrscheinlich, denn sie müssten<br />
dazu den Menschen sehr intensiv beißen. Generell &#8211; unabhängig<br />
von der H5N1-Infektion &#8211; sollte man Vogelhäuschen immer feucht<br />
reinigen, damit kein Staub entsteht, den man eventuell einatmen<br />
könnte. Zurzeit sollte man darüber hinaus Vogelhäuschen<br />
in Desinfektionsmittel einweichen. Diese gibt es in jeder Apotheke<br />
zu kaufen.
</p>
<p>
<b>Hallo Wieler: </b>Frau Höhn fordert eine Impfung<br />
aller gefährdeten Tiere. Was halten sie davon?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Das ist kompliziert. Erstens:<br />
Es gibt keinen Impfstoff, der eine Infektion mit dem Virus verhindern<br />
kann. Zweitens: Geimpfte Tiere sind vor der Krankheit geschützt,<br />
aber eben nicht vor der Infektion. Daraus folgt, dass ich zwar mit<br />
einer Impfung Tiere vor der Krankheit schützen kann, und auch<br />
die Virus-Vermehrung in diesen Tieren verringern kann, ich kann<br />
damit aber nicht das Virus ausrotten. Deshalb hängt der Einsatz<br />
von Impfstoffen von der jeweiligen Seuchen-Situation ab. In Deutschland<br />
haben wir bislang keine H5N1-Seuche in Nutztierbeständen. Deshalb<br />
ist zurzeit eine Impfung nicht indiziert. Sollten wir in der Zukunft<br />
vermehrt Ausbrüche in Nutz-Geflügelbeständen haben,<br />
dann wird die Impfung sicher eine Option werden, auf die man zurückgreifen<br />
muss. Denn dann will man die Virusvermehrung aufhalten.
</p>
<p>
<b>Joswiss:</b> Wenn der bestehende Impfstoff bei Tieren<br />
dazu führt, dass die Krankheit nicht ausbricht, warum kann<br />
man diesen Impfstoff dann nicht auch für Menschen einsetzen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Zurzeit geht von dem H5N1-Virus<br />
eine sehr, sehr geringe Ansteckungsgefahr für den Menschen<br />
aus. Bislang sind weltweit über 90 Menschen an dieser Infektions-Krankheit<br />
verstorben. Aber es ist sicher, dass viel mehr Menschen mit diesem<br />
Virus Kontakt hatten. Das heißt, eine Impfung gegen ein Virus,<br />
das nur so wenige Menschen infiziert, ist sinnlos. Darum wird zurzeit<br />
kein Impfstoff dagegen produziert. Alle Experten fürchten,<br />
dass es irgendwann einmal zu einer Pandemie kommen kann. Das Virus,<br />
das diese Pandemie auslöst, ist aber nicht bekannt. Es ist<br />
erst dann bekannt, wenn die Pandemie begonnen hat. Dann muss man<br />
mit diesem Virus einen Impfstoff herstellen.
</p>
<p>
<b>happyfranz: </b>Sollte man sich doch angesteckt haben,<br />
wie ist der genaue Krankheitsverlauf?
</p>
<p>
<b>mathilda: </b>Welches sind die ersten Symptome für<br />
eine Ansteckung beim Menschen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das bezieht sich wohl auf den bisher<br />
bekannten Virus H5N1.
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Es ist sehr wichtig zu wissen,<br />
dass man sich nur anstecken kann, wenn man ganz intensiven Kontakt<br />
mit H5N1-erkrankten Vögeln hat. Die Symptome sind sehr vergleichbar<br />
mit den typischen Grippesymptomen: Abgeschlagenheit, Fieber, Gliederschmerzen.<br />
Lediglich die Symptome von Seiten des Atemtraktes, Husten und Atemnot,<br />
sind stärker ausgeprägt als bei der normalen Grippe.
</p>
<p>
<b>miles: </b>Kann das Virus auch von geimpften Tieren<br />
übertragen werden?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Ja. Genau das ist der Grund,<br />
warum wir mit der Impfung so sorgfältig umgehen müssen.<br />
Es ist wichtig zu wissen, dass trotz Impfung Viren das Tier infizieren<br />
können und sich das Virus im Tier auch vermehren kann. Allerdings<br />
ist die Virusmenge wesentlich geringer als in einem nicht-geimpften<br />
Tier. Deshalb wird weniger Virus ausgeschieden und entsprechend<br />
können auch weniger andere Tiere angesteckt werden.
</p>
<p>
<b>gast3487520: </b>Sie haben vorhin erwähnt, dass<br />
Tauben das Virus zwar aufnehmen und übertragen, aber nicht<br />
daran erkranken. Geht dann nicht eine große Gefahr von den<br />
vielen Stadttauben aus? Gerade wenn das Virus mutieren sollte?
</p>
<p>
<b>Berliner: </b>Muss das Übertragungsrisiko des<br />
Virus über Tauben, Katzen und Hunde nicht auch ernsthaft diskutiert<br />
werden und konsequent &#8211; nach dem Vorsichtsprinzip &#8211; in konkrete<br />
Prophylaxemaßnahmen bzw. Aufklärungskampagnen einbezogen<br />
werden? Zurzeit gibt es dazu offenbar in den Bundesländern,<br />
laut Tagesspiegel, auf Fachministerebene gravierende widersprüchliche<br />
Einschätzungen und Verlautbarungen. Was sage Sie dazu, Herr<br />
Professor W.?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Also, zunächst mal zu den<br />
Tauben: Die Tauben scheiden nach unserem heutigen Wissen den Erreger<br />
nicht aus! Deshalb spielen nach unserer Ansicht Tauben keine Rolle<br />
bei der Übertragung des Virus. Bezüglich der Hunde und<br />
Katzen können wir das Risiko nicht gänzlich ausschließen.<br />
Deshalb kann ich nur an alle Hunde- und Katzenbesitzer in den betroffenen<br />
Gebieten (in denen H5N1 in Wildvögeln nachgewiesen wurde) appellieren,<br />
ihre Katzen möglichst im Haus zu lassen. Vor allen Dingen aber<br />
ihre Hunde bitte anzuleinen. Diese sehr einfachen Maßnahmen,<br />
insbesondere bzgl. der Hunde (denn Katzen sind natürlich nicht<br />
immer einfach im Haus zu halten), sollten von den Mitbürgern<br />
schlichtweg als vorbeugende Maßnahme durchgeführt werden.
</p>
<p>
<b>hu :</b> Sind für die Abtötung des H5N1-Virus<br />
im Gesundheitswesen (Arztpraxis) formaldehydbasierte Desinfektionsmittel<br />
(Robert-Koch-Institut-gelistet) erforderlich, oder reichen auch<br />
die DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie<br />
)-gelisteten Mittel aus?</p>
<p><b>Lothar H. Wieler:</b> Influenza-A-Viren sind sehr empfindlich<br />
in der Umwelt. Jedes gängige, zugelassene Desinfektionsmittel,<br />
das nach Herstellerangaben eingesetzt wird, tötet das Virus<br />
sicher ab.
</p>
<p>
<b>Grisu2001 :</b> Verringert eine herkömmliche<br />
Influenzaimpfung das Risiko einer Vogelgrippeinfektion beim Menschen,<br />
oder könnte dadurch eine Mutation sogar noch begünstigt<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Die Frage nach der Impfung ist<br />
sehr schön, sie freut mich. Jedes Jahr sterben in Deutschland<br />
mehrere tausend Mitbürger in Folge einer Grippeinfektion, weil<br />
sie sich nicht haben impfen lassen. Wir würden also viele tausend<br />
Menschenleben retten können, wenn sich die Menschen impfen<br />
ließen. Zu Ihrer Frage bezüglich der Impfung und H5N1:<br />
ein Szenario, das vorstellbar ist, ist dass das H5N1-Virus einen<br />
Menschen infiziert, der schon mit einem anderen Influenza-Virus<br />
infiziert ist. Dann könnten diese beiden Viren Gene austauschen.<br />
Und daraus könnte sich ein Pandemie-Virus entwickeln. Wenn<br />
sich also möglichst viele Menschen gegen die herkömmliche<br />
Grippe impfen lassen, dann reduzieren sie diese Möglichkeit.<br />
Das heißt, dass eine Impfung immer positiv zu bewerten ist.
</p>
<p>
<b>Dany:</b> Sind die Eindämmungsversuche der Bundeswehr<br />
überhaupt sinnvoll? Ist es nicht so, dass die Vögel einfach<br />
über diese Desinfektionsbecken hinweg fliegen? Oder wird hier<br />
nur versucht einen Übertragungsweg auszuschalten?
</p>
<p>
<b>manimax:</b> Was bringen eigentlich die Desinfektionsmatten,<br />
durch die die Autos fahren müssen?
</p>
<p>
<b>Hein Bloed:</b> Welchen Sinn haben die Seuchenmatten<br />
auf Rügen, wenn die Person an sich, nicht desinfiziert wird<br />
und Vögel sowieso ungestört hinfliegen wo sie wollen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Das ist eine sehr gute Frage.<br />
Klar ist, dass wir die Wildvögel nicht kontrollieren können.<br />
Das einzige, was wir tun können, ist Kadaver so schnell wie<br />
möglich unschädlich zu entsorgen. Was wir aber tun können,<br />
ist die anderen Verbreitungswege zu unterbinden. Und da sind Desinfektionsmaßnahmen<br />
und Sperrmaßnahmen die probaten und wichtigen Mittel. Deshalb<br />
ist es zurzeit vor allen Dingen wichtig, dass alle Geflügelhalter<br />
sich sehr genau an die vom Friedrich-Löffler-Institut herausgegebenen<br />
Richtlinien halten. Sie finden diese Richtlinien auf der Website<br />
des Friedrich-Löffler-Instituts. Natürlich wäre es<br />
ebenso wichtig, auch das Schuhwerk zu desinfizieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ihre Schätzung:
</p>
<p>
<b>ViVa: </b>Wie lange wird es dauern, bis sich die Vogelgrippe<br />
auf ganz Deutschland ausgebreitet hat?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Da kann ich keine Einschätzung<br />
abgeben. Ich glaube aber, dass über die Wildvögel eine<br />
weitere Verbreitung stattfindet. Darum ist es wichtig, dass alle<br />
Landkreise, die mit Wildvögelzug in Zusammenhang stehen, jetzt<br />
schon alle Maßnahmen im Voraus vorbereiten, damit jeder Wildvogel-Kadaver<br />
so schnell wie möglich eingesammelt und unschädlich beseitigt<br />
wird. Mit H5N1-infizierte Tiere sind die wichtigste Verbreitungsquelle.<br />
Deshalb müssen alle Maßnahmen darauf ausgerichtet sein,<br />
diese Quelle so schnell wie möglich zu schließen.
</p>
<p>
<b>Dany: </b>Eine Ausbreitung ist also, selbst durch<br />
den größten menschlichen Aufwand nicht zu verhindern,<br />
oder sehe ich das falsch?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Die Wahrscheinlichkeit einer<br />
weiteren Ausbreitung ist hoch. Wir können Wildvögel nicht<br />
kontrollieren, und deshalb sollten alle Menschen diese Möglichkeit<br />
vor Augen haben und sich entsprechend von toten Vögeln fern<br />
halten und die jeweiligen Behörden (Polizei und Feuerwehr)<br />
umgehend informieren, damit die Kadaver eingesammelt werden.
</p>
<p>
<b>markm:</b> Als Helfer im THW interessiert mich, welche<br />
Schutzausrüstung für die Bergung eines toten Vogels sinnvoll<br />
sind?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Es wird generell angeraten,<br />
dass man Ganzkörper-Schutzanzüge trägt. Dies ist<br />
eine Vorsichtsmaßnahme, damit die Personen in keinster Weise<br />
mit dem Virus in Kontakt kommen können. Damit auch der sehr<br />
unwahrscheinliche Fall einer aerogenen Infektion vermieden wird,<br />
sollen auch Atemmasken getragen werden.
</p>
<p>
<b>GrippeSchwan: </b>Wie sieht es mit dem Infektionsrisiko<br />
aus, wenn man das Virus in offene Wunden bekommt? Wenn z.B. ein<br />
Helfer, der tote Vögel trägt sich die Hand aufreißt.
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Hier ist eine Infektion nicht<br />
auszuschließen. Aber jeder Helfer, der sich eine Wunde zuzieht,<br />
wird diese sofort desinfizieren, so dass die Infektion umgehend<br />
beendet wird.
</p>
<p>
<b>Florian0706 :</b> Hallo Herr Prof. Dr. Lothar H. Wieler,<br />
falls es dazu kommen sollte, dass sich jemand mit der Vogelgrippe<br />
ansteckt, muss er dann zwingend behandelt werden, oder ist es auch<br />
möglich, dass man auch wie bei einer anderen Grippe, „von<br />
selbst“ wieder auf die Beine kommt?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Es gibt bisher rund 200 infizierte<br />
Personen, von denen sind über 90 gestorben, das heißt,<br />
dass mehr als die Hälfte die Infektion überlebt haben.<br />
Also besteht diese Möglichkeit, dass eine Infektion durchgestanden<br />
wird. Da aber viele Infizierte versterben, sollte man sich natürlich<br />
zwingend einer ärztlichen Behandlung unterziehen.
</p>
<p>
<b>Chris123:</b> Ich habe gehört, dass es erste<br />
Resistenzen gegen Tamiflu gibt. Stimmt das? Wie weit ist die Entwicklung<br />
anderer antiviraler Mittel?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Influenza-Viren haben ein hohes<br />
Potential zu mutieren. Es gibt tatsächlich einzelne Berichte<br />
von einzelnen Virusisolaten, die gegen Tamiflu weniger empfindlich<br />
sind. Es gibt weiterhin verschiedene Arbeitsgruppen, die an weiteren<br />
antiviralen Mitteln arbeiten. Meines Wissens ist eine Marktreife<br />
aber erst in frühestens 1-2 Jahren zu erwarten.
</p>
<p>
<b>A.Doan: </b>Guten Tag Herr Wieler! Wie hoch ist die<br />
Wahrscheinlichkeit, dass das Virus so mutiert, dass es auch zwischen<br />
Menschen übertragbar ist und was glauben sie wie schnell diese<br />
Mutationen auftreten könnten? Vielen Dank. A.Doan
</p>
<p>
<b>VolumePro: </b>Die WHO (Weltgesundheitsorganisation)<br />
spricht davon, dass wir näher an einer weltweiten Pandemie<br />
sind als je zuvor. Wie schätzen Sie das ein?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler: </b>Die Wahrscheinlichkeit kann<br />
kein Mensch einschätzen. Wir wissen, dass es in bestimmten<br />
Abständen zu Pandemien kommt, weshalb sich alle Regierungen<br />
auf eine Pandemie einzustellen haben. Kein Mensch kann sagen, wann<br />
diese Pandemie kommt und kein Mensch kann sagen, ob sie durch das<br />
H5N1-Virus kommt. Aber wir Menschen haben noch nie so viele Ausbrüche<br />
weltweit durch ein Influenzavirus in Geflügelbeständen<br />
miterlebt. Und das H5N1-Virus ist eben auch in der Lage, Menschen<br />
zu infizieren. Deshalb ist die Einschätzung der WHO gerechtfertigt.
</p>
<p>
<b>Tristan:</b> Ist die Angst der Urlauber für die<br />
kommende Saison begründet? Würden sie auf Rügen Urlaub<br />
machen?
</p>
<p>
<b>schlauchboot: </b>Wenn ich Sie einladen würde:<br />
Würden Sie morgen mitkommen zum Urlaub auf dem Bauernhof nach<br />
Rügen?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler:</b> Liebes Schlauchboot: Ich würde<br />
natürlich nach Rügen mitkommen, schon weil ich seit Jahren<br />
an der Ostsee sehr gerne Urlaub mache! Wenn Sie und ich uns von<br />
Vogelkadavern fern hielten, dann wäre der Urlaub genau so schön<br />
wie er vor drei Wochen gewesen wäre. Wir würden jedoch<br />
mehr Militär, und Menschen in Schutzanzügen sehen. Ich<br />
kann verstehen, dass manche Menschen in ihrem Urlaub diesen Anblick<br />
nicht unbedingt schön finden. Aber eine Gefahr (erhöhte<br />
Gefahr) für den Menschen sehe ich nicht.
</p>
<p>
<b>Ulla:</b> Ich arbeite in einer Praxis und es wird<br />
bereits gefragt, wie es mit Obst und Gemüse ist, das durch<br />
Kot der Vögel verunreinigt ist und aus dem Ausland zu uns gebracht<br />
wird. Nach Abwaschen unbedenklich? Überhaupt Bedenken?
</p>
<p>
<b>Lothar H. Wieler :</b> Eine sehr hypothetische Frage.<br />
Erstens: Wie wahrscheinlich ist es, dass virushaltiger Kot auf Obst<br />
ist? Zweitens: Selbst wenn virushaltiger Kot drauf wäre, dann<br />
würde durch den längeren Transport das Virus abgestorben<br />
sein. Selbst wenn dann noch Virus auf dem Obst wäre, wäre<br />
die Menge so gering, dass sich kein Mensch anstecken kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stellvertretend für viele andere<br />
auch:
</p>
<p>
<b>mondrian: </b>Das waren sehr aufschlussreiche Informationen!<br />
Danke! Und: Bleiben Sie gesund!
</p>
<p><b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat.<br />
Herzlichen Dank, Professor Wieler, dass Sie sich Zeit für den<br />
Chat genommen haben. Wie immer geht das hier gesagte nicht verloren.<br />
Das Protokoll des Chats finden Sie zum Nachlesen auf tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Vielen Dank für das große Interesse,<br />
das wird sicher nicht der letzte Chat zur Vogelgrippe gewesen sein,<br />
Der nächste Chat ist für den Montag, 13. März 2006<br />
geplant. Dann stellt sich ab dreizehn Uhr Entwicklungsministerin<br />
Heidemarie Wieczorek-Zeul Ihren Fragen. tagesschau.de und politik-digital.de<br />
wünschen allen noch einen angenehmen Tag!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Gefahr einer Einschleppung besteht&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelgrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Klöckner]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 11. Januar, war Julia Klöckner, 
MdB der CDU, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. 
Mit den Teilnehmern sprach sie über die Gefahr der Vogelgrippe 
und über Verbraucherschutz bei Lebensmitteln.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 11. Januar, war Julia Klöckner,<br />
MdB der CDU, zu Gast im tagesschau-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Mit den Teilnehmern sprach sie über die Gefahr der Vogelgrippe<br />
und über Verbraucherschutz bei Lebensmitteln.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tagesschau-Chat. Unsere Chat-Reihe wird veranstaltet<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de. Heute chatten wir mit<br />
Julia Klöckner. Sie ist für die CDU Abgeordnete im Deutschen<br />
Bundestag. Zu ihren Spezialgebieten zählen der Verbraucher-<br />
und Umweltschutz. Guten Tag, Frau Klöckner, können wir<br />
starten?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, können wir!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Horst Seehofer sieht trotz Ausbreitung<br />
der Vogelgrippe in der Türkei keine erhöhte Gefahr einer<br />
Einschleppung nach Deutschland. Andere Experten und Politiker sind<br />
da klar anderer Meinung. Was stimmt?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Erst mal die Frage: Welcher<br />
Meinung sind Ihrer Meinung nach die anderen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die anderen sehen eben diese erhöhte<br />
Gefahr einer Einschleppung &#8211; im Gegensatz zu Seehofer. Wer hat Recht?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Die Gefahr einer Einschleppung<br />
besteht durch die Nähe zur Türkei natürlich. Aber<br />
die Gefahr ist nicht derart, dass Panikmache angebracht ist. Wir<br />
müssen den nationalen Krisenplan, den Horst Seehofer erarbeitet<br />
hat, nun konsequent anwenden. Zum Beispiel stehen erhöhte Kontrollen<br />
an Flughäfen, Busbahnhöfen und eine Deklarationspflicht<br />
auf der Tagesordnung.
</p>
<p>
<b>Bauer Möller:</b> Hallo Frau Klöckner, wie<br />
wahrscheinlich ist es, dass ich meine Gänse und Hühner<br />
im Frühling wieder in den Stall sperren muss?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Wo ist Ihr Hof? Die Wahrscheinlichkeit<br />
wird recht hoch sein, denn gerade im Frühjahr, wenn der Vogelzug<br />
beginnt, steigt die Gefahr einer Ansteckung. Deshalb bin ich für<br />
Prophylaxe.
</p>
<p>
<b>olaf:</b> Wenn dieser Virus so gefährlich ist,<br />
sollten dann nicht die Städte und Gemeinden zuallererst mal<br />
etwas gegen die unzähligen Stadttauben, die sich jetzt auch<br />
schon in den Dörfern breit machen und sowieso Krankheitsüberträger<br />
sind, unternehmen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Stadttauben mögen zwar<br />
nicht jedermanns Sache sein, dennoch sie sind nicht Überträger<br />
der Vogelgrippe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachtrag des Users:
</p>
<p>
<b>Bauer_Möller:</b> In der Nähe von Rendsburg.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, auch Rendsburg ist nicht<br />
vor einer möglichen Ansteckungsgefahr gefeit.
</p>
<p>
<b>Bern4912 aus Kanada:</b> Viele Menschen reagieren<br />
auf relativ eingrenzbare Vorkommnisse (Vogelgrippe, Sars und andere)<br />
crazy und neurotisch. Und es gibt immer Politiker, die das politisch<br />
ausschlachten. Hier wäre eine gemeinsame, an die Vernunft der<br />
Menschen appellierende Sprache angebracht und keine politischen<br />
Spielchen. Ich erinnere mich noch an Tschernobyl, wo Menschen so<br />
viele Jodtabletten gegessen haben, dass sie wegen Jodvergiftung<br />
ins Krankenhaus mussten.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Grüße nach Kanada!<br />
Hoffentlich geht es den Hühnern dort gut. Panikmache und politische<br />
Show sind immer unangebracht. Dennoch ist es wichtig, dass sich<br />
Politiker über Vorgehensweisen &#8211; wie zum Beispiel heute Nachmittag<br />
in einer Bund-Länder-Runde &#8211; verständigen. Sollen Ihrer<br />
Meinung nach Politiker denn auf Anfragen keine Auskunft geben, um<br />
somit auch nicht zitiert und den Verdacht des &quot;Ausschlachtens&quot;<br />
ausgesetzt zu werden?
</p>
<p>
<b>Marc:</b> Wie lange schätzen Sie, wird es noch<br />
dauern, bis sich der Vogelgrippenvirus in eine von Menschen auf<br />
Menschen übertragbare Variante verwandelt hat?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ich hoffe, dass dies auf<br />
Grund globaler Abstimmungen und Vorsichtsmaßnahmen niemals<br />
geschehen wird. Kann Ihnen aber, da ich keine Virologin bin, dazu<br />
keine genauen Zeitfenster nennen.
</p>
<p>
<b>Wagenheber:</b> Ist es nicht paranoid, jetzt auf den<br />
Genuss von Geflügel zu verzichten?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> In der Tat, das wäre<br />
es. Die Frage ist nur, woher das Geflügelfleisch kommt. Ich<br />
würde zurzeit weder welches aus Asien noch aus der Türkei<br />
verzehren. Aber beim Bauern um die Ecke gibt es unbedenklich gutes.
</p>
<p>
<b>geisha21:</b> Wie kann man den Notfallplan noch optimieren<br />
&#8211; mit Medikamenten für nur knapp 20% der Bevölkerung wird<br />
es ja wohl noch nicht getan sein. Gerade heute stand in der FAZ,<br />
dass selbst große Firmen eigene Notfallpläne haben, um<br />
ihre Mitarbeiter vor Erkrankungen schützen.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Den Notfallplan kann man<br />
durch konsequente Anwendung der Prophylaxe-Maßnahmen optimieren.<br />
Im Übrigen ist auch gar nicht gesichert, dass uns das passende<br />
Medikament bei einer möglichen Übertragung der Viren vom<br />
Tier auf den Menschen zur Verfügung stünde. Das Robert<br />
Koch Institut sagt selbst, man benötige erst einmal das vermeintlich<br />
menschliche Überträgervirus, um einen Impfstoff entwickeln<br />
zu können.
</p>
<p>
<b>ddandra:</b> Welche Maßnahmen bespricht denn<br />
die Bundesregierung heute?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Unter anderem wird über<br />
eine allgemeine Aufstallungspflicht im Frühjahr gesprochen.<br />
Ebenso über die Maßnahmen, die die einzelnen Bundesländer<br />
im Kontrollbereich von Reisenden und Importen durchführen.<br />
Es wird auch über eine so genannte Deklarationspflicht von<br />
Einreisenden gesprochen, die Lebensmittel bei sich tragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel:
</p>
<p>
<b>Jonas:</b> Wird es einen neuen Anlauf für das<br />
in der vergangenen Legislaturperiode gescheiterte Verbraucherinformationsgesetz<br />
geben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ja, der Anlauf befindet sich<br />
schon fast auf der Zielgeraden. Es liegt ein Entwurf vom Verbraucherschutzministerium<br />
vor, welcher von den Fraktionen und den Ländern diskutiert<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Dornfelder:</b> Wieso interessieren Sie sich als junge<br />
Frau für das Thema Landwirtschaft? Das Themengebiet beinhaltet<br />
immerhin nicht ausschließlich den Weinanbau.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das stimmt. Zum einen komme<br />
ich aus einer ländlichen Region und bin intensiv mit der Landwirtschaft<br />
im Kontakt und weiß um deren Arbeit, Ziele und politische<br />
Aufgabenstellungen. Und zum anderen fällt in diesen Bereich<br />
auch der Verbraucherschutz und die Ernährung, welche uns alle<br />
angeht &#8211; und im Übrigen schließt es sich ja nicht aus:<br />
Junge Frau mit intellektuellem Verständnis für männliche<br />
Landwirtschaft 🙂
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zum Verbraucherinformationsgesetz:
</p>
<p>
<b>Jonas:</b> Wird es in dem Gesetz auch einen direkten<br />
Informationsanspruch gegen Unternehmen geben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Wenn es nach mir ginge, nein.<br />
Denn was vielleicht für große Unternehmen zu leisten<br />
wäre (Info-Hotlines), ist für kleine mittelständische<br />
Unternehmen nicht leistbar. Deshalb plädiere ich für einen<br />
Auskunftsanspruch an Behörden. Doch letztlich ist die Frage<br />
noch nicht entschieden. Wir möchten uns sowohl die Seite der<br />
Anbieter als auch der Verbraucher noch einmal anhören und beurteilen.
</p>
<p>
<b>Lillyfee:</b> Welcher Charaktereigenschaft beziehungsweise<br />
welchem Persönlichkeitsmerkmal haben Sie es Ihrer Meinung nach<br />
zu verdanken, dass Sie bei der Bundestagswahl 2005 als erste CDU-Kandidat(in)<br />
seit 50 Jahren das Direktmandat in Ihrem Wahlkreis gewonnen haben?<br />
Oder führen Sie den Direktmandatsgewinn auf äußere<br />
Umstände zurück?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Was meinen Sie mit &quot;äußeren<br />
Umständen&quot;?
</p>
<p>
<b>Marsmensch:</b> Hat Ihre Herkunft mit Ihrer Sympathie<br />
für die CDU zu tun?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Sie schließen sich<br />
nicht aus. Aber diese Verbindung ist nicht zwingend.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Noch mal zum Direktmandat:<br />
Ich gehe davon aus, dass ich auf Grund meiner Präsenz und Arbeit<br />
gewählt worden bin. Und wenn die Bürger in meinem Wahlkreis<br />
mich auch noch sympathisch finden, habe ich kein Problem damit.<br />
So ist Demokratie, junge Frauen können ältere Herren auch<br />
besiegen.
</p>
<p>
<b>Anna:</b> Wie stehen Sie zur Agrarpolitik Horst Seehofers?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Horst Seehofer ist ein Glücksgriff<br />
sowohl für die Landwirte (ökologisch wie konventionell<br />
wirtschaftende) als auch für Deutschlands Verbraucher. Im Übrigen<br />
hat er sich sehr schnell um die brennenden Themen unmittelbar nach<br />
Ministeriumsübernahme gekümmert und hat zudem noch einen<br />
unterhaltsamen Humor.
</p>
<p>
<b>Dirk Nowitzki:</b> Stimmen Sie mit der Absicht Seehofers<br />
überein, den Anbau genveränderter Pflanzen voranzutreiben?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Nicht unmittelbar den Anbau,<br />
sondern die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen<br />
sollte meiner Meinung nach nicht weiter ideologisch abgelehnt werden.<br />
Wir müssen Chancen wie Risiken verantwortungsvoll abwägen<br />
und weder auf dem einen noch auf dem anderen Auge in dieser Frage<br />
den blinden Mann / die blinde Frau spielen.
</p>
<p>
<b>Homer J. Simpson:</b> Wie sieht die Zukunft der Gentechnik<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Hallo Simpson, gewiss nicht<br />
wie Homer. Die Zukunft der Gentechnik &#8211; an ihr muss gearbeitet werden.<br />
Wichtig ist, dass bei Produkten, die mit gentechnisch veränderten<br />
Organismen versehen sind, die Kennzeichnung stimmt und dass diejenigen,<br />
die keine gentechnisch veränderten Organismen nutzen möchten,<br />
dazu auch die tatsächliche Freiheit haben. Dennoch sollte man<br />
nicht aus Glaubensgründen die Gentechnik als solche verdammen.<br />
Wir haben wertvolle Fortschritte auf dem Feld der roten Gentechnik<br />
erzielt, aber genauso öffnen sich Türen, die man meiner<br />
Meinung nach nicht hätte öffnen sollen. Nicht anders wird<br />
es wahrscheinlich auch bei der grünen Gentechnik aussehen.
</p>
<p>
<b>Dr. Ruhrpott:</b> Welche Risiken sehen Sie?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Dass der Verbraucher keine<br />
Informationen darüber hat, wo gentechnisch veränderte<br />
Organismen drin ist oder nicht.
</p>
<p>
<b>vogefrei:</b> In Sachen Lebensmittelskandale: Warum<br />
weigert sich eigentlich Seehofer &#8211; vielleicht insgesamt die deutschen<br />
Behörden &#8211; die schwarzen Schafe zu benennen? Wer gammeliges<br />
Fleisch verkauft, verkauft bald nix mehr, wenn er als Verursacher<br />
beim Namen genannt wird. 35 Euro Bußgeld tun dagegen nicht<br />
weh.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Da sind Sie leider nicht<br />
auf dem neusten Stand. Horst Seehofer hat einen Zehn-Punkte-Plan<br />
vorgelegt, der Anwendung findet, nach dem sowohl Vertreiber als<br />
auch der Abnehmer von Gammelfleisch namentlich genannt werden und<br />
denen auch der Lizenzentzug drohen kann.
</p>
<p>
<b>Johannes:</b> Wann wird es eine Kennzeichnungspflicht<br />
für Fleisch und Milchprodukte geben, die von Tieren stammen,<br />
die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das macht keinen Sinn. Denn<br />
eine Kuh, die eine Pflanze gefressen hat, auf der zum Beispiel ein<br />
Pollen einer gentechnisch veränderten Pflanze lag, ist weder<br />
selbst danach gentechnisch verändert, noch ihre Milch. Denn<br />
wenn wir Geflügel essen, werden wir selbst ja auch nicht zum<br />
Huhn. Gentechnische Futtermittel werden ausgeschieden.
</p>
<p>
<b>BitteBio:</b> Ich komme auch aus einer ländlichen<br />
Gegend. Nach Allergieerkrankungen habe ich mich auch mit Ernährung<br />
beschäftigen müssen und bevorzuge heute Bioprodukte. Giftrückstände,<br />
Konservierungsmittel und Skandale lassen meines Erachtens nur noch<br />
das zu. Unterstützen Sie Bio auch persönlich oder sind<br />
Sie nur für den Status quo?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Bioanbau wie auch konventioneller<br />
Anbau haben gleichermaßen ihre Berechtigung. Ich unterstütze<br />
beide Arten des Anbaus, ohne die eine oder andere zu bevorzugen.<br />
Denn in Deutschland sind die Anforderungen für konventionell<br />
wirtschaftende Landwirte so streng und hoch wie in anderen Ländern<br />
etwa für Biobauern. Sie sehen, die Einteilung in Bio und Nicht-Bio<br />
ist relativ. Schwarze Schafe gibt es überall. Und ich bin der<br />
Meinung, dass unsere hohen Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards<br />
auch Richtschnur für andere Länder (WTO) sein sollten.
</p>
<p>
<b>grandezza:</b> Hallo Frau Klöckner, Sie plädieren<br />
für reinen Wein. Seehofer will die Biobauern nicht mehr so<br />
fördern, wie das Künast gemacht hat. Wie finden Sie das?<br />
(Einmal ab davon, dass im Wein schon genug fremdes Zeug erlaubt<br />
ist.)
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Sie unterstellen, dass in<br />
Nicht-Bio-Produkten &quot;fremdes Zeug&quot; drin ist. Diese Einschätzung<br />
teile ich pauschal nicht. Horst Seehofer wird auch Biobauern unterstützen.<br />
Aber nicht wie Renate Künast planwirtschaftlich den Verbrauchern<br />
20 Prozent vorschreiben. Die Bioproduktion beträgt in Deutschland<br />
zwischen drei und vier Prozent, viele Biobauern haben sich dadurch<br />
einen guten Markt und auch etablierte Nische geschaffen. Würde<br />
dieser Markt künstlich durch Staatslenkung ausgeweitet, hätten<br />
die jetzigen Biobauern &#8211; wie bereits von diesen beklagt &#8211; enorme<br />
Probleme.
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Ich bin gegen diese Schwarz-Weiß-Malerei<br />
und Einteilung in Gut und Böse.
</p>
<p>
<b>tobiasheck:</b> Vor wenigen Wochen wurde von Greenpeace<br />
eine Studie zu Pestiziden in Lebensmitteln präsentiert. In<br />
einigen Supermärkten wurde bei Obst und Gemüse über<br />
den zulässigen Grenzwert hinaus belastete Obst- und Gemüsesorten<br />
gefunden. Hat hier der Verbraucherschutz versagt? Was muss sich<br />
Ihrer Meinung nach verändern?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Die Kontrolle dieser Produkte<br />
muss effektiver werden. Meist sind es Waren, die aus dem Ausland<br />
importiert worden sind. Deshalb sollten die Import- und Grenzkontrollen<br />
auch schon vor Ort des Exportlandes effektiver sein.
</p>
<p>
<b>Roger:</b> Gentechnisch verändertes Gemüse<br />
schmeckt doch nach gar nichts. Würden Sie soweit gehen, Aromen<br />
in das Gemüse reinzuspritzen, damit es nicht nur nach Wasser<br />
schmeckt?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Interessante These. Ich kenne<br />
auch Gemüse, dem es gut stehen würde, wenn es gentechnisch<br />
verändert würde, damit es mal Geschmack bekäme. Ich<br />
bin gegen eine Aromatisierung. Wenn doch, dann sollte der Verbraucher<br />
das wissen und selbst entscheiden, ob er zu dem Produkt greift.
</p>
<p>
<b>Heinz-Holger_02:</b> Sehen Sie in der anstehenden<br />
&quot;Grünen Woche&quot; eine Chance, das durch den Fleischskandal<br />
verloren gegangene Vertrauen des Verbrauchers zurückzugewinnen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Interessant ist, dass das<br />
Vertrauen in Fleisch &#8211; laut Verzehrszahlen &#8211; gar nicht so erschüttert<br />
ist. Davon abgesehen, bietet die Grüne Woche eine gute Gelegenheit,<br />
die Landwirtschaft jeglicher Couleur dem Endverbraucher näher<br />
zu bringen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel: Überschreiten die<br />
Verbraucherschützer von der Stiftung Warentest nicht ihre Kompetenzen,<br />
wenn sie sogar Fußballstadien testen?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Es kommt auf die Testkriterien<br />
und die Validität der Tests an. Warum sollte die Stiftung Warentest<br />
die Glaubwürdigkeit und Kompetenz nur bei Waschmaschinen haben?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was halten Sie von dem Studienergebnis?<br />
Panikmache oder ernster Hintergrund?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Das kann ich nicht beurteilen,<br />
zumindest hat die Stiftung Warentest ein Thema aufgegriffen, das<br />
ins Schwarze getroffen hat und Herrn Beckenbauer unruhig werden<br />
lässt. Hat doch schon mal einen hohen Unterhaltungswert 🙂
</p>
<p>
<b>Callahan:</b> Frau Klöckner, herzlichen Glückwunsch<br />
dafür, die junge Generation im Bundestag zu vertreten. Meine<br />
Frage: Wann müssen wir aufhören, irgendetwas &#8216;Deutsches<br />
&#8216; zu essen? Die Frage deshalb, weil diese Skandale in letzter Zeit<br />
GERADE in Deutschland (das Land der strikten Gesetze) immer sehr<br />
spät herauskommen. Wer weiß, wie viele andere Skandale<br />
noch nicht entdeckt sind oder einfach unter den Teppich gekehrt<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Danke für das Kompliment.<br />
Das Leben ist bekanntlich tödlich. Wir haben sicherlich schon<br />
einiges nur deshalb überlebt, weil unsere Mess- und Analysekriterien<br />
vor zehn oder 20 Jahren nicht so genau waren, wie sie es heute sind.<br />
Es gibt keine klinisch reine Welt. Und obwohl unsere Nahrungsmittel<br />
noch nie so sicher und hochwertig waren wie heute, sind Allergene<br />
und Krankheiten entstanden, die Ausdruck unserer Zeit und Lebensweise<br />
sind. Ein gesundes Maß an Gelassenheit wie auch Informiertheit<br />
sind hilfreich für ein entspanntes Leben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war unsere Chat-Stunde, vielen<br />
Dank für Ihr Interesse. Herzlichen Dank Frau Klöckner,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Am kommenden Dienstag, dem<br />
17. Januar, ist die Grüne Finanzexpertin Christine Scheel von<br />
13 Uhr an zu Gast im Chat. Wir wünschen allen einen schönen<br />
Tag!
</p>
<p>
<b>Julia Klöckner:</b> Vielen Dank &#8211; es hat mir<br />
sehr viel Spaß gemacht, über so viele Themen mit Ihnen<br />
zu chatten. Die Versorgung hier direkt vor Ort in der ARD war auch<br />
wunderbar.</p>
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