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	<title>Papst &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Tu es Petrus- Tweete es! &#8211; Der twitternde Papst und Religion in der digitalen Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 08:42:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Trotz schwindender gesellschaftlicher Verankerung der Kirchen in Deutschland und steigender Kirchenaustritte erfreut sich Papst Franziskus großer medialer Aufmerksamkeit. Seine Twitterkanäle @pontifex in neun Sprachen erreichen über 53 Millionen Follower, was ihn zum (religiösen) Influencer macht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In ihrer Doktorarbeit „Religion in der digitalen Gesellschaft“ widmet sich Dr.in Christina Behler der Frage, für welches Problem der twitternde Papst eine Lösung sei. Hierin werden die Tweets des Papstes zum Forschungsgegenstand der sich wandelnden gesellschaftlichen Bedeutung von Religion bei einer wachsenden Rolle Sozialer Medien. Um weiterhin den Anspruch zu erhalten am globalen Diskurs mitzuwirken, steht die Kirche vor großen Herausforderungen sich den Veränderungsprozessen ihrer Zeit anzunehmen. Neben einem Einblick in die kommunikativen Strukturen der Katholischen Kirche, ermöglicht die Arbeit ein besseres Verständnis für die Wirkungsweisen und Interaktionen digitaler Kommunikation, welche überwiegend in Sozialen Medien erfolgt.In einem Interview gibt die Autorin Einblicke in ihre Forschung an der Schnittstelle zwischen Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Theologie. Zur Erklärung: da die Arbeit vor den Übernahme durch Elon Musk und Umbenennung in X erfolgte, wird im Folgenden die alte Bezeichnung Twitter weiterhin verwendet.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h3>Das Medium ist die („frohe“) Botschaft</h3>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aufgrund ihres Charakters als verkündende Religion haben mediale Revolutionen die Kirchengeschichte maßgeblich beeinflusst. Prägnant bedeutete die Erfindung des Buchdrucks eine Revolution im Zugang und der Verbreitung von Wissen, führte aber auch zur Kirchenspaltung. Als Praktikantin für Radio Vatikan im Rahmen ihres Studiums der Journalistik, erlebte die Autorin die Arbeitsweise kirchlicher Kommunikationsarbeit aus erster Hand. Dabei bekam sie auch die Auswirkungen durch die vatikanische Medienreform 2016 mit.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Für die studierte Journalistin gilt zu bedenken: „<em>Verändern sich auch Strukturen in unserer Gesellschaft, revolutionieren sich bestimmte Dinge in unserer Gesellschaft, gerade auch was Religion anbelangt, die ist davon nicht ausgenommen, wie auch jedes andere System.</em>“ Zwei Perspektiven prägen den kirchlichen Blick. Zum einen müsse die Kirche anschlussfähig bleiben, indem von kleinen Pfarreien über die Bistümer bis hin zum Papst alle Soziale Medien für sich nutzen. Zum anderen wird in verschiedenen Dekreten eine warnende Position gegenüber den negativen Konsequenzen dieses Wandels eingenommen, wobei, wie Dr.in. Behler betont, die katholische Kirche bemühe sich insbesondere darum, eine kritische Beurteilung neuer Kommunikationsweisen zu fördern. Angeregt durch eine Masterarbeit zur vatikanischen Medienreform entstand die Faszination für das Zusammenspiel zwischen Massenmedien und Religion, weshalb sich das Thema eines twitternden Papstes anbot. Trotz vielseitiger Umbrüche besteht das Papstamt weiter, weshalb es wohl eine Funktion erfüllen muss, die nicht durch andere Systeme aufgefangen werden kann. Die Forschungsfrage lautet daher: „<em>Für welches Problem ist der twitternde Papst die Lösung?</em>“</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wichtig ist Dr.in Behler hier zu betonen, dass es sich gerade um keine theologische Arbeit handelt, sondern um eine soziologische Arbeit, welche Strukturen, Muster und kommunikative Spezifika Sozialer Medien am Beispiel der Katholischen Kirche, personifiziert in der Rolle des Papstamtes, als Forschungsgegenstand in den Blick nimmt.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h3> Pop(e)-Ikone-Papst Franziskus eine Marke für sich!</h3>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zentraler Ausgangspunkt dieser Untersuchung ist, wie die Religionssoziologin betont, der Anspruch dass dem Papst qua Amt stets noch eine gewisse Handlungsmacht zugesprochen wird: „<em>Irgendwie wird erwartet, dass er sich einmischt oder sich bspw. zur Wahl in Amerika positioniert, die wir jetzt erst hatten, wo dann aber auch heftig kritisiert wird, wenn er sich dann äußert und viele dann enttäuscht sind, weil er sich nicht so äußert, wie sie sich das vorgestellt hatten. Also da sieht man auch, dass es nicht irrrelevant ist, was religiöse Vertreter zu bestimmten, auch politischen Angelegenheiten, zu sagen haben.</em>“</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf die Frage, für welches Problem der twitternde Papst die Lösung sei, lassen sich in „Religion in der digitalen Gesellschaft“ (2024) darauf aufbauend drei Antworten herausarbeiten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Erstens ermöglicht ein digital sichtbarer Papst auf Twitter eine neue, wenn auch simulierte, Nähe. Es ist nun nicht mehr zwingend nötig nach Rom zu fahren, um am Leben und Wirken des Papstes teilhaben zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zweitens ermöglicht die Kommentarfunktion unter den Tweets des Papstes potenziell in Interaktion zu treten, somit einen Dialog zu eröffnen, der analog kaum möglich sein würde.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Drittens schafft eine digitale Diskussionsplattform Platz für Kritik und Protest, spiegelt somit die Meinungsvielfalt kirchennaher und kirchenferner Gruppen wider. Es wird ein digitaler Raum geschaffen, um Zuspruch und Ablehnung kontroverser Themen sichtbar zu machen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Immer wieder ist Papst Franziskus ein beliebtes Motiv für KI-generierte Bilder. Der vermeintliche Auftritt des Pontifex in modischer Daunenjacke sorgte für großes mediales Interesse. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Dr.in Behler blickt aufgeschlossen auf diesen Trend: „<em>Es wäre eigentlich eine schöne Vorstellung von Lockerheit und Coolness, die der Katholischen Kirche tatsächlich auch mal ganz guttun würde. Also ich finde die Bilder eigentlich ganz amüsant. Und klar, sie sind extrem realitätsfern, aber es wäre eigentlich ganz schön, wenn ein bisschen von dem auch Realität wäre.</em>“ Zugleich betont sie aber auch, dass es ethische Grenzen geben müsse, etwa wenn der Papst auf einmal Waffen in der Hand trägt. Immer wieder ist das Auftreten des Papstes Thema von massenmedialer Berichterstattung. Wie keine andere religiöse Persönlichkeit besitzt der Pontifex ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, steht als personifiziertes Symbol des katholischen Glaubens. Daher ist es nicht abwegig von einem religiösen Influencer oder auch anders gesagt Pop(e)-fluencer zu sprechen. Egal ob religiös oder nicht religiös, der Papst gilt als Pop(e)Ikone, was daran deutlich wird, dass trotz fehlender realer wirtschaftlicher oder politischer Macht: „<em>Staatschefs, egal welcher Konfession oder aus welchem Land sie kommen immer freudig herbeieilen, wenn der Papst sie zu einer Audienz ruft oder bei Staatsbesuchen ihnen wichtig ist, mit ihm gesehen und auch fotografiert zu werden</em>“, wie Dr.in. Behler unterstreicht.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Ein Blick in den digitalen Alltag von Papst Franziskus</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>„<em>Religion, wenn sie digital sichtbar wird, wird auch beobachtbar, also zum Beispiel eben durch so einen twitternden Papst, und dann wird sie auch noch mal zugänglich für ganz andere Personengruppen</em>“ erläutert die Autorin im Bezug auf die sich verändernde Rolle von Religion einer sich wandelnden Gesellschaft. Gerade für einen religiösen Influencer mit über 53 Millionen FollowerInnen ist es daher umso verwunderlicher, wenn Papst Franziskus von sich selbst behauptet, er kenne sich mit digitalen Medien wie Twitter kaum aus und könne diese kaum bedienen. Im Gegenteil warnt er doch sogar vor den negativen Auswirkungen von Sozialen Medien, dass sich viele Menschen dort vollkommen anders darstellen, als sie wirklich sind.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf diesen Widerspruch reagiert die Religionssoziologin, indem sie verdeutlicht, dass sich Papst Franziskus selbst nicht als Digital Native bezeichnen würde. Der Fokus der Arbeit liegt darauf, wie der Papst als Person des öffentlichen Lebens in den Sozialen Medien von außen wahrgenommen wird: „<em>Ich denke mir, die wenigsten würden davon ausgehen, dass der Papst da jeden Tag am Handy sitzt und seine Tweets selber absetzt, darum geht es auch gar nicht, sondern es geht mehr darum zu sehen, wie wird er denn wahrgenommen? Er wird als authentischer religiöser Sprecher wahrgenommen.</em>“ Als Nachfolger des Apostel Petrus ist der Papst qua Amt zu religiöser Kommunikation, sprich der “Verkündigung des Wortes Gottes“ verpflichtet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Twitter-Verhalten des Papstes erlaubt hierbei einen Einblick in den Alltag des Papsttums. Auf der digitalen Präsenz werden etwa Ausschnitte aus Predigten, Gebeten oder Ansprachen von Papst Franziskus geteilt. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit flexibel den Alltag der Kirche zu erleben: „<em>Man kann in Ausschnitten am Weihnachtsgottesdienst teilnehmen, an der Ostermesse, am Urbi Orbi Segen, an allem, was der Papst in seinem kirchlichen Alltag macht und was ihm wichtig ist. Die Menschen können daran partizipieren, ohne dass sie sich auch aktiv und bekennend dazu verhalten müssten.</em>“ Dieser Einblick wird auch kirchenfernen gewährt, wie die Wissenschaftlerin betont: „<em>Man kann am religiösen Alltag der Kirche oder des Heiligen Stuhls teilnehmen, obwohl man vielleicht gar nicht zu dieser Kirche gehört, obwohl man nicht vor Ort ist.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Dialog im digitalen Raum &#8211; Ein Kommentar für den Papst</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Gerade diese neue Form der Zugänglichkeit ermöglicht eine andere Interaktion mit der Institution des Papstamtes und neue Formen religiöser Kommunikation. Hierunter ist mehr als der Austausch von Informationen oder nur Kommunikation mit oder über Gott zu verstehen. Religion wird als Betrachtung des Immanenten aus der Perspektive des Transzendenten verstanden. Entscheidend ist für Dr.in Behler, dass Menschen religiöse Kommunikation unabhängig von ihrer Sozialisation erkennen können. Folglich werden die Tweets des Papstes, einem anerkannten religiösen Sprecher, selbst als religiöse Kommunikation wahrgenommen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Spannende, wie die Religionssoziologin betont, ist, dass potenziell durch die Kommentarfunktion eine Interaktion mit dem Papstamt geschaffen wird, welche sonst kaum möglich ist, da die wenigsten die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch mit dem Papst haben. Zwar reagiert der Account des Papstes niemals auf Kommentare jeglicher Art, es bestünde jedoch das Potential. Gerade hier bietet Twitter eine einmalige Chance, findet Behler: „<em>da twittert jetzt der Papst und ich kann mit dem direkt interagieren, das ist ja das Faszinierende an Sozialen Medien, dass ich eine Simulation habe von Ansprechbarkeit und Nähe zu Personen, die ich im realen Leben nie hätte. Wer von uns hat schon die Gelegenheit, dem Papst mal Feedback zu geben oder seine Meinung generell irgendwie kundzutun, ob er das dann liest ist natürlich fraglich.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Vom Beobachter zum Beobachteten &#8211; die neue Bedeutung des Papstes</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine dritte und entscheidende Funktion von Twitter ist die Möglichkeit, Kritik zu äußern und diese sichtbar zu machen. Vielseitige Kontroversen rund um kirchliche Reizthemen werden erkennbar. Eine Analyse der Tweets macht deutlich, dass sich Papst Franziskus inhaltlich von spirituellen Inhalten, hin zu mehr ethischen Themen wie dem Klimawandel, Armut und Frieden wendet. Hierbei hat sich durch den gesellschaftlichen Wandel die Rolle der Kirche verändert. War diese im Mittelalter noch in der Lage, ein moralisches Wertesystem vorzugeben und ein hieran entsprechend ausgerichtetes Verhalten einzufordern, muss sich die Kirche heute selbst zunehmend legitimieren, ihren Anspruch auf Mitsprache im globalen Diskurs durchzusetzen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Einerseits agiert Papst Franziskus hier als Beobachter des Weltgeschehens, äußert sich kritisch über globale Fragen wie den Klimawandel oder globale Ungleichheit und tritt zunehmend deutlich auch als politischer Akteur in Erscheinung. Andererseits wird der Papst selbst zum Beobachteten, welcher sich selbst dem kritischen Blick einer digitalen Öffentlichkeit gegenüber seinen Äußerungen und seinem Verhalten stellen muss. Auf diese Weise, unterstreicht die Religionssoziologin Dr.in Behler, wird die Meinungsvielfalt gegenüber und innerhalb der Kirche digital und für jeden sichtbar gemacht. Ein Vergleich der verschiedenen Twitterkanäle, welche in neun Sprachen bedient werden, macht dabei deutlich, dass jede Region ihre eigenen Schwerpunkte setzt. Während im deutschsprachigen Raum vor allem Themen wie der Synodale Weg, die Frauenordination oder der Missbrauchsskandal dominieren, ist es im amerikanischen Raum der Umgang mit Trump oder die Diskussion um die Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen. Auf dem spanischsprachigen Account wird besonders die Korruption in Lateinamerika angesprochen, wobei Papst Franziskus aufgrund seiner argentinischen Heimat hierzu besonders in die Verantwortung genommen wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Erstaunlich ist hierbei, dass Papst Franziskus gerade von kirchenfernen, teils sogar offen atheistischen Personengruppen, viel Zuspruch für sein politisches Engagement bekommt. Hingegen erfährt das Kirchenoberhaupt besonders von jenen Kirchenmitgliedern, die sich oft als konservativ bezeichnen, für selbige Inhalte viel Ablehnung und Kritik, da er seinen spirituellen Pflichten immer weniger nachkomme und sich viel zu sehr politisch äußere. Für die Wissenschaftlerin ist vor allem entscheidend, dass hier ein Raum für Diskussionen entsteht, welche die Meinungsvielfalt innerhalb und außerhalb der Kirche sichtbar macht, wobei keine Moderation erfolgt: „<em>Ich finde es gut, dass man auch wirklich unliebsame Kommentare stehen lässt und diese nicht unterbindet und ein Bild reproduziert, dass nicht alle zustimmen, was der Papst da macht, weil das ist ja in der realen Welt auch nicht der Fall und digital wird das dann eben nochmal beobachtbar.</em>“</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Aus Twitter wird X, sonst ändert sich nichts</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zufälligerweise erfolgte die Umbenennung von Twitter in X nur einen Tag nach der Abgabe der Doktorarbeit. Dennoch scheinen die Veränderungen der Plattform seit der Übernahme durch Elon Musk keine Spuren beim twitternden Heiligen Stuhl hinterlassen zu haben. Weiterhin wird der Account beschrieben als „offizielle Twitter-Seite Seiner Heiligkeit Papst Franziskus“. Vielmehr behält sich der Papst einen Wiedererkennungswert, indem er es schafft, den Rhythmus des kirchlichen Alltags in den digitalen Raum zu übertragen, um Menschen dort zu erreichen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zwar begrüßt die Verfasserin der Studie, dass die Katholische Kirche hier jegliche Form des Protests zulässt, welche im Analogen oft unterbunden wird, jedoch würde sie sich eine stärkere Moderation, zumindest im Hinblick auf den Jugendschutz wünschen. Hier nimmt sie sowohl die vatikanischen Medien als auch die Betreiber der Plattform selbst in die Verantwortung. Allerdings ist es auch kirchliche Praxis, dass sich der Papst nicht selbst zu seinen Publikationen äußert, sondern anderen die Interpretation seiner Ausführungen überlasst.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf Nachfrage, worüber die Religionssoziologin mit dem Papst gerne sprechen würde, wünscht sie sich einen tieferen Einblick darin, wie die vatikanischen Institutionen mit den Sozialen Medien umgehen. Gerne würde sie erfahren, ob eine Analyse der Kommentare erfolgt, ob Themen aufgegriffen werden. Zudem würde sie gerne mit dem Papst darüber sprechen, wie er sich selbst in den Sozialen Medien sieht und ob er sich darüber bewusst ist, wen er hier, anders als analog, erreicht.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ></p>
<h2>Ein Besuch beim twitternden Papst</h2>
<p>
</div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zusammenfassend bietet die Arbeit einen Einblick in eine Kirche, welche sich hinterfragen muss und nicht mehr als selbstverständlich verstehen kann. Angesichts vieler Krisen, berechtigter Kritik sowie schwindender gesellschaftlicher Bedeutung muss sich die Kirche der Wirkung ihrer Kommunikation nach außen bewusstwerden. Die Funktion eines twitternden Papstes besteht nach Dr. in Behler folglich darin, „<em>Anschlussfähigkeit herzustellen in einer Welt, in der Religion nicht mehr für sich alleine steht, sondern mit anderen Systemen konkurriert.</em>“ Ein twitternder Papst ermöglicht Sichtbarkeit und macht die Aktivitäten der Katholischen Kirche beobachtbar, wodurch eine kritische und öffentlich einsehbare Kommunikation mit dieser Institution eröffnet wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Gerade da es sich um eine soziologische Arbeit handelt, welche das digitale Kommunikationsverhalten des Papstes zum Ausgangspunkt nimmt, bietet diese Untersuchung viele Anregungen für Personen, die selbst nicht religiös sozialisiert worden sind.. Hierin werden viele Aspekte rund um die Funktionsweise von Sozialen Medien und digitaler Kommunikation angesprochen. Der interdisziplinäre Ansatz, Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaften und Theologie miteinander zu verbinden, bietet großes Potential für weitere Fragestellungen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ausblickend verrät die promovierte Religionssoziologin noch, dass sie bereits Papst Franziskus eine Ausgabe ihrer Doktorarbeit zugesendet hat. Sollte sich die Gelegenheit zu einem Treffen ergeben, um mit dem Papst über ihre Forschungen zu sprechen, ist vielleicht bald in einem Tweet über diese besondere Begegnung mit dem twitternden Papst zu lesen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>„<a href="https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7413-2/religion-in-der-digitalen-gesellschaft/" target="_blank" rel="noopener">Religion in der digitalen Gesellschaft – Wenn der Papst twittert &#8230;</a>&#8221; ist 2024 im transcript Verlag erschienen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@beingabstrac">rishi</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Bischof Huber: &#8220;Nicht nur die C-Parteien sind christlich&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bischof-huber-das-modell-soziale-marktwirtschaft-ist-vernachlaessigt-worden-4398/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 12:44:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[tagessschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesschau-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Wolfgang Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumene]]></category>
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					<description><![CDATA[Bischof Wolfgang Huber live im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Video-Chat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer">Video-Chat</a>: Der Ratsvorsitzende <span class="zitatBox breit"><span class="zContent"><span class="zParagrNoLine">der Evangelischen Kirche in Deutschland</span></span></span> (EKD) stellte sich am Donnerstag, 11. Juni 2009 den Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Dabei äußerte er sich sowohl zur Finanzkrise wie auch zum Verhältnis zur Katholischen Kirche.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bischof Wolfgang Huber live im <a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Video-Chat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer">Video-Chat</a>: Der Ratsvorsitzende <span class="zitatBox breit"><span class="zContent"><span class="zParagrNoLine">der Evangelischen Kirche in Deutschland</span></span></span> (EKD) stellte sich am Donnerstag, 11. Juni 2009 den Fragen der User von tagesschau.de und politik-digital.de. Dabei äußerte er sich sowohl zur Finanzkrise wie auch zum Verhältnis zur Katholischen Kirche.</p>
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</p>
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<div style="text-align: center">
<a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll508.html" target="_blank" title="Tagesschau Videochat mit Bischof Huber" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/chat_huber.jpg" height="218" width="392" /></a>
</div>
<p>
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<p>
Falls Sie den Chat verpasst haben, oder das Video noch einmal sehen wollen &#8211; einfach das Bild anklicken.</p>
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		<title>Ja und Amen auf Youtube</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ja-und-amen-auf-youtube-4230/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 10:51:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Webvideo]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph Ratzinger]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Vatikan arbeitet mit Googles Videoportal Youtube zusammen. Dessen Nutzer haben jetzt ihren eigenen „Cyberdraht&#34; zum Papst. 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Vatikan arbeitet mit Googles Videoportal Youtube zusammen. Dessen Nutzer haben jetzt ihren eigenen „Cyberdraht&quot; zum Papst. <br />
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Auf dem Videoportal Youtube präsentiert der Vatikan nun seinen <a href="http://www.youtube.com/vaticande" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenen Kanal</a> und geht somit einen Schritt in Richtung e-Partizipation und Interaktivität. Den Auftakt geben Videoausschnitte aus der Weihnachtsbotschaft Benedikts XVI. sowie Beiträge zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2009.
</p>
<p>
Vatikan-Pressechef Frederico Lombardi erklärte, der Vatikan wolle somit die modernen Kommunikationsmittel nutzen, um es einem noch größeren Publikum, vor allem der jüngeren Generation, zu ermöglichen, auf dem neuesten Stand zu bleiben und sich über die aktuellen Aktivitäten des Papstes zu informieren. Die User können die in mehreren Sprachen dargestellten Beiträge kommentieren. Produziert werden die Clips vom vatikanischen Fernsehzentrum CTV.
</p>
<p>
Allerdings lassen sich die Videos des Papstes nicht auf andere Seiten einbinden. Das Einbetten wurde auf Wunsch des Vatikans deaktiviert. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>InfoMonitor April 2008: Anti-China-Proteste und Missbrauchsfall Amstetten waren Topthemen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/infomonitor-april-2008-anti-china-proteste-und-missbrauchsfall-amstetten-waren-topthemen-4089/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[InfoMonitor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2008 09:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele 2008]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf 08]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[Die anti-chinesischen Proteste während des weltweiten Olympia-Fackellaufs und der Missbrauchsfall im österreichischen Amstetten führen im April die Liste der Topthemen in den wichtigsten deutschen Nachrichtensendungen an. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die anti-chinesischen Proteste während des weltweiten Olympia-Fackellaufs und der Missbrauchsfall im österreichischen Amstetten führen im April die Liste der Topthemen in den wichtigsten deutschen Nachrichtensendungen an. <!--break--></p>
<p>
Die vier Hauptnachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT.1 berichteten zusammen 71 Minuten lang über den Olympia-Fackellauf, der Amstettener Fall brachte es auf 59 Minuten. Die Krise auf den weltweiten Finanzmärkten kam mit 38 Minuten auf Platz 3, gefolgt von der Affäre um deutsche Polizeiausbilder in Libyen (30 Minuten), dem Papst-Besuch in den USA (29 Minuten) und der Debatte über die Privatisierung der Deutschen Bahn (26 Minuten). Weitere Themen unter den Top-10 waren der Machtkampf in Simbabwe, der Tarifkonflikt bei der Deutschen Post, der NATO-Gipfel in Bukarest und der China/Tibet-Konflikt. Erhoben wurden diese Daten im Rahmen des regelmäßig durchgeführten InfoMonitors des Instituts für empirische Medienforschung IFEM, Köln.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_top-10_themen_tv_hauptnachrichten.jpg" height="270" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de  </i>
</p>
<p>
Während bei „Tagesschau“ und „heute“ die Anti-China-Proteste den ersten Platz in der Topthemenliste einnahmen, war dies bei „RTL aktuell“ und „SAT.1 News“ der Missbrauchsfall von Amstetten. Bei „heute“ erreichte das letztere Thema Rang 4, in der „Tagesschau“ rangierte es nicht unter den ersten 20. Drei Politikthemen, die bei ARD und ZDF jeweils unter den Top-10 des Monats lagen, spielten bei RTL und SAT.1 kaum eine Rolle: die Bahn-Privatisierung, der Machtkampf in Simbabwe und der China/Tibet-Konflikt. Auf der anderen Seite machten „RTL aktuell“ und „SAT.1 News“ einen Fall von Piraterie vor der somalischen Küste zum Top-10-Thema, über den in „heute“ nur geringfügig und in der „Tagesschau“ gar nicht berichtet wurde.
</p>
<p>
Ein Schwerpunkt der beiden Nachrichtenmagazine von ARD und ZDF waren im April unter anderem die Vorwahlen in den USA, die bei „Tagesthemen“ und „heute journal“ jeweils Rang 4 belegten. Das „heute-journal“ beschäftigte sich außerdem intensiver mit der Affäre um deutsche Polizeiausbilder in Libyen (Rang 5), während die „Tagesthemen“ häufiger als die anderen Nachrichtensendungen über die Affäre im Zusammenhang mit der Bespitzelung von Journalisten durch den BND berichtete.
</p>
<p>
<b>CDU mit meisten Politikerauftritten, Merkel einsam an der Spitze</b>
</p>
<p>
Nach zwei Monaten, in denen die SPD &#8211; vor allem wegen parteiinterner Debatten &#8211; die meisten Politikerauftritte in den Fernsehnachrichten verzeichnen konnte, liegt im April 2008 wieder die CDU vorn. Insgesamt 418 Auftritte von CDU-Politikern wurden registriert gegenüber 385 der SPD. Die CSU nimmt Rang 3 mit 115 Auftritten ein, dicht dahinter die Grünen mit 101 Auftritten. FDP und Linke folgen mit einigem Abstand bei 32 bzw. 20 Auftritten.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_parteienpr_tv_nachrichten.jpg" height="320" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Insgesamt 1074 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder mit O-Ton)<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1 News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de   </i>
</p>
<p>
Am häufigsten präsent war erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 123 Auftritten, davon 46 mit O-Ton. Ungewöhnlich groß ist dieses Mal der Abstand zum Zweitplatzierten, Kurt Beck, der 40 Auftritte erzielte (18 mit O-Ton). Es folgen Peer Steinbrück (36, davon 17 mit O-Ton) und Erwin Huber (30, davon 23 mit O-Ton). Einziger Vertreter der Bundestagsopposition unter den Top-20 ist in diesem Monat Hans-Christian Ströbele von den Grünen (14, davon 11 mit O-Ton).
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_top-20_politiker_nachrichten.jpg" height="460" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Insgesamt 1074 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder mit O-Ton)<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1 News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de   </i>
</p>
<p>
<b>Themenstruktur: Unterschiedliche Trends bei RTL und SAT.1?</b>
</p>
<p>
Im März war ein gegenüber den Vormonaten erhöhter Politikanteil bei den „SAT.1 News“ aufgefallen. Im April ist dieser Anteil wieder etwas zurückgegangen, liegt aber mit 24 Prozent (entspricht 3 Minuten pro Ausgabe) immer noch deutlich über der 20-Prozent-Marke. Diesen Wert erreichte der Politikanteil bei „RTL aktuell“ schon lange nicht mehr, im April lag er mit 13 Prozent (3 Minuten) noch einmal unter dem bereits niedrigen Wert des Vormonats. Ein genauerer Blick auf die Themenverteilung im April zeigt, dass die „SAT.1 News“ &#8211; bei einer erheblich kürzeren Sendungsdauer &#8211; über die Themenbereiche Politik BRD, Politik international, Wirtschaft sowie Gesellschaft/Justiz in etwa so lange berichten wie „RTL aktuell“. Dagegen berichtete RTL in diesem Monat doppelt so viel über Kriminalitätsthemen und viermal so viel über Human Interest/Buntes wie SAT.1.
</p>
<p>
Bei ARD und ZDF weisen „Tagesschau“ mit 47 Prozent (7 Minuten) und „heute“ mit 36 Prozent (7 Minuten) im April nahezu unveränderte Politikanteile auf. „Tagesthemen“ und „heute-journal“ berichteten mit 36 Prozent (9 Minuten) bzw. 37 Prozent (10 Minuten) deutlich weniger über Politik als im Vormonat. Dafür waren dieses Mal die Wirtschaftsthemen erheblich stärker vertreten: „Tagesthemen“ 17 Prozent (4 Minuten) und „heute journal“ 18 Prozent (5 Minuten). Dies ist unter anderem auch auf die globale Finanzkrise zurückzuführen.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_themenstruktur_tv_nachrichten_prozent_0.jpg" height="404" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de </i>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/NEU_04_themenstruktur_tv_nachrichten_minuten.jpg" alt="04 Themenstruktur TV-Nachrichten (in Minuten)" height="421" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de  </i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (Kalenderwoche 19)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kalenderwoche-19-3878/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kalenderwoche-19-3878/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Torge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2008 19:06:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Datenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine neue barrierefreie Website für die Gebärdensprachwelt, motivierende SMS vom Papst während der Fastenzeit, gewagte Blogs und die Kritik der Polizeigewerkschaft am Datenaustausch mit den USA: Die interessantesten Linktipps in Sachen Internet und Politik aus dieser Woche.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue barrierefreie Website für die Gebärdensprachwelt, motivierende SMS vom Papst während der Fastenzeit, gewagte Blogs und die Kritik der Polizeigewerkschaft am Datenaustausch mit den USA: Die interessantesten Linktipps in Sachen Internet und Politik aus dieser Woche.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.gebaerdenwelt.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neue Aktion für Barrierefreiheit</a><br />
Österreich macht´s vor: Eine Plattform für die Gebärdensprachwelt soll diesen den Umgang<br />
mit digitalen Medien erleichtern. Unter anderem gibt es Gebärdensprachvideos zu tagesaktuellen Themen.
</p>
<p>
<a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sprint2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">USA: 14,5 Milliarden Dollar für<br />
WiMax</a><br />
Die neue Technologie soll die Hälfte der US-Amerikaner drahtlos ins Netz bringen.
</p>
<p>
<a href="http://noe.orf.at/stories/254570/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst startet digitale Offensive</a><br />
Mit sozialem Netzwerk und täglichen SMS begleitet die katholische Kirche durch die Fastenzeit.
</p>
<p>
<a href="http://www.zeit.de/2008/20/II-Oeffentlichkeit_-Medien_Blogs?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zur Bedeutung von Blogs für die<br />
Informationsgesellschaft</a><br />
Blogger Stefan Niggemeier über Informationswert, Gegenöffentlichkeit und den aufständischen<br />
Online-Mob.
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/newsticker/Polizeigewerkschaft-kritisiert-Abkommen-zur-Kriminalitaetsbekaempfung--/meldung/107638" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Polizeigewerkschaft kritisiert<br />
Datenweitergabe an USA</a><br />
Rasse, Gewerkschaftsmitgliedschaft oder Rassenzugehörigkeit tragen laut Gewerkschaft nichts zu<br />
relevanten Tätermerkmalen eines vermeintlichen Terroristen bei.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Prälat Karl Jüsten zur Papstnachfolge</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/praelat_karl_juesten_zur_papstnachfolge-225/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/praelat_karl_juesten_zur_papstnachfolge-225/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Jüsten]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Konklave]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag, 5. April, war Prälat Dr. Karl Jüsten zu Gast 
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de. 
Jüsten stellte sich den Fragen rund um den Tod von Papst Johannes 
Paul II., die anstehende Papstwahl und mögliche Kirchenreformen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag, 5. April, war Prälat Dr. Karl Jüsten zu Gast<br />
im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
Jüsten stellte sich den Fragen rund um den Tod von Papst Johannes<br />
Paul II., die anstehende Papstwahl und mögliche Kirchenreformen.<!--break--></p>
<p class="normal">
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat. Die<br />
Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de. Zum Chat ist heute<br />
der Leiter des katholischen Büros der deutschen Bischöfe,<br />
Prälat Karl Jüsten ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen.<br />
Herr Jüsten, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat mit<br />
unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><span class="fett">Karl Jüsten:</span> Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small"><b>Fritzchen:</b> Hallo Herr Jüsten,<br />
wie sehen Sie die Chancen für Kardinal Ratzinger, wenn man<br />
bedenkt, dass die Kirche einen älteren Papst will, der nicht<br />
allzu viele Veränderungen macht und das Werk von Johannes Paul<br />
II. fortsetzen soll?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich glaube Kardinal Ratzinger wird wichtig sein für das Konklave,<br />
aber ich glaube nicht, dass er selbst Ambitionen hat auf dieses<br />
Amt, denn er hat in der Vergangenheit schon häufiger Papst<br />
Johannes Paul II. darum gebeten, ihn von der Bürde seines bisherigen<br />
Amtes zu befreien.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Zugbringer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss der nächste Papst sich weiter auf die weltlichen Bedürfnisse<br />
der Bevölkerung einlassen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ja, der Papst muss sich schon deshalb darauf einlassen, da er für<br />
Frieden und Gerechtigkeit in der Welt eintritt. Viele Menschen leben<br />
in bitterster Armut. Da muss er sich Gehör verschaffen, um<br />
diese Nöte zu beheben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Zugbringer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was ist Ihr Rat für den nächsten Papst um die Kirchenaustritte<br />
zu stoppen und in Kircheneintritte zu verwandeln?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das ist eine schwierige Frage. Wenn wir das in Deutschland selber<br />
wüssten, dann hätten wir damit sicher schon angefangen.<br />
Aber ich glaube, es ist besonders wichtig, die Kirche mit einem<br />
menschenfreundlichen Antlitz zu vertreten. Wenn er eine solche Ausstrahlung<br />
hat und darüber hinaus die Menschen mit seiner Botschaft auch<br />
im Herzen erreicht, dann kann er viel bewegen. Sicher muss er auch<br />
einige neue Antworten finden auf Fragen, die die Menschen unserer<br />
Zeit umtreiben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachfrage zu Kardinal Ratzinger:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">fritzchen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss denn Ratzinger selbst Ambitionen haben, oder ist es nicht vielmehr<br />
ein &#8216;MUSS &#8216; wenn er vorgeschlagen werden sollte? Kann er sich dessen<br />
entziehen? Wissen auch die anderen Kardinäle, dass Kardinal<br />
Ratzinger &#8216;nicht will&#8217;, und nehmen sie darauf Rücksicht?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Jeder ist frei das Amt anzunehmen oder auch nicht. Und jeder der<br />
weiß, welche Bürde dieses Amt mit sich bringt, wird sich<br />
gut überlegen ob er auf Grund seines Alters und seiner Kraft<br />
sich das zumuten möchte. Es ist ja noch nicht ausgemacht, dass<br />
es ein alter Kardinal werden soll. Wenn es ein Deutscher werden<br />
sollte, wovon allerdings nur wenige ausgehen, dürfen wir in<br />
Deutschland stolz sein.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Apropos Alter:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">GertFroebe552:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Meine Frage: Besteht bei den langen Amtszeiten des Papstes nicht<br />
die Gefahr, dass die Kirche sich nicht schnell genug reformieren<br />
und sich dem Zeitgeist nicht mehr anpassen kann?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Nicht<br />
alle Päpste haben ein so lange Amtszeit gehabt wie der letzte.<br />
Ein langes Pontifikat hat die Chance, dass der Amtsinhaber mit langem<br />
Atem in der Kirche wirken kann. Ein älterer Papst, der vielleicht<br />
davon ausgeht, dass aufgrund seiner Lebenszeit die Amtszeit kürzer<br />
bemessen ist, wird vielleicht schneller auf die Umsetzung seiner<br />
Ideen pochen. So hat z.B. Johannes XXIII, der schon zu Beginn seines<br />
Papstamtes um seine labile Gesundheit wusste, das Zweite Vatikanische<br />
Konzil einberufen, das die Kirche erheblich veränderte. Die<br />
Wirksamkeit eines Papstes bemisst sich also nicht nach der Länge<br />
des Pontifikats.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Kommen<br />
wir zu inhaltlichen Fragen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Arkonia: </span></span><span style="font-size: x-small">Meinen<br />
sie nicht auch, dass es endlich einmal Zeit wird, besonders für<br />
den nächsten Papst, die Rolle der Frau in der katholischen<br />
Kirche zu ändern?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Sie fragen nicht enggefügt auf die Übernahme des Priesteramtes<br />
für Frauen. Bei dieser Frage tut sich die Kirche in der Tat<br />
schwer, weil sie nicht aus dem Blickwinkel der Geschlechtergerechtigkeit<br />
beantwortet wird, sondern aus theologischen Gründen. Im Sinne<br />
der Geschlechtergerechtigkeit müsste die Frage sicher anders<br />
beantwortet werden, denn die Kirche tritt für die Geschlechtergerechtigkeit<br />
ein. Deshalb muss auch sicher noch mehr daran getan werden, die<br />
Rolle der Frau neben dem Priesteramt neu zu klären. Da, glaube<br />
ich, ist in der Tat noch ein großer Spielraum. In Deutschland<br />
könnten z. B. viele Führungspositionen schon jetzt problemlos<br />
auch von Frauen begleitet werden. Da bleibt noch viel zu tun.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Aber die Frauen sind doch nicht geweiht? Deshalb sind sie weiter<br />
von wichtigen Dingen ausgeschlossen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das stimmt. Dieses Problem müssen wir aushalten.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Es gibt noch weitere Felder zu beackern? Stichwort Zölibat.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Lutwin:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ist davon auszugehen, dass ein neuer Papst den doch konservativen<br />
Kurs seines Vorgängers weiter verfolgt, oder wird es Reformen<br />
geben, etwa in Form der Abschaffung des Zölibats?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Den bisherigen Papst einfach nur als konservativ zu bezeichnen,<br />
halte ich für zu kurz. Aber er hat sicher in Fragen, die die<br />
Kirche im Inneren betreffen, einen Kurs gefahren der auf das Bewahren<br />
der Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils ausgerichtet<br />
war. Manche in der Kirche wünschen sich, dass man über<br />
das, was in diesem Konzil gewünscht war, hinausgeht. Und da<br />
schauen wir mal, ob der neue Papst das auch so sieht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Dfbdb:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Für die Gleichberechtigung spricht: Vor Gott sind alle Menschen<br />
gleich. Was spricht theologisch dagegen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Im Chat ist es nicht so einfach eine komplizierte Frage einfach<br />
zu beantworten, aber ich werde mich bemühen: Nach Auffassung<br />
des Lehramtes hat Jesus in seiner Nachfolge neben Jüngerinnen<br />
und Jüngern die Apostel berufen. Die Apostel waren beauftragt<br />
die Kirche zu führen, die nach der Himmelfahrt Jesu entstand.<br />
Die Apostel wiederum haben als ihre Nachfolge die so genannten Episkopen<br />
(Bischöfe) berufen. Wegen der schnell wachsenden Gemeinden<br />
haben sie sich zur Hilfe so genannte Presbyteroi (Priester) hinzugezogen,<br />
die sie dazu auch weihten. Neben den Priestern gab es immer auch<br />
Diakone. Es ist unwahrscheinlich, dass unter den Bischöfen<br />
und Priestern Frauen waren. Für die Diakone lässt sich<br />
das nicht so einfach sagen. Deshalb sagt die Kirche, dass für<br />
das Amt des Bischofs und des Priesters nur Männer ausgewählt<br />
werden können. Beim Diakonamt ist es zur Zeit Praxis. Viele<br />
Wissenschaftler und die Würzburger Synode von 1972 sagen, dass<br />
das Amt des Diakons auch für Frauen offen stehen kann. Da können<br />
wir mal sehen, wie das so weitergeht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Harold1977:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Kann/Darf ein neuer Papst überhaupt von grundsätzlichen<br />
Lehrmeinungen wie der Frauenordination oder z.B. dem gemeinsamen<br />
Abendmahl abweichen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Können darf der Papst, denn das lehrt ja das Dogma der Unfehlbarkeit.<br />
Aber er ist natürlich an das gebunden, was die Kirche immer<br />
schon gelehrt hat. An der Friedensethik der Kirche kann man sehen,<br />
dass sich eine Sichtweise auch schon mal ändern kann. So war<br />
die Kirche immer für das Ideal des Friedens, glaubt aber in<br />
früheren Zeiten, dass dieser auch durch einen Krieg hergestellt<br />
werden kann. Und der jetzige Papst hat das korrigiert, indem er<br />
gesagt hat: Krieg ist immer eine Niederlage für die Menschheit.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">28:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ist es nicht so, dass über neunzig Prozent aller Katholiken<br />
jeden Tag ganz bewusst gegen Kirchengesetze verstoßen, weil<br />
sie nicht anders können und wollen? Bei aller Zuneigung zum<br />
verstorbenen Papst: Ist die Kirche innen nicht völlig hohl?<br />
Hat sie überhaupt noch ein Volk?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ob 90 Prozent aller Katholiken täglich gegen Kirchengebote<br />
verstoßen, weiß ich nicht. Aber selbst wenn dem so wäre<br />
gilt in der Kirche der Grundsatz: Die Kirche liebt nicht die Sünde<br />
aber den Sünder/die Sünderin. Also man kann guten Gewissens<br />
mit der Kirche sein und wissen, dass man nicht alle Gebote einhält.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Zum<br />
Dialog der Kulturen und Religionen:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ichausberlin: </span></span><span style="font-size: x-small">Was,<br />
meinen Sie, wird die Haltung des neuen Papstes gegenüber anderen<br />
Religionen sein. Johannes Paul II. hat da ja wohl weitestgehend<br />
Neuland betreten. Wird sich die Dialogkultur, die er initiiert hat,<br />
fortsetzen lassen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich gehe davon aus, dass der künftige Papst das so machen wird.<br />
Wichtig ist allerdings auch, dass er alle Mitglieder der Kirche<br />
und insbesondere alle Menschen der Christenheit weltweit davon überzeugt,<br />
dass das der einzige Weg ist, um friedlich miteinander zu leben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Muss der nächste Pontifex nicht vor allem den Dialog mit dem<br />
Islam suchen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Ja.<br />
Allerdings wird in Deutschland nicht genügend wahrgenommen<br />
wie viele Strömungen es im Islam gibt. Der Islam kennt keine<br />
Autorität wie den Papst und deshalb ist es schwer für<br />
ihn, einen geeigneten Partner zu finden. Aber diese Frage ist ja<br />
nicht nur eine Frage des Papstes, sondern aller Christen. Jeder<br />
sollte an dem Ort, an dem er lebt, den Dialog mit gläubigen<br />
Muslimen führen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Etwas Literaturkritik:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">verboomen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Ich habe das Buch &#8216;Wir klagen an &#8216; gelesen. Es war in Italien Anfang<br />
2000 ein Bestseller. Die nackte Wahrheit über den Vatikan wurde<br />
dargestellt. Einer der Autoren, Luigi Marinelli, hat viele Probleme<br />
mit dem Vatikan gehabt. Das Buch handelt von Cliquen, die Macht<br />
haben und entscheiden, wer der nächste Papst wird. Man redet<br />
nie darüber in den Medien, aber das Verlangen nach Änderungen<br />
in den Machenschaften im Vatikan existiert.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Über mögliches Fehlverhalten in Vatikan wird, wenn es<br />
denn zu Tage tritt, recht breit in den Medien berichtet. Das es<br />
dann doch nicht so oft vorkommt kann ja vielleicht auch daran liegen,<br />
dass der Vatikan doch besser ist als in solchen Büchern behauptet<br />
wird. <br />
Aber ich bin mit ihnen der Meinung, wenn durch Vertreter der Kirche<br />
Fehler gemacht werden, dann soll das auch offen gelegt werden und<br />
die Schuldigen müssen auch auf jeden Fall zur Rechenschaft<br />
gezogen werden.<br />
Aber als Kirche können wir ja nicht von den Gläubigen<br />
erwarten, dass sie sich an die Maßstäbe unserer Moral<br />
halten und die Verantwortlichen können sich vor der Moral drücken.<br />
So geht es nicht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Lehmer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was halten Sie von der Darstellung der Papstwahl in dem Roman von<br />
Dan Brown &#8216;Illuminati &#8216; &#8211; auch wenn die Verschwörungstheorien<br />
nicht im Sinne der Kirche sein dürften, haben so doch Millionen<br />
Leser etwas über Kirchengeschichte erfahren, oder? Sind Sie<br />
auch für den Boykott des Buches?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Bücher<br />
dieser Art haben den Charme, dass sie immer etwas über den<br />
Vatikan berichten, was zutrifft. Aber wie das bei Romanen so ist,<br />
entspringt auch manches, was darin beschrieben wird, der Phantasie.<br />
Aber ich bin grundsätzlich dagegen, das Bücherlesen zu<br />
verbieten. Wir haben das Recht auch Quatsch zu schreiben.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachfrage zum Dialog mit dem Islam:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">chilla:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was ist mit dem Dialog mit Extremisten. Der Papst hat ja in der<br />
Vergangenheit viel Takt und Verständnis gezeigt. Wird das so<br />
bleiben?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Mit Extremisten jedweder Art tun wir uns schwer einen Dialog zu<br />
führen, weil sie in der Regel nicht dialogfähig sind.<br />
Wenn sie das auf den Islam beziehen, dann muss ich mich schützend<br />
vor die meisten Gläubigen dieser Religion stellen, denn es<br />
gibt nur eine kleine Minderheit, die extremistisch ist.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">nicht_katholisch:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Würden sie sich vom neuen Papst auch erhoffen, dass er so &#8216;gnadenlos<br />
&#8216; mit Kritikern umgeht wie es Johannes Paul II: das mit dem Theologen<br />
Hans Küng gemacht hat?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Bewertung, ob das gnadenlos war, sei dahin gestellt. Herr Küng<br />
hatte ein ordentliches Lehrverfahren gehabt. Dass er selbst mit<br />
dem Ergebnis nicht zufrieden war, liegt sicher nicht nur am Papst.<br />
Küng hat die Gelegeheit gehabt, seine Position zu erläutern.<br />
Kardinal Lehmann hat immer wieder darauf verwiesen, dass Küng<br />
ein faires Verfahren hatte. Es gibt sicher immer wieder theologische<br />
Fragen, die in der Kirche kontrovers diskutiert werden. Und es kann<br />
immer wieder vorkommen, dass ein Theologe irrt. Da muss ein künftiger<br />
Papst auch das Recht haben, das so zu benennen. Allerdings gebe<br />
ich gerne zu, dass in Stilfragen manches besser sein kann. Und ich<br />
würde mich auch freuen, wenn ein Dialog mit kritischen Theologen<br />
geführt wird.<br />
Denn Wissenschaft besteht auch darin, dass man mal über etwas<br />
Neues denkt ohne das gleich mit Denkverboten zu belegen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Zur Dritten Welt:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">verboomen:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Der Vatikan hat eine doppelte Politik der Dritten Welt gegenüber.<br />
Er ist gegen die Globalisierung, unterstützt aber gleichzeitig<br />
Diktaturen wie Chile oder früher Spanien und sogar Waffenlieferungen.<br />
Halten Sie diese Politik für bibeltreu und klug?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Solche Politik, die sie da beschreiben, hat der letzte Papst nie<br />
betrieben. Im Gegenteil er ist weltweit für die Menschenrechte<br />
die Demokratie und den Frieden eingetreten und stand immer auf der<br />
Seite der Unterdrückten und Entrechteten.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Kommen wir gegen Ende wieder zu Ablauffragen:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ichausberlin:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Stichwort Strategie oder Profilierung. Mit welchen Schritten wird<br />
der neue Papst in die Öffentlichkeit treten? Gibt es ein &#8216;Protokoll&#8217;,<br />
das es einzuhalten gilt? An wen, meinen Sie, wird sich der neue<br />
Papst anfänglich in erster Linie wenden?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Nachdem er gewählt ist, wird er auf dem Petersplatz zur Öffentlichkeit<br />
treten. Dieser Gang wird sicher begleitet durch Gebete. Der neue<br />
Papst kann dort sicher schon einige auch persönliche und politische<br />
oder auch theologische Worte sagen. Aber es wäre eine Überforderung<br />
für ihn, wenn er schon dabei auf eine Art Regierungsprogramm<br />
festgestellt würde. Das braucht dann sicher noch etwas Zeit,<br />
denn er wird ja sicher nicht damit rechnen, wenn er ins Konklave<br />
reingeht, dass er als Papst rausgeht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">krak le chevalier:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Was, wenn der Islam irgendwann die Vormachtstellung in Europa einnimmt?<br />
Gibt es eine christliche Legitimation sich dagegen zu stellen oder<br />
müssen wir tatenlos zusehen, praktisch neutestamentarisch handeln?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Die<br />
Frage, ob das Christentum mehr als Religion bleibt, ist eine Frage<br />
der inneren Kraft der Christen. Wenn wir diese Kraft nicht mehr<br />
aufbringen, was ich bedauern würde, dann wären wir ja<br />
selbst schuld, wenn andere Religionsgemeinschaften oder Ideologien<br />
vordringen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Dieter Fischer:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Es gibt leider vielerorts die Meinung, dass die päpstliche<br />
Nachfolge schon vor der Wahl feststeht. Diese Meinung hat wohl auch<br />
ihre Ursache in dem undurchdringlichen Zusammenhalt des Vatikans.<br />
Wie überraschend ist dann ein Ergebnis, das eigentlich nicht<br />
wirklich unerwartet kommt. &#8211; Sprich, wie hoch (gering) ist die Chance<br />
einen z.B. afrikanischen Papst zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Die<br />
letzten Päpste waren eigentlich immer Überraschungspäpste,<br />
mit Ausnahme vielleicht von Paul den VI. Deshalb ist vielleicht<br />
auch das Konklave für Überraschungen gut. In Italien werden<br />
zur Zeit 60 Kardinale als zukünftige Päpste gehandelt,<br />
darunter auch Afrikaner. Ich persönlich kann mir gut vorstellen,<br />
dass es diesmal ein Nichteuropäer wird. Für den afrikanischen<br />
Kontinent wäre eine solche Wahl sicher ein Signal des Aufbruchs<br />
&#8211; und das wäre gut. Denn in Europa und in der westlichen Welt<br />
insgesamt wird der afrikanische Kontinent in der Außenpolitik<br />
viel zu stark vernachlässigt.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">thomas.musik:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Welchen Kardinälen räumen Sie mehr Chancen ein, aus ihren<br />
Reihen den Papst zu stellen? Denen der Kurie oder denen der Welt<br />
(also mit Bischofssitz)?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Kurienkardinäle sind vor allem für die &quot;Regierungsgeschäfte&quot;<br />
des Vatikans verantwortlich, die anderen sind Leiter einer Diözese<br />
als Bischöfe. Es muss nicht so sein das ein Kurienkardinal<br />
von vornherein keinen pastoralen Blick hat, wie umgekehrt einem<br />
Ortsbisschoff nicht von vornherein unterstellt werden darf, er könne<br />
die Kurie nicht führen. Es hängt also mehr von der Persönlichkeit<br />
ab, als von der Funktion, ob jemand geeignet ist oder nicht.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
In Sachen Papstwahl gibt es immer noch &quot;Ungläubige&quot;:</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">zool667: </span></span><span style="font-size: x-small">Waren<br />
die letzten Päpste Überraschungen für das Volk oder<br />
auch eine Überraschung für die katholische Kirche als<br />
Organisation?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Wenn es eine Überraschung für das Volk ist, dann ist es<br />
auch eine Überraschung für die Organisation. Denn so weit<br />
ist die Organisation doch nicht vom Volk entfernt.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Verboomen: </span></span><span style="font-size: x-small">Das<br />
Christentum hat sich nach Süd-Amerika verschoben. Gibt es nicht<br />
die Gefahr, dass das Christentum in Europa und das Christentum in<br />
Süd-Amerika sich von einander sehr trennen, innerhalb des Katholizismus?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Das ist sicher eine der großen Aufgaben des Papstes, die Kirche<br />
zusammenzuhalten und zu verhindern, dass die Kirche auseinander<br />
driftet. Er hat deshalb den Titel &quot;Pontifex Maximus&quot; –<br />
Brückenbauer. So muss er die Brücke zwischen den Kontinenten<br />
immer wieder schlagen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Sumo:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Der Vatikan besteht ja nicht nur aus EINEM Menschen. Wie wird sich<br />
die Machtstruktur des Vatikans durch die Einführung eines neuen<br />
Papstes verändern? Ist das so wie in der Politik?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Da mahlen die Mühlen der Kirche meistens etwas langsamer. Das<br />
hat den Vorteil, dass es zunächst einmal in der Kirche weitergeht.<br />
Aber ich kann mir vorstellen, dass der Papst neue Akzente setzen<br />
möchte und das dann auch tut.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Sammy80:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Wie empfanden Sie die Berichterstattung der Medien über den<br />
sterbenden Papst?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Die Berichterstattung über den sterbenden Papst war das beherrschende<br />
Thema der letzten Tage. Das was ich mitbekommen habe, fand ich sehr<br />
seriös &#8211; wobei die öffentlich-rechtlichen gründlicher<br />
waren als die privaten. Aber bei aller Liebe zur ARD war das ZDF<br />
manchmal noch besser. Was mich allerdings störte, war dass<br />
die Echo-Preisverleihung auf RTL so weiterlief als wäre nichts<br />
gewesen, nur unterbrochen durch kleine Flashs. Da sieht man doch,<br />
wie banal das ist, was manchmal über den Sender läuft.<br />
Hervorragend fand ich die Reaktion von Phoenix. Dieser Sender leistete<br />
sich den Luxus, einfach nur Glocken läuten zu lassen.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Ires diae:</span></span><span style="font-size: x-small"><br />
Herr Dr. Jüsten, wie bewerten Sie die Tatsache, dass erst nach<br />
dem Tod des Papstes eine solche Begeisterung für seine Person,<br />
seine Taten und für die Kirche &#8216;aufflammt &#8216;?</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Es<br />
hängt sicher mit unserer Neigung zusammen, dass wir Menschen,<br />
die uns ans Herz gewachsen sind, im Tod so in Erinnerung bewahren,<br />
wie wir ihn vor allen Dingen mochten. Das ist so bei unseren nächsten<br />
Angehörigen, das erleben wir aber besonders bei herausragenden<br />
Persönlichkeiten. So erinnere ich mich an den Tod von Mutter<br />
Teresa, als die Trauer weltweit auch sehr groß war. Aber der<br />
Papst hat sicher in besonderer Weise die Herzen der Menschen angerührt,<br />
weil der die Menschen an seinem Leben immer hat teilnehmen lassen.<br />
Wenn er froh war, zeigte er seine Freude, wenn er traurig war seine<br />
Trauer, wenn er sich ärgerte zeigte er seine Wut. Und er ließ<br />
uns sogar teilhaben an seinem Sterben. Er tat das ohne Voyeurismus<br />
zu provozieren und darin war er sicher &#8211; verglichen mit anderen<br />
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens &#8211; einzigartig.</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Moderator: </span></span><span style="font-size: x-small">Unsere<br />
Zeit ist bereits um. Vielen Dank an alle User für das große<br />
Interesse. Etliche Fragen sind leider unbeantwortet geblieben. Vielen<br />
Dank, Prälat Jüsten, dass Sie sich Zeit für den Chat<br />
genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden Sie auf den Seiten<br />
der Veranstalter. Den nächsten Chat gibt es am Montag, den<br />
7. April, ab 3.00 Uhr mit SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter.<br />
Am 14. April ist die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth im Chat.<br />
Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen angenehmen Tag!</span>
</p>
<p>
<span class="fett"><span style="font-size: x-small">Karl Jüsten: </span></span><span style="font-size: x-small">Auf<br />
Wiedersehen und danke für die interessanten und kritischen<br />
Fragen.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Papst-Kritik an Internet-Sex und Digital Divide</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/netzkulturdossier_positionspapier050401-shtml-2907/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[uheimann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Paul II.]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Kritik an der Vormachtstellung westlicher Werte im Internet - ausgerechnet der Vatikan forderte in drei Thesenpapieren eine gerechtere Welt im Netz -und warnt vor Sex, Seelenfängern und Hasspredigern. Dokumentation der Texte des "Päpstlichen Rats für die Sozialen Kommunikationsmittel".]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Kritik an der Vormachtstellung westlicher Werte im Internet &#8211; ausgerechnet der Vatikan forderte in drei Thesenpapieren eine gerechtere Welt im Netz -und warnt vor Sex, Seelenfängern und Hasspredigern. Dokumentation der Texte des &#8220;Päpstlichen Rats für die Sozialen Kommunikationsmittel&#8221;.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Der Papst über die schnelle Entwicklung der Technologie im Bereich der Medien (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Die_schnelle_Entwicklung_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 236 KB)</p>
<p>Der Päpstliche Rat für die sozialen pKommunikationsmittel zum Thema &#8220;Kirche und Internet&#8221; (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Kirche_und_Internet_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 64 KB)</p>
<p>Der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel zum Thema &#8220;Ethik in der sozialen Kommunikation&#8221; (<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/dossier_Ethik_in_der_sozialen_Kommunikation_050401.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDF-Dokument</a>, 116 KB)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Vatikan im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/der-vatikan-im-netz-3434/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Vatikan]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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		<category><![CDATA[Papst]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
					
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