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	<title>Peter Müller &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Peter Müller &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Eigener Weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Saarland]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Müller]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländerpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Der saarländische CDU-Rebell Peter Müller will
den Doppel-Pass für Ausländer-Kinder ­ mit einer
differenzierten Unterschriftenaktion
Das Interview führten die Woche-Mitarbeiter Kurt
Breme und Andreas Theyssen</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Der saarländische CDU-Rebell Peter Müller will<br />
den Doppel-Pass für Ausländer-Kinder ­ mit einer<br />
differenzierten Unterschriftenaktion<br />
Das Interview führten die Woche-Mitarbeiter Kurt<br />
Breme und Andreas Theyssen</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><br />
<b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Wie groß war das Erschrecken der liberalen CDU-Politiker über den Wahlsieg in Hessen mit Hilfe der Ausländerkampagne?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Kein<br />
Erschrecken, sondern große Freude, weil kaum jemand geglaubt hatte,<br />
dass es so kurz nach der verlorenen Bundestagswahl für die CDU möglich<br />
wäre, eine Landtagswahl zu gewinnen. Dass das geklappt hat, gibt<br />
enormen Rückenwind.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b><br />
Geklappt hat es nicht zuletzt wegen der auch in der Union umstrittenen<br />
Unterschriftenaktion. Droht jetzt die radikale Bajuwarisierung der<br />
gesamten Union?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Das war<br />
zunächst der Wahlerfolg von Roland Koch und seiner Mannschaft und ein<br />
Denkzettel für die rot-grüne Koalition in Bonn und ihre Stümperei.<br />
Sicherlich hat auch das Thema Staatsangehörigkeit eine Rolle gespielt.<br />
Niemand in der Union will die generelle doppelte Staatsangehörigkeit,<br />
die Menschen auch nicht, und auch die Mehrheit der SPD-Wähler lehnt sie<br />
ab. Das hat es uns erlaubt, unsere Wähler zu motivieren und der<br />
rot-grünen Koalition diese Abfuhr zu erteilen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b><br />
Sie beteiligen sich im Saarland nicht an der Unterschriftenaktion.<br />
Werden Sie jetzt ausgegrenzt, gehören Sie nicht zu den Siegern vom<br />
Sonntag?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Da gibt es<br />
keine Probleme, wir sind uns alle einig in der Ablehnung der doppelten<br />
Staatsangehörigkeit. Was die Ausgestaltung der Aktion angeht, gehen wir<br />
im Saarland einen eigenen Weg. Unser Beschlusstext ist differenzierter,<br />
orientiert sich stärker an den Beschlüssen des CDU-Bundesvorstandes vom<br />
9. Januar. Wir verbinden den Widerstand gegen die rot-grünen<br />
Gesetzespläne mit einer differenzierten Aussage in der Sache und<br />
plädieren bei der Staatsangehörigkeit der Kinder dauerhaft rechtmäßig<br />
hier lebender Ausländer für ein Optionsmodell. Wir freuen uns, dass<br />
dieser Gedanke jetzt von anderen Unionspolitikern wie Volker Rühe<br />
aufgegriffen wird.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Das isoliert Sie nicht in der Partei?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Nein. Es<br />
gibt ein Bewusstsein dafür in der Partei, dass liberale Stimmen ­ das<br />
kommt ja nicht nur von mir ­ notwendig sind, um die<br />
Integrationsfähigkeit der Union zur politischen Mitte hin zu erhalten.<br />
Der Erfolg in Hessen war sicherlich auch deshalb möglich, weil es auch<br />
liberale und nachdenkliche Einlassungen in der Union zur Frage der<br />
Staatsangehörigkeit gegeben hat.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Trotzdem hat damit die Strategie von CSU-Chef Edmund Stoiber gesiegt, der mit radikaleren Parolen der Union Beine machen will.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Der<br />
Vorschlag, vielfältige Aktionen ­ darunter auch eine<br />
Unterschriftenaktion ­ zu machen, stammt von Wolfgang Schäuble und<br />
nicht von Edmund Stoiber.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Das Image von CDU-Chef Wolfgang Schäuble hat gelitten.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Das glaube<br />
ich nicht. Wolfgang Schäuble ist ein guter und ­ seit Sonntag ­<br />
erfolgreicher Parteivorsitzender. Ein großes Verdienst von ihm besteht<br />
darin, dass er kontroverse Diskussionen zulässt. Es gibt im Moment<br />
keinen Versuch in der Partei, bestimmte Positionen auszugrenzen. Im<br />
Gegenteil: Es gibt wechselseitiges Verständnis für unterschiedliche<br />
Akzentsetzungen gerade in der Ausländerpolitik. Wir haben immer zwei<br />
Komponenten betont: die Integration der dauerhaft hier lebenden<br />
Ausländerinnen und Ausländer und den Widerstand gegen den rot-grünen<br />
Gesetzentwurf zur generellen doppelten Staatsangehörigkeit. Nur dadurch<br />
ist es gelungen, die Aktion in der Balance zu halten und sie nicht in<br />
ein falsches Fahrwasser abdriften zu lassen. Das muss auch in der<br />
Zukunft so gelten.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Das Böse gewollt, das Gute erreicht?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Das ist mir<br />
zu mephistophelisch. Nein, so ist das nicht. Die Integration der<br />
Ausländer ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Kommt das bisher in der Unterschriftenaktion nicht zu kurz?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Bisher<br />
teilweise ja. Das war ja einer der Gründe, warum wir im Saarland gesagt<br />
haben, unser Weg wird etwas anders aussehen. Wir dürfen uns nicht nur<br />
auf das Sammeln von Unterschriften beschränken. Das wäre zu kurz<br />
gesprungen. An der Saar werden alle Kreisverbände<br />
Diskussionsveranstaltungen anbieten, der Landesverband hat Termine mit<br />
den Ausländerbeiräten vereinbart und mit den ausländischen Mitgliedern<br />
in der CDU, das sind ja gar nicht so wenige, wie man denkt. Der<br />
Integrationsteil muss bei den Parteiaktivitäten verstärkt in den<br />
Vordergrund gerückt werden.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Und niemand sagt in der Partei: Hauptsache viele Unterschriften, vergesst den anderen Klimbim?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Nein.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Wie geht es politisch weiter mit dem Thema Staatsangehörigkeit?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Am Zuge ist<br />
jetzt die SPD. Die Menschen haben ihren Plänen eine klare Absage<br />
erteilt. Die SPD muss auf die Union zugehen, um Kompromissmöglichkeiten<br />
miteinander zu diskutieren. Ich erwarte, dass Rot-Grün den<br />
Gesetzentwurf nicht einbringt und dass man stattdessen die<br />
Verständigung mit der Union sucht. Es kann nicht so gehen, wie der<br />
SPD-Fraktionschef Peter Struck das gesagt hat: Wir haben die Mehrheit,<br />
wir machen, was wir wollen. Nach der Hessen-Wahl erst recht nicht. Ein<br />
Regieren gegen den Willen der Menschen in diesem Land darf es nicht<br />
geben. Wenn die SPD das versucht, wird sie weiter vom Wähler abgestraft<br />
werden, dann ist Hessen erst der Anfang.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b><br />
Es gibt ja noch andere Themen, bei denen mit Stammtischparolen leicht<br />
Wählerstimmen zu holen sind: Europa-Skepsis, Ost-Erweiterung der EU,<br />
Atomausstieg. Drohen weitere Unterschriftenaktionen und wird die CSU ­<br />
nach dem Motto: Dem Volk mehr aufs Maul schauen ­ die Gesamtstrategie<br />
der Union nicht stärker mitbestimmen?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b> Nein. Die<br />
CSU ist der erfolgreichere, aber kleinere Teil der Union. Unser<br />
gemeinsames Ziel ist es, die rot-grüne Bundesregierung abzulösen. Da<br />
arbeiten wir zusammen und nicht gegeneinander. Im Übrigen gibt es in<br />
der Ausländerfrage keinen Gegensatz zwischen CDU und CSU, sondern wenn<br />
schon, dann gehen die Meinungen quer durch beide Parteien. Eine<br />
Vielzahl von Unterschriftenaktionen zu unterschiedlichen Themen wird es<br />
nicht geben. Politik hat die Aufgabe, dem Volk aufs Maul zu schauen,<br />
aber nicht den Menschen nach dem Munde zu reden. Politischer<br />
Führungsanspruch heißt, dass ich, wissend, was es an Befindlichkeiten<br />
in der Bevölkerung gibt, meine Position formuliere und sie versuche<br />
mehrheitsfähig zu machen. Alles andere wäre zu simpel und exakt das,<br />
was Schröder in der Europapolitik macht. Was Schröder in der Frage der<br />
Ost-Erweiterung oder der Frage der deutschen Nettozahlerposition macht,<br />
ist platter antieuropäischer Populismus. Das ist nicht der Weg der<br />
Union. Die Ost-Erweiterung ist im Grundsatz richtig und muss jetzt<br />
gemacht werden. Die Reduzierung der Nettozahlungen ist anzustreben,<br />
aber ohne dabei mit Stammtischparolen außenpolitisches Porzellan zu<br />
zerschlagen. Ich glaube nicht, dass wir uns Politik so einfach machen<br />
werden wie der amtierende Bundeskanzler.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><span style="color: #ff6600;">Die Woche:</span></b> Wie wird die Union die neuen Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat für ihre Politik nutzen?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Peter Müller: </b><br />
Verantwortlich. Wir haben der SPD immer vorgeworfen, dass sie den<br />
Bundesrat parteipolitisch instrumentalisiert hat. Das werden wir nicht<br />
tun, aber wir werden keinem Gesetz zustimmen, das Deutschland nicht<br />
nach vorn bringt, sondern schadet.</span></p>
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