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	<title>Peter Schaar &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Peter Schaar &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2015 08:22:38 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p>NSA-Überwachungsskandal, Big Data oder der Arabische Frühling. In seinem neuen Buch &#8220;Das digitale Wir&#8221; widmet sich der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch der Ausgestaltung der derzeitigen Informations- und Transparenzgesellschaft und ihrer Entwicklung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Shoppen in einem großen Einkaufszentrum. Supermärkte, Fachgeschäfte mit den verschiedensten Waren, aber auch Banken, Spielhallen und gemütliche Bars, die zum Verweilen und Freunde treffen einladen. Sehr viel ist dort umsonst zu haben. Nur eine einzige Gegenleistung verlangen alle Geschäfte: Eine freundliche Servicekraft notiert alle privaten Daten am Eingang. Grundlegendes wie Name, Adresse und Beziehungsstatus bis zu Intimsten wie die sexuelle Präferenz. Gerne auch mit Kopie des Personalausweises und des Adressbuchs. In der realen Welt würde das kein Kunde über sich ergehen lassen. Im Internet ist das selbstverständlich. Mit diesem Bild zeigt Peter Schaar in &#8220;Das digitale Wir&#8221; deutlich, welcher Überwachung sich die Menschen im Internet aussetzen und welche Daten sie dort äußerst freiwillig preisgeben.</p>
<p>Schaar befasst sich in seinem Werk mit der Entwicklung des Internets. Zu Beginn der Digitalisierung gingen einige Menschen noch von einem herrschaftsfreien Raum aus, der Gleichheit für alle mit sich brächte. Der anfängliche Traum von Freiheit und Selbstbestimmtheit durch und im Internet hat sich verflüchtigt. Der öffentlich zugängliche Bereich des Internets wird von einigen großen Konzernen kontrolliert, die den Nutzern verlockende Angebote präsentieren, doch auch ihre Monopolstellung vielfältig ausnutzen.</p>
<h3>Digitales &#8220;Wir&#8221; gegen digitales &#8220;Ich&#8221;</h3>
<p>Mit der Entwicklung hin zu einer Big Data Gesellschaft und des &#8220;Internet of Things&#8221; über die Sharing Economy und den ausgerufenen Siegeszug des schnellen Geldes mit dem schnellen Netz und der Rechenleistung beschreibt Schaar die Ergebnisse der Digitalisierung. Darüber hinaus zeigt er die Folgen der scheinbaren omnipräsenten Transparenz auf die Einzelperson und vom Netz zur analogen Welt auf.</p>
<p>Durch das ganze Buch zieht sich die Einstellung des Datenschützers und ehemaligen Bundesbauftragten für den Datenschutz Peter Schaar, die sich auch im Untertitel wiederfindet: &#8220;Der Weg in eine Transparente Gesellschaft&#8221;. Gegen eine einseitige Transparenz, nämlich die des Nutzers. Für ihn steht fest: Es darf nicht beim gläsernen Bürger und Staat gegen intransparente Internetkonzerne bleiben. Der scheinbaren Freiheit von Informationen und Beteiligungsmöglichkeit stehen Internetmonopolisten wie Google und Facebook entgegen, die durch ihre geheimgehaltenen Algorithmen die Suchergebnisse beeinflussen und sogenannte Filterblasen generieren, ohne dass staatliche Institutionen oder die Nutzer Einfluss auf die Ergebnisse hätten.</p>
<h3>Wie politisch auf das Internet reagieren</h3>
<figure id="attachment_147238" aria-describedby="caption-attachment-147238" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-147238" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover-305x466.jpg" alt="" width="198" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-147238" class="wp-caption-text">Schaar, Peter: Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft. Verlag: Körber-Stiftung, 224 Seiten, 17,00 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-89684-168-1</figcaption></figure>
<p>Der Datenschützer spart auch nicht mit Kritik an der Politik. So an der amerikanischen Regierung, die Anfang 2010 für eine unbeschränkte Nutzung von elektronischen Medien eintrat und die &#8220;Internetfreiheit&#8221; zu einer Priorität der amerikanischen Politik erklärte. Kurze Zeit später veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks diplomatische Depeschen und militärische Dokumente, die der US-Gefreite Bradley (Chelsea) Manning an sie weitergegeben hatte. Für die Weitergabe der Informationen wurde er zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auch die politische Landschaft und Gesellschaft hat sich durch das Internet gewandelt. Viele Politiker nutzen Social Media, um den Kontakt zu den Wählern auch außerhalb des Wahlkampfes zu halten. Offen bleibt jedoch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz, insbesondere bei Firmen mit Sitz und Servern außerhalb der EU.</p>
<p>Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für den Journalismus, der neue Absatzmärkte aber auch neue Arten des Schreiben entwickelt. Für die Zivilgesellschaft, die sich scheinbar vielfältiger durch offeneren Informationszugang und Online-Petition beteiligen kann. Aber auch für die Politik, die das Neuland erkunden und durch Online-Wahlen und staatlicher Social Media Auftritte die Bürger zur Beteiligung und Erhöhung der Wahlbeteiligung anregen möchte. All diese Ansätze und Entwicklungen führt Peter Schaar an, beschreibt aber auch deren Probleme.</p>
<h3>Der &#8220;Arabische Frühling&#8221; ohne Social Media?</h3>
<p>Vor dem sogenannten &#8220;Arabischen Frühling&#8221; zeigte die &#8220;Twitter-Revolution&#8221; im Iran bereits 2010, welche Wege das Internet dem Protest ermöglichte. Viele Protest-Teilnehmer mobilisierten und vernetzten sich über Mobiltelefone und das Internet, besonders über den später namensgebenden Kurznachrichtendienst. Dort wurde in den Folgejahren in Tunesien und Ägypten Facebook genutzt, um die Rebellion aufrecht zu erhalten und Bilder und Informationen unter der Regimesperre zu teilen. Schaar bezieht dazu kritisch Position: Die Wirkung des Internets würde überschätzt, &#8220;wenn [&#8230;] eine Art Automatismus zwischen der Zugänglichkeit von Facebook, Twitter &amp; Co. und dem Erstarken der Opposition gegen undemokratische Regierungen hergestellt wird.&#8221;</p>
<h3>Lasst niemanden zurück!</h3>
<p>Abschließend wagt Schaar einen Blick in die Zukunft. Zusammenfassend, auch für das gesamte Buch, lässt sich der letzte Satz als Apell verstehen: &#8220;Niemand darf zurückbleiben!&#8221; Auch wenn er im letzten Kapitel, im Gegensatz zu den fundierten Ausführungen der vorherigen Kapitel, eher kurzangebunden bleibt, so zeigt er doch eindringlich auf, dass das Internet und die Digitalisierung einen aktiven Gestaltungswillen der Politik und Gesellschaft brauchen, um digitale Gleichberechtigug für alle, Machtbegrenzung von Monopol-Firmen, aber auch der Sammelwut der staatlichen Institutionen, zu erreichen.</p>
<p>Das Buch ist sehr lesenwert, da Peter Schaar auf 200 Seiten auch für Nicht-Netzaktivisten verständlich und unterhaltsam die Entwicklung des Internets, dessen Chancen aber auch die Gefahren für die Zivilgesellschaft, Politik und Einzelpersonen ausführt. Seine Aussagen und Beschreibungen untermauert der Datenschützer wissenschaftlich mit vielseitigen Quellen. Dabei zögert er nicht, neben Kritik an den Unternehmen und Politik auch eigene Fehler oder falsche Prognosen der Netzgemeinschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luckey_sun</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Big Data – Datensammlung: Fluch oder Segen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2015 17:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145166" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg" alt="2503_Big Data" width="640" height="280" /></a>Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten an. Nicht immer ist ersichtlich, wo Daten erhoben oder wie und von wem diese genutzt werden. Welche Chancen und Risiken Big Data innewohnt, diskutierte die Berliner Datenschutzrunde.</p>
<p>Beim Einkaufen im Internet, der Eingabe in das Navigationssystem, einer Überweisung vom Konto, einem Telefonat mit dem Geschäftspartner oder der Interaktion in sozialen Netzwerken. Bei fast allen Tätigkeiten der Moderne entstehen große Daten-Mengen, die zu groß oder zu komplex sind, um sie mit klassischen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Es entsteht Big Data. Akteure wie staatliche Einrichtungen, Geheimdienste aber auch Wirtschaftsunternehmen, die Zugriff auf solche Datenmengen haben, können Rückschlüsse auf die Menschen und ihr Verhalten ziehen. Es besteht ein Machtgefälle zwischen Staat und BürgerInnen, ebenso wie zwischen Unternehmen und VerbraucherInnen, sagte Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz, in der Berliner Datenschutzrunde am 24. März in Berlin. Das erwartete „Internet der Dinge“ würde die Möglichkeit, sich dieser Datensammlung zu entziehen, erschweren oder wohl gänzlich verhindern. Eine Rückkehr zu einem Datenaufkommen von 1969 (<a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/420-BVerfG-Az-1-BvL-1963-Mikrozensus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mikrozensusbeschluss</a>) oder 1983 (<a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2065,%201" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Volkszählungsurteil</a>) ist ausgeschlossen und ein Rückbau nicht mehr möglich. Deshalb benötige es eine gute Moderation und Regelung der Daten und ihrer Verwendung.</p>
<p>Profilbildung ist alltäglich und sollte nicht dämonisiert werden, forderte der Jurist Niko Härting. Bei der Speicherung der Daten gelte grundsätzlich das deutsche Datenschutzrecht. Wichtig bei der Auswertung der Daten seien jedoch Regulierungen für die Auswertenden. Es müssten klare Transparenzanforderungen an die Verarbeitung gestellt werden, auf der anderen Seite aber bei den kontrollierenden (Datenschutz-)Behörden auch entsprechender Sachverstand angesiedelt sein. Weiterhin müsse der Verbraucherschutz gesichert sein und Schutz vor Diskriminierung und Manipulation bestehen. Das soziale Netzwerk Facebook hat beispielsweise <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-06/facebook-nutzer-manipulation-studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2013 die Nutzereinträge vorgefiltert</a>, um die Ausbreitung von Emoticons zu testen. Dafür wurden Nachrichtenströme hunderttausender NutzerInnen modifiziert. Die Datenverwendungsregeln von Facebook lassen ein solches Vorgehen zu.</p>
<h3>Ohne Big Data keine wirtschaftliche Prosperität</h3>
<p>Auch im Bereich der Medizin und der Mobilität spielen Daten in Zukunft eine wichtige Rolle. Moderne Autos sammeln bereits jetzt eine Vielzahl an Daten, ob beim Multimediasystem oder der Einparkhilfe. „Ohne Big Data wird es keine wirtschaftliche Prosperität geben!“, betonte der parlamentarische Staatssekretär des Bundesinnenministeriums Ole Schröder. Er ist mitverantwortlich für das IT-Sicherheitsgesetz, das zurzeit erarbeitet wird. Für die Bildung von Profilen seien keine gesonderten Regelungen vorgesehen. Man müsse jedoch die Nutzung reglementieren. Die alten Datenschutzrichtlinien der Datensparsamkeit und –Vermeidung seien in Gänze nicht mehr zeitgemäß und müssten um neue Ansätze der Anti-Diskriminierung und –Manipulation sowie Transparenzregeln ergänzt werden.</p>
<h3>„Einwilligung ist der Fetisch des Datenschutzes“</h3>
<p>Grundsätzliche Kritik bereits an der Bildung von Profilen übte Michaela Schröder von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Bisher fehle es an konkreten Definitionen von privaten und öffentlichen Daten. NutzerInnen hätten keinen Überblick mehr, wer auf ihre Daten zugreifen kann und wie diese genutzt werden. Viele Menschen sehen Facebook als privaten Raum an, Informationen von dort sind jedoch zum Teil über Suchmaschinen zu finden. Es gibt bereits die juristische Unterscheidung zwischen unsensiblen und <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sensiblen Daten (wie z. B. zu Gesundheit oder Sexualleben)</a>. Letztere unterliegen strengen Schutzbestimmungen. Jedoch ermöglich unsensible Daten den Schluss auf sensible. So konnten Analysten einer Einzelhandelskette<a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/big-data-mach-dir-ein-bild-von-mir/9050778.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> durch das Kaufverhalten einer Kundin darauf schließen, dass diese schwanger war</a>. Zusätzlich zu technischen Schutzregelungen bedürfe es deshalb der Einwilligung der NutzerInnen über die Profilbildung. Diese müsse dabei jedoch so erklärt sein, dass die Personen verstünden, was sie zustimmen und welchen Nutzen sie daraus ziehen. Dem widersprach Härting: Für ihn ist die „Einwilligung der Fetisch des Datenschutzes“, denn sie habe nicht den Effekt, den sie verspreche.</p>
<p>Grundsätzlich würden sehr wenige NutzerInnen auf darauf achten, wie Unternehmen ihre Daten verwenden. Die NutzerInnen würden den Dienst auswählen, der ihnen den größten Vorteil bringt und den besten Service bietet, der Datenschutz sei dabei nachrangig. Neben der Wirtschaft erhebt auch die Öffentliche Verwaltung eine Vielzahl und in großen Mengen Daten. Diese sollen nun unter anderem zur Vorhersage von Verbrechen genutzt werden – <a href="https://netzpolitik.org/2015/berlin-konkretisiert-schritte-zur-einfuehrung-von-predictive-policing-auch-brandenburg-interessiert-sich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Predictive Policing</a> genannt. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix mahnte deshalb auch, dass nur weil Profilbildung vielerorts möglich sei, man dies nicht zwangsläufig auch zulassen müsse. Für Bedingungen und Regelung zur Datensammlung müsse der Gesetzgeber tätig werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/altemark/1598056760/in/photolist-3rdsAL-7fr163-dg6Pv5-aZ7y7X-khg-9qqkKq-4tWxze-cm9YMf-p1mpRv-5BK5qi-4C1MAu-h4ST6z-kwxwoA-5cwAAc-dpcJqU-xiXPt-aywJ1i-kwvVcV-puR46m-84Xbr2-fukqp-9S93UL-kwvN7x-kwxuNS-6ZCEy5-7mCBRh-8Z9pht-xiYny-aZCipZ-pnkY9V-kwxuE5-mt36Ls-aNYfYX-kwvKtX-5SHwTb-kwvVNz-kwxBw1-eAK6u-ap9cuV-fS7qGg-d8dMcy-7noTPo-nK1teZ-nzvn8-dHo3mh-ap9rFX-kwvSLc-a9GV9e-pof2Nr-4mo6sG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mikael altemark</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Internet der Dinge – Teil 4: Smart Cars</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jul 2014 09:31:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Nicht nur die Autoindustrie tüftelt eifrig an Smart Cars – schlauen Autos, die sich selbst fahren, Pannen diagnostizieren und nicht nur den Fahrer, sondern möglicherweise auch Staat, Versicherer und Industrie über Fahrverhalten, Standort und Zustand von Wagen und Fahrer auf dem Laufenden halten. Aber was genau hat es damit auf sich, welche Möglichkeiten sind in Planung und was könnte die Einführung von Smart Cars für uns als Fahrer bedeuten? Im vierten Teil unserer Reihe zum Internet der Dinge gehen wir diesen Fragen auf den Grund.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vor allem Kinder der 1980er und frühen 90er Jahre werden sich erinnern: an K.I.T.T, das sich selbst steuernde und sprechende Auto aus der US-Kultserie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Knight_Rider#K.I.T.T." target="_blank" rel="noopener noreferrer">Knight Rider</a>. Unkaputtbar und ausgestattet mit Turbo Boost und rotem Lauflicht, war K.I.T.T. viel mehr als nur ein futuristisches Gefährt, es war Gefährte und Beschützer – das Auto als bester Freund.<br />
Ein Auto, das sich selbst steuert, sich ganz auf den Fahrer einstellt, mit ihm auf „<a href="http://www.moj.io/#whatismojio" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freundliche und bedeutungsvolle Weise</a>“ kommuniziert, ihn sogar beschützt. Neben <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphones und Smart Wearables</a> sind Lösungen für Smart Cars längst in Planung. Diese reichen vom selbstfahrenden Auto über eCall für effiziente Unfallmeldungen bis hin zu Geräten, die jedes Auto smarter – also schlauer – machen. K.I.T.T. für alle oder doch zu schlau? Was sollen unsere Autos, Hersteller, Versicherungen oder der Staat noch alles über uns wissen?</p>
<h3>Zur Sache: Was passiert da eigentlich genau?</h3>
<p>Google ist mit seinem 2010 vorgestellten „Driverless Car Project“ nicht der <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article126577949/Autos-fahren-schon-bald-wie-von-Geisterhand.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einzige Konzern</a>, der auf Hochtouren am fahrerlosen Auto arbeitet. Nach dem <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article129695289/Apple-kaempft-mit-Google-um-Gunst-der-Autofahrer.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einzug von Android- und iOS-Technologien ins Cockpit</a> wird nun gleich das ganze Fahrzeug vernetzt, damit wir sicherer fahren – oder am Ende gar nicht mehr. Das Auto steuert sich dann selbst und sammelt dazu <a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/16/google-fbi-driverless-cars-leathal-weapons-autonomous?CMP=EMCNEWEML6619I2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ständig Unmengen von Daten per Radar, Video und GPS</a>, um eine dreidimensionale Karte der Umgebung zu erstellen. Auf diese Weise – oder mithilfe von <a href="http://www.zeit.de/auto/2012-06/autotechnik-assistenz-unfallvermeidung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Car-to-Car-Kommunikation</a> – <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/googles-self-driving-car-wohin-fahren-wir-13002612-p2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bremst das Smart Car Fahrzeuge auf Kollisionskurs automatisch aus</a>, verhindert Zusammenstöße, schützt neben uns auch Radfahrer und Fußgänger.<br />
Überhaupt, die Sache mit den Unfällen. Zur rascheren Reaktion darauf besteht die EU ab 2015 auf Emergency Call – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ECall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kurz: eCall</a>. Das automatische Notrufsystem wird Pflicht für alle Neufahrzeuge. Es soll Verkehrsunfälle automatisch an die Euro-Notrufnummer 112 melden, um so unter anderem die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren. eCall versendet einen Minimaldatensatz mit Unfallzeitpunkt, den genauen Koordinaten des Unfallorts, der Fahrtrichtung, Fahrzeug-ID, Service Provider-ID sowie Informationen darüber, ob der eCall automatisch oder manuell ausgelöst wurde. Als sogenanntes „schlafendes“ System soll eCall <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-13-547_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut der Europäischen Kommission</a> nur im Falle eines Unfalles aktiv werden, aber ansonsten keinerlei Daten sammeln oder weiterleiten. Die Sorge darüber, dass die Privatsphäre durch ständige Überwachung eingeschränkt werden könnte, sei damit unbegründet.<br />
Wem es nach NSA-Affäre und CIA-Bespitzelung schwer fällt, Zusicherungen aus Regierungskreisen zu glauben, der wird sicher auch Schwierigkeiten mit den Angeboten kommerzieller Anbieter haben.<br />
Eines dieser Angebote ist <a href="http://www.moj.io/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mojio</a> (sprich mo-dschi-o) eines kanadischen Entwicklers, das aus „dummen“ Autos „schlaue“ Autos machen soll. Mojio bietet ein eigenes Ökosystem von Apps an. Es kann an die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/On-Board-Diagnose" target="_blank" rel="noopener noreferrer">On-Board-Diagnosebuchse</a> eines Autos – also die Schnittstelle, an der Hersteller oder Autowerkstätten Daten über Schäden an Steuergeräten und Abgassystemen auslesen können – angeschlossen werden und verbindet Auto und Internet. Mojio sendet und empfängt Daten ans und vom Fahrzeug in Echtzeit. Diese Daten werden dann an die entsprechende Smartphone-App weitergeleitet und diagnostizieren dort frühzeitig mögliche Schäden, während der Fahrer, so verspricht der Hersteller, gleichzeitig immer und überall Zugriff auf die allerliebsten Daten hat und zugleich stets mit seinen Lieben verbunden ist.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=e6gYHgGC3BE" title="What is Mojio?" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/e6gYHgGC3BE?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<h3>Wozu das Ganze?</h3>
<p>Naja, wer’s mag. Die Resonanz innerhalb der Gesellschaft, zumindest auf sich selbst fahrende Autos, ist grundsätzlich positiv: <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article126577949/Autos-fahren-schon-bald-wie-von-Geisterhand.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeder dritte Deutsche</a> kann sich vorstellen, in Zukunft ein solches Fahrzeug zu nutzen. Immerhin, zusätzlich zur schnelleren Reaktion auf einen Aufprall und zur Vermeidung von Unfällen, fährt beispielsweise Googles Driverless Car effizienter, sucht sich selbst einen Parkplatz und ermöglicht laut Google sogar Menschen das Autofahren, denen dies bisher verwehrt blieb, wie Menschen mit Behinderungen. Zudem macht es Pendlern das Leben leichter: Anstatt sich mit dem Berufsverkehr zu stressen, konzentriert man schon mal auf die auf dem Smartphone eingegangenen E-Mails.<br />
Mojio wiederum wäre zudem als Gedankenstütze nützlich: Mithilfe einer App kann der Fahrer sein Auto wiederfinden, wenn er sich nicht mehr erinnern kann, wo er es abgestellt hat. Sobald man sich dem Wagen nähert, <a href="http://www.techvibes.com/blog/open-platform-car-app-mojio-2012-12-12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erkennt Mojio das Smartphone des Fahrers</a> und öffnet automatisch die Tür. Und es macht nicht nur das Leben im Auto leichter, sondern das Leben überhaupt: Mojio schließt nach dem Wegfahren die Haustür ab, erinnert daran, der besseren Hälfte das Geschenk zum Jahrestag mitzubringen und bezahlt die Parkgebühr. Anzunehmen wäre auch, dass es sich als Droge gegen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fomo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FOMO (Fear of Missing Out – die Angst, etwas zu verpassen)</a> ganz ausgezeichnet eignet.<br />
Dass die Technik nicht zum Wohle der Menschheit entwickelt wurde, dürfte jedoch jedem klar sein. Der Vorteil des fahrerlosen Autos für Google ist offenkundig: „<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/googles-self-driving-car-wohin-fahren-wir-13002612-p2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wenn man die Autofahrer vom Lenkrad wegbekäme, würde sich ein Milliardenmarkt eröffnen</a>“, mutmaßte kürzlich der FAZ-Redakteur Niklas Maak im Hinblick auf die gewonnene Zeit, die man stattdessen mit z. B. Googeln verbringen könnte. Zumal individualisierte Werbung im Stile der iBeacons auch für das Auto möglich würde.</p>
<h3>Risiken und Nebenwirkungen</h3>
<p>Die Deutschen fühlen sich mit dem Smart Car <a href="http://www.zeit.de/mobilitaet/2013-12/auto-datenschutz-elektronik/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht so recht wohl</a>. Was auf den ersten Blick verheißungsvoll klingt, wirkt bei genauerem Blick auf die „geschwätzige“ Elektronik dann doch unheimlich.<br />
Zudem ist die Frage, ob der ganze Schnickschnack wirklich nötig ist, damit wir getrost noch fauler werden können, nicht die einzige, die sich im Zusammenhang mit den schlauen, den Behörden diagnostische Daten verratenden Autos stellt.<br />
Das Google-Auto hat, wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/googles-self-driving-car-wohin-fahren-wir-13002612.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Niklas Maak kritisiert</a>, kein Lenkrad. Vorbei ist es mit dem autonomen Autofahrer. Wie ein Zug bleibt das Driverless Car stets auf bekannten Straßen – <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article126577949/Autos-fahren-schon-bald-wie-von-Geisterhand.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das von Volvo erdachte Modell führe gar auf unsichtbaren Magnetschienen</a>. Eigentlich könnte man sich also auch einen Chauffeur anschaffen, ein Taxi rufen oder sich eben in den Zug setzen – das wäre besser für die Umwelt, denn die Straßen sind ohnehin schon voll genug.<br />
Den sonst so datensammelwütigen Spionen des FBI ist das Google-Auto <a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/16/google-fbi-driverless-cars-leathal-weapons-autonomous?CMP=EMCNEWEML6619I2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übrigens auch nicht ganz geheuer</a>. Man könne es zu einer selbstfahrenden Bombe umfunktionieren oder hätte die Hände frei, um Schusswaffen abzufeuern, während sich das Fluchtauto nach einem Banküberfall selbst lenken könnte. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, dass die computergesteuerten Autos schlicht von Cyberkriminellen gekapert werden könnten.<br />
Oder der Haken an Mojio: Die Internet-Verbindung ist immer aktiviert. Verschlüsselt und damit hundertprozentig sicher, behauptet der Hersteller. Aber glaubt daran in Zeiten der NSA und des kommerziellen Datensammelwettbewerbs wirklich noch jemand? Sicherlich lassen sich mit den vom Auto oder eben auch von Applikationen wie Mojio gesammelten Daten leicht Persönlichkeits- und Verhaltensprofile erstellen. Profitieren würden davon zum Beispiel <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-11/versicherung-telematik-ueberwachung-kfz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Versicherer</a> – und das auf <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-11/versicherung-telematik-ueberwachung-kfz/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kosten der Versicherten</a>. eCall wird mit einer SIM-Karte ausgestattet sein, die Mobilfunkbetreibern neue Geschäftsfelder eröffnet, und steht in der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/ECall#Datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik</a>, nicht zuletzt durch nötige GPS- und GSM-Module „möglicherweise die technische Grundlage für eine EU-weite Überwachungsinfrastruktur zu schaffen“.<br />
Auch sind noch nicht alle rechtlichen Fragen geklärt: Wenn ein fahrerloses Auto einen Unfall baut – wer hat dann Schuld? Was, wenn ein Beschuldigter „<a href="http://www.zeit.de/mobilitaet/2013-12/auto-datenschutz-elektronik/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht sagen möchte, wie schnell er gefahren ist, die Daten jedoch jederzeit ausgelesen werden können?</a>”, fragt Heiko Haupt in der Zeit.<br />
Nicht zu Unrecht <a href="http://www.zeit.de/mobilitaet/2013-12/auto-datenschutz-elektronik/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">forderte der Ex-Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar</a> die Aufnahme des folgenden Satzes in das <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ivsg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz über intelligente Verkehrssysteme im Straßenverkehr</a>:</p>
<blockquote>
<p>&#8220;Personenbezogene Daten dürfen nur erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, soweit dies durch eine bundesgesetzliche Regelung ausdrücklich zugelassen oder angeordnet wird.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Das mag auf den Staat ja anwendbar sein. Aber wollen wir wirklich noch mehr persönliche Daten unserer Bequemlichkeit opfern? Viel zu häufig geben wir jetzt schon das Datensteuer im übertragenen Sinn aus der Hand. Da mag der Schritt dazu, dies auch im wahren Wortsinn zu tun, wenig bedeutend erscheinen. Wenn wir uns da mal nicht verfahren.</p>
<h3>Alle Teile der Sommerreihe Internet der Dinge:</h3>
<p><strong><em>Einführung:</em> <a title="Internet der Dinge – Leben in der smarten Welt" href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-leben-in-der-smarten-welt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leben in der smarten Welt<br />
</a><em>Teil 1</em></strong>: <strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables/">Smart Wearables</a></strong><br />
<strong><em>Teil 2:</em></strong> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-2-intelligentes-shopping/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Intelligentes Shopping<br />
</strong></a><em><strong>Teil 3: </strong></em><strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-3-smart-home-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Home</a></strong><br />
<em><strong>Teil 5: </strong></em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-5-smart-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Smart Country</strong></a><br />
<strong><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-6-smart-city/">Smart City</a></strong><br />
<em><strong>Teil 7: <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0/">Industrie 4.0 </a></strong></em></p>
<p>Clipart: Mazeo/<a href="http://openclipart.org/detail/87055/c-is-for-car-by-mazeo">openclipart.com</a></p>
<div id="stcpDiv"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></div>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>Nach EuGH-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung: Der Streit kann weiter gehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Apr 2014 14:11:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-139034" alt="Cédric Puisney" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cédric-Puisney-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a><br />
Die Debatte über Vorratsdatenspeicherung  (VDS) in Deutschland kann jetzt endlich weiter geführt werden. Das Thema wird voraussichtlich für Streit zwischen den Koalitionsparteien sowie innerhalb der Parteien sorgen. Inhaltlich stehen sich dabei im Wesentlichen zwei Standpunkte gegenüber. Wir haben bei einem Befürworter und einem Gegner der VDS nachgefragt – beide verweisen auf sich widersprechende Studien.<br />
Aktuell ist Deutschland der einzige EU-Mitgliedsstaat, in dem es keine VDS gibt. Zu Beginn der Großen Koalition drängte das CDU-geführte Innenministerium darauf, zügig ein Gesetz auf Grundlage der EU-Richtlinie zur VDS zu entwickeln. Zum Unmut des Koalitionspartners erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) dann Anfang Januar, das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) abwarten zu wollen, bevor sein Ministerium einen neuen Gesetzentwurf vorlegen werde. Diese Entscheidung muss rückwirkend als angemessen betrachtet werden, denn gemäß des gestrigen EuGH-Urteils ist die entsprechende EU-Richtlinie tatsächlich unzulässig.<br />
Für die neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Andrea Voßhoff (CDU) ist das Thema VDS in Deutschland damit aber noch nicht erledigt. Sie ist der Ansicht, <a href="http://www.heute.de/eugh-hat-vorratsdatenspeicherung-laut-bundesdatenschutzbeauftragte-vosshoff-nicht-grundsaetzlich-verworfen-32668982.html?utm_content=bufferb05b0&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">dass VDS „im Sinne des Gemeinwohls“ sinnvoll sein kann.</a> Für den ehemaligen BfDI Peter Schaar allerdings gehen die Richter des EuGHs inhaltlich weiter als die des Bundesverfassungsgerichts, welches das deutsche Gesetz zur VDS 2010 gekippt hatte. Für Schaar ist <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-EuGH-beerdigt-die-Vorratsdatenspeicherung-2166159.html?utm_content=buffer53d67&amp;utm_medium=social&amp;utm_source=twitter.com&amp;utm_campaign=buffer">die VDS sowie ähnliche Vorhaben, wie die europaweite Speicherung von Daten über Flugpassagiere, vom Tisch.</a><br />
Im Kern der Sache geht es um die Frage, ob VDS für die Aufklärung von Verbrechen – insbesondere im Internet – nützlich ist und der damit verbundene Eingriff in die Grundrechte der Menschen gerechtfertigt werden kann oder eben nicht:<br />
Befürworter der VDS, wie die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), sind der Ansicht, dass VDS essenziell für die Verbrechensbekämpfung sei. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der DPolG, lässt erklären, dass Internet-Verbindungsdaten und Verkehrsdaten der Telekommunikation „wichtige Informationen zum Täterverhalten, Tatstrukturen und möglichen Komplizen“ lieferten. „Schwere Straftaten können erst mit Hilfe dieser Verkehrsdaten aufgeklärt und weitere Delikte verhindert werden“, so Wendt. Verwiesen wird auf <a href="http://bit.ly/1jtf1Uu">eine Studie des Bundeskriminalamts,</a> die diese Auffassung bestätige. Angezweifelt werde zudem die Qualifizierung der Richter. Diese „sollten eine spezielle Sachkunde nachweisen, bevor sie entscheidungsbefugt sind.“<br />
Gegner der VDS, wie Matthias Spielkamp, Redaktionsleiter von <a href="http://iRights.info">iRights.info,</a> vertreten hingegen den Standpunkt, dass es keine belastbaren Hinweise darauf gebe, dass diese zu einer höheren Aufklärungsrate von Internetdelikten führen würde. Spuren, die zur Ermittlung von Tätern führen können, seien auch ohne VDS ausreichend zu finden. Die Grundrechte der Bürger würden daher unverhältnismäßig einschränkt. Der Generalverdacht, unter den die VDS alle Bürger stelle, sei schädlich für eine demokratische Gesellschaft. Spielkamp verweist auf <a href="http://bit.ly/1jtfmGG">eine vom Max-Planck-Institut durchgeführte Studie,</a> die keinen positiven Effekt durch VDS auf die Bekämpfung und Vermeidung von Internetdelikten feststellen kann.<br />
&nbsp;<br />
<strong>Weiterführende Links:</strong><br />
Urteil des EuGH über die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung: <a href="http://bit.ly/1hbeaZ1">bit.ly/1hbeaZ1</a><br />
EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (2006/24/EG v. 15. 3. 2006): <a href="http://bit.ly/1lIbmmB">bit.ly/1lIbmmB</a><br />
Interview mit der Rechtsanwältin und Bloggerin Nina Diercks zum EuGH-Urteil: <a href="http://t.co/nUUc0KCPHd">http://t.co/nUUc0KCPHd</a><br />
Bild: Media Initiative ECI /<a href="https://www.youtube.com/watch?v=y2E936k0UW4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Screenshot Video</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Ankunft der Netzpolitik im Bundestag &#8211; Digitale Presseschau 7/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 15:58:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Diese Woche wurde der netzpolitische Diskurs durch die offizielle Einsetzung des Ausschusses für Digitale Agenda durch den Deutschen Bundestag einigermaßen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche wurde der netzpolitische Diskurs durch die offizielle Einsetzung des Ausschusses für Digitale Agenda durch den Deutschen Bundestag einigermaßen dominiert. Die Erwartungen an den neuen Ausschuss sind groß. Unsere Presseschau beinhaltet darüber hinaus einige Themenschwerpunkte, die auch im neuen Ausschuss diskutiert werden müssen. Peter Schaar appelliert etwa an die Verantwortung der Politik zur Wahrung der Grundrechte im digitalen Zeitalter. Die Idee eines „deutschen Internets“ soll auch im Ausschuss diskutiert werden, wie CDU und SPD betonten. Hannes Grassegger überlegt, ob wir bald mit Visum surfen müssen.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=TnDd5JmNFXE" title="Reclaim Our Privacy" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/TnDd5JmNFXE?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Unser Video der Woche ist der animierte Kurzfilm „Reclaim our Privacy“ der Initiative „La Quadrature du Net“, der sich gegen Überwachung richtet und zum politischen Aktivismus anregt.</p>
<h3><a href="http://www.tagesspiegel.de/themen/agenda/digitale-agenda-wie-die-grosse-koalition-das-neuland-aufteilen-will/9460612.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einsetzung des Ausschusses für Digitale Agenda im Deutschen Bundestag</a></h3>
<p>Gestern wurde der lang angekündigte Ausschuss für Digitale Agenda offiziell im Deutschen Bundestag eingesetzt. Am Tag davor fanden bereits zwei Pressekonferenzen der Regierungsfraktionen statt. Der <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/jens-koeppen-ausschuss-digitale-agenda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschussvorsitzende</a> Jens Koeppen, sowie der <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/lars-klingbeil-ausschuss-digitale-agenda" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitische Sprecher der SPD</a>, Lars Klingbeil, durften die Einsetzung mit Gastbeiträgen in der ZEIT begleiten. Christian Tretbar <a href="http://www.tagesspiegel.de/themen/agenda/digitale-agenda-wie-die-grosse-koalition-das-neuland-aufteilen-will/9460612.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beleuchtet</a> im Tagesspiegel die personelle Besetzung des Ausschusses, samt seiner dahinter stehenden Interessenverbände, sowie die Zuständigkeitsbereiche des ADA in Konkurrenz mit anderen Ausschüssen. Patrick Beuth lässt in der ZEIT auch die <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-02/ada-ausschuss-digitale-agenda-ausblick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Opposition</a> in Person von Konstantin von Notz (Bündnis90/Die Grünen) zu Wort kommen.</p>
<h3><a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-parlamente-muessen-unsere-grundrechte-verteidigen-seite-all/9470034-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenschutz und Datensicherheit zur Verteidigung der Grundrechte</a></h3>
<p>Mit einem Artikel zur Bekämpfung des <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/technologischer-totalitarismus-warum-wir-jetzt-kaempfen-muessen-12786805.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„technologischen Totalitarismus“</a> machte letzte Woche der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), von sich reden. Das Handelsblatt sammelt die Antworten auf Schulz und bringt zusätzlich einen Beitrag des langjährigen Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, der für eine Novellierung des Datenschutzes im digitalen Zeitalter plädiert. Schaar begreift die freie Entfaltung der Persönlichkeit aus der europäischen Grundrechtsperspektive der Menschenwürde und appelliert an die Politik, diese Grundrechte zu schützen: „Die Parlamente müssen auch die Regeln und Konzepte definieren, mit denen der Grundrechtsschutz gewährleistet werden soll.“ Daher spricht er sich für die Definition von roten Linien gegen Überwachung durch Geheimdienste, <a href="http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/dossier-politik/vorratsdatenspeicherung-geschichte-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorratsdatenspeicherung</a> und gegen Missbrauch persönlicher Daten durch Unternehmen aus.</p>
<h3><a href="http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/das-ende-des-internets-1.18239023" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die „Fragmentierung des Internets“ durch nationalisierte Netze?</a></h3>
<p>Über die „Fragmentierung des Internets“ durch nationale Begrenzung schreibt Hannes Grassegger in der Neuen Zürcher Zeitung. Die Idee eines „deutschen Internets“ durch die Deutsche Telekom AG machte schon vor einigen Wochen die Runde und wurde als „Schlandnetz“ verlacht, soll jedoch auch Thema im neuen Ausschuss für Digitale Agenda werden. Wie sieht dann die Zukunft des internationalen Datenverkehrs aus? Müssen wir bald mit Visum surfen? Oder sollten wir an Alternativen zum Internet, wie wir es jetzt kennen, mitarbeiten? Dass auch die Diskussion über Überwachung im Zuge des NSA-Skandals größtenteils als <a href="http://www.freitag.de/autoren/peter-nowak/vorsicht-feind-hoert-mit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„nationaler Souveränitätsdiskurs“</a> geführt wird, weist in eine ähnliche Richtung, wie Peter Nowak im Freitag ausführt. Dieser Diskurs endet zudem nicht selten im antiamerikanischen Ressentiment.</p>
<h3><a href="http://futurezone.at/netzpolitik/anonymitaet-ist-oft-nur-reine-schimaere/50.096.691" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anonymität im Internet</a></h3>
<p>Statt den zahlreichen Diskussionen über Transparenz widmet sich das neue Buch von Inge Brodnig mit dem Titel <a href="http://www.brodnig.org/buch-der-unsichtbare-mensch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Der unsichtbare Mensch“</a> dem Thema Anonymität im Internet. Die Autorin gab futurezone.at ein Interview, in dem sie die Widersprüche der Anonymität zwischen Gesellschaft, Individuum und Staat beschreibt: „Anonymität ist oft nur reine Schimäre“. Hat das Spiel mit den digitalen Identitäten ein Ende?<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Peter Schaar zum Abschied: &#034;Diese Liebe brauchen wir nicht&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/peter-schaar-zum-abschied-diese-liebe-brauchen-wir-nicht-135690/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/peter-schaar-zum-abschied-diese-liebe-brauchen-wir-nicht-135690/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2013 14:56:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135692" alt="Freund hört mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. Inmitten der Offenlegung des umfassendsten Überwachungsskandals in der Geschichte endet heute seine Amtszeit. Die Grünen haben ihn in der vergangenen Woche mit einer Mischung aus Diskussionsveranstaltung und Empfang verabschiedet.<br />
Nahezu die gesamte Prominenz der Partei war vergangenen Mittwoch angetreten, um mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einen Rückblick auf dessen Amtszeit zu wagen und über die Zukunft von Datenschutz und Demokratie zu diskutieren. Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, leitete den Abend mit dem Titel <a href="http://www.gruene-bundestag.de/themen/datenschutz/freund-hoert-mit_ID_4390337.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Freund hört mit!?“</a> im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ein. Ihr Ko-Vorsitzender Anton Hofreiter hielt die Laudatio und der Netzpolitiker Konstantin von Notz kümmerte sich um die Moderation. Auch Renate Künast, Cem Özdemir und Christian Ströbele waren zum Abschied von Schaar gekommen.</p>
<h3>Teilerfolge trotz Abhängigkeit</h3>
<p>Peter Schaar ist studierter Volkswirt und hatte bereits Ämter als Vorstandssprecher der Grünen Hamburg und stellvertretender Datenschutzbeaufragter der Hansestadt inne, bevor er 2003 auf Vorschlag der Partei unter der rot-grünen Koalition zum Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt wurde. 2008 wurde er dann mit einer großen Mehrheit wiedergewählt. Diese breite Unterstützung bröckelte zuletzt, da Schaar sich gerade im Laufe des von Edward Snwoden offen gelegten Überwachungsskandals in starker Opposition zu der Regierung und vor allem zum Innenministerium positionierte. Dabei ist sein Amt personell wie finanziell von diesem abhängig. Rückblickend meinte Schaar an dem Abend, dass er zwar viele Entwicklungen habe beeinflussen können, allerdings nicht genügend Ressourcen und die nötige Unabhängigkeit zur Verfügung gehabt habe, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Dennoch, der elektronische Personalausweis musste wegen Schaar ohne Fingerabdruck auskommen, und auch bei der neuen Gesundheitskarte konnte er Teilerfolge erringen, wie er in einem ausführlichen <a href="http://www.deutschlandfunk.de/interview-der-woche-schaar-snowden-sollte-aufenthaltsrecht.868.de.html?dram:article_id=272080" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem Deutschlandfunk</a> betonte.<br />
Sowohl in diesen beiden Fällen, als auch beim ersten Beschluss einer Vorratsdatenspeicherung 2007 stellte Schaar sich nicht grundsätzlich dagegen, sondern bemühte sich um Kompromisse, was ihm auch viel Unmut einbrachte. „Ich habe mir da viel Kritik anhören müssen“, erinnert sich der scheidende Bundesbeauftragte in seiner Abschiedsrede.</p>
<h3>Es geht um Grundrechte und Selbstbestimmung</h3>
<p>Dass Schaar dennoch insgesamt parteiübergreifend viel Respekt entgegengebracht wurde, beweist auch die Auszeichnung seines Buches <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ende-der-Privatsphaere-Der-Weg-in-die-UEberwachungsgesellschaft/Peter-Schaar/e274320.rhd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Ende der Privatsphäre“</a> zum <a href="http://www.fes.de/daspolitischebuch/preistraeger.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politischen Buch</a> des Jahres 2008 durch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. In diesem warnt er vor der Bedrohung der Privatsphäre durch staatliche Überwachung. Auch bei seinem Abschied ist es ihm wichtig zu betonen, dass Privatsphäre nicht mit „allein gelassen werden“ gleichgesetzt werden dürfe, sondern eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung sei. Für Schaar verdecken die Begriffe Datenschutz und Privatsphäre mit ihrer trockenen Sperrigkeit die Themen, um die es geht: Grundrechte und Selbstbestimmung.<br />
Allerdings wirkt auch der Verwaltungsmensch Schaar selbst im Vergleich zu seinen Ko-Diskutanten, Rena Tangens vom <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a> und Netzaktivist Jacob Appelbaum, recht bürokratisch-sachlich. Nichtdestotrotz ist es wohl auch zu einem gutem Teil dem Bundesbeaufragten zuzuschreiben, dass der US-Aktivist Appelbaum erstaunt konstatieren kann, „wie informiert die Bevölkerung, und wie uninformiert die Bundesregierung ist“.</p>
<h3>Blick in die Zukunft</h3>
<p>Mit Blick auf die Zukunft sieht der Gewürdigte an diesem Abend vor allem drei Baustellen für den oder die Nachfolger/in: Es müsse mehr Verschlüsselung gefördert und eingesetzt und in diesem Zusammenhang auch über die Pflichten von Anbietern von Telekommunikationsleistungen neu diskutiert werden. Zudem sei die Arbeit am bestehenden Recht wichtig, doch müsse diese notwendigerweise inter- oder supranational geschehen. Schaar betont dabei vor allem die EU-Datenschutzverordnung und die UN-Resolution zum Schutz der Privatsphäre, die er als „erste Schritte in die richtige Richtung“ bezeichnet.<br />
Die Beweispflicht müsse dabei stets bei denjenigen liegen, die Grundrechte einschränken wollten, und nicht andersherum. Gerade das „Anlasslose“ bereite ihm Sorgen, meint Schaar in Richtung der Sicherheitspolitiker und Geheimdienste und moniert eine schlicht nicht funktionierende Kontrolle der Geheimdienste: „Niemand hat ein vollständiges Bild“. Eine öffentliche Kontrolle der Geheimdienste sei unabdingbar, denn „deren Liebe brauchen wir nicht“, wie Schaar mit Verweis auf den Ausspruch des früheren Stasi-Chefs Erich Mielke ruft.<br />
Besonders bemerkenswert ist Schaars Forderung nach dem Schutz aller Menschen vor der „Liebe“ der Geheimdienste unabhängig von ihrer Herkunft und Staatsangehörigkeit. Da Geheimdienste nach aktuellem Recht sowohl Nicht-Bürger ohne Einschränkung überwachen, als auch Daten miteinander austauschten dürften, sei ein effektiver Schutz notwendigerweise universell und nicht auf die eigenen Bürger beschränkt.<br />
Die Anforderungen an den oder die Nachfolger/in sind also sehr hoch: internationale Datenschutzabkommen, öffentliche Kontrolle der Geheimdienste, universeller Schutz vor Überwachung. Und dann ist da ja noch der andere Teil des Amtes, die Informationsfreiheit. Peter Schaar macht an dem Abend deutlich, dass diesen Anforderungen seiner Erfahrung nach nur ein/e Bundesbeauftragte/r entsprechen könne, der oder die nicht mehr abhängig vom Bundesinnenministerium und den dortigen Sicherheitspolitikern sei.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/64016652@N02/11309680903/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hise42</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Mehr Datenschutz für Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Thielscher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 15:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Reding]]></category>
		<category><![CDATA[Richtlinie]]></category>
		<category><![CDATA[Verordnung]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute hat die EU-Kommission eine neue Verordnung zum Datenschutz vorgestellt. Diese sieht nicht nur die europaweite Vereinheitlichung gesetzlicher Regelungen vor, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/mehr-datenschutz-fuer-europa/artikelbild_vreding/" rel="attachment wp-att-9782"><img decoding="async" class=" wp-image-9782      alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/artikelbild_vreding.jpg" alt="Viviane_Reding_© European Union, 2012" width="218" height="108" /></a><strong>He</strong><strong>u</strong><strong>te hat </strong><strong>die EU-Kommission eine neue </strong><strong>Verordnung zum Datenschutz vorgestellt. Diese sieht nicht nur die europaweite Vereinheitlichung gesetzlicher </strong><strong>Regelungen vor, sondern auch ein verschärfte</strong><strong>s Vorgehen gegen </strong><strong>Verletzungen der Privatsphäre.</strong></p>
<p>Transparenz und der Schutz sogenannter personenbezogener Daten stehen im Fokus der neuen EU-Verordnung. Bislang waren Mindeststandards für den Datenschutz  durch eine europäische <a href="http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Publikationen/GesetzeVerordnungen/EGDatenschutzRichtline.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Richtlinie</a> festgelegt, der aktuelle <a href="http://statewatch.org/news/2011/dec/eu-com-draft-dp-reg-inter-service-consultation.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwurf</a> soll heute nun in Form einer Verordnung in Kraft treten und die  längst überholte Datenschutzrichtlinie von 1995 ersetzen. Konkret bedeutet das, dass die Inhalte europaweite Gültigkeit erhalten und unverzüglich wirksam werden, nachdem sie zuvor von den Mitgliedstaaten in nationales Recht überführt worden sind. Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Gesetzes soll die Umsetzungsphase beginnen. In Deutschland würde die vorgesehene Verordnung das bisherige Datenschutzrecht ersetzen und auch für die Datenverarbeitung durch staatliche Stellen, zum Beispiel Polizei- und Strafverfolgungsbehörden, gelten. Die zuständige EU-Justizkommissarin Viviane Reding, die die Verordnung heute in Brüssel vorgestellt hat, sieht den Datenschutz als „ein grenzübergreifendes Thema von zentraler Bedeutung“ für Verbraucher und Unternehmen. Diese Ansicht teilt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner, die sich auf eine<a href="http://www.bfdi.bund.de/DE/EuropaUndInternationales/Eurobarometer.html?nn=408914" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Eurobarometer-Studie</a> beruft. Laut dieser Umfrage würden 90 Prozent der europäischen Bevölkerung europaweit geltende Datenschutzrechte begrüßen.</p>
<h3>Datenschutz auf der Höhe der Zeit</h3>
<p>Besonders wichtig sei es nun, das europäische Datenschutzrecht dem aktuellen Stand der Technik, insbesondere dem des Internet, anzupassen. Auch in Brüssel hat man also inzwischen erkannt, dass die  gesetzlichen Regelungen von 1995 „einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit&#8221; seien, wie Reding auf der DLD Conference am Wochenende in München einräumte. Auch sehe man vor, pro Unternehmen nur noch einen EU-Staat für die Kontrolle des Datenschutzes verantwortlich zu machen. Die Richtlinie von 1995 besagt bislang, dass EU-Bestimmungen zum Datenschutz nur dann angewandt  werden, wenn ein Unternehmen einen Sitz in Europa habe, wie beispielsweise Facebook in Irland. Mit dem überarbeiteten Entwurf müssen sich Unternehmen nun ausnahmslos an die europaweit geltenden Datenschutzgesetze halten, sobald sie sich an EU-Bürger richten, unabhängig von deren Standort. Dieses Prinzip wird als „Targeting“ bezeichnet. Des Weiteren sieht die neue Verordnung ein „Recht auf Datenportabilität“ vor. Betroffene können damit jederzeit eine Kopie ihrer persönlichen Daten, die von Unternehmen gespeichert wurden, anfordern. Dabei muss die Datenkopie ein gängiges, elektronisches Format besitzen. Auch hat der User in Zukunft das Recht, selbst auf alle von ihm gespeicherten Daten zuzugreifen, beispielsweise um diese aus einem Unternehmen abzuziehen und einem anderen zu übergeben</p>
<h3>Recht auf Vergessen</h3>
<p>Für Diskussionen sorgte im Vorfeld vor allem das „Recht auf Vergessen“. Dieses gibt den Usern die Möglichkeit, ihre Erlaubnis zur Speicherung und Verarbeitung persönlicher Daten jederzeit zurückzuziehen, wobei dieses Prinzip nicht auf das Internet beschränkt ist. Eine Ausnahme bildet dabei beispielsweise der Umgang mit Zeitungsarchiven. Damit wird die Pressefreiheit dem neuen Recht ausdrücklich übergeordnet, denn, so Reding, das Recht, vergessen zu werden dürfe „keinen Vorrang gegenüber Meinungs- und Informationsfreiheit bekommen“. Weiterer Schwerpunkt der neuen Richtlinie ist der transparentere Umgang mit gespeicherten User-Daten. Für den Fall eines unberechtigten Zugriffs auf die gespeicherten Daten, beispielsweise durch einen Hackerangriff, müssen künftig innerhalb von 24 Stunden die zuständige Aufsichtsbehörde und in schweren Fällen auch die Betroffenen selbst informiert werden. Bei Verstößen drohen dem Unternehmen Bußgeldverfahren von bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes. Weiterhin will man insbesondere soziale Netzwerke wie Facebook durch das „Privacy by Default”-Prinzip verpflichten, ihre Grundeinstellungen datenschutzgerecht zu halten. Was der einzelne User anschließend an Veränderungen vornimmt, ist seine persönliche Entscheidung und wird nicht mehr durch das geltende Datenschutzgesetz gedeckt werden.</p>
<h3>Stärkung des Datenschutzes</h3>
<p>Bei der Vorstellung der überarbeiteten Datenschutzrichtlinie in der vergangenen Woche bewertete der <a href="http://www.bfdi.bund.de/Vorschaltseite_DE_node.html">Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit</a> Peter Schaar diese überwiegend positiv, besonders erfreulich seien die Stärkung der Grundprinzipien des Datenschutzes und der Betroffenenrechte sowie die Verbesserung der Ausführbarkeit und Regelungen zur Profilbildung. Durch die europaweite Harmonisierung des Datenschutzes würden zudem Kosten von insgesamt 1,3 Milliarden Euro gespart werden, welche durch die derzeit bestehenden 27 unterschiedlichen Datenschutzgesetze pro Jahr für Unternehmen anfallen. Als positiv schätzt der Datenschutz-Beauftragte auch den Entfall der Meldepflicht, die Durchsetzung von Vorabkontrollen und -konsultationen, sowie die EU-weite Einführung betrieblicher Datenschutzbeauftragter.</p>
<h3>Kritik von Innenminister Friedrich</h3>
<p>Neben den Verbesserungen machte Schaar jedoch auf einige Aspekte aufmerksam, die weiterer Änderungen bedürften. So hält er wesentliche Regelungen für zu unbestimmt und vage formuliert und vermisst klare Normen. Dabei erscheint ihm insbesondere die Regelung der behördlichen und gerichtlichen Zuständigkeit als konfus. Auch vermutet Schaar neue bürokratische Hürden aufgrund der Tatsache, dass nur ein Mitgliedsland mögliche Beschwerde ahnden dürfte. Kritik am Inhalt der neuen Datenschutzverordnung äußerten auch der Freiburger Verfassungsrichter Johannes Masing und Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Aus juristischer Sicht bestehe künftig sogar die Gefahr einer „Nichtanwendbarkeit deutscher Grundrechte“, befürchtet Masing. Dies bemängelt auch Friedrich, der den Standpunkt vertritt, dass „die Vorstellungen der Kommission, auf vielen Gebieten eigenes Recht an die Stelle von nationalen Vorschriften zu setzen“ kritisch zu sehen sei. Ein aktuelles Beispiel, insbesondere auf Deutschland bezogen, ist die Diskussion zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung. Der Mechanismus wäre mit den neuen Ansätzen „nicht kompatibel“, ist Peter Schaar überzeugt. Trotzdem würde es vermutlich zunächst zu keiner Veränderung kommen. Schaar selbst setze daher auf die laufende Überarbeitung der einschlägigen Richtlinie. Darüber hinaus befürchte er, dass die Rolle der <a href="http://ec.europa.eu/justice/data-protection/article-29/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel-29-Datenschutzgruppe</a>, ein unabhängiges Beratungsgremium der Europäischen Kommission,  geschwächt werden würde.</p>
<p>Alles in allem erkennt Schaar jedoch „das Bemühen, den Datenschutz in Europa auf ein höheres Niveau zu bringen”. Bis zur offiziellen Veröffentlichung am heutigen Mittwoch konnten noch Änderungen am Entwurf der EU-Verordnung vorgenommen werden. Noch nicht entschieden ist, welche der Neuerungen im Gesetzgebungsverfahren eintreten werden. Spätestens in 24 Monaten sollen die Datenschutzmaßnahmen europaweit umgesetzt werden.</p>
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		<title>Post Privacy vs. Privatsphäre</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzstandpunkte/pro-contra-post-privacy-vs-privatsphaere-5908/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 17:58:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Post Privacy]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian Westermayer]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/netzstandpunkte-privatsphaere.png" width="480" height="200" /><br />
Gehören private Daten im Internet der Vergangenheit an? Ja, meinen die Vertreter der Post Privacy-Bewegung. Wie Sebastian Westermayer, der Privatsphäre im Netz für eine Illusion hält. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar widerspricht vehement: Auch in Zeiten von WikiLeaks sei eine Vielzahl von Informationen schützenswert.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gehören private Daten im Internet der Vergangenheit an? Ja, meinen die Vertreter der Post Privacy-Bewegung. Wie Sebastian Westermayer, der Privatsphäre im Netz für eine Illusion hält. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar widerspricht vehement: Auch in Zeiten von WikiLeaks sei eine Vielzahl von Informationen schützenswert.</p>
<p>Nach Einschätzung von Christian Heller von der datenschutzkritischen Spackeria, einer Gruppe von Post Privacy-Vertretern, ist Privatsphäre ein Auslaufmodell und Datenschutz ein Kampf gegen Windmühlen. Warum das so sei, legt er in seinem kürzlich veröffentlichten Buch „Post Privacy &#8211; Prima leben ohne Privatsphäre“ dar, das <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/lesart/1646266/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gestern bei dradio.de</a> vorgestellt wurde. Prominente Vertreter der Spackeria wie Julia Schramm <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,749831,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zeigen sich davon überzeugt</a>, dass Privatsphäre und Datenschutz in unserer vernetzten Welt nicht mehr zu schützen sind. Datenschützer sind ihnen ein Dorn im Auge: Sie halten sie schlicht für überflüssig.</p>
<h2>Pro-Standpunkt von Sebastian Westermayer</h2>
<p>Das Internet wurde erschaffen, um Daten zu teilen und sich zu verbinden. Von Anfang an war die Kommunikation im Internet eine öffentliche, prinzipbedingt. Selbst in den von Milliarden von Menschen genutzten sozialen Netzwerken ist Privatsphäre eine Illusion, denn der Diensteanbieter kann immer mitlesen, aber auch staatliche Behörden, potenziell sogar die ganze Welt, wie zahllose Datenleaks beweisen. Dazu kommt ein weiterer Aspekt: Betrachtet man die Entwicklung der Computerisierung und ihren Einfluss auf unsere Gesellschaft, erkennt man leicht, dass die Digitalisierung unseres Lebens immer weiter voranschreitet. In jedem Smartphone stecken heute schon unzählige, mit dem Internet verbundene Sensoren. Die Sensorendichte und -qualität wird stetig zunehmen, parallel zu der exponentiellen Entwicklung der Speicherkapazität, Bandbreite und Prozessorleistung. In absehbarer Zukunft wird sich dem niemand mehr entziehen können, weder durch Verschlüsselung, noch durch Datenvermeidung oder Nichtteilnahme. Doch für den Zulauf sozialer Netzwerke und die Beliebtheit von Apps, die die öffentlich verfügbaren Daten &#8211; auch die intimsten &#8211; für uns nutzbar machen, gibt es einen Grund: Der Mehrwert, den wir aus der Nutzung ziehen, ist vielfältig. Sie helfen uns, persönliche soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Aus der Entwicklung ergeben sich auch gesamtgesellschaftliche Vorteile: Je informierter wir sind, desto besser können wir agieren, beispielsweise Gefahren identifizieren und abwehren. Freie Daten bedeuten eine Beleuchtung der Machtverhältnisse und ein Ende des Herrschaftswissens. Wissen wird demokratisiert und geteilt. Auf zwischenmenschlicher Ebene schwindet die Angst vor dem unbekannten Gegenüber. Kenne ich die Schwächen, Ängste und Unsicherheiten des Anderen &#8211; und er meine -, sind wir einander nicht mehr fremd und müssten uns nicht fürchten, wir sind verbunden. Selbst wenn wir mit einigen anderen Menschen nicht zurechtkommen, finden wir durch Offenlegung unserer Interessen Gleichgesinnte, sei es für ein seltenes Hobby oder für eine Revolution. Nicht zuletzt ist das Netz eine Gedächtnis- und Geisteserweiterung, die mit sozialen Komponenten &#8211; also öffentlichen und verknüpften Daten &#8211; erst ihre volle Kraft entfaltet. Sammeln und Auswerten von Daten sind Grundlage und Treibstoff all dieser Dynamiken, und vor der Idee der Privatsphäre macht die Entwicklung nicht halt.</p>
<h2>Contra-Standpunkt von Peter Schaar</h2>
<h3>Prima leben ohne Privatsphäre?</h3>
<p>„Die Privatsphäre ist weg! Machen wir das Beste daraus“ – das ist die Botschaft von Post Privacy. Damit klammern sich die Postprivatisten an die Annahme, dass Daten, die einmal digital erfasst wurden, stets unkontrollierbar seien und öffentlich werden – ob der Betroffene dies wünscht oder nicht. Ein wenig erinnert mich diese Argumentation an die (vulgär)marxistische These, dass sich Gesellschaften zwangsläufig entwickeln und es den Menschen nur noch an der „Einsicht in die Notwendigkeit“ mangele. Diese behauptete Zwangsläufigkeit gibt es aber nicht. Auch wenn die Speicherungsmöglichkeiten heute ungleich größer sind als in Zeiten analoger Datenverarbeitung lassen sich auch digitale Informationen schützen, sei es durch neuartige Verschlüsselungs- und Datenseparierungskonzepte oder traditionellen Zugriffsschutz. Auch in Zeiten von WikiLeaks sind vielfältige Informationen (zum Glück) rechtlich schützenswert und technisch geschützt. Falsch ist auch die Annahme, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sei rein negativ konzipiert, gar ein ‚Recht auf Verstecken’. Dabei blenden die Postprivatisten konstruktive Datenschutzkonzepte völlig aus, etwa die technologisch orientierten Ansätze des „Privacy by Design“ und des „Privacy by Default“. Und wohin soll Post Privacy eigentlich führen? Christian Heller führt in seinem Buch „Post-Privacy. Prima leben ohne Privatsphäre“ etwa aus, dass sich mit ‚datenschützerischem Duckmäusertum’ und der Flucht ins Verborgene keine Freiheit verteidigen lasse. Im Umkehrschluss hieße das: Nur wer totale Transparenz anvisiert, verteidigt die Freiheit. Die damit einhergehende Überwachung wird heruntergespielt, ihre Folgen verharmlost. Gerade umfassende Registrierung, Profilbildung und Durchrasterung führt zum Duckmäusertum, nicht der Schutz davor. Post Privacy ist deshalb nicht nur naiv, sondern auch gefährlich. Pressemeldungen über Überwachungsstaaten lassen nur erahnen, in welchem Ausmaß Datenströme kontrolliert, zensiert und manipuliert werden können. Offensichtlich haben sich deren Apparate bereits darauf eingerichtet, die Informationen, die Facebook, Twitter und Co. liefern, zu nutzen und Oppositionelle noch gezielter zu unterdrücken. Transparenz führt in solchen Staaten nicht zur Freiheit, sondern in die totale Unterdrückung.<strong><strong><br />
</strong></strong></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Zu vielen egal, was mit Daten geschieht&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/zu-vielen-egal-was-mit-daten-geschieht-3761/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Feb 2008 16:28:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesdatenschutzbeauftragter]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch, den 13.02.2008, war der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de zu Gast. Er sprach über den Konflikt von Sicherheit und Freiheit und äußerte Zweifel am Nutzen des Bundestrojaners und der Vorratsdatenspeicherung.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch, den 13.02.2008, war der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de zu Gast. Er sprach über den Konflikt von Sicherheit und Freiheit und äußerte Zweifel am Nutzen des Bundestrojaners und der Vorratsdatenspeicherung.<br />
<!--break--> </p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen im tagesschau-Chat. Im ARD-Hauptstadtstudio ist heute unser Gast Peter Schaar, oberster amtlicher Datenschützer in Deutschland. Sollten Sie Sorgen wegen Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung oder Angst um ihre Daten als Flugpassagier haben, dann ist Peter Schaar der richtige Mann für Sie. Vielen Dank, dass Sie heute Zeit für uns haben und die erste Frage von den vielen ist diese:
</p>
<p>
<b>Trevor:</b> Was weiß der Staat über mich, wie kann ich herausfinden, was er weiß?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Jeder hat ein Recht auf Auskunft über die personenbezogenen Daten, die über ihn gespeichert sind. Das setzt allerdings voraus, dass man zumindest eine vage Ahnung hat, wer welche Daten über ihn besitzt. Dann sollte man sich nicht scheuen, die Auskunft über diese Daten zu verlangen. Die Auskunft ist grundsätzlich kostenlos.
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/pschaar_300x.jpg" alt="Peter Schaar" title="Peter Schaar" height="305" width="235" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i>Peter Schaar, Bundesdatenschutzbeauftragter</i>
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>BB:</b> Thema Kundenservice: Was unternehmen die verschiedenen Datenschutzbehörden, die Bearbeitungszeit von Datenschutzanfragen zu verringern? Und warum werden Auskunftsgesuche an Behörden über die dort gespeicherten eigenen (!) Daten meist nur in Form einer Akteneinsicht gewährt, die für den Bürger erst einmal keinerlei verwertbare Beweise an die Hand liefert bzw. den Kostenaufwand (Kopien müssen gezahlt werden) und Zeitaufwand (es muss zu Arbeitszeiten ein Termin auf der Behörde wahrgenommen werden)  für den Bürger enorm in die Höhe treibt?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Da würde ich sagen: Jeder hat ein Auskunftsrecht und &#8211; man mag dies bedauern oder nicht &#8211; kein Akteneinsichtsrecht in die über ihn gespeicherten Daten. Lediglich im formellen Verwaltungsverfahren besteht ein grundsätzlicher Anspruch auf Akteneinsicht.<br />
<br />
Außerdem gibt es noch einen Informationszugangsanspruch nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Leider steht im Datenschutzgesetz keine Höchstfrist für die Beantwortung von Auskunftsersuchen.
</p>
<p>
Da die Zahl der Anfragen bei den Datenschutzbeauftragten in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist, ohne dass es für die Bearbeitung mehr Personal gegeben hätte, wirkt sich dieser Umstand leider auch nicht beschleunigend aus.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die höchst bewertete Frage aus unserem &quot;Warteraum&quot;, in dem wir vor dem Chat Fragen sammeln, eine eher grundsätzliche Frage:
</p>
<p>
<b>Freiheit:</b> Wie passt es zusammen, dass die Bürger der Bundesrepublik keine Überwachung wollen und ihre Vertretungen im Bundestag immer mehr Überwachung fordern? Mit welchem Recht geschieht dies?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Leider sind die Verhältnisse nicht so einfach, wie die Frage suggeriert.<br />
<br />
In der konkreten Situation möchten die Bürgerinnen und Bürger fast immer ein Höchstmaß an Sicherheit. Wenn sie aber konkret von Überwachung betroffen sind und sogar Nachteile aus der Überwachung befürchten, lehnen sie diese ab. Es kommt immer auf die konkreten Abwägungen zwischen Sicherheit und Freiheit an. Und dies ist häufig nicht einfach und vor allen Dingen nicht unstrittig. Leider beobachte ich in der Politik die Tendenz, Sicherheit vor Freiheit zu stellen. Dies führt aber letztlich nicht automatisch zu mehr Sicherheit, sondern zu mehr Befangenheit bei den Betroffenen.
</p>
<p>
<b>mb:</b> Ich habe manchmal das Gefühl, Sie werden von vielen Politikern ganz gerne ignoriert. Wenn Sie Bedenken anmelden, dann werden die Sachen dann oft trotzdem einfach beschlossen. Trügt das, oder kommen Sie sich wirklich manchmal hilflos vor?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Der Datenschutzbeauftragte hat in der Tat nicht die letzte Entscheidung über Gesetze. Die liegt zu Recht beim Bundestag. Ich würde auch nicht sagen, dass meine Interventionen generell ignoriert werden, aber auch hier gilt, dass nicht allein die Macht des Arguments zählt sondern die Unterstützung und Wertschätzung von Datenschutzanliegen in der Öffentlichkeit.
</p>
<p>
Hier könnte ich mir durchaus noch mehr Rückenwind vorstellen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das heißt also: Nicht nur der Politik, auch dem Bürger mangelt es an Gefühl für &quot;grundsätzlichen&quot; Datenschutz &#8211; das ist offenbar seit den Protest-Zeiten gegen die Volkszählung verloren gegangen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Hier würde ich differenzieren: Es gibt durchaus eine zunehmende Zahl von Menschen, denen angesichts immer umfassenderer Kontrolle, Überwachung und Registrierung mulmig wird. Aber vielen, zu vielen, ist es bisher noch egal, was mit ihren Daten geschieht. Manche gebärden sich im Internet ja sogar geradezu exhibitionistisch.
</p>
<p>
<b>Forst:</b> Was ist Ihr größter Erfolg bislang in Ihrer Funktion gewesen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Es gab mehrere Erfolge. Zum einen haben die Datenschützer verhindern können, dass biometrische Daten außerhalb der Reisepässe in zentralen Dateien landen. Im vergangenen  Jahr konnte ich erreichen, dass die lokalen Passregister nicht bundesweit vernetzt werden sondern nur für den Zugriff der lokalen Polizeibehörden offen stehen. Außerdem hat es im Bereich der Wirtschaft verschiedene Fortschritte gegeben. Zum Beispiel erhält man heute Auskunft über seinen &quot;Scorewert&quot; bei der Schufa und die Selbstauskunft führt auch nicht mehr zu verschlechterten Kreditkonditionen. Dies sind zugegebenermaßen jeweils kleinere Erfolge. Aber durchaus keine, die man vernachlässigen sollte.
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<p>
<b>Intrinsisch:</b> Wie können wir als Bürger Ihre Arbeit unterstützen und Ihnen dadurch mehr Gewicht geben?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Die einfache Antwort wäre: Wenden Sie sich an Ihre Abgeordneten und fordern Sie von ihnen Verbesserungen beim Datenschutz.
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<p>
<b>Bundestrojaner:</b> Sehr geehrter Herr Schaar, ist es nicht perfide, dass der deutsche Bundestag ein der allgemeinen Sicherheit dienendes Gesetz (Vorratsdatenspeicherung) verabschiedet, das einige Berufsgruppen (darunter zufällig auch Abgeordnete) de facto davon ausnimmt? Ist das nicht der Beginn einer Spaltung (Überwacher / Überwachte)?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Zunächst einmal eine Richtigstellung: Die Vorratsdatenspeicherung betrifft ohne Unterschied sämtliche Berufsgruppen, also auch die Abgeordneten. Richtig ist, dass gerade diejenigen, die in einem besonderen Vertrauensverhältnis stehen (also Anwälte, Ärzte, Journalisten und Abgeordnete), befürchten müssen, dass ihre Kommunikationsbeziehungen registriert und Dritten bekannt werden. Jeder kann sich ausmalen, was dies zum Beispiel für die AIDS-Beratung oder für einen Journalisten bedeutet.
</p>
<p>
<b>aristarch:</b> Sehr geehrter Herr Schaar, reden Sie doch mal bitte Klartext: Wie viele Bombenattentate werden jemals durch die Datenvorratshaltung tatsächlich verhindert werden? Macht die nicht nur nach der Tat den Ermittlern das Leben leicht?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Ich bin bekanntlich kein Freund der Vorratsdatenspeicherung und ich glaube auch nicht, dass dadurch irgendwelche Straftaten verhindert werden können. Selbst bei der Aufklärung von Straftaten habe ich den Eindruck, dass diese neue Maßnahme überschätzt wird. Zumal mittlerweile nahezu jedem Straftäter bekannt sein dürfte, dass seine Kommunikationsdaten gespeichert werden. So wie sich ein Einbrecher durch Handschuhe dagegen schützt, Fingerabdrücke zu hinterlassen, werden auch andere Straftäter versuchen, falsche Spuren zu legen oder solche Spuren gänzlich zu vermeiden. Dagegen wird die Vorratsdatenspeicherung letztlich nichts ausrichten können.
</p>
<p>
<b>CBieser:</b> Sehr geehrter Herr Schaar, können Sie sich dann erklären, warum Herr Schäuble und die Bayrische Landesregierung so nach dem &quot;Bundestrojaner&quot; lechzen?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Ich habe den Eindruck, dass diese Ermittlungsmethode stark überschätzt wird. Diejenigen, gegen die man die Online-Durchsuchung einsetzen will &#8211; also die Mafia und terroristische Organisationen &#8211; werden sich dagegen zu schützen wissen.
</p>
<p>
<b>McKenzie:</b> Die Interessenvertreter der Musik-und Filmindustrie haben bereits angekündigt, auch auf dem zivilrechtlichen Weg Zugriff auf die Vorratsdatenspeicherung bekommen zu wollen. Bei einigen Kollegen scheint das auf Zuspruch zu stoßen. Das dies durchaus in der Zukunft &#8211; vielleicht schon nächste Legislaturperiode &#8211; geschehen könnte, ist gar nicht abwegig (siehe LKW-Maut). Wird die Vorratsdatenspeicherung am Ende nur zu einem Gesetz, das die Urheberrechte schützen soll?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Bereits jetzt werden diese Daten für strafrechtliche Ermittlungen in Urheberrechtsfällen verwendet. Der Gesetzgeber hat allerdings die Forderung der Musikindustrie nach einer zivilrechtlichen Nutzung der Verkehrsdaten zurückgewiesen. Ob es dabei bleibt, hängt von Entscheidungen des Gesetzgebers ab. Über diese zukünftigen<br />
Entscheidungen zu spekulieren, halte ich für wenig sinnvoll.
</p>
<p>
<b>Thomas S.:</b> Kann es vorkommen, dass man sich durch Kontakt zu Freunden oder Bekannten aus dem Nahen Osten bereits verdächtig macht und somit die Überwachung zur eigenen Person verstärkt wird? Oder müssen schwerwiegendere &quot;Vergehen&quot; begangen werden, bis so etwas geschieht?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: In der Antiterrordatei werden auch Daten über so genannte Kontakt- oder Begleitpersonen gespeichert. Allein die Tatsache, dass ein Freund oder Nachbar aus dem Nahen Osten stammt, reicht aber nicht aus, um als Verdächtiger zu gelten.
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<p>
<b>Tuxyso:</b> Für wie kritisch halten Sie den Einsatz von RFID-Technologie (Chips, die drahtlos ausgelesen werden können; Anm. der Redaktion),  z.B. bei Reisepässen? Da es sich oft um passive RFID-Chips handelt, ist ja erst einmal nicht gewährleistet, dass Unbefugte die Daten auslesen.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Es gibt sehr unterschiedliche RFID-Chips. Die in den Reisepässen verwendeten Chips sind durch Verschlüsselung gegen ein einfaches Auslesen geschützt. Allerdings gibt es Fallkonstellationen, in denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Daten aus dem Reisepass ausgelesen werden können. Wer ganz sicher gehen will, sollte eine metallene Schutzhülle verwenden.
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<p>
<b>Moderator</b>: Wo wir gerade beim Thema schützen sind:
</p>
<p>
<b>else:</b> Wie kann man sich gegen die Vorratsdatenspeicherung so gut wie möglich schützen?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Hier muss man zwischen dem Telefonieren und der Internetnutzung unterscheiden.<br />
<br />
Im Internet gibt es so genannte Anonymisierungsdienste, durch die eine Rückverfolgung des Urhebers einer Nachricht erschwert wird. Mir stellt sich in dem Zusammenhang allerdings auch die Frage, wer solche Dienste betreibt. So wird der weltweit bedeutendste Anonymisierungsdienst durch das US-Verteidigungsministerium gesponsert. Jeder muss selbst<br />
entscheiden, ob er einem solchen Dienst seine Kommunikationsdaten anvertrauen will.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Handelt es sich um den TOR-Dienst?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Das trifft zu. Beim Telefonieren werden nach wie vor Prepaid-Karten verwendet, die zum Beispiel im Ausland erworben wurden oder die man von Dritten erhalten<br />
hat. Wenn solche Methoden verwendet werden, wie in der kriminellen Szene üblich, können die Ermittlungsbehörden mit den auf Vorrat gespeicherten Daten nicht allzu viel anfangen.
</p>
<p>
<b>AV:</b> Vorratsdatenspeicherung und Auskunftsanspruch: Kann ich von meinem Telefon- / Internetanbieter die über mich gespeicherten Informationen verlangen? Also auch das, was an Verbindungsdaten durch die Vorratsdatenspeicherung angefallen ist? Muss ich dann nicht mit Daten im Telefonbuch-Umfang rechnen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Der Auskunftsanspruch des Betroffenen gilt für alle personenbezogenen Daten, also auch für die Verkehrsdaten, die auf Vorrat gespeichert werden. Insofern hat jeder das Recht sich an seinen Anbieter zu wenden und kostenlos Auskunft zu verlangen. Dass es sich dabei um sehr umfangreiche Daten handeln wird, ist ziemlich<br />
wahrscheinlich.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ich weiß nicht ob es so ist, aber dafür ist ja Herr Schaar da:
</p>
<p>
<b>asdf:</b> Als Informatiker weiß ich, dass die Vorratsdatenspeicherung bei E-Mails technisch bedingt nicht nur die so genannten &quot;Verbindungsdaten&quot; sondern die ganze<br />
E-Mail speichert, da sich die Kopfdaten technisch nicht vom Inhalt der Mail unterscheiden. Ist dies den Befürwortern der Vorratsdatenspeicherung im Bundestag bewusst, und wird sie daher auch tatsächlich auch ausgenutzt werden?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Die Daten, die über den E-Mail-Verkehr gespeichert werden dürfen, sind ausdrücklich gesetzlich definiert. Dazu gehört zum Beispiel nicht der Betreff einer E-Mail, allerdings aber Angaben über den Sender und den Empfänger einschließlich der dabei verwendeten IP-Adressen.
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<p>
<b>Qwent:</b> Wie passt es zusammen, dass viele Leute Angst vor staatlicher Datenüberwachung haben, aber gleichzeitig persönliche Daten ohne Weiteres freiwillig veröffentlichen, z.B. in Social Networks?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Das ist eher eine soziologische oder auch psychologische Frage, weniger eine datenschutzrechtliche. Ich habe den Eindruck, dass die Faktoren Unbedarftheit und Geltungsdrang eine Rolle spielen &#8211; in unterschiedlichem Mischungsverhältnis. Zumindest gegen die Unbedarftheit kann man allerdings etwas machen.
</p>
<p>
<b>Lena:</b> Das Profil eines Menschen wird auf Knopfdruck im Internet sichtbar. Wie präsent ist das Thema Datenschutz z.B. bei Google?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Es gibt sehr intensive Diskussionen zwischen uns Datenschützern und den Betreibern der Suchmaschinen. Dabei wird allerdings deutlich, dass Dienste wie Google weltweit agieren. Während der Gesetzgeber und auch die Datenschutzbehörden regelmäßig nur im jeweiligen Land Bedeutung haben. Deshalb kooperieren wir auch mit ausländischen Datenschutzbehörden, um für Internetnutzer einen besseren Datenschutz durchzusetzen. Allerdings mit eher mäßigem Erfolg.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Können Sie den mäßigen Erfolg an einem Beispiel deutlich machen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Wir haben erreicht, dass Google die Suchanfragen mit IP-Adressen (eine Zahlenreihe über die man Internetanschlüsse identifizieren kann; Anm. der Redaktion) nur noch achtzehn Monate speichert. Vorher gab es keine Löschungsfristen. Wenn man allerdings in das deutsche Telemediengesetz schaut, dann heißt es dort: Nutzungsdaten sind unmittelbar nach Ende des Nutzungsvorgangs zu löschen.
</p>
<p>
<b>Sascha:</b> Wir haben gesehen, dass viele das Portal studiVZ wegen der neuen AGBs boykottieren. Finden Sie das berechtigt?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Ich finde es gut, dass Datenschutz auch bei Social Networks zu einem Thema geworden ist. Den Betreibern ist dadurch sicherlich klar geworden, dass sie nicht nur formal Gesetze einhalten müssen, sondern dass es tatsächlich um den Persönlichkeitsschutz der User geht.<br />
<br />
Das sehe ich positiv.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Müssen wir &#8211; die Bürger &#8211; überhaupt das Augenmerk beim Thema Datenschutz mehr auf den &quot;privaten&quot; Bereich richten? Schaut man vielleicht zu viel auf das Thema Bundestrojaner und zu wenig auf das Thema, welche Daten ich ganz ohne Zwang preisgebe?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Beide Bereiche sind wichtig und sie hängen ziemlich stark zusammen. Wenn man beiläufig alle möglichen Daten preisgibt, dann können diese Daten auch aufgesammelt und von Unternehmen, staatlichen Stellen und vielleicht sogar Kriminellen verwendet werden.
</p>
<p>
Wer sparsam mit seinen Daten umgeht und sich späterer Verwendungsmöglichkeiten bewusst ist, gerät weniger in Gefahr, dass seine Daten außer Kontrolle geraten. Staatliche Stellen sammeln deutlich weniger Daten als Unternehmen, aber sie können ggf. auf diese Daten zugreifen. Stichwort: Vorratsdatenspeicherung. Auch beim Flugverkehr sammeln ja zunächst die Airlines die Daten, geben sie dann aber staatliche Stellen im In- und Ausland weiter. Insofern kann man die staatliche Datenverarbeitung und diejenige der Unternehmen nicht immer trennen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Einstellung &quot;Ich habe nichts zu verbergen&quot; schreibt man ja eher älteren Menschen zu. Sie scheint aber auch gerade unter jungen Menschen verbreitet zu sein. Vor einigen Jahren wurde der Computerunterricht in der Schule eingeführt. Brauchen wir bald auch Datenschutz-Unterricht?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Datenschutz gehört in den Informatik-Unterricht und in den Gemeinschaftskundeunterricht gleichermaßen. Hier gibt es noch Defizite.
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<p>
<b>Marc:</b> Welche Instrumente stehen ihnen zur Verfügung, um Datenschutzinteressen durchzusetzen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Die Datenschutzaufsichtsbehörden können jede Verarbeitung personenbezogener Daten bei staatlichen Stellen und bei Unternehmen kontrollieren. Im privatwirtschaftlichen Bereich können sie auch Bußgelder verhängen, wenn auch im Vergleich zum Beispiel zum Kartellrecht recht niedrige. Im staatlichen Bereich können die Datenschutzbeauftragten &quot;förmliche Beanstandungen&quot; aussprechen. Zu diesen muss dann die Leitung der jeweiligen öffentlichen Stelle Stellung nehmen. Sie kann sich nicht hinter einem Sachbearbeiter verstecken. Letztlich ist aber die öffentliche Erörterung der Datenschutzpraxis und der festgestellten Verstöße das wirksamste Instrument.
</p>
<p>
<b>anonym:</b> Wäre es nicht sinnvoll, den Datenschutzbeauftragten die gleichen Vollmachten wie der Staatsanwaltschaft zu übertragen? Ohne wirkungsvolle Sanktionen ist das Amt des Datenschützers aus Sicht eines Verwaltungsbeamten doch eben so interessant, wie der besagte Sack Reis, der in China um fällt.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Im Hinblick auf die Ermittlungsbefugnisse gibt es da auch heute keinen allzu großen Unterschied. Allerdings können Datenschutzbeauftragte keine Festnahmen verfügen und Hausdurchsuchungen oder Telefonüberwachungsmaßnahmen anordnen. Ich zögere allerdings, derartige Befugnisse zu fordern.
</p>
<p>
<b>Rudi:</b> Wie sehen Sie die Zukunft, haben wir die Spitze des Eisberges schon erreicht oder müssen wir in Zukunft mit einem weiteren Schritt in Richtung &quot;Überwachungsstaat&quot; rechnen?
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Wir erleben derzeit eine Überwachungsoffensive, die sogar über die Maßnahmen hinaus geht, die unmittelbar nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 beschlossen wurden. Vorratsdatenspeicherung, Fluggastdatenübermittlung und -speicherung, biometrische Grenzkontrollen. All dies wurde in letzter Zeit eingeführt oder soll in nächster Zeit eingeführt werden. Uns Datenschützern geht die Arbeit also mit Sicherheit nicht aus.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Der nächste Datenschutz-Konflikt bahnt sich da bereits an. EU-Kommissar Frattini hat einen weitreichenden Vorschlag zur Überwachung der EU-Grenzen vorgelegt. Millionen von &#8211; legal &#8211; einreisenden Bürgern sollen damit registriert werden. Ihre Position dazu?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Ich lehne ein derartiges umfassendes EU-weites Überwachungsinstrument ab.<br />
<br />
Bisher haben die USA hier ein schlechtes Beispiel geliefert. Seit kurzem reichen dort nicht einmal das Gesichtsbild und zwei Fingerabdrücke aus, um einreisen zu können, sondern man muss alle zehn Fingerabdrücke abgeben und die Daten werden über Jahre gespeichert. Das Ergebnis kann man derzeit auf jedem US-Flughafen bei der Einreisekontrolle am eigenen Leibe erleben: Mehrstündige Wartezeiten sind eher Regel als Ausnahme. Ob durch ein solches System angesichts der sehr viel umfangreicheren Außengrenzen Europas tatsächlich ein<br />
fühlbarer Sicherheitsgewinn erreicht werden kann, halte ich für höchst zweifelhaft. Vielmehr sehe ich darin einen großen Schritt zur immer lückenloseren Registrierung unseres Reiseverhaltens, denn letztlich werden weitere Staaten folgen, wenn erst Europa einmal diesen Schritt gegangen ist.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das klingt nach einem Alarmruf: Die (Daten)-Freiheit des Reisenden ist gefährdet.
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<p>
<b>Peter Schaar</b>: Ja. Diese Initiative der EU-Kommission ist beispiellos. Und sie ist erfolgt, ohne dass &#8211; wie von Kommissar Frattini bei seinem Amtsantritt versprochen &#8211; irgendein Datenschützer dazu gehört wurde.
</p>
<p>
<b>Australia:</b> Im Ausland werden schon lange alle Personen registriert. Wir wollen ja nicht, dass Menschen ohne Visum sich einfach in Europa verstecken, was leider tausendfach passiert. Nach der Ausreise des Visumpflichtigen werden die Daten ja gelöscht. Anders kann man das gar nicht überwachen. Herr Schaar, sind sie gegen alle Speicherungen und für die Abschaffung jeder Datensammlung? Wie wollen Sie denn sicher stellen, dass Menschen ohne Visum wieder das Land verlassen? Ihr Vorschlag bitte!
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Bei der neuen Initiative geht es eben nicht um diejenigen, die ein Visum beantragt haben, sondern um die Reisenden aus dem Visa-freien Ausland. Außerdem halte ich es für praktisch überhaupt nicht machbar, lückenlos alle Ein- und Ausreisenden zu erfassen. Wenn zum Beispiel bei der Ausreise eine Registrierung aus technischen Gründen &#8211; z.B. weil das Netz nicht zur Verfügung steht &#8211; nicht möglich ist, soll in solchen Fällen die betreffende Person zukünftig zur Fahndung ausgeschrieben werden. Hier wird doch eher der Heuhaufen vergrößert und damit die Chance verschlechtert, darin die sprichwörtliche Nadel zu finden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wir haben wie immer eine kleine Umfrage gemacht: Haben Sie Ihr Internet- oder Telefonverhalten nach Einführung der Vorratsdatenspeicherung verändert? 48 Prozent haben ja gesagt, 51 Prozent nein. Unsere User sind also in Sachen Datenschutz doch schon ein bisschen sensibilisiert &#8211; ich vermute, dass das mehr als der Bundesdurchschnitt sind.
</p>
<p>
<b>Absalom:</b> Haben Sie persönlich Ihr Online-Verhalten geändert?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Nein, aber ich war auch vorher schon sensibilisiert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat. Herzlichen Dank, Herr Schaar, dass Sie sich Zeit für die Diskussion mit den Lesern von tagesschau.de und politik-digital.de genommen haben. Allen Beteiligten noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<b>Peter Schaar</b>: Auf Wiedersehen und schönen Dank für die Teilnahme!</p>
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		<title>Schaar fordert Datenschutz-Audit-Gesetz</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Sep 2004 16:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesdatenschutzbeauftragter]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, war am 28. September 2004 zu Gast im tacheles.02  Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, war am 28. September 2004 zu Gast im tacheles.02  Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Heute ist der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Herzlich willkommen, Herr Schaar, können wir beginnen?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b><b></b></b><b><b></b></b>
</p>
<p>
<b><b>Peter Schaar:</b></b> Ja! Ich bin begierig auf die Fragen der Chatteilnehmer.
</p>
<p>
<b>JustusJonas:</b> „Verbraucherschutz<br />
und Wirtschaftspolitik sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich&quot; sagt Staatssekretär Berninger. Wie sehen Sie das?
</p>
<p>
<b><b>Peter Schaar:</b></b> Ich sehe das genauso. Datenschutz ist ein Bestandteil des Verbraucherschutzes. Ein guter Datenschutz kann auch ein Verkaufsargument sein und sich für das Unternehmen auszahlen.
</p>
<p>
<b>neddee:</b> Beim Einkaufen im Internet bin ich vor lauter Gütesiegeln etwas verwirrt. Sollte man nicht ein einheitliches, staatlich zertifiziertes Gütesiegel einführen, so eine Art TÜV<br />
für den Bereich eCommerce?
</p>
<p>
<b><b>Peter Schaar:</b></b> Auf jeden Fall sollte man einen Qualitätsstandard für Gütesiegel festlegen. So weit der Datenschutz betroffen ist, brauchen wir ein Datenschutz-Audit-Gesetz, in dem die Einzelheiten für solche Gütesiegel festgelegt werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was ist für Sie der zentrale Punkt eines solchen Gütesiegels?
</p>
<p>
<b><b>Peter Schaar:</b></b> Am wichtigsten ist für mich, dass durch einen unabhängigen Gutachter festgestellt wird, dass bei einem Angebot, z.B. bei einem Internetshop, die Datenschutzgesetze beachtet werden. Wichtig ist aber auch die Gewährleistung der technischen Sicherheit, z.B. durch Verschlüsselung der übertragenen Daten.
</p>
<p>
<b>biene_01:</b> Wie kann man sicherstellen, dass meine persönlichen Daten bei der Einführung von RFID-Produktkennzeichnungen nicht mit persönlichen Daten aus anderen Quellen verknüpft werden?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> RFID = Die Strichcode-Version auf den Waren als Funkversion. Diese können also mit einem Funkscanner erfasst werden.
</p>
<p>
<b><b>Peter Schaar:</b></b> Das ist eine große Herausforderung für den Datenschutz. Bisher decken die Datenschutzgesetze RFID-Chips nur unvollständig ab. Ich wünsche mir, dass eine Kennzeichnungspflicht für RFID eingeführt wird, damit der Kunde sehen kann, in welchen Produkten RFIDs sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das klingt nach einer Warnung vor der &quot;Benutzung&quot; solcher Produkte.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ich will nicht generell vor RFIDs warnen, aber die Einsatzbedingungen müssen so gestaltet werden, dass der Daten- und Verbraucherschutz gewährleistet werden. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass die RFIDs beim Verlassen des Geschäfts deaktiviert werden. Sonst könnte der Inhalt der RFIDs unbemerkt von irgendwelchen Dritten ausgelesen werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Mythos oder schon ein Stück Wirklichkeit:</p>
<p><b>Norbert:</b> Gibt es eine zentrale Datenbank, in der alle Informationen der Bürger gesammelt werden? Wie sicher ist diese Datenbank vor Hackern?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Bisher gibt es eine solche umfassende Bürgerdatenbank nicht, aber es gibt eine Vielzahl von Datenbanken in denen jede Bürgerin und jeder Bürger gespeichert werden und die in immer stärkeren Maße vernetzt werden. Jetzt soll eine einheitliche Steueridentifikationsnummer<br />
eingeführt werden. Bereits jeder Säugling soll eine solche Steuerungsnummer erhalten, die ihn bis ans Grab begleitet. Ich stehe diesem Vorhaben kritisch gegenüber.
</p>
<p>
<b>chungas_Revenge:</b> Stimmt es, das RFID auch für Ausweise genutzt werden soll?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Das ist richtig. Die ICAO, das Gremium, das Pass- und Ausweisdokumente international normiert, sieht vor, dass RFID-Chips in Reisedokumenten verwendet und dass biometrische Merkmale auf ihnen gespeichert werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Verwendet die heute schon jemand?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Bisher hat meines Wissens kein Staat diese Lösung realisiert. Ich sehe hier auch erhebliche Datenschutz- und Datensicherheitsrisiken. So muss verhindert werden, dass diese Daten unbemerkt ausgelesen und gespeichert werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Verstehe ich das richtig, bei einer solchen Lösung laufe ich durch eine Tür und bekomme gar nicht mit, dass meine Anwesenheit und Identität erfasst wurde?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Richtig. Das könnte passieren, falls keine angemessenen technischen Sicherungen eingebaut werden. Und die ICAO konnte sich bisher noch nicht auf einen einheitlichen Sicherheitsstandard einigen.
</p>
<p>
<b>println:</b> Der Staat möchte ja immer mehr Daten erfassen. Helfen diese Daten Ihrer Meinung nach wirklich bei der Verbrechensbekämpfung?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Diese Frage kann man sicher nicht generell beantworten. Bei jeder einzelnen Maßnahme muss geprüft werden, ob sie geeignet ist. Häufig werden solche Vorschläge aber veröffentlicht, ohne vorher angemessen geprüft zu haben, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen wirklich geeignet und effizient sind. Zumindest im Nachhinein ist eine Erfolgskontrolle wichtig. So warte ich immer noch auf eine abschließende Bewertung der Rasterfahndung nach dem 11. September 2001.
</p>
<p>
<b>Dr. Jones:</b> Herr Schaar, Ihren Antworten entnehme ich, dass Sie die Entwicklungen zu diesem Thema auch mit großer Sorge verfolgen. Was können Sie als Datenschutzbeauftragter aber dagegen tun? Haben Sie überhaupt die Macht, Dinge zu verhindern? Wenn nicht, welche rechtlichen Grundlagen müssten dafür geschaffen werden? Das hielte ich für eine interessante Diskussion&#8230;&#8230;..!!!
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Formelle Einflussmöglichkeiten wie Verbote haben die Datenschutzbeauftragte nicht, aber man sollte den informellen Einfluss nicht unterschätzen. Es gibt mehrere Beispiele, die belegen, dass die Kritik und die Vorschläge des Datenschutzes berücksichtigt wurden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Datenschutz auch öffentlich wahrgenommen wird.
</p>
<p>
<b>wahrheit:</b> Sollte man Ihrer Meinung nach ein Grundrecht auf Datenschutz in das Grundgesetz aufnehmen?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Das ist bereits bei der Verfassungsdiskussion 1990 versucht worden. Leider hat sich dafür keine Zwei-Drittelmehrheit im Bundestag gefunden. Allerdings besteht auch derzeit kein Zweifel daran, dass das Recht auf informelle Selbstbestimmung ein Grundrecht ist, auch wenn es nicht explizit im Grundgesetz erwähnt wird.
</p>
<p>
<b>chungas_Revenge:</b> Gibt es eine Stelle/Möglichkeit, wo man Daten, die über mich gespeichert sind, abrufen kann?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Jeder hat das Recht, Auskunft über seine Daten zu erhalten. Allerdings muss er sich dann an die verschiedenen Stellen wenden, bei denen er eine Datenspeicherung vermutet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein sehr konkretes Problem. Berührt Sie das als Datenschützer auch?
</p>
<p>
<b>chatter1:</b> Was kann/muss ein OTTO NORMALVERBRAUCHER jetzt tun, um sicherzugehen, dass keine Datensicherheitsprobleme bei meinem privaten PC (online banking) auftreten?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Darauf habe ich leider auch keine befriedigende Antwort. Auf jeden Fall sollte das System sicherheitsmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden, z.B. indem Sicherheitspatches eingespielt werden. Natürlich hat sich herumgesprochen, dass ein aktueller Virenscanner verwendet werden muss.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wird auf Seiten der Banken nach ihrer Kenntnis alles Nötige getan?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Die Banken haben ein eigenes Interesse daran, die Sicherheit der Transaktionen zu gewährleisten. Das schließt allerdings nicht aus, dass in einzelnen Fällen Sicherheitsrisiken bestehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In der Webcam ist heute der Wurm drin, sorry, ich kann versichern, Herr Schaar sitzt hier.
</p>
<p>
<b>oli:</b> Dürfen Banken Auskunft über meine Vermögenssituation geben?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Die Banken unterliegen den vertraglich zugesicherten Bankgeheimnis. Grundsätzlich dürfen sie solche Informationen nur mit Einwilligung des Kunden geben. Allerdings müssen sie bestimmten staatlichen Stellen, insbesondere den Finanzämtern, auf Anfrage Auskunft erteilen.
</p>
<p>
<b>tausendsassa:</b> Ab heute werden Deutsche, die in die USA fliegen, biometrisch erfasst. Wie sieht die Zukunft in Deutschland aus? Wird die Biometrie auf längere Sicht auch bei uns zum Alltag gehören?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ob sich die Biometrie im Alltag durchsetzt wird sich noch zeigen. Sicher ist aber, dass auch die deutschen Pässe in Zukunft biometrische Daten enthalten werden. Ich frage mich allerdings, ob sich mit der Biometrie wirklich so viel mehr Sicherheit erreichen lässt, wie sich das manche Befürworter vorstellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In den USA gibt es derzeit für die Datensammelwut kaum noch Grenzen. Wenn man schon von Flugpassagieren aus dem Ausland vor Reiseantritt auch noch Telefonnummer und eMail-Adresse haben will (das letztere mitgelesen werden können, ist ja kein Geheimnis): Sehen Sie eine Chance, dass das wieder auf ein &quot;normales Maß&quot; zurückgeht, oder ist das künftig der &quot;Standard&quot;.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ich sehe, dass bereits jetzt das Pendel in der USA in die andere Richtung zu schwingen beginnt. So hat der Kongress die Mittel für besonders besorgniserregende Datensammelprojekte gestrichen.
</p>
<p>
<b>Pete_S:</b> Wenn Sie entscheiden könnten: Was wären Ihre wichtigsten Änderungen der momentanen Gesetzeslage?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich nehme an, das bezieht sich auf Deutschland.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Zunächst brauchen wir ein Informationszugangsgesetz, durch das die Transparenz des Verwaltungshandels verbessert wird. Wichtig ist für mich auch eine Reform des Bundesdatenschutzgesetzes durch die die Regelungen vereinfacht werden.
</p>
<p>
<b>Olaf78:</b> Besteht die Gefahr, dass der Datenschutz bei einer Verwaltungsmodernisierung beschnitten wird?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Durch bestimmte e-Government-Projekte wird die Vernetzung der verschiedenen Verwaltungszweige dramatisch verstärkt. Hier kommt es darauf an, über Zugriffsbeschränkungen den Datenschutz gleichwohl sicher zu stellen. Einen gläsernen Bürger darf es nicht geben.
</p>
<p>
<b>Pete_S:</b> Mal anders herum: Was halten Sie denn von mehr Transparenz in der öffentlichen Verwaltung gegenüber den zahlenden Bürgern? Stichwort: Informationsfreiheitsgesetz.
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ich bin ein Befürworter des Informationsfreiheitsgedankens. Die Verwaltung muss dem Steuerzahler / Bürger gegenüber mit offenem Visier agieren. Die Informationsgesetze einiger Bundesländer und im Ausland haben sich bewährt.
</p>
<p>
<b>martin_kunz:</b> Sehen sie nicht die Gefahr, dass durch überhöhte Datenschutzrichtlinien die gewünschten Rationalisierungsanstrengungen in Bereichen der öffentlichen Verwaltung nicht oder nur schwer zu erreichen sind?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ich sehe im Gegenteil im Datenschutz die Chance, die Datenströme auf das erforderliche Maß zu begrenzen. Eine unstrukturierte und übertriebene Informationsflut ist für<br />
rationelles Verwaltungshandeln nicht gerade förderlich.
</p>
<p>
<b>Norbert: </b>Die Staatskassen sind leer und die Wirtschaft hat sicherlich großes Interesse an personenbezogenen Daten für zielgerichtete Werbung. Gibt es da einen Schutz vor &quot;schwarzen Schafen&quot;?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Zum einen besteht ja die Möglichkeit, sich an die Datenschutzbeauftragten zu wenden, wenn man in seinen Rechten beeinträchtigt ist. Zum anderen sollte man mit seinen persönlichen Daten bewusst vorsichtig umgehen.
</p>
<p>
<b>Olaf78:</b> Herr Schaar, es gibt Überlegungen, das Recht auf Kryptographie zu beschränken. Halten Sie dies für gerechtfertigt?
</p>
<p>
<b>Peter Schaar:</b> Ich halte diese Debatte, die alle Jahre wieder aufkommt, für völlig überflüssig. Diejenigen, die man damit treffen will, nämlich kriminelle und terroristische Banden, halten sich an solche Vorgaben ohnehin nicht. Der gesetzestreue Normal-User würde jedoch in seiner Sicherheit beschränkt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zu den so begehrten &quot;wirtschaftstauglichen &quot; Personendaten:
</p>
<p>
<b>stefan:</b> Was kann ich gegen &quot;Adressenverkäufer&quot; machen. Gibt es da eine rechtliche Grundlage?
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<b>Peter Schaar:</b> Sie können der Verwendung ihrer Daten für Werbezwecke widersprechen. Außerdem können sie sich in eine sog. &quot;Robinsonliste&quot; eintragen lassen. Dies bietet zwar keinen vollständigen Schutz, reduziert jedoch den Umfang der Verarbeitung ihrer Daten für Werbezwecke.
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<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
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<b>FJS:</b> Welche Gefahren sehen Sie durch die Videoüberwachung zentraler Verkehrspunkte? Bringt sie nicht auch mehr Sicherheit?
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<b>Petra:</b> Wie viele Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen gibt es bereits in Deutschland?
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<b>Peter Schaar:</b> Niemand kennt eine genaue Zahl der Überwachungskameras; es gibt ja auch keine Registrierungspflichten. Ich halte es für akzeptabel, wenn an bestimmten gefährlichen und gefährdeten Orten Videoüberwachung stattfindet. Aber eine generelle Videoüberwachung des öffentlichen Raumes wäre mit dem Datenschutz unvereinbar.
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<b>Dr. Jones:</b> Ist es wahr, dass die Schilder, die auf Videoüberwachung hindeuten, nach einer gewissen Zeit abgenommen werden dürfen?
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<b>Peter Schaar:</b> Nein. Wie kommen Sie auf diese Idee?
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<b>Moderator:</b> Noch mal ein Nachtrag zur Robinsonliste:
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<b>stefan:</b> Robinsonliste: Wo kann ich mich da eintragen?
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<b>Moderator:</b> geht das auch online?
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<b>Peter Schaar:</b> Nähere Informationen über die Robinsonlisten erfahren Sie beim virtuellen Datenschutzbüro unter www.datenschutz.de. Dort erhalten Sie auch die Anschriften der Datenschutzaufsichtbehörden.
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<b>Moderator:</b> Hier die Antwort zur Videoüberwachung:
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<b>Dr. Jones:</b> Weil in S die Schilder von der Stadt überklebt werden, obwohl keine Kameras deinstalliert wurden.
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<b>Moderator:</b> S= Stuttgart, wenn ich das richtig mitbekommen habe.
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<b>Peter Schaar:</b> In diesem Fall rege ich an, dass Sie sich mit dem zuständigen Datenschutzbeauftragten in Verbindung setzen. Er wird dieser Angelegenheit nachgehen.
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<b>Juni_Schmitz:</b> Gibt es einen Datenschutzbeauftragten auf europäischer Ebene? Hier fallen doch auch immer mehr Daten an &#8211; oder?
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<b>Peter Schaar:</b> Ja, es gibt seit diesem Jahr einen europäischen Datenschutzbeauftragten. Auch seine Anschrift erfahren sie beim virtuellen Datenschutzbüro.
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<b>merlion:</b> Was halten sie von Google GMail dem eMail-Dienst der größten Suchmaschine? Dort werden alle eMails automatisiert überprüft und aus den gefilterten Inhalten wird ein Werbeprofil erstellt, welches dann angezeigt wird neben der eMail.
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<b>Peter Schaar:</b> Die Datenschutzbeauftragten der EU-Staaten werden sich Morgen damit beschäftigen. Für mich stellt sich die Frage, ob dieser Dienst mit dem Fernmeldegeheimnis vereinbar ist. Denn die Daten sollen ja für andere Zwecke, hier für Werbezwecke, verwendet werden, ohne dass der Kommunikationspartner des GMail-Kunden dies weiß oder beeinflussen könnte.
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<b>Moderator:</b> Wie lautet ihre Forderung an Google?
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<b>Peter Schaar:</b> Auf jeden Fall müssen die Kunden vollständig über den Umgang mit ihren Daten informiert werden. Außerdem sollten sie die Möglichkeit haben, die Auswertung ihrer E-Mails fallweise zu verhindern, z.B. wenn es sich um besonders sensible Daten handelt.
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<b>Moderator:</b> Haben Sie als Datenschutzbeauftragter der EU Möglichkeiten für Sanktionen, falls das nicht passiert?
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<b>Peter Schaar:</b> Wir bereiten eine Stellungnahme vor und gehen davon aus, dass Google unsere Vorschläge umsetzt.
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<b>martin_kunz:</b> Auf welchem Gebiet sehen Sie zukünftig ihren Hauptaufgabenbereich? In der Kontrolle der von staatlicher Seite gesammelten Daten oder in der Beschränkung der Nutzung gesammelter Daten im (privat)wirtschaftlichen Umfeld globalisierter Konzerne?
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<b>Peter Schaar:</b> Hier gibt es kein entweder oder, zumal die Verarbeitung persönlicher Daten durch öffentliche und private Stellen immer stärker vernetzt wird.
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<b>Moderator:</b> Noch mal zum Thema Passagierdaten für die US-Behörden in Sachen Terrorismusbekämpfung:
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<b>yeti:</b> Eine Nachfrage zu den USA: Weshalb haben die Europäer (EU) hier die Datenweitergabe an die US-Behörden nicht blockiert?
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<b>Peter Schaar:</b> Ich stehe der Position der EU in dieser Frage sehr kritisch gegenüber. Das Abkommen mit den USA über die Weitergabe von Passagierdaten wird ja aufgrund einer Klage des Europäischen Parlaments derzeit durch den Europäischen Gerichtshof überprüft.
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<b>Moderator:</b> Noch ein weites Feld:
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<b>tsidb: </b>Wie sehen Sie den zukünftigen Schutz genetischer Daten? Könnte man nicht ein System wie bei der neuen Patientenchipkarte einführen?
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<b>Peter Schaar:</b> Wir brauchen dringend ein Gentest-Gesetz, dass den Umgang mit genetischen Informationen regelt. Insbesondere muss es verboten werden, dass Arbeitgeber oder Versicherungen Gendaten zur Voraussetzung eines Vertragsabschlusses machen.
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<b>Moderator:</b> Fanpost:
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<b>Dr. Jones:</b> @ Peter Schaar: Danke für Ihren bisherigen Einsatz! Da hat der NormaloBürger noch etwas Hoffnung, dass wir nicht in 25 Jahren nicht bei 1984 angelangt sind&#8230;
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<b>Moderator:</b> Das war’s, unsere Chat-Stunde ist um, vielen Dank für ihr Interesse. Vielen Dank Herr Schaar, dass Sie sich Zeit für unsere User genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats gibt es wie immer auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten einen schönen Tag.
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