<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Pflege &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/pflege/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 08 Nov 2024 07:25:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Pflege &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Lernen und Vernetzen: Digitales Leben im Alter</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/lernen-und-vernetzen-digitales-leben-im-alter-156551/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/lernen-und-vernetzen-digitales-leben-im-alter-156551/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2019 08:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Offliner]]></category>
		<category><![CDATA[Silver Surfer]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[digitales Landleben]]></category>
		<category><![CDATA[digitalisierte Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegenotstand]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeprojekt]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Technisierung des Wohnraums]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetztung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=156551</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Senior*innen, die den Eintritt in die digitale Welt wagen, erhoffen sich einiges von diesem Schritt. Und das zurecht, denn während wir Nutzer der Generation Y bereits mit der Bequemlichkeit und dem Unterhaltungsfaktor der digitalen Medien aufgewachsen sind, können Senioren durch digitale Tools neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Mobilität für sich entdecken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung ist für ältere Menschen, nach der körperlichen und geistigen Gesundheit, der zweitwichtigste Faktor für ein erfülltes Leben, so eine <a href="https://www.generali.de/resource/blob/13860/b8ce6359be326245bf0e794e551fc75b/20170103-generali-altersstudie-2017-pdf-data.pdf">Studie</a>. Dies entspricht oft dem Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben und den Alltag selbständig zu bewältigen.</p>
<p>Genau dazu befähigen sie digitale Hilfsmittel. Wir haben bei Dagmar Hirche nachgefragt, Vorsitzende des Vereins „<a href="https://www.wegeausdereinsamkeit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wege aus der Einsamkeit</a>“, der sich auch mit digitalen Mitteln gegen die zunehmende Isolation von Senioren engagiert. Bei den neuen Silver-Surfern erfreuen sich vor allem Kartendienste, Übersetzerprogramme, die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel wie beispielsweise der Bahn, aber auch Toiletten-Finder-Apps großer Beliebtheit; sie helfen älteren Menschen bei der Fortbewegung und Orientierung, berichtet Hirche. Mit digitalen Programmen können die User Gedächtnis- oder Mobilitätsprobleme kompensieren; die Informationsvielfalt im Netz fördert das lebenslange Lernen und kann Menschen in hohem Alter geistig fit halten.</p>
<p>Auch die Vernetzung und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erfordert zunehmend die digitale Komponente. Sei es nun, um mit den Enkel*innen in Kontakt zu bleiben, die gerade ein Auslandssemester machen, sei es, um sich umfangreich über individuelle Interessen, das Weltgeschehen oder Angebote im eigenen Umfeld zu informieren. „Vieles gibt es heute nur noch digital, von leicht zugänglichen Informationen, über die Terminvergabe beim Arzt oder der Behörde, bis zu preiswerteren Angeboten“, so Dagmar Hirche.</p>
<h3>Antworten auf den digitalen Wandel</h3>
<p>Immer mehr Bereiche des Lebens finden in der digitalen Sphäre statt. Ältere Menschen bleiben dabei oftmals auf der Strecke, da sie von Entwicklern nicht als Zielgruppe wahrgenommen oder zu wenig berücksichtigt werden. Viele frühere Offliner haben zum Beispiel ein höheres Sicherheitsbedürfnis und sind vorsichtiger, was die Weitergabe von persönlichen Daten betrifft.</p>
<p>Dagmar Hirche schildert die Herausforderungen, denen sich ältere Menschen ausgesetzt sehen: „Sie verstehen die, in der digitalen Welt viel genutzte, englische Sprache nicht, haben Angst etwas kaputt zu machen oder in eine Abofalle zu geraten. Zudem gibt es einen Mangel an kostenfreien Möglichkeiten, den Umgang zu erlernen und gleichzeitig eine große Menge an neuem Wissen und Informationen, die erdrückend wirken kann.“</p>
<p>An diesen Stellen müssen Entwickler*innen, aber auch wir jüngeren Nutzer*innen ansetzen. Einerseits muss es Angebote geben, die auf ältere Nutzer zugeschnitten sind, denn viele bereits existierende Programme oder Apps wären für ältere Menschen eine immense Erleichterung im Alltag. Die Nutzung der Lieferdienste von Supermärkten ist hier nur ein Beispiel. Auch medizinische Angebote, wie beispielsweise telemedizinische Sprechstunden oder digitale Apotheken können gerade für diese Zielgruppe interessant sein. Andererseits sind jedoch auch wir Jungen in der Verantwortung, die nicht digitalen Menschen (nicht nur der älteren Generation) an die digitale Welt und bereits existierende Angebote heranzuführen und sie bei der Nutzung zu unterstützen.</p>
<h3>Neue Konzepte für digitale Vernetzung auf dem Land</h3>
<p>Aufgrund des Strukturwandels, der durch die Landflucht der jungen Generation und dem daraus resultierenden Schwund von Infrastruktur auf dem Land erfolgt, sind aber auch neue umfangreichere Konzepte mit digitalen Komponenten vonnöten, um Menschen im Alter ein Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.</p>
<p>Gerade in ländlichen Regionen sind ältere Menschen oft isoliert, hier gibt es laut Dagmar Hirche „noch weniger Angebote für Menschen 65 plus, es fehlt die nötige Infrastruktur und bei den politischen Gremien der Wille und die Forderung, dass Digitale Bildung nicht ab dem Renteneintrittsalter enden darf.“ Eine schlechte ärztliche Versorgung verschärft diese Situation noch und bedeutet für diejenigen, deren Mobilität, beispielsweise durch körperliche Beschwerden in Kombination mit mangelnden sozialen und familiären Kontakten im näheren Umfeld, eingeschränkt ist, oft frühzeitig den Weg ins Pflegeheim oder die Nutzung von mit hohem finanziellen Aufwand verbundenem privatem Pflegepersonal. Diese Situation widerspricht den Wünschen und Bedürfnissen der meisten dieser Generation Zugehörigen.</p>
<p>Die Vermittlung von digitaler Kompetenz und Unterstützung beim Erschließen der digitalen Welt wäre daher auch nur der Anfang. Um den Wünschen der Senioren gerecht zu werden, braucht es neue digitale, soziale Konzepte, die verschiedene Akteure vernetzen und durch die Bereitstellung digitaler Infrastruktur Menschen ein selbstbestimmtes Leben auf dem Land auch bis ins hohe Alter ermöglichen.</p>
<p>Eines dieser Konzepte, ist das Projekt „<a href="https://www.dorfgemeinschaft20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dorfgemeinschaft 2.0</a>“ der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. in der Modellregion</p>
<p><a href="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-162524" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg" alt="Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608" width="297" height="176" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg 640w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2-300x178.jpg 300w" sizes="(max-width: 297px) 100vw, 297px" /></a></p>
<p>Grafschaft Bentheim/Südliches Emsland mit sieben beteiligten Pilotkommunen. Zentrale Aspekte des Projekts sind mobile Gesundheitsangebote und die digitale Pflege durch Technisierung des Wohnraums. Ziel ist eine Steigerung der Effektivität durch Konzepte der Datenerfassung bei Pflegebedürftigen und die Vernetzung mit den Pflegenden. Durch Nutzung von IKT- (Informations- und Kommunikationstechnik) bzw. AAL-Technologien (Ambient Assisted Living/Alltagstaugliche Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben) werden die Menschen befähigt, ihren Alltag zu einem großen Teil selbständig zu meistern, sind jedoch gleichzeitig durch die Datenübertragung an das mobile Pflegepersonal oder Angehörige abgesichert und im Notfall nicht auf sich allein gestellt. Verbunden werden diese Angebote mit einer Vernetzung der Dorfgemeinschaft über den „virtuellen Dorfmarktplatz“, über den eine gegenseitige Unterstützung, auch zwischen den Generationen, ermöglicht wird.</p>
<p>Ein weiteres Projekt ist das „<a href="https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Pflege/Innovationsprogramm-Pflege_Bericht_Technik_Walzbachtaler-Modell.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Walzbachtaler Modell</a>“ des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen. Auch hier geht es darum, die Pflege zu Hause zu vergleichbaren Kosten mit einer stationären Unterbringung zu ermöglichen. Dazu werden die verschiedenen Akteure der Pflege, also Vereine wie die Nachbarschaftshilfe, Privatpersonen, wie Angehörige oder Nachbar*innen, und professionelle Dienstleister*innen, über eine App verknüpft und so eine umfangreiche Betreuung sichergestellt. Auch dieses Konzept geht Hand in Hand mit einer Technisierung und Vernetzung des Wohnraums, um Sicherheit zu gewährleisten und die Versorgung an den Bedarf anzupassen. Ein sozialer Träger wie die Diakonie-Sozialstation koordiniert dann diesen sogenannten Bürger-Profi-Technik-Mix.</p>
<h3>Gemeinsam auf die Veränderungen vorbereiten</h3>
<p>In einer Gesellschaft, in der 2030 über 8% der Menschen über 80 Jahre alt sein werden und in der es bereits heute einen Pflegenotstand mit knapp 3 Millionen Pflegebedürftigen gibt, müssen Politik und Gesellschaft Konzepte fördern, die es älteren Menschen ermöglichen, sich selbst möglichst lange in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus zu versorgen. Dafür ist es gerade auf dem Land wichtig, mobile Angebote zu schaffen, um die Versorgung sicherzustellen. Und so die Entwicklung und Bereitstellung von Technik voranzutreiben, die älteren Menschen Sicherheit gibt und sie dazu befähigt ihren Alltag selbstständig zu meistern, während Angehörige und Pflegende dadurch mehr Zeit gewinnen, auf einer zwischenmenschlichen Ebene auf die Pflegebedürftigen einzugehen. Gleichzeitig kann die Vernetzung der Nutzer auch im Alter noch die Entstehung neuer sozialer Kontakte ermöglichen.</p>
<p>Die Vermittlung digitaler Kompetenz an ältere Menschen wird gerade zu einer gesellschaftlichen Kernaufgabe. Digital weniger affine Menschen brauchen bei der digitalen Transformation Begleitung, um für die Veränderungen der Pflege in den nächsten Jahren gewappnet zu sein, aber auch allgemein, um gesellschaftlich integriert zu bleiben.</p>
<p>Es wäre fatal in einer zunehmend digitalisierten Welt, eine so große Bevölkerungsgruppe, durch fehlenden Zugang zu einem wichtigen Teil gesellschaftlich relevanter Themen, auszuschließen.</p>
<p><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@elfcodobelf?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Andreea Popa</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p><strong>Logo:</strong> <a href="https://www.dorfgemeinschaft20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dorfgemeinschaft 2.0 </a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/lernen-und-vernetzen-digitales-leben-im-alter-156551/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitalisierte Pflege: Trost vom Roboter</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ethik-pflege-digitalisierung-zuwendung-vom-roboter-153790/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ethik-pflege-digitalisierung-zuwendung-vom-roboter-153790/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2017 12:30:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Paro]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=153790</guid>

					<description><![CDATA[Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig und bereits jetzt bestehen Engpässe im Personal. Anreiz genug für den Einsatz von sogenannten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7399943754_070f3dd88d_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-153791" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7399943754_070f3dd88d_z.jpg" alt="Paro – Mental Commit Robot by Amber Case via Flickr, CC BY-NC 2.0" width="621" height="451" /></a></strong>Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig und bereits jetzt bestehen Engpässe im Personal. Anreiz genug für den Einsatz von sogenannten Pflegerobotern. Diese können nicht nur einfache motorische Aufgaben übernehmen, sondern kommen auch als Therapiemittel zum Einsatz.</p>
<p>Der Digitalisierung wird großes Potenzial zugeschrieben, die kommenden Herausforderungen im Bereich der Pflege zu meistern, indem diese die Versorgung der Pflegebedürftigen gewährleisten soll. Doch welche ethischen Aspekte müssen bei der Digitalisierung der Pflege berücksichtigt werden?</p>
<h3>Multiprofessionalität und personalisierte Behandlungskonzepte</h3>
<p>In der Anwendung als Assistenten werden Roboter bereits erprobt. Dabei übernehmen sie vor allem maschinelle Tätigkeiten, wie die zum Teil Zeit raubende Dokumentierung von Krankheit und Pflege. Forscher gehen davon aus, dass sie die Pflege durch den Menschen nicht ersetzen, sondern lediglich als Assistenzsysteme die professionelle Pflege unterstützen werden. So können sich Pflegekräfte wieder mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren – nämlich die Kommunikation und Arbeit an Beziehungen. Die durch die Digitalisierung ebenfalls vorangetriebene Multiprofessionalität und Interdisziplinarität werde die Versorgung der Patienten erheblich unterstützen. Mittels systematischer Datensammlungen könnten beispielsweise im Rahmen der Versorgungsforschung Lerneffekte generiert werden. So könnten stärker <a href="https://www.aerztezeitung.de/pdf/Gp/stellungnahme_ethik.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">personalisierte Behandlungskonzepte</a>, durch den Einsatz von Big Data, zu einer besseren Gesundheitssteuerung der Patienten beitragen. Das Ergebnis seien Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen.</p>
<p>In diesem Kontext bestehen aber auch die <a href="http://politik-digital.de/news/pfleger-butler-gouvernante-humanoide-roboter-in-der-altenpflege-153602/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Bedenken</a> für den Patienten: Die Vernetzung zwischen Robotern und anderen Geräten sowie dem behandelnden Arzt bieten Möglichkeiten eines umfassenden Kontrollmechanismus. Durch die Menge der erhebbaren Daten entsteht ein zunehmendes Interesse an der kommerziellen Verwendung ihrerseits. Vor diesem Hintergrund werden Stimmen laut, dass das informationelle Selbstbestimmungsrecht in Gewahr sei, weil das herkömmliche Datenschutzrecht für Big Data im Gesundheitswesen nicht ausreiche. Zu dieser Einsicht kommt der Deutsche Ethikrat in einer kürzlich <a href="https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/medizinethik/article/948573/stellungnahme-ethikrat-fordert-besseren-schutz-gesundheitsdaten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlichten Stellungnahme</a>. Gesundheitsdaten könnten so als wirtschaftliches Gut betrachtet werden, die von bestimmten Leistungsanbietern bereitgestellt würden. Die Gefahr des Datenmissbrauches wie zum Beispiel die Preisgabe intimer Informationen ist dabei besonders groß.</p>
<h3>Zuwendungsroboter bei Demenzkranken</h3>
<p>Pflegeroboter übernehmen aber nicht nur maschinelle, sondern auch menschliche Aufgaben. So sind sie auch zu Beziehungen zu Menschen fähig: Die <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/weblog/toelle-maria/wagner-annette/beitrag-therapiehelfer.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Roboterrobbe „Paro“</a> kommt gezielt als Zuwendungsroboter bei Demenzkranken zum Einsatz. Inspiriert von der tiergestützten Therapie soll der Roboter auf der emotionalen Ebene das Wohlbefinden der Patienten fördern, indem er Schlüsselreize auslöst. Er wirkt entspannend, lindert Symptome, weckt alte Erinnerungen und dient als Kommunikationsbrücke zwischen Patienten, Angehörigen und Pflegekräften. In Deutschland wird er in mehr als 40 Pflegeeinrichtungen als Therapiemittel eingesetzt.</p>
<p>Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass solche Zuwendungsroboter die eigentlichen Ursachen ihres Einsatzes in der Pflege weiter verschärfen könnten – nämlich den Mangel an Zeit und Empathie der Pflege durch Menschenhand. Dieser Umstand ist besonders an den Fällen ersichtlich, in denen <a href="https://pflege-prisma.de/2017/04/20/deutschland-setzt-auf-psychopharmaka-statt-zuwendung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medikamente missbräuchlich eingesetzt werden</a>, um Patienten „ruhig zu stellen“, weil sie ansonsten den Betrieb der Pflegeheime stören würden. Die verstärkte Nutzung Big-Data-gestützter Ansätze sowie die technologische Vermittlung der Versorgung könnten die persönliche Zuwendung zum Patienten sowie das Nachkommen der moralischen Verpflichtungen der medizinischen Versorgung weiter reduzieren und so zu einem fortschreitenden entsolidarisierten Ärzte-Patientenverhältnis beitragen.</p>
<p>Auch liefe man auf die Gefahr hinaus, dass zusätzlich motorische und intellektuelle Fähigkeiten der Patienten degenerieren könnten. Adelheid von Stösser, Mitgründerin des Pflege-Selbsthilfeverbandes (Pflege-SHV), plädiert daher dafür, <a href="https://www.pflege-shv.de/uploads/pflege-shv/Buch-Artikelempflehlungen/Roboter-in-der-pflege_Artikel_AvS_072011.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr echte Hunde für diesen Zweck ausbilden zu lassen</a>, anstatt in computeranimierte Tiere zu investieren. “Wer erlebt hat, wie positiv alte Menschen mit Demenz auf eine ihnen angenehme Berührung reagieren, kommt im Traum nicht auf die Idee, für die Körperpflege von Kranken Roboter einsetzen zu wollen“, so Stösser.</p>
<h3>Fragen, die bleiben</h3>
<p>Zweifelsohne werden Pflegeroboter – wie Paro – die menschliche Pflege nicht ersetzen können. Denn neben körperlicher Zufriedenheit bedeute Pflege vor allem Kommunikation, das Herstellen einer Vertrauensbasis und das Erkennen von Stimmungen und Bedürfnissen, so die Antwort der Rehabilitationspsychologin Johanna Meixner auf die Frage: <a href="http://dzd.blog.uni-wh.de/ihre-personlichen-meinungen-konnen-roboter-menschen-pflegen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Können Roboter Menschen pflegen?</a> Der Weg für den Einsatz von Robotern in der Pflege scheint aber bereits geebnet. Und ohnehin bestehen bislang wenige Beispiele dafür, dass eine technologische Entwicklung aufgrund ethischer Bedenken eingestellt worden wäre. Deswegen müssen wir uns nun gezielt überlegen, zu welchen Zwecken Pflegeroboter eingesetzt werden sollen. Schließlich wird von Seiten der Technikentwickler immer wieder betont, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe.</p>
<p>Seit einigen Monaten diskutiert die Ethik-AG der Initiative D21  bei regelmäßigen Treffen ethische Fragen der Digitalisierung und hat zum Thema &#8220;Roboter als persönliche Assistenten für ältere Menschen&#8221; einen ausführlichen, systematischen <a href="http://initiatived21.de/publikationen/denkimpulse-zur-digitalen-ethik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Denkimpuls</a> veröffentlicht.</p>
<p>Insgesamt jedoch fehlt eine breite, gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, in welchem Ausmaß Roboter in unserem Alltag überhaupt ein wünschenswertes Szenario darstellen. Dabei geht es auch um die Frage, wie wir altern wollen. An dieser Stelle könnte man sich zum Beispiel selbst die Frage stellen: Würde ich meiner demenzkranken Mutter eine elektronische Kuschelrobbe schenken?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Paro – Mental Commit Robot by Amber Case via <a href="https://www.flickr.com/photos/caseorganic/7399943754/in/photolist-9pgnK4-7uxjq4-cgUDt9-javGq-oPBmf-9pjqTE-hJYJo8-4rcVdi-jauL5-6gmCt-dzgwBC-gt64Lw-6cdW3M-6cdVTv-jaydj-a6q3yb-4ac6Tg-7v2ZDX-a8zf6C-g4MFPM-hTvZ4b-Zj2Rt-g4MLV9-6mifP3-6oX2Vf-cnHLMy-g4MM1N-6oSTV8-5dmDVG-6oSTG6-7vj3nJ-4e8tB5-dHaM8s-dHaMsE-u9Q3hN-6oX2XL-fEgjje-ururj8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/ethik-pflege-digitalisierung-zuwendung-vom-roboter-153790/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Weg nach Robonien – Besserer Mensch oder perfekte Maschine?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/roboter-als-teil-unserer-gesellschaft-149643/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/roboter-als-teil-unserer-gesellschaft-149643/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 14:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Robotik]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinrobotik]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Androide]]></category>
		<category><![CDATA[Gynoide]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch-Maschine-Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Roboterethik]]></category>
		<category><![CDATA[Robotergesetze]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=149643</guid>

					<description><![CDATA[Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149640 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" alt="" width="640" height="406" /></a>Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen und fahren uns. Doch zwischen maschineller Automatisierung und sozialer Roboterarbeit stolpern wir über unsere ethischen Wertvorstellungen. Wo soll die Reise also hinführen, zum besseren Menschen oder zur perfekten Maschine?</p>
<p>Längst sind die Zukunftsphantasien früher Science-Fiction Klassiker technische Realität geworden. Roboter sind fester Bestandteil industrieller Produktionsmechanismen, drehen als automatisierte Staubsauger ihre Bahnen in unseren Wohnzimmern, kümmern sich um den Rasen oder spielen in der FIRA-Roboterfußballweltmeisterschaft um den Sieg. Doch wie geht die Entwicklung weiter und welche Lebensbereiche werden Roboter in Zukunft erobern? Und welche Regeln müssen wir im Umgang mit Robotern etablieren?</p>
<ol>
<li>Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.</li>
<li>Der Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.</li>
<li>Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.</li>
</ol>
<p>Mit diesen drei Gesetzen der Robotik, die Isaac Asimov bereits 1942 in seiner Kurzgeschichte Runaround aufzeigte, ging er sogar schon einen Schritt weiter. So zielen die „Grundregeln des Roboterdienstes“ darauf ab, das soziale Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln. Doch was basteln wir zwischen den vielen Drähten und der Software eigentlich zusammen, was ist ein solcher Roboter überhaupt?</p>
<h3>Von Halbautomaten und metallenen Hinterteilen</h3>
<p>Der Begriff „Roboter“ leitet sich vom tschechischen Wort „robota“, zu Deutsch, „Frontdienst“ oder „Zwangsarbeit“ ab. Eine passende Bezeichnung will man meinen, schließlich sind die technischen Helferlein dazu auserkoren, dem Menschen Arbeit abzunehmen. Auch die früheren Bezeichnungen als „Automaten“ oder „Halbautomaten“ zielt in diese Richtung und gibt Hinweis auf den Charakter des Roboters. So bestand seine Hauptaufgabe darin, automatisiert mechanische Aufgaben zu übernehmen.</p>
<p>Doch Entwicklung bleibt bekanntermaßen nie stehen. So wurde der Sieg des Computers Deep Blue über den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow im Jahr 1996 zum Wendepunkt der modernen Robotik. Eine künstliche Intelligenz bezwang das menschliche Denkvermögen. Roboter wurden zunehmend weiterentwickelt, lernten selbstständig, agierten und reagierten. Zur reinen Mechanik gesellten sich komplexe Denkprozesse. Nun stehen wir vor einer neuen Entwicklungsphase. Nicht nur Arbeitsbereiche, auch unser soziales Lebensumfeld soll nun von Robotern erobert werden. Wahrnehmungsmechanismen sollen das Agieren in sozialen Kontexten ermöglichen.</p>
<p>Die <a href="http://collaboratory.de/w/Hauptseite">Experten- und Interventionsplattform Co:llaboratory (CoLab) &#8211; Internet &amp; Gesellschaft</a> befasste sich deshalb mit dem Thema <a href="http://blog.collaboratory.de/einladung-zum-smart-country-fruehstueck-29-06-robotik-und-mensch-maschine-interaktion/">sozialer Interaktion und Beziehung von Mensch und Maschine</a>. „Der technische Fortschritt weist den Weg hin zu Robotern mit sozialen Kompetenzen. Wir wollen Roboter, die als Gefährten, Familienmitglieder und Lehrer mit uns interagieren. Dazu müssen wir sie in gesellschaftliche Kontexte und Sozialnormen einbetten“, schaut Hans-Dieter Burkhard, emeritierter Professor für künstliche Intelligenz und intelligente autonome Roboter an der HU Berlin, voraus.</p>
<p>„Von allen Freunden die ich je hatte bist du der Erste“, meint Bender, der metallene Roboter-Kumpel des Pizzaboten Fry in der Serie Futurama. So überspitzt wie dieses Beispiel auch sein mag, gibt es dennoch Hinweis darauf, welcher Folgen wir uns durch die technischen Entwicklungen der Robotik, bewusst werden müssen. „The humanity can bite my shiny metal ass“, ist Benders Markenspruch. Vielleicht bekommen wir diesen Spruch bald auch im echten Leben zu hören; dann nämlich, wenn intelligente Roboter Teil unserer Lebenswelten und eigene Mitglieder der Gesellschaft werden. Ob dann die drei Gesetze der Robotik hier noch genügen, um das Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln?</p>
<h3>Auch Roboter brauchen Gefühle</h3>
<p>Medizinroboter sind bereits heute <a href="http://politik-digital.de/news/medizinrobotik-die-arzthelfer-von-heute-148750/">fester Bestandteil hochkomplexer Medizin</a>. Transportroboter, virtuelle Assistenzärzte und Chirurgie-Roboter sind zu einer nicht wegzudenkenden Unterstützung in modernen OP-Sälen geworden. Wo Krankenhäuser von der modernen Technik profitieren, fallen aber andere Stellen des Gesundheitssystems zurück. So kann die Pflege, die einen steigenden Anteil älterer PatientInnen versorgen muss, bisher nur wenig von den technischen Neuerungen profitieren. Pflegeroboter sollen hier Abhilfe schaffen.</p>
<p>Auch als soziale Agenten sollen sie handeln und mit dem Menschen interagieren, ihm in Notlagen helfen und bei gesundheitlichen Problemen unterstützen. Um diese Aufgabe zu übernehmen, braucht es zweierlei: Handwerkszeug, um eine ausreichende Unterstützung mechanisch zu realisieren, aber auch Sozialkompetenz, um gegebenenfalls für PatientInnen Entscheidungen zu übernehmen. Ähnlich wie im Film „Der 200 Jahre Mann“ müssen Roboter dann lernen, was ein Mensch ist, was ihn ausmacht. In Japan laufen hierzu bereits erste Feldversuche mit einem Hotel, das nur noch von Robotern betrieben wird. Sollten solche Tests langfristig funktionieren, könnte man ein ähnliches Prinzip auf Krankenhäuser übertragen.</p>
<p>Für Karsten Weber, Professor und Technikphilosoph, und Dr. Martin Meister, Techniksoziologe, liegt hier aber die zentrale technische Herausforderung: die Programmierbarkeit von Sozialität. So erscheint es äußerst schwierig, Robotern das beizubringen, was sich Menschen in Jahrzenten des sozialen Lernens aneignen. Sollten dann einmal die falschen Entscheidungen getroffen werden, ist es äußerst schwierig, einen Verantwortlichen für die Fehlentscheidung zu finden, ergänzt Burkhard.</p>
<p>Je mehr Roboter zu Begleitern in unseren Lebenswelten werden, je intelligenter und selbstständiger sie handeln, desto häufiger werden wir auf Konflikte mit unseren normativen Werten von Selbstbestimmung und Selbstbestimmtheit treffen. Wenn die Anknüpfungspunkte zwischen Mensch und Maschine zunehmend diverser und Teil unseres sozialen Umfelds werden, müssen wir letztlich entscheiden, in welcher Beziehung wir zu Robotern stehen. Sollen sie unsere Mittel, unsere Werkzeuge, Partner, Freunde oder sogar mehr sein? Auf dem Weg zu einer Antwort darauf müssen wir darüber diskutieren, wie Roboter aussehen sollen und wie nicht; wir müssen uns darüber klar werden, was Roboter eigentlich sind, und festlegen, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft einnehmen sollen.</p>
<h3>More human than human?</h3>
<p>Betrachtet man das Einsatzgebiet der Pflege, scheint die Frage nach dem Erscheinungsbild sozialer Roboter bereits geklärt. Der Mensch überholt sich selbst. Vielleicht leitet sich der Roboter also doch eher vom englischen Namen „Rob“ ab: denn „der Erhabene“ humanoide Roboter rückt zunehmend ins Zentrum der Entwicklung und eröffnet den Raum für weitere Gedankenspiele.</p>
<p>Längst weisen Roboter typisierte ästhetische Formen auf, längst bauen wir Roboter nach unserem Ebenbild. Denn der Mensch anthropomorphisiert, er neigt zur Vermenschlichung von Robotern. So gehören unförmige Maschinen, die strikt Befehlen befolgen und einzelne Aufgaben erledigen, der Vergangenheit an.</p>
<p>Die Wahl zwischen der „perfekten Maschine“ und dem „besseren Menschen“ scheint also bereits entschieden. Die moderne Robotik baut am „Mensch 2.0“: Intelligent, lernfähig, sozial und allzeit bereit, ein Allroundtalent eben. „More human than human is our motto“, heißt es da vom Hersteller menschlicher Replikaten im Film Blade Runner über die Natur humanoider Roboter.</p>
<h3>Zwischen Dienern und Gynoide</h3>
<p>In vielerlei Hinsicht haben uns Science-Fiction Klassiker bereits die zentralen Probleme auf dem Weg zum Bau des „besseren Menschen“ gezeigt. So begegnet Batty, einer der humanoiden Replikanten in Blade Runner, dem Protagonisten mit den Worten: „That&#8217;s what it is to be a slave.” Aber auch der Gynoid (weiblicher Androide) Cho in Gwyneth Ann Jones Roman „Divine Endurance“ leidet unter ihrer Unterdrückung. Als „perfekte Frau“ ist sie dazu auserkoren, jeden Wunsch des Menschen zu erfüllen, doch ihre Schönheit und stereotypischen Geschlechtsattribute verstärken Unterdrückung und Diskriminierung.</p>
<p>Schon heute bevölkern Chatbots die Singlebörsen des Netzes und täuschen soziale Kontakte vor. Auf diese Weise sind Roboter nicht mehr nur noch Werkzeuge oder Helfer, die für uns Aufgaben erledigen. Sie erfüllen menschliche Wünsche nach Liebe, Anerkennung und Partnerschaft. In Japan beispielsweise wird Singles durch Roboter Aufmerksamkeit geschenkt, indem sie mit ihnen reden, Geborgenheit vortäuschen, ihnen das Gefühl von Liebe und Nähe vermitteln. Dabei fördert diese Verfügbarkeit aber auch eine zunehmende Beliebigkeit, fördern sogar Sexualisierung und Diskriminierung.</p>
<p>Vielleicht brauchen wir gerade deshalb geschlechtsneutrale Roboter, wie es die Ethik der Robotik vorschlägt. Vielleicht sollten wir weniger den „besseren Menschen“ bauen wollen, als uns auf die Entwicklung der „perfekten Maschine“ zurückzubesinnen. Wenn aber Sexualisierung und Unterdrückung von künstlicher Intelligenz und Robotern dazu führen, dass Geschlechtsdiskriminierung und „Master-Slave“ Konstellationen unsere Umgangsweise mit Robotern bestimmt, dann steht es nämlich vielleicht auch schlecht um unsere ethischen Wertevorstellungen.</p>
<h3>Mein metallener Freund und Helfer?</h3>
<p>In erster Linie bleibt der Roboter eine Maschine: Intelligent, sozial, aber eben ohne Gefühle. Auch die Entwicklung humanoider Roboter steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch dürfen wir die ethischen und gesellschaftlichen Fragen nicht ignorieren, die uns beim Bau von Robotern begegnen. Denn die Schöpfung einer menschenähnlichen Dienerschaft, die uns gehorsam folgt und unsere Arbeit verrichtet, wird nicht ohne Folgen an uns vorbeigehen. Wozu brauchen wir Roboter? Welche Eigenschaften wollen wir ihnen zuschreiben? Sollen sie aussehen wie Bender, geschaffen nach unserem Abbild, als Freund oder lediglich ein Industrieroboter zur reinen Arbeitshilfe sein?</p>
<p>Die Mechanisierung und der technische Fortschritt werden weitergehen. Roboter werden den Alltag immer mehr mitbestimmen und begleiten. Die Frage bleibt, in welche Richtung dies gehen soll. „Da waren lauter Nullen und Einsen und ich dachte, ich hätte sogar eine zwei gesehen“, schildert der Roboter Bender seine Erfahrungen. Es bleibt also noch viel zu entwickeln, zu entdecken und zu hinterfragen auf dem Weg zum Roboter der Zukunft.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-09312,_Berlin,_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin, Roboter mit seinem Erfinder; Bild 102-09312</a> by </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Bundesarchiv" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">Bundesarchiv</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedicommons</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/roboter-als-teil-unserer-gesellschaft-149643/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Höhere Sozialabgaben &#8211; oder Pflegeroboter</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/hoehere-sozialabgaben-oder-pflegeroboter-3598/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/hoehere-sozialabgaben-oder-pflegeroboter-3598/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg Babing]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2007 15:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Breitscheidel]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Pflegeversicherung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/hoehere-sozialabgaben-oder-pflegeroboter-3598/</guid>

					<description><![CDATA[Am Donnerstag, 29. November, war Markus Breitscheidel, Autor von &#34;Abgezockt und totgepflegt&#34;, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Missstände in Altersheimen und prangerte die Passivität der Politik an.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag, 29. November, war Markus Breitscheidel, Autor von &quot;Abgezockt und totgepflegt&quot;, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Missstände in Altersheimen und prangerte die Passivität der Politik an.<br />
<!--break--> <b></b></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen im tagesschau-Chat!<br />
Heute bei uns hier im ARD-Hauptstadtstudio zu Gast: Markus Breitscheidel.<br />
Der Journalist ist Autor des Bestsellers &quot;Abgezockt und totgepflegt&quot;.<br />
In diesem Buch schildert er die teils entsetzlichen Zustände<br />
in Pflege- und Altenheimen, in denen er mehr als ein Jahr lang undercover<br />
gearbeitet und recherchiert hat. Vielen Dank Herr Breitscheidel,<br />
dass Sie sich Zeit genommen haben! Können wir beginnen?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Wir können.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/mbreitscheidel85x.jpg" alt="Markus Breitscheidel" height="120" width="85" /><br />
<i>Markus Breitscheidel<br />
Investigativer Journalist und Autor</i>
</p>
<p align="left">
<b>Moderatorin:</b> Folgende Frage hat<br />
die meisten unserer User am meisten interessiert:</p>
<p><b>Gero: </b>Wie erkenne ich ein gutes Pflegeheim?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Wenig Fluktuation unter<br />
den Mitarbeitern und sehr viel Öffentlichkeit, also Zusammenarbeit<br />
mit ehrenamtlichen Besuchsdiensten usw., denn diese Öffentlichkeit<br />
bringt natürlich das Leben und Informanten / Beobachter in<br />
das Heim. Das ist die schwierigste Frage, die man in diesem Bereich<br />
stellen kann, denn es gibt keine Qualitätsmerkmale zur Unterscheidung,<br />
und somit ist es für einen Angehörigen die schwierigste<br />
Aufgabe, ein gutes Heim zu finden.
</p>
<p>
<b>Karlchen:</b> Wie kommt es denn überhaupt zu<br />
einer Lage, wie in Ihrem Buch beschrieben? Fehlt es &quot;nur&quot;<br />
an Geld, fehlen ausgebildete Fachkräfte, aufmerksame Angehörige&#8230;?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Es fehlen zunächst<br />
einmal aufmerksame Angehörige, die sich nicht von dem hohen<br />
Pflegepreis blenden lassen und aufmerksam beobachten. Dann fehlt<br />
es an gut ausgebildetem Pflegepersonal und letztendlich ist die<br />
Philosophie der Heimleitung das Wichtigste. Ist diese Philosophie<br />
an Menschen orientiert, dann funktioniert es. Ist sie allerdings<br />
am Kapital orientiert, gibt es meist Probleme.</p>
<p><b>Nico: </b>Warum wird Ihrer Meinung nach bekannten Missständen<br />
von Seiten der Politik nicht nachgegangen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ein ehrlicher Umgang mit<br />
diesem Thema würde bedeuten, dass wir mehr Geld in die Pflege<br />
investieren müssten, dass sich die Lohnnebenkosten dadurch<br />
erhöhen würden.<br />
Und Sie finden keinen Politiker, der den Mut hat, in der Öffentlichkeit<br />
eine nochmalige Erhöhung der Lohnnebenkosten zu fordern.</p>
<p><b>Maria:</b> Warum wehren sich die Pflegekräfte<br />
nicht gegen die Missstände und auch ihre schlechten Arbeitsbedingungen?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> 87 Prozent der Pflegekräfte<br />
sind Frauen, meist alleinerziehende Mütter, die direkt abhängig<br />
sind von ihrem Arbeitsplatz. Ich habe insgesamt mit Menschen aus<br />
25 Nationen zusammen gearbeitet, deren Aufenthaltsgenehmigung meist<br />
an den Arbeitsplatz gebunden war, und somit fehlte ihnen natürlich<br />
auch der Mut, gegen deutsche Missstände vorzugehen. Letztendlich<br />
ist es die Angst vor dem Verlust der eigenen Existenz.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Hier die Frage eines &quot;Insiders&quot;:</p>
<p>i<b>ch25ms</b>: Ich arbeite in einem Heim und kenne die<br />
Missstände, aber was soll ich als Pflegende noch tun &#8211; außer<br />
meine private Zeit dafür herzugeben, um mal ein nettes Gespräch<br />
mit dem Bewohner führen zu können (das tue ich täglich<br />
nach meinem Dienst)?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ganz wichtig für Pflegekräfte<br />
ist es, Überlastungsanzeigen zu schreiben und die an die staatliche<br />
Heimaufsicht weiterzuleiten. Tut dies eine Pflegekraft nicht, ist<br />
sie rechtlich für die Pflegebedürftigen verantwortlich<br />
und wird gerichtlich für diese Pflegefehler dann auch belangt.<br />
Zudem würde ich heimintern den Kontakt zum Heimbeirat suchen,<br />
um denen dann meine Sorgen kundzutun. Das wären eigentlich<br />
die wichtigsten Punkte.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Das war die am dritthäufigsten<br />
gestellte Frage unserer Leser. Nun folgt Platz zwei:</p>
<p><b>Karlchen:</b> Worauf sollten Angehörige achten,<br />
wenn Verwandte in ein Pflegeheim müssen? Wie kann man reagieren,<br />
wenn man Missstände feststellt, um nicht nur die eigenen Verwandten<br />
zu schützen, sondern alle Bewohner?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Zunächst einmal den<br />
Heimbeirat einschalten. Sollte das zu keinem Ergebnis führen,<br />
würde ich den Fall an den medizinischen Dienst der Krankenkasse<br />
oder die staatliche Heimaufsicht melden. Diese sind dann verpflichtet,<br />
das Ganze anonym aufzunehmen und gegen das Heim vorzugehen.</p>
<p><b>Quarantäne:</b> Was würden Sie nach ihren<br />
Erlebnissen empfehlen: Angehörige lieber zu Hause pflegen,<br />
einen ambulanten Pflegedienst verpflichten oder doch ein Pflegeheim?
</p>
<p>
<b>konzhel:</b> Kann man eigentlich einen Unterschied<br />
machen zwischen privaten Heimen und solchen von karitativen Organisationen?<br />
Oder gibt es die Probleme überall?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich bin natürlich<br />
ein Freund davon, einen alten Baum, der Wurzeln geschlagen hat,<br />
nicht mehr umzupflanzen. Das heißt natürlich, so lange<br />
wie es geht, dem pflegebedürftigen Menschen sein Zuhause zu<br />
lassen. Der Unterschied liegt in der Philosophie des Pflegeunternehmers.<br />
Die Wohlfahrtsverbände haben ihre Philosophie am Menschen orientiert,<br />
die Privaten am Gewinn.</p>
<p><b>konzhel: </b>Betreff: Arbeitsplatz und Arbeitskräfte:<br />
Pennen da die Gewerkschaften total? Man sollte meinen, auch in solchen<br />
Betrieben gibt es ein paar Gewerkschaftler.
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Zwei Prozent der Pflegekräfte<br />
sind gewerkschaftlich organisiert. Somit fehlt den Gewerkschaften<br />
der Einfluss in den Heimen.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Warum nur zwei Prozent?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich denke, aus der Problematik,<br />
die wir eben besprochen haben. 87 Prozent der Pflegekräfte<br />
sind Frauen und intensiv mit den eigenen Problemen im Leben beschäftigt.<br />
Es fehlt die Zeit, sich neben dem zeitintensiven Pflegeberuf auch<br />
noch für die eigenen Rechte zu engagieren.</p>
<p><b>Jungling:</b> Glauben Sie, dass Patienten in Krankenhäusern<br />
ähnlich schlimm behandelt werden?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel</b>: Nach der Privatisierung der<br />
Altenpflege folgte die Privatisierung der Kranken- und Behindertenpflege.<br />
Seither erreichen mich vermehrt auch Briefe von Pflegepersonal aus<br />
Krankenhäusern und Behindertenheimen.
</p>
<p>
<b>konzhel:</b> Es gibt ja jetzt eine Reform der Pflegeversicherung.<br />
Was ist ihre Meinung: Hilft die, die Alterspflege zu verbessern?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich denke, dass diese Reform<br />
ein Pflaster auf den Dekubitus ist und lediglich kurzfristig die<br />
Probleme beheben wird. Nachhaltig fehlt jedoch ein Gesamtkonzept<br />
zum Thema Pflegebedürftigkeit und zum Umgang mit Menschen in<br />
einer Leistungsgesellschaft, die nicht mehr in der Lage sind, zu<br />
leisten.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Nun ein paar persönliche Fragen:</p>
<p><b>ttt:</b> Was für Reaktionen gab es aus den Pflegeheimen<br />
auf Ihr Buch? Gab es überhaupt welche?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Zwei der Pflegeheime haben<br />
ihr komplettes Führungspersonal ausgetauscht, sind offensiv<br />
mit den Vorwürfen umgegangen, auf mich zugekommen und haben<br />
zugegeben, dass es diese Missstände zu diesem Zeitpunkt gab<br />
und alles getan, um diese für die Zukunft abzuschaffen. Von<br />
den anderen drei Heimbetreibern habe ich bis heute leider nichts<br />
gehört.</p>
<p><b>Barbara:</b> Wie sind Sie bei Ihren Recherchen mit<br />
den alten Leuten im Heim umgegangen: persönlich oder distanziert?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Da die soziale Vernachlässigung<br />
der alten Menschen mich natürlich auch nach dem Dienst beschäftigt<br />
hat, war es für mich schon fast ein zu persönliches Verhältnis.<br />
Die seelische und körperliche Belastung während meines<br />
Einsatzes führte dazu, dass ich 15 Kilo Lebendgewicht verloren<br />
habe.<br />
Der Kontakt zu einigen Angehörigen und Bewohnern steht heute<br />
noch, da ich mich in dieser Zeit intensiv für diese Menschen<br />
eingesetzt habe und alles getan habe, dass sie dieses Heim verlassen<br />
und in eine vernünftige Einrichtung können.</p>
<p><b>Nico:</b> Hand aufs Herz &#8211; hat Sie Ihre Arbeit und<br />
die gewonnenen Erkenntnisse persönlich verändert?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Sicherlich haben mich diese<br />
Erfahrungen persönlich verändert, denn ich konnte mir<br />
niemals vorstellen, dass wir in einem reichen Industriestaat so<br />
menschenunwürdig mit pflegebedürftigen Menschen umgehen.<br />
Es hat bis heute noch Auswirkungen auf mein Leben, besonders im<br />
Bezug auf Paragraph 1 Grundgesetz &#8211; &quot;Die Würde des Menschen<br />
ist unantastbar.&quot;
</p>
<p>
<b>Kastanie:</b> Was würden Sie persönlich<br />
tun, wenn Ihre Eltern oder andere Verwandte pflegebedürftig<br />
sind?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich würde alle meine<br />
Kraft dafür einsetzen, dass sie zu Hause bis zu ihrem Tode<br />
versorgt werden. Bis vor einer Woche, also bis zum Tod meiner 91-jährigen<br />
Großmutter, konnte ich ihr zum Glück eine menschenwürdige<br />
Pflege bis zur letzten Sekunde ihres Lebens zukommen lassen.
</p>
<p>
<b>Martha: </b>Was müsste sofort zur Verbesserung<br />
der Pflegeprobleme getan werden?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche<br />
Diskussion über die Thematik der Pflege. Doch da diese Thematik<br />
Pflege und Tod von uns Menschen verdrängt wird, halte ich es<br />
für äußerst schwierig, dass sich eine Mehrheit der<br />
Gesellschaft Gedanken darüber macht, was mit ihnen passieren<br />
soll, wenn sie pflegebedürftig werden. Ich betrachte dies allerdings<br />
als Grundvoraussetzung, um ein nachhaltiges System für die<br />
Zukunft zu schaffen. Ich bin überzeugt davon, dass auf Grund<br />
der demographischen Entwicklung wir diese Problematik mit Geld allein<br />
nicht lösen werden.</p>
<p><b>Maria: </b>Würden Sie nicht auch sagen, dass diese<br />
schrecklichen Missstände mit dem Werteverlust in unserer Gesellschaft<br />
zusammenhängen und also dort eine Veränderung eintreten<br />
muss?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel: </b>Ich denke, mit dem Satz,<br />
dass wir diese Problematik mit Geld allein nicht lösen werden,<br />
ist für mich diese Frage schon nahezu beantwortet. Denn ich<br />
bin überzeugt davon, dass unsere Gesellschaft sich zu intensiv<br />
mit dem Kapital und dessen Mehrung beschäftigt und immer weniger<br />
mit dem Wohl der Menschen.</p>
<p><b>nereide:</b> Was kann oder muss die Politik denn unternehmen?<br />
Muss es regelmäßige Überprüfungen für<br />
alle Heime geben?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Zunächst einmal benötigen<br />
wir einheitliche Qualitätsmerkmale, so dass es für Angehörige<br />
auch möglich ist, einen Unterschied von außen zu erkennen.<br />
Weiterhin halte ich es für unabdingbar, dass sämtliche<br />
Kontrollen unangemeldet durchgeführt werden und die Prüfergebnisse<br />
dann auch wie in anderen Ländern veröffentlicht werden.</p>
<p><b>thomas esch:</b> Halten Sie staatlich geführte<br />
Altenpflege für sinnvoller?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Gemäß dem Grundgesetz<br />
hat der Staat die Verpflichtung, diese Aufgabe zu übernehmen.<br />
Durch die Privatisierung hat er sich mehr und mehr von dieser Verantwortung<br />
verabschiedet. Ich halte es allerdings für unabdingbar, dass<br />
der Staat in einer Leistungsgesellschaft sich um die verdienten<br />
Menschen kümmert, die ihre Leistung erbracht haben und dann<br />
irgendwann nicht mehr in der Lage sind, zu leisten.</p>
<p><b>ich25ms:</b> Ist ein &quot;Betreutes Wohnen“,<br />
also eine Senioren-WG, eine Alternative?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Die Konzepte für die<br />
Altenpflege müssen für die Stadt-, aber auch für<br />
die Landbevölkerung verschiedenartig entwickelt werden. Die<br />
Alten-WG ist mehr ein Konzept für die Stadt, da die Menschen<br />
hier in ihrem Denken nicht so konservativ sind wie die Dorfbevölkerung.<br />
Für die Menschen auf dem Land benötigen wir ein intensives<br />
Netz der sozialen Betreuung für die Pflege zu Hause.</p>
<p><b>specator:</b> Was raten Sie den Familien, die quasi<br />
illegal Pflegerinnen (meist aus dem Ausland) beschäftigen?<br />
Ist das nicht auch Ausbeutung?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich bin der festen Meinung,<br />
dass man einer Arbeitskraft, egal aus welchem Lande dieser Welt<br />
sie kommt, nicht zumuten darf, für eine Arbeit, die 24 Stunden<br />
am Tag beansprucht, mit 800-1000 Euro pro Monat abzuspeisen. <br />
Allerdings ergeben sich aus den geringen Renten, die gerade pflegebedürftige<br />
Frauen erhalten, meist keine andere Möglichkeit der Finanzierung,<br />
so dass auch hier die Politik gefragt ist, um diese illegalen Pflegekräfte<br />
in die Legalität zu führen.</p>
<p><b>Tom Bom:</b> Ich finde Ihre Vorschläge gut, doch<br />
die Finanzierung ist mir schleierhaft &#8211; Lohnnebenkosten hin oder<br />
her, gibt es noch alternative Finanzierungswege?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich halte die neun Prozent<br />
Kirchensteuer, die für Kirchenmitglieder erhoben werden &#8211; die<br />
allerdings für Menschen, die denken, sich den Glauben nicht<br />
mehr leisten zu können und austreten, nicht mehr anfallen &#8211;<br />
für eine Finanzierungsmöglichkeit. Man könnte einen<br />
Sozialfonds gründen, in den dann Menschen, die aus der Kirche<br />
ausgetreten sind, diese neun Prozent einzahlen.</p>
<p><b>bxta</b>: Laut Studien wird die Überalterung in<br />
Deutschland sich schon sehr bald drastisch auswirken. Können<br />
so viele Menschen überhaupt noch vernünftig gepflegt werden?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ohne einen enormen ehrenamtlichen<br />
Einsatz der gesamten Gesellschaft wird dies in Zukunft unmöglich<br />
sein. Es sei denn, wir können uns damit abfinden, irgendwann<br />
von einem Pflegeroboter gepflegt zu werden.</p>
<p><b>paul-armin: </b>Gibt es momentan Ihrer Meinung nach<br />
eine Partei, die sich besser für alte Menschen einsetzen würde<br />
(Nicht unbedingt die Grauen Panther&#8230;)?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Es fällt mir nicht<br />
eine Partei ein, die ein ernsthaftes Engagement in dieser Richtung<br />
betreibt.</p>
<p><b>promenz</b>: Welche Politiker wissen von ihren Erkenntnissen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Nahezu alle Politiker, die<br />
sich in den verschiedenen Parteien mit der Thematik Pflege befassen.<br />
Ich versuche allerdings seit mehr als zwei Jahren, diese Menschen<br />
für das Thema zu interessieren und muss feststellen, dass das<br />
Engagement der Politik für diesen Bereich nahezu gegen Null<br />
tendiert.</p>
<p><b>Kastanie:</b> Aus welchem Anlass haben Sie damals eigentlich<br />
Ihre Recherche gestartet? Haben Sie mit derartig schockierenden<br />
Ergebnissen gerechnet?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Der Anlass waren Berichte<br />
in TV- und Printmedien über Missstände und Unterversorgung<br />
in Pflegeheimen. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen,<br />
dass man in unserem Land so mit Menschen umgeht.
</p>
<p>
<b>trecker:</b> Es muss Angehörigen doch auffallen,<br />
wenn Ihre Verwandten in Pflegeheimen misshandelt oder vernachlässigt<br />
werden. Warum unternehmen die nichts oder nur wenig?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Das Thema &quot;Besuch der<br />
Angehörigen&quot; wird meiner Erachtens in der Öffentlichkeit<br />
überschätzt. Wir leben heute in einer Gesellschaft, wo<br />
jeder flexibel dem Arbeitsplatz nachreisen muss und Familien verstreut<br />
über ganz Deutschland leben. Somit beschränkt sich der<br />
Besuch meist auf die Feiertage, und hier fehlt dann die Zeit, Missstände<br />
zu erkennen und ihnen dann auch intensiv nachzugehen.</p>
<p><b>Maria:</b> Gibt es denn genug Personal, all die nötigen<br />
Heimüberprüfungen durchzuführen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel: </b>Da die staatliche Heimaufsicht<br />
eine Kommunalbehörde ist, hängt die personelle Besetzung<br />
natürlich direkt mit der finanziellen Situation zusammen. Hat<br />
man also das Glück, dass die Kommune eine der wenigen in Deutschland<br />
ist, die finanziell noch gut ausgestattet ist, steht genügend<br />
Personal zur Verfügung. In den meisten Städten wird auch<br />
hier intensiv beim Personal gespart.</p>
<p><b>Maria:</b> Was glauben Sie, woran dieses Desinteresse<br />
liegt? Jeder Politiker weiß doch, dass er morgen auch alt<br />
und pflegebedürftig sein kann. Ist das nur Verdrängung<br />
und Hilflosigkeit, oder stehen da andere Interessen im Vordergrund?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> In erster Linie denke ich,<br />
dass das Thema Verdrängung im Vordergrund steht. Und in zweiter<br />
Linie, dass sich ein Politiker bei der Absicherung im Alter keine<br />
größeren Gedanken machen muss, nicht menschenwürdig<br />
versorgt zu werden.</p>
<p><b>ludewig: </b>Gibt es Ihres Wissens Länder, in<br />
denen die Altenpflege sehr gut funktioniert?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Das Vorzeigeland weltweit<br />
ist für mich Dänemark, das 1989 beschlossen hat, keine<br />
neuen Heime mehr zu bauen und die Heime sukzessive abzuschaffen.<br />
Dieses Konzept wurde äußerst erfolgreich umgesetzt und<br />
erlaubt Dänemark heute den Luxus, die Menschen zu Hause versorgen<br />
zu können. Finanziert wird das Ganze aus den gesparten Investitionen<br />
für den Bau der Altenheime.</p>
<p><b>Blume:</b> Gibt es regionale Kriterien für Heime?<br />
Also sind durchschnittlich z.B. Heime im reichen Süden besser<br />
als in Rostock?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Es gibt regionale Unterschiede,<br />
ich sehe sie allerdings jetzt nicht festgehalten an einer Nord-Süd-Problematik,<br />
sondern eher in der Versorgung der Menschen auf dem Land im Unterschied<br />
zur Stadt. Da auf dem Land der Besuch der Angehörigen und Freunde<br />
viel intensiver ist als in der Stadt, sind die Missstände dementsprechend<br />
weniger gravierend.</p>
<p><b>klasssss:</b> Wie wird das in Dänemark gemacht?<br />
Die Pfleger kommen nach Hause?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Man hat in Dänemark<br />
das Konzept einer so genannten Tagespflegestätte entwickelt.<br />
Es ist im Vergleich zu Deutschland wie eine Kindertagesstätte<br />
organisiert und entlastet damit die Menschen zu Hause. Man kann<br />
den Pflegebedürftigen morgens um 6 Uhr von einem Fahrdienst<br />
abholen lassen, er wird dann in einer Tagesstätte von professionellem<br />
Pflegepersonal versorgt und gegen 19 Uhr wieder nach Hause gebracht.<br />
Somit hat man die physisch wie psychisch anstrengende Arbeit der<br />
Pflege zu Hause endgültig mal entlastet &#8211; eine Thematik, die<br />
hier in Deutschland noch gar nicht besprochen wurde.</p>
<p><b>promenz: </b>Ich weiß, Sie haben nicht alle Heime<br />
gesehen, aber ungefähr: In wieviel Prozent herrschen schlechte<br />
Verhältnisse?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel</b>: Laut des letzten Prüfberichtes<br />
der staatlichen Heimaufsicht, wobei hier alle Überprüfungen<br />
vorher angemeldet wurden, herrscht in über 30 Prozent der Heime<br />
gefährliche Pflege. Das bedeutet, knapp 200.000 pflegebedürftige<br />
Menschen sind tagtäglich unterversorgt.</p>
<p><b>demaim:</b> Was sollte es Ihrer Meinung nach für<br />
Prüfungen und Qualitätskriterien geben, die ein Heim erfüllen<br />
muss, bevor es überhaupt öffnen darf?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Es gibt bis heute keine Kriterien,<br />
die festlegen, welcher Unternehmer ein Heim eröffnen kann oder<br />
darf. Es ist also jedem erlaubt, Altenheime zu eröffnen und<br />
ein Geschäft mit der Pflegebedürftigkeit zu betreiben.<br />
Ich denke, es ist unabdingbar und wichtig, solche Kriterien aufzustellen.</p>
<p><b>Moderatorin:</b> Wie sollten die aussehen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ich denke, dass es unbedingt<br />
notwendig ist, dass der Heimunternehmer zumindest eine Ausbildung<br />
im sozialen Bereich hat und nachweisen kann, in der Pflege mal gearbeitet<br />
zu haben. Zudem ist es unabdingbar, auch Kriterien für die<br />
Philosophie zum Betreiben eines Heimes zu entwickeln.</p>
<p><b>Maria: </b>Wer sollte diese Kriterien aufstellen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Es gibt den so genannten<br />
&quot;Deutschen Pflegerat&quot;, der zusammengesetzt ist mit den<br />
wenigen Pflegeexperten, die wir in unserem Land haben. Ich denke,<br />
dass hier genügend Kompetenz vorliegt, um solche Kriterien<br />
aufzustellen.</p>
<p><b>Pfisterer:</b> Was haben Sie für Erfahrungen gemacht,<br />
wie die alten Leute auf die schlechte Pflege reagieren? Nehmen die<br />
es zwangsläufig hin oder wehren sich auch manche?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Wir haben es heute noch<br />
mit pflegebedürftigen alten Menschen zu tun, die noch eine<br />
gewisse Obrigkeit anerkennen. Ich habe bei vielen alten Menschen<br />
festgestellt, dass sie nicht den Mut haben, ihre Unzufriedenheit<br />
gegenüber Menschen in weißen Kitteln zu äußern.<br />
Selbst gegenüber Angehörigen sind sie in dem Konflikt,<br />
dass sie sich stetig vorwerfen lassen müssen, dass die Pflegekosten<br />
monatlich höher sind als eine Hotelunterbringung und man sich<br />
mit den Verhältnissen doch zufrieden geben sollte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wir erhalten gerade das Ergebnis<br />
unserer Umfrage: 58 Prozent unserer User würden ihre Verwandten<br />
nicht in einem Pflegeheim betreuen lassen; 41 Prozent würden<br />
es tun. Herr Breitscheidel, wundern Sie diese Zahlen?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel:</b> Ja, diese Zahl 58 Prozent<br />
wundert mich schon, da ich sehr viele Erhebungen über diese<br />
Thematik gelesen habe, die nahezu immer bei 90 Prozent lagen. Selbst<br />
ein Versuch von mir, auf Altenpflegeschulen zuzugehen und eine Arbeit<br />
unter dem Titel &quot;I have a Dream &#8211; Wie stelle ich mir die Altenpflege<br />
in der Zukunft vor&quot; hat erbracht, dass von 150 Aufsätzen<br />
nicht eine der Pflegekräfte das Heim bevorzugt hat. Ergänzend<br />
dazu eine Umfrage der Malteser, die ihre Pflegekräfte befragt<br />
haben, ob sie sich vorstellen könnten, in einem Heim der Malteser<br />
in Zukunft gepflegt zu werden. Hier haben überraschenderweise<br />
75 Prozent des Personals es sich nicht vorstellen können.
</p>
<p>
<b>Ventura:</b> Wie sorgen Sie persönlich vor, dass<br />
sie später nicht in ein Heim geraten, wo Sie menschenunwürdig<br />
behandelt werden?
</p>
<p>
<b>Markus Breitscheidel: </b>Es gibt in unserem Land<br />
die Möglichkeit, in Form einer Vorsorgevollmacht festzuhalten,<br />
wie man sich die eigene Pflege vorstellt. Dies habe ich bereits<br />
mit 38 Jahren ausgefüllt und erledigt. Somit ist sichergestellt,<br />
dass meine Wünsche dann auch erfüllt werden und ich bis<br />
zum Ende meines Lebens ein selbstbestimmtes Leben führen kann.
</p>
<p>
<b>Maria:</b> Was kann ich jetzt nach diesem Chat aktiv<br />
tun, um etwas für die Pflege zu bewegen?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel</b>: Sich ehrenamtlich engagieren,<br />
sei es bei einem Besuchsdienst, sei es bei einem Vorlesedienst.<br />
Seien sie sich sicher, dass ihr Einsatz unbedingt benötigt<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das war es auch schon wieder, 60<br />
Minuten tagesschau-Chat sind rum. Vielen Dank, liebe Leser, für<br />
Ihr Interesse und für Ihre Fragen. Herr Breitscheidel, möchten<br />
Sie noch ein letztes Wort an unsere User richten?</p>
<p><b>Markus Breitscheidel:</b> Vielen Dank für das<br />
Interesse und alles Gute für die Zukunft.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Vielen Dank auch Ihnen, Herr Breitscheidel!<br />
Einen schönen Tag Ihnen und unseren Lesern wünscht Ihnen<br />
tagesschau.de! Diesen Chat können Sie in Kürze auf unserer<br />
Seite nachlesen &#8211; allerdings ausnahmsweise ohne Fotos: Herr Breischeidel<br />
recherchiert derzeit inkognito für sein nächstes Buch.<br />
Erscheinen soll es im September 2008.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/hoehere-sozialabgaben-oder-pflegeroboter-3598/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
