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	<title>Philipp Mißfelder &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Philipp Mißfelder &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Was sind die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/was_sind_die_prinzipien_der_sozialen_marktwirtschaft-169/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Union]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Mißfelder]]></category>
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		<category><![CDATA[Generationengerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Björn Böhning, Vorsitzender 
der Jusos, und Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen 
Union, waren am 13. September zu Gast im Live-Duellchat der Bundeszentrale 
für politische Bildung. Es entzündete sich eine kontroverse 
Debatte über die Zukunft der Sozialsysteme, das Thema Generationengerechtigkeit 
und die Bildungspolitik.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Björn Böhning, Vorsitzender<br />
der Jusos, und Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen<br />
Union, waren am 13. September zu Gast im Live-Duellchat der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung. Es entzündete sich eine kontroverse<br />
Debatte über die Zukunft der Sozialsysteme, das Thema Generationengerechtigkeit<br />
und die Bildungspolitik.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
herzlich Willkommen im zweiten Live-Duellchat der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung. Gestern waren Nike Wessel, Grüne<br />
Jugend, und Johannes Vogel, Junge Liberale, zu Gast. Heute chatten<br />
wir mit den Vorsitzenden von Junger Union und den Jusos, Philipp<br />
Mißfelder und Björn Böhning. Im oberen Feld werden<br />
die beiden Politiker befragt, in dem unteren Feld werden die Fragen<br />
und Kommentare der Chatterinnen und Chatter abgebildet. Wir freuen<br />
uns auf Ihre Kommentare und Fragen, die Sie gerne an die beiden<br />
Duellanten richten können. Herzlich Willkommen Herr Mißfelder<br />
(in Recklinghausen) und Herr Böhning (in Berlin)! Können<br />
wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ja, gerne.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder</b>: Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, Herr Böhning, eine Frage<br />
vorab: Haben Sie sich schon einmal durch den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale<br />
für politisch Bildung geklickt (www.wahl-o-mat.de), mit dem<br />
man anhand von einigen Fragen seine Parteipräferenz überprüfen<br />
kann? Und damit verknüpft die Frage: Was kam denn raus, bei<br />
Ihnen? Die Mutterpartei?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein, werde ich aber<br />
im Anschluss an Chat machen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Nein, habe ich auch noch<br />
nicht gemacht, aber ich werde es nachholen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das könnte ja überraschende Antworten generieren:<br />
Jugendorganisationen von Parteien sind ja im besten Falle so etwas<br />
wie die Brutstätte für Reformen der Mutterpartei. Dabei<br />
weichen gerade Jugendorganisationen eben auch immer wieder von der<br />
Parteilinie ab. Herr Böhning, Herr Mißfelder, wie zukunftsfähig<br />
sind ihre eigenen Parteien? Herr Böhning, machen Sie den Anfang?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Na, in der Tat haben<br />
wir eine ganze Menge Kritik auch an der Bundesregierung geübt.<br />
Wir sehen aber, dass unsere Kritik Folgen gehabt hat und im Wahlmanifest<br />
der SPD jetzt die wichtigsten Zukunftsthemen angesprochen sind.<br />
Das ist erstens die Bildungspolitik, die wir stärker fördern<br />
wollen, auch finanziell, und das ist zweitens die Vereinbarkeit<br />
von Familie und Beruf, die wir durch das Elterngeld sicher stellen<br />
wollen. Das ist zukunftsfähige Politik.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kritik gehört dazu.<br />
Wir haben die Pflicht als Jugendorganisation die Interessen der<br />
jungen Generation zu vertreten. Das weicht sehr häufig von<br />
den offiziellen Stellungnahmen von der Partei ab.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo sind denn bei CDU und SPD die größten<br />
Konfliktlinien zwischen Jugendorganisation und Mutterpartei?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sicherlich bei der Frage<br />
der Generationengerechtigkeit. Zwar haben wir in den vergangenen<br />
Jahren sehr viel durchsetzen können, aber die Jugend ist in<br />
Deutschland vollkommen unterrepräsentiert, wenn es um deren<br />
Interessenvertretung geht.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Insbesondere bei der<br />
Bildungspolitik und bei der Frage der Gerechtigkeit, wo wir weitergehende<br />
Vorstellungen haben. Wir haben uns z.B. dafür eingesetzt, dass<br />
die Erbschaftssteuer erhöht wird, um dieses Geld direkt an<br />
die Schulen zu geben. Da haben wir uns bis jetzt noch nicht durchsetzen<br />
können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo sind denn aus Ihrer Sicht die größten<br />
Unterschiede zwischen den beiden Jugendorganisationen, denen sie<br />
vorstehen? In welchen Bereichen hat der jeweils andere (also Herr<br />
Mißfelder zur SPD, Herr Böhning zur CDU?) denn keine<br />
ausreichende Programmatik vorzuweisen? Vielleicht zunächst<br />
nur in Stichworten, wir gehen dann in der Folge auf einzelne Bereiche<br />
ein.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Bei der Zukunft der Wehrpflicht<br />
und auch in der Bildungspolitik.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Der größte<br />
Unterschied ist, dass wir der Meinung sind, dass Schuldenmachen<br />
nichts mit Generationengerechtigkeit zu tun.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stichwort Generationengerechtigkeit möchte ich<br />
aufgreifen: Die Sozialsysteme müssen reformiert werden, das<br />
ist wohl unbestritten. Was sagen Sie Vertretern Ihrer Generation,<br />
die von Ihnen fordern, für mehr Generationengerechtigkeit zu<br />
sorgen &#8211; z.B. beim Thema Rente? Hat das Umlagefinanzierte System<br />
ausgedient? Kann man jungen Menschen zumuten, in die Staatskasse<br />
einzuzahlen und gleichzeitig privat vorzusorgen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es wird eine Doppelbelastung<br />
der jungen Generation geben, nämlich erstens dass die junge<br />
Generation das marode Rentensystem weiter finanzieren muss und zweitens<br />
Eigenvorsorge betreiben muss.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Diese Doppelbelastung<br />
gibt es nur, wenn wir neben dem umlagefinanzierten System auch eine<br />
Privatversicherung aufbauen. Das ist nicht sinnvoll. Deshalb brauchen<br />
wir auch zukünftig die bestehenden 3 Säulen, Umlage, Steuern<br />
und Riester-Rente. Das ist zukunftsfähig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, sehen Sie das auch so?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Die Beiträge bleiben<br />
auch in den nächsten Jahren leider auf einem sehr hohem Niveau<br />
und wir wissen bereits heute, dass demgegenüber eine geringere<br />
Gegenleistung gegenüber stehen wird. Deshalb müssen wir<br />
der jungen Generation bereits heute sagen, dass sie sich nicht mehr<br />
allein auf die gesetzliche Rentenversicherung verlassen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was für einen Stellenwert sollen in Zukunft private<br />
Vorsorgen einnehmen, Herr Böhning? Die Doppelbelastung ist<br />
ja schon längst da. Viele junge Menschen empfinden das System<br />
als subjektiv ungerecht, Herr Böhning &#8211; waren die Reformen<br />
nicht ausreichend?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die privater Vorsorge<br />
wird weitere eine starke Säule bleiben. Wir stellen uns aber<br />
gegen eine Umstellung der Rente auf ein kaptialgedecktes System,<br />
wie z.B. Kirchhof das will. Ziel einer modernen Rentenpolitik muss<br />
es sein, dass die neuen Lebens- und Erwerbsläufe junger Menschen<br />
auch in der Rentenberechnung Berücksichtigung finden. Das heißt,<br />
wir müssen Auszeiten und Weiterbildungszeiten in der Rente<br />
anrechnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stichwort Herr Kirchhof, Herr Mißfelder: Ist sein<br />
Steuersystem aus Ihrer Sicht ein Beitrag zur &quot;Generationengerechtigkeit&quot;?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kapitaldeckung und Eigenvorsorge<br />
werden zukünftig die wichtigere Säule der Rentenversicherung<br />
sein. Die Umlage kann in Zukunft aufgrund der demographischen Situation<br />
in unserem Land in einigen Jahrzehnten nur noch ein Existenzminimum<br />
leisten.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das sehe ich anders.<br />
Es ist vielmehr so, dass wir heute die 3 Säulen der Rente stärken<br />
müssen. Die demographische Situation ist erstens abhängig<br />
von der Gestaltung der Einwanderung und einer modernen Familienpolitik.<br />
Diese zu verändern, ist weitaus sinnvoller, als die Rente zu<br />
privatisieren. Wir haben in den USA gesehen, welche negativen Auswirkungen<br />
ein privates Rentenversicherungssystem hat. Dort stehen nach einigen<br />
Firmenpleiten Millionen von Rentnerinnen und Rentnern ohne Einkommen<br />
da.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, hier schwingt der Vorwurf mit,<br />
dass die CDU kaltherzigen Kapitalismus bis ins hohe Alter organisieren<br />
will. Kann man das so stehen lassen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Einwanderungspolitik<br />
ist auf gar keinen Fall die Lösung. Der Kapitalismus ist nicht<br />
kaltherzig, gerade weil die CDU für die Prinzipien der sozialen<br />
Marktwirtschaft eintritt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Von den Prinzipien der<br />
sozialen Marktwirtschaft hat sich die Union spätestens mit<br />
Kirchhof und Merkel verabschiedet. Davon zeugt zum Beispiel die<br />
ungerechte Kopfpauschale, die Reiche massiv entlasten soll und Arbeitnehmerinnen<br />
und Arbeitnehmer belastet.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Das ist doch einfach<br />
pures Wahlkampfgetöse. Wir brauchen wieder mehr Rückbesinnung<br />
auf die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, indem wir überhaupt<br />
Wettbewerb, Eigenverantwortung und Subsidiarität wieder zulassen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Es ist interessant, dass<br />
Herr Mißfelder es als pures Wahlkampfgetöse bezeichnet,<br />
wenn über die Unterschiede zwischen der Bürgerversicherung<br />
und der Kopfpauschale gesprochen wird. Das werden diejenigen anders<br />
sehen, die von dieser Unionspolitik betroffen wären.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zur Generationengerechtigkeit, dann kommen<br />
wir zum Thema Bildung. Wie kann den Generationengerechtigkeit im<br />
Sozialbereich aussehen? Indem alten Menschen nicht mehr jedes neue<br />
Hüftgelenk bezahlt wird, wie Sie, Herr Mißfelder, einmal<br />
überspitzt formulierten?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sie verkürzen unzulässigerweise<br />
die Diskussion von vor zwei Jahren. Es geht um Generationengerechtigkeit<br />
und die Chancen gerade auch zukünftiger Generationen um Teilhabe<br />
am gesellschaftlichen Wohlstand in allen Lebensbereichen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ich bin der Meinung,<br />
dass solche Vergleiche unserer Generation schaden und unsozial sind.<br />
Aus meiner Sicht ist mit dem Thema Generationengerechtigkeit vor<br />
allem die Schaffung von Bildungschancen junger Menschen verbunden<br />
und nicht Sozialabbau.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gleichzeitig, Herr Böhning, hat die SPD keine wirklichen<br />
Alternativen in 7 Jahren Regierungsverantwortung erarbeitet, oder?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning: </b>Das stimmt nicht. Wir<br />
haben die Arbeitslosenversicherung erneuert und eine aktive Arbeitsmarktpolitik<br />
durchgesetzt. Wir haben mehr in Bildung investiert durch das Ganztagesschulprogramm<br />
und die massive Ausweitung des Bafögs und wir haben für<br />
die Ausbildungschancen junger Menschen gesorgt, indem wir die Jugendarbeitslosigkeit<br />
reduziert haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, bietet die CDU da mehr an?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Rot-grün hat in<br />
den vergangenen Jahren so gut wie nichts erreicht. Die Arbeitslosigkeit<br />
ist gestiegen, die Rentenkasse ist pleite, die Pflegeversicherung<br />
kollabiert. Bei den Bildungschancen stimme ich Björn absolut<br />
zu. In Zukunft muss Bildung und Familie eines der Hauptfelder der<br />
politischen Tagesordnung sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Bildung: Gemeinsam argumentieren sie, dass hier<br />
weitaus mehr getan werden muss, als bislang. Aber wenn die CDU sich<br />
für Studiengebührten ausspricht, schreit die SPD; wenn<br />
die Regierung Ganztagsschulen mit mehreren Milliarden fördert,<br />
ist die Resonanz der CDU verhalten. Fangen wir mit den Ganztagsschulen<br />
an: Herr Mißfelder, ist es nicht richtig, viel Geld in eine<br />
Reform des Schulwesens zu stecken?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ganztagsschulen sind<br />
sehr wichtig um jungen Paaren die Möglichkeit zu geben Beruf<br />
und Familie miteinander zu vereinbaren. Deshalb sind wir als JU<br />
nicht dagegen, sondern dafür. Wir wollen allerdings auch, dass<br />
insgesamt mehr Geld für Bildung investiert wird und deshalb<br />
sprechen wir uns für Studiengebühren aus, weil dies die<br />
einzige Möglichkeit ist momentan, um weiteres Geld für<br />
die Universitäten zu bekommen. Der Staat ist bankrott und weitere<br />
Schuldenmachen wäre unverantwortlich, deshalb müssen die<br />
Studenten sich stärker an den Kosten mit beteiligen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir brauchen mehr Ganztagesschulen<br />
in Deutschland und das haben wir mit vier Milliarden Euro gefördert.<br />
Mir ist es lieber, dass schnell etwas für mehr Ganztagsschulen<br />
getan wird als über Länderkompetenz zu streiten. Es zeigt<br />
sich heute, dass die Unionsländer, insbesondere Kochs Hessen,<br />
die Mittel für den Bau von Ganztagsschulen in nur geringem<br />
Maße abfragen und damit die Strategie der Vereinbarkeit von<br />
Familie und Beruf konterkariert wird. Bei allen Unterschieden zwischen<br />
Mutterpartei und Jugendorganisation verschärft die Union mit<br />
ihrer rückständigen Familienpolitik die schwierige Situation<br />
vieler Mütter und Väter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also ein &quot;Boykott&quot; einer an sich richtigen<br />
Reform, Herr Mißfelder?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Kein Boykott, sondern<br />
zielsichere Förderung. Wir dürfen das Geld nicht zum Fenster<br />
rausschmeißen, sondern müssen Projekte fördern,<br />
die tatsächlich eine Chance auf Erfolg haben. Reine Verwahranstalten<br />
für Kinder lehnen wir ab. Wir wollen dass Bildungsinhalte auch<br />
in Ganztagsangebote integriert werden und dort geht es eben nicht<br />
nur um den Bau von Schulgebäuden, sondern ganz klar um den<br />
Inhalt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir fördern die<br />
Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schaffen Bildungschancen<br />
und Herr Mißfelder nennt das Verwahranstalten. Das lasse ich<br />
mir auf der Zunge zergehen. Aber jenseits der Rhetorik brauchen<br />
wir in der Tat bildungspolitische Programme für die Ganztagsschulen,<br />
da sind die Länder in der Pflicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind denn die föderalen Strukturen eine Chance<br />
oder ein Hindernis für eine groß angelegte Bildungsreform?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein. Auch zukünftig<br />
ist Bildungspolitik Ländersache und dort wo die Union regiert<br />
sieht man, dass die Ergebnis weitaus besser sind als bei rot-grün<br />
regierten Ländern z.B. Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Bayern ist im internationalen<br />
Vergleich auch nur hintere Mittelklasse im Vergleich z.B. mit den<br />
skandinavischen Ländern. Auch hier gilt: Der Einäugige<br />
ist unter den Blinden König. Klar ist: die Länder, die<br />
ein integratives Bildungssystem haben, in dem länger gemeinsam<br />
gelernt wird, sind erfolgreich. Wir wollen deshalb mehr Förderung,<br />
auch frühkindliche Förderung. Ich persönlich bin<br />
der Meinung, die Durchsetzung dieser Themen ist mir wichtiger als<br />
irgendwelche Länderkompetenzen.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Die Situation in den<br />
skandinavischen Ländern kann man gar nicht vergleichen mit<br />
dem deutschen System. Es wird wesentlich mehr Geld in anderen Ländern<br />
ausgegeben als bei uns und deshalb hängt es auch stark davon<br />
ab, ob die Politik bereit ist in Bildung zu investieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Insgesamt aber, das zeigte die Pisa-Studie, hinkt Deutschland<br />
hinterher. Wird denn insgesamt genug Geld für Bildung ausgegeben?<br />
Wie viel Prozent des Bruttoinlandprodukts müsste denn in diesem<br />
Bereich ausgegeben werden, wenn man es „richtig“ machen<br />
wollte?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Dort gibt es keine Zahlen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Sechs Prozent am Bruttoinlandsprodukt<br />
für Bildung und Forschung.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Klar ist nur, dass Schüler<br />
nicht in heruntergekommenen Klassenzimmern sitzen sollen und mehr<br />
als 30 Schüler nicht in einer Klasse gehören von 6 Prozent<br />
ist übrigens die Bundesrepublik sehr weit entfernt.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Das stimmt, das stellt<br />
mich trotzdem nicht zufrieden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Würde der Bildungs- und Forschungsetat unter einer<br />
CDU Regierung denn wachsen?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Forschungs- und Bildungsausgaben<br />
werden steigen aber eben nicht nur seitens des Staates, sondern<br />
der Einzelne muss auch bereit sein, mehr Geld für seine persönliche<br />
Bildung auszugeben. Und wir müssen Unternehmen animieren, dass<br />
Deutschland wieder zum Forschungsstandort Nummer 1 wird. Das hat<br />
gerade die grüne Partei mit ihrer Technikfeindlichkeit in den<br />
vergangenen 7 Jahren sehr stark verhindert&#8230; Windkraft, Dosenpfand,<br />
Technikfeindlichkeit!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Studiengebühren: Wie ist<br />
das denn mit den Studiengebühren, Herr Böhning: Wäre<br />
das wirklich so schlimm? Das bisherige System hat ja nun auch nicht<br />
wirklich dazu geführt, dass ärmere Schichten an die Unis<br />
strömen.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Die Einführung von<br />
Studiengebühren führt dazu, dass noch viel mehr Menschen<br />
aus bildungsfernen Schichten keine Chance haben, zur Uni zu gehen.<br />
Schon heute ist die Bildung stark vom Geldbeutel der Eltern abhängig.<br />
Das ist ein Skandal und wir müssen diese Entwicklung umkehren.<br />
Deshalb bin ich gegen Studiengebühren jedweder Art. Sie verhindern<br />
Chancengleichheit und gefährden den Wissenschaftsstandort Deutschland,<br />
denn es ist doch klar: wir brauchen mehr Fachkräfte statt weniger<br />
Fachkräfte.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es ist unsozial, dass<br />
der Geselle und der Handwerksmeister mit seinen Steuern das Studium<br />
des Zahnarztsohnes bezahlt. Gerade viele Auszubildende müssen<br />
große Teile ihrer Ausbildung selbst bezahlen. Deshalb ist<br />
es ungerecht, dass Studenten bisher sich nicht beteiligt haben und<br />
nachher als Akademiker wesentlich mehr Geld verdienen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Mißfelder, drängen Studiengebühren<br />
die bildungsfernen Schichten tatsächlich aus der Uni?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Studiengebühren<br />
sind nicht unsozial.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Es hat sich gezeigt in<br />
Ländern, die Studiengebühren eingeführt haben, wie<br />
z.B. Österreich, dass die Zahl derer. Studierenden aus Arbeiterhaushalten<br />
massiv eingebrochen ist. Da hilft auch nicht ein irgendwie geartetes<br />
Stipendiensystem, sondern Studiengebühren sind an sich ein<br />
Hemmnis, zur Universität zu gehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage von &quot;Blubber&quot;: Macht es denn<br />
überhaupt Sinn so viele Studenten auszubilden? Gibt es hier<br />
eine Nachfrage in absehbarer Zeit?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder: </b>Ja, wir brauchen in Zukunft<br />
wesentlich mehr Fachkräfte. Aber über Studiengebühren<br />
am 18. September gar nicht abgestimmt. Das entscheiden ganz allein<br />
die Bundesländer.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Ja, es macht Sinn. Weil<br />
wir in der Wissensgesellschaft mehr Uniabsolventen statt weniger<br />
brauchen. Nur dann haben wir eine Chance im europäischen und<br />
internationalen Wettbewerb.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Müssen Reformen im Bildungswesen nicht auch dazu<br />
führen, dass der Bund &#8211; und nicht die Länder &#8211; das Bildungswesen<br />
stärker steuert? Bislang liegt das in Länderhand.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Grundsätzlich bin<br />
ich für eine stärkere Bundeskompetenz im Bildungssystem,<br />
weil wir uns einen bildungspolitischen Flickenteppich in Zukunft<br />
nicht mehr leisten können. Wir fordern von jungen Menschen<br />
immer mehr Mobilität und Flexibilität ein, gleichzeitig<br />
gibt es 16 unterschiedliche Bildungssysteme in Deutschland, von<br />
den europäischen Dimensionen ganz zu schweigen. Das zeigt,<br />
wir brauchen mehr Einheitlichkeit.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Es gibt kulturelle Unterschiede<br />
auch zwischen einzelnen Bundesländern. Baden-Württemberg<br />
arbeitet viel enger mit Frankreich zusammen, Schleswig-Holstein<br />
sehr eng mit Dänemark. Diese Unterschiede müssen berücksichtigt<br />
werden und deshalb lehne ich diesen Einheitsbrei, den die SPD plant,<br />
ab.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Was im übrigen nur<br />
Flensburg und Schleswig zutrifft. Wenn ich mich gegen einen Flickenteppich<br />
ausspreche, meine ich, dass der föderale Wettbewerb nicht zu<br />
Kosten der jungen Menschen existieren darf. Deshalb brauchen wir<br />
Rahmenbedingungen für einen deutschen und europäischen<br />
Bildungsraum, das ist dann nicht Einheitsbrei, sondern das sind<br />
Zukunftschancen für junge Menschen, unabhängig davon,<br />
in welchem Bundesland sie geboren sind oder wo sie hinziehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Thema Ausbildung. Die Jusos forderten mal „Wer<br />
nicht ausbildet, wird umgelegt“. Dazu diese Frage an Sie beide:<br />
&lt;Maus&gt; Ich bin auch für mehr Ausbildungsplätze –<br />
Studieren ist natürlich nicht das non plus ultra. Wo sollen<br />
die denn herkommen, Herr Mißfelder, Herr Böhning? Herr<br />
Mißfelder, Sie haben das Wort.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ausbildungsplätze<br />
und Arbeitsplätze entstehen nur wenn Wirtschaftswachstum vorhanden<br />
ist. Dafür müssen wird die Rahmenbedingungen schaffen,<br />
d.h. Steuern runter, Bürokratie weg, weniger Öko-Schwachsinn!
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> &#8230;ist ja interessant:<br />
Ausbildungschancen gibt es also nur, wenn wir Wirtschaftswachstum<br />
haben. Das glaube ich nicht. Bildungschancen müssen unabhängig<br />
von der wirtschaftlichen Gesamtsituation bereit gestellt werden.<br />
Leider haben die Unternehmen in der Vergangenheit sich ihrer Verantwortung<br />
zur Schaffung von genügend Ausbildungsplätzen entzogen.<br />
Deshalb bleibt es richtig, dass die Unternehmen, die nicht ausbilden,<br />
zahlen für die Unternehmen, die ausbilden.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Ohne Wirtschafswachstum<br />
gibt es keinen Weg aus der Wirtschaftskrise. Die Unternehmen müssen<br />
erst einmal wieder Luft zum Atmen bekommen, um überhaupt an<br />
neue Jobs denken zu können. Der Mittelstand muss deshalb besonders<br />
entlastet werden.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> &#8230;und junge Menschen,<br />
die einen Ausbildungsplatz suchen, sollen dann auf der Straße<br />
bleiben?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Nein. Wirtschaftswachstum<br />
führt sofort zu einer Einstellungswelle, wenn wir bürokratische<br />
Hemmnisse, z.B. im Arbeitsrecht abbauen. Björn Böhning:<br />
Das heißt nichts anders, als die Abschaffung von Arbeitnehmerrechten<br />
wie dem Kündigungsschutz oder der Tarifautonomie. Das schafft<br />
zwar keine Arbeit, dafür aber Ungerechtigkeit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kann man nicht beides machen? Für Wirtschaftswachstum<br />
sorgen und durch sanften Druck mehr freie Ausbildungsplätze<br />
garantieren? Stehen diese beiden Positionen sich wirklich so unversöhnlich<br />
gegenüber?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Nein. Beides ist möglich<br />
und muss gleichzeitig durchgesetzt werden.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Sanfter Druck O.K. Weitere<br />
Zwangsmaßnahmen nein. Der Mittelstand leidet so sehr unter<br />
den bürokratischen Hürden, die gerade Rot-Grün aufgebaut<br />
hat. Noch weitere Belastungen sind nicht vertretbar.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Wir haben 130.000 Mitglieder<br />
in der JU. Wir haben zum erstem Mal seit über 20 Jahren wieder<br />
steigende Mitgliederzahlen. Von Politikverdrossenheit kann daher<br />
gar keine Rede sein. Die jungen Menschen wollen sich engagieren<br />
und deshalb müssen die Parteien wesentlich attraktiver werden<br />
für die Jugend.
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Seit dem 22. Mai (NRW-Wahl)<br />
haben die Jusos über 3000 neue Mitglieder gewonnen. Das zeigt,<br />
es gibt keine Politikverdrossenheit, sondern eher eine Parteienverdrossenheit.<br />
Dem müssen wir uns ernsthaft stellen und offene Formen der<br />
Mitarbeit anbieten. Das heißt z.B. im Wahlkampf nicht im Hinterzimmer<br />
zu verbleiben, sondern dort hinzugehen, wo junge Menschen sind.<br />
In der Kneipe oder an der Küste.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber Sie wollen doch nicht bestreiten, dass die Parteibindung<br />
insgesamt abnimmt. Was sind da Konzepte, dieser Entwicklung entgegenzuwirken?<br />
Zwischen den Wahlterminen?
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wir haben zwei zentrale<br />
Dinge bereits angegangen. Erstens kümmern wir uns programmatisch<br />
und organisatorisch stärker als in der Vergangenheit um junge<br />
Auszubildende. Mittlerweile sind dadurch wieder deutlich mehr Azubis<br />
bei den Jusos aktiv. Und zweitens müssen wir viel stärker<br />
als in der Vergangenheit das Internet nutzen, um mit jungen Menschen<br />
in Dialog zu treten und sie anzusprechen.
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Politik muss Glaubwürdigkeit<br />
zurück gewinnen, deshalb ist es richtig, was Angela Merkel<br />
macht, nämlich vor der Wahl zu sagen was nach der Wahl Sache<br />
ist. Diese Strategie der Ehrlichkeit ist der entscheidende Schlüssel,<br />
um junge Menschen wieder für Politik zu begeistern. Denn viele<br />
fragen sich, warum über Jahrzehnte falsche Versprechungen gemacht<br />
wurden, die ohnehin nicht einzuhalten waren. Merkel hat aus unserer<br />
Sicht damit den Nerv der Jugend in Deutschland getroffen und deshalb<br />
unterstützen wir sie mit voller Kraft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten Live-Chatduell der Bundeszentrale<br />
für politische Bildung! Vielen Dank für Ihr Interesse.<br />
Herzlichen Dank an Herrn Mißfelder und Herrn Böhning,<br />
dass Sie sich kurz vor Wahlkampfende die Zeit genommen haben. Es<br />
sind viele Fragen übrig geblieben. Der dritte und letzte Chat<br />
in dieser Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung findet<br />
am Freitag, den 16. September ab 16 Uhr statt. Den Fragen stellen<br />
sich dann die Jugendreferenten von PDS / Linkspartei und vom Deutschen<br />
Gewerkschaftsbund. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch dann<br />
wieder dabei sein könnten!
</p>
<p>
<b>Björn Böhning:</b> Wichtig ist, dass möglichst<br />
viele junge Menschen wählen gehen, denn jede Stimme zählt!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir lassen den Talkraum unten noch<br />
etwas offen, schlage ich vor. Herr Mißfelder, was sind Ihre<br />
Vorschläge?
</p>
<p>
<b>Philipp Mißfelder:</b> Wählen gehen ist<br />
das Wichtigste.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Jüngere Generation muss entlastet werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thofsaess]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[CDU-Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Hohmann]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozialreform]]></category>
		<category><![CDATA[Zuwanderungsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Union]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/PhilippMissfelder.jpg" alt="Philipp Mißfelder" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b> 
<b><span style="color: #000000">Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, </span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Philipp Mißfelder, ist am 2. Dezember 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/PhilippMissfelder.jpg" alt="Philipp Mißfelder" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b><br />
<b><span style="color: #000000">Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, </span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Philipp Mißfelder, ist am 2. Dezember 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe CDU-Freunde und -Gegner, liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Heute begrüße ich<br />
zum Chat Philipp Mißfelder, Junge-Union-Vorsitzender, live vom Parteitag<br />
der CDU in Leipzig. Guten Tag also nach Leipzig und die Frage, können<br />
wir loslegen, Herr Mißfelder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ja, gerne</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herr Mißfelder, Sie wollen eine steuerfinanzierte Grundrente, für<br />
den Rest sollen die Bürgerinnen und Bürger selbst sorgen. Das<br />
klingt nach dem passenden Konzept zur eingeschränkten Versorgung<br />
mit künstlichen Hüftgelenken bei der älteren Bevölkerung,<br />
die Sie mal propagiert haben. Die junge CDU scheint auf dem Weg in eine<br />
neue, mehr in Arm und Reich gespaltene Gesellschaft zu sein &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Uns geht es um die Zukunft. Kein Rentner von heute hat zu befürchten,<br />
dass seine Versorgung, seine Rente grundsätzlich in Frage gestellt<br />
wird. Mir geht es um die junge Generation in unserem Land, die auch ein<br />
Anrecht auf soziale Sicherung und Spitzenmedizin heute und in 30 Jahren<br />
hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Menge Fragen auf einmal:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudolf</b>:<br />
Wie sollte die Privatvorsorge organisiert werden. Wie sieht es in diesen<br />
Punkt mit Verbraucherschutz aus? Sind Private Vorsorgeverfahren schon<br />
jetzt sicher als staatliche? Das heißt, der Einzahler bekommt die<br />
monatlichen Investitionen tatsächlich wieder ausgezahlt? Warum wurde<br />
dieses System dann nicht schon viel früher eingeführt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
1. Private Vorsorge: Die Beitragslast bei der Rentenversicherung liegt<br />
dauerhaft über dem, was ein heute 20Jähriger, aber auch ein<br />
50Jähriger schultern kann, wenn er zusätzlich privat vorsorgen<br />
muss, weil durch die negative demografische Entwicklung unser umlagefinanziertes<br />
System ad absurdum geführt wird. In Zukunft wird es wesentlich mehr<br />
private Rentenangebote geben. Also muss sich auch der Verbraucherschutz<br />
verbessern. Dies ist einer der nächsten Schritte, die es zu diskutieren<br />
gilt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Junge Union ist mit ihrem Rentenkonzept &quot;steuerfinanzierte Grundrente&quot;<br />
auf dem Parteitag ja erst einmal gescheitert. Und jetzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Das Thema bleibt aktuell gerade vor dem Hintergrund, dass der demografische<br />
Wandel bis zu einer möglichen Regierungsübernahme der CDU im<br />
Jahre 2006 weitere Probleme angehäuft werden. Ein Systemwechsel wird<br />
dann zwar noch schwieriger sein, ist aber unumgänglich, wenn die<br />
jüngere Generation nicht dauerhaft mehrfach belastet werden soll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>robert</b>:<br />
Hallo Philipp, kannst Du mir erklären, wie ich der Union glauben<br />
kann, dass sie wirklich Reformen durchführen will, die diesen Namen<br />
verdienen. Ich bin da mehr als skeptisch, weil ich nicht daran glaube,<br />
dass die Damen und Herren, die 16 Jahre lang an der Regierung waren ohne<br />
Entscheidendes voranzubringen, jetzt plötzlich die Kraft und den<br />
Willen dazu haben sollten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
In den 16 Jahren von Helmut Kohl als Kanzler ist Deutschland so gut wie<br />
selten zuvor regiert worden. Trotzdem muss man auch selbstkritisch anmerken,<br />
dass die Problematik des demografischen Wandels unterschätzt und<br />
größtenteils ausgeblendet worden ist. Die Probleme haben wir<br />
in den vergangenen Jahren ausführlicher denn je diskutiert. Unser<br />
Erkenntnisdefizit haben wir durch Herzog ausgeglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ju</b>:<br />
In Berlin streiken die Studierenden. Was ist die Position der Jungen Union<br />
dazu? Was machen die Hochschulgruppen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und noch eine Frage hinterher:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>magga</b>:<br />
Wie will die junge Union (und die CDU) sich für eine Verbesserung<br />
der Situation an den Universitäten einsetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Die JU und der Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) unterstützen<br />
die Studenten bei ihren Protesten. Gerade wir Jüngere haben ein Anrecht<br />
auf funktionierende Bildungsinstitutionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das heißt konkret in Berlin zum Beispiel: Schluss mit den Sparmaßnahmen<br />
bei bankrottem Stadthaushalt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Wir fordern bei Kürzungen in den Haushalten, den Bildungsetat nicht<br />
anzutasten, da gerade hier die Zukunft des Standorts Deutschlands und<br />
unserer Wissensgesellschaft auf dem Spiel steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>amy3</b>:<br />
Und warum wollen alle CDU-regierten Länder Studiengebühren von<br />
500€ pro Semester einführen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Studiengebühren sind dann sinnvoll, wenn sie direkt an der Universität<br />
und ausschließlich für deren Ausbau eingesetzt werden. Wenn<br />
Studiengebühren allerdings in den allgemeinen Haushalt fließen,<br />
ist dies eine Studenten-Steuer. Die wird es mit der JU und der CDU nicht<br />
geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch ein Kommentar zum Thema Rente und die Erfolge von 16 Jahren Helmut<br />
Kohl</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
Dazu kommt noch, dass diese Helden 16 Jahre einem Blüm hinterhergedackelt<br />
sind und ihm alles geglaubt haben, was er gesagt hat. Taschenrechner gibt<br />
es aber nun schon längerer Zeit und der demographische Wandel ist<br />
auch nicht über Nacht gekommen. Wenn eine Partei so blind einzelnen<br />
Führungsleuten nachrennt muss man sich schon fragen, ob eine solche<br />
Partei nicht &#8211; frei nach Baring &#8211; strukturell und personell mit der Situation<br />
überfordert ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Richtig ist, dass von allen Parteien die Probleme, die einhergehen mit<br />
dem demografischen Wandel, nicht wahrgenommen worden sind. Norbert Blüm<br />
personifizierte die falsche Aussage &quot;Die Rente ist sicher&quot;.<br />
Dies war ein Fehler.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peter-pan-15</b>:<br />
Herr Missfelder, im Zuge des CDU Parteitages habe ich immer mehr den Eindruck<br />
gewonnen, dass die Union auf Konfrontationskurs mit der SPD gehen möchte.<br />
Im Grunde würde ich dies begrüßen, doch meinen Sie, dass<br />
dies auch das Scheitern des Vorziehens der Steuerreform wert ist? Wäre<br />
es in der Situation, in der sich Deutschland befindet nicht ratsamer,<br />
diesen Parteienstreit aufzuschieben und konstruktiv-objektiv miteinander<br />
zusammenzuarbeiten? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Es gibt keine Blockadehaltung der Union. Dort, wo es sinnvoll ist, den<br />
Konsens zu suchen, tun wir dies. Beispielsweise bei der Steuerreform.<br />
Es gibt keine Blockade bei Steuerentlastungen, die seriös gegenfinanziert<br />
sind. Eine allein durch Schulden finanzierte Steuerreform wird von der<br />
Union nicht mitgetragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tyriz</b>:<br />
Dazu auch von mir eine Frage: Es kommt mir immer öfter so vor, als<br />
betreibe die Union eine Art Prinzipopposition. Egal was vorgeschlagen<br />
wird, wir sind dagegen. Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Aufgabe der Opposition ist es, die Regierung zu kontrollieren. Dinge,<br />
die in eine vollkommen falsche Richtung laufen, werden daher unsere Zustimmung<br />
nicht finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tyriz</b>:<br />
Aber nicht allem zu widersprechen. Kontrolle bedeutet doch auch, richtiges<br />
auch als richtiges stehen zu lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
bestes Beispiel: Einwanderungsgesetz (peinlich, peinlich, peinlich)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Das Zuwanderungsgesetz hat große Schwächen. Es begrenzt nicht<br />
die Zuwanderung, sondern breitet neue Schwierigkeiten im Bereich der Integrationspolitik.<br />
Die Union ist grundsätzlich zu einer Einigung mit der Regierung bereit,<br />
wenn es wirklich ein Steuerungs- und Begrenzungsgesetz gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Experten streiten sich zwar ein bisschen, aber prinzipiell sagen alle,<br />
Zuwanderung ist gut für die demografische Entwicklung. Und deren<br />
kritische Lage haben Sie ja nun erkannt, sagen Sie. Warum also nicht dem<br />
Gesetz zustimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Oberste Priorität hat für uns eine aktive Familienpolitik. Zuwanderung,<br />
wenn sie nicht auf hochqualifizierte Fachkräfte setzt, bringt mehr<br />
Probleme für den Sozialstaat als Lösungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Realist</b>:<br />
damit die Gesellschaft noch mehr vergreist, wird das Zuwanderungsgesetz<br />
gestoppt, obwohl in ein paar Jahren die Arbeitskräfte fehlen, bedenkt<br />
das diese CDU der Senioren und Nationalisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
Sie weichen aus!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ich weiche nicht aus. Ungezügelte Zuwanderung hat seit Anfang der<br />
90er Jahre unseren Sozialstaat sehr stark zusätzlich belastet. Der<br />
Arbeitskräftemangel ist ein zentrales Problem, was vor allem über<br />
Bildungspolitik, Förderung von Familien und zielgenauer Zuwanderung<br />
gelöst werden kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle</b>:<br />
Wie bewerten sie die Debatte um Hohmann und dass einige in der CDU nicht<br />
zufrieden sind mit dem Parteiausschluss?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Der Fall Hohmann ist abgeschlossen. In der Union gibt es keinen Platz<br />
für denjenigen, der nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>CSHaverkamp</b>:<br />
Herr Mißfelder, weshalb setzt die CDU ihren Hohmann Kurs fort. Die<br />
Rede ist dumm, aber nicht antisemitisch. Ein jüdischer Freund hat<br />
dies bestätigt, als ich ihn fragte. 2. Weshalb werde diejenigen,<br />
die für Hohmann gestimmt haben, nicht auch aus der Fraktion ausgeschlossen,<br />
denn auch sie, Merkels Logik zufolge, unterstützen Grundsätze<br />
die mit der CDU nicht vereinbar sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Es ist falsch, wenn man denjenigen in der Union, die Kritik am Verfahren<br />
geübt haben, Antisemitismus unterstellt. Herr Hohmann wurde ausgeschlossen,<br />
um ein deutliches Signal zu geben: Antisemitismus darf in unseren Parteien<br />
und gerade bei deren Vertretern keinen Platz haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edmund</b>:<br />
Was halten sie persönlich von der Hohmann-Affäre. Wie ist die<br />
Stimmung in der Jungen Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Die JU unterstützt den Beschluss der BT-Fraktion. Sicherlich gab<br />
es vielerorts Kritik am Verfahren. Trotzdem war dies die richtige Entscheidung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Eine kritische<br />
Frage</b>: Guten Tag, Herr Mißfelder. Ich habe nur eine Frage<br />
und hoffe, dass Sie diese beantworten, obwohl sie, zumindest für<br />
die CDU, nicht mehr aktuell ist: Warum sollte ein Bürger die CDU<br />
wählen, obwohl diese immer noch keine klare Stellung zu den Verfehlung<br />
ihres ehemaligen Ehrenvorsitzenden Helmuth Kohl bezogen hat, der einem<br />
Ehrenwort mehr Bedeutung beimisst als seinem Schwur auf das Grundgesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Aus den Fehlern der Spendenaffäre hat die CDU die Konsequenzen gezogen.<br />
Helmut Kohls Lebenswerk bleibt dadurch aber unangetastet. Ohne ihn hätte<br />
es die Deutsche Einheit nicht gegeben und auch nicht die europäische<br />
Einigung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich glaube, das beantwortet die Frage nicht ganz. Man kann ja auch persönlicher<br />
fragen: Wie stehen Sie zu Helmut Kohl und seinem Vorgehen?<br />
Da kommt die Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Eine kritische<br />
Frage</b>: Herr Missfelder, es geht nicht um sein Lebenswerk. Das<br />
bleibt unbestritten. Aber was ist mit den Prioritäten, die er gesetzt<br />
hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>amy3</b>:<br />
Wenn nicht mal der CDU-Nachwuchs Kritik an Kohl üben kann, wie lange<br />
soll dieser Kult noch betrieben werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jalu</b>:<br />
Welche Konsequenzen hat die CDU daraus gezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Dies ist überhaupt kein Thema. Ich habe großen Respekt vor<br />
Helmut Kohl. Ich bin dankbar für Frieden und Freiheit in Europa.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>EDesperados</b>:<br />
Trotzdem hat er gegen das Gesetz gehandelt&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Nein, hat er nicht. Die Staatsanwaltschaften haben alle Ermittlungen eingestellt.<br />
Auch politische Gegner Helmut Kohls müssen akzeptieren, dass wir<br />
in einem Rechtstaat leben, der Vorverurteilungen nicht zulässt. Genug<br />
Vergangenheitsbewältigung&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ju</b>:<br />
Du hast ja durchaus Zuspruch für Deine Hüftgelenk-Aussage bekommen.<br />
Würdest Du das noch mal machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>detmar_k</b>:<br />
Herr Mißfelder, hat Sie ihre Äußerung über Hüftgelenke<br />
altern lassen? Sie wurden ja ganz schön in die Mangel genommen&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Mit dem Thema Generationengerechtigkeit ist die JU untrennbar verbunden.<br />
Mir ging es nicht darum, älteren Menschen Angst zu machen, sondern<br />
auf ein Problem in 30 oder 40 Jahren hinzuweisen. Meine Formulierung bedaure<br />
ich. Das Thema bleibt jedoch aktuell.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich würde es nicht so hart formulieren, aber die Frage, wie man Inhalte<br />
vermittelt, bleibt ja:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>WORKER</b>:<br />
Können Sie verstehen, dass sich meine Oma von einem 24jährigen<br />
Bübchen nicht so gerne vorschreiben lassen will, ob sie Anspruch<br />
auf ein neues Hüftgelenk hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ihre Oma hat nichts zu befürchten, da ich gerne und auch zu Recht<br />
über meine Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung für<br />
ihre medizinische Versorgung einzahle. Die Frage ist nur: Wer zahlt für<br />
uns, wenn wir mal alt sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zwergi Ö</b>.:<br />
Hallo Philipp! Wie hat die JU Basis den Generationenkrieg verkraftet?<br />
Stehen die JUler noch hinter Dir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Auf dem Deutschlandtag vor ein paar Wochen gab es große Unterstützung<br />
für den Kurs des JU-Bundesvorstandes. In meiner Amtszeit sind zum<br />
ersten Mal seit 20 Jahren die Mitgliederzahlen der JU gestiegen. Dies<br />
zeigt, dass wir unsere Stellung als größter politischer Jugendverband<br />
Europas ausbauen konnten. Und zwar über ein Sachthema und nicht auf<br />
Kosten anderer Personen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hildegard<br />
Müller</b>: Philipp, warum dringt man nur mit populistischen<br />
Aussagen wie die Hüftgelenk-Nummer an die Öffentlichkeit? Denn<br />
sonst hört man ja nicht so viel von Dir.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Nächste Frage, Hildegard.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthias Zuerl</b>:<br />
Hallo Philipp, wie stehst du zum Gottesbezug im europäischen Verfassungsvertrag:<br />
ja oder nein? Und warum, wenn ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Zum Gottesbezug ein klares Ja.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Liebe Chatter, leider<br />
müssen wir den Chat wegen technischer Probleme fünf Minuten<br />
vor der Zeit beenden. Herr Mißfelder hätte gerne noch diese<br />
und andere Fragen ausführlicher beantwortet. Herzlichen Dank, Herr<br />
Mißfelder, dass Sie sich die Zeit genommen haben! Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen schönen Tag!</span></p>
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