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	<title>Phoenix AG &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Kampf gegen den Crash</title>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Computerproblem]]></category>
		<category><![CDATA[Jahr-2000-Problem]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Zum Jahrtausendwechsel drohen Computer
in Firmen, Verwaltungen und Haushalten abzustürzen. Das Beispiel der Hamburger
Phoenix AG zeigt, wie sich Unternehmen gegen die Krise der Superhirne wappnen können.
Von WOCHE-Autorin Christine Oppermann</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Zum Jahrtausendwechsel drohen Computer<br />
in Firmen, Verwaltungen und Haushalten abzustürzen. Das Beispiel der Hamburger<br />
Phoenix AG zeigt, wie sich Unternehmen gegen die Krise der Superhirne wappnen können.<br />
Von WOCHE-Autorin Christine Oppermann</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"> Der Countdown läuft. In der<br />
Empfangshalle der Phoenix AG in Hamburg-Harburg zeigt eine<br />
Leuchtschrift die verbleibenden Tage bis zum Jahrtausendwechsel. &#8220;Wir<br />
wollen, dass jeder Mitarbeiter, Kunde, Lieferant den Ernst der Lage<br />
erkennt&#8221;, erklärt Phoenix-Finanzchef Hans-Joachim Zwarg.<br />
Die Risiken der Jahreswende 1999/2000 werden auf einer mannshohen<br />
Wandtafel erläutert: Weil &#8220;viele Computer auf zweistellige<br />
Jahresangaben programmiert sind, wissen sie nicht, wie sie mit dem Jahr<br />
2000 umgehen sollen. Die Rechner spielen verrückt ­ in ihnen tickt eine<br />
Zeitbombe, die 90 Prozent aller Computer zu (zer)stören droht.&#8221;<br />
Weltweite Computer-Zusammenbrüche hätten, ergänzt Zwarg, verheerende<br />
Folgen: Sie können Stromausfälle verursachen, die Telekommunikation<br />
ausschalten, die Versorgung der Bevölkerung unterbrechen,<br />
Milliardenverluste, Firmenpleiten und eine Rezession auslösen. &#8220;Nur wer<br />
rechtzeitig beginnt seine Datenverarbeitung fit für das Jahr 2000 zu<br />
machen, hat eine Chance, der drohenden Existenzkrise zu entkommen&#8221;,<br />
mahnt Zwarg, der das Jahr-2000-Programm bei dem Gummi- und<br />
Kautschukhersteller, der auch die Automobilindustrie beliefert, im<br />
Herbst 1997 angeschoben hat.<br />
Damals zählte Zwarg noch zu den Pionieren im deutschen Mittelstand, die<br />
den millennium bug ­ wie der Programmfehler in der Computer-Branche<br />
genannt wird ­ als ernste Gefahr auffassten. Bei den 4000 Kunden und<br />
den 8900 Mitarbeitern lösten seine Warnungen ungläubiges Staunen aus:<br />
&#8220;Viele haben gedacht, jetzt ist er durchgeknallt&#8221;, erinnert sich Ulrich<br />
Jostwerner, der als Logistikfachmann im Herbst 1997 ins Jahr-2000-Team<br />
berufen wurde.<br />
Der Kampf gegen die JahrtausendWanze lief wie in vielen deutschen<br />
Unternehmen auch bei Phoenix langsam an. &#8220;Wir stocherten im Nebel&#8221;,<br />
sagt Jostwerner. Nur eines war schnell klar: Eine geniale Lösung, die<br />
mit minimalem Aufwand das drohende Chaos beseitigen könnte, wird es<br />
nicht geben. &#8220;Keiner wird im Oktober 1999 mit einer Diskette wedeln,<br />
die nur in den Computer eingelegt werden muss, und dann ist alles<br />
wieder gut&#8221;, schärfte Zwarg seinem Team immer wieder ein. Im Gegenteil:<br />
Bei der Suche nach Patentrezepten zeigten sich immer größere Risiken.<br />
Nicht nur die Betriebsprogramme der Personalcomputer und Großrechner<br />
könnten durch den Datumswechsel gestört werden, sondern auch in den<br />
Mikrochips, den embedded systems, die als Speichereinheiten oder<br />
Prozessoren die Funktionsfähigkeit vieler Apparate und Anlagen wie<br />
Telefone, Faxgeräte, Fahrstühle, Mikrowellenöfen oder Klimaanlagen und<br />
Herzschrittmacher überwachen und steuern, kann die Wanze lauern.<br />
Ende 1997 wurde schließlich ein Pilotversuch in der<br />
Rohstoffverarbeitung gestartet, in der eine rechnergesteuerte<br />
Misch-Walz-Anlage Gummi- und Kautschukplatten herstellt und zur<br />
Weiterverarbeitung in Hochregallager einsortiert. Nach den<br />
Inventarlisten aus der Buchhaltung gab es in diesem Bereich 27 Computer<br />
und rechnergesteuerte Geräte. Im März 1998 schien die Arbeit<br />
abgeschlossen zu sein.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Doch der Probelauf brachte die<br />
große Ernüchterung: Als die Uhren der Mischanlage auf den 1. Januar<br />
2000 vorgestellt wurden, konnte der Rechner zwar noch die Produktion<br />
der Platten steuern, aber kennzeichnen, sortieren und lagern konnte er<br />
die Ware nicht. Unter realen Bedingungen hätte ein Stau von<br />
tonnenschweren Platten die gesamte Produktion stillgelegt. &#8220;Die Panne<br />
zeigte, dass die Inventarlisten unvollständig und unser Ansatz falsch<br />
war&#8221;, sagt Projekt-Manager Jostwerner. Das Jahrtausendproblem ließ sich<br />
nicht mit den Methoden der Datenverarbeitung allein lösen. &#8220;Es reicht<br />
nicht, dass einzelne Geräte fit fürs Jahr 2000 sind, sondern der<br />
gesamte Produktionsprozess muss den Jahrtausendsprung schaffen&#8221;,<br />
erkannte der Projektleiter. Alle für das Überleben der Firma<br />
notwendigen Vorgänge ­ vom Auftragseingang bis zum Versand von Ware und<br />
Rechnung ­ müssen geprüft werden.<br />
Das bisher vierköpfige Jahr-2000-Team wurde um zwei Betriebswirte<br />
erweitert, die sich in der Konzernorganisation auskannten. Ein<br />
Lenkungsausschuss wurde eingesetzt, zu dem neben den<br />
Projektmitarbeitern auch zwei Vorstandsmitglieder, Initiator Zwarg und<br />
Technikchef Burkhard Meister, gehören. In allen 46 Betrieben und<br />
Tochtergesellschaften der Phoenix AG wurde ein Mitarbeiter ernannt, der<br />
vor Ort die Vorbereitungen für das nächste Jahr überwachen muss. Über<br />
ein Intranet können sich alle Projektmitglieder ­ einschließlich der<br />
Vorstände ­ über den aktuellen Stand informieren.<br />
Eine gründliche Bestandsaufnahme förderte 10 400 technische<br />
&#8220;Systemkomponenten&#8221; zu Tage ­ Computer, Betriebssysteme,<br />
Software-Pakete, Telefonanlagen und Faxgeräte. Die Prozessanalyse ergab<br />
7000 Schritte, die für den Betrieb des Unternehmens erforderlich sind.<br />
Danach begann die Tüftelarbeit: Um alte Rechneranlagen wie die<br />
SAP-R2-Computer in der Lagerverwaltung auf den Jahreswechsel<br />
vorzubereiten, wurden zwei pensionierte Programmierer angeheuert; von<br />
den jüngeren Kräften konnte keiner die komplizierten Programme<br />
entziffern, die größtenteils in der Computer-Sprache Cobol, aber auch<br />
in individuell modifizierten Codes geschrieben waren. Alle Programme<br />
wurden Zeile für Zeile nach Datumsfeldern durchforstet und durch<br />
Fensterlösungen bis zum Jahr 2039 erweitert oder ­ wenn das nicht<br />
gelang ­ auf 1971 zurückgestellt. Weil sich alle 28 Jahre der<br />
Kalenderzyklus wiederholt, stimmen Tages- und Monatsdaten sowie<br />
Wochentage des Jahres 2000 mit denen des Jahres 1972 überein. Von 1000<br />
PCs wurden 100 gleich durch neue Geräte ersetzt.<br />
Doch trotz aller Fleißarbeit gab es immer wieder frustrierende<br />
Rückschläge. Im Herbst 1998 wurde eine Dampferzeugungsanlage im<br />
Thüringer Tochterwerk als für den Jahreswechsel fit gemeldet. Beim<br />
Probelauf zeigte sich jedoch, dass das werksinterne Heizkraftwerk zwar<br />
Dampf erzeugen konnte, aber die Mengen, die die einzelnen Abteilungen<br />
erhielten, konnten nicht erfasst werden. Vorstand Meister nutzte diese<br />
Panne, um der gesamten Belegschaft, vor allem seinem Team &#8220;Dampf zu<br />
machen&#8221;.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Im Oktober erhielt jeder<br />
Mitarbeiter mit der Gehaltsabrechnung ein Faltblatt, auf dem die<br />
Gefahren des Jahrtausendwechsels aufgelistet wurden. Für die<br />
Projektmitglieder begann eine neue Runde der Detektivarbeit: Sie<br />
mussten versuchen von den Herstellern aller Geräte und Anlagen die<br />
Herkunft der eingebauten Mikrochips und Steuerungseinheiten zu<br />
ermitteln oder sich bescheinigen lassen, dass diese Chips auch nach dem<br />
Jahreswechsel funktionieren. Doch die Sisyphusarbeit schafft<br />
bestenfalls juristische Sicherheit: Hersteller, die Jahr-2000-Fähigkeit<br />
für ihre Geräte garantieren, müssen haften, wenn die Anlagen ausfallen.<br />
Verlässliche Angaben über die tatsächliche Funktionsfähigkeit hingegen,<br />
die den Phoenix-Mitarbeitern die Arbeit erleichtert hätte, gab es<br />
selten. Die Hersteller von Steuerungssystemen hatten die Mikrochips<br />
zugekauft, eine Dokumentation der fest eingebrannten Programme hat es<br />
nie gegeben, und viele der Chip-Produzenten gibt es nicht mehr: Sie<br />
sind aufgekauft worden oder haben wie jüngst vier asiatische<br />
Unternehmen Pleite gemacht.<br />
Deshalb will Jostwerner die Anlagen der Phoenix in Langzeittests<br />
prüfen, bei denen der Kalender mindestens bis März 2000 simuliert wird.<br />
Dann weiß er auch, ob die Anlagen die nächste Hürde nehmen können: den<br />
29. Februar 2000. Nur jeder vierte Jahrhundertwechsel fällt mit einem<br />
Schaltjahr zusammen ­ dass dies ausgerechnet nächstes Jahr der Fall<br />
ist, potenziert die Herausforderung für die Computerwelt.<br />
Rund 16 Millionen Mark (8,2 Millionen Euro) hat Phoenix für den Kampf<br />
gegen die Jahrtausend-Wanze mittlerweile ausgegeben, doch ganz sicher<br />
kann das Management nicht sein, dass der Betrieb am 3. Januar 2000<br />
reibungslos läuft. Im Zeitalter der Just-in-time-Produktion, wo alle<br />
Rohstoffe und Teile erst dann angeliefert werden, wenn sie auch<br />
gebraucht werden, genügt schon der Ausfall eines Lieferanten, um die<br />
gesamte Produktion zu stoppen. Wenn Phoenix seine Kunden nächsten<br />
Januar pünktlich bedienen will, müssen auch die 1700 wichtigsten<br />
Zulieferer des Unternehmens den Jahrtausendwechsel geschafft haben.<br />
Finanzchef Zwarg hat deshalb im Herbst 1998 begonnen, seine Lieferanten<br />
unter die Lupe zu nehmen.<br />
Was er da sah, hat ihn nicht beruhigt. In vielen Fällen sei ­ so der<br />
Phoenix-Manager ­ zu spät mit der Umstellung begonnen worden. &#8220;Wer<br />
jetzt noch nicht angefangen hat, wird bis zum Jahresende nicht mehr<br />
fertig&#8221;, warnt Zwarg. Kundige Computer-Fachleute sind rar, und auch bei<br />
den Computern wird es spätestens ab Sommer Engpässe geben. Bis zum<br />
Jahresende 1999 wird Phoenix deshalb die Vorräte um 50 Prozent<br />
aufstocken. Zusätzliche Lagerflächen wurden bereits angemietet. Auch<br />
für den Transport von Rohwaren und Fertigprodukten wurde Vorsorge<br />
getroffen, falls der millennium bug die Spediteure der Phoenix<br />
ausbremsen sollte: &#8220;Wir haben Lastwagen vorbestellt und fahren zur Not<br />
mit eigenen Leuten&#8221;, sagt Jostwerner.<br />
Große Sorgen bereitet Zwarg und seinem Team derzeit aber die<br />
Energieversorgung. Ein Test der Stadtwerke Hannover im vergangenen<br />
Frühling, der unter realen Bedingungen in der Neujahrsnacht, drei<br />
Minuten nach Mitternacht, zu einem kompletten Computerausfall geführt<br />
hätte, sorgte auch bei Phoenix für neue Aufregung: &#8220;Wie steht es um die<br />
HEW?&#8221;, fragte Zwarg. Den Hamburgischen Electricitäts-Werken hat der Tüv<br />
Rheinland, Institut für Software, Elektronik, Bahntechnik, zwar jüngst<br />
bescheinigt, dass sie &#8220;Erfolg versprechend&#8221; einen Prozess durchliefen,<br />
damit &#8220;Störungen in Computern und Mikroprozessoren zuverlässig und<br />
flächendeckend auszuschließen sind&#8221;. Aber für sein Privathaus hat Zwarg<br />
bereits einen Generator erworben.<br />
Dennoch könnte er in der Neujahrsnacht im Kalten sitzen. Denn den<br />
Jahrtausendwechsel wird er wie alle Mitglieder des Teams im Betrieb<br />
verbringen. Da ist Zwarg ganz Hanseat: &#8220;In turbulenten Zeiten müssen<br />
die Offiziere auf der Brücke sein.&#8221;<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>HINTERGRUND: Gefahr für Heim und Herd</b><br />
Die<br />
Jahrtausend-Wanze lauert auch im trauten Heim: Telefonanlagen,<br />
Radiowecker, Kaffeemaschinen, Videorekorder und Fernseher können ebenso<br />
Probleme mit dem Millenniumswechsel haben wie PCs oder Bordcomputer im<br />
Auto. Wer am Neujahrstag nicht abgeschnitten von der Welt in einer<br />
kalten Wohnung hocken will, sollte sich jetzt bei den Herstellern<br />
erkundigen, ob seine Geräte &#8220;2000-fähig&#8221; sind, und eine schriftliche<br />
Garantie fordern. Von Bankkonten, Versicherungen und Vermögensanlagen<br />
sollte der jeweils aktuelle Stand kurz vor Jahresende schriftlich<br />
abgefragt werden. Empfehlenswert ist es, einige Tage vor Silvester &#8217;99<br />
eine Bargeldreserve anzulegen ­ auch Kreditkarten- und Geldautomaten<br />
können am 1. Januar 2000 ausfallen.</span></p>
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