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	<title>PISA-Studie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>PISA-Studie &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Schule als Kompass für eine komplexe Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2017 08:58:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Bildungssystem der Zukunft muss das Erlernen von kritischem Denken, eigenständigem Handeln und der Vorbereitung auf lebenslanges Lernen konkret gefördert [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/8734094243_4c13952e4c_z.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151074" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/8734094243_4c13952e4c_z-630x419.jpg" alt="8734094243_4c13952e4c_z" width="630" height="419" /></a>Im Bildungssystem der Zukunft muss das Erlernen von kritischem Denken, eigenständigem Handeln und der Vorbereitung auf lebenslanges Lernen konkret gefördert werden. Diese Fähigkeiten sieht Bildungsforscher Andreas Schleicher als elementar für die Zukunft unserer Gesellschaft. Der Koordinator der PISA-Studie fordert mehr Freiräume für die Schulen, um neue Bildungsformate zu ermöglichen. Im Interview berichtet er, wie das funktionieren kann und worin er die größte Herausforderung sieht.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Vor allem die Digitalisierung der Gesellschaft macht nach Ansicht des Leiters des Direktorats für Bildung der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) eine Reformation des Schulsystems nötig. Wie schon auf der OEB 2016 betont Schleicher im Interview mit politik-digital, dass der rasante Fortschritt der Technologie die Arbeitswelt vollständig verändern wird, und erklärt, was genau in der Bildung getan werden muss, um die nächste Generation darauf vorzubereiten.</span></p>
<p><b>Herr Schleicher, Sie betonen oftmals die Wichtigkeit numerischer Kompetenzen von Schülern. Ist Deutschland im Anbetracht der guten Pisa Ergebnisse im Bereich Mathematik auf einem guten Weg, oder gibt es noch viel zu tun? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">In den Jahren nach dem PISA Schock ist es Deutschland gelungen, die mathematischen Fähigkeiten der Schüler deutlich zu verbessern, allerdings hat sich in den letzten 10 Jahren nicht mehr viel bewegt, während die Anforderungen in der Gesellschaft in diesem Bereich ständig steigen. Letztlich muss ein Land wie Deutschland so viel besser sein wie es teurer ist.</span></p>
<p><b>Im Bereich Naturwissenschaften wurden dieses Jahr auch prozedurales und epistemisches Wissen, also komplexe Fragestellungen und Probleme getestet. Dort jedoch schnitten deutsche Schüler nicht so gut ab wie bei der reinen Wissenswiedergabe. Genau dieses Fehlen von Skills wie kritisches Denken und Hinterfragen kritisieren Sie am Bildungssystem. Wie kann das verändert werden?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bei der Wiedergabe von naturwissenschaftlichem Fachwissen sind deutsche Schüler relativ gut. Wenn es aber darum geht, dieses Wissen kreativ auf neue Zusammenhänge zu übertragen und wie ein Naturwissenschaftler zu denken, scheitern viele Schüler in der Bundesrepublik. Dabei ist genau das eine der Schlüsselkompetenzen in der Zukunft – schließlich spuckt einem Google binnen Millisekunden das Fachwissen der gesamten Welt aus. Wir können heute fast jede Multiple-Choice-Klassenarbeit mit Hilfe eines Smartphones in Sekundenschnelle lösen. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder nicht nur fast so gut wie ein Smartphone sind, dann müssen wir neue Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert entwickeln. Die großen Durchbrüche und Paradigmenwechsel entstehen heute meist dann, wenn es gelingt, verschiedene Aspekte oder Wissensgebiete, zwischen denen Beziehungen zunächst nicht offensichtlich sind, kreativ und kooperativ zu verknüpfen. Der Erfolg von Schule muss sich heute außerdem an der Fähigkeit und Motivation der Menschen messen, lebensbegleitend zu lernen, sich in einer sich verändernden Welt immer wieder neu zu positionieren, eigenständig und verantwortungsbewusst zu handeln und eigene Pläne und Projekte in größere Zusammenhänge zu stellen. Letztlich geht es darum, Schülern einen Kompass mit an die Hand zu geben, mit dem sie sich in einer komplexen, volatilen und sich beständig ändernden Welt selber zurechtfinden können.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Da ist die Politik gefragt, mehr Freiräume für die Schulen zu schaffen. In einer modernen Gesellschaft kann auch der beste Bildungsminister nicht mehr die Herausforderungen für hunderttausende Lehrer und zehntausende Schulen bewältigen. Wenn es aber gelingt, den Ideenreichtum hunderttausender Lehrer und Schulen zu mobilisieren und in die Gestaltung von Bildungsprozessen einzubringen, dann kann es gelingen, das beste Bildungssystem zu schaffen und die Herausforderungen der modernen Gesellschaft zu bewältigen. Die Gesellschaft erwartet von modernen Schulen, dass sie Veränderungen in der Gesellschaft aktiv wahrnehmen und Schüler auf neue Herausforderungen vorbereiten, und dass sie innovative Lösungen finden wie, wo und mit wem Schüler lernen. Wenn wir die Schule heute neu erfinden würden, würde irgendjemand mit dem heutigen Schulsystem zufrieden sein, mit der Art und Weise wie wir die Menschen, die Lernorte, die Zeit und die Technologie dort heute einsetzen?</span></p>
<p><b>Sie sehen ein wesentliches Ziel der Bildung in den nächsten Jahren darin, den Menschen mehr digitale Kompetenzen beizubringen. Wie soll dies in den Schulen umgesetzt werden? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Schüler, die nicht in der Lage sind, in der komplexen digitalen Landschaft zu navigieren, nehmen nicht mehr vollständig am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben um sie herum teil. Wir erwarten von Schulen, dass sie unsere Kinder zu kritischem Umgang mit dem Internet und der elektronischen Medien erziehen. Warum sollten Schüler sich auf ein Lehrbuch beschränken, das zwei Jahre zuvor gedruckt und vielleicht zehn Jahre zuvor erstellt wurde, wenn ihnen die weltweit besten und aktuellsten Lehrmaterialien offenstehen? Ebenso wichtig ist, dass Lehrern und Schülern durch die Technologie spezielles Lehrmaterial jenseits der Lehrbücher zugänglich ist, in zahlreichen Formaten und mit wenigen zeitlichen und räumlichen Beschränkungen. Die Technologie bietet außerdem eine Plattform, auf der Lehrer Unterrichtsmaterial gemeinsam erarbeiten, teilen und erweitern können. Am wichtigsten aber ist vielleicht, dass Technologie eine neue Pädagogik unterstützen kann, die sich auf Lernende als aktive Teilnehmer fokussiert, sei es durch experimentelles oder projekt-basiertes Lernen, praktische Aktivitäten und kooperatives Lernen oder höchst interaktiv durch nichtlineare Lernsoftware in modernem Design sowie durch bildendes Gaming. Deutschland ist aber noch weit davon entfernt, die Früchte der Technologie im Bereich der Bildung zu ernten. Das kann bedeuten, dass die Technologie des 21. Jahrhunderts verbunden mit der Lehrpraxis des 20. Jahrhunderts die Wirksamkeit auf das Lernen verwässert. Mit anderen Worten: Schulen sind pädagogisch einfach noch nicht so gut, um das Beste aus der Technologie zu machen. Wenn Schüler Smartphones benutzen, um Antworten per Copy und Paste unter vorgefertigte Google-Fragen zu setzen, dann werden sie wohl kaum schlauer. Wahrscheinlich überschätzen wir die digitalen Fähigkeiten von beiden – Lehrern und Schülern, und wir sehen wenig durchdachte Regeln und Strategien zur Implementierung. Nicht zuletzt, wenige Kinder würden wahrscheinlich freiwillig mit der dürftigen Lehr-Software spielen, die Technologie-Unternehmen noch immer an Schulen verkaufen können. Im Ergebnis sind die Verbindungen zwischen Schülern, Computern und Lernen weder simpel noch programmiert; und die wahren ICT-Beiträge fürs Lehren und Lernen sind noch nicht voll erkannt und genutzt.</span></p>
<p><b>Wie schätzen Sie die digitalen Kompetenzen der deutschen Bevölkerung im weltweiten Vergleich ein? </b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Deutschland liegt hier im guten Mittelfeld, allerdings steht die ältere Bevölkerungsgruppe relativ gesehen besser da als die 16-24-Jährigen.</span></p>
<p><b>Sie kritisieren auch, dass der soziale Stand der Menschen oftmals den Bildungsweg schon vorgibt, z.B. dass Kinder in Familien mit Akademikereltern auch zu Akademikern werden und Arbeiterkinder eher seltener studieren. Denken Sie diese Prozesse werden durch die Digitalisierung eher verstärkt oder vermindert?</b></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Darin liegt das Potenzial der Digitalisierung. Allerdings sehen wir auch hier immer noch fast ebenso große soziale Unterschiede in den digitalen Kompetenzen wie in den Fachleistungen.</span></p>
<p>Titelbild: re:publica 2013: Tag 3 – Andreas Schleicher by Tony Soja via <a href="https://www.flickr.com/photos/re-publica/8734094243/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>Virtueller Schulbesuch in Furtwangen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 16:40:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick war am 22. Juli 2010 zum virtuellen Schulbesuch an der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen. Die Kultusministerin beantwortete im zweiten virtuellen Schulbesuch 60 Minuten lang Fragen der Schulgemeinde und von Bürgern - live im Videochat. Ein großes Thema waren neben den Videofragen der Schüler die Schulreformen, die derzeit im Saarland und in Hamburg durchgeführt werden.
<p>
&#160;
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick war am 22. Juli 2010 zum virtuellen Schulbesuch an der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen. Die Kultusministerin beantwortete im zweiten virtuellen Schulbesuch 60 Minuten lang Fragen der Schulgemeinde und von Bürgern &#8211; live im Videochat. Ein großes Thema waren neben den Videofragen der Schüler die Schulreformen, die derzeit im Saarland und in Hamburg durchgeführt werden.</p>
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		<title>InfoMonitor November 2008: US-Präsidentschaftswahl war Topthema</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/infomonitor-november-2008-us-praesidentschaftswahl-war-topthema-4184/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[InfoMonitor]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 09:59:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[PISA-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Grünen]]></category>
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		<category><![CDATA[US-Wahl 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Ypsilanti]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
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		<category><![CDATA[Bombay]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der USA war das am meisten berichtete Thema in den deutschen Fernsehnachrichten im November 2008. Wie der InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, ermittelt hat, berichteten allein die vier Hauptnachrichtensendungen „Tagesschau“, „heute“, „RTL aktuell“ und „Sat.1 Nachrichten“ zusammen fast drei Stunden (178 Minuten) über dieses Thema. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der USA war das am meisten berichtete Thema in den deutschen Fernsehnachrichten im November 2008. Wie der InfoMonitor des Instituts IFEM, Köln, ermittelt hat, berichteten allein die vier Hauptnachrichtensendungen „Tagesschau“, „heute“, „RTL aktuell“ und „Sat.1 Nachrichten“ zusammen fast drei Stunden (178 Minuten) über dieses Thema. <!--break--></p>
<p>
An zweiter Stelle folgt das Topthema der vorhergehenden Monate, die Finanz- und Bankenkrise, mit 111 Minuten. Der Terror in der indischen Metropole Bombay erreichte Rang 3 (60 Minuten), vor den gescheiterten Regierungsambitionen von Andrea Ypsilanti in Hessen (59 Minuten) und der Krise der Autobranche in Deutschland (53 Minuten). Weitere Themen der Top-10 im November waren die Konjunkturaussichten und die Diskussion um Steuersenkungen, die Piratenüberfälle vor Somalia, die Massenproteste in Thailand, der Atommüll-Transport nach Gorleben sowie der Wintereinbruch in Deutschland.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/11_top-10_themen_tv_hauptnachrichten.jpg" height="269" width="467" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2008</i><i><br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
Zwischen den vier Hauptnachrichtensendungen zeigen sich einige Unterschiede im Ranking der Topthemen: Der Wintereinbruch war für RTL und Sat.1 im Gegensatz zu ARD und ZDF ein Top-10-Thema. Der kriegerische Konflikt im Kongo belegte dagegen bei ARD und ZDF jeweils Platz 9, spielte aber bei RTL und Sat.1 keine Rolle. Ebenso erreichte der politische Streit um ein neues BKA-Gesetz bei der „Tagesschau“ und „heute“ die Plätze 11 bzw. 8, taucht aber bei RTL und Sat.1 nicht unter den ersten 50 auf. „RTL aktuell“ widmete mit über einer Stunde deutlich mehr Sendezeit als die anderen Hauptnachrichten den amerikanischen Präsidentschaftswahlen, war aber gleichzeitig auch die einzige Nachrichtensendung, die Waldbrände in Kalifornien und einen Busunfall auf einer deutschen Autobahn zu Top-10-Themen machte.
</p>
<p>
Die Rangfolge der Topthemen bei den beiden Nachrichtenmagazinen „Tagesthemen“ und „heute-journal“ unterscheidet sich im November kaum von der der Hauptnachrichtensendungen. Deutlich mehr Sendeminuten als die anderen Nachrichten investierten die Nachrichtenmagazine sowohl in die US-Wahlen als auch in die Finanz- und Bankenkrise. Das „heute-journal“ befasste sich außerdem am eingehendsten mit dem Konflikt im Kongo, die „Tagesthemen“ berichteten mehr als alle anderen Sendungen über die jüngste Pisa-Studie.
</p>
<p>
<b>SPD vor CDU bei Zahl der Politikerauftritte in den Nachrichten</b>
</p>
<p>
Unter anderem wegen der turbulenten Ereignisse in der hessischen SPD konnten die Sozialdemokraten im November die höchste Zahl an Auftritten ihrer Politiker in den Fernsehnachrichten verbuchen. Mit 455 Auftritten führen sie klar vor der CDU mit 351 Auftritten. Außergewöhnlich stark war in diesem Monat auch die Präsenz der Grünen (Platz 3 mit 113 Auftritten), bedingt durch ihren Parteitag mit der Wahl eines neuen Parteivorstands.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/11_parteienpr_tv_nachrichten.jpg" height="320" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2008<br />
Insgesamt 1085 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de </i>
</p>
<p>
In der Top-20-Liste der am häufigsten in den Fernsehnachrichten präsenten deutschen Politiker führt unangefochten Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 130 Auftritten vor Andrea Ypsilanti (63 Auftritte), Peer Steinbrück (48 Auftritte) und Frank-Walter Steinmeier (43 Auftritte). Neben Ypsilanti sind vier weitere hessische Landespolitiker in der Liste vertreten, außerdem drei Vertreter der Grünen.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/11_top-20_politiker_nachrichten.jpg" height="440" width="471" /><i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2008<br />
Insgesamt 1085 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen;heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
Der Blick auf die Themenstrukturen der sechs untersuchten Nachrichtensendungen zeigt ähnlich hohe Politikanteile wie im Vormonat: „Tagesschau“ 52 Prozent (entspricht 8 Minuten pro Ausgabe), „heute“ 43 Prozent (8 Minuten), „RTL aktuell“ 24 Prozent (5 Minuten), „Sat.1 Nachrichten“ 35 Prozent (4 Minuten), „Tagesthemen“ 44 Prozent (12 Minuten) und „heute-journal“ 49 Prozent (12 Minuten). Die Anteile für die Wirtschaftsberichterstattung sind dagegen etwas gesunken, liegen aber immer noch über dem langfristigen Durchschnitt. Leicht erhöht haben RTL und Sat.1 wieder die Anteile für Berichte über Human Interest/Alltag/Buntes sowie Kriminalitätsthemen.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/11_themenstruktur_tv_nachrichten_prozent.jpg" height="403" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2008</i><i><br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten; Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/11_themenstruktur_tv_nachrichten_minuten.jpg" height="421" width="471" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2008</i><i><br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
<i>Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de<br />
</i><br />
</i></p>
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		<title>Das Bildungsduell</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/das-bildungsduell-320/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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tacheles.02 spezial: Chatduell mit Edelgard Bulmahn und Annette Schavan am 4. September 2002
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tacheles.02 spezial: Chatduell mit Edelgard Bulmahn und Annette Schavan am 4. September 2002
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<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen zu unserem Live-Chat-Duell bei tacheles.02 spezial. Ich begrüße herzlich Edelgard Bulmahn (SPD), Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Annette Schavan (CDU), Ministerin für Jugend, Kultus und Sport Baden-Württemberg und Mitglied in Edmund Stoibers &quot;Kompetenzteam&quot;
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tacheles.02-Spezial ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und findet im Rahmen des Debattenforums &quot;WAHLTHEMEN.DE&quot; statt, einem Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität und politik-digital.de.
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Gleich ein Hinweis: Am Freitag treffen (16.30 Uhr) begegnen sich beim chat tacheles.02 spezial Gregor Gysi und Christoph Schlingensief, am Montag (15.00 Uhr) die Ministerpräsidenten Roland Koch und Kurt Beck.
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Frau Schavan, fangen wir mit dem Thema an, das Bildung endlich in den Rang eines Wahlkampfthemas beförderte: die PISA-Studie, die deutschen Schülern äußerst mittelmäßige Leistungen bescheinigt. Aber immerhin Platz zwei belegt Baden-Württemberg hinter Bayern im Bundesländervergleich &#8211; sitzt eine vorbildliche Kultusministerin in Stuttgart?
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<b>A. Schavan:</b> Auch Baden Württemberg will besser werden im internationalen Vergleich. Aber richtig ist: Es gibt in Deutschland gravierende Unterschiede, die nicht länger hingenommen werden dürfen. Als Kultusministerin in Stuttgart bin ich natürlich froh darüber, dass wir hier eine gute Ausgangspositon für die Weiterentwicklung unseres Bildungswesens haben und wichtige Reformschritte, die in anderen Ländern erst diskutiert werden, bei uns bereits gegangen wurden.
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<b>Moderator:</b> Frau Schavan, nun kann sich Baden-Württemberg freuen, dass es in Deutschland die Nummer zwei ist, international gesehen sieht es dennoch nicht gut aus. Jürgen Bäumert, Leiter der deutschen PISA-Vergleichsstudie, sagt ganz klar: Die Vorbilder für die deutschen Schulen muss man im Ausland suchen, nicht in Deutschland. Weg mit den deutschen Schulstrukturen, her mit den finnischen?
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<b>A. Schavan:</b> Jürgen Baumert sagt auch, dass Baden-Württemberg wohl das modernste Bildungsland in Deutschland ist. Für notwendige Verbesserungen können wir natürlich von anderen Ländern lernen, die zu den PISA-Siegern gehören. Wir müssen jetzt aber vor allem Aktionismus vermeiden. Wir brauchen konsequente Weiterentwicklung im Blick auf die Durchlässigkeit der Lernkonzepte und Schularten, im Blick auf die Stärkung des frühen Lernens, im Blick auf die Qualität des Unterrichts und im Blick auf vergleichbare Bildungsstandards in allen Bundesländern.
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<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, was sagt die Bundesbildungsministerin dazu, muss mehr Leistungsbewusstsein in die Schule?
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<b>E. Bulmahn:</b> Ich will, dass alle Kinder die gleichen guten Bildungschancen in Deutschland haben wie in Finnland und Kanada. Dazu brauchen wir zum einen eine bessere praxisorientiertere Lehreraus- und -fortbildung. Die Schulen müssen zu selbständigen Schulen werden. Wir brauchen bundesweite Bildungsstandards, wie ich sie seit langem fordere, und auch regelmäßige bundesweite Bildungsvergleiche. Und wir wollen vor allen Dingen, dass wir endlich ein flächendeckendes Angebot von Ganztagsschulen haben, damit Zeit für die individuelle frühe Förderung von Kindern vorhanden ist. Dass diese Schritte notwendig sind, zeigen uns Finnland und Kanada und dieses müssen wir bundesweit erreichen.
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<b>A. Schavan:</b> Bildungsstandards fordern Sie nach der Veröffentlichung der Pisa-Studie. Ich habe sie bereits im Mai 2002 in der KMK für einige Fächer im Namen der unionsregierten Länder vorgelegt!
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<b>E. Bulmahn:</b> Liebe Frau Schavan: dieses haben wir bereits bei der Veröffentlichung der Empfehlung des Forum Bildung 2001 empfohlen. Zweitens hat die KMK im Mai diese Vorschläge von Seiten _aller_ MinisterInnen beschlossen.
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<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, Frau Schavan, alle fordern inzwischen vergleichbare, nationale Bildungsstandards. Je nach Parteifarbe scheinen Sie aber was anderes darunter zu verstehen. Wie sollen solche Standards aussehen?
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<b>A. Schavan:</b> Wir müssen uns da gar nicht streiten. Hauptsache: Ihre SPD-Kolleginnen und -Kollegen lassen sich auch wirklich ein auf den Prozess der Bildungsstandards und logischerweise dann auch auf vergleichbare zentrale Abschlussprüfungen in allen Schularten. Der Beschluss in der KMK war in der Tat einstimmig. Aber auf Vorlage durch die unionsregierten Länder. Und in der gleichen Sitzung haben eben nicht alle SPD-Länder künftigen Vergleichen einheitlicher Bildungsstandards zwischen den Ländern zugestimmt!
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<b>E. Bulmahn:</b> Die bundesweiten Bildungsstandards sollen von Wissenschaftlern und Unterrichtspraktikern entwickelt werden und beschreiben in sehr knapper präziser Form Bildungsziele, Standards, Abschlüsse und sichern damit auch, dass es in Zukunft nicht mehr möglich sein wird, dass man in einem Land wie Thüringen in die zwölfte Klasse versetzt wird, aber nach Schulabgang weder einen Realschul- noch einen Hauptschulabschluss hat.
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<b>A. Schavan:</b> In der allgemeinen Beschreibung gibt überhaupt es keinen Dissens. Wichtig ist aber, dass eben auch überprüft wird zwischen den Ländern, ob die Bildungsstandards eingehalten werden und damit die Differenz von bis zu zwei Schuljahren in Deutschland nicht mehr länger hingenommen wird.
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<b>E. Bulmahn:</b> Dass wir bundesweite Bildungsvergleiche benötigen, ist klar. Darauf habe ich bereits in meinem ersten Statement hingewiesen.
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<b>Moderator:</b> Frau Schavan, Sie sprechen von &quot;zwischen den Ländern&quot;. Wer soll die Standards festlegen &#8211; der Bund oder die Länder?
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<b>A. Schavan:</b> Die Bildungsstandards müssen in einem Staatsvertrag zwischen den 16 Ländern vereinbart werden. Verbindliche Vereinbarungen können nur diejenigen treffen, die in den Ländern Verantwortung für die Umsetzung tragen. Der Bund kann in dieser Hinsicht keine wirklich verbindlichen Regelungen schaffen.
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<b>Moderator:</b> Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, hat in einem Interview gesagt: Veränderungen bei den Hochschulen gibt es nur durch eine entschlossene Durchsetzung von oben nach unten. Brauchen wir nicht mehr zentrale Steuerung, um auf die internationale Entwicklung in Forschung und Bildung schneller reagieren zu können?
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<b>E. Bulmahn:</b> Der Unterschied zwischen Frau Schavan und mir liegt an einer anderen Stelle: Ich halte es für zwingend notwendig, dass Bildungsstandards von Wissenschaftlern und Bildungspraktikern erwickelt werden. Bildungsstandards sind etwas völlig anderes als Rahmenlehrpläne oder Curricula. Die Qualität und die Wirkungskraft von Standards hängt entscheidend davon ab, wie sie entwickelt werden.
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<b>A. Schavan:</b> Kanada zeigt, dass der Föderalismus der Motor für einen Wettbewerb um bessere Qualität ist. Das muss auch unser Weg sein. Die Antwort auf Pisa kann in Deutschland nicht mehr Zentralismus sein, sondern mehr Wettbewerb. Über die Beteiligung von Wissenschaftlern und Schulpraktikern bei der Erarbeitung von Wissensstandards gibt es überhaupt keinen Dissens zwischen uns, weshalb wir auch in Baden-Württemberg selbstverständlich darüber im Gespräch mit Wissenschaftlern und Schulpraktikern sind.
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<b>E. Bulmahn:</b> Zu Herrn Landfried: Ich stimme Herrn Landfried an einigen Punkten zu. Ich konnte z.B. nicht darauf warten, dass Hochschulen selber das Besoldungsrecht so ändern, dass wir von einem altersorientierten zu einem leistungsorientierten Besoldungsrecht kommen. Deshalb haben wir dieses in einem Bundesgesetz beschlossen. Ebenso war es nötig, durch ein Bundesgesetz jungen Wissenschaftlern endlich die nötigen Freiräume für eigenständige Forschung und Lehre zu eröffnen, die sie auch in anderen europäischen Ländern haben. Trotzdem müssen die Hochschulen auch von den Landesregierungen deutlich mehr Selbständigkeit erhalten. Sie sollten budgetierte Haushalte haben und selber über ihre innere Organisation entscheiden können. Für Studiengänge tragen sie jetzt schon die Verantwortung. Ich unterstütze die Hochschulen finanziell bei der Einführung internationaler Studiengänge.
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<b>Moderator:</b> Frau Schavan, ihre Meinung dazu?
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<b>A. Schavan:</b> Über das Ziel der Dienstrechtsreform waren sich alle Parteien einig. Über die Notwendigkeit von mehr Orientierung an der internationalen Wissensgesellschaft auch. Über eine frühere Selbständigkeit junger Wissenschaftler nicht weniger. Aber es ist doch unbestritten, dass die Stimmung an den Hochschulen schlecht ist und viele junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit den neuen Regelungen keine neuen Perspektiven für sich sehen, ihnen viel mehr Arbeitslosigkeit droht. Im Blick auf mehr Selbständigkeit für die Hochschule und im Blick auf Budget und innere Organisation gibt es keinen Dissens.
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<b>E. Bulmahn:</b> Warum hat es denn die CDU nicht bereits vor 10 Jahren gemacht?
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<b>A. Schavan:</b> Jürgen Rüttgers hat doch mit der Einführung der int. Studiengänge begonnen! Das ist doch nicht Ihre Erfindung. Die letzte Hochschulgesetznovelle der damaligen Regierung hat wesentliche Schritte zu weniger Bürokratie und mehr Selbständigkeit ermöglicht. Das ist schlicht Wahlkampf!
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<b>E. Bulmahn:</b> Jürgen Rüttgers hat alle wichtigen Reformen nicht angepackt. Dazu gehört die Reform des Besoldungsrechts, dazu gehört die Stellung des wissenschaftlichen Nachwuchs, dazu gehört die Reform des BAföGs, dazu gehört die Nachwuchswissenschaftlerförderung, die ich nicht nur um 46% erhöht habe, sondern auch umgestaltet habe in Richtung Eigenständigkeit/Selbständigkeit. Heute ist Chancengleichheit kein frommer Wunsch mehr, sondern konkretes Ergebnis unserer Politik. Sie hatten BAföG in Grund und Boden gewirtschaftet, heute erhalten wieder 650.000 Schüler und Studierende die notwendige finanzielle Unterstützung, um Bildungschancen wahrnehmen zu können.
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<b>A. Schavan:</b> Die Stellung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird durch Ihre Reform nicht besser werden. Und das Meister-BAföG, das im Bereich der beruflichen Bildung bedeutsam ist, wurde von J. Rüttgers eingeführt.
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<b>Moderator:</b> Klaus Landfried fordert weitere Verbesserungen beim BAföG. Der Zuverdienst ist seiner Ansicht nach zu sehr eingeschränkt. Was werden Sie hier tun?
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<b>E. Bulmahn:</b> Das MeisterBAföG wurde auf Antrag der Länder Niedersachsen u.a. über eine Bundesratsinitiative geschaffen. Wir haben das Meister-BAföG ebenfalls auf Vordermann gebracht in dieser Legislaturperiode mit dem Ergebnis, dass sich bereits nach einem Jahr die Antragstellerzahl um 145% erhöht hat, weil aus einem Minimeister-BAföG eine richtige Hilfe geworden ist.
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<b>A. Schavan:</b> Klaus Landfried sagt zu Recht, dass Hochschulfinanzierung und Studienfinanzierung eine stabile langfristige Finanzierung brauchen. Da wird vermutlich nicht einfach die Weiterentwicklung des BAföGs reichen. Aus allen Parteien gibt es Stimmen die nach einem überzeugenden Gesamtkonzept rufen: Peter Glotz in der SPD, die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen, u.a. Ich bin davon überzeugt: Die Zukunft liegt nicht beim BAföG, sie liegt in mehr Möglichkeiten für unsere Hochschulen, neue eigene Einnahmen zu haben und dauerhaft zu einer Verbindung von Stipendien, Darlehen und Studiengebühren zu kommen. Das ist auch sozial gerechter.
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<b>Moderator:</b> Dazu passt eine Frage von Tschuk: Wie wird es in Zukunft mit den Studiengebühren aussehen?
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<b>E. Bulmahn:</b> Zu Ihrer Information: wir haben erstens parallel zum BAföG ein Darlehensprogramm für die Studierenden eingerichtet. Das ist das sog. Bildungsdarlehen, das von Studierenden auch sehr gut angenommen wird. Studiengebühren ab dem ersten Semester lehnen wir klar ab, weil sie sozial ungerecht sind. In Österreich erleben wir gerade, mit welchen katastrophalen sozialen Folgen die Einführung von Studiengebühren einhergeht.
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<b>A. Schavan:</b> Jetzt finanzieren diejenigen mit kleinen Gehältern die Studienplätze derjenigen, die später in der Regel besser verdienen. Der Anteil der Studierenden aus einkommensschwachen Familien ist in Deutschland bislang so gering, wie kaum irgendwo. Deshalb sollten wir jetzt unkonventionelle Vorschläge in den nächsten Jahren diskutieren, die an internationalen Erfahrungen orientiert sind. Da darf es keine Denkverbote geben.
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<b>E. Bulmahn:</b> Der Anteil der Studierenden aus einkommensschwachen Familien ist deshalb so gering wie nirgendwo, weil sie 16 Jahre das BAföG in Grund und Boden gewirtschaftet hatten. Seit der Reform des BAföGs ist der Anteil der Studierenden aus Arbeitnehmerfamilien wieder stark gestiegen (über 91.000).
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<b>A. Schavan:</b> Natürlich darf die Möglichkeit zum Studium nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, und genauso wichtig ist, dass die Finanzlage der Hochschulen stabile Perspektiven braucht.
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<b>Moderator:</b> Frau Schavan, Sie sind für Studiengebühren, erklären Sie doch mal, warum es der Qualität der Abschlüsse helfen soll, wenn ich Studiengebühren zahle?
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<b>A. Schavan:</b> Über Studiengebühren rede ich ausschließlich im Zusammenhang mit einem umfassenden Bildungsfinanzierungskonzept, das auch z.B. Stipendien vorsieht. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber alle Fachleute quer durch die Parteien sind sich einig darin, dass auch im Blick auf Konzepte der Hochschulfinanzierung wir den Wettbewerb unserer Hochschulen in der internationalen Wissensgesellschaft stärker berücksichtigen müssen. Es wird doch wohl niemand behaupten, dass in allen Ländern mit entsprechenden Konzepten katastrophale soziale Verhältnisse an den Hochschulen herrschen.
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<b>E. Bulmahn:</b> Liebe Frau Schavan: als Bundesministerin muss man entscheiden. Was wollen Sie statt BAFÖG und Bildungskredit?
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<b>A. Schavan:</b> Liebe Frau Bulmahn, dazu habe ich ab dem 23. September genug Zeit.
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<b>E. Bulmahn:</b> Sicherlich nicht.
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<b>Moderator:</b> raphaelrm fragt: Frau Dr. Schavan, mit der Oberstufenreform in Baden-Württemberg soll ein Schuljahr verkürzt werden. Doch ein Jahr früher Abi bringt doch nichts, wenn man 12 Semester studieren muss! Was möchten Sie tun, um die Effizienz der Hochschulen zu gewährleisten!
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<b>A. Schavan:</b> In Baden-Württemberg sind Hochschulreformen in den letzten Jahren bereits umgesetzt worden, die zu einer deutlichen Stärkung des Studiums in der Regelstudienzeit führen und damit zu mehr Effizienz. Wir brauchen generell einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Lebenszeit junger Menschen. Das betrifft Schule und Hochschule. Auch hier sollten wir uns an internationalen Maßstäben orientieren. Es wäre gut gewesen, das Abitur nach 12 Jahren zum Zeitpunkt der Deutschen Einheit in allen 16 Ländern einzuführen.
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<b>E. Bulmahn:</b> Eine entscheidende Verbesserung der Lehre und damit auch eine bessere Studierbarkeit in der Regelstudienzeit wird dadurch erreicht, dass nach dem Bundesgesetz in Zukunft die Lehre regelmäßig evaluiert werden muss und die Evaluierungsergebnisse sich auf die Besoldung auswirken werden.
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<b>Moderator:</b> web worker fragt: Was halten Sie davon, die Studenten eine Evaluierung durchführen zu lassen.
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<b>A. Schavan:</b> Zur Evaluierung gehören ganz gewiss auch Rückmeldungen der Studierenden. Souveräne Dozenten praktizieren das schon heute.
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<b>E. Bulmahn:</b> Die Studierenden werden an der Evaluierung beteiligt (nach der Begründung des Bundesgesetzes).
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<b>Moderator:</b> Die Zahl der deutschen Studienanfänger ist im internationalen Vergleich gering. Wie soll es denn nun weitergehen? Vielen den Zugang zum Studium ermöglichen oder lieber einer kleinen Elite?
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<b>E. Bulmahn:</b> Die Zahl der Studienanfänger ist glücklicherweise in den letzten vier Jahren um knapp 5% gestiegen, so dass wir jetzt bei 32,4% eines Jahrgangs liegen. International liegen wir damit aber deutlich immer noch unter dem Durchschnitt. Deshalb werden wir in unseren Anstrengungen auch nicht nachlassen, Jugendliche besonders auch für ingenieurswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Studiengänge zu motivieren, denn hier hatten wir in den 90er Jahren einen dramatischen Einbruch, jetzt wieder eine deutliche Zunahme. Aber eben ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau.
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<b>A. Schavan:</b> Es ist unbestritten, das es nicht nur um die kleine Elite geht. Die brauchen wir allerdings auch. Beim internationalen Vergleich der Zahlen müssen auch die qualifizierten Abschlüsse unseres Bildungswesens berücksichtigt werden. Sie tragen im internationalen Vergleich wesentlich bei zu einem vergleichsweise gutem Übergang zwischen Ausbildung und Beruf. Steigerungsraten n den Hochschulen brauchen wir vor allem im Bereich der Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften. Dazu braucht es allerdings eine stabile naturwissenschaftliche Ausbildung in den Gymnasien. Solange es in vielen Bundesländern reicht, mit einer Naturwissenschaft Abitur zu machen, werden die Zahlen kaum besser werden.
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<b>Moderator:</b> Von AKDemika kommt die Frage aus unserer User-Debatte bei Wahlthemen.de. Ich denke, Sie geht an beide Ministerinnen: Was wird unter Ihrer Regierung mit der Junior- Professur geschehen? Wenn sie beibehalten werden soll: Ist es zu begrüßen, wenn die Hochschulen aus Kostengründen volle Lehrstühle in Junior-Professuren umwandeln? Vielleicht Frau Bulmahn zuerst?
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<b>E. Bulmahn:</b> Die Juniorprofessur ist ein klarer Erfolg. Viele exzellente Wissenschaftler, im Übrigen auch aus dem Ausland, haben sich auf diese Stellen beworben. Deshalb wird dieser Karriereweg auch ein Erfolg bleiben. Die Hochschulen entscheiden selber, in welcher Zahl sie Juniorprofessuren einrichten. Die Juniorprofessur ersetzt nicht die lebenslange Professur, sondern den bisherigen Assistenten.
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<b>A. Schavan:</b> Die Juniorprofessur wird beibehalten im Fall eines Wahlsiegs. Sie wird in manchen Fachbereichen begrüßt. Aber wir werden auch wieder die Möglichkeit zur Habilitation schaffen. Vor allem im Blick auf die Vielfalt der Fächerkulturen (Geisteswissenschaften).
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<b>E. Bulmahn:</b> Sie müssen diese Möglichkeit nicht neu schaffen, weil diese Möglichkeit geblieben ist. Die Habilitation stellt aber nicht mehr den Königsweg zur Professur, sondern in Zukunft muss das gesamte wissenschaftliche Werk bei einer Berufung berücksichtig werden.
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<b>A. Schavan:</b> Das ist doch auch in der Vergangenheit so gewesen. Ob die Juniorprofessur in den Geisteswissenschaften zum neuen Königsweg wird, wird von vielen skeptisch beurteilt.
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<b>E. Bulmahn:</b> In de Ingenieurwissenschaften ja, auch in einigen Naturwissenschaften, in den Rechtswissenschaften und Geisteswissenschaften nein.
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<b>Moderator:</b> Frau Bulmahn, Frau Schavan, die Stunde ist schon fast vorbei. Zum Abschluss: Wenn Sie Bundesbildungsministerin bleiben oder werden, um wieviel Prozent werden Sie den Etat für Bildung und Wissenschaft in den ersten beiden Jahren nach der Wahl steigern? Frau Bulmahn bitte zuerst.
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<b>E. Bulmahn:</b> Ich habe es seit 98 geschafft, den Etat um knapp 30% zu erhöhen, das ist doch auch ein guter Maßstab für die Zukunft. Zur Erinnerung: in den davor liegenden Jahren wurde der Etat gekürzt.
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<b>A. Schavan:</b> Sie wissen sehr wohl, das in den 90er Jahren die Kosten der Deutschen Einheit Priorität hatten. In den nächsten Jahren haben Bildung und Wissenschaft Priorität in den Ländern und im Bund. Der Blick auf die Länder zeigt, dass die Spitzenreiter bei den Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen Baden-Württemberg und Bayern sind und diese Priorität wird dann auch auf den Bund übertragen (zur Erinnerung: 41,6% aller Ausgaben im Landeshaushalt Baden-Württemberg gehen in Bildung und Wissenschaft).
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<b>E. Bulmahn:</b> Frau Schavan, das ist eine Ausrede. Wir haben die Neuverschuldung verringert gegenüber der alten Bundesregierung, den Haushalt konsolidiert, und trotzdem die Ausgaben für Bildung und Forschung um knapp 30% erhöht. Auch die vorherige Bundesregierung hätte sich klar für Bildung und Forschung entscheiden können wenn sie es denn gewollte hätte.
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<b>Moderator:</b> Frau Schavan, noch eine Gegenrede?
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<b>A. Schavan:</b> Wir verringern die Neuverschuldung in den beiden genannten Ländern auch seit Jahren und investieren jährlich dennoch mehr in Bildung. Im übrigen sind die Prognosen im Blick auf die Neuverschuldung des Bundeshaushaltes und Wachstum und Beschäftigung wohl kaum geeignet, als Erfolg gewertet zu werden.
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<b>Moderator:</b> Liebe User, liebe Chat-Gäste! Unsere Chat-Zeit ist leider vorbei. Ich bedanke mich im Namen von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a>,<br />
<a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTHEMEN.DE</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/">politik-digital.de</a> für Ihre Teilnahme sowie die vielen Fragen und Kommentare. Herzlichen Dank an Frau Schavan und Frau Bulmahn! Wer Interesse hat, sich weiter auszutauschen, ist herzlich eingeladen, am Debatten-Forum zum Thema: &quot;Jung oder Alt&quot; bei <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WAHLTEHMEN.DE</a> teilzunehmen, wo auch noch weitere Themen aus dem Bereich Bildung und Gesellschaft diskutiert werden. Einen schönen Tag noch!
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<a title="ta" name="ta"></a>tacheles.02-Spezial ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/">politik-digital.de</a> und findet im Rahmen des Debattenforums <a href="http://www.wahlthemen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;WAHLTHEMEN.DE&quot;</a> statt, einem Projekt der <a href="http://www.bpb.de/">Bundeszentrale für politische Bildung</a> in Kooperation mit dem <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/">Zentrum für Medien und Interaktivität</a> und politik-digital.de.</p>
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