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	<title>Podcasting &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Der Podcast ist ein typisches Medium der Vernetzung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Feb 2008 15:47:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
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		<category><![CDATA[Anette Stöber]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, den 01.02.2008, war Anette Stöber vom &#34;Multimedia Produktions- und Usability&#34; Labor am Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im <a href="http://www.e-teaching.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eTeaching</a><a href="http://www.e-teaching.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">.org</a>-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie stellte sich den Fragen der Internetgemeinde zum Thema Podcasting an Hochschulen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, den 01.02.2008, war Anette Stöber vom &quot;Multimedia Produktions- und Usability&quot; Labor am Multimedia Kontor Hamburg zu Gast im <a href="http://www.e-teaching.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eTeaching</a><a href="http://www.e-teaching.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">.org</a>-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie stellte sich den Fragen der Internetgemeinde zum Thema Podcasting an Hochschulen.<!--break--> </p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen zum e-teaching.org-Expertenchat mit Anette Stöber vom &quot;Multimedia Produktions- und Usability Labor&quot; am Multimedia Kontor Hamburg. Wir chatten heute zum Thema Podcasting an der Hochschule. Wie sieht es aus, können wir starten, Frau Stöber?
</p>
<p><b>Anette Stöber</b>:<br />
Ja, gerne.
</p>
<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/astoeber130x_0.jpg" alt="Anette Stöber" title="Anette Stöber" height="105" width="130" />
</div>
<div style="text-align: center">
<i><br />
Anette Stöber, Podcasting-Expertin</i>
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<div style="text-align: center">
</div>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Studi05</b>: Taugen Podcasts auch für ernste Inhalte wie Lehrstoff, wie sieht es mit der Rezeption aus?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>: Es gibt ja verschiedene Formen des Podcast: Den Audio-Podcast, den Video-Podcast, den Enhanced-Podcast, wo man neben AV-Dateien auch zusätzliche Steuerelemente wie Kapitelmarker und Hyperlinks hat. Es gibt den Screencast, speziell für Softwareschulungen, oder<br />
auch den Doccast, über den man PDF-Dokumente ausliefern kann. Und beim Einsatz in der Lehre muss man auch noch zwei Hauptszenarien unterscheiden: Einmal den klassischen Vorlesungsmitschnitt als<br />
Ergänzung zur Vorlesung und den Podcast, der als eigenständiger Bildungsbeitrag funktioniert. Man muss sich einfach genau überlegen, welche Form des Podcast sich für welchen Inhalt eignet, dann<br />
funktioniert das. Auf iTunesU, das ist ein Sonderprogramm innerhalb des AppleMusicStore, finden Sie insgesamt 28 Hochschulen, die ihre Podcasts veröffentlichen, darunter Stanford, Yale oder Berkeley. Auch in Deutschland gibt es den Podcampus. Auch bei uns podcasten 32 Institutionen, darunter die Fraunhofer-Gesellschaft oder die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
</p>
<p>
Auch die Podcast-Nutzer sind stark an Bildungsinhalten interessiert. Es gibt zwei Umfragen dazu: Eine vom &quot;House of Research&quot; in Kooperation unter anderem mit Gruner+Jahr und eine von Alexander Wunschel, selbst aktiver Podcaster. Hier zeigt sich, dass neben Computer und IT-News, Bildungssendungen und Informationen aus der Wissenschaft bei den Hörern ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen.
</p>
<p>
Herr Wunschel hat 3000 Teilnehmer befragt und davon nutzt beinahe jeder zweite den Podcast zur Weiterbildung.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Und gleich die erste Nachfrage:</p>
<p><b>Peter BM:</b> Wo<br />
kann man sich Enhanced-Podcasts mal ansehen?</p>
<p><b>Anette<br />
Stöber</b>: Dazu finden Sie viele Beispiele bei iTunes. Zum<br />
Beispiel den „Discover London Enhanced Podcast&quot;.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Vorab konnten unsere User bereits Fragen stellen und dafür<br />
abstimmen, welche auf jeden Fall im Chat gestellt werden sollen. Hier<br />
kommt die Frage mit den meisten Stimmen:</p>
<p><b>mallus:</b><br />
Wie werden die Lernenden beim Podcasting einbezogen, damit es kein<br />
klassisches Sendeformat bleibt?</p>
<p><b>Anette<br />
Stöber</b>: Podcast an sich ist kein interaktives Medium. Erst<br />
die Einbettung in eine interaktive Umgebung, wie eine Website oder<br />
ein Lernmanagement-System, bietet Möglichkeiten. Hier können<br />
die Lernenden Kommentare zum Podcast abgeben, Diskussionen anstoßen,<br />
Fragen stellen und selbst Audiofiles hochladen. Was Sie auf jeden<br />
Fall tun sollten, um den Lernenden in das Podcasting mit<br />
einzubeziehen: Machen Sie die Lernenden zum Produzenten. Es schult<br />
ungemein, Gehörtes auf die wesentlichen Punkte zusammenzufassen.
</p>
<p>
Aus dem<br />
Fremdsprachenunterrricht gibt es ein schönes Beispiel: Ein<br />
Englisch-Lehrer vom Mariengymnasium in Arnsberg in NRW stellt seinen<br />
Schülern lange englische Texte als Podcast zur Verfügung<br />
und stellt Fragen dazu. Die Schüler reichen ihre Antworten<br />
ebenfalls als Podcast ein, so üben sie nicht nur das Lesen und<br />
Schreiben in Englisch sondern auch das Hören und Sprechen.<br />
Auch<br />
auf Podcampus haben wir ein Beispiel von Studierenden am<br />
Universitätskrankenhaus Eppendorf, die ihren eigenen Podcast<br />
produzieren, in dem sie Experten interviewen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Und das Podcasten am Gymnasium und im Uni-Krankenhaus passiert dann<br />
netzöffentlich?</p>
<p><b>Anette Stöber</b>: Der Podcast<br />
der Studierenden am Universitätskrankenhaus Eppendorf ist<br />
öffentlich zugänglich. Über das Projekt in Arnsberg<br />
wird auf der Seite www.schulpodcasting.de berichtet. Dort bekommen<br />
Lehrer umfassende Informationen zum Podcasting und es werden<br />
Praxisbeispiele beschrieben.</p>
<p><b>Moderator</b>: Zwei Meinungen<br />
und dann die nächste Frage:</p>
<p><b>Paule:</b> Mir würde<br />
der Live-Charakter einer Vorlesung fehlen!</p>
<p><b>Lioba:</b> In<br />
meinen Veranstaltungen produzieren die Studierenden selbst einen<br />
themenbezogenen Podcast.</p>
<p><b>Kerstin:</b> Wie möchten Sie<br />
andere Dozenten / Professoren davon überzeugen, Podcasts<br />
einzusetzen?</p>
<p><b>Anette Stöber</b>: Das ist ein wichtiges<br />
Thema! Zunächst einmal ist so eine Aufzeichnung ja auch eine<br />
neue Möglichkeit der Bewertung von Lehrqualität. Das ist<br />
nicht für jeden Dozenten Motivation. Aber es gibt auch Dozenten,<br />
die es sehr motiviert, wenn man ihnen z.B. von Dr. Marian Diamond<br />
erzählt. Sie ist seit mehr als 40 Jahren Professorin für<br />
Anatomie an der Universität Berkeley. Auf YouTube oder auch in<br />
iTunes ist Dr. Diamond ein Star. Ihre Vorlesung &quot;Organization of<br />
Body&quot; wurde 92.000mal heruntergeladen.
</p>
<p>
Auch in<br />
Deutschland rangierte Prof. Oliver Vornberger aus Osnabrück<br />
lange Zeit in den iTunes-Charts auf Augenhöhe mit der<br />
Tagesschau, was ihn sicherlich sehr motiviert hat. Ich denke, dass<br />
manche Dozenten einfach so viele Menschen wie möglich mit ihrem<br />
Thema erreichen wollen.</p>
<p><b>mafraka:</b> Birgt eine<br />
fortschreitende Medialisierung der Lehre nicht die Gefahr, dass das<br />
Verhältnis Lehrender / Lernender immer anonymer wird und in der<br />
Persönlichkeit der Lehrenden verwurzelte Überzeugungen und<br />
soziale Kompetenzen gar nicht mehr bei den Lernenden ankommen?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ich denke tatsächlich, dass das Studium ein sehr komplexer<br />
Prozess ist. Die Aufzeichnung von Vorlesungen sehe ich nur als<br />
ergänzendes Mittel. Soziale Kontakte, gedanklicher Austausch<br />
über das Gehörte, die Diskussion mit anderen und der<br />
direkte Austausch mit dem Dozenten sind wichtig. Podcasting sehe ich<br />
in jeder Hinsicht als Ergänzung zu Präsenzveranstaltungen,<br />
nicht als Ersatz.</p>
<p><b>Nurso:</b> In welchen Fächern<br />
setzen Sie denn schon Podcasts ein? Wie ist die Reaktion der<br />
Studierenden darauf?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Wir haben zum Beispiel in den Sportwissenschaften einen<br />
Snowboard-Podcast publiziert. Hier geht es in erster Linie um die<br />
Fahrpraxis und um Bewegungsabläufe. Ein Video-Podcast war da<br />
genau das geeignete Mittel. Zunächst ist es ein Vorteil, dass<br />
die Studierenden die Bewegungen am Bildschirm sehen können. Da<br />
es sich um einen Podcast handelt, der ja auch noch mobil ist, können<br />
sie sich die Videos direkt im Bewegungskontext anschauen.<br />
Das<br />
heißt, die Studierenden haben die Filme tatsächlich mit<br />
auf den Berg genommen. Sie haben dies sehr positiv aufgenommen. Es<br />
ist einfach ein Vorteil, wenn man eine Bewegung direkt im<br />
Bewegungskontext sehen kann und nicht einen Film ansieht, in einem<br />
Seminarraum, wo man vier Wochen später auf dem Berg versuchen<br />
soll, die Bewegungen, die man gesehen hat, nachzumachen. <br />
Einen<br />
weiteren Podcast, namens &quot;Was, Wie, Wofür studieren&quot;<br />
an der Universität Hamburg haben wir in Zusammenarbeit mit dem<br />
UniversitätsColleg an der Uni Hamburg produziert .<br />
Hier<br />
erhalten potentielle Studierende und Schüler Informationen zum<br />
Studium an der Universität Hamburg. Während die<br />
Präsenzvorlesung durchschnittlich 30 Leute erreicht, wird der<br />
Podcast bis zu 900mal heruntergeladen. Die Zielgruppe wurde damit<br />
deutlich erweitert.<br />
Darüber hinaus haben wir u.a. Podcasts<br />
aus den Fachbereichen Geschichte, Wirtschaft, Kunst und<br />
Informatik.</p>
<p><b>hannah_84:</b> Es bleiben doch aber die<br />
Studenten, die z.B. keinen iPod bzw. die entsprechende Technik haben,<br />
bei so etwas auf der Strecke! Zumindest gibt es einen Vorteil für<br />
finanziell besser gestellte Studenten, die z.B. videofähige<br />
Mp3-Player besitzen!</p>
<p><b>Anette Stöber</b>: Das stimmt,<br />
das muss man im didaktischen Konzept ganz klar mit berücksichtigen.
</p>
<p>
Vorteil ist, dass<br />
jeder Studierende die Podcasts am Rechner sehen kann, indem er sich<br />
einen kostenlosen Podcatcher aus dem Internet<br />
herunterlädt.<br />
Untersuchungen an der Universität<br />
Osnabrück haben gezeigt, dass  &#8211; obwohl 75% der befragten<br />
Studierenden einen MP3-Player besitzen &#8211; sich die meisten den Podcast<br />
am Rechner anhören oder ansehen, wo sie Notizen machen können<br />
und auch mal etwas nachschlagen können. <br />
Der<br />
Snowboard-Podcast war ein besonderer Fall, hier wurde aber dafür<br />
gesorgt, dass Studierende entsprechend mit Leihgeräten versorgt<br />
waren, um den Einsatz des Videopodcast in der Sportwissenschaft<br />
testen zu können.</p>
<p><b>Moderator</b>: Kommen wir einmal zu<br />
zwei Fragen zu weiteren Einsatzmöglichkeiten und zur<br />
Interaktivität:</p>
<p><b>ILO:</b> Wenn Vorlesungen<br />
mitgeschnitten werden, entfällt doch die Fragerunde am Schluss<br />
und die Dozenten werden wieder mit E-Mails bombardiert, oder?</p>
<p><b>catta:</b><br />
Zum Verständnis: Sollen Vorlesungen als Podcast gestreamt werden<br />
oder Inhalte zusätzlich zur Verfügung gestellt werden? Wenn<br />
es Vorlesungen sind, wie sieht das denn dann mit den Rückmeldungen,<br />
Rückfragen etc. aus?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ja, hoffentlich werden die Dozenten mit E-Mails bombardiert und<br />
hoffentlich sind sie auch darauf eingestellt und haben die Zeit,<br />
diese E-Mails auch zu beantworten. Für den Fall dass es keine<br />
Präsenzveranstaltung mehr gibt und keine begleitenden Tutorien,<br />
muss es einen Rückkanal geben, auf dem der Dozent reagiert.  Das<br />
braucht natürlich Zeit und es wäre wichtig, dass die<br />
Hochschule dies auch klar anerkennt und fördert. <br />
Sehr gut<br />
aufbereitet ist eine Vorlesung dann, wenn sie nicht nur als Podcast<br />
downgeloaded werden kann, sondern wenn man sie auch zum Beispiel als<br />
Flashfilm über die Website ansehen kann.<br />
Hier kann man auch<br />
mit anderen Bildgrößen arbeiten. Der Podcast für<br />
mobile Geräte ist ja auf 320&#215;240 Bildpunkte begrenzt. Auf der<br />
Website kann ich mit größeren Ansichten arbeiten.
</p>
<p>
Zusätzlich<br />
sollte auch noch weiteres Material, wie zum Beispiel<br />
PowerPoint-Folien oder .pdf-Dateien angeboten werden. Ein schönes<br />
Beispiel gibt dafür die Universität Freiburg auf ihrem<br />
Portal eLecture. Hier können Vorlesungen auch bewertet und<br />
kommentiert werden.</p>
<p><b>mallus:</b> Wie lang sollten Podcasts<br />
sein, damit sie &quot;gehört&quot; werden?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Dazu gibt es interessante Umfrageergebnisse: Alexander Wunschel, der<br />
3000 Podcast-Hörer nach der idealen Länge eines Pocast<br />
befragt hat, hat herausgefunden, dass eine Podcast-Episode rund 19<br />
Minuten lang sein soll.<br />
Mein Tipp:<br />
Machen Sie ihn trotzdem kürzer! 20 Minuten wären für<br />
mich das Maximum. Fangen Sie mit gut gestalteten drei Minuten an.
</p>
<p>
Lassen Sie sich<br />
von bewährten Gestaltungsmitteln aus Hörfunk und Fernsehen<br />
inspirieren. Nutzen Sie ein Intro, in dem Sie sagen, wer Sie sind und<br />
worüber Sie sprechen werden.<br />
Fokussieren Sie klar auf Ihr<br />
Thema. Sagen Sie im Outro, welches Thema Sie in der nächsten<br />
Episode behandeln werden. Dann klingt Ihr Podcast professionell und<br />
findet auch seine Hörer.</p>
<p><b>Moderator</b>: Vielleicht<br />
kann man es über den Daumen peilen:</p>
<p><b>Chris:</b> Wie<br />
lange dauert die Produktion eines Fünf-Minuten-Podcasts?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Das kommt wirklich ganz darauf an, was man genau machen möchte.<br />
Nehmen wir an, Sie möchten ergänzend zu Ihrer Vorlesung<br />
einen Experten interviewen und haben etwas Erfahrung im Umgang mit<br />
dem Mac-Computer und mit dem beliebtesten Programm der Podcaster<br />
&quot;GarageBand&quot; &#8211; im PC-Bereich wäre es „Audacity&quot; &#8211;<br />
dann können Sie das innerhalb einer Stunde schaffen.</p>
<p><b>Bernhard<br />
Hiegl:</b> Was halten Sie für die beste Distributionsstrategie:<br />
ein Podcastportal pro Dozentin, pro Fach, pro Uni, pro Land<br />
(Podcampus?) oder via iTunes?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Die beste Strategie ist in jedem Fall, so viele Portale zu nutzen wie<br />
möglich. Wenn Sie einen Podcast produziert haben, können<br />
Sie diesen in einem extra angefertigten Blog veröffentlichen,<br />
ihn auf die Internetseite der Uni stellen, ihn in iTunes<br />
veröffentlichen, auf Podcampus und natürlich auch in<br />
zahlreichen weiteren Verzeichnissen, wie podcast.de oder<br />
dopcast.de.<br />
Was Sie erreichen möchten<br />
ist, gehört und gesehen zu werden, und der Podcast ist ein<br />
typisches Medium der Vernetzung.</p>
<p><b>Anneliese:</b> Was<br />
ist Ihre Erfahrung &#8211; veralten Podcasts schnell und müssen<br />
eigentlich jedes Semester neu produziert werden oder ist die<br />
Halbwertszeit doch etwas länger?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Das kommt ganz auf das Thema an. Vorlesungen zu „Römern und<br />
Germanen&quot; werden nicht jedes Jahr aktualisiert, so würde auch<br />
die Vorlesungsaufzeichnung ihren Zweck über einen längeren<br />
Zeitraum erfüllen.</p>
<p><b>Peter BM:</b> Großer<br />
Nachteil von Podcasts: Man weiß erst nachher, ob sich das<br />
Anhören gelohnt hat (bei einem Text kann ich vorher quer lesen<br />
oder mir einen Abstract anschauen o.ä.) oder was meinen Sie?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Deshalb ist es wichtig, dass man, wenn man einen Podcast<br />
veröffentlicht, nicht einfach nur die Audio- oder die<br />
Video-Datei online stellt, sondern dazu auch eine Beschreibung<br />
liefert.
</p>
<p>
Ich hatte auch<br />
empfohlen, sich auf ein klares Thema im Podcast zu konzentrieren und<br />
das im Intro auch aufzunehmen, so dass der Nutzer schnell weiß,<br />
was er inhaltlich vom Podcast zu erwarten hat.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Werden wir mal etwas allgemeiner:</p>
<p><b>Friedrich:</b><br />
Gibt es so etwas wie die &quot;5 Schlüsselfaktoren für<br />
einen erfolgreichen Podcast&quot;? Worauf ist unbedingt zu achten?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:
</p>
<ol>
<li>
<p>
	Klares<br />
	spannendes Thema
	</p>
</li>
<li>
<p>
	Klar<br />
	gegliederte Inhalte
	</p>
</li>
<li>
<p>
	Möglichst<br />
	auch mit akustischen oder optischen Trennern
	</p>
</li>
<li>
<p>
	Guter<br />
	Sprecher
	</p>
</li>
<li>
<p>
	Einen<br />
	Spannungsbogen entwickeln
	</p>
</li>
<li>
<p>
	Nicht zu<br />
	lang werden.
	</p>
</li>
</ol>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen zu Podcampus, wo Anette Stöber Projektleiterin<br />
ist:</p>
<p><b>bibi:</b> Können auch Dozenten aus anderen<br />
Bundesländern Podcampus aktiv nutzen, d.h. also selbst Podcasts<br />
einstellen?</p>
<p><b>vgries:</b> Wie funktioniert denn der Verbund<br />
zwischen den Hochschulen? Kann hier jeder seine Sendungen einschicken<br />
und sie werden gesendet?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ja, Podcampus steht Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ganz<br />
Deutschland offen. Wir haben auch erste Hochschulen aus der Schweiz<br />
und Österreich auf dem Portal. Wir möchten diese<br />
Entwicklung auch weiter fördern und den Hochschulen innerhalb<br />
des nächsten halben Jahres ermöglichen, dass sie ihre<br />
Podcasts eigenständig bei uns auf der Seite einpflegen können.<br />
<br />
Im Moment ist es noch so, dass sich<br />
interessierte Dozenten und Hochschulen bei uns melden und wir<br />
entsprechende Kategorien einrichten und Pocasts einpflegen.<br />
Mit<br />
dem Relaunch der Plattform soll das anders werden.</p>
<p><b>Pseudonym:</b><br />
Wie kann man denn Studierende dazu motivieren, sich die Podcasts auch<br />
tatsächlich anzuhören? Sollen regelmäßige<br />
Überprüfungen der Lernfortschritte stattfinden?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Das halte ich für ganz wichtig. Ich glaube, dass man Studierende<br />
nicht einfach mit Vorlesungsaufzeichnungen oder Bildungspodcasts<br />
allein lassen sollte. Man muss den Studierenden vorab erklären,<br />
welche Rolle der Podcast innerhalb der Lehrveranstaltung übernimmt.<br />
Ist er Pflicht? Ist er ein zusätzliches Angebot zum<br />
Selbststudium? Zusätzlich sollte man Feedbackmöglichkeiten<br />
einrichten, Fragen zulassen und Diskussionen anregen.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Wir hatten ja gerade schon das Thema &quot;Star bei iTunes&quot;<br />
😉</p>
<p><b>irmgard:</b> Kann man mit Podcasting vielleicht<br />
besonders auf seine Lehre auf sich aufmerksam machen?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ja, das denke ich. Gerade für junge Lehrende könnte das ein<br />
großer Anreiz sein. Ich denke da z.B. an Sebastian aus<br />
Frankreich, der zur Zeit ein Pädagogik-Semester in den USA<br />
verbringt und Lehrer werden möchte. Mit seinem Podcast „The<br />
French Pod Class&quot; erreicht er in der Woche 40.000 Menschen.
</p>
<p>
Podcasts kann man<br />
in vielen Portalen, die hohe Besucherzahlen haben, veröffentlichen<br />
und auch der eigene Blog wird verlinkt, über del.icio.us<br />
gebookmarked etc., so dass viele interessierte Nutzer auf das Angebot<br />
aufmerksam werden.</p>
<p><b>Lou:</b> Gibt es eine spezielle<br />
Rhetorik für Podcasts?
</p>
<p>
<b>irmgard</b>: Muss ich als Dozentin<br />
ein Sprachtraining machen, wenn ich podcasten will? Wirken  meine<br />
Podcasts sonst unprofessionell?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>: Man kann<br />
nicht leugnen, dass geübte Sprecher, die vielleicht sogar<br />
Radioerfahrung haben, im Vorteil sind. Trotzdem denke ich nicht, dass<br />
man ein Profisprechertraining absolvieren muss, um erfolgreich zu<br />
podcasten.
</p>
<p>
Versuchen Sie,<br />
natürlich zu sprechen, frei zu sprechen und wenn Sie Ihre<br />
Aufnahmen alleine in einem Raum produzieren, dann stellen Sie sich<br />
jemanden vor, zu dem Sie sprechen. Das hilft ungemein.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Weiter zu den Produktionsbedingungen:
</p>
<p>
<b>hundi:</b> Es<br />
gibt auch einen kleinen, aber durchaus vorhandenen finanziellen<br />
Aufwand für Podcasts. Schätzen Sie das wichtig ein?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
So groß ist der finanzielle Aufwand nicht. Das hängt sehr<br />
mit den Ansprüchen zusammen, die man an seine Aufnahme stellt.<br />
Für den Anfang reicht ein Rechner mit USB-Mikrofon. Man kann, um<br />
die Qualität der Aufnahme zu verbessern, dann mit Soundkarten<br />
und Mischpulten arbeiten. Wenn man mehrere Sprecher hat, kann man<br />
diese mit mehreren Mikrofonen aufzeichnen und wenn man<br />
Telefoninterviews machen möchte, könnte man sich ein teures<br />
Telefon-Hybrid anschaffen. Man kann solche Telefonaufnahmen aber auch<br />
über Skype aufnehmen, für den Start sollte man keine zu<br />
hohen Ansprüche an die Qualität stellen.
</p>
<p>
Es gibt z.B.<br />
schon Einsteiger-Podcast-Sets mit Mikro und Mischpult für etwa<br />
100 Euro.</p>
<p><b>Timo van Treeck:</b> Ich habe auch eine Frage zur<br />
Produktion. Vorlesungen aufzeichnen oder Podcasts extra produzieren:<br />
Schwanken da nicht Qualität und Ansprüche enorm? Eignen<br />
sich &quot;normale&quot; Vorlesungen wirklich für Podcasts?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Nicht jeder hat den gleichen Anspruch und nicht jeder liefert<br />
Qualität. <br />
Zu den Vorlesungen: Ich denke, dass der<br />
Podcast-Nutzer das in dem Moment verzeiht, wo es für ihn die<br />
einzige Möglichkeit ist, die Vorlesung zu hören. Über<br />
das Podcasting kann ich Vorträge von Konferenzen verfolgen, die<br />
ich nicht besuchen kann. In diesem Moment bietet eine mittelmäßige<br />
Tonaufnahme für mich trotzdem noch einen Mehrwert.
</p>
<p>
<b>Friedrich:</b><br />
Sind Live-Casts beliebter als Aufzeichnungen?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Jede Live-Aufzeichnung kann man später auch als AV-on-demand zur<br />
Verfügung stellen. Es ist natürlich schön, wenn man<br />
über das Internet bei einer Veranstaltung live dabei sein kann,<br />
das stellt aber einen erheblichen technischen Aufwand dar. Man muss<br />
im Vorfeld schon wissen, wie viele Nutzer das Live-Event in etwa<br />
verfolgen werden und entsprechende Serverkapazitäten<br />
bereithalten. Auch muss die Bildmischung live erfolgen und nicht in<br />
der Post-Production. Live-Casting hat also seinen Reiz, aber der<br />
technische Aufwand dahinter ist sehr groß.</p>
<p><b>Lou:</b><br />
Gibt es eine Einführung im Netz, wie ich meine eigenen Podcasts<br />
machen kann?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Es gibt viele Anleitungen im Netz. Zum Beispiel bei podcast.de oder<br />
im Podcast-Wiki (http://wiki.podcast.de). Auch bei iTunes findet man<br />
Podcasts zu einzelnen Teilen der Produktion oder zu verschiedenen<br />
Software-Tools.
</p>
<p>
Gute<br />
Software-Tipps für die Podcast-Produktion finden Sie hier:<br />
http://recap.ltd.uk/wiki/Podcasting/FreeTools</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen gebündelt:</p>
<p><b>Anneliese:</b> Wenn Sie selber<br />
Workshops oder Vorträge halten, zeichnen Sie diese dann auch als<br />
Podcast auf?</p>
<p><b>Ulli:</b> Welche Erfahrungen haben Sie denn<br />
schon persönlich mit dem Einsatz von Podcasts gemacht?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ja, wir produzieren in Kürze einen eigenen Podcast rund um das<br />
Thema Produktion. Geplant ist ein Screencast, wo der Nutzer am<br />
Bildschirm nachvollziehen kann, wie mit bestimmter Software zur<br />
Produktion umgegangen wird.
</p>
<p>
Die Erfahrungen,<br />
die wir mit dem Einsatz von Podcast gemacht haben, sind durchweg gut.<br />
Sie machen immer dann Sinn, wenn man sich z.B. neue Zielgruppen<br />
erschließen möchte, die man über die<br />
Präsenzveranstaltung nicht erreicht oder wenn man sich Themen<br />
widmet, für die sich der Einsatz von Audio und Video anbietet,<br />
wie z.B. in der Musik, der Kunst oder Fremdsprachen.
</p>
<p>
Mit dem Northern<br />
Institute of Technology haben wir einen Podcast produziert, weil dort<br />
auch viel ausländische Studierende in den Vorlesungen sitzen.<br />
Für diese Studierenden ist ein Podcast begleitend zur Vorlesung<br />
sehr hilfreich.<br />
Ein Bereich, von dem wir noch gar nicht gesprochen<br />
haben, der für uns auch wichtig ist, ist das Hochschulmarketing.<br />
Viele Unternehmen podcasten, z.B. BMW, Ebay oder IKEA. In der<br />
Podcast-Umfrage von Alexander Wunschel hat sich gezeigt, dass Nutzer<br />
Unternehmen, die pocasten, als sehr innovativ und engagiert<br />
einstufen. So wahrgenommen zu werden, ist für eine Hochschule<br />
gut.
</p>
<p>
Wir begleiten<br />
z.B. ein spannendes Projekt im Fachbereich Geschichte mit der<br />
Videokamera. Dort wird der authentische Nachbau eines römischen<br />
Kriegsschiffes realisiert.</p>
<p><b>Moderator</b>: Kurz vor Schluss<br />
noch eine Stilfrage:</p>
<p><b>Wolfram:</b> Was halten Sie von<br />
musikalischer Untermalung?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Ganz persönlich: Ich finde, man sollte damit sehr sparsam<br />
umgehen. Viele Themen sind für sich spannend und brauchen kein<br />
&quot;Musikbett&quot;. Beim Thema Musik fallen mir auch gleich<br />
lizenzrechtliche Schwierigkeiten ein. Wer Musik in seinen Podcasts<br />
nutzen möchte, muss sich unter anderem intensiv mit der GEMA<br />
beschäftigen oder über das Podsafe Music Network nach<br />
geeigneter Musik suchen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
So, das war es fast schon für heute. Noch ein Schlusswort, Frau<br />
Stöber?
</p>
<p>
<b>Anette Stöber</b>:<br />
Wenn man Podcasts erfolgreich in die Lehre integrieren will, dann<br />
sollte man sich von der Technik inspirieren, aber nicht steuern<br />
lassen und Medien ganz bewusst einsetzen.
</p>
<p>
Wenn man bedenkt,<br />
dass mittlerweile 40 Millionen Menschen in Deutschland das Internet<br />
nutzen und davon mehr als die Hälfte einen schnellen<br />
DSL-Anschluss besitzt und allein Apple seinen iPod in kürzester<br />
Zeit millionenfach verkauft hat, dann denke ich, die Hochschulen<br />
sollten an dem Thema Podcasting dran bleiben.</p>
<p><b>Moderator</b>:<br />
So, das war der e-Teaching.org-Expertenchat mit Anette Stöber.<br />
Vielen Dank an die User für die interessanten Fragen und vielen<br />
Dank an Anette Stöber für die Antworten. Das Chatteam<br />
wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag und<br />
entschuldigt sich bei den Fragestellern, die heute aus Zeitgründen<br />
nicht zum Zuge kamen.</p>
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		<title>Der Siegeszug der weißen Kopfhörer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik und Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ein Blick in die S-Bahn genügt, um den Eindruck zu bekommen, dass Jugendliche mit MP3-Spielern verwachsen sind. Ohrstöpsel ragen aus den meisten Ohren, ihre Kabel verschwinden in Jackentaschen und Rucksäcken. Nicht wenige dieser Ohrstöpsel leuchten in strahlendem Weiß, der charakteristischen Farbe des wohl populärsten tragbaren Geräts namens iPod aus dem Hause Apple. Doch egal welcher Markenname die Musikquelle tatsächlich trägt, der iPod ist zum Symbol einer Generation geworden.
</p>
<p>
Hier geht es aber nicht nur um einen Namen. Zwar steht der Name iPod längst stellvertretend für alle tragbaren Musikplayer, den Walkman hat er schon lange verdrängt. Die unausgesprochene Nachricht ist eine tiefere, grundlegendere. Für eine ganze Generation von Kunden &#8211; oder besser: Nutzern – drücken diese Kopfhörer eine Haltung aus: digital statt analog. Wir hören, was wir wollen, wann wir wollen. Immer die freie Auswahl aus dem gesamten Musikkatalog der großen Musiklabels – und auch derjenigen Musiker, die nicht bei diesen Labels unter Vertrag stehen.
</p>
<p>
Beiläufig &#8211; und scheinbar unbewusst &#8211; erklären die jungen Digitalen damit das Musikgeschäft, wie es bisher funktionierte, für ungültig. Sie diktieren die neuen Regeln gleich mit: On demand soll alles zu Verfügung stehen, auf Abruf also, jederzeit. Günstig &#8211; oder im Optimalfall sogar umsonst. Und vor allem ortsunabhängig, die Musik soll überall mit hinkommen. Die althergebrachten Musiklabels reiben sich noch immer ungläubig die Augen: Wie konnte es soweit kommen?</p>
<p><b>Ein Blick zurück</b></p>
<p>Filesharing heißt das Zauberwort, das den Zugang zur Musik für Millionen von Hörern radikal veränderte. Spätestens mit der Online-Tauschbörse Napster war das Tauschen von Musik via Internet in aller Munde. Das war 1999. Die Internetverbindungen wurden schneller, Musik im MP3-Format konnte online versendet werden, die New Economy war auf ihrem Höhepunkt: Das Internet war auch für den Mainstream hip geworden. Napster erlaubte, die eigene Musik zum Download anzubieten und gleichzeitig frei – im Sinne von unbeschränkt und kostenlos &#8211; anderer Leute Musik auf den eigenen Computer herunterzuladen. Napster ging in ausufernden Rechtsstreitigkeiten unter, andere Peer-to-peer-<br />
<a href="http://www.mixburnrip.de/download.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tauschnetzwerke</a> wie Kazaa und BitTorrent tauchten auf. 2001 sorgte Apple mit dem iPod für die Massennutzung tragbarer MP3-Player und bewies mit der Online-Musikplattform iTunes, dass Kunden auch bereit sind, für herunterladbare Musik zu zahlen solange die Rahmenbedingungen stimmen.
</p>
<p>
Die New Economy ging zugrunde, die Musik blieb: Heute wird mehr Musik denn je per Internet verschickt, sowohl gegen Bezahlung wie auch auf Tauschplattformen. Doch keineswegs alle Musikstücke, die kostenfrei von einem Computer zum anderen kopiert werden, sind illegal.</p>
<p><b>Creative Commons erlaubt freies Kopieren</b></p>
<p>Viele Musiker haben längst erkannt, dass es sich durchaus lohnen kann, die eigene Musik – unter bestimmten Bedingungen – kostenfrei abzugeben. Zwei Trends zeichnen sich ab, wie dies geschehen kann: Als Marketing über Musikplattformen oder über weniger restriktive Lizenzmodelle.
</p>
<p>
Musik- und Selbstdarstellungsplattformen wie<br />
<a href="http://www.myspace.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MySpace</a> können Künstlern helfen, sich ihrem Publikum direkt zu präsentieren. Finden sich online genug Hörer, ist der Erfolg auch offline nicht auszuschließen. In manchen Fällen endet das in einem<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/criepe_musik_myspace_061221.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattenvertrag</a> wie bei der britischen Band<br />
<a href="http://www.arcticmonkeys.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arctic Monkeys</a>. Oder aber die Band gibt ihre Musik weiterhin kostenlos ab: Lizenzen wie<br />
<a href="http://www.creativecommons.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons</a> erlauben Künstlern seit 2002, nach einem einfach Set von Regeln die Nutzungsbedingungen für die eigenen Werke zu bestimmen und sie damit freizugeben. Die einfach verständlichen Lizenzen bieten Rechtsschutz für geistiges Eigentum und stellen sicher, dass beispielsweise Werke zwar kostenfrei kopiert und privat angehört werden können, kommerzielle Nutzung aber weiterhin der vorherigen Zustimmung bedarf.
</p>
<p>
Gerade bei elektronischer Musik oder HipHop ist es unverzichtbarer Teil der Kultur, auf bereits existierender Musik aufzubauen und daraus neue Kunstwerke zu schaffen. Creative Commons-Lizenzen gewährleisten die nötige rechtliche Grundlage und schützen Musiker wie<br />
<a href="http://www.dangermousesite.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DJ Danger Mouse</a> vor empfindlichen Klagen: Danger Mouse schuf aus dem White Album der Beatles und dem Black Album von Jay Z ein neues Werk namens The Grey Album und wurde trotz – oder wegen – des großen Erfolgs prompt vom Musiklabel EMI wegen Copyright-Verletzungen abgemahnt.</p>
<p><b>Das neue Mitmach-Web</b></p>
<p>Günstiges, schnelles Internet und Mitmach-Plattformen wie MySpace, YouTube und Creative Commons-Lizenzen – diese neuen Rahmenbedingungen haben zu einer ganzen Kultur von Do-It-Yourself-Kulturproduktion geführt. Ob Text, Musik oder Film: Mit minimaler Technikkenntnis kann jeder zum Produzenten werden und seine eigenen Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich machen.<br />
<br />
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei das sogenannte Podcasting &#8211; abgeleitet aus den Begriffen für Rundfunk (engl. broadcasting) und dem Namen des MP3-Spielers iPod. Dieses neue Format könnte man als eine Art Radioprogramm zum Mitnehmen beschreiben, nur ohne die Beschränkungen des Radios: Da sich die einzelnen Sendungen eines Podcasts automatisiert herunterladen und auf den tragbaren Spieler kopieren lassen, ist niemand mehr an bestimmte Programmzeiten gebunden. Vor allem aber kann jeder mit einem handelsüblichen Computer selbst zum Produzenten und Sender werden.
</p>
<p>
<b>Wem gehören die neuen Inhalte?</b></p>
<p>Wer eigene Sendungen veröffentlicht, macht sich zum Teil des Mediensystems, viele Podcasts werden unter einer der Creative Commons-Lizenzen vertrieben. Was aber, wenn der Autor in seinem Podcast Musik einspielt? Noch vor einem Jahr gab es keine eindeutigen rechtlichen Regelungen, doch das könnte sich jetzt zumindest in Deutschland ändern: Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft GEMA versucht seit einigen Monaten mit einer speziellen<br />
<a href="http://www.gema.de/musiknutzer/senden/podcast.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a>, für solche Podcasts zu kassieren.
</p>
<p>
Dass sich hieraus wieder ganz neue Probleme ergeben, wenn z.B. die GEMA Ansprüche auch bei solchen Songs geltend macht, die eigentlich unter einer Creative Commons-Lizenz<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2006/creative-commons-vs-gema/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freigegeben</a> sind, zeigt vor allem: Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Verlauf für alle Beteiligten nicht absehbar ist.</p>
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