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	<title>Polen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Polen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Datenschutz zwischen Piroggen und Silicon Valley- Ein Blick nach Polen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2016 15:07:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zwischen Datenschützern und Netzkulturen- Eine digitale Reise durch Europa]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[PiS]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[Umwälzungen und neue Technologien prägen das moderne Polen, doch die guten polnischen Piroggen sind erhalten geblieben, leider nicht nur sie. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Umwälzungen und neue Technologien prägen das moderne Polen, doch die guten polnischen Piroggen sind erhalten geblieben, leider nicht nur sie. Ein Land der zwei Geschwindigkeiten zwischen Piroggen und Silicon Valley, ein Blick auf  den Datenschutz in Polen.</p>
<h3>Die Nation ohne Staat</h3>
<p>Als am 11.November 1918 die rotweiße Fahne über Warschau gehisst wurde, war dies der wohl wichtigste Moment in der jüngeren polnischen Geschichte. Zum ersten Mal seit der Teilung des Landes vor 123 Jahren konnten die Polen wieder selbstbestimmt in ihrem eigenen Staat leben.</p>
<p>Heute blickt unser östlicher Nachbar auf eine bewegte Geschichte zurück. Die liberale Haltung und der rege Handel zogen immer wieder Menschen von überall her an. Toleranz und eine multikulturelle Gesellschaft sind daher fest in der polnischen Geschichte verankert. Das Bekenntnis zu Demokratie und Freiheit wurde 2004 durch den Beitritt zur Europäischen Union gefestigt.</p>
<p>Ebenso gehören aber auch  Fremdherrschaft und  Kommunismus zum historischen Erbe und das Land trägt noch schwer daran. Über mehr als 100 Jahre kämpften die Polen für die Selbstbestimmung ihres Volkes. Starker Patriotismus und eine besondere Betonung der eigenen Nation sind die Folge davon. Sicherheit und die Wahrung der eigenen Unabhängigkeit sind daher die wesentlichen Leitlinien der polnischen Politik.</p>
<h3>Ein Land zwischen die Zeiten gefallen</h3>
<p>Als Folge der kommunistischen Diktatur ist Polen ein Nachzügler im Bereich der Informationstechnologien. Historisch war sicherlich der 20. Dezember 1990, als die erste E-Mail aus dem Forschungszentrum CERN Krakau erreichte. Erst 1997 wurde im Zuge der Verfassungsreform nach dem Ende des Kommunismus der Datenschutz gesetzlich festgeschrieben.</p>
<p>Bis heute sind in vielen Teilen Polens Internet und Datenschutz noch immer kaum ein Thema. 30% aller Polen nutzen das Internet überhaupt nicht. 42% bezeichnen ihre Computerkenntnisse als mangelhaft bis überhaupt nicht vorhanden. Wichtiger sind für viele Polen, insbesondere auf dem Land, hingegen noch Tradition und  Glaube. Themen wie Familienpolitik, Arbeitslosigkeit und die Wahrung der inneren Sicherheit sind daher in Polen derzeit wichtiger als netzpolitische Problematiken.</p>
<p>Dazu gehört auch Polens Haltung  zu Massenüberwachung und Ausspähung, die sich seit dem Kommunismus kaum verändert hat. Polen hat die Vorratsdatenspeicherung und nutzt sie intensiv, sogar für die Fahndung bei kleinsten Verbrechen. Im Jahre 2011 gab es fast zwei Millionen Anfragen, auf Vorratsdaten zurückzugreifen. Fast jeder 20igste Pole geriet somit mindestens einmal unter Verdacht durch die Behörden, eine Zahl die sogar noch vor Großbritannien liegt. Zwar gibt es Kontrollgremien, doch diese sind sehr schwach oder nur intern vorhanden. Die Geheimdienste kontrollieren sich somit selbst. Bekannte Beispiele für diese Selbstkontrolle sind der massenhafte Transfer von Daten aus Polen in die Vereinigten Staaten oder die Bedrängung von Journalisten, die zu Geheimdienstaktivitäten und Korruption ermitteln. Viele Polen tolerieren oder befürworten dieses Vorgehen entweder aus Mangel an technischem Wissen, politischer Passivität oder einem besonderen Sicherheitsbedürfnis.</p>
<p>Mangelnder Wettbewerb auf dem Markt führt zu einem der teuersten Internetzugänge in Europa. Nur etwa 3,6%  der Wirtschaft macht die  Telekommunikationsbranche aus, doch diese kleine Minderheit verändert das Land.</p>
<h3>Silicon Valley auf Polnisch</h3>
<p>Ein Blick gen Westen nach Breslau, Warschau und Krakau, in die großen Städte des Landes. Hier sieht das Bild ganz anders aus. Viele namhafte Firmen der IT-Branche haben in den letzten Jahren Nearshoring betrieben, also Outsourcing in günstigere Nachbarländer, und Teile nach Polen verlagert. Hier entstehen gerade große Technologiezentren. Nach dem Shared Service Prinzip werden hier, kostengünstiger als in den Standorten in Westeuropa, einfachere Aufgaben wie interne IT, Buchhaltung oder Kundenbetreuung übernommen.</p>
<p>Längst ist Polen jedoch nicht mehr nur eine verlängerte Werkbank der großen westlichen Firmen. Allein zwischen 2008 und 2015 hat sich die Zahl der Internetnutzer auf etwa 26 Millionen verdoppelt. Es gibt mit über 56 Millionen mehr Mobiltelefone und Smartphones als Einwohner.  56% nutzen ihre Smartphones auch um im Internet zu surfen. 38% (OECD 33%) der digitalen Kommunikation laufen über diese mobilen Geräte und über 1,4 Millionen öffentliche Hotspots (proportional mehr als Deutschland)  machen diese Kommunikation möglich.</p>
<p>Das Land verfügt über eine der größten Zahlen an Studenten. Neben einer guten Bildung und fachlicher Kompetenz verfügen polnische Akademiker über Erfahrung mit den neuen Technologien. Sie bringen neue gute Ideen mit und verwirklichen diese mithilfe der neuen digitalen Möglichkeiten. Polnischer Patriotismus kann beispielsweise nun auch mithilfe des Smartphones gezeigt werden. Pola ist ein App, mit der man jederzeit scannen kann, wie polnisch ein Produkt ist, also wieviel Prozent von Produktion und Kapital aus Polen stammen. Viele junge Startups aus den verschiedensten Bereichen wie Alltagshelfer, Medizin und Biotechnologie bis hin zu einer Computerspielszene blühen gerade auf und tragen zum dynamischen Wachstum des Landes bei. Krakau gilt bereits als das „Silicon Valley“ Osteuropas.</p>
<h3>Für unsere Freiheit und ihre</h3>
<p>Im November letzten Jahres erlebte Polen einen neuen historischen Moment. Die nationalkonservative Partei  PiS (dt. Recht und Gerechtigkeit) wurde stärkste Kraft, vor allem in vielen ländlichen Regionen Ostpolens. Seit Regierungsantritt beginnt diese massive in die Grundrechte einzugreifen, indem sie die Unabhängigkeit der Medien beschneidet oder die Ausspähung von Einzelpersonen ohne richterlichen Beschluss ermöglichen will.</p>
<p>Doch es regt sich Widerstand. „Für unsere Freiheit und ihre“ ist der inoffizielle Wahlspruch Polens. Organisationen wie Panoptykon oder die polnische Datenschutzbehörde protestieren gegen diese massiven Eingriffe in die Bürgerrechte. Unterstützt werden sie dabei von  Demonstranten, die regelmäßig für ihre Rechte auf die Straße gehen. Polen war einst eines der modernsten Länder der Welt. Die Lehren aus dem Kommunismus waren ein Bekenntnis zu Europa und den demokratisch freiheitlichen Grundrechten. Wieder sind diese Rechte bedroht, welche sich die polnische Nation mühevoll erkämpfen musste. Demonstrationen gegen Beschneidungen der Bürgerrechte und ein neues politisches Bewusstsein in Teilen der polnischen Jugend wecken aber auch Hoffnungen, dass diese Errungenschaften nicht verloren gehen. Denn noch ist Polen nicht verloren.</p>
<p>Titelbild kaboompics via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Donald Tusk will Polen der EU näherbringen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/donald-tusk-will-polen-der-eu-naeherbringen-3621/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesine Schwan]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Tusk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, den 22. Oktober, war Gesine Schwan zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Einen Tag nach den vorgezogenen Parlamentswahlen in Polen sprach sie über die Erwartungen an den neuen Regierungschef Donald Tusk und Polens Verhältnis zur EU.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, den 22. Oktober, war Gesine Schwan zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Einen Tag nach den vorgezogenen Parlamentswahlen in Polen sprach sie über die Erwartungen an den neuen Regierungschef Donald Tusk und Polens Verhältnis zur EU.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Herzlich willkommen im tagesschau-Chat.<br />
Heute ist Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und Koordinatorin<br />
für die deutsch-polnischen Beziehungen, zu uns ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen. Wie bewertet die Expertin den Wahlausgang in Polen? Was<br />
bedeutet er für das deutsch-polnische Verhältnis? Liebe<br />
User, nutzen Sie die Gelegenheit, um Gesine Schwan Ihre Fragen zu<br />
stellen!<br />
Frau Schwan, ich begrüße Sie. Können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Gerne.
</p>
<p align="center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/old_images/salon/photos/gschwanneu.JPG" alt="Gesine Schwan" height="295" width="269" /><br />
<i>Gesine Schwan,<br />
Koordinatorin für die deutsch-polnische Zusammenarbeit</i>
</p>
<p>
<b>GE:</b> Welche Bevölkerungsgruppen in Polen stimmen<br />
für welche Parteien und welche Gruppen haben sich jetzt von<br />
Kaczynski abgewandt?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Man hat bei den letzten Wahlanalysen<br />
festgestellt, dass insbesondere die Bürger in Ost- und in Südpolen,<br />
dabei die Älteren und die Katholischen für die Brüder<br />
Kaczynski votiert haben. Die jüngeren, die Bürger in großen<br />
Städten und im dynamischeren Westpolen sind eher Anhänger<br />
der Bürgerplattform (PO). Und die jetzige Wahl zeichnet sich<br />
wohl nicht so sehr dadurch aus, dass sich Bürger abgewandt<br />
haben, sondern dass sehr viel mehr Bürger an der Wahl teilgenommen<br />
haben, die dann für die PO gestimmt haben. Die Wahlbeteiligung<br />
ist eindrücklich gestiegen, von 40 auf knapp 55 Prozent.
</p>
<p>
<b>Objezierze:</b> Gibt es große Unterschiede im<br />
Wahlverhalten zwischen der Jugend und dem Alter?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Jedenfalls in der inhaltlichen<br />
Option. Die Jüngeren sind in der Regel eher pro-europäisch<br />
und zukunftsorientiert, die Älteren hängen verständlicherweise<br />
mehr an der Vergangenheit, das heißt politisch eher im konservativen<br />
Bereich.
</p>
<p>
<b>Ulrich Lenze:</b> Warum ist die Wahlbeteiligung in<br />
Polen so relativ niedrig?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan: </b>Sie ist in allen mittelosteuropäischen<br />
Transformationsländern niedrig. Da sind 55 Prozent schon eine<br />
ganze Menge. Die Bevölkerungen versprechen sich in der Regel<br />
noch nicht viel von demokratischen Regierungen und in Polen gibt<br />
es das besondere historische Problem, dass Polen seit dem Ende des<br />
18. Jahrhunderts als Nationalstaat nur zwischen den beiden Weltkriegen<br />
und nach 1989 bestanden hat. Alle anderen Regierungen waren fremdländische<br />
Besatzungen, die die Gesellschaft nicht anerkannte und die sie versuchte<br />
zu unterlaufen.
</p>
<p>
<b>Janka:</b> Welche Änderung der polnischen Außenpolitik<br />
ist zu erwarten, wenn Tusk die Wahl gewinnt?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Tusk hat selbst erklärt, dass<br />
er das Verhältnis zur Europäischen Union und zu Deutschland<br />
verbessern will und dass er die polnischen Truppen so früh<br />
wie möglich aus dem Irak abziehen möchte. Im Gespräch<br />
mit dem Ministerpräsidenten Kaczynski hat er den Vorwurf, pro-deutsch<br />
zu sein, damit gekontert, dass er auch pro-italienisch, pro-europäisch<br />
und pro-russisch sei, weil er in der internationalen Politik Kooperation<br />
der Konfrontation vorzieht.
</p>
<p>
<b>frankfurt-fan</b>: Wissen Sie etwas über das<br />
Verhältnis von Merkel zu Tusk?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Soweit ich informiert bin, haben<br />
sie sich zwar öfter getroffen, aber noch nicht ausführlich<br />
ausgetauscht. Insgesamt erscheint das persönliche Verhältnis<br />
gut.
</p>
<p>
<b>karin: </b>Welche neuen Perspektiven ergeben sich<br />
durch die Wahl in Bezug auf deutsch-polnische Beziehungen? Wie profitieren<br />
wir davon?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Die wichtigste Perspektive ist<br />
in meiner Sicht, dass Polen und Deutschland gemeinsam europäische<br />
Projekte voranbringen können. Erfahrungsgemäß gelingt<br />
es am besten, sich zu verständigen, wenn man gemeinsame Ziele<br />
hat. Und von einem gelingenden Europa haben alle etwas, auch die<br />
Deutschen.
</p>
<p>
<b>ganowski:</b> Wie schaffen wir es, Deutschland besser<br />
für den „unbekannten Nachbarn“ Polen und seine<br />
(historisch berechtigten?) Belange zu sensibilisieren?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan: </b>Vor allen Dingen indem wir &#8211; was<br />
schon jetzt erfreulich häufig geschieht &#8211; gemeinsame Initiativen<br />
starten. Es gibt 600 Städtepartnerschaften zwischen Deutschland<br />
und Polen. Und wenn sich Deutsche und Polen gegenseitig ihr Leben<br />
erzählen, dann ist das in der Regel der wirksamste Geschichtsunterricht.<br />
Damit werden auch Deutsche sensibel für die für Polen<br />
sehr schwierige Vergangenheit im 20. Jahrhundert und auch umgekehrt<br />
für Leid, das nach 1945 von Deutschen erfahren worden ist.
</p>
<p>
<b>Alfred: </b>Die deutsch-französischen Beziehungen<br />
haben sich nach 1945 auch verbessert, nachdem das deutsch-französische<br />
Jugendwerk gegründet wurde. Gibt es im Verhältnis zu Polen<br />
ähnliche Projekte zur binationalen Jugendarbeit?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Es gibt ein deutsch-polnisches<br />
Jugendwerk, das aus der Erfahrung des deutsch-französischen<br />
Jugendwerks gegründet worden ist, und beide arbeiten auch zusammen.<br />
In der letzten Zeit hat das deutsch-polnische Jugendwerk es schwer<br />
gehabt, eine stabile finanzielle Grundlage zu bekommen. Ich hoffe,<br />
dass mit der neuen polnischen Regierung auch hier eine deutliche<br />
Besserung eintritt.
</p>
<p>
<b>andiew:</b> Nach meinen Erfahrungen ist die Sprache<br />
ein Problem für die deutsch-polnischen Beziehungen. Viele Polen<br />
sprechen deutsch, aber nur wenige Deutsche polnisch. Warum wird<br />
in Deutschland nicht verstärkt Polnisch in Schulen als Fremdsprache<br />
angeboten?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan: </b>Das wird schon sehr viel mehr angeboten<br />
als vor zehn Jahren. Es gibt deutliche Aktivitäten und ich<br />
hoffe, dass das Lehrbuch für Polnisch als dritte Fremdsprache<br />
bald verwendet werden kann. Im Grenzbereich, etwa in Brandenburg,<br />
aber auch in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, finden wir eine<br />
Reihe von deutsch-polnischen Schulprojekten und deutsch-polnische<br />
Kindergärten finden auch in letzter Zeit von Deutschen mehr<br />
Zulauf. Aber insgesamt bleibt hier eine viel zu große Asymmetrie.
</p>
<p>
<b>AM:</b> Viel wichtiger als die deutsch-polnischen<br />
Beziehungen ist doch wohl die Frage: Wie wird sich die mögliche<br />
neue Regierung zu Russland und USA verhalten? Vor allen Dingen im<br />
Zusammenhang mit der Stationierung des US- Raketenabwehrsystems?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Dieses Raketenabwehrsystem ist<br />
zur Zeit ja Gegenstand einer intensiven Diskussion zwischen Russland<br />
und Amerika. Vermutlich wird sich daraus auch für die polnische<br />
Regierung eine neue Situation ergeben. Tusk hat deutlich gemacht,<br />
dass er das Verhältnis zu Russland verbessern will und umgekehrt<br />
steht er dem militärischen Engagement Polens im Irak eher kritisch<br />
gegenüber. Das deutet darauf hin, dass die Differenzen zur<br />
deutschen Regierung geringer werden könnten.
</p>
<p>
<b>social sciences osnabrýck:</b> Ist der Wahlsieg<br />
von Donald Tusk Ihrer Meinung nach eine Chance für Polen, auf<br />
dem Parkett der internationalen Politik wieder ernst genommen werden<br />
kann? Insbesondere nach den schlechten Erfahrungen mit den Kaczynskis?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Die internationale Politik hat<br />
Polen nicht zuletzt wegen der prononcierten Politik der Kaczynskis<br />
in den letzten beiden Jahren mehr zur Kenntnis genommen als vorher.<br />
Das folgte der Regel, dass Konflikt immer mehr Aufmerksamkeit weckt<br />
als Kooperation. Insofern hatten die Brüder ein Körnchen<br />
Wahrheit für sich, wenn sie sich einer Reihe von Entscheidungen<br />
entgegen stellten. Vor 2005 hatte Polen international anerkannte,<br />
bemerkenswerte Außenminister und auch der erste Außenminister<br />
der PiS-Regierung, Meller, ist ein sehr angesehener Mann. Polen<br />
ist also durchaus auch auf dem internationalen Parkett anerkennt<br />
gewesen und es steht zu erwarten, dass das mit der neuen Regierung<br />
erneut so sein wird.
</p>
<p>
<b>Chris:</b> Steigen nach dem Wahlsieg von Herrn Tusk<br />
wirklich die Chancen auf die Umsetzung des Entwurfes zur EU-Verfassung?<br />
Wie stark sind die Möglichkeiten von den konservativen Kräften<br />
dieses zu blockieren noch einzuschätzen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Die Lissabon-Konferenz ist ja schon<br />
sehr weit gekommen und ich sehe nicht, wo jetzt da noch Widerstände<br />
von Polen zu erwarten sind.
</p>
<p>
<b>struzynski: </b>Gibt es nicht eine Möglichkeit<br />
von Seiten der EU, die neue polnische Regierung auf eine Art willkommen<br />
zu heißen, dass die polnischen Bürger sich mehr in der<br />
Mitte Europas fühlen, wo sie ja eigentlich tatsächlich<br />
sind?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan: </b>Willkommen heißen ist glaube<br />
ich immer eine gute Geste, zumal gegenüber einem Land, dessen<br />
Menschen überaus gastfreundlich sind. Aber es wäre ein<br />
Irrtum anzunehmen, dass sich die Polen nicht schon als Europäer<br />
fühlten. Alle Abstimmungen der letzten Zeit haben gezeigt,<br />
dass die Polen in größerer Zahl der EU zustimmen als<br />
die meisten anderen Mitglieder der Union.
</p>
<p>
<b>andiew:</b> Besteht die Gefahr, dass es der PiS nutzen<br />
könnte, wenn die gesamte internationale Gemeinschaft ihren<br />
Abgang befeiert? Immerhin ist es eine grobe Einmischung in die Inneren<br />
Angelegenheiten Polens und das gibt das der PiS nicht einen Trumpf<br />
in die Hand?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Ich glaube auch, dass es nicht<br />
sehr klug wäre, den Abgang der PiS-Regierung zu feiern, jedenfalls<br />
nicht außerhalb Polens. Im Übrigen muss sich auch eine<br />
demokratisch gewählte Regierung wie die PiS-Regierung, die<br />
eine durchaus konfrontative Politik geführt hat, auch darauf<br />
einstellen, dass sie eine entsprechende internationale Reaktion<br />
erfährt.
</p>
<p>
<b>michal:</b> Welche Bedeutung hat die Niederlage anti-deutscher<br />
Liga der Polnischen Familien (LPR)?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Sie zeigt ein weiteres Mal wie<br />
erstaunlich gering trotz der Leiderfahrungen im 20. Jahrhundert<br />
die anti-deutschen Gefühle in Polen sind. Sowohl die Liga der<br />
polnischen Familien als auch die Selbstverteidigung (Samoobrona)<br />
sind jeweils unter zwei Prozent geblieben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wo wir schon bei einzelnen Parteien<br />
sind:
</p>
<p>
<b>KaHolz: </b>Wie schätzen sie die Frauenpartei<br />
„Polska jest kobieta“ ein?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Das war eine interessante Initiative,<br />
den in Polen noch nicht sehr verbreiteten Feminismus öffentlich<br />
wirksamer einzubringen.
</p>
<p>
<b>juroli:</b> Wie denken Sie, Frau Schwan, wird sich<br />
die Situation der polnischen Frauen nach dem Regierungswechsel verändern?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Wenn wir z.B. sehen, dass eine<br />
der wichtigen Politikerinnen in der Bürgerplattform die Bürgermeisterin<br />
von Warschau ist, die auch schon mal Vorsitzende der polnischen<br />
Nationalbank war, dann können wir wohl daraus schließen,<br />
dass die Bürgerplattform versucht, eine moderne, partnerschaftliche<br />
Familie zu stärken. Ich bin aber nicht über genaue familienpolitische<br />
Vorstellungen informiert.
</p>
<p>
<b>einherz: </b>Das politische und gesellschaftliche<br />
Klima Schwulen gegenüber scheint eines der schärfsten<br />
in Europa überhaupt zu sein. Wird dies von irgendeiner polnischen<br />
Partei thematisiert? Rechnen Sie damit, dass der Ausgang der Wahl<br />
eine Einfluss auf die Situation Schwuler und Lesben in Polen haben<br />
wird?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Jedenfalls hat sich die gegenwärtige<br />
Regierung, insbesondere die Liga der polnischen Familien, auf diesem<br />
Gebiet sehr kritisch und abweisend engagiert, während mir derartiges<br />
von der Bürgerplattform nicht bekannt ist. Es könnte also<br />
auch in der Öffentlichkeit liberaler werden.
</p>
<p>
<b>KaHolz:</b> Hat mit der neuen Regierung das schon<br />
seit langem verhandelte Gleichstellungsgesetz eine Chance?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan</b>: Das kann ich im Moment nicht beurteilen.<br />
Aber grundsätzlich sehe ich die Bedingungen dafür jetzt<br />
als sehr viel besser gegeben an als vorher.
</p>
<p>
<b>hallo89:</b> Viele Polen scheinen mit Minderheiten<br />
Problemen zu haben &#8211; Homosexuelle, et cetera. Auch in Russland gibt<br />
es diese Entwicklung. Ist das typisch für nachwende-osteuropäische<br />
Staaten?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Mein Eindruck ist, dass die Polen<br />
mit Minderheiten nicht mehr Probleme haben als die Deutschen. Im<br />
Gegenteil, es hat unter allen Regierungen z.B. polnisch-ukrainische<br />
Aussöhnungsakte gegeben und man kann nicht sagen, dass die<br />
Polen den in Polen verbliebenen, ursprünglich deutschen Mitbürgern<br />
negativer gegenüber stünden als die Deutschen den Polen<br />
gegenüber.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Ein kleines Lob zwischendurch:
</p>
<p>
<b>Rainer:</b> Sehr geehrte Frau Schwan, ich komme gerade<br />
hier rein und möchte Ihnen ganz herzlich danken für Ihre<br />
Geduld und Ihre Arbeit für die PL-D Angelegenheiten.
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Ich danke für dieses Lob und<br />
freue mich darüber. 🙂
</p>
<p>
<b>Maddl:</b> Mit welchen deutschen Parteien ist die<br />
PO und der wahrscheinliche Koalitionspartner, die PSL, vergleichbar?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Die PO ist vermutlich am ehesten<br />
mit der CDU vergleichbar und eine analoge zur PSL haben wir in der<br />
deutschen Geschichte nicht. Das hängt mit der unterschiedlichen<br />
Sozialstruktur in Deutschland und Polen zusammen. Angesichts des<br />
größeren Prozentsatzes an Bauern in Polen im Vergleich<br />
zu Deutschland hat die Bauernpartei (nicht die Lepper-Partei!) immer<br />
ein deutliches Gewicht gehabt. Aber es gibt keine analoge deutsche<br />
Partei.
</p>
<p>
<b>CoNNi:</b> Wie sicher wird eine neue Koalition sein?<br />
Oder ist es möglich, dass schnell eine weitere Regierungskrise<br />
ausbricht?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Das ist nach dieser Wahl wenig<br />
wahrscheinlich, weil die Mehrheit unerwartet stabil ausgefallen<br />
ist. Wenn die Bürgerplattform auf eine Koalition mit beiden<br />
kleineren Parteien, also auch mit dem Mitte-Links-Bündnis,<br />
angewiesen wäre, hätte es sicher mehr Probleme gegeben.<br />
Ich rechne hier mit einer stabilen vierjährigen Regierungsperiode.
</p>
<p>
<b>CoNNi:</b> Wie sehr wird durch die Wahl die Position<br />
von Präsident Lech Kaczynski geschwächt?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Der Präsident in Polen hat<br />
eine andere Stellung als in Deutschland. Er hat ausdrücklich<br />
das Recht, insbesondere in der internationalen Politik und in der<br />
Sicherheitspolitik, entscheidend mitzubestimmen. Dieses Vetorecht<br />
wird aber angesichts der Wahlergebnisse nicht besonders wirksam<br />
werden, weil es mit der Mehrheit der Regierungsparteien und des<br />
Mitte-Links-Bündnisses &#8211; das sich vermutlich nicht mit dem<br />
Staatspräsidenten zusammentun wird &#8211; im Sejm überstimmt<br />
werden kann. Der polnische Staatspräsident hatte schon in den<br />
vergangenen Jahren eine deutlich geringere Zustimmung als seine<br />
Vorgänger in ihrer Amtszeit. Diese Zustimmung wird sich vermutlich<br />
noch weiter verringern. Es sei denn, die Regierung macht erhebliche<br />
Fehler und verhilft auf diese Weise dem Staatspräsidenten zu<br />
mehr Popularität.
</p>
<p>
<b>S.Lehner:</b> Wie sind eigentlich die wahrscheinlich<br />
kommenden Aktionen der Kaczynski-Brüder einzuschätzen?<br />
Werden sie versuchen, die gegenwärtige Regierung anzufechten<br />
oder zumindest zu behindern und wie stehen dabei ihre Chancen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Jaroslaw Kaczynski, der amtierende<br />
Premierminister hat eine scharfe Opposition angekündigt. Es<br />
steht zu erwarten, dass er versuchen wird, sich mit seinem Bruder<br />
abzustimmen, der aber von seinem Vetorecht angesichts der Mehrheitsverhältnisse<br />
im Sejm nicht viel Gebrauch machen kann. Möglicherweise schlägt<br />
der Staatspräsident, wenn er einer anderen Regierung gegenüber<br />
steht als der seines Bruders, auch neue, etwas versöhnlichere<br />
Wege ein.
</p>
<p>
<b>nexon: </b>Wann ist die nächste Wahl des Präsidenten<br />
vorgesehen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Nach meiner Erinnerung steht die<br />
nächste Präsidentenwahl 2010 an.
</p>
<p>
<b>HolyHP:</b> Sehr geehrte Frau Schwan, wie ist eigentlich<br />
ihr persönliches Verhältnis zu den Kaczynski-Brüdern?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Ich kenne Jaroslaw Kaczynski persönlich<br />
gar nicht. Lech Kaczynski habe ich einige Male persönlich getroffen<br />
und ihn, insbesondere aber seine durchaus lebendige Frau, als sehr<br />
freundlich und umgänglich erfahren.
</p>
<p>
<b>Oliver Petzoldt: </b>Nehmen Sie an, dass unter einer<br />
neuen Regierung die jungen Leute aus Polen motiviert werden können,<br />
in Ihrem Heimatland zu arbeiten, oder geht der akademische Ausverkauf<br />
Polens weiter?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Es war ein wichtiger Punkt der<br />
Wahlprogrammatik von Tusk, die jungen Polen, die ins Ausland gegangen<br />
waren, wieder zurück zu holen. Ob das gelingt, wird ganz wesentlich<br />
von der Wirtschaftsentwicklung abhängen, aber auch das allgemeine<br />
öffentliche Klima spielt eine wichtige Rolle. Und da könnte<br />
Tusk jungen Polen und Polinnen im Ausland attraktiver erscheinen<br />
als die bisherige Regierung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Frau Schwan, wir haben während<br />
des Chats eine Umfrage unter den Chatteilnehmern gestartet und gefragt,<br />
wer überhaupt schon einmal in Polen war. Das Ergebnis 47 Prozent<br />
JA &#8211; 52 Prozent NEIN. Überrascht Sie das? Zeugt das von ausreichendem<br />
Interesse am Nachbarland?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> 47 Prozent ist eine durchaus große<br />
Zahl im Vergleich zu den Zahlen die wir sonst kennen. Die letzten<br />
Umfragen haben zu meiner Freude gezeigt, dass eine Mehrheit der<br />
Deutschen Polen sympathisch findet und zwar je jünger, desto<br />
sympathischer. Und die Sympathie hat auch nochmal zugenommen, wenn<br />
die Menschen in Polen waren und Polen aus eigener Anschauung kannten.<br />
Wenn wirklich die Hälfte der Deutschen schon mal in Polen gewesen<br />
wäre, würde vieles besser sein. Aber dieses Ergebnis überrascht<br />
mich nicht sehr, weil die Fragen doch von Interesse und Kenntnis<br />
zeugen.
</p>
<p>
<b>Frau Holle:</b> Frau Schwan, sehen Sie Chancen, den<br />
Austausch zwischen deutschen und polnischen Universitäten zu<br />
verstärken? Gibt es Programme, die den Austausch ohne gute<br />
Kenntnisse der jeweils anderen Sprache ermöglichen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Natürlich ist ein Austausch<br />
nur letztlich sinnvoll, wenn man die Sprache des Nachbarlandes versteht.<br />
Aber in beiden Ländern gibt es Programme in den Hochschulen,<br />
die auf Englisch unterrichtet werden. Das könnte dann ein gemeinsamer<br />
Nenner sein. Zwar lernen 2,5 Millionen Polen in jeder Kohorte Deutsch,<br />
aber nur 15.000 Deutsche Polnisch. Die Zahl der Deutschen, die Polnisch<br />
lernen, nimmt aber erkennbar zu und ein Aufenthalt im Nachbarland<br />
hat gute Chancen, verstärktes Interesse für die Sprachen<br />
zu wecken.
</p>
<p>
<b>nexon: </b>Also, ich gehe im Sommersemester 2008 nach<br />
Krakau und das klappt ganz hervorragend.
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan: </b>Na wunderbar, herzlichen Glückwunsch!
</p>
<p>
<b>kati: </b>Glauben Sie, dass sich die alltägliche<br />
Situation von polnischen Bürgern in Deutschland verbessert?<br />
Wie sieht es aus mit den Arbeitschancen für hier ausgebildete<br />
polnische Studenten?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan</b>: Die völlige Befreiung von<br />
Einschränkungen werden wir möglicherweise erst im Jahr<br />
2011 haben, aber sie sind schon jetzt in vielen Bereichen durchaus<br />
gut. Ich wünschte mir, die Einschränkung würde völlig<br />
aufgehoben. Gerade in den deutsch-polnischen Grenzgebieten hat sich<br />
die Unternehmerseite für die Aufhebung aller Einschränkungen<br />
ausgesprochen. Insgesamt sind die Chancen von Polinnen und Polen<br />
deswegen sehr gut, weil sie oft vorzüglich ausgebildet, sehr<br />
initiativbereit und erfindungsreich sind. Und darüber hinaus<br />
meistens sehr fleißig.
</p>
<p>
<b>Maddl:</b> Tusk hatte vor allem junge Wähler.<br />
Wie wird sich die Situation der Rentner verbessern, die immer noch<br />
mit mickrigen Renten überleben müssen, während die<br />
Löhne und Preise steigen?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Tusk hat zugesagt, die Gehälter<br />
und nach meiner Erinnerung auch die Renten im Öffentlichen<br />
Dienst zu verbessern. Er will das Wirtschaftswachstum sehr ankurbeln.<br />
Dabei kann es leicht passieren, dass dann auch die Preise steigen.<br />
Das hängt von der konkreten Wirtschaftspolitik und vom Weltmarkt<br />
ab.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine Stunde tagesschau-Chat sind<br />
schon wieder vorbei. Dankeschön an unsere User für die<br />
vielen Fragen, die wir leider nicht alle stellen konnten. Frau Schwan,<br />
möchten Sie noch ein Schlusswort an die User richten?
</p>
<p>
<b>Gesine Schwan:</b> Ich freue mich über das gezielte<br />
und informierte Interesse und auch über die häufig erkennbare<br />
zugrundeliegende Sympathie zu Polen und auch für das deutsch-polnische<br />
Verhältnis. Das kommt unseren beiden Ländern zugute und<br />
wärmt mir das Herz. 🙂
</p>
<p>
<b>Moderatorin: </b>Vielen Dank für Ihr Interesse<br />
und vielen Dank an Frau Schwan. Das Protokoll des Chats ist in Kürze<br />
zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
zu finden.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Beitrittsländer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Apr 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
		<category><![CDATA[Zypern]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<category><![CDATA[Webauftritt]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
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		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Litauen]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Malta]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Erweiterung]]></category>
		<category><![CDATA[Slowakei]]></category>
		<category><![CDATA[Tschechien]]></category>
		<category><![CDATA[Slowenien]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer mehr über die politischen Systeme der neuen EU-Mitglieder erfahren will, kann sich auf den jeweiligen Homepages von Parlament, Regierung und Staatspräsident informieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mehr über die politischen Systeme der neuen EU-Mitglieder erfahren will, kann sich auf den jeweiligen Homepages von Parlament, Regierung und Staatspräsident informieren.<!--break--></p>
<p>
                              <br />
                              <strong>Wer mehr über die politischen Systeme der neuen EU-Mitglieder erfahren will, kann sich auf den jeweiligen Homepages von Parlament, Regierung und Staatspräsident informieren.</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong><br />
                                <br />
                              </strong>
                            </p>
<p>
                            <img decoding="async" height="26" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/estland.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Estland</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des estnischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.riigikogu.ee/?lang=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Riigikogu</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.riik.ee/en/valitsus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">estnischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des estnischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.president.ee/eng/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arnold Rüütel</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 46,7</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/lettland.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Lettland</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des lettischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.saeima.lv/index_eng.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saeima</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.mk.gov.lv/index.php/en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lettischen Regierung</a></li>
<li>Homepage der lettischen Präsidentin:<br />
                              <a href="http://www.president.lv/index.php?pid=210" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vaira Vike-Freiberga</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 15</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/litauen.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Litauen</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des litauischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www3.lrs.lt/pls/inter/w4_home.int_ang" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seimas</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.lrv.lt/main_en.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">litauischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des litauischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.president.lt/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rolandas Paksas</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 68</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/malta.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Malta</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des maltesischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://parliament.gov.mt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">House of Representatives</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.gov.mt/index.asp?l=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">maltesischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des maltesischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://president.gov.mt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Edward Fenech Adami</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 13,7</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/polen.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Polen</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des polnischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.sejm.gov.pl/english.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sejm</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.kprm.gov.pl/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polnischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des polnischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.prezydent.pl/dflt/en_index.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aleksander Kwasniewski</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 7,7</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/slowakei.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Slowakei</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des slowakischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.nrsr.sk/english/default.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Narodna Rada</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.government.gov.sk/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">slowakischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des slowakischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.prezident.sk/page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ivan Gasparovic</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 12,4</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/slowenien.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Slowenien</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des slowenischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.dz-rs.si/index_an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drzavni zbor</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.gov.si/vrs/ang/index-ang.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">slowenischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des slowenischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.up-rs.si/eng/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Janez Drnovšek</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 23</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/tschechien.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Tschechien</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des tschechischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.psp.cz/cgi-bin/eng/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Poslanecká snemovna</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://wtd.vlada.cz/eng/aktuality.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tschechischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des tschechischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.hrad.cz/cz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vaclav Klaus</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 12,2</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/ungarn.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Ungarn</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des ungarischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.mkogy.hu/parl_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Országgyüles</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="http://www.meh.hu/english" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ungarischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des ungarischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.embajada-hungria.org/s/hun_pol_cv_madl.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ferenc Mádl</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 29,6</li>
</ul>
<p></p>
<p>
                            <img decoding="async" height="27" src="/edemocracy/netzkampagnen/osterweiterung/images/zypern.jpg" width="40" alt="" /><br />
                            <strong>Zypern</strong></p>
<ul>
<li>Homepage des zyprischen Parlamentes:<br />
                              <a href="http://www.parliament.cy/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">House of Representatives</a></li>
<li>Homepage der<br />
                              <a href="www.pio.gov.cy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zyprischen Regierung</a></li>
<li>Homepage des zyprischen Präsidenten:<br />
                              <a href="http://www.cyprus.gov.cy/cyphome/govhome.nsf/Main?OpenFrameSet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tassos Papadopoulos</a></li>
<li>Internetverbreitung pro 100 Einwohner (2001): 10,6</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Über Grenzen hinweg- eGovernment in strukturschwachen Regionen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-struktur-shtml-3193/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-bund-struktur-shtml-3193/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[bunger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Strukturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Überalterung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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		<category><![CDATA[strukturschwache Region]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungsschwund]]></category>
		<category><![CDATA[dünnbesiedelte Region]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzregion]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrsprachigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/egovernment-bund-struktur-shtml-3193/</guid>

					<description><![CDATA[Wie kann eGovernment strukturschwachen Regionen helfen? Und wie kann länderübergreifend zusammengearbeitet werden? Eine deutsch-polnische Veranstaltungsreihe geht diesen Fragen nach.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann eGovernment strukturschwachen Regionen helfen? Und wie kann länderübergreifend zusammengearbeitet werden? Eine deutsch-polnische Veranstaltungsreihe geht diesen Fragen nach.<!--break-->
                    </p>
<p>Am 13. November 2003 fand in Potsdam die Auftaktveranstaltung zu drei deutsch-polnischen Diskussionsrunden mit dem Titel „Über Grenzen hinweg- eGovernment in strukturschwachen Regionen“ statt. In der bis zum Sommer nächsten Jahres laufenden Veranstaltungsreihe sollen Leitgedanken und Lösungsansätze für ein modernes, leistungsstarkes und grenzübergreifendes eGovernment-Modell gesucht und entwickelt werden.</p>
<p>Zu dieser Veranstaltungsreihe hat die Alcatel SEL Stiftung für Kommunikationsforschung, das Hochschulkolleg E- Government der Alcatel SEL Stiftung, das Forum Soziale Technikgestaltung, das vom Fraunhofer FOKUS Berlin in Verbindung mit dem eGovernment Zentrum getragene Forum „E.GOV.BERLIN-BRANDENBURG“, die Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und die polnische Organisation „Cities on Internet“- Association geladen. Durch diese Veranstaltungsreihe soll ein länderübergreifender eGovernment- Dialog initiiert werden. Denn die Zukunft dieser Region lasse sich nur gemeinsam gestalten.</p>
<p>Wie können eGovernment-Instrumente die Lösung der Probleme strukturschwacher Regionen unterstützen? Neben den Themenschwerpunkten Konzeptionen und Erfahrungen zu dieser Frage stand die Klärung der Ausgangsvoraussetzungen der betroffenen Regionen im Mittelpunkt der Veranstaltung.</p>
<p>
                    <strong>Regionen und ihre Perspektiven</strong><br />
                    <br />In Potsdam wurden die Entwicklungen und Perspektiven der ländlichen Räume sowohl in Brandenburg als auch in Polen von Vertretern aus beiden Ländern vorgestellt. Dabei wurde herausgearbeitet, dass die strukturschwachen Gebiete in Brandenburg und Polen stark durch Bevölkerungsschwund betroffen sind. Professor Hans-Joachim Bürkner von der Universität Potsdam sprach in diesem Zusammenhang von „Brain Drain“- die Abwanderung von Wissen in lebenswertere und attraktivere Regionen. Damit sind laut Prof. Bürkner vor allem größere Zentren gemeint. Diese Zentren hätten eine starke Sogwirkung auf Kapital und Arbeit, welches dann in den ländlichen Regionen fehle.</p>
<p>Abwanderung führe auch zu Überalterung. Eine zunehmende Entfernung von Verwaltung und Bürger und der Rückgang der lokalen Informationsversorgung seien die Folge. Die Anbindung der Bürger und Bürgerinnen an lokalpolitischen Strukturen nehme weiter ab. Die wirtschaftliche Entwicklung gehe immer weiter zurück, weil aktive regionale Wirtschaftsförderung fehle und vernetztes Arbeiten nicht vorhanden sei.</p>
<p>Dr. Stephan Beetz von der Humboldt-Universität Berlin zeigte weitere Merkmale des ländlichen Raums auf, die bei der Konzeption von Lösungen mit einbezogen werden müssen, um tatsächlich die richtige Zielgruppe zu erreichen. Dr. Beetz berichtete, dass im dünnbesiedelten ländlichen Raum kleine, in sich abgeschlossene Strukturen (Dörfer) vorzufinden sind. Die Politik sei oft an Personen wie den Bürgermeister eines Dorfes gebunden und weniger an Institutionen. Die Entfernung zwischen Verwaltung und Bürgern sei häufig sehr groß, während es in einer Stadt kaum ein Problem sei, ein Amt aufzusuchen.</p>
<p>Ähnliches berichteten die Referenten aus Polen. In den ländlichen Regionen Polens hätten viele Menschen keinen Zugang zu Computern, die Ausbildung und Qualifizierung der ländlichen Bevölkerung sei schlecht. Frau Elwira Piszczek von der Kopernikus-Universität Torun/ Polen wies darauf hin, dass die Förderung im Bereich der neuen Technologien notwendig sei. Wenn die Ausstattung der Bevölkerung in ländlichen Gebieten mit Computern gefördert und verbessert würde und gleichzeitig der Umgang mit neuen Möglichkeiten des Lernens wie eLearning geschult würde, könnte die Ausbildung und Qualifizierung der Menschen in den strukturschwachen Gebieten Polens erheblich verbessert werden.</p>
<p>
                    <strong>eGovernment in strukturschwachen Gebieten- Leitfragen</strong><br />
                    <br />Kann eGovernment die Lösung der Probleme in strukturschwachen Regionen unterstützen? Wie kann durch Wissenstransfer und Kooperation Kosten eingespart werden und positive Effekte erzielt werden? Wie lassen sich Lösungen, die für die Regionen in Polen und Brandenburg erarbeitet wurden, auf andere Regionen in Europa übertragen?<br />
                    <br />Diese Fragen wurden vor dem Hintergrund der Perspektiven der Grenzregionen erörtert. Ansätze und Ideen, wie solche eGovernment- Lösungen aussehen können, wurden von den verschiedenen Referenten vor dem Hintergrund der Leitfragen vorgestellt.</p>
<p>
                    <strong>Ansätze und Ideen</strong><br />
                    <br />Die Einführung von eGovernment soll die Unterstützung von kommunalpolitischer Arbeit und bürgerschaftlicher Partizipation fördern. Dabei betonten die Referenten, dass unbedingt darauf zuachten sei, die Bürgerinnen und Bürger der Kommunen in den Prozess des elektronischen Verwaltens und Regierens von Beginn an einzubinden. Bisher habe dieser Prozess in erster Linie nur die Verwaltungen betroffen. eGovernment-Modelle sollen die Entfernung zwischen dem Bürger und der Verwaltung verringern, im besten Fall sollen die Bewohner dünnbesiedelter Gebiete den Gang zum Amt online erledigen können.</p>
<p>Gleichzeitig soll Öffentlichkeit hergestellt werden, die Entscheidungen der Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger transparenter erscheinen. Aspekten wie Barrierefreiheit, Zugänglichkeit, Verständlichkeit und Mehrsprachigkeit der Angebote müsse besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine Gefahr sei die digitale Spaltung, die sich im Stadt-Land-Gefälle spiegelt.</p>
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                    <strong>Nutzung wissenschaftlicher Ergebnisse</strong><br />
                    <br />Um gute und effektive Lösungen zu entwickeln, werden in der Veranstaltungsreihe auch die Ergebnisse von Media@Komm, dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projekt, mit einbezogen. Horst Waeltring, Leiter des Projektträgers Multimedia beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, wies in seinem Vortrag darauf hin, dass „eGovernment- Modelle teuer sind“ und die Gefahr bestehe, dass aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen insbesondere in strukturschwachen Gebieten die Entwicklung nicht genügend vorangetrieben werden könnte. Außerdem bräuchten Projekte dieser Art einen längeren Entwicklungszeitraum und die Erfahrung mit Media@Komm hätte gezeigt, dass es einer intensiven Projektbetreuung zur Sicherstellung guter Ergebnisse bedürfe.<br />
                    </p>
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<tbody>
<tr>
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<div class="tidy-2">Erschienen am 26.11.2003</div>
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</tr>
</tbody>
</table>
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                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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