<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Politainment &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/politainment/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Mon, 01 Mar 2021 12:12:26 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Politainment &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Politik als Inszenierung? Von der Talkshow zum Vlog</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politik-als-inszenierung-162957/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/politik-als-inszenierung-162957/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan-Malte Hunfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 09:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politainment]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/?p=162957</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Politische Wettkämpfe sind geprägt durch große Versprechungen für die Bevölkerung und für böse Unterstellungen gegenüber der politischen Gegner*innen. Gerade ist dies wieder besonders eindrucksvoll im amerikanischen Wahlkampf zu beobachten, in dem im Besonderen durch<br />
das Trump Team der Wettstreit um Wähler*innenstimmen und sogar Einschaltquoten wie eine Fernsehshow anmutete. Aber die Strategie, Politik oder politische Vorhaben zu inszenieren, war bereits zuvor Teil der politischen Sphäre.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Im <a href="https://www.politik-digital.de/news/paradigmenwechsel-162874/">vorherigen Beitrag</a> ging es um das Wechselverhältnis vom politischen Akteur zum Medienakteur und wie sich dieses durch die sozialen Netzwerke ändert. An dieser Stelle wird der Frage nachgegangen, wie sich politische Kommunikation allgemein durch die neuen Gegebenheiten wandelt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Mit dem Aufkommen der sogenannten Mediendemokratie, circa ab den 1980er Jahren, wandelten sich auch die Kommunikationsbemühungen politischer Akteure gegenüber der Öffentlichkeit. Das über das Fernsehen ausgestrahlte Bewegtbild war schnell das bedeutendste Medium. Dabei transportiert das Fernsehen nicht lediglich Informationen, sondern dient auch der Unterhaltung. Es ist naheliegend, dass dies von Kommunikationsstrateg*innen wahrgenommen und berücksichtigt wurde. Mit dem Aufkommen verschiedener Ausprägungen der Mediendemokratie nahm auch die Bedeutung der öffentlichkeitswirksamen und unterhaltende Inszenierung von politischen Überzeugungen, Vorhaben und Narrativen zu. Solch eine Kombination von politischen Elementen mit Unterhaltungsaspekten wird als Politainment bezeichnet</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Am deutlichsten wird dies mit dem Format der Polit-Talkshow. Nicht ohne Grund beinhaltet das Wort den Begriff “Show”. Es geht darum zu streiten, zu debattieren und zu unterstellen. Fakten spielen eine untergeordnete Rolle, die Zuschauer*innen sollen unterhalten werden. Immer wieder äußern sich Personen, die sonst wenig Berührungspunkte mit politischen Rhetoriken bei öffentlichen Auftritten haben, irritiert über ihre Talkshowerfahrungen. Während vor der Kamera Politiker*innen leidenschaftlich aufeinander und gegeneinander einreden und nichts unversucht lassen, damit die Zuschauer*innen die politische Konkurrenz nicht vergisst, wandelt sich dieses Verhalten, sobald die Lichter und Kameras aus sind. Ohne Zuschauer*innen vor den Bildschirmen reden viel Akteure wie Politiker*innen sachlich und freundlich miteinander.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ihr Hoch hatte das Format der Talkshow in Deutschland in den 1990er Jahren. Für den politischen Akteur versprachen die Sendungen Aufmerksamkeit, obwohl neue Publikumsschichten nur schwerlich zu erreichen waren. Vorteilhaft war, dass in der Talkshow getätigte Statements jedes Mal das Potenzial hatten und auch heute noch haben von Medienakteuren aufgegriffen zu werden und als Ausschnitt in TV-Magazinen oder als Zitat in Tageszeitungen wiederzufinden. Somit können im Nachhinein Personenkreise erreicht werden, die die Talkshow nicht eingeschaltet haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>War das Medium der 1980er und 1990er Jahre das Fernsehen, ist das Medium der Gegenwart mehr und mehr das Internet. Laut der ARD/ZDF-Medienstudie für das Jahr 2019 sind 90 Prozent der Bundesbürger*innen mittlerweile im Internet unterwegs &#8211; über 70 Prozent gar täglich. Zugleich sinken Zuschauerzahlen des linearen Fernsehens.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Einhergehend mit dem Aufkommen des Internets sind auch neue Möglichkeiten der (politischen) Inszenierung entstanden. Viele Spitzenpolitiker*innen verfügen heute über ein eigenes Twitter Profil (obwohl diese Profile nicht selten von Social Media Beauftragten bespielt werden) und kaum eine Initiative, die nicht mindestens eine Facebook Fanpage betreibt, über die Informationen und Botschaften bereitgestellt werden. Seltener existiert ein YouTube Kanal, über die jedoch teils sehr kreative Formate umgesetzt werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die neuen Inszenierungsmöglichkeiten sind durch soziale Netzwerke weitreichend. Die grafisch aufbereitete Informationskachel oder das humorvolle Meme kann problemlos etwa auf Twitter oder Facebook hochgeladen und durch dessen Nutzer*innen weiter verbreitet werden. Auf Instagram<br />
kann das eigene Privatleben der Politiker*innen oder der reichweitestarken Aktivist*innen als Homestory<br />
präsentiert werden. YouTube bietet die Möglichkeiten Inzinierungslogiken des Bewegtbildes selbst anzuwenden und etwa im musikalisch untermalten Vlog die persönliche Meinung über das politische Tagesgeschehen zu äußern.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ähnlich des Beispiels mit dem durch Medien aufgegriffenen Talkshow-Statement können auch Social Media Beiträge für Medienbeiträge verwertet werden. So lässt sich etwa ein Tweet zitieren oder gleich durch einen Einbettungscode in einem Online-Nachrichtenbeitrag präsentieren. Ähnliches bei dem Online-Video. Dieses kann in TV-Beiträgen eingearbeitet oder ebenfalls per Einbettungscode<br />
auf anderen Seiten präsentiert werden. Somit hat der politische Akteur ein starkes Interesse eigene Beiträge so zu gestalten, dass Medienakteure den Beitrag an sich für zitier- oder berichtenswert halten, oder der Beitrag von sich aus viral geht. Die Notwendigkeit politische Inhalte mit Unterhaltungsaspekten zu kombinieren, um Personen zu erreichen, hat sich seit der durch das TV-Gerät geprägten Mediendemokratie nicht gewandelt. Jedoch sind durch das Internet und durch die sozialen Netzwerke neue Distributionskanäle entstanden, die den Aspekt des Politainments womöglich noch stärker zu berücksichtigen haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der YouTube Kanal beispielsweise von Aktion Mensch hat all dies souverän umgesetzt. Auf unterhaltsame weise präsentieren die Moderator*innen Aspekte aus dem Leben von Menschen mit Behinderungen und werden gleichzeitig als Influencer*innen aufgebaut. Die Zuschauer*innen fangen an sich mit den Moderatoren*innen zu identifizieren, sie werden auf YouTube-typische Art unterhalten und werden zeitgleich für das Thema sensibilisiert. Auch die drei SPD Politiker Lars Klingbeil, Tiemo Wölken und Kevin Kühnert treten des Öfteren mal gemeinsam, mal alleine vor die Kamera, um Stellung zu tagesaktuellen Themen zu nehmen. Für die Zuschauer*innen sind sie als Menschen nahbar. Sie informieren und unterhalten zugleich.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Für den politischen Akteur von Bedeutung ist es, beim Online-Politainment authentisch und seriös zu bleiben, aber dennoch locker aufzutreten. Andernfalls droht die Abstrafung durch die Zuschauer*innen. Als vor wenigen Monaten die CSU ihr Online-Video Format CSyou startete, war der Spott groß. Neben Fake News Vorwürfen von Faktenfindern wurden vor allem die das erste Video bestimmenden Negative Campaining Elemente und das massive Eigenlob kritisiert. Die schlecht gemachte Umsetzung, das enorme Zurückgreifen auf Soundeffekte und das als nicht-authentisch wahrgenommene Auftreten des Moderators und Social-Media-Managers der CSU „Armin“ nahmen dem Video und Botschaften ihre Seriosität. Dennoch: Das Format gibt es immer noch, die Reaktionen sind aber weiterhin überwiegend negativ.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Inzenierungsaspekte spielen in der politischen Kommunikation über das Internet und die sozialen<br />
Netzwerke eine elementare Rolle. Zentral dabei ist es authentisch aufzutreten und dennoch eine dem Thema gebührende Seriosität an den Tag zu legen, um die Öffentlichkeit auf die gewünschte Art und Weise zu erreichen. Jedoch hat sich in diesem Kontext die Zusammensetzung „der Öffentlichkeit“ seit der Mediendemokratie gewandelt. Diesem neuen Öffentlichkeitsverständnis widmet sich der nächste Beitrag.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@mrrrk_smith?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">John-Mark Smith</a> on <a href="https://unsplash.com/photos/2aGqWIH49UA">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/politik-als-inszenierung-162957/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Daddeln macht schlau</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/computerspiele-und-politik/daddeln-macht-schlau-2453/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/computerspiele-und-politik/daddeln-macht-schlau-2453/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Computerspiele und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Videospielkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwirkungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politainment]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/daddeln-macht-schlau-2453/</guid>

					<description><![CDATA[(Artikel) Bund und Länder wollen Jugendliche mit verschärften Maßnahmen vom „Killer spielen“ abhalten. Bayerns Innenminister Beckstein fordert ein entsprechendes Verbot auch für Erwachsene.
Abseits der Talkshow-Politik finden sich jedoch sinnvolle Andockmöglichkeiten von Politik und Computerspielen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Bund und Länder wollen Jugendliche mit verschärften Maßnahmen vom „Killer spielen“ abhalten. Bayerns Innenminister Beckstein fordert ein entsprechendes Verbot auch für Erwachsene.<br />
Abseits der Talkshow-Politik finden sich jedoch sinnvolle Andockmöglichkeiten von Politik und Computerspielen.<!--break--></p>
<p>
<b><br />
</b>
</p>
<p>
Computerspiele sind böse – auf diesen schlichten Nenner könnte man die öffentlichen Debatte der vergangenen Wochen und Monate bringen. Das Bild ist geprägt durch<br />
<a href="http://shortnews.stern.de/feedback.cfm?fanz=1&amp;fbid=2770872&amp;rubrik=Gesundheit%20&amp;feedback_archive=0&amp;offset=11" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spielesüchtige Jugendliche</a>,<br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/0,1518,k-7068,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alberne Avatare</a> und<br />
<a href="http://www.we-make-money-not-art.com/archives/008211.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">computergestützte Zwangsarbeit</a>. Vor allem die berüchtigten „<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2006/podcast-guenther-beckstein-und-die-killerspiele/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Killerspiele</a>“ verhindern eine nüchterne Diskussion der Thematik. Davon weitgehend unberührt boomt allerdings der Markt: Schätzungen zufolge wurden im Jahr 2005 weltweit mehr als 20 Milliarden Dollar umgesetzt. Für 2007<br />
<a href="http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=226803&amp;Biz=gamesbiz&amp;Premium=N&amp;Navi=00000000&amp;T=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ermittelte</a> die Gesellschaft für Konsumforschung im deutschen Markt für Computer- und Videospiele ein Wachstum um 7,4 Prozent auf 1,126 Mrd. Euro Umsatz. Beim Verkaufsstart der neuesten Erweiterung von<br />
<a href="http://www.wow-europe.com/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">World of Warcraft</a> vor wenigen Wochen kam es zu Tumulten, wie man sie von den Erscheinungstagen der Harry-Potter-Romane kennt.
</p>
<p class="tidy-3">
<img decoding="async" src="/images/spieler_wow.jpg" alt="Quelle: Flickr Creative Commons (adactio)" height="225" width="300" /><br />
<br />
<i>Computerspiele fesseln Gamer über Stunden.</i><br />
<br />
<i>Quelle: Flickr Creative Commons (adactio)</i>
</p>
<p>
Während Pädagogen und Psychologen regelmäßig Studien vorlegen, die wahlweise die immensen<br />
<a href="http://www.golem.de/0508/39968.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gewaltpotenziale von Spielen</a> oder aber deren positive Folgen für die<br />
<a href="http://www.golem.de/0503/37004.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialisation Jugendlicher</a> herausstellen, verschiebt sich die Debatte schnell hin zu Fragen der Medienrezeption und Medienwirkung, die auch schon in weniger komplexen Medienumgebungen als höchst umstritten gelten.
</p>
<p>
<b>Game Studies schauen genauer</b>
</p>
<p>
Stellt man die Spiele selbst stärker in den Fokus, wie dies etwa im Rahmen der in Deutschland noch kaum verbreiteten Disziplin der<br />
<a href="http://gamestudies.org/0601" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Game Studies</a> geschieht, ergeben sich auch noch andere Anschlussmöglichkeiten zur Politik. Betrachtet man Computerspiele als ein weiteres Format aus dem reichhaltigen Fundus von Kulturgütern, in dem stets auch die politische und kulturelle Dimension der Gesellschaft aufscheint, so ist schnell die Abteilung „Politainment“ erreicht. Mit diesem Begriff beschreibt der Marburger Politologe<br />
<a href="http://www.staff.uni-marburg.de/%7Edoerner/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Dörner</a> die stets wachsende Bedeutung einer medienorientierten Kultur, die „die für eine soziale Gruppe maßgebenden Grundannahmen über die politische Welt“ liefert und damit „so etwas wie Maßstäbe dar(stellt), an Hand derer Politik wahrgenommen, interpretiert und beurteilt wird.“
</p>
<p>
Längst haben politische Akteure das Fernseh-Politainment als mächtiges Vermittlungsinstrument erkannt und klammern sich an die Stühle der Talkshows – anspruchsvolle Formen medial aufbereiteter Politik, etwa auch als Serie oder Spielfilm, finden keinen Raum in einer rede-seligen Medienlandschaft. Ein ähnliches Schicksal scheint auch für Computerspiele reserviert: die Anerkennung als möglicherweise relevante Umgebung für „politische Unterhaltung“ oder „unterhaltende Politik“ wird ihnen verweigert, es dominiert die Ablehnung der nicht selten pauschal als verabscheuungswürdig abqualifizierten Computerspiele. Allenfalls in Schwundformen als tumbe Mini-Games und alberne Comic-Animationen tauchen sie in Wahlkämpfen auf – und schnell wieder ab.
</p>
<p>
<b>Potenziale für Politainment</b>
</p>
<p>
Wenn das mal nicht ein Missverständnis ist. Der interaktive und inklusive Charakter von Spielwelten, der engagierte Gamer schon mal tage- oder wochenlang an die Abarbeitung unterschiedlicher Aufgaben bindet, verweist auf die großen Potenziale auch für ein computerbasiertes Politainment: das Spiel dauert längst nicht mehr nur 90 Minuten, es dürfen auch schon mal 9000 sein. Und immer häufiger sitzen die Spieler<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/cheise_computerspiele_070215.shtml">nicht isoliert</a> vor dem Rechner, sondern arbeiten in flexiblen Gruppen.
</p>
<p>
Nur sehr, sehr langsam gewinnen auch optimistischere Perspektiven auf ein meist äußerst beschränkt betrachtetes Phänomen der jüngeren Mediengeschichte an Raum: so weist der stets hellsichtige<br />
<a href="http://www.stevenberlinjohnson.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steven Johnson</a> in seinem gerade erst in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „Everything Bad is Good for You“ darauf hin, dass Computerspiele als wesentliches Element moderner Popkultur überaus komplexe Gebilde geworden sind, die sehr wohl positive Folgen und Erkenntnisgewinne für die Nutzer bereit halten können. Das wesentliche Anliegen seiner Argumentation liest sich leicht aus dem deutschen Titel heraus: „Neue Intelligenz. Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden.“
</p>
<p>
Sachdienliche Hinweise zu einer möglichen Annäherung von Computerspielen und Politik kann aktuell auch der Blick in die digitale Welt von<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/bbergervoet_chartmann_sgievert_glossar_computergames_070215.shtml#second_life" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Second Life</a> geben – die groß angelegte Simulation wird gemeinhin als Computerspiel wahrgenommen, jedoch fehlt ein im strengen Sinne erkennbares Spielziel: der Slogan lautet bewusst ergebnisoffen „Your World, Your Imagination“. Dass in diesem Vorstellungsraum auch Platz für Politik sein kann, beweist der in den letzten Wochen zu beobachtende Trend zur Errichtung digitaler Dependancen im zweiten Leben. Neben einer noch recht abstrakt wirkenden Version des US-Repräsentantenhauses und einer<br />
<a href="http://www.si.se/templates/CommonPage____3051.aspx)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">virtuellen Schwedischen Botschaft</a> geben sich auch die Protagonisten des<br />
<a href="http://www.secondlifeherald.com/slh/2007/01/sgolne_royal_sa.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">französischen Präsidentschaftswahlkampfs</a> dort ein Stelldichein.
</p>
<p>
Während in der fernsehgeprägten Welt der Medienpolitiker das TV-Studio noch für eine Weile das Maß aller Dinge zu sein scheint, formiert sich abseits der Fernsehschirme ein rasch wachsendes Feld der Computer-Unterhaltung, die mit dem Begriff „Computerspiel“ nur unzureichend und verkürzt beschrieben werden kann. Es braucht vermutlich eine engagierte und ausdauernde Aufklärungsarbeit, denn die Zeit der Missverständnisse ist noch lange nicht vorbei. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Herren Beckstein,<br />
<a href="http://www.kfn.de/profdrpfeiffer.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pfeiffer</a> &amp; Co. ihre<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/bbergervoet_chartmann_sgievert_glossar_computergames_070215.shtml#avatar" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avatare</a> in<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/bbergervoet_chartmann_sgievert_glossar_computergames_070215.shtml#second_life" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Second Life</a> auf Streife schicken…</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/computerspiele-und-politik/daddeln-macht-schlau-2453/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
