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	<title>Politikberatung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Politikberatung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Kampagnenpraxis für die Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Kemmerich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 12:36:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine junge Arbeitsgemeinschaft stellt lokale und regionale e-Government Projekte vor. Im Fokus stehen dabei politische Akteure aus Deutschland. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine junge Arbeitsgemeinschaft stellt lokale und regionale e-Government Projekte vor. Im Fokus stehen dabei politische Akteure aus Deutschland. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.kampagnenpraxis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/_kampagnenpraxis_5de.png" alt="kampagnenpraxis.de" title="kampagnenpraxis.de" align="left" height="99" hspace="20" vspace="20" width="199" /></a>Die &quot;Kampagnenpraxis&quot; ist eine Arbeitsgemeinschaft junger Fachleute der politischen Kommunikation und Internetmedien. Alle zwei Wochen veröffentlichen sie über die Webseite <a href="http://www.kampagnenpraxis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kampagnenpraxis.de</a> Reports, die erfolgreiche e-Government Beispiele von lokalen und regionalen politischen Akteuren vorstellen. Die Reports sollen zeigen, dass es auch in Deutschland Politiker gibt, die wissen, &quot;wie sie das Internet sinnvoll nutzen können&quot;.
</p>
<p>
Das Projekt <a href="http://www.jetzthamm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jetzthamm.de</a> macht dabei den Anfang. Vorbild hierfür war die britische Seite <a href="http://www.fixmystreet.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fixmystreet.com</a>. Auf jetzthamm.de können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hamm kommunale Probleme per Kartenapplikation dem SPD-Ortsverein melden. Die SPD verspricht im Gegenzug, sich um die Probleme zu kümmern.</p>
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		<title>Alle Kanadier sind Politikberater</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rlindner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Kanada]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Konsultation]]></category>
		<category><![CDATA[eParticipation]]></category>
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					<description><![CDATA[Man stelle sich vor, bei der Entwicklung zentraler außenpolitischer Positionen würde Frank-Walter Steinmeier per Internet systematisch um Rat bei den Bürgern nachsuchen – eher unwahrscheinlich? Sein kanadischer Kollege hat es versucht. Ralf Lindner hat bei einem Forschungsaufenthalt in Ottawa recherchiert.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man stelle sich vor, bei der Entwicklung zentraler außenpolitischer Positionen würde Frank-Walter Steinmeier per Internet systematisch um Rat bei den Bürgern nachsuchen – eher unwahrscheinlich? Sein kanadischer Kollege hat es versucht. Ralf Lindner hat bei einem Forschungsaufenthalt in Ottawa recherchiert.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Nimmt man das deutsche Auswärtige Amt (AA) als Referenzpunkt, dem ja nicht selten ein gewisses elitäres Gepräge nachgesagt wird, scheint es in der Tat kaum vorstellbar, dass sich die politische<br />
Führung und die Beamten des auswärtigen Dienstes auf einen ernsthaften Dialog mit den Bürgern einlassen. Klassiche Politikratgeber in Deutschland sind Menschen innerhalb der engeren Policy-Community – üblicherweise bestehend aus AA, den Akteuren auf der internationalen Bühne, einigen Interessenvertretern und den Institutionen der professionellen Politikberatung wie der Stiftung Wissenschaft und Politik.
</p>
<p>
<b>Außenministerium als Vorreiter</b>
</p>
<p>
Dass Online-Konsultationen durchaus als fester Bestandteil des politischen Zielfindungsprozesses sein können, zeigt die kanadische Bundesregierung nun schon seit mehreren Jahren. Neben dem kanadischen Gesundheitsministerium war das Außenministerium einer der Vorreiter beim Interneteinsatz bei Konsultationsprozessen. 2002 starteten kanadische Diplomaten, enthusiastisch unterstützt vom damaligen Außenminister Bill Graham, einen großangelegten internet-basierten Konsultationsprozess. Dieser sollte ein Beitrag zur Weiterentwicklung der außenpolitischen Grundlinien des Landes leisten. Politisch gesehen war dieses Konsultationsverfahren zwar ein Fehlschlag, da Graham bei einer Kabinettsumbildung das Ressort wechselte und sein Nachfolger wenig Interesse an einer Fortführung des ambitionierten Prozesses hatte. Mit Blick auf die gesammelten<br />
Erfahrungen mit der Anwendung dieses Instruments der Politikentwicklung und der zumindest in Expertenkreisen hohen Aufmerksamkeit erwies sich der Pilotversuch jedoch als zusätzlicher Schub auch für andere Ressorts.
</p>
<p>
<b>Vielfalt und Flexibilität der Verfahren</b>
</p>
<p>
Für die meisten kanadischen Bundesministerien sind Online-Konsultationen nun seit Jahren integrales Element der Policy-Entwicklung, die andere Input-Mechanismen wie traditionelle (off-line) Konsultationen, beratende Expertengremien, Anhörungen und Kommissionen ergänzt. In der Regel werden dabei die unterschiedlichen Offline- und Online-Elemente miteinander kombiniert.
</p>
<p>
Die hohe Akzeptanz dieses neuen Instruments auf Seiten der ministries und departments liegt nicht zuletzt an der hohen Flexibilität der Online-Konsultationen. Je nach Policy-Problem kann das Konsultationsverfahren unterschiedlich ausgestaltet werden. In der Praxis decken die kanadischen<br />
Online-Konsultationen nicht nur ein beeindruckendes Themenspektrum ab, sondern erfüllen auch je nach Bedarf unterschiedliche Funktionen im Prozess der Politikformulierung – von der Wortwahl bei<br />
Verwaltungsbestimmungen bis zur Entwicklung strategischer Leitlinien. Sie sind zudem, je nach Gegenstand, auf unterschiedlichen politischen Hierarchieebenen angesiedelt.
</p>
<p>
<b>Überwiegend „technische“ Detailfragen</b><br />
Die Mehrzahl der angebotenen Konsultationen hat freilich einen ausgeprägt technischen Charakter und konzentriert sich auf bestimmte Detailaspekte eines politischen Regulierungsprozesses. So werden mit den im Vorfeld identifizierten nationalen Experten und Stakeholdergruppen Detailfragen<br />
für Medizinprodukte oder zum wissenschaftlichen Beratungsbedarf des Gesundheitsministeriums ebenso diskutiert wie bestimmte technische Aspekte internationaler Handelsabkommen.
</p>
<p>
Weitaus seltener – dafür politisch oft brisanter – sind Konsultationsprozesse, die politische Grundsatzfragen und strategischen Optionen zum Gegenstand haben. Klar ist hierbei, dass neben der<br />
eigentlichen Funktion der Policy-Entwicklung verstärkt Aspekte der Regierungskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ins Blickfeld geraten. Seit dem Antritt der konservativen Minderheitsregierung unter Stephen Harper Anfang 2006 kann jedenfalls beobachtet werden, dass die Häufigkeit „politischer“ (Online-)Konsultationen im Vergleich zu den liberalen orgängerregierungen deutlich abgenommen hat.
</p>
<p>
<b>Zentrales Einstiegportal in die Debattenwelt</b><br />
Um die zunächst unkoordinierten Einzelinitiativen der Ministerien und nachgeordneter Behörden zu bündeln, wurde bereits im Februar 2003 das Internetportal „Consulting with Canadians“ eingerichtet. Als zentrale und möglichst gut sichtbare Einstiegsstelle für interessierte Bürger stellt Consulting with Canadians Listen – nach Themen und Ressorts gegliedert – zu aktuellen und abgeschlossenen Konsultationsprozessen bereit. Inzwischen sind sämtliche Regierungsstellen verpflichtet, ihre Konsultationen – online wie offline – u.a. über Consulting Canadians zu veröffentlichen. Das Portal wird von einem Querschnittsministerium (Service Canada) betrieben, das ressortübergreifende Dienste zur Verfügung stellt und die Ministerien bei Bedarf in Sachen Online-Konsultationen unterstützt.
</p>
<p>
<b>Vorbild für Deutschland?</b><br />
Bei der Bewertung der – aus deutscher Warte – sicherlich beeindruckenden Praxis der kanadischen Bundesregierung, die Möglichkeiten des Internets zur Policy-Entwicklung zu nutzen, sollte der spezifische Kontext der Konsultationen nicht ausgeblendet werden. Zweierlei ist besonders bedeutsam:
</p>
<p>
Zum einen spielt der hohe informationstechnische Entwicklungsstand des Landes eine Rolle. Traditionell haben Informations- und Kommunikationstechnologien einen ausgesprochen hohen Stellenwert in Kanada, das flächenmäßig das zweitgrößte Land der Welt ist (aber lediglich 3.2<br />
Einwohner/Km2 hat) und bei neuen Kommunikationsmedien stets zur internationalen Spitzengruppe zählt. Das tiefe Bewusstsein über die herausragende Bedeutung von Kommunikationssystemen für den Zusammenhalt des regional und kulturell vielfältigen Landes spiegelt sich auch in der Medienpolitik wider.
</p>
<p>
Zum anderen, und dies ist sicherlich noch bedeutender, spielen öffentliche Konsultationsprozesse sowie andere Partizipationsverfahren bei der Politikentwicklung seit Jahrzehnten eine sehr große<br />
Rolle in Kanada. Diese eher „input-orientierte“ politische Kultur ist Ausdruck der vergleichsweise „schwachen“ politischen Parteien und der hohen politischen Integrationserfordernisse einer ethnisch-kulturell, sprachlich und regional mehrfach fragmentierten kanadischen Gesellschaft.
</p>
<p>
In der Bundesrepublik Deutschland könnte – trotz der offenkundigen Unterschiede zu Kanada – eine aktivere Öffnung der Policy-Formulierungsroutinen auf Regierungs- bzw. Ministeriumsebene in Zukunft eine wichtige Ergänzung zu etablierten Beteiligungskanälen darstellen. Angesichts der auch hierzulande schwindenden Kraft der Parteien und anderer gesellschaftlicher Großorganisationen,<br />
inhaltliche Beiträge zu entwickeln und öffentlich zu diskutieren, könnten Konsultationsprozesse – darunter auch online-basierte Verfahren – die Qualität und Legitimation politischer Entscheidungen verbessern. Es dürfte sich jedenfalls lohnen, die kanadischen Erfahrungen mit öffentlichen Konsultationen im Allgemeinen und ihrer internetbasierten Form im Besonderen näher zu betrachten.
</p>
<p>
<br />
<i><b><br />
Hinweis</b><br />
Die Recherchen und Experteninterviews, die die Grundlage für diesen Beitrag bilden, wurden im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes des Autors in Ottawa (Mai 2007) durchgeführt.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gut beraten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><span class="fett">       Rezension der Neuerscheinung &#8222;Politikberatung in Deutschland.        Praxis und Perspektiven&#8220; erschienen im November 2004 beim        VS Verlag für Sozialwissenschaften. Mit besonderer Berücksichtigung        des Beitrags &#8222;E-Campaigning &#8211; Die neue Wunderwaffe der        politischen Kommunikation?&#8220; von Juri Maier.</span>       <p>Im Internet wird viel geschrieben. Über das Internet wird        hingegen - gemessen am praktischen Einfluss &#8211; entschieden        zu wenig geschrieben. Da ist es lobenswert, wenn sich eine wissenschaftliche        Veröffentlichung auch mit dem den Aspekten des Internets beschäftigt.        Konkret vermittelt Juri Maier seine Einschätzung von der Bedeutung        des Internets für die politische Kommunikation. Dies tut er        anhand des inzwischen allgemein verbreiteten E-Campaignings (= Durchführung        oder Begleitung politischer Kampagnen mit den besonderen Möglichkeiten        des Internets). </p>      <p>Sein Artikel findet sich in dem sehr beachtenswerten Sammelband        &#8222;Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven&#8220;        herausgegeben von fünf jungen Politik- bzw. Kommunikationswissenschaftlern.       </p>      <p class="fett">E-Campaigning &#8211; Erreichbarkeit und Interaktion als Vorteil]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"> Rezension der Neuerscheinung „Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven“ erschienen im November 2004 beim VS Verlag für Sozialwissenschaften. Mit besonderer Berücksichtigung des Beitrags „E-Campaigning – Die neue Wunderwaffe der politischen Kommunikation?“ von Juri Maier.</span><br />
Im Internet wird viel geschrieben. Über das Internet wird hingegen &#8211; gemessen am praktischen Einfluss – entschieden zu wenig geschrieben. Da ist es lobenswert, wenn sich eine wissenschaftliche Veröffentlichung auch mit dem den Aspekten des Internets beschäftigt. Konkret vermittelt Juri Maier seine Einschätzung von der Bedeutung des Internets für die politische Kommunikation. Dies tut er anhand des inzwischen allgemein verbreiteten E-Campaignings (= Durchführung oder Begleitung politischer Kampagnen mit den besonderen Möglichkeiten des Internets).<br />
Sein Artikel findet sich in dem sehr beachtenswerten Sammelband „Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perspektiven“ herausgegeben von fünf jungen Politik- bzw. Kommunikationswissenschaftlern.</p>
<p class="fett">E-Campaigning – Erreichbarkeit und Interaktion als Vorteil<!--break--></p>
<p>Der seit beinahe einem Jahrzehnt durch Ausbildung und Beruf mit dem Internet verbandelte Autor, ist derzeit Geschäftsführer bei wegewerk Medienlabor GmbH. Meines Wissens nach soweit einmalig, trägt er zusammen, was sich an Geschichte und unterschiedlichen Aspekten des E-Campaigning findet. Sicherlich zutreffend ist seine Aussage, dass heute keine auf die Öffentlichkeit gerichtete Kampagne mehr ohne Internetbegleitung auskommt. Des Weiteren untersucht er, welche Bedeutung eine gut konzipierte Internetkampagne für politische Kommunikation heute hat und wie diese zu gestalten ist, um Erfolg zu haben. Der Autor betont, dass der Schlüssel zur Effektivität die professionelle Gestaltung wie Betreuung ist, um den großen Vorteil des Internets &#8211; als interaktives Medium &#8211; voll nutzen zu können.<br />
Bei der Gelegenheit vergisst Juri Becker auch nicht die regelmäßigen Live-Chats von www.politik-digital.de als Kommunikationsinstrument zu erwähnen. Diese könnten, so der Autor, für die Interviewten ihrerseits interaktiver Bestandteil einer umfassenden Onlinekampagne sein und stehen somit repräsentativ für die Vorteile des Internets über einseitige Kommunikationsmittel wie Fernsehen, Radio und Print.<br />
Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass E-Campaigning (noch) keine Wunderwaffe ist. Ohne Massenmedien wie Print und Fernsehen in der Flanke lässt sich seiner Einschätzung nach noch keine ausreichend große Anzahl von Rezipienten erreichen. Beispielhaft führt er den erfolgreichen Online-Nominierungswahlkampf des letztlich dennoch gescheiterten demokratischen Nominierungskandidaten Howard Dean an.<br />
Erfolgreicher &#8211; da rentabel &#8211; gestaltet sich eine Internetkampagne hingegen heute schon für NGOs, die sachbezogen ohne großen Aufwand in kurzer Zeit viele Menschen erreichen können.<br />
Mit einem leichten Schwerpunkt bei der Wahlkampfkampagne deckt Juri Becker somit letztlich alle wesentlichen Einsatzbereiche des E-Campaigning ab. Insgesamt liest sich sein Artikel als verständliche und fundierte Zusammenfassung zum Zukunftsthema E-Campaigning.</p>
<p class="fett">Zum Sammelband</p>
<p>Wenn auch unser genuines Interesse insbesondere den Internetaspekten der politischen Kommunikation gilt, so verdient der besprochene Sammelband dennoch einige allgemeine Anmerkungen.<br />
„Politikberatung in Deutschland. Praxis und Perpektiven“ ist die erste konzeptionell umfassende Publikation zu diesem Thema. Dies allein ist schon beachtenswert. So ist der in praktischer Hinsicht enorm einflussreiche und ethisch gleichermaßen brisante Sektor der professionellen Politikberatung wissenschaftlich bisher kaum aufbereitet worden. Es ist daher den Herausgebern zu danken, dass sie dann auch konzeptionell das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten lassen. Von den hochrangigen Nutzern der Politikberatung (u.a. Angela Merkel, Ute Vogt) über einflussreiche Politikberater und professionelle Lobbyisten (u.a. Marco Althaus, Wolf-Dieter Zumpfort) bis hin zur wissenschaftlichen Perspektive (u.a. Rudolf Speth, Wilfried Rudloff) kommen alle beteiligten Seiten angemessen zu Wort. Dies liest sich mitnichten so trocken, wie man es bei dem Thema vielleicht befürchtet hatte. Trotz umfassender Sachinformation ist die Lektüre unterhaltsam.<br />
Wer auf dem Gebiet der politischen Kommunikation und der Politikberatung mitreden will, ist daher seinerseits gut beraten, sich den Sammelband einmal vorzunehmen.<br />
&nbsp;<br />
<span style="font-size: x-small;"><span class="fett"><br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kanzlermacher 2006</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wahlkampf-kongress_artikel1-shtml-2762/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Inszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Werbung]]></category>
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		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.<!--break--></p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Der Tagungsband zum ersten studentischen Kongress für politische Kommunikation in Deutschland ist erschienen. Ein lohnender Rückblick auf kommende Trends für die Kanzlermacher von morgen.</strong>
                            </p>
<p>Der Wahlkrimi zur vergangenen Bundestagswahl ist so manchem noch gut im Gedächtnis. Denkbar knapp hat Rot-Grün eine zweite Chance bekommen. Zeit zum Feiern blieb nicht, denn nach der Wahl ist vor der Wahl. 2004 ist das Superwahljahr: Tausende von Parteimitgliedern und Kampagnenhelfern stehen schon wieder in den Startlöchern. Die Europawahl sowie mehrere Landtags- und Kommunalwahlen stehen in diesem Jahr an. Pünktlich zum Superwahljahr 2004 geben Jenaer Studierende nun das Buch<br />
                            <a href="http://www.kanzlermacher.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Trends der politischen Kommunikation“</a> heraus. Im Tagungsband können Kampagnenmacher nachlesen, wie Politik interessant vermittelt wird und wie man sich gegen Politikverdrossenheit wehrt. Nicht zuletzt werden schon jetzt die Kanzlermacher zur Bundestagswahl 2006 gesucht. Sie sollen maßgeblich dazu beitragen, wer in zwei Jahren das Rennen macht.</p>
<p>
                            <strong>Ein Rückblick<br />
                            <br /></strong>Mit dem „Forum. Medien. Politik.“ fand im Frühjahr 2003 in Jena der erste studentische Kongress für politische Kommunikation in Deutschland statt. Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien debattierten mit Studenten über Trends für die Kanzlermacher 2006.</p>
<p>Das Bild der Politik &#8211; und wie es medial vermittelt wird &#8211; hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Der Terminus „politische Kommunikation“ ist in Deutschland kein Fremdwort. Politische Talkshows, TV-Duelle, Negative Campaigning, Online-Wahlkampf, Personalisierung, Inszenierung, symbolische Politik und Infotainment prägen unser politisches Alltagsverständnis. Politikerinnen und Politiker bedienen sich in immer professionellerer Formen der politischen Kommunikation. Die freie Wirtschaft und eigens entstandene Wirtschaftszweige verkaufen dazu die passenden Strategien und Kampagnen. Diese wiederum werden von Wissenschaftlern analysiert und von den Medien thematisiert. Das<br />
                            <a href="http://www.kanzlermacher.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Forum. Medien. Politik.“</a> bot einen Rahmen zu spannenden und strittigen Diskussionen. Von dem Kongress ging aber auch der Aufruf zur Weiterentwicklung der politischen Kommunikation in Deutschland aus.</p>
<p>„Die Notwendigkeit, dass die Parteien ihre Kommunikation weiter professionalisieren müssen, steht außer Frage“, sagte Matthias Machnig in Jena. „Ich gehe davon aus, dass sich die Tendenz von 2002 zur Bundestagswahl 2006 fortsetzen wird.“ Machnig war von 1999 bis Ende 2002 Bundesgeschäftsführer der SPD und verantwortlich für die Wahlkampfzentrale Kampa in den Bundestagswahlkämpfen 1998 und 2002. Er weiß sehr genau, wie man Wahlen gewinnt und wie man Politik und Politiker verkaufen kann. Mit dem Aufbau der Wahlkampfzentrale Kampa wurde dies eindrucksvoll gezeigt.</p>
<p>„1998 war auch der Anfang der Professionalisierung von Politik in Deutschland“, so Axel Wallrabenstein, PR-Berater der Agentur<br />
                            <a href="http://www.publicis.de" target="_top" rel="noopener noreferrer">Publicis Public Relations GmbH</a>. Deutschland habe dies lange Zeit verschlafen. „Jetzt sind wir auf dem Wege und können viel von Amerika lernen.“ Wallrabenstein hält langfristige Planungen und die politische „Großwetterlage“ für die entscheidenden Faktoren. „Nur wer aus Stimmungen Stimmen macht und dies kommunizieren kann, der gewinnt.“ Für Machnig, der jetzt in der Geschäftsleitung der internationalen Management- und Technologieberatung<br />
                            <a href="http://www.boozallen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Booz Allan Hamilton</a> arbeitet, steht dagegen „Zukunfts- und Führungskompetenz zu signalisieren“ im Vordergrund. Doch was müssen die Kanzlermacher seiner Meinung nach noch zur Bundestagswahl 2006 beachten?</p>
<p>
                              <strong>Kanzlermacher 2006 gesucht: Elektronische Medien gewinnen an Bedeutung und weitere Trends für politische Kommunikation</strong>
                            </p>
<ul>
<li>Parteien haben klägliche finanzielle Mittel.
</li>
<li>Parteibindungen sind weiter rückläufig, die beiden Volksparteien haben etwa zehn bis zwölf Prozent Stammwähler, es wird immer mehr Last-Minute-Wähler geben.
</li>
<li>Personen und Bilder werden wichtiger, weil den Parteien in einer differenzierten Mediengesellschaft nichts als Personalisierung ihrer Spitzenkandidaten übrig bleibt.
</li>
<li>Klassische Werbung und professionalisierte politische Kommunikation werden bedeutender.
</li>
<li>Die Mediengesellschaft wird weiter eine wichtige Bedeutung haben. Die elektronischen Medien gewinnen in Zukunft an Bedeutung.
</li>
<li>Eine enorme Beschleunigung an Informationen und ein Überangebot an Medien wird es zunehmend schwieriger für die Politik machen, ihre Themen zu steuern.
</li>
<li>Meinungsforschung wird intensiviert.</li>
</ul>
<p>Wie auch immer es mit der politischen Kommunikation weitergeht, oder welche Ergebnisse aus den<br />
                            <a href="http://www.forummedienpolitik.de/aktuell.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Workshops in Jena</a> sich bewahrheiten, für Machnig stand fest: Die Parteien müssen sich weiter professionalisieren und gesteuerte Medienkampagnen organisieren. Und die politischen Kommunikationsstrategen müssen nachdenken, wie sie politische Symbole entwickeln beziehungsweise weiterentwickeln können. „Ich freue mich jedenfalls auf den Bundestagswahlkampf 2006, weil ich ihn nicht machen muss. Sondern mir einfach anschauen kann.“</p>
<p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kongress Politik als Marke</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampfkongress_artikel3-shtml-2789/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Spin-Doctor]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Werbung]]></category>
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					<description><![CDATA[                              Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.<!--break--></p>
<p><strong></p>
<p>Berliner Studierende veranstalten den Kongress „Politik als Marke – Politik zwischen Kommunikation und Inszenierung“ am 26. April 2004. Teilnehmen werden u.a. Sandra Maischberger, Matthias Machnig und Michael Spreng.</strong></p>
<p>Die Trias von Politik, Medien und Gesellschaft ist in Bewegung: sozialer und gesellschaftlicher Wandel, der Wandel der Beziehungen von Wählern zu Politik und Parteien und der Wandel der Medienlandschaft bedingen sich gegenseitig.</p>
<p>In Zeiten einer immer stärker medienvermittelten politischen Kommunikation gilt es, auf wachsende Herausforderungen zu reagieren: Die Bedeutung des Leitmediums Fernsehen und die Entwicklung neuer Medien stellen die Politikvermittlung vor neue Aufgaben. Immer komplexere Inhalte werden als immer einfachere Botschaften kommuniziert. Die mitgeteilte Information bezieht sich nicht mehr auf den Gebrauchswert des Produkts Politik, sondern zumeist auf das Image einer Marke. Jede politische Entscheidung ist zugleich vermittelte Politik. Sie entfaltet oder verfehlt kommunikative Wirkungen.</p>
<p>Zeitgemäße Werbestrategien setzen auf die Entwicklung von Markenbewusstsein. Sie kommunizieren statt eines konkreten politischen Produkts eine Marke und damit eine ganze Produktwelt, die mit dem sorgsam entworfenen Image übereinstimmt. Hierdurch ergibt sich ein verändertes Bild von Politik in der Gesellschaft &#8211; im Schatten der Diskussionen um Personalisierung, Mediatisierung, Visualisierung und Infotainment fürchten Kritiker einen Substanzverlust. Sie sehen die Glaubwürdigkeit von Politik auf dem Spiel. Ist Politik nur noch Kommunikation?</p>
<p>Diese Entwicklungen waren für Berliner Studierende der Politikwissenschaft Anlass, den ersten studentisch organisierten Kongress zur politischen Kommunikation in Berlin zu veranstalten. Die Organisatoren, allesamt Mitglieder der studentischen Agentur „Politikfabrik“, möchten mit<br />
<a href="http://www.politik-als-marke.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Politik als Marke“</a> eine Plattform für inhaltliche Diskussionen und zum Austausch zwischen Politik, Medien und Wirtschaft untereinander sowie mit dem akademischen Nachwuchs bieten.</p>
<p>Im Rahmen des Kongresses werden die Themen „politische Kommunikation“ und „Glaubwürdigkeit in der Politik“ aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Mit welchem Selbstverständnis kann sich ein Journalist der auf Agenda-Setting angelegten Medienarbeit politischer Parteien entziehen und investigativen Journalismus betreiben? Welchen Beitrag können politische Werbung und politische PR leisten, um der wachsenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken – oder sind sie gar mitverantwortlich für dieses Phänomen? Politik zwischen Kommunikation oder Inszenierung – die Vermittlung von politischen Inhalten oder das Verkaufen von Illusionen – wohin bewegt sich die politische Kommunikation?</p>
<p>Die politischen Akteure jagen immer mehr der tagespolitischen Aktualität hinterher und versuchen sich selbst zu vermarkten. Oder werden Sie dazu getrieben? Wer also ist Jäger und wer Gejagter in diesem Spiel? Bleibt vor lauter Vermarktung genügend Kraft für die Gestaltung politischer Inhalte? Und wo bleibt da die persönliche Authentizität?</p>
<p>Unter der Schirmherrschaft der TV-Journalistin Sandra Maischberger werden zahlreiche Experten aus Politik, Journalismus, politischer Werbung und politischer PR diskutieren.</p>
<p>Hauptvorträge haben u. a. Rupert Ahrens (Geschäftsführer Ahrens&amp;Bimboese), Prof. Dr. Günter Bentele (Universität Leipzig) und Wolfram Weimer (Chefredakteur von „Cicero“) zugesagt.</p>
<p>Auf dem Nachmittags-Podium „Politik als Marke“ werden vier „Wahlkampf-Macher“ aus dem Bundestagswahlkampf 2002 diskutieren: Dr. Fritz Goergen, der Erfinder des „Projekt 18“ der FDP, Bernd Heusinger, Geschäftsführer der Agentur Zum goldenen Hirschen, die für den Grünen-Wahlkampf verantwortlich zeichnete, Matthias Machnig, KAMPA-Chef in den Jahren 1998 und 2002 sowie Michael Spreng, Leiter des Stoiber-Teams 2002.</p>
<p>Am Abend wird es persönlich: im Rahmen der Podiumsdiskussion zum Thema „Mensch als Marke“ erwarten die Organisatoren die Berliner Marke Eberhard Diepgen, die alternative Marke Hans-Christian Ströbele und Silvana Koch-Mehrin, eine Marke im Aufbau. Ergänzt wird die Runde durch Axel Wallrabenstein, also die Sicht eines „Markenmachers“ sowie Giovanni di Lorenzo und Claus Strunz, die aus Sicht der Medien argumentieren werden.</p>
<p>Der Kongress findet am 26. April 2004 im dbb forum berlin statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter<br />
<a href="http://www.politik-als-marke.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.politik-als-marke.de</a> &#8211; Teilnahmebeitrag 30.- Euro (Studierende ermäßigt 15.- Euro). politik-digital.de ist Medienpartner des Kongresses.</p>
<p>Der Autor Marvin Geilich ist Kongressleiter von politik-als-marke.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wahlkampf ist ihr Business</title>
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		<dc:creator><![CDATA[malthaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Spin Doctor]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Für die einen sind sie die Hexenmeister des
elektronischen Medienzeitalters, für die anderen die
Zuhälter des politischen Strichs. Für die einen sind sie wie
Jockeys im Pferderennen, für die anderen politische
Kopfgeldjäger und Söldner. Sie selbst sehen sich schlicht
als smarte Geschäftsleute, die ihr Handwerk gelernt
haben: die Wahlkampfberater in den USA.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Für die einen sind sie die Hexenmeister des<br />
elektronischen Medienzeitalters, für die anderen die<br />
Zuhälter des politischen Strichs. Für die einen sind sie wie<br />
Jockeys im Pferderennen, für die anderen politische<br />
Kopfgeldjäger und Söldner. Sie selbst sehen sich schlicht<br />
als smarte Geschäftsleute, die ihr Handwerk gelernt<br />
haben: die Wahlkampfberater in den USA.</b></span><!--break--></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/altcover.gif" alt="Dr. M. Althaus: Wahlkampf als Beruf" heigth="190" aling="left" width="135" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Verlag Peter Lang</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit den Parteitagen der Demokraten und Republikaner läuft die Wahlkampfmaschine auf Hochtouren.<br />
Sie in Schwung zu halten, ist längst keine Sache von Amateuren mehr. Es geht um ein Millionengeschäft, und<br />
Tausende von Polit-Profis beziehen ihr Einkommen dabei ausschließlich aus Wahlkampf-Aufträgen.<br />
Das Etikett <i>spin doctor</i> ist zwar griffig, verniedlicht aber den Markt und seine Teilnehmer. Um die<br />
sieben Milliarden Dollar, so schätzt das Washingtoner Fachblatt <a href="http://www.campaignline.com/">Campaigns &amp;<br />
Elections</a>, geben amerikanische Kandidaten in einem Wahlzyklus von vier Jahren aus. Gewählt wird genug:<br />
Mehr als 500.000 Ämter sind zu vergeben. Neben Präsident und Vize sind es in Washington 535 Sitze im<br />
Repräsentantenhaus und Senat, mehr als 13.000 Ämter in den 50 Einzelstaaten, dazu kommen 130.000 in den<br />
Landkreisen und 381.000 in Gemeinden. Vom Bürgermeister über den Polizeichef zum Mitglied der<br />
Schulaufsichtsbehörde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vor fünf Jahren war es noch ungewöhnlich, wenn ein umkämpftes Mandat im US-Repräsentantenhaus die<br />
Kandidaten mehr als eine Million Dollar kostete. Inzwischen liegen die Kampfetats bei schon rund 100 der<br />
435 Sitze in dieser Höhe. Im 100-köpfigen Senat sind die Budgets auf einen Durchschnitt von fünf bis fünfzehn<br />
Millionen hochgeschnellt. Und schon die Vorwahlen zur Nominierung der eigenen Partei können richtig teuer<br />
werden. Dieses Jahr wird die Wahlschlacht um Weißes Haus und Kongress insgesamt drei Milliarden Dollar<br />
kosten, schätzt die <i>Washington Post</i>, doppelt so viel wie 1996.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>1 Kandidat + 1 Firma = viele Wähler</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Gegensatz zu europäischen Wahlen kann sich keiner der Kandidaten auf effizient arbeitende Parteimaschinen<br />
verlassen. Die Wahlkampforganisation muss für jeden Urnengang neu aus dem Boden gestampft werden, als eine<br />
Firma nur für einen Kandidaten. Selbstständige Unternehmer, die <i>political consultants</i>, übernehmen die befristete<br />
Aufgabe gegen Honorar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den Kampagnen liegen umfangreiche Studien und Umfragen zugrunde. Demoskopen und Strategen analysieren<br />
Wahlkreise, testen Themen, Argumente, Werbemittel. Suchen die Zielgruppen. Daraus wird der Wahlkampfplan<br />
geformt. Ziel ist die bestmögliche Verwendung von Zeit, Talent, Organisation und Geld. In einem Land ohne<br />
nennenswerte öffentliche Wahlkampfzuschüsse (aber scharfen Obergrenzen und engen Regeln für Großspenden)<br />
sind Millionen von Kleinspenden zu sammeln. Die Werbeprofis entfesseln mit diesen Dollars und ausgetüftelten<br />
Strategien Multimedia-Materialschlachten um die öffentliche Meinung: mit Spots in TV und Radio, Anzeigen und<br />
Großplakaten, Verstopfen der Briefkästen mit zielgruppengerechter Werbepost, Telefonmarketing,<br />
Internet-Websites und inszenierten Pseudo-Ereignissen vor Ort. Auch der Nominierungskonvent der Partei wird<br />
ihrer Regie unterworfen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So hat sich eine neue Profession herausgebildet. Der aus Schwarzweißfilmen bekannte zigarrenpaffende<br />
Parteiboss im schummrigen Hinterzimmer hat abgedankt. Dort summen heute Computer und tragbare<br />
Satellitenschüsseln, und mit der komplexen Technik und den großen Budgets sind modernes Management und<br />
Spezialistentum eingezogen. Die Profitruppe hinter den Kandidaten rekrutiert sich aus einer festen Berufsgruppe,<br />
einer <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/profile.shtml">Elite von Kampagnemachern</a>. Sie haben eigene Regeln, eigene Ausbildung, eigene Interessen.<br />
Sie sind Geschäftsleute. Ihr Professionalismus ist nicht mehr in der Partei zu Hause, auch wenn sich die meisten<br />
Berater ihrer Partei gegenüber loyal verhalten und selten die Seiten wechseln.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Berater arbeiten auf Vertragsbasis meist für mehrere Kandidaten und Organisationen in mehreren Staaten<br />
gleichzeitig, nur in Präsidentschaftskampagnen exklusiv für ein Team. Sie sind größtenteils Spezialisten. Ein<br />
Kandidat muss sich also erst ein Team von Beratern zusammenstellen. Drei bis fünf Wahlkampffirmen unter<br />
Vertrag zu haben ist dabei keine Besonderheit mehr, die sich nur Spitzenpolitiker leisten können. Im Gegenteil:<br />
Wer sich in die Bundespolitik wagt, für staatsweite Wahlämter kandidiert oder als Bürgermeister einer Großstadt,<br />
besitzt in den Augen von politischen Eliten, Journalisten und Geldgebern nur dann politische Glaubwürdigkeit,<br />
wenn bekannte Beraterfirmen mit an Bord sind. Auch von der eigenen Partei kann der Kandidat sonst in der<br />
Regel keine ernsthafte Unterstützung erwarten. Und: Je mehr Berater, desto besser. Das heißt nämlich auch:<br />
Es gibt genug Geld, um die Berater zu bezahlen. Schon im Vorfeld einer Wahl entscheiden die Berater so mit,<br />
wer eine Chance hat und wer nicht. So ist es kein Wunder, dass die Berater immer mehr selbst ins Rampenlicht<br />
geraten. Und manche Politikwissenschaftler raunten sogar, die USA hätten schon eine <i>consultant democracy</i>.<br />
Inzwischen ist die anfängliche Feindseligkeit von Parteifunktionären und freien Beratern enger Kooperation<br />
gewichen. Oft lassen sich die Berater von den Parteien bezahlen, um Dachkampagnen für ganze Regionen zu<br />
entwerfen und umzusetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Branche ist ein unübersichtlicher Tummelplatz von grob geschätzt 7000 Leuten im politischen<br />
Beratungsgeschäft, davon 1500 in von ihnen selbst geführten Firmen. Die Spitze des Eisbergs sind kaum<br />
40 Firmen mit rund 100 der bekanntesten Berater, denen die meisten Spitzenpolitiker ihre Wahl anvertrauen.<br />
Sie haben große, repräsentative Büros in Washington, New York und Kalifornien. Sie treten selbstsicher auf dem<br />
politischenParkett auf, haben Einfluss im Parteiapparat, sind wichtige Ansprechpartner der Journalisten und<br />
gelten als Königsmacher. Und sie werden reich dabei. Der im Frühjahr verstorbene legendäre Medienguru der<br />
Demokraten, Bob Squier, war zu seinen Bestzeiten bei einem Drittel des US-Senats unter Vertrag.<br />
Andererseits gibt es eine Vielzahl lokal und regional verankerter Kleinfirmen, die sich auch um den Stadtrat und<br />
die Wiederwahl des örtlichen Friedensrichters kümmern. Einige Berater sind Generalisten, die alles aus einer<br />
Hand anbieten; die meisten spezialisieren sich &#8211; schon aus technischen Gründen &#8211; auf Werbung, Demoskopie,<br />
Spendensammlung, Direkt- und Telemarketing oder noch kleinere Gebiete, zum Beispiel <i>opposition research</i>:<br />
Das Ausspionieren des Gegners ist für diese Polit-Detektive, die sich durch Datenbanken und öffentlich<br />
zugängliche Aktenschränke wühlen, Geschäftsgrundlage.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Computerzeitalter hat das <i>political consulting</i> stark verändert. Das begann mit der Computerisierung<br />
der Fernsehproduktion und den computergestützten Telefon-Blitzumfragen und setzt sich in der <i>e-campaign</i><br />
im Internet fort, auf die sich ganz neue Firmen wie etwa <a href="http://www.netcapitol.com/">Net.Capitol</a> spezialisieren.<br />
Zu den Zulieferbetrieben der Beratungsprofession gehören aber im Computerzeitalter auch Softwarefirmen, die<br />
sich auf <i>Power Tools for Politicians</i> spezialisieren, wobei die &quot;Werkzeuge&quot; der Verwaltung von<br />
Wähleradressen und Spenderlistenverwaltung sowie der Datenübermittlung an die Bundeswahlbehörde dienen.<br />
Angebote dieser Art machen etwa <a href="http://www.aristotle.org/">Aristotle</a> und<br />
<a href="http://www.electinc.com/">Elect Campaign Management Software</a>,<br />
<a href="http://www.votenet.com/">VoteNet</a> und <a href="http://www.geovoter.com/">GeoVoter</a>,<br />
die Republikanern das präzise Erfassen von demographischer Wählergruppen an ihren Wohnorten ermöglicht.<br />
Oder die <a href="http://www.cmagtracks.com/">Campaign Media Analysis Group</a>, die die Wirkung und<br />
Reichwerte politischer Werbung und PR verifiziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Auf dem Weg zum akademischen Berufsstand</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Seit 1969 gibt es die überparteiliche Berufsorganisation <a href="http://www.theaapc.org/">American Association<br />
of Political Consultants</a> (AAPC). Der Verband bietet seinen Mitgliedern nicht nur erhebliche Vergünstigungen und<br />
Rabatte, er verleiht sogar eigene Preise, die Oscar-ähnlichen <i>Pollies</i> für die Besten und Kreativsten der<br />
Branche. Da gibt es den <i>Campaign Manager of the Year</i> und sogar eine <i>Hall of Fame</i>. Die AAPC<br />
mit gut 600 Mitgliedern bemüht sich auch um professionelle Verhaltensstandards durch einen Ehrenkodex für<br />
Wahlkampf und Umgang mit den Klienten und unterstützt die Entwicklung von Ausbildungsstandards.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Waren Berater früher eher verkrachte Parteisoldaten und Künstlertypen, überwiegt heute der Typ des<br />
akademisch hochqualifizierten Karrieristen. Inzwischen wagen viele junge Leute den Direkteinstieg als Berater,<br />
nachdem sie einen der neuen praxisnahen Studiengänge für politische Kommunikation und Management<br />
absolviert haben. Die renommierteste Juniorberaterschmiede ist die 1988 gegründete<br />
<a href="http://www.gwu.edu/%7Egspm">Graduate School of Political Management</a> an der George Washington<br />
University in Washington. Ähnliche Programme, die zum Beispiel zum <i>Master of Applied Politics</i> oder<br />
<i>Master of Arts in Campaign Management</i> führen, gibt es an der <a href="http://www.uakron.edu/polisci/bliss.html">University of Akron</a>/Ohio,<br />
der <a href="http://www.regent.edu/acad/schgov">Regent University</a>/Virginia Beach, der<br />
<a href="http://grove.ufl.edu/%7Ecampprog/index.html">University of Florida</a>, in Boston an der<br />
<a href="http://www.suffolk.edu/programs/government/MSPS.html">Suffolk University</a> und dem<br />
<a href="http://www.emerson.edu/gradapp/programs/policom.html">Emerson College</a>. Kommerzielle<br />
Seminaranbieter sorgen neben den Parteischulen für Weiterbildung und Kontaktbörsen, teilweise mit<br />
Hochschul-Kurzprogrammen wie dem <a href="http://www.american.edu/%7Eccps">Campaign Management Institute<br />
at American University</a>. Eigene Fachmagazine, Infodienste und dicke jährliche Branchenkataloge versorgen<br />
die Profis mit Klatsch und aktuellem Insiderwissen über Personal, Pläne und Personal von Freund und Feind.<br />
Und nach der Wahl werden die Ranglisten der Gewinnquoten verglichen: Denn jede Beraterfirma wird an Zahl und<br />
Prestige ihrer Siege und Niederlagen gemessen.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Buchtipp:<br />
Marco Althaus. Wahlkampf als Beruf: Die Professionalisierung der Political Consultants in den USA.<br />
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main (1998, 350 Seiten).</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Eisernes Dreieck&#034; vs. &#034;Attack Dog&#034; Die Berater-Teams von Bush und Gore</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eisernes_dreieck_vs_attack_dog_die_berater_teams_von_bush_und_gore-823/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/eisernes_dreieck_vs_attack_dog_die_berater_teams_von_bush_und_gore-823/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[malthaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Al Gore]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Die sich immer weiter ausdifferenzierende Beraterbranche hat in den USA längst schon spezielle Jobprofile
hervorgebracht. Anhand der aktuellen Besetzung der Teams um George W. Bush und Al Gore erläutert
Marco Althaus die Besonderheiten dieser beraterischen Arbeitsteilung.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Die sich immer weiter ausdifferenzierende Beraterbranche hat in den USA längst schon spezielle Jobprofile<br />
hervorgebracht. Anhand der aktuellen Besetzung der Teams um George W. Bush und Al Gore erläutert<br />
Marco Althaus die Besonderheiten dieser beraterischen Arbeitsteilung.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Hauptquartier großer Wahlkampagnen führen hauptamtliche Manager das Kommando über eine Schar<br />
angestellter Assistenten, unbezahlter Helfer und zahlreichen externen Ratgebern aus Wissenschaft und<br />
Wirtschaft, darunter viele Lobbyisten und Anwälte. Manchmal wird ein Freund des Kandidaten an die Spitze<br />
gehoben, oft ein beurlaubter Mitarbeiter aus seinem Stab, falls er bereits ein öffentliches Amt besitzt. Der<br />
Manager dirigiert das Beraterteam; manchmal ist er allerdings selbst ein Veteran des politischen<br />
Beratungsgeschäfts. Beispiel: George W. Bush hat sein texanisches Beraterteam einer externen Mannschaft<br />
aus Washington vorgezogen. In Bushs &quot;Eisernem Dreieck&quot; sind Manager Joe Allbaugh, Chefstratege<br />
Karl Rove und Kommunikationsdirektorin Karen Hughes gleichberechtigt. Allbaugh ist ein Unternehmer,<br />
Hughes eine TV-Journalistin und Parteimanagerin, nur Rove ein Ex-Berater. Für Bush verkaufte Rove seine<br />
überregionale Beratungsfirma Rove &amp; Company nebst lukrativer Adressenlisten, die er an politische<br />
Spendensammler und Direktmarketingfirmen vermietet hatte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Media Consultants: Die Werbestrategen</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bis zu sieben von zehn Wahlkampfdollars investieren Kandidaten in elektronische Medien: Dutzende von Spots in<br />
Radio und Fernsehen lassen sie produzieren und senden, wobei die schnelle Reaktion auf die Attacke oder<br />
Behauptung der Gegenseite Routine ist. Ein laufender Dialog zwischen Kampagnen und Wähler entsteht.<br />
Spots sind nicht nur Beiwerk wie in Deutschland, sondern das Herz der Kampagnen. Und sie werden selten bis<br />
nie politisch unbeleckten Werbeagenturen überlassen. Der <i>media consultant</i> erzwingt die kommunikative<br />
Disziplin und formt das Image des Kandidaten, die Auswahl von Leitideen und Feindbild. Wie ein Maestro<br />
dirigiert und inszeniert er die öffentliche Seite der Kampagne. Er unterstützt den (angestellten) Pressesprecher,<br />
arbeitet als Redetrainer und Stilberater mit dem Politiker, der vor seiner Kamera steht. Das sichert ihm<br />
persönlichen Zugang. Lukrativ aber ist der Auftrag vor allem, weil ihm für die an TV-Stationen und andere Medien<br />
weitergereichten Summen ein bis sieben Prozent Kommission zusteht. Wer die Spots für eine<br />
Präsidentschaftskampagne mit 50 Millionen Dollar macht, hat vorerst ausgesorgt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Werbung für Al Gore produzieren die Washingtoner Berater Carter Eskew und Bob Shrum mit ihrer erst<br />
1999 gegründeten gemeinsamen Firma Century Media. Eskew gehörte zu Clintons Beraterteam 1992 und 1996.<br />
Aber er gilt auch als der Mann, der mit der PR-Agentur BSMG Worldwide für die Tabakkonzerne 1998 mit einer<br />
40-Millionen-Dollar-Kampagne die von Clinton geplante Gesetzesverschärfung durch den Kongress verhinderte.<br />
Shrum (Partner bei Shrum, Devine &amp; Donilon) gehört zum engen Zirkel der Imageberater und Redenschreiber um<br />
Clinton und den Kennedy-Clan. Er tritt selbst regelmäßig in Polit-Talkshows auf. Seine Negativ-Feldzüge in<br />
Staaten wie Texas, Maryland und Kalifornien verschafften ihm den Ruf eines <i>attack dog</i>; er half auch<br />
Premier Ehud Baraks Wahlkampfteam in Israel.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bush lässt sich von Mark McKinnon dirigieren und filmen. McKinnon ersetzte den Republikaner Don Sipple<br />
(Firma: Sipple Strategic Communications), als ein Magazin enthüllte, dass Sipple seine Ex-Frauen geschlagen<br />
hatte. Sipple wurde für Bush untragbar und lieferte ein Beispiel dafür, wie leicht die prominenten Berater selbst<br />
zum belastenden Wahlkampfthema werden können. McKinnon hat bis zum Seitenwechsel vor allem Demokraten<br />
in Texas in Szene gesetzt &#8211; zum Beispiel Bushs Ex-Rivalin im Gouverneursamt Ann Richards. McKinnons Firma<br />
<a href="http://www.publicstrategies.com/">Public Strategies &amp; Research</a> in Austin betreut auch Kunden wie<br />
den Telefonriesen Southwest Bell oder Mexikos Regierung. McKinnons scharfen Spots gegen Bushs Rivalen<br />
McCain sorgten neben einer hervorragenden Organisation, die Karl Rove koordinierte, für den Sieg im<br />
Vorwahlkampf. Neben dem Texaner McKinnon dreht der Washingtoner Polit-Filmemacher Stuart Stevens<br />
(Firma: <a href="http://www.stevens-schriefer.com/">Stevens &amp; Schriefer Group</a>) Spots für Bush.<br />
Stevens arbeitete in der Präsidentschaftskampagne von Bob Dole 1996. McKinnon und Stevens konzentrieren<br />
sich auf die Produktion, den komplizierten Einkauf der Werbezeiten verantwortet die Washingtoner<br />
Firma <a href="http://www.natmedia.com/">National Media Inc.</a> um den republikanischen Berater<br />
Alex Castellanos.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Pollsters: Auge und Ohr</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im strategischen Zentrum jeder Kampagne stehen repräsentative Meinungsumfragen. Sie ermöglichen<br />
Entscheidungen über Botschaft, Themenwahl und Budgets, taktische Manöver. Nicht nur Zahlen und eine<br />
Momentaufnahme der öffentlichen Meinung liefern die Demoskopen, die <i>pollsters</i>. Sie helfen,<br />
Wenn-dann-Modelle des Wahlverhaltens zu entschlüsseln, etwa: Für jeden zehnprozentigen Zuwachs an<br />
Wählern, die den Standpunkt unseres Gegners zur Rentenkürzung kennen, bekommt unser Klient fünf<br />
Prozentpunkte mehr in der Wahlpräferenz. Zum Ende einer Kampagne laufen die Blitzumfragen praktisch täglich.<br />
Zum qualitativen Arsenal gehören Gruppendiskussionen mit Moderatoren (<i>focus groups</i>),<br />
computergestützte Inhaltsanalysen von wörtlichen Äußerungen in Telefonumfragen oder auch Publikumstests,<br />
bei denen einer Zuschauergruppe elektronische Drehregler in die Hand gegeben wird, mit denen die<br />
Spannungspunkte eines TV-Spots oder einer Rede auf Video geprüft werden. Als Augen und Ohren, Denker und<br />
Analytiker sind die Demoskopen unersetzlich für jede Kampagne, die nicht im Blindflug gesteuert werden will.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gores Chefdemoskop ist Harrison Hickman (Firma: Hickman-Brown Research Inc.), ein national und international<br />
erfahrener Washingtoner Berater, der 1988 und 1992 die Präsidentschaftsanläufe des Demokraten Bob Kerrey<br />
betreute. Hickman kennt den Süden wie seine Westentasche und sorgte dafür, dass Gores Konkurrent<br />
Bill Bradley dort keinen Fuß auf den Boden bekam.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bush lässt sich die Zahlen von Frederick Steeper deuten. Seine Firma<br />
<a href="http://www.marketstrategies.com/1pp.htm">Market Strategies</a> in Southfield, Michigan, gehört zu<br />
den ganz alten, etablierten und größten Forschungsinstituten der Republikaner, die aber überwiegend<br />
kommerzielle Kunden betreut. Steepers Kollege ist Jan van Lohuizen von Voter Consumer Research im<br />
Washingtoner Vorort Bethesda, Maryland. Lohuizen steckte hinter der Kampagne zu einer Volksabstimmung<br />
1991, mit der Kommunalsteuern zur Finanzierung des Baseballstadions der Texas Rangers erhöht wurden.<br />
Bush war damals Manager und Miteigentümer der Rangers.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ein Saisongeschäft mit Ausbauchancen</b><br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für alle, große wie kleine Firmen, Generalisten und Spezialisten, ist Wahlkampfberatung ein Saisongeschäft:<br />
Große Honorare, viele Mitarbeiter im Wahljahr. Aber im <i>off year</i> schrammen viele am Konkurs vorbei. Zumal<br />
gescheiterte Kandidaten oft zahlungsunfähig sind. Doch wer einen Wahlkampf erfolgreich machen kann, ist<br />
auch in der Wirtschaft gefragt. Nicht etwa, um Seife zu verkaufen, sondern die Position von Lobbyisten und<br />
Unternehmen bei teuren Medienkampagnen um die häufigen Volksbegehren, vor allem im plebiszitfreundlichen<br />
Westen. In Kalifornien ist das Staatsparlament durch die vielen Referenda schon fast ausgeschaltet. Der<br />
Wähler macht die Gesetze. In 27 von 50 Staaten gibt es Instrumente der direkten Demokratie &#8211; eine Einladung<br />
für organisierte Interessen und gutbezahlte Kampagnenprofis.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kalifornien ist das Zukunftslabor der Branche, und dort liegt auch ihr Gründungmythos. Dort konnte in den<br />
Dreißiger Jahren erstmals eine PR-Agentur ausschließlich von Polit-Aufträgen leben, weil die Macht der damals<br />
korrupten Parteibosse und Zirkel über die Kandidatenaufstellung gebrochen wurde. Die Vorwahlen wurden<br />
überparteilich demokratisiert und geöffnet, die Wahlkampfzeit um Monate verlängert. Andere Staaten übernahmen<br />
das System. Der Siegeszug des Fernsehens in den Sechziger Jahren und die Reform der Wahlkampffinanzierung,<br />
die die Finanzverantwortung in den Schoß des einzelnen Kandidaten legte, sorgten für den Quantensprung in der<br />
Beraterbranche: Die Partei ist ersetzbar, sie kann den Wahlkampf ihrer Kandidaten nur noch unterstützen, aber<br />
nicht mehr selbstständig führen. Alles, was der Parteiapparat früher leistete, war nun auch privat möglich &#8211; und<br />
technisch oft perfekter. Allerdings auch teurer.<br />
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<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Buchtipp:<br />
Marco Althaus. Wahlkampf als Beruf: Die Professionalisierung der Political Consultants in den USA.<br />
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main (1998, 350 Seiten).</span></span></p>
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