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	<title>politische Kampagne &#8211; politik-digital</title>
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	<title>politische Kampagne &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Studie &#8220;Bloggen für die Bundestagswahl</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.<!--break--></p>
<p>
<b>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.</b>
</p>
<p>
<b>Internet-Plattformen unterstützen den Erfolg eines Weblogs</b>
</p>
<p>
Hervorstechend ist die Verteilung der Weblogger unter den Parteien. SPD und Grüne, dicht gefolgt von der FDP stellen die meisten Blogger im Wahlkampf 2005. Diese drei Parteien zusammen kommen auf einen Anteil von 81 Prozent gegenüber 10 Prozent bei PDS/WASG und 9 Prozent bei der CDU/CSU.</p>
<p>Knapp die Hälfte der Beiträge insgesamt stammt von der SPD. Die Studie führt dies auf zwei Faktoren zurück. Zum einen habe die SPD die am längsten bestehenden Weblogs, zum anderen biete das SPD-eigene Angebot „roteblogs.de“ eine Plattform, „die Mitglieder motiviert, eigene Blogs zu gründen und Unterstützung bei der Umsetzung bietet.</p>
<p>Die Bereitschaft der Leserschaft von Politiker-Weblogs sich auf einen Dialog mit dem Politikern mittels der weblog-typischen Kommentarfunktion einzulassen, werde durch die Platzierung des Weblogs im Netz beeinflusst. Je prominenter die Plattform, umso kommentarfreudiger die Leser. Die Weblogs von Andrea Nahles (SPD), Oswald Metzger (B90/Grüne) und Silvana Koch-Mehrin (FDP) – alle bei „Focus-Online“ beheimatet &#8211; erhielten die meisten Kommentare aller hundert<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Focus_Blogs_staerkstes_Feedback.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">untersuchten Weblogs</a>. Hierbei spielten, so die Vermutung der Studienmacher, die 1,5 Millionen Page-Visits der Hauptseite von Focus-Online mit eine Rolle.
</p>
<p>
<b>Politische Inhalte und Auseinandersetzung mit dem Gegner machen den größten Teil der Beiträge aus</b>
</p>
<p>
Was in der Wahlwerbung oft vermisst wird, findet in Weblogs vermehrt statt. Die inhaltliche politische Auseinandersetzung mit Themen und Gegnern.<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Sachpolitische_Themen_vorn.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sachpolitische Themen</a> dominieren die Agenda, dicht gefolgt von parteipolitischen Diskussionen. Dabei profilieren sich die bloggenden Politiker insbesondere im „Negative Campaigning“, um Programme und Personen anderer Parteien zu kritisieren.
</p>
<p>
Extrembeispiele solcher Kampagnen sind so genannte „Watchblogs“, die ausschließlich darauf fokussieren, „Äußerungen der politischen Gegner kritisch zu betrachten“. Als Beispiele hierfür werden die Weblogs „Stimmt-nicht-gruene.de&quot; und „Merkel-tv.de&quot; vorgestellt, die jedoch beide mittlerweile nicht mehr online sind.</p>
<p>Die Studie betont, dass der<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Blogger_ihre_Sache_ernst.JPG%09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stil der Darstellung</a> beim Großteil der Politikerweblogs ernst ist. Über ein Drittel der Beiträge sei argumentativ wertend. Unbegründete Wertungen fänden sich lediglich bei acht Prozent der Beiträge. Ironische oder polemische Beiträge seien noch seltener zu finden.
</p>
<p>
<b>Netzwerkcharakter der Bloggosphäre wird nicht ausreichend genutzt</b>
</p>
<p>
Die Studie kritisiert, die mangelnde Vernetzung der Politiker-Weblogs untereinander, wodurch Synergie-Effekte verschwendet würden. Nur fünf Prozent der ansonsten gerne genutzten Verlinkungen zu Quellen im Internet führten zu anderen Politikerweblogs. Politiker verschenkten dadurch Chancen eines „weblogübergreifenden Dialogs“.</p>
<p>Im Stile des erfolgreichen Weblogs von US-Präsidentschaftskandidat Hwoard Dean nutzt einzig die FDP ihren Weblog „Bürgerfond“ zum Spendenaufruf.
</p>
<p>
Insgesamt zeigt die Studie, dass Politiker-Weblogs ein sinnvolles Instrument der Kommunikation zwischen Politik und Bürger sein können. Einzig die Vernetzung der Politiker untereinander lässt noch Spielraum nach oben. Zu beobachten bleibt, wie die vor den Bundestagswahlen 2005 gegründeten Weblogs danach weiter betrieben werden oder wie viele dann überhaupt noch existieren.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>SPD-Online-Wahlkampf: Das Internet als Baustein der Gesamtkampagne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
<b>Der Projektbereichsleiter “Online Wahlkampf“ der SPD, Sebastian Reichel, verrät, welche Strategie den Roten Wahlkampf im Netz bestimmt. Tritt der Online-Wahlkampf im Jahr 2005 endlich aus dem Schatten der Nicht-Beachtung?</b>  
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
<b>Der Projektbereichsleiter “Online Wahlkampf“ der SPD, Sebastian Reichel, verrät, welche Strategie den Roten Wahlkampf im Netz bestimmt. Tritt der Online-Wahlkampf im Jahr 2005 endlich aus dem Schatten der Nicht-Beachtung?</b><br />
<!--break-->
</p>
<p><b>politik-digital.de:</b> Noch im letzten Wahlkampf galt das Internet lediglich als experimentelles Zusatzangebot. Welche Bedeutung misst die SPD dem Internetwahlkampf bei dieser Bundestagswahl zu?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Wir arbeiten mittlerweile selbstverständlich mit dem Medium, nicht mehr experimentell. Es gibt Theorien, die sagen, dass sich das Internet mittlerweile als vierte Mediensäule etabliert hat. Das Internet ist für die Parteien mittlerweile ein normales Medium geworden, die Arbeit damit selbstverständlich, nicht experimentell. Das Internet ist natürlich ein Teil, ein Ausschnitt der Gesamtkampagne. Es gibt ja eine ganze Reihe an Kampagnenwegen und -bausteinen. Neben der Offline-Kampagne gibt es eben auch die Online-Kampagne, wo all die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die das Medium bietet. Ich würde das jetzt nicht gegeneinander ranken wollen. Das Internet ist ein integraler Bestandteil. Und das war es aus meiner Sicht schon 2002. Ich weiß aber nicht, wo diese Internetwahlkampfdiskussion hinführt. Ob man sagen muss, der Online-Wahlkampf ist völlig eigenständig zu führen. Das fände ich ein wenig absurd, da der Online-Wahlkampf immer ein Teil der Gesamtkampagne ist.</p>
<p><b>politik-digital.de:</b>Wie ergänzt in diesem Wahlkampf das Internet die Gesamtkampagne? Wie spielen die einzelnen Teile zusammen?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Im Internet hat man ja bestimmte Möglichkeiten, die man mit den klassischen Medien oder im realen Leben nicht hat. Man erreicht mehr Menschen auf direktem Weg an den Massenmedien vorbei. Dieses Potenzial ergänzt, erweitert eine Kampagne, wenn man so sagen möchte. Natürlich finden sich auch alle Bestandteile, die ich in der realen Kampagne habe in der Onlineversion wieder: Plakate und dergleichen mehr. Man hat die Möglichkeit Inhalte multimedial aufzubereiten. Somit ist das Internet auch Dienstleistungsmedium für die reale Kampagne.</p>
<p><b>politik-digital.de:</b>Wie schlägt sich der Stellenwert des Internets nun im Gesamtbudget nieder?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Zum Budget haben wir eine Regel: Es gibt eine Gesamtsumme, die Sie bereits kennen und die auch im Rechenschaftsbericht der Partei aufgeschlüsselt wird. Zu den Einzelbudgets machen wir keine Angaben.</p>
<p><b>politik-digital.de:</b>Franz Müntefering hat für dieses Jahr einen Wahlkampf mit viel Inhalt und dafür weniger Design angekündigt. Wie schlägt sich diese Ankündigung im Online-Auftritt der SPD nieder?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Das können sie ja sehen an den Seiten, die wir bereits gestartet haben. Sie sind inhaltlich sehr ausführlich. Design spielt selbstverständlich bei der Darstellung der Inhalte eine wichtige Rolle.<br />
<br />
Alle Seiten sind sehr funktional aufgebaut. Wir versuchen uns zu konzentrieren, einen konzentrierten Wahlkampf auf www.spd.de als Dachmarke zu führen und dabei die Inhalte entsprechend den Möglichkeiten des Netzes anzupassen.</p>
<p><b>politik-digital.de:</b>Der Wunsch des Bundeskanzlers nach vorgezogenen Bundestagswahlen kam doch überraschend. Es ist auch noch möglich, dass der Wahltermin vom Bundesverfassungsgericht gekippt wird. Wie wirken sich diese Gegebenheiten auf Ihre Wahlkampfführung aus? Gibt es Konsequenzen für das Konzept?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Parteien beschäftigen sich ja schon lange bevor überhaupt Wahlen beginnen mit ihren Wahlkampfkonzepten und dementsprechend haben wir auch schon frühzeitig angefangen, Konzepte für eine Onlinekampagne 2006 zu entwickeln. Die lagen alle bereits in der Schublade und konnten dann zur Ankündigung der Neuwahlen durch den Bundespräsidenten umgesetzt werden. Das ganze natürlich mit hoher Schlagzahl: Das heißt, ein Programm, das man sich für ein Jahr vorgenommen hatte, wird nun in drei Monaten absolviert. Man muss selbstverständlich etwas modifizieren. Viele Sachen, die vorstellbar waren, können nicht mehr umgesetzt werden, weil der zeitliche Rahmen zu eng ist.<br />
<br />
Da wir allerdings kontinuierlich mit dem Internet arbeiten, verfügen wir über etablierte Strukturen: Wir haben ein großes Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern im Internet und gute technische Voraussetzungen. Das erleichtert natürlich die Arbeit zu einer Kampagne. Wir haben bis hier viel Engagement und Arbeitskraft in den Internetwahlkampf gesteckt, um das in einem kürzeren Zeitrahmen aus dem Boden stampfen zu können.</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b>Was sind die Trends, die die SPD in ihrem Online-Wahlkampf 2005 verfolgt? Gibt es neue Elemente in der Kampagne?</p>
<p><b>Sebastian Reichel:</b> Nahezu jeder, den sie fragen, wo er Informationen zur SPD sucht, wird ihnen www.spd.de antworten: Das ist quasi die Dachmarke und darauf vernetzen wir alle unsere Aktivitäten. Diese „Dachmarkenstrategie“ haben wir gegenüber 2002 verstärkt.<br />
<br />
Wir versuchen in diesem Wahlkampf auch verstärkt im und mit dem Internet zu mobilisieren. Dafür ist die Rote Wahlmannschaft gedacht. Und wir arbeiten auch mit Webblogs. Dort geht es nicht darum, dass wir sagen, wir müssen so viele Spitzenpolitiker wie irgend möglich in Blogs bekommen und das Ganze groß inszenieren. Es geht uns eher darum, ein großes Blognetzwerk von Leuten zu schaffen, die die SPD im Wahlkampf unterstützen wollen. Das findet sich jetzt abgebildet auf www.roteblogs.de.<br />
<br />
Es gibt eine Seite, auf der wir uns mit den politischen Konkurrenten auseinander setzen. Das gab es zwar auch 2002, aber wenn sie die Seite von damals www.nicht-regierungsfaehig.de und www.die-falsche-wahl.de zur jetztigen Wahl nebeneinander legen, wird da relativ schnell ein Unterschied klar. Natürlich gibt es auch wieder www.gerhardschroeder.de. Die Seite haben wir Anfang August gestartet.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> In der letzten Zeit haben Blogs auch für Parteien stark an Bedeutung gewonnen. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in diesem Medium?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Wenn sie so wollen, hatten sie lange Zeit ein oligopoles Internet mit wenigen Informationsknoten. Wenn man das auf Deutschland bezieht, hatte man www.google.de als zentrale Suchmaschine, außerdem www.spiegel.de, www.bild.de und die anderen großen Plattformen, die eigentlich das deutsche Internet dominierten. Ein Blog ist &#8211; dadurch dass die Technik an sich einfach ist &#8211; eine Möglichkeit für die Nutzer, das Internet wieder ein Stück weit zurückzuerobern. Und das in dezentraler Form.<br />
<br />
Internetforen haben den Nachteil, dass man sich schnell hinter Anonymität verstecken kann und die Diskussionskultur nicht immer konstruktiv verläuft. Ein Weblog hingegen ist etwas sehr Persönliches, bei dem man ein Stück weit die eigene Identität preisgeben muss. Das heißt, die Diskussionskultur in Weblogs folgt anderen Regeln als bisher und schafft so ganz andere Möglichkeiten der Teilhabe. Darüber hinaus erreicht man über Weblogs eine Vernetzung sehr viel schneller als über herkömmliche Seiten. Daher ist es für uns schon ein wichtiges Instrument.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Nach wie vor gilt der durchschnittliche online erreichbare Wähler als männlich, jung und überdurchschnittlich gebildet. Spricht die SPD auf ihren Seiten speziell diese Zielgruppe an oder sollen auch andere Gruppen erreicht werden?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Also, wenn man von der Nutzergruppe Internet spricht, dann spricht man ja von 50 oder 60 Prozent der Haushalte, die über einen Internetanschluss verfügen.<br />
<br />
Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind andere &#8211; zumindest bei den Leuten, die für uns sichtbar sind, nämlich bei unseren Ehrenamtlichen, die mit dem Internet arbeiten, die wir mit dem Medium erreichen und die wir mit dem Medium in die Kampagne einbeziehen wollen und können. Da habe ich nicht das Gefühl, dass sie überdurchschnittlich jung, überdurchschnittlich männlich, überdurchschnittlich gebildet sind. Das meine ich natürlich im positiven Sinne, denn überdurchschnittlich gebildet sind sie alle! Da sind viele Frauen und gerade auch viele Ältere dabei. Es wird der Querschnitt der Partei abgebildet.<br />
<br />
Natürlich bietet es sich an, im Internet bestimmte Zielgruppen herauszusuchen und diese dann auch gezielt zu bedienen. Da es aber in der Kampagne generell um Stimmenmaximierung geht, um alle Wählerstimmen und alle Gruppen, die man erreichen kann, muss man diverse Strategien erarbeiten und genaue Ziel setzen. Man kann versuchen, Zielgruppen im Internet ausfindig zu machen und diese mit bestimmten Themen zu versorgen und über bestimmte Themenschienen zu informieren. Das passiert auch zum Teil, aber ich würde die Arbeit im Internet nicht darauf beschränken. Das Internet ist für uns mehr als das, was die Demographen erheben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Über Weblogs hinaus: Welche Möglichkeiten zur Partizipation bietet die SPD in ihrem Online-Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Die rote Wahlmannschaft (www.rote-wahlmannschaft.de) ist ja das zentrale Partizipationsangebot. Man kann sich registrieren lassen. Wir versuchen, diese Leute direkt in den Wahlkampf mit einzubeziehen, indem wir zum Beispiel über ihre Aktivitäten berichten. Wir bekommen auch viele E-Mails &#8211; das wäre jetzt das, was man direkt unter Kommunikation versteht &#8211; und greifen viel aus der Roten Wahlmannschaft auf. Wir versuchen, die Mitglieder direkt am Infostand vor Ort zu mobilisieren, die Leute zu involvieren und einzubeziehen. Das ist das zentrale Partizipationsangebot im Wahlkampf.<br />
<br />
Wenn man von Partizipation spricht, meint man zumeist die mittlerweile fast schon klassischen Instrumente: Chats und Foren. Wir haben das im Blick, wir schauen, ob wir Chats anbieten und in welcher Form. Aber da würde ich mich jetzt noch nicht festlegen wollen. Wenn allerdings Anfragen kommen, z.B. von www.politik-digital.de, dann entsprechen wir diesem zumeist. Viele unserer Spitzen machen das gerne. Franz Müntefering, zum Beispiel, ist ein begeisterter Chatter (http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/fm%FCntefering05.shtml). Ob wir selbst Chats anbieten, ist für uns allerdings noch offen.<br />
<br />
Die zweite klassische Möglichkeit der Partizipation im Internet sind Internetforen. Das wird bei uns leider zur Zeit technisch überarbeitet. Deshalb wird es wohl in den nächsten Wochen nicht erreichbar sein. Wir bemühen uns aber die technischen Mängel, die vorhanden waren – die Software muss einfach mal überholt werden – abzustellen und die Foren wieder anzubieten. Aber ich denke, dass wir gerade durch die Blogs eine andere Form der Partizipation gefunden haben. Man könnte sich sogar überlegen, ob so eine Blogosphäre ein Forum nicht irgendwann ablösen könnte. Aber auch das würde ich offen lassen und noch keine abschließende Bewertung geben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten zur direkten Unterstützung. Eine davon ist die Möglichkeit von Online-Spenden. Auch die SPD hat dieses Angebot auf ihren Seiten. Versprechen Sie sich hiervon einen großen Erfolg?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Die Verlinkung zu Online-Spenden haben wir seit längerer Zeit. Ich kann dazu eigentlich gar nicht so viel sagen, weil ich nicht in der Schatzmeisterei sitze. Natürlich ist es das Ziel, Spenden einzuwerben.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Von wem lassen Sie sich beraten, was den Online-Wahlkampf angeht? Können Sie dazu Angaben machen?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren mit der Internetagentur A&amp;B Face2Net zusammen, die uns zu aller Zufriedenheit berät. Face2Net arbeitet viel an den Konzeptionen mit, erstellt selber Konzepte und setzt diese auch technisch um. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Wir haben 2002 einen sehr erfolgreichen Online-Wahlkampf geführt und sind auch diesmal einige Schritte voraus.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Somit kann man für den Wahlkampf eine Entwicklung entlang eines „roten Fadens“ ausmachen.
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Ich glaube es ist auch von Vorteil in einem so kurzen Wahlkampf bestehende Strukturen wieder einzusetzen. Wir haben schon den Wahlkampf 2002 zusammen mit Face2Net bestritten. Das heißt nicht, dass wir das gleiche wiederholen. Auf das, was wir 2002 gemacht haben, kann man jetzt aufbauen, es weiterentwickeln und neue Sachen hinzufügen.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Zum Abschluss eine Frage zu den kommenden Projekten. Was können wir als nächstes von der SPD im Internetwahlkampf erwarten?
</p>
<p>
<b>Sebastian Reichel:</b> Wir sind da noch ein wenig am hin und her testen. Wir versuchen jetzt natürlich, die Roten Blogs weiterzutreiben und aus dem Instrument Blogs noch einiges mehr herauszuholen. Aber ich möchte vielleicht noch gar nicht so viel verraten.
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> Vielen Dank für dieses Gespräch.
</p>
<p>
Das Gespräch führte Michaela Frost für politik-digital.de.
</p>
<p class="fett">

</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wahlkampf &#8217;05 in der Blogosphäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2005]]></category>
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					<description><![CDATA[Wird der Wahlkampf auch zur Geburtsstunde einer politischen Blogosphäre in Deutschland? Einige Gedanken aus kommunikationssoziologischen Perspektive.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wird der Wahlkampf auch zur Geburtsstunde einer politischen Blogosphäre in Deutschland? Einige Gedanken aus kommunikationssoziologischen Perspektive.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Wird der Wahlkampf auch zur Geburtsstunde einer politischen Blogosphäre in Deutschland? Einige Gedanken aus kommunikationssoziologischen Perspektive.</strong>
                            </p>
<p>Vor einigen Wochen hat Jochen Wegner auf der &#8221;<br />
                            <a href="http://www.socialtext.net/loicwiki/index.cgi?internet_2_0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Les Blogs</a>&#8220;-Konferenz in Paris mit seiner<br />
                            <a href="http://jochen.jonet.org/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=129" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinung</a>, die deutsche Blogosphäre sei im Vergleich insbesondere zum angelsächsischen Raum (aber auch zu Frankreich, Polen und Japan) noch unterentwickelt, einige Diskussionen ausgelöst. Der Bundestagswahlkampf, der ähnlich überraschend über uns gekommen ist wie<br />
                            <a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/185" target="_parent" rel="noopener noreferrer">Benedikt der XVI</a>., könnte einige Bewegung mit sich bringen – in den USA war es der Präsidentschaftswahlkampf 2004, der erstmals deutlich gemacht hat, wie klassische Massenmedien und Weblogs gemeinsam eine politische Öffentlichkeit konstituieren können (vgl. auch die Studie von<br />
                            <a href="http://www.pewinternet.org/ppt/BUZZ_BLOGS__BEYOND_Final05-16-05.pdfhttp://www.pewinternet.org/ppt/BUZZ_BLOGS__BEYOND_Final05-16-05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cornfield et.al</a>. für den Thinktank &#8221;<br />
                            <a href="http://people-press.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pew Internet &amp; American Life Project</a>&#8220;).</p>
<p>
                              <strong>Parteipolitische Weblogs</strong>
                            </p>
<p>Zunächst eine Vorbemerkung – ich möchte zwei Spielarten von &#8220;politischen Weblogs&#8221; unterscheiden: Parteipolitische und zivilgesellschaftliche Weblogs – das ist eine ad-hoc-Klassifikation für den Moment, das geht sicher auch noch differenzierter – und Kommentare sind selbstverständlich herzlich willkommen.</p>
<p>Parteipolitische Weblogs werden von Gliederungen oder einzelnen Kandidaten der politischen Parteien geführt. Die SPD in NRW hat mit ihrem<br />
                            <a href="http://blog.nrwspd.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblog</a> zur Landtagswahl schon sehr gute Erfahrungen gesammelt. Durch eine umfangreiche quasi-Liveberichterstattung von<br />
                            <a href="http://blog.nrwspd.de/archives/000965.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampfveranstaltungen</a>, die begleitende Diskussion zu den beiden<br />
                            <a href="http://blog.nrwspd.de/archives/000946.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fernsehduellen</a> und auch durch die Aufbereitung der landes- und bundespolitischen Konsequenzen des Wahlausgangs hat das NRWSPD-Blog große Aufmerksamkeit erzeugt. Dies schlägt sich auch in zahlreichen Kommentaren und heftigen Diskussionen dort nieder. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten sehr viele weitere Partei- oder Kandidatenblogs sehen werden, die sicherlich nicht alle ähnlich erfolgreich sein können, aber das Weblog als eigenständiges Element der parteipolitischen Kommunikationsstrategien etablieren helfen.</p>
<p>Ähnlich wie bei anderen Praktiken des Bloggens (man denke an die Publikation von Unternehmens-Blogs oder semi-privaten Tagebüchern) sind auch an parteipolitische Weblogs spezifische Erwartungen und Regeln seitens der Autoren und Rezipienten geknüpft. Im Vordergrund steht dabei die Authentizität der Texte – Leser erwarten von parteipolitischen Weblogs Aussagen und Positionen, die nicht wie gedrechselte Polit-PR daherkommen, sondern direkter, persönlicher, eben authentischer wirken. Parteilichkeit läßt sich da nicht vermeiden und ist sogar gewollt – schließlich wird es darum gehen, die eigenen politischen Ziele und Maßnahmen zu kommunizieren, um möglichst viele Bürger zu überzeugen. Gleichzeitig fördern Weblogs aber auch den Dialog: Der Kommentar (und damit auch der mögliche Widerspruch) ist ein zentraler Bestandteil des Genres und erzeugt zusammen mit der Referenzierung in anderen Weblogs die &#8220;verteilten Konversationen&#8221;, die so charakterisierend für die Blogosphäre sind.</p>
<p>
                            <strong>Zivilgesellschaftliche</strong><br />
                            <strong>Weblogs</strong></p>
<p>Doch: Wer nur auf parteipolitische Blogs schaut, der verpaßt viel Wesentlicheres: Zivilgesellschaftliche Weblogs, die zweite Form des politischen Weblogs, tragen mindestens ebenso viel zur Formierung der politischen Öffentlichkeit bei. In der Summe kanalisiert das Netzwerk von kommunikativen Bezugnahmen (ob Link, ob Kommentar) ähnlich wie Massenmedien die Aufmerksamkeit, bei deutlich geringeren Zugangsbeschränkungen – prinzipiell kann jeder Bürger eigene Meinungen und Informationen veröffentlichen.</p>
<p>Jede Bloggerin, die als Privatperson ihre politische Meinung kundtut, Argumente mit anderen austauscht und auf interessante Quellen verlinkt, trägt dazu bei, dass der Blick auf bestimmte Themen und Standpunkte gelenkt wird. Denn findet sie andere Personen, die ihre Texte interessant oder diskussionswürdig finden, werden diese verlinkt – und je mehr Links auf ein Weblog führen, desto stärker ist seine Sichtbarkeit für Suchmaschinen und für die Rezipienten in der Online-Welt. Hinzu kommt, dass auch die Jornalisten der &#8220;klassischen&#8221; Medien Weblogs zumindest beobachten, wenn nicht gar selber welche führen. Dadurch steigt die Chance, dass Themen von den Weblogs auf andere Medien übergreifen und so größere Personenkreise erreichen. [Ohne den Vorgang selber hier beurteilen zu wollen: Als Beispiel kann der<br />
                            <a href="http://blog.nrwspd.de/archives/000951.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fall</a> der vermeintlichen Manipulationen von Wikipedia-Einträgen zu Rüttgers und Steinbrück wenige Tage vor der Wahl dienen, der aus den Weblogs bis zu N24 und Spiegel Online gelangte.]</p>
<p>
                              <strong>Weblogs sind keine Allheilmittel</strong>
                            </p>
<p>Um allzu großer demokratietheoretischer Utopie direkt vorzubeugen: In den Weblogs werden sicher keine idealtypischen Diskurse a lá Habermas geführt, und die Niederschwelligkeit des Zutritts zur weblogbasierten Online-Öffentlichkeit bedeutet auch nicht, dass Hierarchien und Machtgefälle abgebaut werden. Die Publikations- und Vernetzungsregeln in der Blogosphäre resultieren in einer sehr stark ungleichen Verteilung von Aufmerksamkeit: Einige wenige Weblogs werden von sehr vielen Menschen gelesen, während die Mehrzahl der Blogs nur wenige Leser hat. Zumindest in den USA läßt sich beobachten, dass die aufmerksamkeitsstärksten Weblogs inzwischen massenmedialer Kommunikation ähneln – und oft sind es auch diese wenigen Weblogs, die von den Vertretern anderer Medien gelesen werden. Aber diese Form der Dominanz ist weniger dauerhaft, muss durch beständige Aktualisierungen der kommunikativen Netzwerke bestätigt werden und ist deutlich offener für &#8220;Neulinge&#8221;, als die Welt der Tageszeitungen oder Fernsehsender.</p>
<p>Schließlich kommt noch hinzu, dass die Fähigkeit zur Selbstorganisation in der Blogosphäre deutlich höher ist, weil es sich a) um ein ohnehin sehr dynamisches Feld handelt, das durch rasche technische und soziale Innovationen gekennzeichnet ist und b) seine Netzwerk-Struktur (mit einzelnen Weblogs und ihren Beiträgen als Knoten) die Rekombination von Elementen erleichtert. Um dieses Argument am konkreten Beispiel zu verdeutlichen: Nico Lumma hat eine<br />
                            <a href="http://lumma.de/eintrag.php?id=1651" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussion</a> angestoßen, die in einer Plattform münden könnte, auf der eine kleinere Anzahl von Bloggern aus unterschiedlichen politischen Positionen den Wahlkampf und die Strategien der Parteien kommentieren. Damit wäre eine neue und möglicherweise viel beachtete Arena der politischen Information und Diskussion geschaffen, die es bislang in Deutschland noch nicht gab.</p>
<p>Zusammengefasst erwarte ich also für die kommenden Monate im Bereich der politischen Blogosphäre in Deutschland:</p>
<ul>
<li>eine Zunahme von parteipolitischen Weblogs, die von Parteigliederungen oder Kandidaten betrieben werden; Blogs mit einem persönlich-authentischen Stil werden erfolgreicher sein als Blogs mit der traditionellen politischen Rhetorik aus Massenmedien und Kundgebungen.<br />
                              </li>
<li>das Formieren einer kleinen Gruppe von reichweitestarken Weblogs, die parteipolitisch ungebunden, aber aus bestimmten politischen Haltungen heraus den Wahlkampf begleiten; diese Gruppe von Weblogs wird auch Themen auf die Agenda der Massenmedien setzen können.<br />
                              </li>
<li>eine Vielzahl von Weblogs mittlerer und kleiner Reichweite, die politische Themen diskutieren und dabei auf massenmediale wie &#8220;blogosphärische&#8221; Quellen zurückgreifen; hier werden sich Cluster, also Netzwerke von miteinander verbundenen Weblogs herausbilden, die auch durch technische Raffinessen wie Tagging oder kollaborative Bewertungsmechanismen unterstützt werden können.</li>
</ul>
<p>Der Wahlkampf wird also nicht nur für den politischen, sondern auch für den wissenschaftlichen Beobachter spannend.</p>
<p>
                              <strong>Der Artikel ist ursprünglich im<br />
                              <a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/205" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblog von Jan Schmidt</a> erschienen.</strong>
                            </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Warum George Bush Präsident bleibt und John Kerry Präsident wird: Eine Fortsetzung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wer_gewinnt003-shtml-3083/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[John Kerry]]></category>
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		<category><![CDATA[George Bush]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sich noch auskennt, ist zu bewundern. Seit Jahresbeginn werden wir fast täglich mit Umfragen konfrontiert und wissen weniger als jemals zuvor, wer Präsident der USA wird. Nationale Umfragen sind für die Kampagnedynamik wichtig, für Prognosen stellen sie aufgrund des Wahlsystems einen wertlosen Schönheitswettbewerb dar. Hinzu kommt der X-Faktor, dass eine Erhöhung der Wahlbeteiligung zu erwarten ist und erstmals registrierte Wähler eine Unbekannte darstellen, deren Wahlverhalten kaum vorhersagbar ist. Lässt sich selbst bei einer detaillierten Analyse der Daten nicht mehr sagen? Doch, aber mit gleichermaßen guten Argumenten für beide Seiten als Sieger.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wer sich noch auskennt, ist zu bewundern. Seit Jahresbeginn werden wir fast täglich mit Umfragen konfrontiert und wissen weniger als jemals zuvor, wer Präsident der USA wird. Nationale Umfragen sind für die Kampagnedynamik wichtig, für Prognosen stellen sie aufgrund des Wahlsystems einen wertlosen Schönheitswettbewerb dar. Hinzu kommt der X-Faktor, dass eine Erhöhung der Wahlbeteiligung zu erwarten ist und erstmals registrierte Wähler eine Unbekannte darstellen, deren Wahlverhalten kaum vorhersagbar ist. Lässt sich selbst bei einer detaillierten Analyse der Daten nicht mehr sagen? Doch, aber mit gleichermaßen guten Argumenten für beide Seiten als Sieger.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="fett">Bush gewinnt, weil …</p>
<p class="normal">In der Schlussphase des Wahlkampfes entscheidet sich die Wahl im Kampf um Elektorenstimmen Staat für Staat. Eine Durchsicht der politischen Landkarte von roten Staaten (für Bush) und blauen Staaten (für Kerry) ergibt &#8211; siehe u.a.<br />
                            <a href="http://www.realclearpolitics.com/Presidential_04/RCP_Electoral_Count_Chart.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.realclearpolitics.com</a> und<br />
                            <a href="http://www.electoral-vote.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.electoral-vote.com</a>  &#8211; gegenwärtig (Mitte Oktober) Vorteile für Bush. Kerry muss zwei der drei großen Schlüsselstaaten &#8211; Florida, Ohio und Pennsylvania &#8211; gewinnen. Das ist schwierig. Bush hingegen könnte eine mögliche Niederlage in Ohio theoretisch mit Siegen in Iowa, Missouri und Wisconsin ausgleichen. Als Überraschungen in der Wahlnacht sind Staatenverluste von Kerry wahrscheinlicher.</p>
<p>Aufgrund der momentanen Polarisierung in den USA wird unter den Unentschlossenen keine entscheidende Wählerwanderung zum Herausforderer einsetzen. Knapp ist ein relativer Begriff, für einen klaren Sieg unter den Elektoren genügen für Bush wenige Prozentpunkte. Bill Clinton und George Bush senior lagen in der Volkswahl 1992 bzw. 1988 fünf bis sieben Prozentpunkte voran und gewannen 80 und 70 Prozent der Elektorenstimmen.</p>
<p>Die Fernsehdebatten haben Kerry zurück ins Spiel gebracht, ohne seinen Erfolg vor allem im ersten TV-Duell wäre alles klar und Bush sein eigener Nachfolger. Im Unterschied zu 1980 &#8211; damals gewann Reagan in der einzigen Fernsehdebatte gegen Carter und eine Woche später die Wahl &#8211; gab es aber eine zweite und dritte Debatte sowie vor allem eine 20 Tage-Frist bis zum Wahltag. Kerry wird für einige Zeit den Debattenaufschwung in den Umfragen genießen, dann gleicht sich das aus.</p>
<p>Die USA sind außerdem ein ideologisch Mitte-rechts-orientiertes Land. In Umfragen bezeichnen sich mehr als 35 Prozent der Amerikaner als konservativ, bis zu 45 Prozent als gemäßigt und weniger als 10 Prozent als liberal. Kaum jemand aus der erstgenannten Gruppe stimmt für Kerry, der &#8211; obwohl von der Bush-Kampagne erfolgreich als Liberaler diskreditiert &#8211; in der gemäßigten Mitte eine unwahrscheinlich große Mehrheit erreichen müsste. Bush kann die Terrorängste als Motiv für gemäßigte Wähler nutzen, die 2000 nicht für ihn gestimmt haben.</p>
<p>Ein Charakteristikum des Wahlkampfs 2004 ist, dass – im Unterschied zu Präsidentschaftswahlen bis 2000 und mit Vorteilen für George Bush – nicht die persönliche Integrität und Moral der Kandidaten im Mittelpunkt stand, sondern Führungskompetenz und starke Überzeugungen. Kerry ist Opfer der republikanischen Flip-Flop-Kampagne, demzufolge er angeblich laufend seine Meinung ändert.</p>
<p>Ungeachtet seiner Eloquenz und intellektueller Vorteile für Kerry wirkt er steif und unnahbar. Bush schafft es, sich als leidenschaftlicher Konservativer &#8211; nach dem Konzept des compassionate conservativism &#8211; zu geben und mit den Menschen in Verbindung zu treten. Das erklärt beispielsweise seine verblüffend positiven Werte im Bildungsbereich als demokratisches Kernthema. In der Frage, wer sich mehr um die Anliegen der Menschen kümmert, gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jeder Demokrat außer Kerry lag 10 bis 15 Prozentpunkte in Führung, sogar wenn er als Wahlverlierer endete.</p>
<p>Ach ja, und als Muster ohne Wert: Entgegen der europäischen Wahrnehmung lag der Präsident im Durchschnitt aller Meinungsumfragen (siehe<br />
                            <a href="http://www.realclearpolitics.com/Presidential_04/chart3way.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.realclearpolitics.com</a>) seit Ende August bis zum aktuellen Stand Mitte Oktober stets in Führung.</p>
<p>
                              <strong>Kerry gewinnt, weil …</strong>
                            </p>
<p>Ist demzufolge das Horrorszenario für drei Viertel der deutschsprachigen Öffentlichkeit Gewissheit? Mitnichten. Bush würde als Amtsinhaber in den aktuellen Umfragen einen deutlichen Vorsprung benötigen, der ihm fehlt. Die Zahl der unentschlossenen Wähler ist 2004 vergleichsweise gering, doch nach jahrzehntelanger Erfahrung zeigt sich, dass diese am Wahltag zu Hause bleiben oder für den Herausforderer stimmen. Die gemäßigten Wähler sind gegen Bush eingestellt und warten geradezu darauf, dass Kerry sie überzeugt.</p>
<p>Kerry verfügt insbesondere über mehr Raum, noch Stimmen zu gewinnen. In zahlreichen Schlüsselgruppen &#8211; (weiße) Frauen mit mittlerem Bildungsgrad und Einkommen, (weiße) Senioren, (weiße) Katholiken liegt er um bis zu 10 Prozentpunkte unter den Sympathiewerten für seine Demokratische Partei, ist aber im Aufholen (siehe<br />
                            <a href="http://www.democracycorps.com/reports/analyses/A_Multitude_of_Opportunities.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interne Analysen</a> seines Teams ). Bush als aufgrund der Ausnahmesituation 9/11 überdurchschnittlich beliebter Republikaner &#8211; „Security Moms“ etwa stellen bisher ihre Angst vor Terror über ihre Existenzängste im täglichen Leben als typisches Kerry-Thema &#8211; kann praktisch nur verlieren. Auch Ralph Nader kostet Kerry in den Umfragen Stimmen, die jedoch zum Teil gewinnbar sind.</p>
<p>In allen innenpolitischen Themenbereichen von der Gesundheitspolitik bis zur Wirtschaft liegt Kerry voran. Es wird für Bush nicht genügen, als mitfühlender Konservativer im persönlichen Kontakt zu punkten und Terrorängste zu schüren, wenn er thematisch als Niete angesehen wird. Bezeichnenderweise gibt es in der Bush-Kampagne kaum eine Positivbotschaft, sondern lediglich Negativattacken auf Kerry.</p>
<p>Genauso ist sowohl als Persönlichkeit als auch inhaltlich der Spielraum nach oben für Kerry größer. Er kann als Neuling im Präsidentschaftswahlkampf seine Bekanntheit, sein Image und seine Themenkompetenz laufend steigern. Bush als Amtsinhaber kann das nicht. Wen er bis jetzt nicht überzeugt hat, der will nichts von ihm wissen. Gelingt es Kerry, sein politisches Konzept für die Zukunft zu kommunizieren, ist er als Alternative zu Bush unschlagbar. Die republikanische Propaganda ist übrigens Unsinn: Entweder Kerry war und ist extrem liberal oder ein Flip-Flop ohne wirkliche Überzeugung. Beide Vorwürfe zusammen machen keinen Sinn, Das fällt auch dem Wähler auf.</p>
<p>                            <strong>Und nach der Wahl?</strong></p>
<p>Wer wirklich gewinnt, wissen wir am 2./3. November &#8211; oder am Tag X, an dem ein offizielles Wahlergebnis vorliegt. Die Kampagneteams versuchen die Wahl zur Abstimmung über den jeweiligen Opponenten zu machen. Ist das strategisch richtig, könnte man zynisch sagen: Wird über Bush abgestimmt, gewinnt Kerry. Gibt es eine Entscheidung für oder gegen Kerry, gewinnt Bush. Unabhängig vom Wahlsieger hätte der mächtigste Mann der Welt primär Gegner des Gegenkandidaten und erst in zweiter Linie eigene Anhänger als politische Basis.</p>
<p>Eine Konsequenz des bisher negativsten Präsidentschaftswahlkampfes in der Geschichte steht ohnedies außer Streit: Die Vertiefung der Kluft in der US-amerikanischen Gesellschaft und ein nachhaltig zerstörtes Klima für den öffentlichen Diskurs zwischen Republikanern und Demokraten. Wer immer gewinnt, diesbezüglich ist keine Besserung in Sicht.</p>
<p>Peter Filzmaier ist Ao. Professor für Politikwissenschaft und Abteilungsleiter für Politische Bildung und Politikforschung an der Universität Klagenfurt,<br />
                            <a href="http://polbil.uni-klu.ac.at/filzmaier">http://polbil.uni-klu.ac.at/filzmaier</a>, und war bis Mitte Oktober als Wahlforscher in den USA.</p>
<p>
                              <a href="wer_gewinnt001.shtml">Zum ersten Teil</a><br />
                              <br />
                              <a href="wer_gewinnt002.shtml">Zum zweiten Teil</a>
                            </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>NRW-Kommunalwahl 2004 &#8211; Über den lokalen Wahlkampf im globalen Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nrw-kommunalwahl-2004-ueber-den-lokalen-wahlkampf-im-globalen-netz-2853/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dknabe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Sep 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[Am kommenden Sonntag sind Kommunalwahlen in NRW. Wie sieht der elektronische Wahlkampf, längst Standard auf Länderebene, in den Kommunen aus - Langeweile oder Experimente an der Basis?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Sonntag sind Kommunalwahlen in NRW. Wie sieht der elektronische Wahlkampf, längst Standard auf Länderebene, in den Kommunen aus &#8211; Langeweile oder Experimente an der Basis?<!--break--><br />
</p>
<p class="normal">
Am 26.<br />
<span class="normal">September sind die Bürger in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, ihre Bürgermeister, Gemeinderäte, Kreistagsabgeordnete und Landräte zu wählen. Nachdem die Parteien bei der Bundestagswahl 2002 den Wahlkampf mit Online-Kampagnen und persönlichen Websites der Politiker für sich entdeckt haben stellt sich die Frage, ob sich dieser Trend auch beim Wahlkampf auf kommunaler Ebene fortsetzt. Politik-digital.de hat sich die Strategien der Parteien im Online-Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen genauer angeschaut und ist zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.</span>
</p>
<p class="normal">
<b>SPD: Höfliche Distanzierung in Tarnfarbe gelb</b>
</p>
<p class="normal">
Selten war in der Wahlwerbung von Spitzenkandidaten das Parteilogo so selten zu sehen wie bei den diesjährigen SPD-Kandidaten. Auf der Seite des Siegener Oberbürgermeisterkandidaten<br />
<a href="http://www.detlef-rujanski.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Detlev Rujanski</a> beispielsweise findet sich auf der Hauptseite nur ein Textlink und ein Foto mit Hinweis auf seine Parteiangehörigkeit. Der<br />
<a href="http://www.spd-siegen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD-Verband Siegen</a> tarnt sich in der Farbe gelb. Weder das blaue Corporate-Design für Ortsverbände, noch das klassische SPD-Rot sind zu sehen &#8211; außer der Seitenaufteilung erinnert nichts an die SPD-Seiten des Bundesportals.<br />
<br />
Was in den USA schon zur Tagesordnung gehört, verbreitet sich nun auch im deutschen Kommunalwahlkampf: Weblogs (kurz: Blogs). So werden auf der Seite des<br />
<a href="http://blog.nrwspd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> des NRW-Landesverbands der SPD momentan aktuelle Informationen zur Wahl am Sonntag geblogt.
</p>
<p class="normal">
<b>CDU: Nichts Neues im Westen</b>
</p>
<p class="normal">
Die lokalen Verbände der Union erscheinen meist im einheitlichen Corporate-Design der Union. Die<br />
<a href="http://www.cdu-nrw.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christdemokraten</a> präsentieren Wahlprogramme und Thematisches, Fotos, Lebensläufe der Kandidaten und Termine auf ihren Seiten. Interaktive Internetangebote, die über das Standardangebot hinausgehen, werden hier aber noch nicht angeboten.
</p>
<p class="normal">
<b>FDP: Wer zu spät kommt&#8230;</b>
</p>
<p class="normal">
.. verliert seine Domains. Hinter www.fdpnrw.de verbirgt sich ein “Popup“-Fenster mit Werbung. Viel schlimmer für die liberalen Wahlkämpfer: Die Netzeitung präsentiert unter www.nrwfdp.de ihre Sonderseite zu Möllemanns Spendenaffäre vom März 2004.
</p>
<p class="normal">
Auf ihrer<br />
<a href="http://www.fdp-nrw.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landesseite</a> steckt sich die FDP hohe Ziele: Die Liberalen wollen ihr Wahlergebnis verdoppeln. Im Netz werden sie ihre Wähler jedoch kaum gewinnen. Die Partei unterstützt ihre Onlinewahlkämpfer an der Basis längst nicht so gut, wie die politische Konkurrenz. Zudem fehlt den einzelnen Kommunalverbänden ein einheitliches Design.
</p>
<p class="normal">
<b>Grüne Jugend: Für mehr Nahverkehr</b>
</p>
<p class="normal">
Auf der Website der<br />
<a href="http://www.gruene-jugend-nrw.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">grünen Jugend</a> können sich engagierte Parteimitglieder mit dem nötigen Wahlkampfmaterial eindecken &#8211; die Kondome &quot;für mehr Nahverkehr&quot; sind für 80 Cent pro Stück im Wahlkampfshop erhältlich.<br />
<br />
Die Qualität der kommunalen Websites schwankt auch bei den Grünen erheblich. Besondere Innovationen oder weitergehende Interaktivität finden sich eher selten.
</p>
<p class="normal">
<b>Die PDS will drei Prozent</b>
</p>
<p class="normal">
Die<br />
<a href="http://www.pds-nrw.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partei des Demokratischen Sozialismus</a> ist mittlerweile in allen großen Städten Nordrhein-Westfalens vertreten. Die<br />
<a href="http://www.pds-wuppertal.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDS Wuppertal</a> bietet ein offenes Forum zur Diskussion an &#8211; eine Seltenheit unter den Parteiwebsites. Genutzt wird es allerdings eher selten.
</p>
<p class="normal">
Obwohl ein Internetwahlkampf auch auf kommunaler Ebene mit relativ einfachen Mitteln effizient umgesetzt werden kann, nutzen die Parteien die Möglichkeiten der Ausgestaltung eher selten. Das Beispiel der PDS Wuppertal zeigt, wie die Einbindung des interessierten Wählers in die Wahlthemen funktionieren kann. Bei den immer noch steigenden Nutzerzahlen des Internets wäre ein weiterer Ausbau der Möglichkeiten direkter Bürgerpartizipation im Internet wünschenswert.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 23.09.2004
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
			<i><br />
			<a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
			</i></p>
<p>			<i><br />
			<a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
			</i><br />
			
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-5" noshade="noshade" size="1" width="390" />
</p>
<p>
<b>Weiterführender Link:</b>
</p>
<ul>
<li>Erinnern Sie sich noch an die letzten Wahlergebnisse?<br />
	<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/wahlchecker.shtml">hier gehts zum Wahlchecker&#8230;</a></li>
</ul>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gewinner im Netz, Verlierer an der Urne</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-us04internet-shtml-2673/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Howard Dean]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine "Graswurzel"- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine &#8220;Graswurzel&#8221;- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.<!--break--></p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Im Internet hat Howard Dean viele Unterstützer und viel Geld sammeln können. Jetzt diskutiert seine &#8220;Graswurzel&#8221;- Gemeinschaft, wie es nach seiner Niederlage und Kerrys Sieg weiter gehen könnte.</strong>
                            </p>
<p>Der aus dem Wahlkampf der Demokraten bereits ausgeschiedene Howard Dean hat zwar die Vorwahlen am „Super Tuesday“ in seinem Heimatsstaat Vermont gewonnen. Aber John Kerry gewann in neun von zehn Bundesstaaten und wird der Herausforderer von George W. Bush bei der US-Präsidentschaftswahl am 2. November 2004. Sein letzter Konkurrent, John Edwards, gibt das Rennen auf.</p>
<p>
                            <strong>Ein Rückblick mit Wehmut</strong><br />
                            <br />Über zwei Jahre bereiste das Wahlkampfteam von Howard Dean die USA und führte eine Internetkampagne, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte. Doch trotz akribischer Planung der &#8220;größten Graswurzelaktion der Moderne&#8221;, kam Howard Deans Kandidatur zu einem frühen Ende. Im Gegensatz zu Amtsinhaber George W. Bush oder zu John Kerry hatte Dean das Geld dafür aber nicht bei Großspendern, sondern bei vielen Kleinspendern im Internet gesammelt. Noch nie war es einem demokratischen Kandidaten gelungen, bereits im Vorjahr der Wahl 41 Millionen US-Dollar einzunehmen. Mit Deans Kandidaturniederlage wird eine seit 1984 gültige Regel widerlegt: Die Vorwahlen wurden jeweils von demjenigen gewonnen, der zu Beginn der Kampagne am meisten Geld hatte.</p>
<p>
                            <strong>Die Internet-Echokammer</strong><br />
                            <br />Viele begeisterte Dean-Anhänger stellen sich selbstkritische Fragen. So wie John Perry Barlow, der die Weblogs gegenüber der<br />
                            <a href="http://www.latimes.com">&#8220;Los Angeles Times&#8221;</a> als &#8220;Echokammer&#8221; bezeichnet hat, in denen selbstgefällige Aktivisten den Kontakt zur Außenwelt verlieren: &#8220;Vielleicht haben wir zu stark an unseren Monitoren geklebt um zu merken, dass Wahlen nicht nur mit Geld, sondern auch durch reale Wahlkämpfer gewonnen werden&#8221;. Doch Barlow, Mitgründer der zivilgesellschaftlichen<br />
                            <a href="http://www.eff.org">Electronic Frontier Foundation</a>, hat in seinem<br />
                            <a href="http://blog.barlowfriendz.net">Blog</a> noch eine andere Variante anzubieten, die vor allem Verschwörungstheoretiker ansprechen dürfte. TV-Sender hätten Dean wiederholt lächerlich gemacht, da sie den regen Gebrauch des Internets in Deans Kampagne als Angriff auf ihre bisherige Vorrangstellung unter den Medien betrachteten. Das er eigene Fehler gemacht halt, ist halt schwer zuzugeben. Das Dean-Team habe keine politische Perspektive auf das Internet, sondern eine ökonomische, schreibt Internet-Altmeister<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04dean.shtml">Christoph Bieber</a>. Zu viel eBusiness, zu wenig ePolitics ist seine Schlussfolgerung.</p>
<p>
                            <strong>Wer tritt Deans Erbe an?</strong><br />
                            <br />Der ehemalige Dean-Berater Markos Moulitsas Zuniga ist sich indes sicher, &#8220;dass Dean abstürzte, hatte nichts mit dem Internet zu tun&#8221;. Insofern sei es kein Wunder, dass die verbleibenden Kandidaten ebenfalls auf Online-Spenden, meetups und blogging setzten. &#8220;Letzten Endes ist das Internet jedoch nur eines von vielen Tools in der Kampagnen-Box&#8221;, so Markos im<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/webloginterview.shtml">Interview</a> mit politik-digital.de, der Deans Strategen beim Aufbau der Internetkampagne unterstützte.</p>
<p>Von besonderem Interesse ist jetzt die Frage, ob der erfolglose Dean vielleicht noch zum Köngismacher taugt und wen seine vielen Anhänger in Zukunft unterstützen werden. Doch bei diesen handelt es sich nicht um die Verfügungsmasse des Kandidaten. Besonders mit John Kerry tun sich viele der begeisterten Dean-Aktivisten schwer. Einige von ihnen haben bereits eine Internet-<br />
                            <a href="http://www.petitiononline.com/DFAforUS/petition.html">Petition</a> gegen die Weiterverwendung ihrer Daten durch andere Kandidaten gestartet. Andere haben gemerkt, dass der Name Dean auch weiterhin auf dem Wahlzettel stehen wird: &#8220;Die Medien und das Washingtoner Establishment waren so unfair zu Dean, dass wir aufstehen und uns weigern, einen so großen Mann ziehen zu lassen&#8221;, schreibt Wenmay im DFA-Blog. Doch die Mehrheit hat eingesehen, an welcher Front gekämpft werden muss. Vorherrschend sind Statements wie die von Kevin: &#8220;So geschmacklos es auch sein mag, für Kerry zu stimmen – Bush muss so schnell wie möglich abgewählt werden&#8221;. In dieser Stimmung wird es auch für Verbraucheranwalt Ralph Nader schwer werden, der als unabhängiger Kandidat ins Rennen eingetreten ist. &#8220;Eine Stimme für jeden anderen als den demokratischen Kandidaten ist eine Stimme für Bush&#8221;, schreibt ein Aktivist aus Virginia.</p>
<p></p>
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		<title>Deans Fehler im Online-Wahlkampf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert - aber nicht das Internet als Politikarena]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Und wieder ist eine politische Online-Kampagne gescheitert &#8211; aber nicht das Internet als Politikarena<!--break-->.<br />
                  <strong>Eine kritische Würdigung des US-Internet-Wahlkampfes von Dr. Christoph Bieber.</strong><br />
                  </p>
<p>Dean, Dean, Dean &#8211; Internet, Internet, Internet. Eine Vielzahl von Berichten über die Frühphase der &#8220;primaries&#8221; zur Kür des demokratischen Präsidentschaftskandidaten befasste sich mit der innovativen Kampagne des ehemaligen Gouverneurs Howard Dean aus Vermont, der mit einer cleveren Kombination angesagter Online-Formate offenbar spielend leicht die Konkurrenz aus der eigenen Partei an die Wand zu drücken schien. Die Eckpfeiler der &#8211; inzwischen gescheiterten &#8211; Kampagne waren eine Mischung aus zeitgemäßem Online-Journalismus und moderner &#8220;p2p&#8221;-Kommunikation. Und außerdem waren sie ein weiteres Lehrstück in der an Missverständnissen nicht gerade armen Geschichte der spannungsreichen Beziehung von Politik und Internet.</p>
<p>
                  <strong>Wahlkampagnen und Daily Soaps</strong><br />
                  <br />Deans mit bis dahin ungekanntem Aufwand produzierter &#8221;<br />
                  <a href="http://www.blogforamerica.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog for America</a>&#8221; zielte auf die Erschließung der Ressource Aufmerksamkeit, die das parteipolitische Leichtgewicht zur Popularisierung auf den Bühnen der amerikanischen Öffentlichkeit nutzen konnte. Erreicht hat Dean damit nicht nur eine große Zahl lese- und schreibbegeisterter Anhänger, sondern auch die Etablierung von<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/us04trend.shtml">Weblogs</a> als anerkanntes Kommunikationstool für mitteilungswillige Politiker. Im Grunde tat Dean dabei nur das, was längst getan werden musste &#8211; die Gestaltung des Wahlkampfs als politisches &#8220;In-den-Tag-Hineinleben&#8221;, das Reisen von Marktplatz zu Marktplatz mit gelegentlichen Zwischenstopps in geeigneten (oder nicht-geeigneten) Talk-Shows sowie die Inszenierung der privaten als öffentliche Person eignen sich hervorragend für die Übertragung in das digitale Tagebuchformat.</p>
<p>Schon die Kandidatenseite von Gerhard &#8220;dranbleiben&#8221; Schröder im Jahr 2002 war im Grunde nichts anderes als ein Weblog, nur ohne die Funktionalität der heutigen Angebote &#8211; die eigens zur Wahl neu gestylten Seiten bildeten die heiße Wahlkampfphase des Schröder-Teams tagesaktuell ab und garnierten das Angebot mit kleinen Info-Häppchen. In seiner<br />
                  <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/schroeder.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rezension der Kanzler-Site</a> für politik-digital schrieb Martin Bewert im Juli 2002: &#8220;&#8230;im Zentrum steht eine Deutschlandkarte mit den Hauptwahlkampfauftritten, die sogenannte &#8220;Schröder-Deutschland-Tour&#8221;, zu der die Nutzerinnen und Nutzer multimedial eingeladen sind. Bis zur Wahlentscheidung am 22. September wird jeder der 40 Schröder-Auftritte per Videostream nachvollziehbar sein.&#8221; Natürlich funktionierte die Schröder-Site nur in der klassischen &#8220;top-down&#8221;-Variante, eine Kommentierungsoption war in der für Weblogs typischen Breite nicht vorgesehen. In der Strukturierung der Wahlkampfgestaltung als politische &#8220;Daily Soap&#8221; liegt die wohl größte Affinität von Kampagnen und Weblogs &#8211; die Abbildung des politischen Tagesgeschäfts lässt sich in kaum einem anderen Format besser darstellen als mit den Infobytes direkt aus dem Bus der Kandidaten-Entourage.</p>
<p>                  <strong>Wechsel der Kommunikationsrichtung</strong><br />
                  <br />Der zweite digitale Meilenstein der Dean-Kampagne war die frühzeitige Nutzung der &#8220;Mitmach-Plattform&#8221;<br />
                  <a href="http://meetup.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meetup</a> zur Organisation der gerade in den USA so wichtigen &#8220;supporters&#8221;. Als zunächst einmal inhaltsleere Infrastruktur ermöglicht meetup den &#8220;kostenlosen Service zur Organisation lokaler Treffen über alles, irgendwo&#8221;. Die &#8220;Deaniacs&#8221; erkannten als erste die Potenziale zur internet-gestützten Vervielfältigung und Verbreitung der Botschaften ihres Hoffnungsträgers, der daher im vergangenen Spätsommer den passenden Beinamen &#8220;people-powered Howard&#8221; erhielt. Der Schlüssel für das frühzeitige Durchstarten der Dean-Kampagne lag in der Einbindung netztypischer &#8220;peer-to-peer&#8221;-Kommunikation, die vom professionellen Input aus Deans Kampagnen-Team angefeuert und unterstützt wurde. Bemerkenswert war dabei vor allem der Wechsel der Kommunikationsrichtung &#8211; das Kampagnen-Team agierte in der bewährten &#8220;top-down&#8221;-Manier, überließ aber auf der lokalen Ebene den Unterstützergruppen die Regie. Entstanden sind dadurch Horte der horizontalen Kommunikation, die Rekrutierungsbilanz der Politiker liest sich beeindruckend: Dean weiß Mitte Februar 2004 mit etwa 188.000 Registrierungen bei weitem die meisten &#8220;activists&#8221; hinter sich, Platz zwei behauptet der bereits ausgeschiedene Wesley Clark, John Kerry rangiert mit mehr als 47.000 Unterstützern erst auf Rang drei &#8211; und dem amtierenden Präsidenten geben bisher wenig mehr als 3.000 registrierte Meetup-Nutzer Rückhalt im digitalen Datenraum.</p>
<p>                  <strong>Erfolgsmodell Geldsammeln</strong><br />
                  <br />Nun darf diese Nabelschau an der Online-Front auch nicht überbewertet werden, denn schließlich verlaufen die Qualitätsgrenzen zwischen digital organisiertem Debattierklub und neumodischem &#8220;Stammtisch 2.0&#8221; fließend &#8211; doch kann die gelenkte digitale Kommunikation auch ganz reale Erfolge vorweisen: so sammelte mit Howard Dean ein Ex-Gouverneur aus der randständigen Ostküsten-Idylle Vermont bis Jahresende 2003 die mit Abstand größte Menge Spenden unter allen demokratischen Kandidaten zur Finanzierung der landesweiten Polit-Tournee &#8211; mit 41 Millionen US-Dollar sogar mehr als Fundraising-Legende Bill Clinton.</p>
<p>Mitverantwortlich für diesen Erfolg war die via Internet lancierte &#8220;100-Dollar-Revolution&#8221; als basisorientierte Akkumulation von Klein- und Kleinstspenden in Kontrast zu der nach umfangreichen Spendenpaketen schielenden Konkurrenz. Beim Online-Fundraising setzte Dean auf ein Mittel, das bereits im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf für Furore gesorgt hatte. Auch vor vier Jahren lehrte ein Außenseiter die etablierte Konkurrenz im Vorwahlkampf das Fürchten &#8211; allerdings im Lager der Republikaner: Senator John McCain sammelte im Millenium-Wahlkampf als erster hohe Spendensummen via Internet und ärgerte so den späteren Präsidenten George W. Bush. Jedoch musste sich auch McCain am Ende geschlagen geben &#8211; damals wie heute ermöglichte das digitale Säbelrasseln zwar einen guten Start ins zehrende Rennen um die Kandidatur, am Ende obsiegte jedoch der politisch &#8220;gewichtigere&#8221; und stärker im Partei-Establishment verankerte Bewerber.</p>
<p>                  <strong>Zu viel eBusiness</strong><br />
                  <br />Grund dafür könnte eine Art &#8220;Kategorienfehler&#8221; der neuen Online-Kampagnen sein &#8211; Howard Deans Online-Auftritt funktioniert in mancher Weise perfekt, nur leitet das Dean-Team keine politische Perspektive auf das Internet, sondern eine ökonomische. Die Wahlkampfmaschine &#8220;Dean Inc.&#8221; führt einen grandiosen Online-Wahlkampf, nur betreibt sie dabei nicht &#8220;e-politics&#8221;, sondern &#8220;e-business&#8221;: die Räderwerke der Online-PR laufen dank des &#8220;Blog for America&#8221; wie geschmiert, Spenden fließen dank &#8220;Online-Fundraising&#8221; ohne Unterlass und dank &#8220;Meetup&#8221; stimmt auch die &#8220;Customer Relationship&#8221;. Doch leider sind all dies Benchmark-Posten aus dem Bereich des digitalen Kommerzes und nicht aus dem Feld der digitalen Politik &#8211; dass es zwischen diesen beiden Feldern offenbar Unterschiede gibt, machen die angesichts der Vorschusslorbeeren bescheidenen Primary-Resultate Deans mehr als deutlich.</p>
<p>                  <strong>Politikarena Internet</strong><br />
                  <br />Ist also &#8220;das Internet&#8221; doch nicht in der Lage, ein politisches Erdbeben auszulösen? Ja und nein. Wie stets bei solchen Kardinalfragen werden schnell jene Stimmen laut, die das Netz auf ein normales Maß zurecht stutzen wollen und ihm jeglichen oder zumindest größeren Einfluss auf politische Prozesse absprechen. Doch ganz so ist es nicht &#8211; nimmt man allein die Zahlen der eingeschriebenen Unterstützer einzelner Kampagnen und wertet sie als eine Art &#8220;Schnuppermitgliedschaft&#8221; im politischen Fitness-Club, so dürften den Parteistrategen hierzulande die Tränen in die Augen schießen. Auch Inhalte, Reichweite und Feedback politischer Weblogs geben angesichts einer immer trister werdenden Medienlandschaft zwischen Konzentration und Boulevard Anlass zur Hoffnung. Und schließlich sind auch die ganz manifesten Veränderungen im Beteiligungsverhalten nicht aus den Augen zu verlieren &#8211; bei den diesjährigen Primaries sind mitunter beträchtliche Mobilisierungseffekte zu beobachten und gleich in mehreren Bundesstaaten wurden Rekorde bei der Bewerberauswahl gemeldet.</p>
<p>Wenngleich ein Kurzschluss zwischen lebhaften Online-Kampagnen und gesteigertem Interesse an der innerparteilichen Vorauswahl vermieden werden sollte, ist der Anteil der politik-orientierten Online-Kommunikation an einer Renaissance des komplizierten Auswahlverfahrens kaum zu leugnen. Dass das Internet dabei gelegentlich nicht über die Rolle des medialen Erfüllungsgehilfen bei der Inszenierung einer politischen Daily-Soap hinaus gekommen ist, darf nicht dem Medium selbst angekreidet werden &#8211; sondern nur seinen auf einem Auge blinden Nutzern: den &#8220;dotcom-Politikern&#8221; nämlich, die sich exzellent auf politisches E-Business verstehen, das Internet als genuinen Raum für politische Aushandlungsprozesse jedoch zunehmend verstellen.<br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 18.02.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                          <em><br />
                            <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                          </em></p>
<p>                          <em><br />
                            <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                          </em><br />
                          
                        </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                  </p>
<p>
                    <strong>Weiterführende Artikel:</strong><br />
                    
                  </p>
<ul>
<li>
                    <strong>Dossier</strong><br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#us04">US-Präsidentschaftswahlen 2004</a><br />
                    </li>
</ul>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
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		<title>Erfolg der Blogosphäre wird steigen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlkampf-webloginterview-shtml-2632/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.<!--break--></p>
<p>
                      <strong>Der ehemalige Dean-Berater und erfolgreiche Weblogger Markos im Interview: Wer Dean diskreditieren und die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf bringen will, wird enttäuscht werden. Übersetzung von Stefanie Dowe.</strong>
                    </p>
<p>
                    <img decoding="async" height="117" alt="Markos Moulitsas Zúniga" src="/salon/photos/mmulitsas85x117.jpg" width="85" align="left" />Markos Moulitsas Zuniga ist der Kopf des politischen Weblogs<br />
                    <a href="http://www.dailykos.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daily Kos</a>, einem der erfolgreichsten in den USA. Er ist ein typischer Vertreter seiner Zunft. Begonnen hat alles in San Francisco, wo er nach dem Jurastudium in Boston hinzog um seine ersten dot.com Millionen zu machen. Der Traum des 1971 geborenen Sohnes eines griechischen Vaters und einer salvadorianischen Mutter wurde durch den Zusammenbruch des New Economy Booms zerstört. Daraufhin gründete er seine eigene politische Unternehmensberatung und beschäftigt sich mit dem Aufbau von Online-Communities für Kampagnen auf House-, Senats- und Gouverneursebene. Seine Firma war beratend in der Dean Kampagne tätig und Teil der &#8220;Draft Clark&#8221; Bewegung. Während seiner Armeezeit von 1989 bis 1992 hat Markos in Bamberg, Bayern gelebt. &#8220;Ich hatte einen Computer während ich in der Armee war. Dieser war jedoch nicht ans Internet angeschlossen. Ich habe ihn zum Briefe schreiben und Spiele spielen benutzt&#8221;, schildert Markos seine Zeit in Deutschland. Sein Spitzname während der Armeezeit &#8220;Kos&#8221; stand bei der Namensgebung des Netztagebuches Pate.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Daily Kos ist ein politisches Weblog. Was ist der Kerngedanke des Projekts? Wird es nur von dir in Berkeley, Kalifornien umgesetzt?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Daily Kos besteht nur aus mir, obwohl ich inzwischen zahlreiche Gastbeiträge benutze, um meine Arbeitslast zu erleichtern. Ich habe die Website direkt nach dem Krieg in Afghanistan im Frühjahr 2002 aufgebaut, als sich Amerika mitten im Patriotismus-Fieber befand. Bush zu kritisieren wurde als unpatriotisch bezeichnet. Ich konnte jedoch sehen, dass die Bush-Politik in unserem Land großen Schaden verursachte. Daher ereiferte ich mich bei meinen Kollegen über den Horror der Bush Administration, obwohl ich wusste, dass diese genug von meinem Gerede hatten. Deshalb suchte ich nach einer anderen Möglichkeit meine Frustration auszudrücken und startete Daily Kos. Ich habe nicht erwartet, dass es so ein Erfolg werden würde. Am Anfang wollte ich einfach nur schreiben, um mit der politischen Situation unseres Landes klarzukommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ich habe gelesen, dass du als bezahlter Berater für Dean arbeitest. Ist Daily Kos Teil der offiziellen Kampagne und in welcher Art und Weise arbeitest du zur Zeit für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Im Moment machen wir nichts für die Kampagne von Dean. Meine Firma hat zu Beginn des Wahlkampfes für Dean gearbeitet (Ende 2002 und Frühjahr 2003). Kurz gesagt haben wir sie hinsichtlich des Aufbaus einer Online Community unter zu Hilfenahme von Blogs und Meetups beraten. Diese Tage liegen lange zurück.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Was ist der Unterschied zwischen deinem Blog und dem offiziellen &#8220;Dean For America&#8221; Blog (DFA)?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das DFA Blog ist ein offizielles Kampagnen-Kommunikations-Tool. Daily Kos war nie und ist nicht mit der Dean Kampagne verbunden. Es ist einfach nur mein kleiner Beitrag. Obwohl ich ein Befürworter von Dean bin, kommen einige der Gastbeiträge meiner Site von Clark oder Edwards oder Gephardts Unterstützern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ändert das Internat als Kampagnen-Tool die Art der Politik? Oder ist dies nur ein Mythos und Dean ein dot.com Crash? Handelt es sich um einen Kampf zwischen altmodischer und moderner Kampagnenführung, zwischen alten Massenmedien und neuen Medien?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das Internet brachte Dean 40 Millionen Dollar und Hunderttausende freiwillige Unterstützer. Die Kampagne verschwendete das Geld an unwirksamen Fernsehspots und missbrauchte die Unterstützer. Die Tatsache, dass Dean abstürzte, hatte nichts mit dem Internet zu tun. Wir haben unsere Rolle sehr gut erfüllt. Die Wahlkampfleiter und Medienbeauftragten haben jämmerlich versagt. Tatsache ist, dass jeder Kandidat heutzutage ein Blog hat. Jeder Kandidat versucht eine Online Community aufzubauen. Es ist ein wesentliche Vorraussetzung, um jeden großen Wahlkampf voranzubringen. Anders gesagt: Gore benutzte im Jahr 2000 Fernsehwerbung und verlor. Fernsehwerbung wird also überbewertet. Das scheint absurd, nicht wahr? Ist es. Das Internet ist nur ein Tool. Es kann bei einer Wahl eine große Rolle spielen (sieh, was es Dean gebracht hat). Letzten Endes ist das Internet jedoch nur eines von vielen Tools in der Kampagnen-Box. Wenn die anderen Tools nicht richtig genutzt werden, wird die Kampagne misslingen. Es gibt eine Menge Berater und politische Insider, die sich an Dean´s Fall ergötzt haben. Sie verstehen das Internet nicht und wollen lieber, dass alles so bleibt wie es ist. Sie sprechen nicht die Sprache des Internets mit &#8220;Blogs&#8221; und &#8220;Meetups&#8221;, mit &#8220;Comment Threads&#8221;, &#8220;Trolls&#8221; und &#8220;Flames&#8221;. Wenn diese Leute Dean diskreditieren, denken sie, damit die Nutzung neuer Technologien für politische Zwecke in Verruf zu bringen. Solche Leute werden enttäuscht werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Warum benutzt du ein Weblog und nicht eine normale Website? Was ist der Vorteil deines Weblogs?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Weblogs benutzen eine Software, die auf einfache und schnelle Weise Aktualisierungen ermöglichen. Ich hatte vor langer Zeit (in den späten 90ern) schon einmal ein &#8220;Blog&#8221;. Damals musste ich dieses jedoch jeden Tag per HTML aktualisieren. Das war extrem anstrengend.</p>
<p>Außerdem hat das Blog-Format &#8211; mit ständig aktualisierten Nachrichten auf der Homepage &#8211; eine großartige Nutzeroberfläche. Die Nutzer finden die gesuchten Informationen ohne durch eine Vielzahl von Seiten klicken zu müssen. Sie können sofort sehen, ob die Website aktualisiert wurde. Zusätzlich erlaubt die Kommentar-Funktion den Nutzern inhaltlich zur Seite beizutragen. Daily Kos ist daher nicht ein einseitiger, langweiliger Kommunikationsstrom. Es gleicht eher einer Gemeindesitzung, in welcher alle über ihre Anliegen berichten können. Ich bin so eine Art Bürgermeister, welcher die Regeln und die Tagesordnung bestimmt. Daily Kos ist jedoch sehr viel größer als ich.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer nutzt Daily Kos? Jung, männlich &#8230;? Wie viele Besucher hat die Website am Tag?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Die Altergruppen sind überraschender Weise sehr gleichmäßig verteilt. Es besuchen nicht nur junge Leute die Site, jedoch sind es überwiegend männliche Nutzer. Männer sind den Frauen 60 Prozent zu 40 Prozent zahlenmäßig überlegen. Der Besucherdurchschnitt liegt bei 100.000 Besuchen pro Tag. Während der Woche kommt die Website täglich auf ca. 120.000 Besuche. An Wahltagen haben wir sogar ca. 150.000 Besuche.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Gibt es irgendwelche schmutzigen Tricks in den Kampagnen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Außer Push-Polling wurde nicht viel über schmutzige Tricks berichtet. Jede Kampagne benutzt Tricks und es wird sehr schmutzig in der landesweiten Wahl gegen die Republikaner werden. So weit ich weiß, war Kerry´s Organisation als einzige in schmutzige Tricks verwickelt, aber ich habe keine Beweise.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Du beobachtest die etablierten Medien. Möchtest du eine Gegen-Öffentlichkeit schaffen und die öffentliche Meinung beeinflussen?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Das ist die Idee. Die USA basierte auf politisch verfärbten Medien. Erst seit kurzem versuchen die etablierten Medien fair und ausgewogen zu sein. Das ist jedoch nicht möglich. Mir wäre es lieber, wenn Nachrichtensender ihre politischen Ansichten öffentlich kund tun würden, so wie in der britischen Presse. Das ist ehrlicher und erlaubt dem Leser die Informationen aufzunehmen, um die politische Ausrichtung ihrer Quelle wissend. Jeder bei Daily Kos weiß, dass ich ein Demokrat bin und Dean unterstütze. Sie können meine Beiträge daher unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Sie können gerne unterschiedlicher Meinung sein und mich &#8220;vernichten&#8221;, wenn sie wollen.<br />
                    <br />Letztendlich glaube ich an den steigenden Erfolg der &#8220;Blogosphäre&#8221; &#8211; auf der rechten und linken Seite &#8211; , als Beweis dafür, dass sich die Leute nach klar positionierten Informationen sehnen. Dies führt vielleicht dazu, dass die großen Medienvertriebe (Zeitungen und Fernsehstationen) ihre politische Gesinnung stolz zeigen werden. Ich denke, dass damit unserem Land besser gedient wäre.<br />
                    <br />Noch eine Bemerkung. Ich bin nicht so sehr daran interessiert, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, sondern das Washington DC Insider Establishment. Ich möchte den politischen Prozess für Leute öffnen, die momentan desillusioniert und teilnahmslos sind. Ich denke, dass wir durch das Öffnen des Establishments und den Einbezug der Parteibasis entlang des Modells der Dean Kampagne die demokratische Partei neu beleben können &#8211; kleine Spender, aktive Unterstützer, die hart am Wahlerfolg der Demokraten arbeiten und die Richtung des Landes ändern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wer wird gewinnen? Dean, Kerry, oder Edwards? Gibt es noch eine Chance für Dean?</p>
<p>
                    <strong>Markos:</strong> Wer weiß. Kerry liegt an der Spitze, aber auch Edwards ist gut dabei. Dean scheint ab vom Schuss, wird aber über mehr Geld als jeder andere verfügen. Ich gebe ihm eine 20prozentige Chance. Kerry 50 Prozent. Edwards 25 Prozent. Diese Zahlen werden sich höchstwahrscheinlich ändern, wenn die Ergebnisse weiterer Vorwahlen bekannt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Vielen Dank für das Interview!<br />
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Friedensbewegung mit täglichem Update</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/krieg-im-irak/netzkampagnenprotest-shtml-2660/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[hobermeier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Mar 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Koordination]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensbewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Friedensbewegung profitiert vom Medien-Mix:
                      Straßenproteste werden im Internet organisiert, doch der persönliche Kontakt zählt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Friedensbewegung profitiert vom Medien-Mix:<br />
                      <br />Straßenproteste werden im Internet organisiert, doch der persönliche Kontakt zählt.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>Virtuelle Koordination</strong><br />
                    <br />Den Krieg hat die Friedensbewegung nicht verhindert. Doch seit Wochen formiert sie sich in neuer Stärke. Das Internet macht&#8217;s möglich. Dort arbeiten große Organisationen und kleinste Gruppen eng zusammen: Wer will, stellt unter<br />
                    <a href="http://www.tag-x.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.tag-x.de</a> lokale Aktionen zum Kriegsbeginn ein und damit in einen größeren Zusammenhang. Vom<br />
                    <a href="http://www.foren.journalismus.com/read.php3?f=59&amp;i=119&amp;loc=0&amp;t=119" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufruf</a> an Journalisten, am Tag-X für 24 Stunden ihre Websites zu dunkeln bis zur Terminvereinbarung zu regionalen Massenprotesten zeigt sich die virtuelle Friedensfront gewappnet. Unter den verschiedensten Mottos treffen sich Bürger quer durch die Republik zu Kundgebungen, Menschenketten und Unterschriftensammlungen. Der Hannoveraner Motorradclub &#8220;Kuhle Wampe&#8221; plant eine Staffette gegen den Irakkrieg, in Berlin stehen seit geraumer Zeit &#8220;Inspektion&#8221; und Belagerung der US-Botschaft im Terminkalender und die Bürger Hamms rufen jeden Freitag zur Mahnwache in der Fußgängerzone auf. Übers Internet lassen sich Ankündigungen schnell und billig kommunizieren.</p>
<p>
                    <strong>Mobilisierung durchs WWW enorm vereinfacht</strong><br />
                    <br />Seit 1989 haben sich die Bedingungen für friedenspolitische Arbeit &#8220;von unten&#8221; verändert. Laura von Wimmersperg, seit 20 Jahren Aktivistin in der<br />
                    <a href="http://www.friedenskooperative.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friedenskooperative</a> und der Berliner Friedenskoordination, zum 15. Februar: &#8220;Die operativen Möglichkeiten haben sich durchs Internet erheblich verbessert. Neben den üblichen Anschreiben sind in unserer<br />
                    <a href="http://www.friko-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">friko-Mail</a> rund 250 Adressen von Organisatoren im Verteiler .“Allerdings sagt von Wimmersperg auch: &#8220;Persönlicher Kontakt und das Gespräch bleiben trotzdem außerordentlich wichtig.&#8221; Doch das WWW sei eine inzwischen unverzichtbare und preisgünstige Brücke zur Öffentlichkeit, fehlen doch den meisten NGOs die Mittel für aufwendige TV-Spots oder Anzeigen in der Presse.</p>
<p>Reinhard J. Voß von<br />
                    <a href="http://www.paxchristi.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pax Christi</a> schlägt in eine ähnliche Kerbe. Über den 15. Februar sagt er: &#8220;Ich hatte den Eindruck, es brauche kaum noch öffentliche Plakate. Netzwerkstrukturen haben eine eigene Dynamik. Aber sie sind notwendig gekoppelt an ein funktionierendes Netzwerk von Organisationen und Personen.&#8221; Außerdem habe sich im Gegensatz zur Friedensbewegung der 80er Jahre die Mobilisierung enorm vereinfacht. In puncto Vernetzung mit internationalen NGOs sei das Internet für Pax Christi inzwischen unabdingbar.</p>
<p>Auch die Globalisierungskritiker von<br />
                    <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Attac</a> gelten mithin als treibende Kraft der Antikriegsbewegung. Vor allem in Internet-Foren, dem wichtigsten Kommunikationsmedium bei Attac, toben regelmäßig heikle Debatten zu Globalisierung, Antisemitismus und dem Nahostkonflikt. Vor allem in der Organisation von Anreise via Bus oder Mitfahrbörse, Übernachtungen oder Koordination der Treffpunkte von Großdemonstrationen, Blockaden oder Streiks erweist sich das WWW als unverzichtbar, wie der 15. Februar oder die Lichterkette in Berlin gezeigt haben. &#8220;Vor den Demos hatten wir rund 10.000 Zugriffe pro Tag. Als besonders praktisch erwies sich dabei die interaktive Bettenbörse. Wir hatten rund 150 Aktive im Verteiler, die direkt in Planung und Koordination eingebunden waren. Unsere Mailinglisten sind Gold wert&#8221;, sagt Katrin Scherer von der Attac-Vorbereitungsgruppe 15. Februrar.</p>
<p>
                    <strong>eMail: zu schnelle Variante des Protests?</strong><br />
                    <br />Allerdings sei das Internet als Informationsquelle auch nicht das non plus ultra, da es viele Non-Liner ausgrenze. Zudem sagt Katrin Scherer, &#8220;sind wir der Meinung, dass anonyme eMails eine viel zu schnelle Variante des Protests darstellen. Der Rezipient setzt sich meist nicht mehr intensiv mit der Thematik auseinander. Ich glaube, dass Menschen, die bewusst zur Demonstration gehen, sich aktiver einbringen.&#8221;<br />
                    <br />Die Aktion<br />
                    <a href="http://www.resistthewar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Resist</a>, die zivilen Ungehorsam und friedlichen Widerstand propagiert, geht auf die Initiative von Attac-Gründungsmitgliedern zurück. Der Pressseprecher der Kampagne, Christoph Bautz, ist vom hohen Nutzwert des Internets überzeugt: &#8220;Mit diesem zentralen Medium haben wir eine hohe Usage. Via Info-Letters und eMail erreichen wir einen hohen Mobilisierungsgrad. Wir beschicken damit auch andere Organisationen und die Zusammenarbeit klappt einwandfrei. Die Leute sehen, was bundesweit passiert und trotzdem kommen regionale Aktionen im Netz nicht zu kurz. Die Friedensbewegung ist dadurch ohne Zweifel breiter geworden. Es ist ein ziemliches Novum, dass die Massen schon bevor die Bomben fallen mobilisiert werden können.&#8221; Entscheidend bleibe bis auf weiteres dennoch der richtige Mix aus neuen und alten Medien. Letztere gewännen gerade in der Kombination mit den Neuen an Spannung. Bautz: &#8220;Wir geben ohnehin schon sehr viel Geld für unsere Kampagnen aus, da hilft uns dann etwa der E-Mail-Verteiler von Attac mit über 25.000 Adressen enorm.&#8221;</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.3.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Von Jägern und Sammlern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[GOP Team Leader Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[republikanische Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfhelfer]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwilligenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Rekrutierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kongresswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Oder: Wie die republikanische Partei mit Hilfe von Klappstühlen und Mousepads die Kongresswahlen gewinnen will
                    
                    ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Oder: Wie die republikanische Partei mit Hilfe von Klappstühlen und Mousepads die Kongresswahlen gewinnen will</p>
<p><!--break-->Es gibt Menschen, bei denen ein Scrabbleabend mit Freunden zur verbissenen Wortjagd ausartet und die nach einer Niederlage im Mensch-Ärger-Dich-Nicht am liebsten das Brett umwerfen würden. Es sind dieselben, die früher beim Kindergeburtstags-Minigolf immer am ambitioniertesten waren und folgerichtig auch die meisten Punkte einheimsten. Für diese Menschen hat die republikanische Partei ein neues Online-Werkzeug entwickelt, welches den Konservativen im diesjährigen Kongresswahlkampf, bei dem es um hauchdünne Mehrheiten geht, den nötigen Stimmenvorteil bringen soll: Das<br />
                    <a href="http://www.gopteamleader.com">GOP Team Leader Projekt</a>, das von den Republikanern enthusiastisch als die Innovation des Online-Wahlkampfes angekündigt wurde.</p>
<p>
                    <strong>Punkte sammeln</strong><br />
                    <strong>für den Sieg</strong><br />
                    <br />Die Webseite ist eine Art Onlinetoolbox basierend auf dem Team Leader Program, welches 2000 für die „Bush for President“-Kampagne entwickelt worden war, um Aktivitäten auf der grassroots-Ebene zu fördern und mehr Republikaner zum Wahlgang zu bewegen. gop teamleader.com soll als eine Art virtuelles Kommandozentrum fungieren, über die Parteiaktivisten lernen können, wie sie ihre Partei im Wahlkampf effektiv unterstützen können. Über die Seite sollen Freiwillige auf lokaler Ebene Medienbeobachtung betreiben, republikanische Politikinhalte verbreiten und um Unterstützung für die jeweiligen Kongresskandidaten werben. Dies allein mag Wahlkampfstrategen hierzulande nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken – wo ist der Clou?</p>
<p>In der Tat kommt die GOP Team Leader-Homepage auf den ersten Blick wenig revolutionär daher: Viele Stars and Stripes im Hintergrund und ein lächelnder Präsident Bush in patriotischen Posen. Potentielle GOP-Aktivisten werden aufgefordert „to help further President Bush´s Agenda for America.“ Die wunderbare Welt der GOP Team Leader erschliesst sich erst, wenn man auf das Feld „About Team Leader“ geht und sich als solcher registrieren lässt. Dann nämlich kann man Emails an seine Abgeordneten schreiben und sogar ein eigenes Aktivistenteam bilden! Aber das ist noch gar nichts verglichen mit der Möglichkeit, durch die Komplettierung von „action items“ GOPoints zu sammeln, die man dann hinterher im republikanischen Onlineshop für Kühltaschen und ähnliche unverzichtbare Gegenstände des täglichen Lebens einlösen kann, alle natürlich mit dem authentischen Team-Leader-Logo versehen. Wer also früher glänzende Augen bekommen hat, wenn die Kandidaten bei der Glücksradshow ihre gesammelten Punkte in Gewinne einlösen konnten („Ich nehme die Kaffeemaschine, die Duschhaube, den multifunktionalen Gemüsepürierer&#8230;“), der ist hier richtig. Für die weniger emsigen Teamleader gibt es Mousepads (95 Punkte), für die ganz fleissigen den „Deluxe Compact Chair“ (zu Deutsch Klappstuhl, 595 Punkte). Ausserdem wird einmal im Monat der Team Leader des Monats prämiert.</p>
<p>
                    <strong>Wie wird man GOP Team Leader?</strong><br />
                    <br />Doch was genau muss man tun, um zu solchen Ehren zu gelangen? Zuallererst gibt man sein Profil ein, welches dazu dient, den jeweiligen Teamleader mit massgeschneiderten Informationen rund um seine Abgeordneten und die republikanische Politik in seinem Bundesstaat zu versorgen. Dann beginnt man damit, ein Team von Gleichgesinnten um sich zu scharen, an die die erhaltenen Informationen weitergeleitet werden, um so nach dem Multiplikatorprinzip möglichst viele Leute für republikanische Politikinhalte zu interessieren. Auch dafür gibt es GOPoints – einen für jedes neue Mitglied, welches sich das erste Mal einloggt. Aber das reicht noch nicht, um die ganz grossen Gewinne abzustauben. Die gibt es erst, wenn man das „action center“ anklickt, wo dann die bereits erwähnten „action items“ aufgeführt sind. Neben eher konventionellen Aktionen wie der Beobachtung der lokalen Medienberichterstattung, dem Schreiben von Leserbriefen und dem Ausdrucken und Verteilen von Informationen rund um die republikanische Politik wird der frisch gekürte Teamleader aufgefordert, seine Ansage auf dem Anrufbeantworter zu ändern, und alle Anrufer dazu aufzufordern, bei den Kongresswahlen doch bitte für die Republikaner zu stimmen.<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                      <br />
                    </strong><br />
                    <strong>Bei den Demokraten: Ohne Moos nichts los<br />
                    <br /></strong>Und die Demokraten? Was haben die dem ausgefeilten Anreizsystem des Team Leader-Programms entgegenzuhalten? Deren Aktivistenhomepage<br />
                    <a href="http://www.democrats.org">www.democrats.org</a> offenbart nichts von den Unternehmergeist des Teamleader-Projekts. Hier wird man aufgefordert, dem Präsidenten per Email mitzuteilen, wie wenig man von seiner Politik hält, und bekommt dafür nicht mal einen läppischen Kugelschreiber! Die Macher der Seite scheinen noch nicht verstanden haben, dass für die Komplettierung eines solchen „action items“ zumindest ein Mousepad herausspringen sollte. Zwar kann man auch bei den Demokraten online shoppen, nur leider kommt man mit den hart verdienten GOPoints nicht weit – hier wird immer noch in amerikanischen Dollars gezahlt. Und das nicht zu knapp: Wer in Erwägung gezogen hatte, sein Wohnzimmer mit dem Prachtstück aus der demokratischen Kollektion &#8211; einem futuristisch anmutende Kristallwürfel mit eingraviertem Esel – zu schmücken, dem vergeht angesichts des Preises schnell die Lust: 175 Dollar. Auch für herkömmliche Kugelschreiber und Kaffeetassen („lagge mug“ in der Luxusversion) muss der Demokrat tief in die Tasche greifen.</p>
<p>Die Republikaner gewinnen die Wahl. Denn wer würde schon 175 Dollar für eine geschmacklose Kristallskulptur zahlen, wenn er den Luxus-Klappstuhl der Republikaner mit ein bisschen Partei-Engagement ganz umsonst bekommen kann!</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 31.10.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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