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	<title>politische Kommunikation &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Politik als Inszenierung? Von der Talkshow zum Vlog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Malte Hunfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 09:00:52 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Politische Wettkämpfe sind geprägt durch große Versprechungen für die Bevölkerung und für böse Unterstellungen gegenüber der politischen Gegner*innen. Gerade ist dies wieder besonders eindrucksvoll im amerikanischen Wahlkampf zu beobachten, in dem im Besonderen durch<br />
das Trump Team der Wettstreit um Wähler*innenstimmen und sogar Einschaltquoten wie eine Fernsehshow anmutete. Aber die Strategie, Politik oder politische Vorhaben zu inszenieren, war bereits zuvor Teil der politischen Sphäre.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Im <a href="https://www.politik-digital.de/news/paradigmenwechsel-162874/">vorherigen Beitrag</a> ging es um das Wechselverhältnis vom politischen Akteur zum Medienakteur und wie sich dieses durch die sozialen Netzwerke ändert. An dieser Stelle wird der Frage nachgegangen, wie sich politische Kommunikation allgemein durch die neuen Gegebenheiten wandelt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Mit dem Aufkommen der sogenannten Mediendemokratie, circa ab den 1980er Jahren, wandelten sich auch die Kommunikationsbemühungen politischer Akteure gegenüber der Öffentlichkeit. Das über das Fernsehen ausgestrahlte Bewegtbild war schnell das bedeutendste Medium. Dabei transportiert das Fernsehen nicht lediglich Informationen, sondern dient auch der Unterhaltung. Es ist naheliegend, dass dies von Kommunikationsstrateg*innen wahrgenommen und berücksichtigt wurde. Mit dem Aufkommen verschiedener Ausprägungen der Mediendemokratie nahm auch die Bedeutung der öffentlichkeitswirksamen und unterhaltende Inszenierung von politischen Überzeugungen, Vorhaben und Narrativen zu. Solch eine Kombination von politischen Elementen mit Unterhaltungsaspekten wird als Politainment bezeichnet</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Am deutlichsten wird dies mit dem Format der Polit-Talkshow. Nicht ohne Grund beinhaltet das Wort den Begriff “Show”. Es geht darum zu streiten, zu debattieren und zu unterstellen. Fakten spielen eine untergeordnete Rolle, die Zuschauer*innen sollen unterhalten werden. Immer wieder äußern sich Personen, die sonst wenig Berührungspunkte mit politischen Rhetoriken bei öffentlichen Auftritten haben, irritiert über ihre Talkshowerfahrungen. Während vor der Kamera Politiker*innen leidenschaftlich aufeinander und gegeneinander einreden und nichts unversucht lassen, damit die Zuschauer*innen die politische Konkurrenz nicht vergisst, wandelt sich dieses Verhalten, sobald die Lichter und Kameras aus sind. Ohne Zuschauer*innen vor den Bildschirmen reden viel Akteure wie Politiker*innen sachlich und freundlich miteinander.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ihr Hoch hatte das Format der Talkshow in Deutschland in den 1990er Jahren. Für den politischen Akteur versprachen die Sendungen Aufmerksamkeit, obwohl neue Publikumsschichten nur schwerlich zu erreichen waren. Vorteilhaft war, dass in der Talkshow getätigte Statements jedes Mal das Potenzial hatten und auch heute noch haben von Medienakteuren aufgegriffen zu werden und als Ausschnitt in TV-Magazinen oder als Zitat in Tageszeitungen wiederzufinden. Somit können im Nachhinein Personenkreise erreicht werden, die die Talkshow nicht eingeschaltet haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>War das Medium der 1980er und 1990er Jahre das Fernsehen, ist das Medium der Gegenwart mehr und mehr das Internet. Laut der ARD/ZDF-Medienstudie für das Jahr 2019 sind 90 Prozent der Bundesbürger*innen mittlerweile im Internet unterwegs &#8211; über 70 Prozent gar täglich. Zugleich sinken Zuschauerzahlen des linearen Fernsehens.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Einhergehend mit dem Aufkommen des Internets sind auch neue Möglichkeiten der (politischen) Inszenierung entstanden. Viele Spitzenpolitiker*innen verfügen heute über ein eigenes Twitter Profil (obwohl diese Profile nicht selten von Social Media Beauftragten bespielt werden) und kaum eine Initiative, die nicht mindestens eine Facebook Fanpage betreibt, über die Informationen und Botschaften bereitgestellt werden. Seltener existiert ein YouTube Kanal, über die jedoch teils sehr kreative Formate umgesetzt werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die neuen Inszenierungsmöglichkeiten sind durch soziale Netzwerke weitreichend. Die grafisch aufbereitete Informationskachel oder das humorvolle Meme kann problemlos etwa auf Twitter oder Facebook hochgeladen und durch dessen Nutzer*innen weiter verbreitet werden. Auf Instagram<br />
kann das eigene Privatleben der Politiker*innen oder der reichweitestarken Aktivist*innen als Homestory<br />
präsentiert werden. YouTube bietet die Möglichkeiten Inzinierungslogiken des Bewegtbildes selbst anzuwenden und etwa im musikalisch untermalten Vlog die persönliche Meinung über das politische Tagesgeschehen zu äußern.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ähnlich des Beispiels mit dem durch Medien aufgegriffenen Talkshow-Statement können auch Social Media Beiträge für Medienbeiträge verwertet werden. So lässt sich etwa ein Tweet zitieren oder gleich durch einen Einbettungscode in einem Online-Nachrichtenbeitrag präsentieren. Ähnliches bei dem Online-Video. Dieses kann in TV-Beiträgen eingearbeitet oder ebenfalls per Einbettungscode<br />
auf anderen Seiten präsentiert werden. Somit hat der politische Akteur ein starkes Interesse eigene Beiträge so zu gestalten, dass Medienakteure den Beitrag an sich für zitier- oder berichtenswert halten, oder der Beitrag von sich aus viral geht. Die Notwendigkeit politische Inhalte mit Unterhaltungsaspekten zu kombinieren, um Personen zu erreichen, hat sich seit der durch das TV-Gerät geprägten Mediendemokratie nicht gewandelt. Jedoch sind durch das Internet und durch die sozialen Netzwerke neue Distributionskanäle entstanden, die den Aspekt des Politainments womöglich noch stärker zu berücksichtigen haben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der YouTube Kanal beispielsweise von Aktion Mensch hat all dies souverän umgesetzt. Auf unterhaltsame weise präsentieren die Moderator*innen Aspekte aus dem Leben von Menschen mit Behinderungen und werden gleichzeitig als Influencer*innen aufgebaut. Die Zuschauer*innen fangen an sich mit den Moderatoren*innen zu identifizieren, sie werden auf YouTube-typische Art unterhalten und werden zeitgleich für das Thema sensibilisiert. Auch die drei SPD Politiker Lars Klingbeil, Tiemo Wölken und Kevin Kühnert treten des Öfteren mal gemeinsam, mal alleine vor die Kamera, um Stellung zu tagesaktuellen Themen zu nehmen. Für die Zuschauer*innen sind sie als Menschen nahbar. Sie informieren und unterhalten zugleich.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Für den politischen Akteur von Bedeutung ist es, beim Online-Politainment authentisch und seriös zu bleiben, aber dennoch locker aufzutreten. Andernfalls droht die Abstrafung durch die Zuschauer*innen. Als vor wenigen Monaten die CSU ihr Online-Video Format CSyou startete, war der Spott groß. Neben Fake News Vorwürfen von Faktenfindern wurden vor allem die das erste Video bestimmenden Negative Campaining Elemente und das massive Eigenlob kritisiert. Die schlecht gemachte Umsetzung, das enorme Zurückgreifen auf Soundeffekte und das als nicht-authentisch wahrgenommene Auftreten des Moderators und Social-Media-Managers der CSU „Armin“ nahmen dem Video und Botschaften ihre Seriosität. Dennoch: Das Format gibt es immer noch, die Reaktionen sind aber weiterhin überwiegend negativ.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Inzenierungsaspekte spielen in der politischen Kommunikation über das Internet und die sozialen<br />
Netzwerke eine elementare Rolle. Zentral dabei ist es authentisch aufzutreten und dennoch eine dem Thema gebührende Seriosität an den Tag zu legen, um die Öffentlichkeit auf die gewünschte Art und Weise zu erreichen. Jedoch hat sich in diesem Kontext die Zusammensetzung „der Öffentlichkeit“ seit der Mediendemokratie gewandelt. Diesem neuen Öffentlichkeitsverständnis widmet sich der nächste Beitrag.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@mrrrk_smith?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">John-Mark Smith</a> on <a href="https://unsplash.com/photos/2aGqWIH49UA">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Wie die Digitalisierung die Demokratie und unsere Sicht darauf verändert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Malte Hunfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 08:59:40 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch die Politikwissenschaft hat sich mit dem vermeintlichen Wechselverhältnis von politischen<br />
Akteuren zu Medienakteuren beschäftigt &#8211; und ist dabei zu teils widersprüchlichen Ergebnissen gelangt. Es lässt sich dabei zwischen vier Modellen unterscheiden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Gewaltenteilungsparadigma postuliert die Medien als vierte Gewalt im Sinne der Gewaltenteilungslehre nach Montesquieu. Jedoch wird dabei den konstituierenden Gewalten (Legislative,<br />
Exekutive und Judikative) keine vierte Gewalt an die Seite gestellt. Vielmehr übernehmen nach dieser<br />
Vorstellung die Medien eine Kontrollfunktion. Medien sind Gatekeeper im Sinne eines Wächteramtes.<br />
Es liegt in ihrem Ermessen, was die Öffentlichkeit auf welche Art und Weise erfährt und wie diese Information eingeordnet wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Instrumentalisierungsparadigma durch Medienakteure (in den Politikwissenschaften auch<br />
Dependenzthese oder Dependenz-Modell genannt) geht davon aus, dass politische Entscheidungen<br />
maßgeblich durch die Logiken der Medien beeinflusst werden. Medien haben einen gewissen Einfluss auf politische Akteure und nutzen diesen auch. Der politische Akteur unterwirft sich im Auftreten vermeintlicher Vorgaben und die eigene Autonomie geht verloren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Instrumentalisierungsparadigma durch politische Akteure (auch Funktionalisiserungsthese) &#8211; nur mit verkehrtem Vorzeichen. Medien sind Verlautbarungsorgane der Politik. Durch einen wachsenden ökonomischen Druck und schwindende Ressourcen ist der oder die Journalist*in zunehmend auf die Quellen angewiesen und das Mächteungleichgewicht steigt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine vermittelnde Position unter diesen Vorstellungen nimmt das Symbiose-Paradigma (Interdependenz-<br />
Modell oder auch Interdependenzthese) ein. Die politische und die Mediensphäre treten in eine gewisse Abhängigkeit, von der beide Seiten profitieren. Politische Akteure nutzen den Kontakt zu Medienvertreter*innen, um Präsenz in der Öffentlichkeit zu erlangen &#8211; Medienvertreter*innen nutzen ihre politischen Kontakte, um Zugang zu Informationen zu erhalten. Es handelt sich dabei um eine Tauschbeziehung: Information gegen Publizität &#8211; und umgekehrt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Diese vier Paradigmen über das Wechselverhältnis politischer zu Medienakteuren haben die Mediendemokratie als Grundannahme. Demnach sind Medien zu einem bestimmenden Element in<br />
der Gesellschaft geworden. Ihren Ursprung haben diese Vorstellungen in der tiefgreifenden Transformation des Mediensystems, gekennzeichnet etwa durch das Herausbilden des dualisierten<br />
Rundfunks seit den achtziger Jahren und dem Wandel eines durch nächtliche Sendepausen unterbrochenen TV-Programms zu einem 24-Stunden-Programm.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Heute beobachten wir wieder tiefgreifende Veränderungen, ausgelöst durch die Digitalisierung,<br />
das Internet und die sozialen Medien. Die Vorstellungen von einst, ganz gleich welche man am überzeugendsten findet, bedürfen einer Reformulierung, um die neuen Gegebenheiten zu berücksichtigen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Durch soziale Medien ist der politische Akteur nicht zwingend auf den Medienakteur angewiesen, um seine Botschaften zu vermitteln. Der eigene YouTube Kanal oder das eigene Twitter Profil sind potenzielle Verlautbarungsorgane, ohne dass Journalist*innen als Gatekeeper die Botschaft kritisch einordnet. Der direkte Austausch mit der Gesellschaft ist möglich, wo sonst die Medien als Mittler aufgetreten sind. Besonders profitieren von diesen neuen Gegebenheiten Positionen, deren Weg in die öffentliche Aufmerksamkeit sonst versperrt waren. Nach dem Gewaltenteilungsparadigma ist durch Social Media die Funktion der Medien stark eingeschränkt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Betrachtet man vor diesem Hintergrund das Instrumentalisierungsparadigma durch Medienakteure, so bedarf auch diese antizipierte Rollenverteilung eine Reformulierung. Die diesem Paradigma eigene Ungleichverteilung des Einflusses wird durch die neuen Möglichkeiten stark abgeschwächt. Der Medienakteur kann zwar weiterhin seine gesellschaftliche Rolle wahrnehmen, jedoch hat der politische Akteur die Möglichkeit ein ganzes Stück autarker zu handeln. Je nach Zielgruppe der eigenen Botschaften entfällt die Notwendigkeit nach Mittlern. Dem eigenen “Nachrichtenformat” steht nicht viel im Weg.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vertritt man doch eher die gegenteilige Meinung, also über ein Machtungleichgewicht zugunsten der politischen Akteure, so wird diese Mächteverteilung durch Social Media verstärkt. Waren Medien bereits vor dem Aufkommen sozialer Netzwerke auf den politischen Akteur als Stichwortgeber oder Quelle angewiesen, so steigt diese Abhängigkeit durch die schwindende Notwendigkeit der Medien. Eine Anbiederung oder wohlwollendes Berichten kann hier eine befürchtete Folge sein.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch Vertreter des Symbioseparadigmas müssen sich einer Reformulierung stellen. Der Wert der den Medien eigenen Ressource “Publizität” nimmt ab. Auch ohne die Medien haben politische Akteure die Möglichkeit die Öffentlichkeit zu erreichen. Dennoch bieten sich neue Gelegenheiten für das Tauschgeschäft: Ähnlich der Presseerklärung, aus der die Journalist*innen zitieren, kann beispielsweise das auf Video festgehaltene politische Statement ohne großen Aufwand durch Medienakteure in eigenen Beiträgen eingepflegt oder in Gänze verlinkt werden. Das kostenintensive Buchen und Aussenden eines Kamerateams ist nicht notwendig, Bewegtbild Material ist dennoch verfügbar. Egal, wie idealisiert der oder die Medienvertreter*in ihre gesellschaftliche Rolle versteht: Am Ende zählen doch allzu oft die Kosten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die klare Rollenverteilung zwischen politischer Sphäre und (Massen-) Medien scheint heute nicht mehr so gegeben zu sein, wie vor zehn oder 20 Jahren. Was einst die Parteien- oder Mitgliederzeitschriften waren, übernimmt heute der YouTube-Kanal oder das Twitter Profil. Sowohl Journalist*innen, als auch Kommunikationsstrateg*innen der politischen Akteure müssen sich auf ungewohntes Terrain bewegen und tun dies mit unterschiedlichem Erfolg. Auch die politik-interessierte Bevölkerung muss einen Lernprozess durchmachen. Das, was allgemein unter &#8216;Medienkompetenz&#8217; verstanden wird, erfährt einen enormen Bedeutungsgewinn. Quelleneinordnung ist wichtiger denn je.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wie man das Wechselverhältnis vom politischen zum Medienakteur letztendlich beurteilt, ist eine Frage, die nicht ohne weiteres beantwortet werden kann. In diesem Beitrag wurden vier unterschiedliche Paradigmen vorgestellt und anhand der neuen Gegebenheiten, die wir durch das Netz und den sozialen Netzwerken erfahren, erweitert. Welche von den Ansätzen man am plausibelsten hält, ist eine Sache der eigenen Perspektive. Im nächsten Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern dies die politische Kommunikation der Akteure beeinflusst.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-5"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@imagoiq?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Loïc Fürhoff</a> on <a href="https://unsplash.com/photos/qeIaMQP_xQE">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-7"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div>
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		<item>
		<title>Politisches Microtargeting in Deutschland: Ich sehe was, was du nicht siehst</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politisches-microtargeting-in-deutschland-ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst-155876/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Verena Reihs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2019 10:03:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Microtargeting]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p>Ein erstes Fazit lautet, dass zwar Onlinekommunikation und gezielte Wählergruppenansprache mittlerweile zum Standardrepertoire der Parteien im Wahlkampf gehören, die Forschung zu politischem Microtargeting in Deutschland und in Europa jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Viele Fragen können noch nicht geklärt werden. Zukünftig werden aber komplexere, automatisierte Auswertungsverfahren möglich sein.</p>
<h3>Was ist Microtargeting?</h3>
<hr />
<p>Jan und Jens sind online sehr aktiv. Während Jan ein leidenschaftlicher Radfahrer ist und sich für mehr Fahrradwege und Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge einsetzt, pendelt Hobby-Rennfahrer Jens mit seinem Diesel-PKW täglich in die Stadt. Mit entsprechenden Daten könnte eine Partei nun Anzeigen bei Jan schalten, in denen sie sich für Fahrverbote und kostenlose Busse und Bahnen einsetzt, sich bei Jens hingegen in den Anzeigen als Partei darstellen, die bei einem Wahlsieg Fahrverbote aussetzen und die Kraftstoff-Steuer senken würde. Jan und Jens wüssten nicht, dass die Partei dem anderen völlig gegenteilige Versprechen macht. Dabei kann die Partei auch indirekt vorgehen: Aus Alter, Wohnort und der Einstellung zur Mobilität lassen sich auch Rückschlüsse ziehen, mit welchen Anzeigen z. B. zum Thema Ernährung die Partei bei Jan und Jens punkten kann.</p>
<hr />
<p>Microtargeting ist ein datengetriebenes Verfahren der politischen Kommunikation, das auf Grundlage möglichst vieler Wählerinnen- und Wählerdaten durch statistische Verfahren ermöglicht festzulegen, wie genau welche Gruppe von Wählern angesprochen werden soll. Soziale Netzwerke und der Zugriff auf die dort generierten Daten bilden die Grundlage für personalisierte politische Kommunikation. Mögliche Wählerinnen und Wähler werden durch die so personalisierte Ansprache gezielt auf sozialen Netzwerken mit einer Botschaft angesprochen, die am ehesten bei ihnen verfängt. Oft werden Microtargeting und personalisierte politische Kommunikation austauschbar verwendet.</p>
<p>Insbesondere in den USA sind <a href="https://politik-digital.de/news/online-wahlkampf-ohne-regeln-153271/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkämpfe</a> sowohl bei Demokraten wie auch bei Republikanern stark datengestützt. Beide Lager setzen vor allem für ihren intensiven Haustürwahlkampf auf die daraus gewonnen Informationen. Wie meist schwappen die Trends der politischen Kommunikation und neue digitale Entwicklungen früher oder später nach Europa und damit Deutschland über. Grund genug, sich mit diesen Konzepten und deren Folgen auseinander zu setzen.</p>
<p>Im Vergleich zu den USA steht dieses Thema hier allerdings noch am Anfang. Die Auseinandersetzung erfolgt insbesondere mit Blick auf Wahlkämpfe und nicht die allgemeine Parteienkommunikation. Dies hat mehrere Gründe. So sind der Zugang zu den Daten sowie Datenschutzgesetze in Deutschland und Europa weit aus strenger geregelt als in den USA. Des Weiteren erschweren bis verweigern soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook den Zugang zu ihren Daten für Externe (Betriebsgeheimnis). Letztlich fehlt es auch an Transparenz: Auf Seiten der Politik wird die Nutzung solcher Verfahren und die Herkunft der Daten selten preisgegeben. Eine systematische Auseinandersetzung mit den personalisierten Anzeigen ist zudem erschwert dadurch, dass die Anzeigen jeweils nur für eine bestimme Zielgruppe der Nutzerinnen und Nutzer sozialer Netzwerke zugänglich ist.</p>
<h3>Wo ist das Problem?</h3>
<p>Die bisherigen Studien konzentrieren sich auf die Folgen datengestützter und personalisierter politischer Kommunikation für Privatsphäre und Datenschutz sowie für die Einhaltung demokratischer Prinzipien und die Entstehung einer informierten Öffentlichkeit.</p>
<p>Die Grenzen zwischen informativer politischer PR und persuasiver politischer Werbung verschwimmen zunehmend und es kommt zu einer Vermischung mit journalistischen Inhalten.</p>
<p>Während der Wahlkampfzeiten und für politische Werbung gelten in traditionellen Massenmedien klare Regeln. Social Media fehlen hier (noch) die Regeln.<br />
Gleichzeitig bilden sich digitale Teilöffentlichkeiten, die selten ein Bild der Allgemeinheit abgeben. Der Interessenausgleich, wie im demokratischen Prozess vorgesehen, wird durch individuelle Wahlversprechen in sozialen Netzwerken hinterfragt. Durch die Bildung dieser Teilöffentlichkeiten entfällt außerdem die traditionelle Kontroll- und Prüfinstanz. Eine Rolle die die traditionellen Massenmedien als Gatekeeper eingenommen haben.</p>
<p>Inwieweit der Wählerwillen durch diese Art der politischen Kommunikation z.B. durch Externe beeinflussbar und auch manipulierbar ist, gilt es noch zu untersuchen.<br />
Darüber hinaus wird befürchtet, dass durch die Nutzung von Microtargeting die Privatsphäre einzelner Nutzer zumindest teilweise ausgehebelt wird. Denn welcher Nutzer kennt schon all die Daten, die er generiert, wenn er sich im Web bewegt?</p>
<h3>Wie wird Microtargeting genutzt?</h3>
<p>Die Nutzung sozialer Netzwerke zur Wähleransprache und Mobilisierung der eigenen Anhänger ist mittlerweile fast Standard. In Frankreich hatte Präsident Emmanuel Macron in seinem Wahlkampf stark auf <a href="https://politik-digital.de/news/datenabsierter-haustuer-wahlkampf-was-ist-drin-150744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datenbasierten Wahlkampf</a> gesetzt, u.a. auch die CDU setzt auf datengestützten <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-nrw/cdu-macht-wahlkampf-mit-einer-app-15009334.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tür-zu-Tür-Wahlkampf</a>. Insbesondere seit dem Bundestagswahlkampf 2017 hat die Nutzung datengestützter Verfahren zugenommen, da sie ein kostengünstiges, effektives Mittel ist. Alle Parteien nahmen dafür mehr Geld in die Hand.</p>
<p>Der Erfolg einer solchen datengestützten Kampagne hängt dennoch von mehreren Faktoren außer dem dafür verfügbaren Budget ab, wie beispielsweise dem öffentlichen Zugang zu oder der Hinzukauf von Daten. Die Daten werden letztlich vor allem für die Zielgruppenansprache auf sozialen Netzwerken genutzt. In Deutschland war Facebook das zentrale Medium. Obwohl auch die mediale Berichterstattung zu diesem Phänomen zugenommen hat, gibt es wenig detailliertes Wissen über die Nutzung sowie die Wirkung datengestützter Verfahren auf unsere demokratischen Prozesse.</p>
<h3>Wie geht es weiter?</h3>
<p>Die Studie des iRights.lab beschränkt sich auf den Forschungsstand und die Ausgangslage in Deutschland. Mit dem anstehenden Europawahlkampf wird Microtargeting und personalisierte politische Kommunikation auch in anderen europäischen Ländern eine wichtige Rolle spielen, sagen doch Beobachter, dass sich alle fünf Jahre mit den Europawahlen eine Spielwiese für neue Entwicklungen ergibt. Derzeit zeigen sich auch einige Parteien bereit, durch eine Offenlegung ihrer personalisierten Posts auf einer für alle Menschen einsehbaren Plattform für mehr Transparenz zu sorgen. Dass sich dem auch die Parteien anschließen, die sehr kontroverse Anzeigen schalten, scheint jedoch wenig wahrscheinlich. Nach Datenskandalen und Vorwürfen der Manipulation durch Dritte reagieren auch <a href="https://blog.twitter.com/en_us/topics/company/2019/transparency-political-ads.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> und <a href="https://de.newsroom.fb.com/news/2019/03/unsere-massnahmen-zum-schutz-der-europawahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> und führen erste Wahlwerbe-Archive ein, die dann zu neuen Forschungszwecken genutzt werden können.</p>
<p>Die Studie „Microtargeting in Deutschland und Europa“ steht <a href="https://www.medienanstalt-nrw.de/foerderung/forschung/aktuelle-forschungsprojekte/microtargeting-in-deutschland-und-europa.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Download.</p>
<p>Titelbild: Haustürwahlkampf von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen via <a href="https://www.flickr.com/photos/gruenenrw/31351787036/in/photolist-PLs71m" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 2.0</a></p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Schluss mit Social Media?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2018 13:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Verhältnis junger Menschen zu Sozialen Medien ist kompliziert. Viele von ihnen können sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/agung-pratamah-521938-unsplash.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155253" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/agung-pratamah-521938-unsplash-630x273.jpg" alt="" width="640" height="277" /></a></p>
<p>Das Verhältnis junger Menschen zu Sozialen Medien ist kompliziert. Viele von ihnen können sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Doch es gibt eine wachsende Gruppe junger Erwachsener, die vermehrt die Schattenseiten des konstanten Austauschs online sehen. Sie treffen die fast schon radikale Entscheidung, Sozialen Medien den Rücken zu zukehren. Muss deshalb auch politische Bildung und Kommunikation umgedacht werden?</p>
<p>Seit 2017 lässt sich bei Jugendlichen von einer Vollversorgung mit Smartphones sprechen. Mit Werten, die je nach Informationslage zwischen 97 und 99 Prozent schwanken, besitzen so gut wie alle Zwölf- bis 19-Jährigen ein eigenes Smartphone. Die Selbsteinschätzung der zeitlichen Nutzung ist rapide gestiegen. Nahezu jede und jeder ist heutzutage online und damit häufig auch sozialen Netzwerken aktiv. Umso überraschender macht das die Erkenntnis, die sich in neuesten amerikanischen Studien zeigt: es gibt einen wachsenden Anteil an jungen Menschen, die Social Media vermehrt negativ gegenüberstehen und sich von Plattformen wie Instagram und Facebook abwenden.</p>
<p>Auch wenn die Ergebnislage nicht ganz einheitlich ist, lassen sich dabei einige interessante Entwicklungen herausstellen. So zeigt die 2018 erschienene <a href="https://www.commonsensemedia.org/sites/default/files/uploads/research/2018_cs_socialmediasociallife_fullreport-final-release_2_lowres.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Common-Sense-Studie</a>, dass der Anteil der befragten Jugendlichen, die laut eigener Angabe überhaupt keine sozialen Medien nutzen von 17 Prozent im Jahre 2012 auf aktuell 19 Prozent gestiegen ist, während gleichzeitig die restlichen Befragten Soziale Medien deutlich intensiver nutzen und nahezu nonstop online sind. Auch wenn das nur eine kleine Zunahme der Nicht-Nutzer ist, stellt sich diese Entwicklung gegen die gängige Erwartungshaltung und zeigt, dass sich nicht ohne weiteres eindeutige Aussagen über junge Menschen und Social Media treffen lassen.</p>
<h3>Zu viel Negativität und Zeitverschwendung</h3>
<p>Ein genaueres Bild, was junge Menschen an Sozialen Medien vor allem stört, zeigt eine weitere <a href="https://genz.hhcc.com/hubfs/Gen%20Z%20-%20The%20Social%20Generation%20%7C%20Hill%20Holliday-5.pdf?submissionGuid=1d36eb5b-a290-4fee-9756-b3c1936714a0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a>, die das Medienverhalten der Generation Z genauer betrachtet. Obwohl dabei rund neun von zehn Befragten mindestens eine Social-Media-Plattform nutzen und 77 Prozent angeben, dass soziale Netzwerke wie Instagram, Snapchat und Facebook mehr Vorzüge als Nachteile mit sich bringen, haben mehr als ein Drittel mindestens einen ihrer Accounts wieder gelöscht. Und mehr als 60 Prozent wünschen sich Abstand und Erholung von Social Media, in dem sie die Nutzung bestimmter Anwendungen für einige Zeit pausieren. Besonders betroffen sind dabei Facebook und Instagram.</p>
<p>Die Gründe dafür sind vielfältig, von mehr Wunsch nach Privatsphäre bis hin zu steigendem sozialen Druck. Am häufigsten wird jedoch das Gefühl geäußert, zu viel Zeit mit endlosem Scrollen und Durchklicken zu verschwenden. Vielen jungen Menschen ist dabei bewusst, dass solche Apps ein suchtförderndes Potential aufweisen und so konzipiert sind, dass Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange darin verweilen. Doch allmählich ziehen die ersten auch Konsequenzen aus dieser Erkenntnis. Noch stärker als bei sich selbst, bemerken die meisten Befragten bei ihrem gleichaltrigen Umfeld, dass dieses zu sehr durch Soziale Medien abgelenkt sei oder durch diese negativ beeinflusst werde. Beklagt wird zunehmend die vorherrschende Negativität im Netz und die damit verbundenen nachteiligen Effekte auf die eigene Psyche und das Wohlbefinden. Bei vielen haben soziale Medien schon dazu geführt, dass sie sich ängstlich oder deprimiert gefühlt haben. Ebenso leidet bei einigen das Selbstbewusstsein durch den ständigen Austausch und Vergleich online und Unsicherheiten werden verstärkt. Auch wenn das Internet samt Social Media für die meisten positive Auswirkungen auf Freundschaften, das Selbstwertgefühl und die eigene Kreativität hat, will ein wachsender Anteil Jugendlicher nicht mehr einfach über die Folgen von Hate Speech, Schönheitswahn und den Druck, ohne soziale Plattformen ausgeschlossen zu sein, hinwegsehen.</p>
<h3>Instagram macht unsicher</h3>
<p>Ein Vergleich der <a href="https://www.rsph.org.uk/uploads/assets/uploaded/62be270a-a55f-4719-ad668c2ec7a74c2a.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#StatusofMind-Studie</a> der meistgenutzten Social-Media-Plattformen ergab, dass der als äußerst beliebt geltende Online-Dienst Instagram das Wohlergehen und die Psyche junger Nutzerinnen und Nutzer am meisten beeinträchtigt. Die App führt bei vielen zu Angstgefühlen wie Sorge oder Unbehagen und dem Gefühl, ständig online und erreichbar sein zu müssen, um nichts zu verpassen. Außerdem gab ein Großteil der Befragten an, dass die Nutzung von Instagram sich negativ auf das Schlafverhalten auswirke. Bei all dem neuen Content, den es in unendlicher Fülle zu geben scheint und der ständig erweitert wird, kommt man kaum damit hinterher, diesen „abzuarbeiten“.  Schluss ist nur, wenn man sich bewusst dazu entscheidet oder einem vor Müdigkeit die Augen zu fallen. Damit ist die App aber nicht allein, Facebook und Snapchat weisen ähnliche negative Einflüsse auf. Besonders schwer ins Gewicht fallen bei Instagram aber vor allem die Auswirkungen auf das Körperbild und die Unsicherheit junger Menschen. „Instagram vermittelt Mädchen und Frauen schnell das Gefühl, ihre Körper seien nicht gut genug, wenn die Leute Filter hinzufügen oder ihre Bilder bearbeiten, um `perfekt´ auszusehen“, gab eine Teilnehmerin an. Auch wenn es seit einiger Zeit Bewegungen gibt, die diesem „Perfektionswahn“ entgegensteuern wollen, ist es nach wie vor noch das makellose Bild, welches viele Influencer von sich zeichnen, das bei jungen Menschen ankommt.</p>
<h3>Facebook wird zur Plattform der Älteren</h3>
<p>Während Instagram aber nach wie vor kein deutlich spürbares Nutzerschwinden verzeichnen kann, sieht das bei Facebook anders aus. Das soziale Netzwerk verliert immer mehr jüngere Nutzerinnen und Nutzer an andere Social-Media-Plattformen. Der Altersdurchschnitt verschiebt sich zunehmend nach oben und Facebook ist jungen Menschen längst nicht mehr so wichtig wie noch vor einigen Jahren. Nur ein Viertel der deutschen Zwölf- bis 19-Jährigen nutzen Facebook regelmäßig, das zeigt die JIM-Studie 2017. Der Datenskandal um Cambridge Analytica hat diese Entwicklung nur noch verstärkt: <a href="http://www.pewresearch.org/fact-tank/2018/09/05/americans-are-changing-their-relationship-with-facebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">44 Prozent</a> der US-Amerikaner zwischen 18 und 27 Jahren haben die Facebook App in diesem Jahr gelöscht, aber nur 12 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer, die älter als 65 sind. Jüngere Userinnen und User gaben dabei auch deutlich häufiger an, ihre Datenschutzeinstellungen in den letzten zwölf Monaten angepasst zu haben. Auch wenn Facebook in aufwendigen Kampagnen Besserung verspricht, scheint es für eine wachsende Anzahl an jungen Menschen schlicht die einfachere und effektivere Lösung zu sein, Facebook endgültig aus ihrem Leben zu verbannen. Der Grund dafür ist vermutlich aber nicht nur die fehlende Datensicherheit, sondern auch, dass viele Jugendliche keinen Mehrwert mehr in der Nutzung von Facebook für sich erkennen können. Andere neue Plattformen scheinen die Bedürfnisse und Interessen junger Menschen stärker zu bedienen, vor allem wenn man die steigende Beliebtheit von Facebook bei der älteren Generation betrachtet. Die gleiche soziale Plattform zu nutzen wie die eigenen Eltern, bedeutet für viele, dass sie sich nicht mehr so frei und vermeintlich unbeobachtet ausdrücken können wie früher.</p>
<h3>Jugendliche politisch auf Social Media erreichen?</h3>
<p>Auch wenn ihnen häufig Gegenteiliges vorgeworfen wird, sind Jugendliche immer interessierter an Politik. Doch obwohl das Interesse und auch die Bereitschaft zu politischem Aktivismus steigen, sinkt das Vertrauen in etablierte Parteien und traditionelle politische Akteure. Junge Menschen gehen seltener zur Wahl als andere Altersgruppen und sie bringen sich kaum in Form klassischer Parteiarbeit ein. Deshalb lassen sich immer mehr Bestrebungen finden, Jugendliche auf neuem Wege zu erreichen und wieder stärker einzubinden. Der Gedanke dahinter: Wenn junge Menschen die Welt auf andere Weise verändern wollen und sich online politisch oder in Protestaktionen engagieren, dann sollte Politik und politische Bildung junge Menschen dort abholen, wo sie sind – im Netz. Doch was ist, wenn genau das sich jetzt verändert? Wenn Jugendliche keine Lust mehr auf Instagram, Facebook und Co haben, weil sie damit zunehmend Negatives verbinden?</p>
<p>Immer mehr Politikerinnen und Politiker erstellen sich Instagram und Facebook-Accounts und versuchen ihre mediale Reichweite auszubauen. Bundesregierung und Ministerien investieren seit einiger Zeit immer stärker in die Reichweite auf soziale Medien und damit in Sponsored Posts und <a href="https://motherboard.vice.com/de/article/4358d3/so-viel-gibt-die-regierung-fuer-werbung-auf-facebook-instagram-und-youtube-aus-sponsored-posts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Influencer-Kampagnen</a>. Allein die Bundeswehr gab 2016 und 2017 rund 3,2 Millionen Euro für Facebook- und Instagram-Werbung und nochmal weitere 3,5 Millionen für Youtube-Kampagnen aus. Dass das durchaus auch moralisch fragwürdig zu betrachten ist und in Teilen gezielt auf die Beeinflussbarkeit junger Menschen setzt, ist dabei nur einer vieler möglicher Kritikpunkte. Die mangelnde <a href="https://motherboard.vice.com/de/article/a3a8da/staatlich-finanzierte-influencer-videos-sind-nur-selten-gekennzeichnet-youtube-instagram-influencer-marketing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparenz</a> einiger Kampagnen und fehlende Werbekennzeichnung ein weiterer. Dazu kommt die Frage, ob solche Investitionen überhaupt zielführend sind und ob nicht in Zukunft wieder umgedacht werden muss, wenn junge Leute vermehrt erreicht werden sollen.</p>
<h3>Junge Menschen und politische Teilhabe erfolgreich verbinden</h3>
<p>Andere Projekte wie die Medieninitiative MESH Collective konzentrieren sich in ihrer Arbeit auf nur eine Plattform, in diesem Fall YouTube. Auftraggeber sind unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Bundeszentrale für politische Bildung, aber auch Stiftungen oder NGOs. Genauer vorgestellt wurde MESH Collective auch bei Demokratie um 12 zu Thema „Jugend und Politik“ der Friedrich-Ebert-Stiftung von Julia Althoff, der Projektleiterin. Die Initiative erstellt nicht nur eigene Videos für ihren Kanal, sondern setzt inzwischen verstärkt auf die Zusammenarbeit mit beliebten YouTubern, um Jugendliche und junge Erwachsene „zur Teilhabe am gesellschaftspolitischen Leben zu ermächtigen.“ YouTube ist auch trotz insgesamt kritischerer Auseinandersetzung in vielen Fällen das beliebteste Soziale Medium Jugendlicher und genießt den besten Ruf. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dort mit politischer Bildungsarbeit anzusetzen. Der entscheidende Vorteil ist, dass sich stark zielgruppenorientiert vorgehen lässt: Indem gezielt Social-Web-Persönlichkeiten innerhalb verschiedener Communities ausgewählt werden, lassen sich politische Themen spezifisch und auch auf neue Art und Weise platzieren. Nicht nur sowieso schon politikaffine junge Menschen kann man so erreichen, sondern auch politisch desinteressierte, bildungsfernere Jugendliche.</p>
<p>Dass dies auch nach wie vor erfolgreich gelingen könnte und politische Bildung auf YouTube durchaus funktioniert, ist trotz des Unmutes einiger Jugendlicher hinsichtlich Social Media kaum zu bestreiten. Doch selbst wenn bisher eher noch nicht davon auszugehen ist, dass der Großteil junger Menschen sich von Social Media entfernt, ist es wichtig, diese Entwicklung im Blick zu behalten, wenn man junge Menschen und politische Teilhabe erfolgreich verbinden will. Dabei wenden sich vermutlich vor allem diejenigen von Sozialen Medien ab, die sich selbst und die Gesellschaft reflektierter wahrnehmen und sensibler für mögliche Missstände sind. Doch auch sie müssen nach wie vor zu politischer Teilhabe angeregt werden. Allein auf soziale Medien zu setzen, kann deshalb nicht ausreichend sein. Auch Parteien und andere politische Institutionen müssen sich stärker nach den Bedürfnissen junger Menschen ausrichten, damit diese Einzug in die tatsächliche substanzielle Politik finden. Damit junge Menschen nicht nur stärker vertreten sind, sondern sich auch tatsächlich ernstgenommen fühlen und erkennen, dass sie etwas verändern können. Denn dass sie das können, haben sie bereits vielfach im Netz aber auch analog unter Beweis gestellt.</p>
<p>Titelbild: Alone, Agung Pratamah via <a href="https://unsplash.com/photos/ZfMPo4y9Icc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Rhetorik heute &#8211; eine Frage des Gefühls?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/rhetorik-heute-eine-frage-des-gefuehls-155163/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2018 15:01:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder Mensch kann heute zum Sender und Journalisten werden, entscheiden, was sie oder er sehen will und selbst produzieren, was [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/People-protesting-on-the-streets-of-Mexico-against-the-government-and-Trump.-Protesting-against-hate.-Jeronimo-Bernot-Mexiko-CIty-Titelbild.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155164 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/People-protesting-on-the-streets-of-Mexico-against-the-government-and-Trump.-Protesting-against-hate.-Jeronimo-Bernot-Mexiko-CIty-Titelbild-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Jeder Mensch kann heute zum Sender und Journalisten werden, entscheiden, was sie oder er sehen will und selbst produzieren, was fehlt. Damit gewinnen die Zuschauer und Zuschauerinnen an Macht über den öffentlichen Diskurs und verschieben, was überzeugende Rhetorik heutzutage ausmacht. Diese Entwicklung legt eine Betrachtungsweise nahe, die nicht die Rednerin oder den Redner als Person selbst, sondern das Publikum und die Verbindung, die er oder sie zu diesem schafft, in den Mittelpunkt stellt.</p>
<h3>Rhetorik unter anderen Umständen</h3>
<p>Die Verschiebung des öffentlichen Diskurses auf Soziale Netzwerke und Plattformen hat vieles an den Umständen geändert, unter denen Reden gehalten werden und Rhetorik ihren Einsatz findet. Früher standen sich Rednerin und Redner und das Publikum mehr oder weniger direkt und zur gleichen Zeit gegenüber, es wurde praktisch ohne mediale Unterstützung gesprochen und versucht, argumentativ zu überzeugen. Heute sind Rednerinnen und Redner und die Zuhörerschaft nicht mehr so unmittelbar aneinander gekoppelt. Auch früher gab es schon schriftliche Aufzeichnungen von Reden, die nachträglich verbreitet und unter die Menschen gebracht worden sind, doch lässt sich heute in einem Bruchteil der Zeit eine weitaus größere Masse erreichen. Nahezu jede größere Rede wird heute aufgezeichnet, übertragen, gestreamt oder auf Sozialen Netzwerken geteilt. Was einmal gesagt wurde, kann man Jahre später noch verfolgen, und auch wie es gesagt worden ist.</p>
<p>Doch damit verändert sich nicht nur wo und wie Reden gehalten werden, sondern auch die Rede selbst. War es früher schon immer wichtig, Kernaussagen in Reden so kurz und eingängig zu formulieren, dass sie als O-Ton in TV- und Hörfunkbeiträgen verwendet werden konnten oder sich für Überschriften anboten, so hat die verstärkte Kommunikation über Soziale Medien diesen Trend noch verstärkt, sagt Mediencoach und Redenexpertin Jacqueline Schäfer. Als Präsidentin des Verbandes der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) ist sie überzeugt: In Zeiten von begrenzter Zeichenanzahl und kurzen Statements auf Twitter &amp; Co ist es beinahe zwingend, dass gute Reden inzwischen auch einschlägige, „twitterfähige“ Äußerungen enthalten, die sich schon während des Vortragens verbreiten lassen, das Wichtigste auf den Punkt bringen, aber auch ein gewisses Diskussionspotential innehaben. Alles andere geht in der Vielzahl an Beiträgen unter oder ist zu lang und kompliziert, als dass sich die Rezipientinnen und Rezipienten darauf einlassen.</p>
<hr />
<p>Die Begriffe Logos, Ethos und Pathos stellen die Grundprinzipien der klassischen Rhetoriklehre dar. Logos bezieht sich auf die sachbezogene und logische Ebene der Argumentation und meint konkret Daten, Statistiken, Fakten, etc. Das Ethos, als moralischer Appell, meint die Glaubwürdigkeit und die Integrität einer Rednerin oder eines Redners, während das Pathos als emotionaler Appell für die Verbindung zwischen der Gefühlswelt der Zuhörenden und dem Thema steht. Die Rednerin oder der Redner kann diese Mittel einsetzen, um das Publikum bezogen auf einen bestimmten Sachverhalt zu überzeugen.</p>
<hr />
<p>Dass die zunehmende digitale Kommunikation zum Ende der großen Rede führen wird, glaubt Schäfer nicht. Gerade weil im Alltag vieles verkürzt dargestellt wird, sei es notwendig, neben knackigen Kernbotschaften auch zuzulassen, dass sich Gedankengänge innerhalb einer Rede entwickeln können. Diese sollte dann aber umso mehr nach narrativen Gesichtspunkten aufgebaut sein und berücksichtigen, dass Menschen Dinge am besten verinnerlichen, wenn ihr Gefühl angesprochen, also das limbische System angeregt wird. Ist es so also vielleicht gerade die emotionale Verbindung zwischen den Zuhörenden, dem Gesagten und dem Vortragenden, die besonders wichtig ist?</p>
<h3>Die Macht der Emotionen</h3>
<p>Es gibt einiges, was für das Pathos als Schlüsselrolle spricht. In einer Vielzahl von Beiträgen, die uns tagtäglich überflutet, bleibt vor allem das hängen, was uns erreicht, in gewisser Weise eine Erregung unseres Gemütszustandes hervorruft. Und es sind diese Beiträge und Themen, die wir mit der Welt teilen, weiter verschicken und die sich innerhalb eines Tages so weit aufladen können, dass am Ende die halbe Welt darüber spricht. Daran zeigt sich auch die große Bedeutung von Bildern und Videos, die auch ohne Worte eine sofortige Reaktion in uns auslösen. Sie berühren uns soweit, dass wir sie, auch ohne den Kontext genauer zu kennen, rasant verbreiten. Ein Beispiel dafür ist das Foto des weinenden <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/symbolfoto-fuer-familientrennung-maedchen-wurde-nicht-von-mutter-getrennt-a-1214550.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mädchens</a>, was zum Symbolbild der Debatte um Trumps harte Vorgehensweise an der mexikanischen Grenze geworden ist, tatsächlich aber nie von seiner Mutter getrennt worden war. Und auch all die großen Schlagwortbegriffe, die die aktuelle Debatte prägen, sind spürbar emotional aufgeladen: „Shitstorm“, „Wutbürger“, „Gutmenschen“, „Erdowahn“, usw. Sie heizen dabei den Diskurs auf und vereinfachen meist abwertend komplexe Sachverhalte. Nicht selten wird deshalb der Wunsch nach mehr Sachlichkeit und Deeskalation laut.</p>
<h3>Das Publikum als fünfte Gewalt</h3>
<p>Es wird deutlich: Das Publikum hat an Macht dazugewonnen und bestimmt mit, wonach sich Rednerin und Redner und der Diskurs insgesamt ausrichten. Auch das ist eine Entwicklung, die durch die Digitalisierung begünstigt wird. Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht im Zuge dessen schon von einer „<a href="https://www.koerber-stiftung.de/mediathek/die-fuenfte-gewalt-der-skandalforscher-bernhard-poerksen-im-gespraech-mit-christoph-kucklick-1407" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fünften Gewalt</a>“ der digital vernetzten Öffentlichkeit (die sich neben dem klassischen Journalismus, der Exekutive, Judikative und Legislative einreiht). Während sich das Publikum in der Antike zwar einen eigenen Eindruck vom Redner vor Ort verschaffen konnte, war es ihm gleichzeitig auch stärker ausgeliefert. Es konnte zwar den Ort des Geschehens verlassen, so wie wir ein Video oder eine Website einfach schließen können, aber es hatte deutlich eingeschränktere Möglichkeiten, das Gesagte zu überprüfen und seine Informationen aus verschiedenen Quellen zu beziehen. Im Zweifelsfall mussten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die Glaubwürdigkeit eines Redners verlassen und waren so abhängiger von ihm und dessen Aussagen.</p>
<p>Das sieht heute, in Zeiten, in denen rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland das Internet nutzen und fast genauso viele im Besitz eines Smartphones sind, deutlich anders aus. Inhalte lassen sich in Echtzeit selbst nochmal überprüfen und müssen dem sekundenschnellen Faktencheck standhalten. Was einen nicht sofort packt und interessiert, sieht man sich auch nicht an und verbannt es aus seiner Filterblase. Für Jacqueline Schäfer bedeutet das, dass „Aufmerksamkeit zu generieren und sie über eine Redestrecke zu halten, in Zeiten, in denen viele schon mit einer eineinhalb minütigen Rede überfordert sind, immer anspruchsvoller und schwieriger geworden ist.“ Sie geht ebenso davon aus, dass es zunehmend auch um den emotionalen Unterhaltungswert geht, wenn man seine Inhalte verkaufen möchte, und dass die Zuhörerinnen und Zuhörer inzwischen auch die Macht dazu haben, dies öffentlich zu kommunizieren und letztendlich auch einzufordern.</p>
<h3>Dauergereiztheit statt sachlicher Auseinandersetzung</h3>
<p>Doch lässt sich daraus auch ableiten, dass die Leute durch die neuen Möglichkeiten zur Selbstaufklärung, die sie dank des Internets nun haben, auch anspruchsvoller und misstrauischer geworden sind? Laut dem <a href="https://initiatived21.de/publikationen/d21-digital-index-2017-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">D21-Digital-Index 2017/2018</a> der Initiative D21 machen immerhin etwa drei Viertel der Deutschen regelmäßig von der Möglichkeit Gebrauch, in Suchmaschinen nach Inhalten und Informationen zu suchen. Doch trauen sich nur 54 Prozent der Befragten auch zu, bei Treffern von Suchmaschinen zu erkennen, welche davon Werbeanzeigen sind und nur knapp jeder zweite geht davon aus, Fake News von glaubwürdigen Nachrichten unterscheiden zu können. Das spricht nicht unbedingt für eine mündigere und kritischere Gesellschaft. Was bringt uns also der Zugang zu einem enormen Vorrat an Information, wenn wir gar nicht genau wissen, wie wir sie richtig nutzen können? Werden wir also vielleicht nur kritischer hinsichtlich der Präsentation und Aufbereitung und weniger dem Inhalt gegenüber?</p>
<p>Laut Pörksen befinden sich die Menschen momentan in einem Zustand der Dauergereiztheit, der die Chance effektiver Desinformation nur noch eher begünstigt und konstant nach neuen Reizen und Impulsen sucht. Daraus entsteht eine eigene Emotions- und Erregungsindustrie, die sich auch auf die Qualität politischer Debatten und die politische Kommunikation auswirkt.</p>
<h3>Politische Rhetorik</h3>
<p>Politikerinnen und Politiker entdecken diese Industrie zunehmend für sich. Die Zeiten des Wahlkampfs sind immer auch Zeiten der Rhetorik. Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten breiten ihre Kampagnen auf immer mehr Medien und soziale Netzwerke aus, um die Macht dieser fünften Gewalt für sich zu nutzen. Und auch außerhalb der politischen Hochphasen lässt man jetzt von sich hören. Video-Selfies und Instagram-Stories werden zu den kleinen Reden unserer Zeit, die, richtig gemacht, bereits ein riesiges Echo hervorrufen können. Und selbst, wenn die Referentin oder der Referent das Medium nicht beherrscht, kann sie oder er als Negativbeispiel viral gehen. In der Erregungsgesellschaft, wie Pörksen sie skizziert, geht es darum einen Nerv zu treffen. Nicht zuletzt ist das auch der Grund, warum populistische Parteien so erfolgreich sind. Durch bewusst emotional aufgeladene Themen bleiben sie im Gespräch. Wut und Angst sind dabei stets lauter als Lob und Zufriedenheit und das kommt nicht zuletzt einer <a href="https://www.huffingtonpost.de/entry/bei-afd-hardliner-treffen-zeigt-sich-wie-radikal-die-partei-bereits-ist_de_5b66ac86e4b0b15abaa40703?y88&amp;utm_hp_ref=de-homepage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verfallsrhetorik</a> zugute, die medienwirksam vor allem Vertreter der AfD wie Björn Höcke für sich nutzen. Doch auch insgesamt besteht zunehmend die Gefahr, dass die Grundlage des öffentlichen Diskurses immer häufiger auf Kampfworten basiert, die gegen andere Kampfworte stehen, ohne dass eine Einordnung oder Differenzierung stattfindet.</p>
<p>Die öffentliche Auseinandersetzung ist nach wie vor angewiesen auf inhaltliche Substanz, Glaubwürdigkeit und Vielfalt. Deshalb sollten wir bei aller Verkürzung und Emotion, die die Debatte momentan beherrschen, immer wieder auch zurückkehren zu den Ursprüngen, aus denen ein Schlagwort, ein Statement oder auch die Rede entstanden sind. Am Ende kommt es in aller Rhetorik auf die Beziehung an: es bleibt der Gesamtzusammenhang, an dem wir eine Aussage oder ein Argument messen sollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Jeronimo Bernot via<a href="https://unsplash.com/photos/F16YG4WLIvk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Unsplash</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Auf Social Media durch den Wahlkreis &#8211; Politische Kommunikation im Sommerloch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Aug 2018 09:26:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Das sogenannte Sommerloch trifft nicht nur die Tagespresse und großen Nachrichtenredaktionen im Land, auch in der Politik wird es zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gonard-fluit-unsplash.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-155100" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/gonard-fluit-unsplash-630x276.jpg" alt="gonard-fluit, unsplash" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Das sogenannte Sommerloch trifft nicht nur die Tagespresse und großen Nachrichtenredaktionen im Land, auch in der Politik wird es zu dieser Zeit still, wenn nicht gerade die nächste Wahl vor der Tür steht. Während man in den letzten Wochen so allerhand kuriose Inhalte zu lesen bekam, haben sich einige Landesregierungen, Parteien, Politikerinnen und Politiker ihr eigenes Programm überlegt, um möglichst öffentlichkeitswirksam in Verbindung mit den Bürgerinnen und Bürgern zu treten und den Sommer zu überbrücken.</p>
<p>Viele Politikerinnen und Politiker nutzen diese Zeit für eine Sommertour durchs Land, doch nicht alle halten diese auch gleichermaßen gut auf sozialen Netzwerken fest, um so ein größeres Publikum als nur das vor Ort zu erreichen. Dabei bieten gerade die ruhigeren Sommermonate eine Gelegenheit, um verschiedene neue Kanäle für sich zu entdecken und die eigene Reichweite auszubauen. Es lassen sich einige Beispiele dafür finden, wie zeitgemäße politische Kommunikation aussehen könnte.</p>
<h3> Manuela Schwesig auf Twitter</h3>
<figure id="attachment_155102" aria-describedby="caption-attachment-155102" style="width: 305px" class="wp-caption alignright"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Manuela-Schwesig-Twitter-Sommertour.png"><img decoding="async" class="wp-image-155102 size-medium" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Manuela-Schwesig-Twitter-Sommertour-305x340.png" alt="Manuela Schwesig, Twitter, Sommertour" width="305" height="340" /></a><figcaption id="caption-attachment-155102" class="wp-caption-text">Manuela Schwesig fasst abschließend die Eindrücke ihrer Sommertour auf Twitter zusammen.</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Manuela Schwesig nutzte als Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns u.a. Twitter effektiv dazu, um für das Bundesland Werbung zu machen und natürlich auch selbst medienwirksam aufzutreten. Unter dem Motto „Land zum Leben, Arbeiten und Urlaub“ besuchte sie dabei Unternehmen, soziale Einrichtungen, Kulturorte und Feste und hielt ihre Besuche sowohl in Bilderstrecken, als auch in kurzen Videobeiträgen fest. Mehrmals täglich gab es auf ihrem offiziellen Account Beiträge zu sehen. So lassen sich gleichzeitig das zu regierende Bundesland als auch die eigene politische Arbeit aufwerten und überhaupt erstmal genauer vorstellen. Obwohl auch die breiten Medien und Zeitungen über die Sommertour Schwesigs berichten, nutzt sie ebenso das Potential ihrer eigenen Kanäle für sich. Das ermöglicht nicht zuletzt eine unmittelbare Rückmeldung der Nutzer und potentiellen Wähler auf Twitter, mit denen die Ministerpräsidentin und ihr Team in einen direkten Austausch treten können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Europatour auf Facebook</h3>
<figure id="attachment_155104" aria-describedby="caption-attachment-155104" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Arne-Lietz-Facebook2.png"><img decoding="async" class="wp-image-155104 size-medium" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Arne-Lietz-Facebook2-305x271.png" alt="Arne Lietz, Facebook2" width="305" height="271" /></a><figcaption id="caption-attachment-155104" class="wp-caption-text">Arne Lietz hält seine Europatour auf Facebook fest.</figcaption></figure>
<p>Doch auch weniger bekannte Politikerinnen und Politiker können diese Möglichkeiten für sich nutzen. Unterwegs auf „Europa-Sommertour“ durch Sachsen-Anhalt ist Arne-Lietz, SPD-Abgeordneter des Europäischen Parlaments für Sachsen-Anhalt. Auch ihn kann man z.B. auf Facebook ausführlich dabei verfolgen, wie er Vereine, Verbände und Unternehmen besucht. Selbsterklärtes Ziel ist es dabei, „zu zeigen, wie Europa in Sachsen-Anhalt wirkt, aber auch zu hören, was die Menschen vor Ort über Europapolitik denken.“  Zu jedem Tag gibt es dabei neben separaten Beiträgen mit Bildern zu den einzelnen Stationen kurze Zusammenfassungen im Videoformat mit Voiceover des Politikers.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Praktikumstour im Storyformat auf Instagram</h3>
<p>Sowohl in Sozialen Netzwerken als auch in der Bild-Zeitung gelobt wird Nikolas Löbel für seine zeitgemäße politische Kommunikation auf Instagram. Der CDU-Politiker ist Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Mannheim und nutzte die Sommerpause im Bundestag für eine kurze Praktikumstour. Ab dem 14. August besuchte er so sechs verschiedene Unternehmen und Einrichtungen in Mannheim. Ob als Bauarbeiter, Altenpfleger oder Reinigungskraft – Löbel dokumentierte seine Eindrücke täglich vor allem mit der Storyfunktion, die Instagram bietet. Entweder als kurze Einblicke, die ihn während der Arbeit zeigen oder in Form von Videos, um Gedanken festzuhalten und am Ende eines Praktikumtages zu resümieren. Die gesamte Tour lässt sich jetzt in einer zusammengestellten Story auf dem Instagram-Account des Politikers nachschauen. Löbel nutzte für dieses Format ebenfalls Facebook und WhatsApp.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikolas-Löbel-Instagram2.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-155106" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikolas-Löbel-Instagram2-305x612.png" alt="Nikolas Löbel, Instagram2" width="305" height="612" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikolas-Löbel-Instagram5.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-155107" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikolas-Löbel-Instagram5-305x608.png" alt="Nikolas Löbel, Instagram5" width="307" height="612" /></a></p>
<h3>Durch Livestreams Verbindung zwischen analog und digital schaffen</h3>
<p>Die Arbeit vor Ort und die Kommunikation im Netz ebenfalls geschickt kombiniert hat die FDP Niedersachsen. Landesvorsitzender Stefan Birkner und Generalsekretär Konstantin Kuhle reisen noch bis Anfang September durch Niedersachsen. Unter dem Motto „Willkommen auf dem neuen Weg“ stehen dabei vor allem die Erwartungen von Neu- und Altmitgliedern aber auch Interessierten im Vordergrund. Man möchte an einer Neuausrichtung der Partei arbeiten, den Weg der Partei und die programmatische Parteiarbeit diskutieren und kommunizieren. Dabei ebenfalls zentral sind moderne Parteiarbeit und das neue Schwerpunktthema „New Work“. Deshalb ist es naheliegend, als Teil der Sommertour auch ein Onlineangebot für diejenigen zu schaffen, die an den Terminen vor Ort nicht teilnehmen können.</p>
<figure id="attachment_155108" aria-describedby="caption-attachment-155108" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP-Niedersachen-Livestream.png"><img decoding="async" class="wp-image-155108 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FDP-Niedersachen-Livestream-630x285.png" alt="FDP Niedersachen, Livestream" width="630" height="285" /></a><figcaption id="caption-attachment-155108" class="wp-caption-text">Stefan Birkner und Konstantin Kuhle beantworten im Rahmen ihrer Sommertour der FDP Niedersachsen Fragen im Livestream.</figcaption></figure>
<p>In einem einstündigen Livestream konnten Zuschauende so Fragen zur Parteiarbeit stellen und eigene Anregungen für die zukünftige Ausrichtung einbringen. Und vor allem: in direkten Kontakt mit Birkner und Kuhle kommen. Dabei bezogen sich beide immer wieder auch auf Gespräche und Erfahrungen vor Ort, die sie bereits den Sommer über gesammelt haben. Das alles passt zu dem Ziel, bei moderner Parteiarbeit stärker auf Online-Medien zurückgreifen und Landesfachausschüsse auch mal online tagen lassen, um so flexibler und effektiver arbeiten zu können. Für die FDP Niedersachsen bietet der Sommer damit die Zeit und Möglichkeit, am Strategieprozess zu arbeiten, neue Anregungen zu sammeln und verschiedene Formate auszuprobieren.</p>
<h3>Regierungskommunikation auf Twitter</h3>
<figure id="attachment_155109" aria-describedby="caption-attachment-155109" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Landesregierung-BW-RegSommerBW.png"><img decoding="async" class="wp-image-155109 size-medium" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Landesregierung-BW-RegSommerBW-305x305.png" alt="Landesregierung BW, #RegSommerBW" width="305" height="305" /></a><figcaption id="caption-attachment-155109" class="wp-caption-text">Unter dem Hashtag #RegSommerBW wird Sozialminister Manne Lucha auf Twitter bei seiner Arbeit für die Landesregierung vor Ort begleitet.</figcaption></figure>
<p>Aber auch ganze Landesregierungen kommunizieren ihr Wirken im Sommerloch und suchen Bürgerkontakt. Unter dem Hashtag #RegSommerBW startete zum Beispiel die Landesregierung Baden-Württembergs am 31. Juli auf Twitter eine kurze Sommerreihe, die sowohl Ministerinnen und Minister, als auch Staatssekretärinnen und Staatssekretäre bei ihrer Arbeit begleitet. Bisher zu sehen waren u.a. Katrin Schütz, Staatssekretärin für Wirtschaft, Arbeit, und Wohnungsbau bei ihrer Digitalisierungs- und Ausbildungsreise durch BW oder auch Umweltminister Franz Untersteller bei seiner Sommertour „Vitale Gewässer“. Die einzelnen Beiträge liefern dabei, bedingt natürlich auch durch die sehr begrenzte Zeichenanzahl auf Twitter, nur einen kleinen inhaltlichen Einblick in die einzelnen Stationen. Der Fokus liegt mehr darauf, die Arbeit der Regierung und der einzelnen Ministerinnen und Minister zu kommunizieren und nach außen zu tragen, aber auch verschiedene Initiativen des Landes vorzustellen. So lassen sich auch Politikerinnen und Politikern der Landesregierung miteinbinden, die selbst noch keine eigenen Social-Media Accounts besitzen oder mit deutlich weniger Followern eine geringere Reichweite haben.</p>
<h3>Chancen auch fernab von Wahlkampfzeiten nutzen</h3>
<p>Ob Ministerpräsidentin, Partei oder Landesregierung – für sie alle bieten Instagram, Facebook &amp; Co viele Möglichkeiten, um mit potentiellen Wählerinnen und Wählern und Interessierten in Kontakt zu treten. Oft bleiben diese aber bisher noch ungenutzt oder weit unter ihrem Potential. Und das, obwohl sich zeigt, dass solche Aktionen wie die Sommertouren auf Social-Media überhaupt erst wahrgenommen werden und gut ankommen: viele loben die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, um die sich auf diesem Wege bemüht wird. Dass eine intensivere und glaubwürdige Nutzung der Sozialen Plattformen auch die breiten Medien aufmerksam werden lässt und sich so erst Recht lohnt, zeigt sich am Beispiel von Nikolas Löbel. Dabei geht es nicht nur allein um Klickzahlen und darum, möglichst viele neue Nutzer zu generieren, sondern Inhalt und Authentizität sind entscheidend. So gelingt es kleinere, aber relevantere Gruppen anzusprechen und bei der (potentiellen) Wählerschaft Vertrauen zu schaffen. Etwas, worauf alle Politikerinnen und Politiker langfristig angewiesen sind. Auch wenn es mehr Zeit und Aufwand erfordert, lohnt sich moderne politische Kommunikation, die den Menschen nicht nur in Wahlkampfphasen zeigt, dass man sich für sie interessiert.</p>
<p>Titelbild: Gonard Fluit via<a href="https://unsplash.com/photos/29oO_Fj56Lg"> Unsplash</a>, <a class="external" href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Twitter Manuela Schwesig, Screenshot Facebook Arne Lietz, Screenshots Instagram Nikolas Löbel, Screenshot Facebook FDP Niedersachsen, Screenshot Twitter Landesregierung BW</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Tinder (4/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 09:27:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Tinder]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151586" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tinder_titelbild-630x276.png" alt="tinder_titelbild" width="630" height="276" /></a> Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im vierten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Tinder verwenden.</p>
<p>Tinder ist beliebt: rund zwei Millionen Menschen nutzen die App in Deutschland, weltweit sind es ca. 50 Millionen. Und die Zielgruppe ist jung: 85% der Tinder-User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt.</p>
<p>Tinder ist eine Kontakt- bzw. Dating-App. Sie überzeugt durch Einfachheit und ihren spielerischen Charakter: dem User werden Bilder von anderen Tinder-Usern aus der Umgebung angezeigt. Mit einem Wisch (Swipe) nach rechts bzw. ein Drücken des Herz-Buttons bekundet man sein Interesse an der Person, ein Swipe nach links oder das X bedeutet: Kein Interesse. Ein „Match“ kommt zustande, wenn beide User ihr Interesse am jeweils anderen signalisieren. Erst dann können sie Kontakt zueinander aufnehmen und sich Mitteilungen schicken. Eine Anmeldung ist nur mit einem vorhandenen Facebookaccount möglich. Tinder zieht Daten wie Likes oder Freunde aus dem Facebookprofil und mit der Einbettung von Instagram und Spotify ist es jetzt noch einfacher, Gemeinsamkeiten zu entdecken.</p>
<p>Während das Phänomen Tinder in vielen Medien kritisch betrachtet und mit ihm die Erosion und Zerfall romantischer Beziehung herauf beschworen wird, gehen viele jüngere Menschen gelassener mit der App und deren Möglichkeiten um. Sie stören sich weder an dem Vorwurf, dass die App Oberflächlichkeit und Unverbindlichkeit fördere noch an der interpretatorischen Aufladung als reine Sexanbahnungs-App durch Nicht-User. Sie nutzen sie als bloßen Zeitvertreib und Amüsement, zum Austausch mit anderen &#8211; und mit der Einführung des Features Social Tinder auch, um sich als Clique mit anderen Gruppen zu treffen.</p>
<p>Wie andere Social Media Plattformen und Apps steht Tinder unter permanentem Innovationsdruck. Sean Rad, SEO von Tinder, stellte kürzlich die noch nicht veröffentlichte Funktion ,,<a href="https://www.forbes.com/sites/stevenbertoni/2017/02/14/tinders-sean-rad-on-how-technology-and-artificial-intelligence-will-change-dating/#5631ac585b99">Tinder Assistant</a>&#8221; vor: Mittels künstlicher Intelligenz und Zugriff auf die Anwendungsdaten des Smartphones möchte Tinder potentielle Matches samt passendem Datum und Aktivität vorschlagen. So soll die Kontaktanbahnung noch einfacher und schneller vonstatten gehen.</p>
<p>Trotz der Kritik an dem Phänomen Tinder hat es die App geschafft, Online-Dating salonfähig zu machen. Das zeigen die Zahlen: seit 2012 wurde die App 100 Millionen Mal heruntergeladen. Nutzerinnen und Nutzer verbringen durchschnittliche <a href="https://www.nytimes.com/2014/10/30/fashion/tinder-the-fast-growing-dating-app-taps-an-age-old-truth.html?_r=1">90 Minuten</a> täglich auf der Plattform und tätigen 1 Millionen Swipes pro Minute. Diese Zahlen haben auch die Werbeindustrie angelockt. Mit Guerilla-Marketingmaßnahmen haben große Marken wie Sixt, Domino&#8217;s Pizza, Gillette und McDonalds auf der Plattform kommerzielle Werbekampagnen gelauncht. Guerilla-Werbung ist ein Marketingansatz, der mit unkonventionellen Methoden bzw. Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt und der meist mit wenig Aufwand effizienter als teure klassische Werbekampagne ist.<br />
Da es bis jetzt noch keine offizielle Werbeformate auf Tinder gibt und die kommerziellen Anzeigen im Tinderstream als einfaches Personenprofil auftauchen, können sie Überraschungsmoment hervorgerufen werden.</p>
<p>Und dieser Effekt wurde bereits auch im politischen Kontext aufgegriffen. Nichtregierungsorganisationen und staatliche Institutionen platzierten kommerzielle Profile auf Tinder, um auf Missstände hinzuweisen: zum Weltfrauentag machte <a href="https://www.circul8.com.au/amnesty-international-tinder-case-study/">Amnesty International Australien</a> mit ihrer Kampagne auf das Thema Zwangsheirat aufmerksam, und die <a href="http://eightytwenty.ie/tinder-sex-trafficking-campaign-immigration-council/">Einwanderungsbehörde von Irland</a> nutzten die Dating-App, um Menschenhandel und Prostitution anzuprangern.</p>
<p>Und auch die die <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Flirt-App</a> selbst wird politisch: <i> ,,Diese [US-Präsidentschaft-]Wahl ist die erste in der Geschichte, bei der alle Millennials alt genug sind zu wählen. Millennials werden sogar eine größere Rolle bei dieser Wahl spielen als in jeder anderen &#8211; von der großen Entscheidung bis zum weltweiten Dialog &#8211; deshalb haben wir für unsere Nutzer in aller Welt das Feature Swipe the Vote entwickelt.” </i></p>
<p>Nach dem Wahl-O-Mat-Prinzip konnten Nutzerinnen und Nutzer in den USA herauszufinden, mit welchen US-Präsidentschaftskandidaten sie die meisten Meinungen teilten. So beantworteten sie Fragen zu ihren Ansichten über u.a. Einwanderung, Homo-Ehe und Klimawandel und am Ende wurde die passendste Kandidatin oder der passendste Kandidat als Match angezeigt. Außerdem gab es Informationen, wo und wie sich die User zur Wahl anmelden konnten.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151595" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SwipeTheVote_Flow-1-630x288.jpg" alt="SwipeTheVote_Flow-1" width="630" height="288" /></a>Das Swipe the Vote-Feature wurde auch in Großbritannien vor dem Brexit-Referendum eingeführt. Tinder gab nach dem Referendum bekannt, dass <a href="https://www.engadget.com/2016/06/22/tinder-brexit-eu-referendum-vote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr als 20 Prozent</a> der User das Wahr-oder-Richtig-Quiz in Großbritannien absolviert hätten. Ob Tinder die Funktion Swipe the Vote-Funktion auch im deutschen Wahlkampf anbieten wird, ist noch unklar.</p>
<p>Aber auch politische Kandidatinnen und Kandidaten auf lokaler, nationaler oder supranationaler Ebene nutzten die Möglichkeit eines einfachen Profils auf Tinder, um auf sich aufmerksam zu machen: nicht nur in den <a href="http://www.civilbeat.org/2016/01/hawaii-councilman-uses-tinder-in-senate-campaign/">USA</a>, in <a href="http://www.centralwesterndaily.com.au/story/4215655/labor-candidate-uses-tinder-to-connect-with-young-voters/?cs=2452">Australien</a> oder in <a href="http://ottawacitizen.com/news/local-news/somerset-candidate-uses-dating-app-tinder-to-promote-campaign">Kanada</a> kam die App zum Einsatzt, sondern auch schon zur <a href="http://nltimes.nl/2014/05/14/candidate-trading-tinder-dates-votes">Europawahl</a>, im <a href="https://noisey.vice.com/de/article/oesterreich-partei-tinder-wanda-zitate-594">österreichischen</a> und im Schweizer Wahlkampf sowie bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.</p>
<h3>Auf ein Bier mit der Kandidatin</h3>
<p>Aline Trede, Kandidatin für den Schweizer Nationalrats für die Grünen, nutzte die Form der Online-Wahlkampf-Werbung auf Tinder als erste im deutschsprachigen Raum. Sie hatte eine ausgereifte <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2015/10/tinder-im-wahlkampf-wie-die-politik-die.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marketing-Kampagne</a>, so erschien auf ihrem Profil ihr Bild mit der Aufforderung, das grüne Herz zu drücken: ,,Grünes Herz. Gegen Rechts“. Sie lud ihre Matches daraufhin zu einem Bier und zu ihrer Bürgersprechstunde in eine Berner Kneipe ein. Die Tinder-Kampagne rief ein hohes <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155">Medienecho</a> hervor.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151592 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0005-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-151594 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG-20160807-WA0004-630x1121.jpg" alt="screenshot_tinder_freier" width="200" height="356" /></a>Auch Alexander Freier-Winterwerb, ehemaliger SPD-Anwärter für das Berliner Abgeordnetenhaus, nutze die Flirt-App und <a href="http://www.vorwaerts.de/artikel/spd-politiker-wahlkampf-per-flirt-app-tinder-macht">berichtete</a>, dass er einige Matches erhalten habe und diese ihn dann nach Ansichten zu Familien- und Bildungsthemen befragt hätten. Tinder wurde im Berliner Wahlkampf auch von einem weiteren Politiker eingesetzt: Florian Nöll, CDU-Kandidat aus dem Wahlkreis Moabit, machte mit dem <a href="https://www.facebook.com/HamburgerWahlbeobachter/photos/pb.159148470811423.-2207520000.1471477121./1148617808531146/?type=3&amp;theater">Slogan</a> ,,Moabit macht Liebe“ und ,,Mobit hat die Wahl“ auf sich aufmerksam.</p>
<p><em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o.png"><img decoding="async" class="  alignleft wp-image-151593" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/16992477_702910223224035_3915918264047523499_o-630x1118.png" alt="screenshot_tinder_merker" width="200" height="355" /></a></em>In Deutschland wurde Tinder auch auf kommunaler Ebene im Wahlkampf eingesetzt. Matti Merker, hessischer Lokalpolitiker der SPD aus dem Landkreis Darmstadt Dieburg, nutzte <a href="https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Politik-10/Matti-Merker-wischt-for-Wahlkampf-Lokalpolitiker-macht-Wahlkampfwerbung-auf-Tinder-26533.html">Tinder im Wahlkampf</a>: <em>“Viele haben es nicht verstanden, dass ich nicht auf Partnerinnensuche bin und sondern Tinder nur für die politische Arbeit nutze. Spannend an Tinder war für mich erstens die Umkreissuche, bei welcher man wirklich sehr gut Menschen in einem bestimmten Umkreis findet, und zweitens die Zielgruppe &#8211; in der Regel junge Menschen von 18 &#8211; 35 Jahre. Man muss natürlich auch ehrlich sagen, dass Facebook immer noch das A und O ist. Matches hatte ich schon einige. Ich schätze, dass etwa 20 Prozent Kontakt aufgenommen haben und teilweise einfach Fragen gestellt haben wie: ,Was hat dich dazu gebracht dich zu bewerben?&#8217;,Was macht man als </em><em>Kreistagsmitglied?&#8217; ,Wie viel Zeit musst du investieren?&#8217;”.</em></p>
<h3>Tinder für Parteien und Politiker</h3>
<p>Grundsätzlich sollte die politische Person zu Tinder passen, so ist zu überlegen, ob ältere Politikerinnen und Politiker ihre Zielgruppe in der Dating-App erreichen. Es gibt zwei Varianten, Tinder im Wahlkampf zu nutzen: die kommerzielle Nutzung in Form von Ads, wie sie große Firmen bereits eingesetzt haben, oder in Form eines nichtkommerziellen Profils. Ersteres ist aufwändig und würde sich für Werbung auf Partei-Ebene oder große Kampagnen eignen.</p>
<p>Nutzt man Tinder mit einem normalen Profil, ist zu beachten, dass Werbung in einem nichtkommerziellen Profil nicht mit den AGBs (<a href="https://www.gotinder.com/terms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">term of use §6</a>) von Tinder in Einklang steht. Das Profil sollte klar als „Wahlkampf-Profil“ gekennzeichnet sein, Beschwerden von Usern können sonst zu einer <a href="http://www.persoenlich.com/digital/profil-von-aline-trede-gesperrt-327155" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sperrung des Profils</a> führen.</p>
<p>Ein Profil bei Tinder ist erstmal „unaufdringlich“, weil man die Politikerin oder den Politiker bei Desinteresse einfach wegwischen kann. Konkret kann der Tinder-Wahlkampf so aussehen: Die Kandidatin oder der Kandidat geben in ihren Such-Einstellungen Parameter wie Geschlecht, Alter und Reichweite (des Wahlkreises) ein (z.B. Mann und Frau, 18 bis 99, Umkreis: 20 Kilometer) und gibt allen Treffern ein Herz, dies kann <a href="http://www.ydesouza.com/tinder" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mittels eines Tools </a>über die API-Schnittstelle von Tinder auch automatisiert werden. APIs sind Programmierschnittstellen, welche von Plattformen angeboten werden, damit Dritte Anwendungen und Applikationen für diese entwickeln können. Zeigt ein User Interesse an dem politischen Profil, entsteht ein Match und die Möglichkeit, die potentielle Wählerin oder den potentiellen Wähler anzusprechen. Über die API-Schnittstelle ist es bei Tinder auch möglich, einen <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2015-02/tinder-online-dating-hacks-erfolg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Messenger- bzw. Chatbot</a> zu integrieren, der z.B. die Begrüßungen automatisiert.</p>
<p>Ob man nun das Profil auf die Person personalisiert oder bestimmte parteipolitische Themen in den Vordergrund rückt, wichtig ist immer, die Zielgruppe der App im Fokus zu behalten. Wenn man mit einer kreativen Ansprache einsteigt und Überraschungseffekte nutzt, kann man auch ernstere Themen wie Prostitution oder Geschlechtskrankheiten ansprechen.</p>
<p>Zwar kann man mit einem Profil auf Tinder nur eine begrenzte Reichweite erlangen, die dann stattfindenden Matches eignen sich aber, um die Leute auf persönlicher Ebene anzusprechen, auf eine Veranstaltung aufmerksam zu machen oder ins Wahlkampfteam einzuladen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Tinder eignet sich, um auf unkonventionelle Art und Weise Personen zu erreichen, die vielleicht mit anderen Instrumenten der politischen Kommunikation nicht erreicht werden können. Was ein Profil bei Tinder bis jetzt noch ausmacht, ist der Überraschungseffekt: Die Nutzerinnen und Nutzer werden da angesprochen, wo sie es nicht erwarten. Oft ist es die Neugier, welche die Tinder-User dazu bewegt, einem Politikerprofil ein ,,Herz” zu geben. So können gerade diejenigen, die wenig Interesse an Politik haben, niedrigschwellig mit der Politik Kontakt aufnehmen. Politikerinnen oder Politiker wiederum können mit potentielle Wählerinnen und Wählern ins persönliche Gespräch kommen und so eine intensivere Bindung aufbauen.</p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen, im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> und im dritten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/bar-human-bottles-beverages-463476/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Bar,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshots von Matti Merker, Alexander Freier-Winterwerb, <a href="http://blog.gotinder.com/swipe-the-vote-around-the-world-2/">Tinder</a>.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Snapchat (3/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 10:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Snapchat]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151448" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat-630x276.png" alt="titelbild snapchat" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im dritten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Snapchat verwenden.</p>
<p>3,5 Millionen Snapchat-Nutzende gibt es hierzulande. 71 Prozent der Userinnen und User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt, wobei der Großteil mit 45 Prozent zur Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahre gehört. Zum Vergleich: Facebook-Nutzende sind älter, hier sind nur 16 Prozent der Userinnen und User zwischen 18 und 24 Jahre alt. Das zeigt: Die junge Zielgruppe ist auf Snapchat unterwegs. Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst, mit dem Bilder und Videos in Form von sogenannten Snaps versendet und empfangen werden können und die sich nach einer bestimmten angegebenen Zeit von selbst löschen. Snapchat Stories sind gesammelte Bilder und Videos, sie sind öffentlich und werden nach 24 Stunden gelöscht.<br />
<img decoding="async" class="  wp-image-151471 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-02-02-19-33-27.png" alt="snapchat_europarlament" width="183" height="324" /></p>
<p>Was Snapchat weiterhin ausmacht, sind die spielerischen Elemente und die Schnelligkeit; umfangreiche Bildbearbeitungen sind nicht möglich, alles muss in der App bearbeitet werden. Sogenannte Geofilter (Grafiken, die nur lokal erscheinen), aber auch Sticker, Masken und Text können über das mit Snapchat geschossene Foto oder gedrehte Video gelegt werden.</p>
<p>Snapchat eignet sich, um einen Blick hinter die Kulissen zu bieten, die Atmosphäre von Veranstaltungen einzufangen und eine Beziehung zu den Followerinnen und Follower aufzubauen. Die Schönheit der Bilder oder die perfekt eingesprochenen Videos sind bei Snapchat nicht so ausschlaggebend wie etwa bei Instagram. Das Perfekte wirkt hier fast deplatziert. Dagegen sind Gags, kleine Spielereien wie Filter oder Masken, z.B. in Form von Hasenohren, beliebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Warum snappen Politikerinnen und Politiker?</h3>
<p>,,…<em>es macht Spaß</em>“, erklärt Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete der CDU und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die auch auf anderen Social Media Plattformen sehr aktiv ist. Und auch der Bundestagsabgeordneter der Linken Stefan Liebich erklärt, ,,<em>ich habe Freude daran, neue Apps und Netzwerke auszuprobieren. Große Hoffnungen habe ich damit nicht verbunden. Ich wollte einfach mal schauen, wie es funktioniert.</em>“ Dass er auf Snapchat aktiv sei, sorge für Erstaunen bei jungen Menschen, er werde oft von jungen Menschen im „real life“ angesprochen, die ihm auf Snapchat folgten und ihm mitteilten, dass sie es witzig fänden, dass er dort als Politiker vertreten sei.</p>
<h3>Ohne Strategie und Konzept<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730.png"><img decoding="async" class="  wp-image-151472 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730-630x1121.png" alt="snapchat_stefan_liebig" width="180" height="321" /></a></h3>
<p style="text-align: left">Die App wird von den befragten Politikerinnen und Politiker eher ohne ausgefeiltes Konzept oder Strategie verwendet. <em>,,Wenn ich auf einem spannenden Termin bin und mir denk</em><em>e, das könnte doch witzig oder interessant sein, ohne groß einen Kontext beschreiben zu müssen, dann snappe ich in meine Story. Oder wenn ich einen spontanen Gedanken </em><em>habe, von dem ich noch nicht weiß, ob er die nächsten 24 Stunden überleben sollte“, </em>berichtet Dorothee Bär. Auch Stefan Liebich sucht die Inhalte spontan und intuitiv aus. <em>,,In der Regel fällt mir bei einem guten Fotomotiv ein, dass man daraus auch etwas für Snapchat machen könnte. Das ist mal politisch, mal eher privat und manchmal auch e</em><em>infach nur zum Spaß. Ich mache es so, wie es sich ergibt“.</em></p>
<h3>Snapchat als Storytelling Tool</h3>
<p>Snapchat ist ein gutes Werkzeug, um mit Storytelling Geschichten zu erzählen, Informationen und Unterhaltung zu kombinieren. Die Inhalte sollten nicht erzwungen sondern ehrlich und authentisch wirken und sie <em>,,dürfen auch gerne mal ein bisschen dilettantisch oder peinlich sein: Alberner Hut, Fake-Sonnenbrille, Blitze und Partymusik im Hintergrund – was auf Insta schon nicht mehr geht, geht bei Snapchat besser. Je weniger Politiker-typisch, desto besser. Vielleicht nutzen Snapchat deswegen auch noch </em><em>so wenige meiner Kollegen“,</em> erklärt Dorothee Bär. Einblicke in den Alltag und hinter die Kulissen sowie kurze und einfach erklärte politische Inhalte kommen gut bei der jungen Zielgruppe an, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151476" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680-630x1121.png" alt="snapchat_joahnnes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151475" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151470" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="355" /></a></p>
<p>Als angehender Lehrer ist Johannes Steiniger durch seine Schülerinnen und Schüler auf die App aufmerksam geworden. Er snappt fast täglich, berichtet im Video über Ergebnisse aus der Bürgersprechstunde, postet ein Bild von seiner Zugfahrt nach Berlin oder wie er auf die Fraktionssitzung wartet.</p>
<p>Schülerinnen und Schüler auf die Frage, was ihnen daran gefällt, wenn Abgeordnete snappen:<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151469" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger-630x362.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="601" height="345" /></a></p>
<p>Manche Social Media-Expertinnen und Experten sehen die Zukunft von Snapchat in Gefahr. Mit der Übernahme von Snapchatfeatures haben Instagram und Facebook Nutzerinnen und Nutzer wieder auf ihre Plattformen gelockt, so dass einige den Mehrwert von Snapchat nicht mehr sehen. Andere verweisen jedoch darauf, dass man sich die Synergieeffekte zunutze machen kann, denn die Konzeption für eine Snapchatstory kann auch für Instagram verwendet werden bzw. andersrum.</p>
<p>Nach dem Börsengang von Snap Inc. Anfang Februar 2017 ist davon auszugehen, dass die App durch den Druck der Investoren wieder wachsen und seine verlorenen Nutzerinnen und Nutzer von Instagram zurückholen wird. Außerdem hat das Unternehmen eine Brille mit Kamera herausgebracht: Snap Spectacles. In den USA ist die Brille ein Verkaufsschlager. Snapchat bleibt also weiterhin interessant.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Insgesamt zeigt sich, dass sich Plattformen mit ihren Funktionen immer mehr angleichen. Die Funktionen werden kopiert oder übernommen (z.B: Instagram und WhatsApp kopieren das Stories-Konzept von Snapchat). Die Plattformen werden sich also nicht mehr in ihrer Funktion, sondern eher in der Zusammensetzung der Nutzerschaft unterscheiden.</p>
<p>Auf Snapchat herrscht eine andere Sprache als auf den vergleichsweise seriös verwendeten Sozialen Medien Facebook und Twitter; es geht normalerweise umgangssprachlich bis salopp zu. Politikerinnen und der Politiker sollten überlegen, ob die Verwendung der App zu ihrer Persönlichkeit passt, denn die app-spezifischen Features wie Masken und andere Spielereien gehören zur Verwendung der App dazu, und das ist auch das, was die Userinnen und User sehen wollen. Neue Wege zu gehen, schauen, wie die junge Zielgruppe tickt, sich in ihre Lebenswelt zu begeben, all das können Gründe sein, sich als Politikerin oder Politiker an die App heranzuwagen und mit ihr zu experimentieren. Hierbei müssen nicht immer ausgefeilte Social Media-Konzepte ausgearbeitet werden, Spontaneität und Spaß an der Sache reichen oft schon aus. Allerding ist die Verwendung von Snapchat auch immer ein Balanceakt, denn oft ist es  nur ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Blamage.</p>
<p>Snapchat kann als weiterer Kommunikationskanal genutzt werden, mit dem jungen Menschen aus dem Wahlkreis erreicht werden können. Die große Reichweite wird man aber mit der App nicht erreichen, denn wer bei Snapchat einer Partei oder einer Politikerin oder einem Politiker folgt, hat meist schon eine Wahlentscheidung getroffen.</p>
<p>Johannes Steiniger ist unter &#8220;josteiniger&#8221;, Dorothee Bär unter „dorobaer“, Stefan Liebich unter “berlinliebich“ und das Europäische Parlament unter &#8220;europaparl&#8221; zu finden. Eine Liste von weiteren snappenden Politikerinnen und Politikern sowie Parteien gibt es beim <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2016/02/politik-auf-snapchat.html">Hamburger Wahlbeobachter.</a></p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen und im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Snapchat Screenshots von Johannes Steiniger, Stefan Liebig</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Instagram (2/4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Feb 2017 11:54:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151411" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikelbild-Instagram-630x276.png" alt="Artikelbild Instagram" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im zweiten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Instagram verwenden.</p>
<p>Die Popularität von Instagram ist ungebrochen. 9 Millionen Nutzerinnen  und Nutzer gibt es in Deutschland und ca. 60 Prozent davon sind zwischen 18 – 34 Jahre alt. Instagram ist ein soziales Netzwerk, mit dem Nutzerinnen und Nutzer Bild- und Videonachrichten erstellen und über das Netz teilen können. Die Fotos werden mit Hashtags verlinkt und sind so in der Bildersuche auffindbar. Die Foto-App hat in Deutschland mehr <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=570" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nutzerinnen und Nutzer als Twitter</a>. Und diese sind dort besonders aktiv, was Kommentare und Likes angeht: Die Interaktionsrate ist höher als auf Facebook und Twitter und das wird auch so bleiben, denn die Foto-Plattform hat im letzten Jahr erfolgreiche Features integriert: das aus Snapchat bekannte Format der Stories sowie die Live Funktion, die an Facebook Live erinnert. Instagram Stories bietet die Möglichkeit, kurze Geschichten zu erstellen, die aus 60-Sekunden Videos und Fotos bestehen. 24 Stunden nach der Veröffentlichung verschwinden die Stories. Die Live-Videos geben die Möglichkeit, bis zu einer Stunde ununterbrochen live auf Instagram zu senden. Während bei Facebook die Videos gespeichert werden, ist das bei Instagram nicht möglich, sie werden danach gelöscht.</p>
<p>Diese neuen Funktionen sind der Versuch, die Foto-Plattform, die für perfekte Bildinszenierungen bekannt ist, zu mehr authentischen Inhalten zu bringen.<br />
Die neuen Instagram Stories sind beliebt: <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/659687/umfrage/taeglich-aktive-nutzer-von-instagram-stories-weltweit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit nutzen 150 Millionen Menschen </a>das Feature täglich. Und damit genauso viele, wie es Snapchat Nutzende insgesamt gibt. Die Stories sowie die Live Funktion bringen mehr Persönlichkeit und Authentizität in das Profil. Und es lohnt sich, die neuen Funktionen mal auszuprobieren. Dabei kann man dieselbe Content-Strategie, also die strategische Planung für das Erstellen und Verbreiten von Social Media Inhalten, wie auf der Instagram-Seite verwenden, da der Algorithmus dazu führt, dass nicht alle Followerinnen und Follower dasselbe sehen. Außerdem erscheinen die Stories auf der „Explore“-Seite, so dass hierdurch auf das Profil aufmerksam gemacht werden kann und so neue Followerinnen und  Follower gewonnen werden können.</p>
<h3>Selfies, Turnschuhe und Kaffeklatsch</h3>
<p>Wir haben uns die Instagram Account von Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke angeschaut und die Politiker gefragt, welche Inhalte sie verwenden, welche bei den Followerinnen und Follower gut ankommen und welche  Funktionen sie schon benutzt haben.</p>
<p>Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ist mit seinem <a href="https://www.instagram.com/cl2017" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount Cl2017 </a>seit Mitte Februar 2016 aktiv. Er postet fast täglich einen Moment aus seinem politischen oder privaten Alltag. Die Fotos sind in Hochglanzmanier geschossen und passen von der Bildsprache perfekt zu Instagram. Viele Bilder zeigen ein Blick hinter die Kulissen und aus außergewöhnlicher Perspektive. Wie bei einem Polit-Profi zu erwarten, ist sein Instagramaccount wie seine anderen Social Media Kanäle durchweg gut durchdacht und mit hochwertigen und schön anmutenden Bildern versehen. Christian Lindner berichtet, dass vor allem die Blicke hinter die Kulissen, <i>„ein Selfie in der Maske, ein Detail meiner Turnschuhe oder meine Perspektive von </i><i>der Bühne aus“</i> besonders gut bei den Followerinnen und Follower ankommen. Die neue Live-Funktion bei Instagram benutze er noch nicht. Bis jetzt werden die Inhalte der Live Video-Kampagne #CLimAuto noch über Facebook und Twitter gesendet</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151423" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.39.30-630x523.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="523" /></a></h3>
<h3>Der Schulzug rollt auch auf Instagram</h3>
<p>Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs sieht mehrere Vorteile in der Verwendung von Instagram, ,,<i>man erreicht eine deutlich jüngere Zielgruppe und es zwingt mich, laufend neue Fotos zu produzieren, die ich dann auf Facebook und Twitter zweitverwenden kann.“</i> Er teilt auf seinem <a href="https://instagram.com/johannes.kahrs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Account</a> eine Mischung aus Politik, Privatem und Unterhaltung. Der Inhalt, der zurzeit am besten ankäme, wäre Martin Schulz, berichtet er. Und so sieht man auch einige Fotos oder Memes über den SPD-Kandidaten, die relativ beachtliche Like-Zahlen erzielen. Privates käme aber auch gut an, so Kahrs. Ob er das neue Instagram Live benutzten werde, wisse er noch nicht. Das käme nur in Frage, wenn es mit wenig Aufwand verbunden wäre.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151459" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/imgpsh_fullsize-630x553.png" alt="Instagram Johannes Kahrs" width="630" height="553" /></a></p>
<h3>,,Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht”</h3>
<p><strong><strong> </strong></strong>Selfies mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag, Bilder zu queeren Themen, lustige Entdeckungen und Landschaftsfotos prägen den <a href="https://www.instagram.com/arndtklocke/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagramaccount von Arndt Klocke</a>, grüner Landtagsabgeordneter in NRW. Erst seit Ende Mai 2015 ist er aktiv und postet seitdem fast täglich und ohne ein spezielles Konzept, berichtet er. Fotografie ist ein Hobby von ihm und das sei auch der Grund, wieso er seinen Account alleine bespielt.</p>
<p>Die neue Storyfunktion von Instagram nutzt er regelmäßig. ,,<i>Ich biete ein paar Einblicke in meine politische Arbeit und auch in mein Privatleben. Dabei soll es interessant sein, Alltägliches und Banalitäten wie zB. Spaghettikochen oder Wäscheaufhängen gibt es bei mir nicht zu sehen.” </i>Beliebt seien <i>,,Fotos, die ganz für sich sprechen”. </i>Positive Resonanz bekommt er für Aufnahmen, die eine klare Botschaft kommunizieren: <i>,,gute Stadt-oder Landschaftsaufnahmen, politische Statements oder Fotos mit Promis.”</i></p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151421" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-2017-02-21-um-13.36.49-630x540.png" alt="Screenshot Instagram" width="630" height="540" /></a></h3>
<h3>Community Building und Digital Storytelling mit Instagram</h3>
<p>Ein Blick hinter die Kulissen, Schnappschüsse und Selfies aus dem politischen und privaten Alltag sind Formate, die auf Instagram gut ankommen. Aber Instagram kann mehr, als nur zu visueller Selbstdarstellung genutzt werden. Werden Userinnen und User mit in die Content-Strategie miteinbezogen, kann man aus einem Profil eine Community bilden. So können z.B. mit Expertinnen und Experten aus dem Wahlkreis Interviews geführt oder in Form einer öffentlichen Bürgersprechstunde, einmal wöchentlich Fragen von Followerinnen und Follower beantwortet werden. Für Abwechslung eignen sich auch sogenannte Takeovers, d.h. der Account wird von einem Userin oder User (z.B. durch eine Praktikantin oder einen Praktikanten oder einer lokal bekannte Persönlichkeit) übernommen, die eigenständig z.B. aus dem Wahlkreis oder aus einem bestimmten Themengebiet berichten.</p>
<p>Außerdem eignet sich die App für Visual Storytelling. Dies ist eine Erzählmethode, mit der durch den Einsatz von Fotos, Illustrationen, Videos und Audio emotionale Geschichte erstellt werden können, die die Nutzende in das Geschehen hineinziehen. Die eigentlichen Fakten oder die Person treten dabei in den Hintergrund und werden in die Geschichte mit eingewoben. Eine Möglichkeit, als Politikerin oder Politiker Visual Storytelling einzusetzen, ist zum Beispiel das Einbeziehen der Wähler und Wählerinnen aus dem Wahlkreis. Ihnen ein Gesicht geben und sie ihre persönliche Geschichte erzählen zu lassen &#8211; im Stil von <a href="http://www.humansofnewyork.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humans of New York</a> &#8211; sind zum Beispiel eine gute Variante, die Userinnen und User lokal im Wahlkreis mehr einzubinden und Nähe zu schaffen. Das stärkt das Community-Gefühl und kann für mehr Austausch auf der Plattform sorgen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Die hier beschrieben Beispiele sind nur drei von vielen, mittlerweile sind viele <a href="https://pluragraph.de/news/pluragraph-feat-instagram" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen, Ministerien und Ämter</a> auf Instagram aktiv.<br />
Instagram eignet sich für Politikerinnen und Politiker als Ergänzung zu weiteren Social Media-Kanälen, da der Fokus der App auf Fotos liegt und nur wenig Text und keine Links hinzugefügt werden können. Die Conversionrate, also die Anzahl der Besucherinnen und Besucher des Instagramaccounts, welche den politischen Webauftritt besuchen, wird dementsprechend geringer sein als auf anderen Social Media-Kanälen. Um junge Menschen in ihrer Lebenswelt abzuholen, sie auf Politik aufmerksam zu machen und um das eigene Profil zu stärken, lohnt sich ein Account und eine ansprechende Bespielung auf Instagram. Denn Instagram wächst. Das liegt vor allem an der Einführung der Instagram Stories. Das Feature, welche u.a. Snapchat so erfolgreich gemacht hat, zieht Nutzerinnen und Nutzer von Snapchat zu Instagram. Die neue Instagram Live und Instagram Story eignen sich, um auch außerhalb der politischen und parteiinternen Filterblase von Userinnen und User wahrgenommen zu werden.</p>
<p>Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp</a> einsetzen und im dritten Teil, wie diese <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> einsetzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/marie-elisabeth-l%C3%BCders-house-1625715/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marie-Elisabeth-Lüders House</a> und <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Instagram Christian Lindner, Johannes Kahrs und Arndt Klocke</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit WhatsApp (1/4)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2017 10:37:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampftool]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[WhatsApp]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151338" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Whatsapp-Valerie-630x276.png" alt="Whatsapp" width="630" height="276" /></a></strong>Warum sollten Politiker und Politikerinnen auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Weil sich da die junge Zielgruppe aufhält. Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politiker und Politikerinnen WhatsApp verwenden.</p>
<p>Der WhatsApp-Messenger ist die mit 37 Millionen Mitgliedern meist genutzte App in Deutschland. Mit WhatsApp kann man chatten sowie Bild-, Video- und Audiodateien an Freunde und Freundinnen, Familie sowie Kollegen und Kolleginnen versenden. Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen verwenden Messaging-Apps häufiger und ausgiebiger als soziale Netzwerke<i>. </i>Auch der Trend zu Audioinhalten zeigt sich bei der Nutzung von WhatsApp, viele nutzen Sprachnachrichten, um zu kommunizieren.</p>
<h3>Warum eignet sich WhatsApp für den Wahlkampf?<b> </b></h3>
<p>Mit WhatsApp können Wähler und Wählerinnen direkt in ihrer Lebenswelt erreicht werden, Push-Nachricht erscheinen bei vielen direkt auf dem Bildschirm, während in sozialen Netzwerken die Posts im Newsfeed untergehen und man mit vielen anderen um die Aufmerksamkeit buhlt. WhatsApp ist unmittelbarer.</p>
<h3>Liveberichterstattung per WhatsApp<b> </b></h3>
<p>Jens Zimmermann, Bundestagsabgeordneter der SPD, berichtete per WhatsApp von der Bundesversammlung und der Wahl des neuen Bundespräsidenten. Während der Veranstaltung konnte man ihm quasi über die Schulter schauen. In sympathischer Art berichtete er chronologisch mit Text und Bildern über den die Bundesversammlung und den Wahlvorgang.</p>
<p><strong><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann.png"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151358" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot-Jens-Zimmermann-630x273.png" alt="Screenshot Jens Zimmermann" width="630" height="273" /></a></strong></strong></p>
<p>Er sieht sein Angebot als Ergänzung<em>: ,,Das Thema &#8220;Second Screen&#8221; ist bereits bei vielen Fernsehsendern ein großes Thema. Für mich war klar, dass dieses Interesse auch bei einer Bundespräsidentenwahl da ist und es Zuschauer gibt, die vor ihrem Fernseher oder vor ihrem Notebook sitzen und mit Smartphone und Tablet einem zweiten Kanal nutzen wollen.“</em></p>
<p>Für ihn war der Liveticker ein voller Erfolg, er hätte jetzt ein Gefühl dafür, wie dieser Kommunikationskanal zu benutzen ist<em>. </em>100 Nutzer und Nutzerinnen haben sich für das Angebot registriert<em>. </em>Und das Angebot wurde positiv aufgenommen: <em>„Aus meinem Wahlkreis habe ich die Rückmeldungen bekommen, dass es toll war, von &#8220;seinem Delegierten&#8221; bei einem besonderen Ereignis mit persönlichen Eindrücken begleitet zu werden.“</em></p>
<p>In seinem <a href="https://www.jens-zimmermann.org/zimmermann-whatsapp/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WhatsApp Newsletter</a> berichtet Zimmermann außerdem über seinen Wahlkreis und die Arbeit in Berlin sowie von seiner Veranstaltungsreihe „kleinster Biergarten der Welt“.</p>
<h3>Bürgersprechstunde auf WhatsApp</h3>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-151331" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-01-30-13-56-49.png" alt="Screenshot Sarah Philipps" width="196" height="350" /></p>
<p>Die SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp <a href="https://philipp-fuer-duisburg.de/whatsapp/">informiert auf WhatsApp</a> über ihre Arbeit im Landtag und in ihrem Wahlkreis, inhaltlich bezieht sie sich auf Themen oder Veranstaltungen, die lokal von besonderer Relevanz sind. „<em>Neben dieser eher einseitigen Kommunikation biete ich zudem WhatsApp-Sprechstunden an. Hier trete ich dann in den direkten Austausch mit meinen Abonnenten. Neben Lob, Kritik und Diskussionen zu verschiedenen Sachfragen nehme ich hier mitunter auch ganz konkrete Arbeitsaufträge aus dem Wahlkreis mit.“</em> Sie bewirbt ihr Angebot in der Lokalpresse oder bei Besuchergruppen, die sie im Landtag empfängt. Die Sprechstunden werden gut angenommen, das sei auch logisch, denn ,,<em>wo sonst gibt es eine so niedrigschwellige Möglichkeit direkt mit „seinem“ Abgeordneten ins Gespräch zu kommen?&#8221;</em>. Allerdings, so schränkt sie ein, wären eher es eher politikaffine Menschen, die sich für den WhatsApp Dienst anmelden, die breite Masse erreiche sie dadurch nicht.</p>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-151330 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lars-Klingbeil-Whatsapp.jpg" alt="Screenshot Lars Klingbeil" width="226" height="300" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter der SPD, nutzte WhatsApp, um eine Sprechstunde durchzuführen. Diese kündigte er vorher in sozialen Netzwerken oder in der Zeitung an <i>„Früher hat man seinem Abgeordneten einen Brief geschrieben und vier Wochen später eine Antwort bekommen. Jetzt geht das schnell und unmittelbar</i>“. Es seien seiner Erfahrungen nach vor allem Bürger und Bürgerinnen die das Angebot annehmen, die er bei den bekannten politischen Veranstaltungen oder Diskussionen nicht wahrnimmt. Ob er darüber hinaus WhatsApp im Wahlkampf einsetzen wird, weiß er noch nicht, aber er kann sich vorstellen, die App als Kommunikationstool zu verwenden, um freiwillige Wahlkampfhelfende dort zu vernetzen.</p>
<h3>WhatsApp als Experimentierfeld</h3>
<p>Für wen die Kommunikationsform per WhatsApp nichts ist, kann es halten wie der Bundespräsident Österreichs Alexander van der Bellen, der WhatsApp auch als <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2017/01/whatsapp-im-wahlkampf-van-der-bellen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenkanal im Wahlkampf</a> nutzte. An seinem Beispiel kann man sehen, dass auch WhatsApp für PolitikerInnnen geeignet sind, die weniger medienaffin sind. Während er die Sprachnachrichten aufnahm, und so eine Nähe zu den Wähler und Wählerinnen herstellte, kümmerte sich sein Team um Text, Bilder und Videos.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>WhatsApp kann als Monolog Media genutzt werden, in Form von Newslettern oder zur Berichterstattung von Veranstaltungen. Bürgersprechstunden können über die App realisiert werden und Bürger oder Bürgerinnen haben die Möglichkeit, mit ihren Anliegen niedrigschwellig an den Politiker oder die Politikerin heranzutreten. WhatsApp kann auch einfach neben Email, Telefon und persönlichem Gespräch als weiteres Kommunikationsmittel angeboten werden. Außerdem ist durch die exklusive und persönliche Ansprache der Messenger auch dazu geeignet, potentielle Wahlkampfmultiplikatoren sowie Helfende zu rekrutieren oder zu vernetzen. Es ist wahrscheinlich, dass ein WhatsApp-Kontakt zum freiwilligen Engagement im Wahlkampf eher bereit ist als ein Facebook-Follower oder Followerin. Denn wer sich entscheidet über WhatsApp Nachrichten zu erhalten, ist schon eher ein politikaffiner Mensch, der auch schon meist auch eine bestimmten Parteipräferenz bzw. eine Wahl getroffen hat.</p>
<p>Im zweiten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">Instagram</a> einsetzen, im dritten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> verwenden und im vierten, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a> nutzen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Screenshot Whatsapp Jens Zimmermann, Screenshot Whatsapp Sarah Philipp, Screenshot Facebook Lars Klingbeil</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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