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	<title>politischer Diskurs &#8211; politik-digital</title>
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	<title>politischer Diskurs &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digitalisierung des demokratischen Diskurses</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2017 11:39:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit weltweit knapp zwei Milliarden Nutzern, 30 Millionen davon alleine in Deutschland, bietet Facebook theoretisch die optimale Basis für einen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-152928" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Artikel.Digitalisierung-demokratischer-Diskurs.png" alt="Videocontroller via Pixabay" width="640" height="288" />Mit weltweit knapp zwei Milliarden Nutzern, 30 Millionen davon alleine in Deutschland, bietet Facebook theoretisch die optimale Basis für einen demokratischen Diskurs. Die Kommunikations-Praxis in sozialen Medien sieht jedoch oft anders aus. Ein politischer Versuch der Wahrung demokratischer Grundsätze ist das – wohl zurecht – kritisierte Netzwerkdurchsuchungsgesetz (kurz NetzDG ) von Justizminister Heiko Maas und der Bundesregierung. Entscheidender als das Gesetz ist jedoch dessen Hintergrund: die Frage wie der demokratische Diskurs in Zeiten der Digitalisierung gelingen kann.</p>
<p>Freie Menschen geben sich ihre Regeln selbst. In einer Demokratie werden Gesetze, Normen und Werte durch Deliberation erzeugt – also durch Diskussion, den Austausch von Argumenten und das Geben und Nehmen von Gründen. So zumindest die Theorie des deutschen Intellektuellen Jürgen Habermas. Leider sind die Umgangsformen in den sozialen Netzwerken heute noch weit von denen eines demokratischen Diskurses entfernt; häufig werden Facebook, Twitter und Co. viel eher als Plattform für Populismus und Ideologisierung verwendet.</p>
<p>Dennoch scheint es mir nicht unmöglich, einen Großteil der Bevölkerung gewissermaßen an einem digitalen Tisch zu versammeln und somit vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, aktiv am politischen Entscheidungsprozess teilzunehmen. Denn für Habermas sind nur wenige Grundregeln notwendig um einen solchen ideal rationalen Diskurs zu erreichen.</p>
<h3>Geltungsansprüche</h3>
<p>Damit Kommunikation funktionieren kann, fordert Habermas vier Geltungsansprüche: Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit. Während Richtigkeit und Wahrhaftigkeit in einem politischen Diskurs eher eine untergeordnete Rolle einnehmen, sind Verständlichkeit und Wahrheit zentrale Elemente.</p>
<h3>Wahrheit</h3>
<p>Unter <em>Wahrheit</em> ist folgendes zu verstehen: Das, worauf ich mich mit meiner Aussage beziehe, muss der Wirklichkeit entsprechen – Stichwort: Fake-News. Wer bewusst oder unbewusst Falschaussagen verbreitet, der entfernt die Diskussion von der tatsächlichen Lebenswelt. Jedoch soll ja genau für diese Lebenswelt, in der wir uns befinden, eine adäquate Lösung gefunden werden- und nicht für irgendeine andere, hypothetische. Behaupten nun z.B. Impfgegner, dass Vakzine Autismus auslösen, so kann ein solche Sichtweise in einer Welt, in der dies <a href="http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/hochrisikokinder-kein-zusammenhang-zwischen-autismus-und-impfung-13550611.html">de facto nicht der Fall</a> ist, keinen Beitrag in der Debatte um die Einführung einer Impfpflicht leisten.</p>
<p>Häufig lassen sich Aussagen jedoch nicht als gesichert ansehen. In einem solchen Falle ist es dann nötig, diese Unsicherheit zu kommunizieren. „Ich glaube…“, „Es ist anzunehmen…“, „Studien legen nahe, dass…“ sind hierfür gebräuchliche Floskeln. Wer dies unterlässt, verschweigt, dass es sich hierbei um strittige Positionen handelt, gegen die es durchaus gute Argumente gibt. Zudem ist es wichtig, zwischen Meinungen und Fakten zu unterscheiden. Sogar von seriösen Politikern wird häufig der Nebensatz „Ich vertrete die Meinung, dass…“ weggelassen.</p>
<p>Was hat sich online geändert? Die Anonymität im Netz führt häufig dazu, dass Fake-News leichtfertig verbreitet werden. Wer einer Falschaussage überführt wird, muss sich nicht mehr direkt der Kritik der Gesellschaft stellen; es ist nicht mehr so peinlich Blödsinn erzählt zu haben.</p>
<h3>Verständlichkeit</h3>
<p>Aber auch in Hinblick auf den Geltungsanspruch der <em>Verständlichkeit</em> hat sich durch die Digitalisierung des demokratischen Diskurses einiges geändert. Besonders die 140-Zeichen-Grenze auf Twitter, aber auch die Schnelllebigkeit der Diskussionen in den sozialen Medien haben dazu geführt, dass einzelne Argumente nicht mehr ausreichend ausgeführt werden und daher unverständlich bleiben.</p>
<p>Wer nun allerdings seine Ansichten in einem rationalen Diskurs zur Disposition stellen möchte, der muss <em>Gründe</em> angeben, warum eine Meinung zu vertreten sei. Sind diese Gründe gut, ist es sinnvoll diese Meinung zu vertreten, sind sie schlecht, so können sie durch Gegenargumente leicht entkräftet werden. Wer Gründe vorenthält, macht nicht nur seine Aussage unverständlich, er entzieht der Diskussion die Grundlage. Damit Kommunikation entsteht, ist es laut Habermas notwendig, dass die anderen Diskussionsteilnehmer davon ausgehen können, dass es für getätigte Aussagen gute Gründe gibt. Wer nur plump eine unreflektierte Meinung verbreitet, der trägt nicht nur nichts zu einem ergebnisorientierten Diskurs bei, er schädigt ihn sogar.</p>
<h3>Der zwanglose Zwang des besseren Arguments</h3>
<p>Demokratischer Diskurs ist für Habermas herrschaftsfrei. Es gibt keine kontrollierende Instanz, welche darüber entscheidet, welche Sichtweise die Richtige ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Meinungen gleich richtig wären. Welche Ansicht die bessere ist, oder auch welche Maßnahme getroffen werden sollte, entscheidet der <em>zwanglose Zwang des besseren Arguments</em>.</p>
<p>Hierunter ist zu verstehen, dass diejenige Position bevorzugt werden sollte, für welche sich die besten Argumente finden lassen. Eine Aussage ist nicht danach zu bewerten, von wem sie stammt, sondern lediglich danach wie viel Wahrheit sie enthält.</p>
<p>In der Praxis bedeutet dies jedoch, dass ich von meinem Standpunkt abweichen muss, sobald die Gegenposition die besseren Argumente vorgebracht hat. Eine gewisse Offenheit gegenüber anderen Sichtweisen ist folglich unabdingbar für einen rationalen Diskurs.</p>
<p>Sozialen Netzwerke sind nun tatsächlich weitgehend herrschaftsfrei und bieten daher optimale Voraussetzungen für einen demokratischen Gedankenaustausch. Allerdings kann eine sinnvolle Kommunikation nur dann entstehen, wenn auch der zwanglose Zwang des besseren Arguments beachtet wird. Leider herrschen online häufig ideologische Denkweisen vor.</p>
<h3>Moralische Intuitionen</h3>
<p>Moralische Intuition ist die geteilte Ansicht bezüglich der Moralität einer gewissen Handlung. Sie bildet in einer Gesellschaft ein gemeinsames Verständnis darüber, was als richtig und was als falsch zu bewerten ist. Für Habermas ist diese Intuition Grundlage einer verständigungsorientierten Alltagspraxis und folglich konstitutiv für eine Gemeinschaft. Sie können nicht sinnvoll angezweifelt werden. Die Folge wäre der Kollaps jeglicher Vorstellungen von Richtig und Falsch.</p>
<p>Dazu ein Beispiel: Mord und Vergewaltigung werden überall auf der Welt als schlecht und böse empfunden; es handelt sich hierbei um eine global geteilte moralische Intuition. Wer diese anzweifelt, hat weniger ein moralisches oder erkenntnistheoretisches Problem, sondern viel mehr ein psychologisches.</p>
<p>Genau hierauf zielt das NetzDG, welches verfassungsfeindliche Posts möglichst schnell aus dem Verkehr ziehen möchte. Denn die geteilten moralischen Intuitionen in Deutschland sind im Grundgesetz verankert. Werte wie die Würde des Menschen (Art. 1 GG) oder Freiheit und Gleichheit (Art. 2 &amp; 3 GG) stehen in unserer geteilten Lebenswelt nicht zur Disposition. Menschenverachtende Beiträge zerstören folglich das Fundament auf dem der demokratische Diskurs steht.</p>
<p>Die sozialen Netzwerke bieten tatsächlich eine gute Grundlage für den politischen Austausch; sie sind hierarchiefrei und einer breiten Basis zugänglich. Solange sich jedoch das Verhalten der User nicht ändert, muss die Digitalisierung des demokratischen Diskurses als gescheitert betrachtet werden. Nötig wäre, dass sich, wenn nicht alle, so zumindest ein Großteil der User selbst zu einem konstruktiven Diskurs verpflichten &#8211; wie ihn z.B. Dirk von Gehlen und die Süddeutsche Zeitung mit dem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/democracy-lab-das-ist-deine-meinung-1.3594139">Democracy Lab</a> vorschlagen. Die hier formulierten Grundregeln können vermutlich nur sehr schwer verbindlich gemacht werden. Wer sich jedoch nicht an sie hält, darf sich nicht das Image eines Demokraten geben.</p>
<p>Titelbild, by <a href="https://unsplash.com/@williambout">William Bout</a> on <a href="https://unsplash.com/@williambout?photo=RkJF2BMrLJc/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsplash</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Facebook, Filterblasen und „Fake-News“ – ein Gespräch mit Nikil Mukerji</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johannes Brinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2017 15:17:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[In Zeiten von Facebook, Filterblasen und Fake-News wird es zunehmend schwierig einen vernünftigen politischen Dialog zu führen. Fakten werden durch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fake-1903823_640.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151741 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fake-1903823_640.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>In Zeiten von Facebook, Filterblasen und Fake-News wird es zunehmend schwierig einen vernünftigen politischen Dialog zu führen. Fakten werden durch Behauptungen ersetzt und Vernunft durch Rhetorik. Wir haben Nikil Mukerji von der Ludwig Maximilian Universität München zur dieser Problematik befragt. Seine Lösung: Der gesunde Menschenverstand!</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Sehen sie den politischen Diskurs durch soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook gefährdet?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Wie jede neue Technologie stecken in den sozialen Medien sowohl Risiken als auch Chancen für die politische Debatte. Eine Chance liegt darin, dass sich Informationen sehr viel schneller ausbreiten können als früher. Das ist sicherlich ein Zugewinn, weil die Qualität der politischen Diskussion davon abhängt, dass relevante Fakten schnell bei den Menschen ankommen. Allerdings gibt es – wie Sie sagen – auch Risiken mit Facebook, Twitter und Co. Ein solches Risiko sehe ich in der enormen Geschwindigkeit, mit der diskutiert wird. Wenn Sie beobachten, wie schnell eine Diskussion entsteht, wenn etwa SpiegelOnline einen neuen Beitrag auf Facebook postet, dann sehen Sie, dass viele Nutzer Nachrichten allenfalls oberflächlich zur Kenntnis nehmen und nur kurz nachdenken, bevor sie kommentieren. Außerdem führt die Anonymität der Interaktion dazu, dass teilweise alle Anstandsregeln unter den Tisch fallen. Wer eine andere Meinung hat, der wird beschimpft und beleidigt. In einer persönlichen Debatte, wo man dem anderen in die Augen schauen muss, wäre so etwas die absolute Ausnahme. Das schlägt natürlich auch auf’s Niveau der Diskussion durch.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Und die Politiker? Was tragen die dazu bei?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Das kann ich schwer beurteilen, weil ich die Social-Media-Aktivitäten von Politikern nicht wirklich überblicken kann. Was auffällt, ist eben, dass sich mittlerweile alle Politiker am Social-Media-Wahnsinn beteiligen. Viele davon widerwillig, würde ich vermuten. Eine klare Ausnahme ist Donald Trump: der Twitter-Präsident. Der hat eine Menge dazu beigetragen, dass das Niveau des Wahlkampfes komplett den Bach runter gegangen ist. Bisweilen war das sehr unterhaltsam. Mich hat das an den Film „Idiocracy“ erinnert. Aber im Grunde war es tragisch, weil bei einer Präsidentschaftswahl enorm viel auf dem Spiel steht. Da hilft es nicht, wenn einer der führenden Kandidaten auf Twitter behauptet, die Chinesen hätten die Erderwärmung erfunden und Impfung würde Autismus verursachen.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Erstaunlich viele Menschen haben Trump diese Dinge abgekauft. Wie ist das zu erklären?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikil_Mukerji_0365-687x10301.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-151746" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Nikil_Mukerji_0365-687x10301.jpg" alt="" width="180" height="270" /></a> Nikil Mukerji hat Philosophie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Heute ist er Geschäftsführer des Executive-Studiengangs Philosophie Politik Wirtschaft an der LMU München und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophie und politische Theorie. Zudem arbeitet er als freiberuflicher Unternehmens- und Politikberater für das Institut für Argumentation in München. <strong> </strong> </div></div>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Das liegt wohl an der unheilvollen Mischung von Facebook, Filterblasen und Fake-News. Facebook und andere Plattformen haben Algorithmen, die über die Zeit hinweg erkennen, welche Informationen Nutzer gerne haben. Wer Trump gut findet, bekommt auch Informationen, die seine Standpunkte bestätigen – unabhängig vom Wahrheitsgehalt – Stichwort: Fake-News. So entstehen völlig abstruse Gedankengebäude und Verschwörungstheorien, die den Realitätssinn der Nutzer schädigen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Qualität der politischen Debatte aus.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Ein Beitrag auf Twitter ist auf 140 Zeichen beschränkt. Ist es Ihrer Ansicht nach überhaupt möglich, in solch kurzen Texten klar und logisch zu formulieren?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Mit einem Wort: nein. Natürlich nicht. Aber das ist ja auch gar nicht der Anspruch, den Twitter hat. Twitter verfolgt einen ganz anderen Zweck, nämlich Gewinnerzielung. Das läuft fast alles über Werbeeinnahmen, und die maximiert man am ehesten, wenn man seine Nutzer gut unterhält. Dann bleiben sie lange auf der Seite und kommen regelmäßig wieder. Wahrscheinlich ist die 140-Zeichen-Grenze tatsächlich gut kalkuliert, aber eben nicht, um gute Diskussionen zu ermöglichen, sondern um hohe Klickzahlen und Werbeeinnahmen zu generieren.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Kommen wir noch einmal zurück zum Thema „Fake-News“. Wie können wir uns in Zeiten von Fake-News gewissenhaft informieren?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Im Grunde genau wie früher: Wir sollten uns fragen, wie plausibel eine gegebene Information ist. Daran hat sich durch das Internet überhaupt nichts geändert. Anders ist nur der Zugang zur Diskussion und die Geschwindigkeit der Debatte. Jeder kann sich an einer Diskussion im Internet beteiligen und in ein paar Sekunden abstruse Falschheiten in die Welt setzen. Das bedroht die Informiertheit der politischen Diskussion. Gleichzeitig ist es durch das Internet aber auch extrem leicht geworden, Fakten zu prüfen. Diese Chance sollten wir nutzen.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Wie können wir das tun?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Einen Tipp können wir uns von der Wissenschaft abschauen. Dort ist es üblich, dass Hypothesen unabhängig überprüft werden, bevor man sie akzeptiert. Nur weil es einen wissenschaftlichen Fachaufsatz zu einem bestimmten Thema gibt, sollte man nicht alles glauben, was da drin steht. Wichtig ist, dass andere Forscher zu gleichen Ergebnissen gekommen sind. Das garantiert zwar nicht, dass die fraglichen Hypothesen wahr sind. Aber es reduziert deutlich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich um einen Irrtum handelt. Bei Fake-News können Sie die gleiche Logik anwenden: Wenn Sie eine Information im Internet finden, sollten Sie zunächst versuchen, diese Information auch in einer unabhängigen Quelle – z.B. auf einer anderen Nachrichtenseite oder auf Wikipedia – zu finden. Ein Allheilmittel ist aber auch das nicht. Es gibt Situationen, in denen Falschinformationen nicht korrigiert werden, weil A sich auf B stützt und B sich auf A. Soweit ich mich erinnere ist das bei Karl-Theodor zu Guttenberg passiert. Ein Wikipedia-Redakteur hatte spaßeshalber die Liste seiner Vornamen um den Namen „Wilhelm“ ergänzt. SpiegelOnline übernahm diese Info. Als der falsche Vorname schließlich aus dem Wikipedia-Artikel gelöscht wurde, war er schnell wieder da. Ein anderer Wikipedia-Redakteur hatte nämlich den Vornamen „Wilhelm“ bei SpiegelOnline gefunden und ihn wieder in den Wikipedia-Artikel aufgenommen. Solche Fälle kommen vor. Ich vermute allerdings, dass das nicht so häufig ist. Deswegen ist es normalerweise eine gute Idee, Informationen anhand anderer Quellen zu prüfen.</p>
<p><strong>politik-digital:</strong> Zum Abschluss: Was können wir tun, um die politische Debatte im Zeitalter des Internets und der neuen Medien zu fördern?</p>
<p><strong>Nikil Mukerji:</strong> Besonders wichtig ist Bildung, aber nicht Bildung im herkömmlichen Sinne. Wer viel weiß, ist nicht per se vor Filterblasen und Fake- News geschützt. Zumindest legt das eine neuere Studie nahe. Viel wichtiger scheint etwas anderes zu sein: <a href="http://gesunder-menschenverstand.online/#top" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesunder Menschenverstand</a>. Damit meine ich die Fähigkeit, einfache und eingängige Vernunftgrundsätze zu beachten. Diese Grundsätze stelle ich in meinem neuen Buch <a href="http://www.gesunder-menschenverstand.online/amazon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die 10 Gebote es gesunden Menschenverstands</a> vor. Wer sie beherrscht und routinemäßig anwendet, der wird sich auch im Internet und in den sozialen Netzwerken gut orientieren können. Je mehr Menschen diese Fähigkeit haben, desto besser wird auch die politische Debatte!</p>
<p>Titelbild:<a href="https://pixabay.com/en/psychology-face-dialogue-mute-tree-2001850/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a><a href="https://pixabay.com/de/fake-fake-news-medien-laptop-1903823/">fake by pixel2013</a> via pixabay, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>US-Wahl: Trump, Sanders und das Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2016 08:15:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Sommer nominieren die Parteitage ihre Präsidentschaftskandidaten. Doch welchen Einfluss haben Online-Kampagnen und Gatekeeper wie Facebook und Google? Wenn über [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons-e1461163714980.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149032" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons-e1461163714980-630x276.jpg" alt="Bernie-Sanders-Smartphone-Image-Phil-Roeder-CC-BY-2.0-via-Wikimedia-Commons" width="630" height="276" /></a>Im Sommer nominieren die Parteitage ihre Präsidentschaftskandidaten. Doch welchen Einfluss haben Online-Kampagnen und Gatekeeper wie Facebook und Google?</p>
<p>Wenn über die Relevanz von sozialen Medien in der Wahlkampfkommunikation gesprochen wird, geht es häufig um die Reichweite: Wie viele Fans und Follower  hat ein Kandidat auf welcher Plattform und welche Inhalte finden virale Verbreitung? Demgegenüber demonstrieren die Anhänger des Demokraten <a href="https://twitter.com/BernieSanders" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bernhard Sanders</a> das Potenzial von Online-Kommunikation für die Aktivierung von Freiwilligen. Könnten am Ende aber auch soziale Netzwerke und Suchmaschinen als Gatekeeper entscheidende Bedeutung erlangen?</p>
<p>Wenn es darum geht, die Achtungserfolge des Außenseiters Sanders in der Konkurrenz mit <a href="https://twitter.com/HillaryClinton" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hillary Clinton</a> um die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erklären, spielen nicht nur Inhalt und Stil eine Rolle. Wo <a href="https://twitter.com/realDonaldTrump" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Donald Trump</a> die Enttäuschten von rechts einsammelt, kommt Bernie Sanders als „demokratischer Sozialist“ (so die Selbstwahrnehmung) von links. Beide kompensieren vermeintliche Schwächen ihrer politischen Organisation durch Instrumente der Online-Kommunikation. Trump mobilisiert seine Anhänger maßgeblich via Twitter. Er schreibt seine Tweets selbst und passt die Inhalte im Hinblick auf die Reaktionen an, wie die Mediensoziologin <a href="https://twitter.com/zeynep" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeynep Tufekci</a> <a href="http://www.nytimes.com/2016/03/31/opinion/campaign-stops/adventures-in-the-trump-twittersphere.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">herausgearbeitet hat</a>: „<em>He uses Twitter as a kind of gut focus-group polling to pick up and amplify messages that resonate.“</em></p>
<h3>Big Organizing</h3>
<p>Wo Trump quasi programmatisch auf einen umfangreichen Mitarbeiterstab verzichtet, setzt Sanders auf eine Graswurzelbewegung. Verstand es die Obama-Kampagne bereits, Freiwillige für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf sowie den Wahlkampf per Telefon zu rekrutieren und durch datengetriebenes Campaigning effektiv einzusetzen, so organisieren die „Sandernistas“ sich nun in weiten Teilen selbst und übernehmen dabei mehr Verantwortung. Eine der Beraterinnen von Sanders, <a href="https://twitter.com/bbond" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Becky Bond</a>, <a href="http://www.thenation.com/article/how-the-sanders-campaign-is-reinventing-the-use-of-tech-in-politics/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fasst es so zusammen</a>: „<em>If the media framed the 2012 campaign as being about ‘Big Data,’ the 2015-2016 Bernie campaign is driven by ‘Big Organizing.’</em>“</p>
<p>Es geht also, um es im Start-up-Sprech zu sagen, um ein schnell skalierbares Organisationsmodell. Eine wichtige Online-Plattform dafür ist der Messaging-Dienst Slack, den auch viele Firmen in den USA für die interne Kommunikation nutzen. In den meisten Bundesstaaten existieren inzwischen entsprechende Kanäle, in denen sich ehrenamtliche Aktivisten und Kampagnen-Mitarbeiter bei Bedarf rund um <a href="http://www.bernie2016events.org/teams/slack" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Uhr koordinieren</a>.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es einen Sack voll digitaler Tools, die von <a href="http://www.bernkit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freiwilligen programmiert</a> wurden, um den revolutionären Elan derjenigen, die sich hinter dem Hashtag #FeeltheBern versammeln, weiter zu befeuern. Oder wie es bei berniesanders.com heißt:</p>
<blockquote><p><em>This is your movement. They have the money, but we have the people. If everyone who visits this website joins our movement, there’s nothing we can’t accomplish together.</em></p></blockquote>
<p>(dt.: „Das ist eure Bewegung. Sie haben das Geld, aber wir haben das Volk. Wenn jeder, der diese Seite besucht hat, sich der Bewegung anschließt, gibt es nichts, was wir nicht erreichen können.“)</p>
<h3>Soll Facebook Trump als Präsidenten verhindern?</h3>
<p>Doch was passiert, wenn die Vorwahlen entschieden sind, können die dann nominierten Präsidentschaftskandidaten mit den Mitteln der Online-Kommunikation auch die gesamte Wählerschaft erreichen? In diesem Zusammenhang rücken nach den Massenmedien als vermeintlichen Meinungsmachern soziale Netzwerke und Suchmaschinen in den Mittelpunkt des Interesses. So entscheiden die Mitarbeiter von Facebook wöchentlich in einem internen Voting, zu welchen Themen sich Mark Zuckerberg in der nächsten Frage-und-Antwort-Session äußern soll. Wie bekannt wurde, war nun eine <a href="http://gizmodo.com/facebook-employees-asked-mark-zuckerberg-if-they-should-1771012990" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorgeschlagene Frage</a> dafür: „<em>What responsibility does Facebook have to help prevent President Trump in 2017?</em>“</p>
<p>Abwegig erscheint dieses Ansinnen nicht, wenn man an die Diskussionen über Maßnahmen zu Hate Speech einerseits und zu Eingriffe in den Newsfeed (beispielsweise um die Wahlbeteiligung in den USA zu erhöhen, wie sie <a href="http://fowler.ucsd.edu/massive_turnout.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Studie</a> dokumentiert hat) andererseits denkt. Aber Facebook hat die Möglichkeit der Einflussnahme für oder gegen einen Kandidaten<a href="http://thehill.com/policy/technology/276503-facebook-employee-said-to-pose-question-about-stopping-trump-to-ceo" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> freilich ausgeschlossen</a>.</p>
<p>Die Bedeutsamkeit dessen, was über Kandidaten an prominenter Stelle etwa in Suchergebnissen sichtbar ist, für die politische Präferenzbildung von Rezipienten haben in den letzten Jahren jedenfalls bereits <a href="http://www.wired.com/2015/08/googles-search-algorithm-steal-presidency" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchungen</a> am Beispiel von Google experimentell belegt. Insofern könnten Facebook oder Google durchaus dazu beitragen, Trump als Präsidenten zu verhindern.</p>
<p>Medienethisch erscheinen solche Manipulationen allerdings nicht vertretbar, und die Forderung nach „Algorithmic Accountability and Transparency“ (<a href="https://twitter.com/ndiakopoulos" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nick Diakopoulos</a>) wird immer wichtiger.</p>
</div>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/live-blogging-medium-town-hall/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Bild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bernie_Sanders_on_a_smartphone_%2821580048468%29.jpg">Phil Roeder</a> unter Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<h2> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></h2>
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		<title>Live Blogging: Neue Formate für den politischen Diskurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2016 17:03:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[politischer Diskurs]]></category>
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					<description><![CDATA[In den USA experimentiert Medium.com mit der Debatte über ein politisches Reform-Vorhaben, aber auch deutsche Anbieter setzen auf den Austausch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Diskussion-geralt-CC0-Public-Domain1.jpg" rel="attachment wp-att-126710"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148611 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Diskussion-geralt-CC0-Public-Domain1.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>In den USA experimentiert Medium.com mit der Debatte über ein politisches Reform-Vorhaben, aber auch deutsche Anbieter setzen auf den Austausch von Argumenten.</p>
<p class="big">Aus der Perspektive von Öffentlichkeitstheorien, die an vernünftigen Diskursen interessiert sind, ist es gewissermaßen der heilige Gral der Online-Kommunikation: das Format der Debatte als aufgeklärter Austausch von Argumenten zwischen Bürgern, Experten und politischen Entscheidungsträgern. Viele Akteure und Angebote haben sich bereits an der richtigen Kombination von technischen sowie organisatorischen Maßnahmen versucht, nun startet Medium.com eine themenspezifische Konversationsoffensive. Im Mittelpunkt steht dabei mit der “Medium Town Hall” ein Live-Blogging-Event.</p>
<p>Mit einem Beitrag unter dem Titel “<a class="liexternal" href="https://medium.com/@dahanese/let-s-talk-about-the-criminal-justice-system-b37d21c47be9#.rstfdwond" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Let’s talk about the criminal justice system</a>” kündigte eine Medium-Mitarbeiterin die Initiative an. Ausgangspunkt ist ein Gesetzesvorhaben, mit dem einige Aspekte des Strafrechts liberalisiert werden sollen. Darüber muss auch der Senat der Vereinigten Staaten abstimmen. Im Vorfeld soll nun insbesondere über die Höhe von Mindeststrafen und die Bestrafung von Drogendelikten diskutiert werden. Neben Senatoren, von denen diejenigen genannt werden, die auch ein Profil bei Medium unterhalten, wurden weitere Akteure um Stellungnahmen gebeten: Medien sowie Nichtregierungsorganisationen, die sich mit dem Thema beschäftigen, aber auch persönlich oder beruflich Betroffene sollen sich selbst mit Postings auf der Plattform zu Wort melden.</p>
<h3>Debatten als kommunikative Königsdisziplin</h3>
<p class="big">Nicht von ungefähr nimmt Medium als Aufhänger für sein Experiment ein konkretes Gesetzesvorhaben: Im engeren Sinne zielen Debatten auf einen strukturierten Prozess, in dem Argumente für und gegen die Sache vorgetragen, respektive kontroverse Standpunkte zu einem Thema artikuliert werden. Genau genommen dienen sie der Vorbereitung einer Abstimmung und vollziehen sich in Anwesenheit der Teilnehmenden (zum Beispiel im Parlament). Im weiteren Sinne sind es Debatten, aber auch in den Medien ausgetragene Deutungskontroversen, bei denen Experten mit relevanter Reputation und Reichweite wechselseitig auf öffentliche Äußerungen Bezug nehmen.</p>
<p>Welche dieser Bezugspunkte sich zur Beschreibung der Initiative von Medium eher eignet, wird sich erst im Anschluss an das Experiment einigermaßen beurteilen lassen. Die Organisatoren vertrauen zunächst auf Tools und Praktiken, die auf der Plattform sowieso genutzt werden. Dazu gehören vor allem “Tags” (z.B. “<a class="liexternal" href="https://medium.com/tag/criminal-justice-reform" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Criminal Justice Reform</a>”), Reaktionen auf Einträge (“Responses”) sowie Anmerkungen und Empfehlungen. Insofern entfaltet sich das kommunikative Geschehen eher unübersichtlich und dezentral. Es ist sogar darauf angelegt, die Plattform zu verlassen, weshalb auch ein Facebook-Profil (<a class="liexternal" href="https://www.facebook.com/PoliticsOnMedium/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medium Politics</a>) eingerichtet wurde. Diese Orientierung unterscheidet die Aktion von vielen Debattenformaten in Medien und Politik, die eher darauf ausgerichtet sind, durch die Konzentration der Kommunikation an einem (virtuellen) Ort die Bezugnahme der Beteiligten aufeinander zu akzentuieren. Allerdings existieren mit Blogparaden auch davon abweichende Vorstellungen.</p>
<h3>Bezugspunkt Bürgerversammlung</h3>
<p>Die Zusammenführung der Artikulationen soll dann in der zweiten Woche durch ein zweitägiges Online-Event realisiert werden. Zur “Medium Town Hall” am 9. und 10. <a class="liexternal" href="https://medium.com/@dahanese/let-s-talk-about-the-criminal-justice-system-b37d21c47be9#.ygt15rwep" target="_blank" rel="noopener noreferrer">März 2016</a> heißt es:</p>
<blockquote><p>“Imagine a live-blogging event: panel discussions bringing the best and brightest minds together to talk about the problems within the criminal justice system and how we might go about solving them. But we need you — the people of Medium — to make this a real Town Hall meeting. Your questions, reactions, responses are what’s going to fuel this event and make it awesome.”</p></blockquote>
<p>Dafür existiert ein eigenes <a class="liexternal" href="https://medium.com/town-hall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Profil</a>, auf dem die Inhalte von ausgewählten <a class="liexternal" href="https://medium.com/town-hall/join-our-digital-town-hall-meeting-2a6ac2cced64#.o95bchp4y" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beiträgern</a> in Form einer Panel-Struktur zu bestimmten Zeitpunkten publiziert werden. Auf diese Beiträge kann dann jeder via Medium reagieren oder einzelne Akteure mittels “<a class="liexternal" href="https://help.medium.com/hc/en-us/articles/214678297-Mentions" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@Mention</a>” adressieren.</p>
<p>Der Untertitel des Town Hall-Profils (“<em>Where Medium’s community can present ideas, ask questions, and voice opinions.”</em>) deutet bereits an, dass Folge-Veranstaltungen zu anderen Themen geplant sind. Insgesamt weist das Wording darauf hin, dass es sich bei der Debatte vor allem um einen Katalysator für das Konversations-Konzept von Medium handelt, mit dem sich die Plattform von anderen Angeboten unterscheiden will (siehe hierzu den Netzpiloten-Beitrag “<a class="liinternal" href="http://www.netzpiloten.de/medium-blogging-oder-social-media" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medium.com: Blog-Plattform oder soziales Netzwerk?</a>”). Ebenso wie die US-Präsidentschaftswahl auch als Showroom für Online-Anwendungen aller Art fungiert, will Medium seine kommunikativen Stärken dem Säurebad des politischen Streits aussetzen: Wenn sich die Tools tatsächlich dafür eignen, eine emotionalisierte Debatte ums Strafrecht produktiv zu führen, was sollte dann nicht dort verhandelt werden können?</p>
<h3>Profilierung durch politische Debatten-Formate?</h3>
<p>Damit ist auch die Frage angesprochen, wie das Ereignis evaluiert werden kann. Dazu hat sich – ebenfalls bei Medium – bereits der Digital-Stratege <a href="https://twitter.com/MikeConnery" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mike Connery </a>geäußert. Er formuliert diverse Erfolgskriterien. Dazu gehört einerseits der Impact, den die Debatte im Hinblick auf das Thema entfaltet und der sich gar im Gesetzgebungsprozess oder auch in der Veränderung der öffentlichen Problemwahrnehmung manifestieren könnte. Andere Aspekte beziehen sich vor allem auf die diskursive Qualität der Debatte: Ob sie etwa dazu geeignet ist, die für soziale Medien relevante Problematik der sogenannten “Filter Bubble” zu überwinden und alle für das Politikfeld relevanten Stakeholder einzubeziehen. In diesem Zusammenhang benennt Connery auch die <a class="liexternal" href="https://medium.com/design-the-debate/medium-is-curating-a-public-debate-d6db150560ee#.kysvzibu4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hidden agenda</a> der Veranstaltung:</p>
<blockquote><p>“For Medium in particular, this project is part of a bid to become the platform of choice for thought leaders and stakeholders seeking to mold public opinion. Medium is putting a lot of muscle into ensuring that those key players are on the platform for the next two weeks. The question is, do they stay?”</p></blockquote>
<p>Mit seinem Vorzeigeprojekt steht Medium jedenfalls aktuell nicht alleine da. Ähnlich ambitioniert ist das in der Beta-Phase befindliche “Debattenportal Causa” des <a class="liexternal" href="https://causa.tagesspiegel.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Tagesspiegel</a>. Die Macher setzten dabei auf eine ähnlich wie bei Medium zusammengesetzte Autorenschaft, die sich zu kontroversen Themen äußert. Ein Schlüsselelement ist die wechselseitige Bewertung, der von den Autoren vorgetragenen Argumente und die visuelle Verortung der Positionierungen in interaktiven Grafiken. Dieses Tool erscheint auf den ersten Blick recht komplex und bedarf vermutlich für eine breitwirksame Nutzung weiterer Versionen. Die Mittel für einer Weiterentwicklung stehen jedenfalls bereit, denn das Projekt wird im Rahmen der <a class="liexternal" href="https://www.digitalnewsinitiative.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital News Initiative</a> von Google finanziell gefördert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/live-blogging-medium-town-hall/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Bild: <a href="http://images.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fpixabay.com%2Fstatic%2Fuploads%2Fphoto%2F2013%2F02%2F03%2F03%2F06%2Fsilhouettes-77496_960_720.jpg&amp;imgrefurl=https%3A%2F%2Fpixabay.com%2Fde%2Fphotos%2Fgespr%25C3%25A4ch%2F%3Fimage_type%3Dillustration&amp;h=678&amp;w=960&amp;tbnid=bqVxfkH9uC7nCM%3A&amp;docid=v3w8QrAeQEFyYM&amp;ei=KYndVse6AcjO6ATolrHYBw&amp;tbm=isch&amp;iact=rc&amp;uact=3&amp;dur=1725&amp;page=3&amp;start=52&amp;ndsp=31&amp;ved=0ahUKEwiH85jx3a7LAhVIJ5oKHWhLDHsQrQMIyAEwNw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt </a>unter Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<h2> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></h2>
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		<title>Süddeutsche.de: Kein Platz für Trolle und Verschwörungstheoretiker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sueddeutsche-de-kein-platz-fuer-trolle-und-verschwoerungstheoretiker-144704/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Türk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 14:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Trolle]]></category>
		<category><![CDATA[politischer Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentarfunktion]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Plöchinger]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche.de]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Beleidigungen, unsachliche Kommentare, Spam: Der politische Diskurs im Internet hat schon bessere Zeiten gesehen. Nur: Wie weist man digitale Unruhestifter am besten in ihre Schranken? Süddeutsche.de hat einen klaren Weg gewählt. Einzelne moderierte Diskussionen ersetzen die allgemeine Kommentarfunktion. Chefredakteur Stefan Plöchinger spricht über die Erfahrungen mit diesem neuen Konzept.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Im September 2014 haben Sie die Kommentarfunktion auf <a href="http://www.sueddeutsche.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche.de</a> deaktiviert und stattdessen zu Diskussionsforen über ausgewählte Themen eingeladen. Was ist Ihr Fazit nach rund fünf Monaten? Ist der Diskurs inhaltlich besser geworden?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Ja: fokussierter, klarer, auch angenehmer lesbar, weil wir besser moderieren können.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Wie waren die Reaktionen seitens der Leser auf die Sperrung der Kommentarfunktion?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger: </b>Rund 200 Mails kamen an, die meisten fanden die neuen Foren auf der Homepage nicht. Natürlich haben sich auch einige beschwert, worauf wir mit Erklärungen reagiert haben, was wiederum nicht jeden erfreut hat – allerdings: 200 Mails bekommen Sie auch, wenn Sie eine Nachrichtenseite einem Relaunch unterziehen. Es war weniger als erwartet.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Ist das Deaktivieren der Kommentarfunktion nicht ein Maulkorb für die Leser und verhindert eine konstruktive Debatte im Netz?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Es ist ja keineswegs so, dass bei uns nicht mehr diskutiert werden kann. Nur eben thematisch zu einzelnen Themen des Tages. Und das ist deutlich konstruktiver, zeigt unsere Erfahrung.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Wo sehen Sie die Chancen und Grenzen von politischem Diskurs in den sozialen Medien? Sind soziale Netzwerke und Kommentarspalten von Online-Medien überhaupt ein geeigneter Ort für politische Debatten?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger: </b>Die generelle Frage nach allen „sozialen Netzwerken und Kommentarspalten von Online-Medien“ kann und werde ich Ihnen nicht generell beantworten. Wir alle wissen zum Beispiel, dass auf Blogs durchaus sehr konstruktiv diskutiert wird, weil sich Menschen dort dem Blogger näher fühlen. Nachrichtenseiten gelten als anonymer, was natürlich Unsinn ist, aber vermutlich unterscheiden sich auch die Nachrichtenseiten untereinander noch mal. Die Grenze weg vom sinnstiftenden Diskurs ist vermutlich dort überschritten, wo Hunderte, vielleicht Tausende Leute notdürftig moderiert über alles und jeden durcheinanderreden oder -schreien dürfen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><b><i><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPlöchinger_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-144744 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPlöchinger_crop-305x384.jpg" alt="SPlöchinger_crop" width="187" height="237" /></a></i><i> </i></b><strong>Stefan Plöchinger</strong>, Jahrgang 1976, ist Chefredakteur von Süddeutsche.de. Er unterrichtet zudem an der Henri-Nannen-Schule und der Deutschen Journalistenschule in München und ist Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung.</div></div>
<p><b><i>politik-digital.de</i><em>: </em></b><em>Wird bei den von Ihnen vorgeschlagenen Diskussionsthemen auf einige Themen bewusst verzichtet?</em><span class="Apple-converted-space"><br />
</span></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Nein. Wir hatten uns zunächst durchaus gefragt, ob hochkontroverse respektive trollstarke Themen wie Ukraine, Gaza und Islamfeindlichkeit in unserem neuen System überhaupt auf ein konstruktives Niveau gebracht werden können, in dem jeder nicht nur platte Vorwürfe und Unterstellungen macht, und natürlich ist es manchmal schief gegangen. Aber generell ist auch da die Erfahrung: Mehr Zeit für Moderation zu schaffen, hat uns bessere Moderationsmöglichkeiten und damit bessere Diskussionen selbst über diese Themen ermöglicht.</p>
<p><b><i>politik-di</i></b><b><i>gital.de: </i></b><em>Hat sich die Diskussion im Internet generell in letzter Zeit verändert? Falls ja, glauben Sie, dass es sich um ein vorübergehendes Phänomen oder einen dauerhaften Trend handelt? Ist die Diskussion stärker emotional eingefärbt als noch vor ein oder zwei Jahren?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Wir leben gerade in einer spannungsreichen Zeit, da kann ein solcher Eindruck auch mal vorschnell entstehen, aber selbst wenn ich es nicht gemessen habe – manche Ausfälle von Trollen, Verbohrten und anderen angenehmen Diskutanten, die im vergangenen Jahr aufkamen, hatte ich vorher noch nicht erlebt.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Auf Süddeutsche.de kann man unter einem Pseudonym mitdiskutieren, muss sich dafür aber mit dem echten Namen anmelden. Sind Sie der Ansicht, dass die Hemmschwelle bei anonymisierten Diskussionen sinkt und Leser eher extreme Meinungen kundtun?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Das war schon immer so. Es gibt reichlich Forschung dazu, dass Pseudonymität Trollerei begünstigen kann – dass Trollerei aber vor allem von schlechter Moderation abhängt. Pseudonymität kann im Positiven auch dazu führen, dass sich Menschen an Diskussionen beteiligen, die zum Beispiel von persönlichen Erfahrungen erzählen wollen, aber diese nicht mit ihrem echten Namen verbinden wollen, um nicht auf ewig damit googlebar zu werden. Kann man nachvollziehen. Diese Regelung bei uns ist übrigens nicht neu, sondern gilt seit vielen Jahren.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Die neuen Diskussionen auf Süddeutsche.de scheinen recht sachlich und differenziert zu sein – diskutieren dort mittlerweile andere Menschen als früher oder gibt es Unmengen an unqualifizierten Beiträgen, die ihren Weg gar nicht auf die Seite finden?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger</b><b>:<i> </i></b>Nachdem wir die alte und die neue Nutzerschaft nicht systematisch verglichen haben, wissen wir nicht, wie viele alte Nutzer sich genau im neuen System neu angemeldet haben. Anfangs war es recht ruhig, jetzt ist wieder einiges los, es hat also der Diskussionslust mittelfristig nicht geschadet, was wir getan haben – im Gegenteil fühlen sich manche durch das höhere Niveau vermutlich erst angesprochen. Aber klar, das bedeutet auch, dass wir viele Beiträge ablehnen, die gegen die Netiquette verstoßen, Verschwörungstheorien verbreiten oder Ähnliches.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Wer moderiert die Diskussionen auf Sueddeutsche.de? Wurden dafür extra Stellen geschaffen?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Ein Team von Freien unter Leitung eines Kollegen, den wir zu dieser Leserdialog-Reform fest angestellt haben. Wir haben auch die Dienstzeiten um ein paar Stunden die Woche ausgeweitet.</p>
<p><b><i>politik-digital.de: </i></b><em>Die Kommentarfunktion auf Facebook ist weiterhin aktiv – werden die Kommentare dort auch moderiert und selektiert?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Facebook macht einem das quasi unmöglich. Wir löschen dort regelmäßig extreme Beiträge und sperren Nutzer, aber bei 40 Postings am Tag kommen Sie da nicht jedem hinterher, zumal in der umständlichen Sortierlogik, die eben nicht auf Moderation ausgelegt ist. Faszinierend ist aber für mich, dass kaum ein Leser auf die Idee käme, uns für die irren Kommentare unter manchem Posting verantwortlich zu machen. Die Beschwerden richten sich viel stärker gegen Facebook und die Verfasser selbst. Insofern haben die Leute schon ein gutes Gespür, dass wir da keine ausgereiften Möglichkeiten des Eingreifens haben.</p>
<p><b><i>politik-digital.</i></b><b><i>de: </i></b><em>Was ist Ihre Prognose für die Zukunft? Welche Entwicklungen des politischen Diskurses im Internet halten Sie für denkbar?</em></p>
<p><b>Stefan Plöchinger<i>: </i></b>Auf manchen Seiten, die sich mehr Mühe geben, wird es hoffentlich mittelfristig richtig spannend, die Debatten zu verfolgen, so wie es – ehrlicherweise – die Forumsseiten in guten Zeitungen und Zeitschriften schon länger schaffen. Auf den anderen Seiten wird noch mehr Grütze stehen. Diesen Kollegen wünsche ich viel Glück; sie werden es brauchen, damit der Ruf ihrer Marke nicht mit vergrützt wird.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.flickr.com/photos/marcwathieu/3096005407/in/photolist-5HzQxz-5ujxg7-5HzFJp-5HDZUd-5HzhSx-pihaDU-67hTyN-5HzsUP-5HDePS-5HzRwc-ddkhqP-5HDeW9-5BmokJ-5ujLj1-5uh1aA-5HDbMN-5HE3rL-5Hzp3a-5HDceC-5Hz5Gg-5HDojU-5HA1ST-5HA1Q8-5HzTpt-5Hz5L6-5HEjDu-5HA1Ki-5HEjLE-5HA1GD-8nyVAP-5HEBdC-5HAhtX-5Tkr1V-5HAeC8-5HDoNG-5HyTmF-5Hz5dV-5HDc79-5HzFax-5Hz5W8-5HySxn-5HDnJN-5HDnVj-5HzHH8-5HzSCX-5HDnnL-5HDo6C-5Hzuvn-5HDnd3-5HzrEM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marc Wathieu</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/jochen/8724424949/in/photolist-ehWXzP-bTqoCT-egcAaA-ci5gz5-egcNzm-ci4X6Q-ehJtYM-ehJuwp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jochen Wegner</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Web 2.0 – Format ohne Zukunft?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Türk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2015 09:22:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit rund zehn Jahren gehört das Checken des Facebook-Accounts für viele genauso zur täglichen Routine wie das Zähneputzen. Aber werden die sozialen Medien auch das nächste Jahrzehnt überleben? Sinkende Nutzerzahlen und der unsachliche Diskurs auf den Plattformen sprechen ihre eigene Sprache – ist das Web 2.0 bereits gescheitert?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der eine postet Pandababys, der andere politische Parolen. So oder so: Social Media sind ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden, über die Hälfte der deutschen Internetuser nutzen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, in den jüngeren Altersgruppen sind es sogar <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/ITNutzung/Tabellen/NutzungInternetPrivZweckeAlter_IKT.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über 90 Prozent</a>. Große Hoffnungen wurden in die sozialen Medien gesetzt, als die verschiedenen Plattformen im vergangenen Jahrzehnt überall wie Pilze aus dem Boden schossen: In Sekundenschnelle sollten sie Informationen weltweit verbreiten, einen unkomplizierten Austausch und eine direkte zweiseitige Kommunikation ermöglichen – mit Freunden, Fremden, aber auch mit Politikern. Mittlerweile herrscht Ernüchterung. Immer mehr Nutzer wenden sich von Facebook und Co ab, der Diskurs auf den Plattformen ist geprägt von Stammtischargumenten. Ist das bereits der Anfang vom Ende des Web 2.0?</p>
<p>„just setting up my twttr”. Diese recht unspektakuläre Mitteilung von Gründer Jack Dorsey markierte vor nunmehr neun Jahren, am 21. März 2006, den Start des Kurznachrichtendienstes Twitter. Bereits zwei Jahre zuvor, im. Februar 2004, hatte Facebook das Licht der Welt erblickt. Die digitale Plattform, von Harvard-Studenten rund um Mark Zuckerberg als eine Art digitales Jahrbuch entwickelt, knackte bereits im Gründungsjahr die Millionengrenze, seit vergangenem Jahr tummeln sich sogar mehr als eine Milliarde Menschen weltweit im Facebook-Universum. Die sozialen Netzwerke veränderten unser Online-Verhalten und unsere Art der Kommunikation schnell, und auch Politiker entdeckten bald die Möglichkeit, unkompliziert mit ihren Wählern in den Dialog zu treten – und dabei besonders authentisch zu wirken.</p>
<h3 class="western">Sinkende Nutzerzahlen und sinkendes Niveau</h3>
<p class="western">In jüngster Vergangenheit nehmen die Mitgliedszahlen in einigen sozialen Netzwerken jedoch ab, in den USA und vielen europäischen Ländern sank die Zahl der aktiven<span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://www.allfacebook.de/userdata/deutschland?period=6month" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Nutzer</a></span></span></span> leicht. Vor allem die<span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nutzerzahlen-von-socialbakers-jugend-wendet-sich-von-facebook-ab-a-892266.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jüngere Generation</a></span></span></span> kann den Hype um den Multimediariesen nicht mehr so richtig nachvollziehen – und teilt Videos und Nachrichten lieber im kleinen privaten Kreis, zum Beispiel in einer Whatsapp- oder Snapchat-Gruppe unter Freunden. Auch im Fall von Twitter ist fraglich, ob das Netzwerk tatsächlich so dominant und <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wie-Twitter-die-oeffentliche-Meinung-beeinflusst-2143852.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meinungsbildend </a>ist, wie häufig suggeriert wird. 2013 nutzten gerade einmal<span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/223177/umfrage/laenderranking-internetnutzer-die-twittercom-nutzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vier Prozent</a></span></span></span> der deutschen Internetuser den Kurznachrichtendienst – wirklich aktiv waren noch weniger. Das Twitter-Universum scheint also eher eine Blase zu sein, in der sich nur ein geringer Teil der Bevölkerung bewegt.</p>
<p class="western">Obwohl es im Web 2.0 zunächst um den privaten Austausch unter Freunden ging, wurden die sozialen Netzwerke schnell politisiert. Die neue Petition von Amnesty International, die anstehende Demo gegen Rechts – was meinen Freunden gefällt, gefällt mit großer Wahrscheinlichkeit auch mir selbst. Dieser Tage spielen die sozialen Netzwerke bei der Organisation von Demonstrationen rund um Pegida eine wichtige Rolle. Wo sonst können sich so viele Menschen mit der gleichen politischen Gesinnung organisieren? Politiker haben das natürlich längst erkannt. Von Gregor Gysi über Peter Altmaier bis hin zu Jürgen Trittin twittern mittlerweile Vertreter aller Parteien, und auch auf Facebook sind alle namhaften Politiker zu finden.</p>
<p class="western">Und trotzdem: Die Hoffnung, dass das Web 2.0 den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen wie Politikern und Bürgern revolutioniert, könnte eine Utopie gewesen sein. Scrollt man durch die Kommentare zu den Artikeln großer Tageszeitungen und Zeitschriften, bekommt man vor Augen geführt, wie politischer Dialog nicht funktioniert. In der Flut an Stammtischargumenten und Beleidigungen gehen Fakten und stichhaltige Argumente häufig unter. Momentan wird das insbesondere bei Diskussionen zur Ukraine-Krise und zu Pegida deutlich. Einige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben mit der Sperrung der Kommentarfunktion unter ihren Artikeln reagiert, nur noch drei Themen können täglich diskutiert werden. <span style="color: #292f33;">„</span><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.sueddeutsche.de/kolumne/ihre-sz-lassen-sie-uns-diskutieren-1.2095271" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Direkter, konzentrierte, besser moderiert”</a></span></span></span> sollen die Diskussionen auf sueddeutsche.de nun sein. Man wird jedoch den Eindruck nicht los, dass es bei der Neuausrichtung vor allem darum geht, Trolle und andere digitale Unruhestifter besser unter Kontrolle halten zu können – und auch, dass man hier in gewisser Hinsicht resigniert hat. Denn neben lediglich unsachlichen und unqualifizierten Kommentaren häufen sich auch die Beiträge von Fake-Accounts. Eine ganze <span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="color: #000000;">Industrie</span></span></span> verbirgt sich hinter <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/propaganda-aus-russland-putins-trolle-1.1997470" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bezahlten Kommentaren</a> und Rezensionen in Social Media und Foren – das scheint besonders ein Steckenpferd von Putin-Befürwortern zu sein. Sicher sein, dass der virtuelle Diskussionspartner tatsächlich existiert, kann niemand. Die kommenden Monate werden wohl zeigen, ob die hitzigen Online-Debatten <span style="text-decoration: underline;">r</span>und um Pegida und Putin momentan einfach stark emotionalisiert sind oder ob sich der Trend zum unsachlichen Diskurs weiter fortsetzt.</p>
<h3 class="western">Politischer Diskurs oder privater Austausch?</h3>
<p class="western">Wie informationsorientiert sind die sozialen Netzwerke überhaupt? Gemessen an den weltweiten Followern ist Katy Perry die Twitterkönigin. 61,2 Millionen Menschen interessiert, was die Sängerin zwitschert – und sei es nur <span style="color: #292f33;">„</span>RT if your favorite jelly belly is juicy pear.” Barack Obama muss sich mit 10 Millionen Followern weniger und Platz drei hinter Justin Bieber zufrieden geben. Auch die Unternehmen-Accounts mit den meisten Twitter-Followern – Samsung, Starbucks oder iTunes – lassen vermuten, dass es den Nutzern hauptsächlich um Unterhaltung geht. <span style="color: #292f33;">Diesen Eindruck verstärkt eine</span><span style="color: #000080;"><span lang="zxx"><span style="text-decoration: underline;"> <a href="https://www.pearanalytics.com/wp-content/uploads/2012/12/Twitter-Study-August-2009.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a></span></span></span> <span style="color: #292f33;">von amerikanischen Marktforschern, die den Inhalt von 2.000 Tweets aus den USA analysierten. Lediglich vier Prozent der Kurzmitteilungen verbreiteten tatsächlich Neuigkeiten und Nachrichten – stolze 40 Prozent wurden als „sinnloses Geplapper“ eingestuft. </span>In Deutschland sind mit Spiegel, Zeit Online und Stern.de aber auch seriöse Informationsdienste unter den Top Fünf der meistgefolgten Unternehmen.</p>
<p class="western">Es stellt sich also generell die Frage, inwiefern Social Media für politische Kommunikation und informativen Austausch geeignet sind und geeignet sein müssen. Auch wenn der politische Diskurs in sozialen Netzwerken seine Defizite hat, können diese für die Kommunikation im Freundes- und Familienkreis weiterhin funktionieren. Katzenbabys und Kuchenrezepte statt Diskussionen und Debatten. Als Zuckerberg und seine Kommilitonen im Januar 2003 facemash.com, den Vorgänger von Facebook, erschufen, hatten sie wohl ohnehin keine Online-Petitionen und Wahlkampfkampagnen im Sinn. Wie viele andere 19-Jährige erfreuten sie sich eher an den simplen Dingen des Lebens. Auf facemash.com konnte öffentlich das Aussehen von Frauen bewertet werden. Die Bilder wurden übrigens ohne die Zustimmung der betreffenden Damen ins Netz gestellt – in Sachen Datenschutz war also schon der Start holperig.</p>
<p class="western"><span style="color: #292f33;">Dennoch: Das politische Potential von Twitter und Co ist nach wie vor nicht zu unterschätzen. Nirgendwo sonst können Teilnehmer für politische Zwecke so schnell mobilisiert werden – auch wenn nicht immer erkennbar ist, ob nachhaltiges Engagement oder bloßer <a href="http://politik-digital.de/klick-aktivismus-online-kampagnen-in-der-politik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klick-Aktivismus </a></span><span style="color: #292f33;">die Folge ist. Bei der Organisation der Proteste während der Wahlen im Iran 2009 spielte Twitter ebenso eine entscheidende Rolle wie während des Bürgerkriegs in Syrien. Politiker wissen das. Ein harmloses, völlig unpolitisches Netzwerk hätte den türkischen Präsidenten Erdoğan bestimmt nicht zu dessen Sperrung veranlasst. Vielleicht sind es gerade die Nutzer aus Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit und Meinungsvielfalt, die das politische Potential sozialer Netzwerke voll ausschöpfen. </span></p>
<p class="western"><span style="color: #292f33;">Ob wir das Web 2.0 tatsächlich bald zu Grabe tragen oder ob sich die schwächelnden Netzwerke durch neue Services und Innovationen wieder aufrappeln können, ist fraglich. Sicher lässt sich nur sagen, dass es für einen konstruktiven Austausch in den sozialen Medien eines unbedingt braucht: informierte und interessierte Nutzer.</span></p>
<p>Bild: <a href="http://pixabay.com/en/social-media-media-social-facebook-419944/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kropekk_pl</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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