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	<title>politisches System &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>politisches System &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Changing the world is hard“: Auf dem Weg zu einem neuen Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 12:19:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Allerorten wird das Allheilmittel der Transparenz gegen digitale Kontrolle und Machtmissbrauch angeführt. Einzelne Whistleblower aus dem Umfeld von Julian Assange [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EinbruchDerDunkelheit-II.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-136798" alt="EinbruchDerDunkelheit-II" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EinbruchDerDunkelheit-II.jpg" width="640" height="426" /></a> Allerorten wird das Allheilmittel der Transparenz gegen digitale Kontrolle und Machtmissbrauch angeführt. Einzelne Whistleblower aus dem Umfeld von Julian Assange und Wikileaks, aber auch Edward Snowden gelten als Magier dieser Zauberformel. Inwiefern bereichern Leakings unsere politische Öffentlichkeit sowie eine neue demokratische Informationsstruktur? Und wie können die Vermittlungsprobleme hin zur traditionellen Politik und zum politischen System gelöst werden? Diese und andere Fragen wurden auf der internationelen Konferenz „Einbruch der Dunkelheit“ in Berlin diskutiert.<br />
In der Folge der Enthüllungen Edward Snowdens wird das Verhältnis von Gesellschaft und Technik schon seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Die Möglichkeiten digitaler Selbstermächtigung (z.B. durch Verschlüsselung) einerseits und kollektiver politischer Gegenentwürfe andererseits spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/dld-verschluesselt-alles-was-sich-verschluesseln-laesst/46.971.749" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Verschlüsselt alles, was sich verschlüsseln lässt“</a>, forderte <a href="http://dld-conference.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unlängst</a> der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC) Frank Rieger.<br />
Am vergangenen Wochenende fand die internationale Konferenz <a href="http://www.einbruch-der-dunkelheit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Einbruch der Dunkelheit. Theorie und Praxis der Selbstermächtigung in Zeiten digitaler Kontrolle“</a> (im Folgenden: #eddcon), in der Berliner Volksbühne statt. Organisiert wurde sie von der <a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturstiftung des Bundes</a>, konzipiert von der <a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Gazette</a>. Die Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops thematisierten u.a. die Themen Anonymisierung und Verschlüsselung. Wiederholt wurde jedoch problematisiert, dass technische Lösungen allein nicht ausreichten, dass wir vielmehr eine gesellschaftspolitische Debatte über das Internet selbst brauchten, die langfristig zur <a href="http://www.zeit.de/2014/05/internet-hacker-nsa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuerfindung des Internets</a> sowie zu einer demokratischen Informationsstruktur führe.<br />
Einige zentrale Konfliktlinien dieser Problematik traten bei dem von Tilmann Baumgärtel moderierten Streitgespräch zwischen dem amerikanischen Netzexperten <a href="https://twitter.com/Mlsif" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Micah L. Sifry</a>, dem Internetaktivisten <a href="https://twitter.com/ioerror" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jacob Applebaum</a> und dem Politikwissenschaftler <a href="https://twitter.com/drbieber" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Bieber</a> hervor. Titel: „Transparenz: Was können wir von Manning, Assange und Snowden lernen?“. Das Schlagwort der Transparenz wird in den letzten Jahren vielerorts als Allheilmittel verwendet. Dieses Verständnis von totaler Transparenz gilt zurecht als naiv.<br />
Transparenz bezeichnet ein <a href="http://www.zeit.de/kultur/2011-02/interview-eva-horn/seite-1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Paradox der Demokratie“</a>, weil Demokratien aus Öffentlichkeit und politischer Partizipation Legitimation beziehen. Aus diesem Grund ist Transparenz für Demokratien in einem gewissen Maß notwendig – für demokratische Entscheidungen genauso wie für die Kontrolle von Machtmissbrauch. Die allgegenwärtige Forderung nach totaler Transparenz kann aber, wie die NSA-Enthüllungen zeigen, auch in die totale Überwachung führen und <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39059" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„nimmt totalitäre Züge an“</a>, wie der Philosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Byung-Chul_Han" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Byung-Chul Han</a> argumentiert.<br />
Daraus wird offenbar, dass Transparenz differenziert gedacht werden muss: im Verhältnis des Bürgers zum Staat, im Verhältnis des Staates zum Bürger sowie im Verhältnis des Individuums zu sich selbst und zu anderen Individuen. Die Forderung nach totaler Transparenz auf allen Ebenen beträfe somit nicht nur den Staat, sondern auch die Privatsphäre aller seiner Bürger_innen. Das Argument, wir hätten alle nichts zu verbergen, widerspricht, wie es der Philosoph Volker Gerhardt auf der #eddcon ausführte, unserer Subjektivität. Jede_r sollte von sich auch etwas zu verbergen haben – wir seien eben nicht gezwungen, alles von uns öffentlich zu machen, und das sei auch gut so. Allerdings muss auch ein demokratischer Staat, aus Sicherheits- und Funktionalitätsgründen, Geheimnisse haben, was hingegen nicht bedeutet, dass er alles geheim halten darf, wie dies in totalitären Staaten praktiziert wird.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sifry-Applebaum-Bieber-III.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-136800 alignnone" alt="Sifry-Applebaum-Bieber-III" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Sifry-Applebaum-Bieber-III.jpg" width="526" height="239" /></a><br />
Zurück zum Anfang des Paradoxons. Wie Micah L. Sifry in seinem Vortrag auf der #eddcon deutlich machte: Um politisch zu partizipieren, müssen wir in bestimmten Fällen sehen können, was die Regierung tut. Transparenz ist notwendig für Beteiligung, wozu er das Beispiel Nahrungsmittel anführt. Wüssten wir nicht, was in der Ernährungsindustrie vor sich geht, wären wir nicht in der Lage, uns dem zu widersetzen. Sifry sprach in seinem Vortrag hauptsächlich über die Open-Data-Bewegung in den USA, die er als legitimes Korrektiv gewählter Regierungen betrachtet. Denn deren Vertrauen sei durch die Überwachungspraktiken nicht gewählter Geheimdienste beschädigt.<br />
Am Beispiel des Programmierers und Hackers Aaron Swartz, der Anfang 2013 Suizid beging, beleuchtet Sifry die Unzulänglichkeit des Engagements einzelner Hacker und Whistleblower, die unter großen staatlichen Druck geraten können, solange sie allein agieren. Das Internet mache uns zu atomisierten Zuschauern, individuellen Sprechern, allerdings sei die organisierte, kollektive Aktion weitaus schwieriger zu erreichen. Um sich organisieren zu können und politisch zu werden, müsse die Transparenz-Bewegung – die eigentlich (noch) nicht als „Bewegung“ im umfassenden Sinne zu bezeichnen sei, wie Sifry später betonte – in Netzwerken agieren. Die Bereitstellung von Daten kann in diesem Sinne nur der erste Schritt sein – es mangele an der Weiterverarbeitung, um damit politisch etwas bewegen zu können.<br />
Dieses Problem bestimmte entsprechend die Diskussion mit Jacob Applebaum und Christoph Bieber im Anschluss an Sifrys Vortrag. Auch Bieber problematisierte den fehlenden Transfer von Online-Netzwerken in das politische System. So könnten sowohl von der Straße, als auch von Leaking-Bewegungen aus dem Internet Impulse für den politischen Diskurs ausgehen, jedoch müsse diese politische Energie in die institutionalisierte Politik übertragen werden. Dazu bedürfe es zunächst der Aufbereitung durch klassische Medien.<br />
Über die Frage, ob politischer Widerstand von der Straße den gleichen sozialen Wert habe wie der politische Widerstand im Internet, gab es keine Einigkeit. Applebaum versteht Transparenz als Methode zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit und betonte die Bedeutung entsprechender Online-Werkzeuge. Es brauche allerdings Strategien und Taktiken für diesen Machtkampf. Auch Bieber hält das Internet für ein wichtiges Instrument, hob aber hervor, dass dies alleine nicht ausreiche, um auch in der breiten Gesellschaft nachhaltig Akzeptanz für politische Bewegungen zu schaffen. Einig waren sich beide mit Micah Sifry: „Changing the world is hard“, es sei aber nicht unmöglich.<br />
Bilder: (C) <a href="http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturstiftung des Bundes</a>/ <a href="http://www.christian-ditsch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Ditsch</a>.<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Politische Kultur ohne Reformen erfolglos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-quo_vadis_parteienstaat050331-shtml-2922/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                              Wir sind unzufrieden. Wir beklagen schlechte Gesetze, mangelnde Visionen, unglaubwürdige Politiker und gierige Manager. Wer hat Schuld?
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              Wir sind unzufrieden. Wir beklagen schlechte Gesetze, mangelnde Visionen, unglaubwürdige Politiker und gierige Manager. Wer hat Schuld?
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Individuum und System</strong>
                            </p>
<p>Natürlich gibt es individuelle Schuld – heute so gut und häufig wie in jeder anderen Zeit. Gleichwohl hilft es nicht, Einzelne zu richten, wenn das Ganze krankt, wenn das System nicht funktioniert. Welches System? Sprechen wir über die demokratische Willensbildung und die repräsentative Regierungskunst, so sprechen wir letztlich über die Politik und das ihr zugrunde liegende Recht: Wahlrecht, Parteienrecht, Verfassungsrecht. Alternierend apostrophieren wir uns als „Mediendemokratie“ oder „Parteienstaat“ – zwei Kräfte respektive Strukturzwänge, die den Politiker (und dessen Freies Mandat) in die Mitte nehmen und langsam zurechtschleifen. Wann haben Parteien und Medien Macht über Politiker? Wenn der Politiker Angst vor Partei und Medien hat. Warum hat der Politiker diese Angst? Weil er um die Macht von Partei und Medien weiß, ihm etwas wegnehmen zu können, was ihm sehr wichtig ist: seine Funktion. Macht man sich abhängig von äußeren Faktoren, so ist man kontrollierbar. Orientiert man sich primär an inneren Werten und Prinzipien, so schwindet diese Erpressbarkeit und man wird unabhängig und frei.</p>
<p>Grau ist alle Theorie: So richtig wie die obige Analyse sein mag, so nutzlos ist sie auch, kann man Politiker doch nicht „schnitzen“ und sind bestimmte Erfahrungen früherer Generationen – gottlob – nicht wiederholbar. Was tun? Hier stellt sich die Systemfrage. Viel wird heute diskutiert über Renten- und sonstige Sozialsysteme, über Währungs- und Wirtschaftsfragen, obwohl es sich dabei doch nur um Symptome, nicht die Ursachen unserer Probleme handelt. Effektiver und nachhaltiger wäre es, die Mechanismen der politischen Willensbildung und der demokratisch-repräsentativen Gesetzgebung zu betrachten und zu optimieren: ein Reengineering des Grundgesetzes? Das Grundgesetz hat sich als sehr tragfähig und – in fast jeder Hinsicht – sinnvoll erwiesen. Die Errungenschaften, die das deutsche Volk mit dieser „Verfassung“ gemacht hat, können kaum zu hoch bewertet werden. Gleichwohl, die sich – national wie global – abzeichnenden Herausforderungen zwingen dazu, vor dem Hintergrund einer kontinuierlich sinkenden staatlichen Handlungs- und Steuerungsfähigkeit auch dieses Rückgrat unserer Gemeinschaft einer Prüfung zu unterziehen.</p>
<p>
                              <strong>Ein neues Grundgesetz?</strong>
                            </p>
<p>Als erstes kann sowohl der Parteien- als auch der Medienstaatlichkeit entgegen gewirkt werden durch eine Verminderung der Wahlkampfzeiten. Weniger Wahlkampf gibt der Politik mehr Zeit für die notwendige Sacharbeit und rückt zudem wichtige, aber weniger polarisierende Themen in den Vordergrund. Weniger Wahlkämpfe würden insbesondere auf der bundespolitischen Ebene die Bedeutung taktisch-populistischer Überlegungen reduzieren. Der Weg dorthin führt über eine Bündelung aller Wahlen auf den 9. November, am besten in einem zweijährigen Turnus. Unter welchen Bedingungen scheint hier eine Einigung denkbar? Realistische Erfolgsaussichten gäbe es wohl nur dann, wenn keine Legislaturperiode verkürzt, sondern aus der Zusammenlegung dieser Termine nur einzelne Verlängerungen resultieren würden.</p>
<p>Ein weiterer Stein im Getriebe der deutschen Gesetzgebung ist das Verhältnis von Bundestag und Bundesrat. Alle Seiten sind sich – in der Theorie – weitgehend einig, dass es zu einer Entflechtung der Gesetzgebungskompetenzen kommen muss, verknüpft mit einer jeweils entsprechenden Finanzverantwortung. Hier findet sich auch der einzige sinnvolle Ansatzpunkt für basisdemokratische Instrumente. Während es im allgemeinpolitischen Bereich und gesetzgeberischen Vorfeld sehr kritisch wäre, auf Bundesebene Volksentscheide zuzulassen, so könnte dieses Instrument doch bei Blockadesituationen zwischen Bundestag und Bundesrat zur befreienden Entscheidungsfindung herangezogen werden: zwei Gesetzestexte, die im jeweiligen Bundesorgan eine absolute Mehrheit gefunden hätten, stünden sich alternativ gegenüber.</p>
<p>
                              <strong>Reformparteien, Parteireform</strong>
                            </p>
<p>Und die Parteien selbst? Auch sie bedürfen der Reform. Das jetzige Parteienrecht ermöglicht der jeweiligen Parteiführung einen zu weitgehenden „Zugriff“ auf die Partei; Politiker und Parteien – respektive: „Parteivolk“ – entfernen sich zunehmend von einander, was man insbesondere am drastischen Mitgliederschwund der „Volksparteien“ ablesen kann, die diesen Titel kaum noch verdienen. Die Parteimitgliedschaft müsste wieder attraktiv werden, damit sich mehr Menschen in den Parteien engagieren. Die politische (Partei-) Führung müsste sich mehr ihren jeweiligen Wählern verpflichtet fühlen und den Wert einer demokratischen (Wahl-) Stimmabgabe wieder fühlbar machen. Um diese Ziele zu erreichen, sollten alle Parteifunktionen sowie alle politischen Nominierungen (insbesondere Listenplätze) nur durch interne Abstimmungen („Urwahlen“) vergeben werden. Das würde die parteipolitischen Führungsschichten zwingen, parteiinterne Wahlkämpfe durchzuführen, was eine demokratischere Willensbildung und Aufgabenzuteilungen zur Folge hätte. Die Parteimitgliedschaft wäre wieder attraktiv, die Besetzung von Führungsfunktionen transparent und der Politiker gewönne innerparteilich wie gesamtgesellschaftlich an Glaubwürdigkeit. Unangemessene Bürokratiekosten sind nicht zu erwarten, denn mittlerweile können die modernen Informations- und Kommunikationstechniken Abstimmungsprozesse dieser Art rechtssicher elektronisch abbilden.</p>
<p>
                              <span class="fett"><br />
                              <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/quo_vadis_parteienstaat_teil2050331.shtml">Weiter</a> zum zweiten Teil des Artikels</p>
<p></span>
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Abseits der Parteiprogramme</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-wahlinaustr003-shtml-2383/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Sep 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Genug der Partei- und Wahlprogramme? Zu einseitig, zu trocken, kein Durchblick? Kein Problem: hier finden Sie Wegweiser zu offiziellen Wahlinfos und Einführungen ins politische System Australiens, zu journalistischer Berichterstattung und Diskussionsforen und - last but not least - etwas zum Lachen.
                    ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Genug der Partei- und Wahlprogramme? Zu einseitig, zu trocken, kein Durchblick? Kein Problem: hier finden Sie Wegweiser zu offiziellen Wahlinfos und Einführungen ins politische System Australiens, zu journalistischer Berichterstattung und Diskussionsforen und &#8211; last but not least &#8211; etwas zum Lachen.<br />
                    <br /><!--break--><br />
                    <br />Das australische Wahlsystem und insbesondere das komplexe Auszählverfahren unterscheiden sich grundlegend vom deutschen System. Ausführliche Informationen zu Wahlen und zum Wählen in Australien generell finden sich bei der<br />
                    <a href="http://www.aec.gov.au" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Australian Electoral Commission</a> (AEC). Kandidaten für das &#8220;House of Representatives&#8221; werden beispielsweise nicht angekreuzt, sondern durchnummeriert. Diese Präferenzen sind entscheidend, wenn kein Kandidat eine absolute Mehrheit erhält und lassen den kleinen Parteien eine nicht unbedeutende Rolle zukommen. Alle Parteien machen daher im Vorfeld der Wahl deutlich, welche Präferenzen ihre Wähler den anderen Kandidaten zuordnen sollen und stellen &#8220;How to Vote cards&#8221; zur Verfügung. Die AEC<br />
                    <a href="http://www.aec.gov.au/_content/what/voting/votes_count.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärt</a> dankenswerter Weise auch dieses eher komplexe System. Zusätzlich gibt es hier auch ein<br />
                    <a href="http://www.aec.gov.au/_content/who/party_reg/reg_parties.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verzeichnis</a> aller registrierten Parteien .</p>
<p>Die<br />
                    <a href="http://www.abc.net.au/elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Australian Broadcasting Corporation</a> (ABC) unterhält eine exzellente Webseite zur Wahl. Neben laufend aktualisierten Nachrichten und Kommentaren bietet Antony Green einen Election Guide mit detaillierten Hintergrundinformationen und Analysen, der kaum Fragen übrig lässt. Matt Liddy kommentiert den Verlauf des Wahlkampf in seinem Weblog. Informationen stellt die ABC darüber hinaus auch in Form von Video- und Audiodateien zur Verfügung. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch per E-Mail, SMS oder RSS auf dem neuesten Stand halten lassen.</p>
<p>Der<br />
                    <a href="http://www.smh.com.au/specials/election2004" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sydney Morning Herald</a> bietet ebenfalls einen eigenen Bereich zur Wahl an. Neben der üblichen Berichterstattung sind insbesondere das Weblog Counter Spin von Antony Loewenstein und das Web Diary hervorzuheben. Die amüsanten Cartoons von Cathy Wilcox sowie die, für die Politiker nicht immer ganz vorteilhaften, Candid Camera-Fotos sind leider nur nach einer (kostenlosen) Registrierung zugänglich.</p>
<p>Rupert Murdochs Zeitung<br />
                    <a href="http://www.theaustralian.news.com.au" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Australian</a> verzichtet auf einen gesonderten Bereich zur Wahl. Mit dem näherrückenden Wahltermin werden entsprechende Berichte und Kommentare aber sicher nicht schwer zu finden sein.</p>
<p>Wer seine grundlegenden Kenntnisse des australischen politischen Systems abseits der aktuellen Wahl auffrischen möchte, findet bei<br />
                    <a href="http://www.ozpolitics.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Palmer&#8217;s Oz Politics</a> einen hervorragenden Startpunkt. Bryan Palmer unterhält diese sehr informative Webseite (inkl. Blog) in seiner Freizeit. Nach all der seriösen Lektüre kann man sein neues Wissen dann auch gleich in mehreren Quizzes testen. Und wer sich immer noch unsicher sein sollte, welche Partei er in Australien zu wählen hätte, kann die Hilfe des<br />
                    <a href="http://www.ozpolitics.info/fun/partyprf.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">political party preference indicator</a> in Anspruch nehmen – ohne jede Gewähr freilich.</p>
<p>Wer wissen möchte, was der gemeine australische Bürger zu einer Vielzahl von australischen politischen Themen zu sagen hat, sollte sich bei<br />
                    <a href="http://www.insidepolitics.com.au" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Inside Politics</a> umsehen. Um nicht nur lesen zu können, sondern auch selbst in den gut sortierten und moderierten Foren mitzudiskutieren, muss man sich (kostenlos) registrieren.</p>
<p>Erleichterung gefällig nach all dem Ernst? &#8220;Striving for mediocrity in a world of excellence&#8221; – auf der Suche nach dem berühmten australischen Humor wird man auf der Satireseite<br />
                    <a href="http://www.chaser.com.au" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Chaser</a> fündig. Im Design einer Online-Zeitung werden &#8220;Nachrichten&#8221; aus Politik und Sport präsentiert, die es so garantiert nicht in die Abendnachrichten schaffen würden.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 30.09.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Star Wars &#8211; Phantom Politics</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/star_wars_phantom_politics-953/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politisches System]]></category>
		<category><![CDATA[Star Wars]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
Zum Deutschland-Start von &#34;Episode 1: Die dunkle Bedrohung&#34; im August
1999 analyisierten die politik-digital-Autoren Christoph Bieber
und Eike Hebecker das politische System der &#34;Star Wars&#34;-Saga.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Zum Deutschland-Start von &quot;Episode 1: Die dunkle Bedrohung&quot; im August<br />
1999 analyisierten die politik-digital-Autoren Christoph Bieber<br />
und Eike Hebecker das politische System der &quot;Star Wars&quot;-Saga.</span><!--break--><img decoding="async" src="file:///C:/DOKUME%7E1/CHRIST%7E1/LOKALE%7E1/Temp/moz-screenshot-1.jpg" /><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/titel/images/starwars2.jpg" border="1" height="180" vspace="3" width="275" /><br />
<!-- Content --><br />

</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Endlich hat das Warten ein Ende. Nachdem die Originalversion ja schon seit einiger Zeit im<br />
Internet kursierte, kommt nun die dunkle Bedrohung auch im Kino über Deutschland. Auch wenn<br />
&quot;Episode 1&quot; recht blaß bleibt, verdient die im Film dargestellte politische Architektur Aufmerksamkeit.<br />
politik-digital bietet deshalb in drei Episoden eine Analyse des im Film dargestellten<br />
politischen Systems und wir fragen uns, ob es in Zukunft noch möglich sein wird, eine solche Saga im Kino<br />
zu releasen und zu vermarkten. Das Internet bietet in diesem Zusammenhang schon jetzt ganz andere Möglichkeiten&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<li> <span style="font-size: x-small"><b><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/film/starwars.shtml">Episode 1: Das politische<br />
System &#8211; Galaktischer Senat und Rat der Jedi-Ritter </a><br />
</b></span></li>
<p><span style="font-size: x-small"></p>
<li><b><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/film/starwars2.shtml">Episode 2: Der politische Prozeß &#8211; Konfliktkonstellation<br />
und Lösungsstrategien </a><br />
</b></li>
<p></span></p>
<li><span style="font-size: x-small"><b><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/film/starwars3.shtml">Episode 3: Phantom<br />
Politics &#8211; Das Epos zwischen Hyperraum und Hypertext</a></b></span></li>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Episode 1: Das politische System</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/star-wars-phantom-politics/episode_1_das_politische_system-954/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Star Wars - Phantom Politics]]></category>
		<category><![CDATA[politisches System]]></category>
		<category><![CDATA[Star Wars]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/episode_1_das_politische_system-954/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Galaktischer Senat und Rat der Jedi-Ritter</b></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Galaktischer Senat und Rat der Jedi-Ritter</b></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Endlich hat das Warten ein Ende. Nachdem die Originalversion ja schon seit einiger Zeit im Internet<br />
kursierte, kommt nun die dunkle Bedrohung auch im Kino über Deutschland.</b></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Episode 1&quot;, zugleich Fortsetzung und Beginn der<br />
&quot;Star Wars&quot;-Saga, erreicht die Kinosäle. Zahlreich waren die Kommentare zum Film, doch<br />
dabei selten wohlwollend: Langweilig, hausbacken, einfallslos, enttäuschend &#8211; und, na gut,<br />
erfolgreich. Unter den wenig schmeichelhaften Attributen für das vermeintliche Kino-Highlight<br />
des Jahres fiel vor allem eines aus der Reihe: <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/3414/1.html">undemokratisch</a>.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bislang rief der millionenschwere Blockbuster nicht nur <a href="http://www.jedinet.com/">Fans </a>und<br />
<a href="http://www.cinema.de/starwars/%20wissen/tvs2/index.html">Filmkritiker </a> auf den Plan, auch<br />
<a href="http://www.nasm.edu/StarWars">Kuratoren </a>und <a href="http://www.sagabegins.com/lyrics.html">Parodisten</a><br />
hatten bereits ihren Spaß. Angesichts der opulenten<br />
Bilderwelten von Regisseur George Lucas kommen Architekten, Stadtplaner und<br />
Kostümkundler auf ihre Kosten. Und wer hätte es gedacht: selbst für die Politikwissenschaft ist<br />
etwas dabei.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Allerdings haut das handlungstreibende Szenario des Handelskrieges schon im ausgehenden 20.<br />
Jahrhundert unserer Galaxie kaum noch internationale Beziehungsforscher oder politische<br />
Ökonomen vom Hocker. Die im Vorspann als Grund für den schwelenden Konflikt<br />
beschriebenen Probleme der Besteuerung von Handelswegen ist schon jetzt ein Auslaufmodell.<br />
Sogar auf unserem Planeten zerbricht man sich die Köpfe über kniffligeren Problemen beim<br />
immateriellen Güterverkehr oder rufen die Tücken der Copyright-Gesetzgebung tiefe<br />
Denkfalten auf die Stirn.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und überhaupt: anderswo im Universum sind längst die praktischen Replikatoren en Vogue,<br />
das Reisen erfolgt im Transporterstrahl und Wurmlöcher erlauben quadrantenweite Sprünge<br />
über Milchstraßengrenzen hinweg. Die Vorstellung von besteuerbaren Handelswegen mit<br />
Anfang und Ende erscheinen im Zeitalter von Hyperdrives, Pod Racern und Kampfrobotern<br />
einigermaßen anachronistisch.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und auch die Konstruktion des politischen Systems der &quot;Republik&quot; ist offenbar älteren Datums,<br />
Auskunft gibt das offizielle <a href="http://www.starwars.com/locations/coruscant/">StarWars-Manual</a>.<br />
Die beiden wesentlichen Säulen der galaktischen Sternenpolitik &#8211; der Galaktische Senat und<br />
der Rat der Jedi-Ritter &#8211; residieren auf dem Verwaltungsplaneten &quot;Coruscant&quot;. Der Planet gilt<br />
als &quot;Juwel der Kernwelten und als Zentrum des bekannten Universums. Beinahe die gesamte<br />
Fläche des Planeten ist bedeckt von einer unendlichen Megalopolis, deren Fundamente schon<br />
mit dem Beginn der Alten Republik gelegt wurden, vor mehr als tausend Generationen.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der &quot;Galaktische Senat&quot; übernimmt die Rolle eines interplanetarischen Parlaments, in den jede<br />
Mitgliedswelt der Republik Mitglieder entsenden kann. &quot;Mehr als  tausend Senatoren<br />
versammeln sich regelmäßig im Kuppelsaal der Obersten Senatskammer, teilen ihre Einsichten,<br />
diskutieren Probleme und bringen Lösungen auf den Weg.&quot; Dabei herrscht strikte<br />
Gleichberechtigung: &quot;Jede Welt ist im Senat repräsentiert und auch der kleinste Planet kann<br />
eine Petition einreichen, um seine Stimme zu Gehör zu bringen.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dem Senat zur Seite steht der Rat der Jedi-Ritter, deren zwölf Mitglieder sich im<br />
Balkonzimmer hoch über dem Stadtplaneten versammeln: &quot;Der Tempel steht innerhalb einer<br />
Ansammlung niedriger Gebäude, die sich ehrfurchtsvoll um den majestätischen Bau der<br />
Jedi-Kaste gruppieren. Sowohl die Jedi Meister, Ritter und Schüler (Padawans) haben ihre<br />
Quartiere innerhalb des Tempels, nahe bei den Trainingshallen.&quot; Die Rolle der Jedis hat Jürgen<br />
Kaube in der FAZ recht treffend als Synthese aus Cowboy, Mönch und Unternehmensberater<br />
charakterisiert. In der Tat ist es eine Hauptaufgabe des Jedi Rates, &quot;die Aktivitäten ihrer<br />
weitreisenden Abgesandten zu planen und zu beurteilen. Über Tausende von Jahren waren die<br />
Jedi-Ritter Hüter von Frieden und Gerechtigkeit in der ganzen Galaxie.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In diese Symbiose aus leicht schwerfälliger galaktischer Planetenvertretung und &quot;think tank&quot; mit<br />
direktem Draht zur &quot;Macht&quot; tritt in Gestalt des stets als Hologramm auftretenden Bösewichtes<br />
&quot;Darth Sidious&quot; der Störfaktor, der das über Generationen gewachsene Gefüge aus dem<br />
Gleichgewicht bringen will. Zunutze macht er sich dabei die stets mächtiger werdende<br />
Bürokratie, die die weiterhin eifrig diskutierende Abgeordnetenversammlung lähmt.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>gleich weiter mit: <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/film/starwars2.shtml">Episode 2 &#8211; Der politische Prozeß </a></b><br />
</span></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Episode 2: Der politische Prozeß</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/star-wars-phantom-politics/episode_2_der_politische_prozess-955/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ehebecker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Star Wars - Phantom Politics]]></category>
		<category><![CDATA[politisches System]]></category>
		<category><![CDATA[Star Wars]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Konfliktkonstellation und Lösungsstrategien</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Konfliktkonstellation und Lösungsstrategien</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Name des administrativen Zentrums der interplanetarischen Gemeinschaft, &quot;Coruscant&quot;,<br />
klingt im englischen Original dem spanischen Wort &quot;corazon&quot; zum Verwechseln ähnlich &#8211; doch<br />
der Herzmuskel des politischen Universums benötigt offenbar einen Bypass: die nur noch<br />
schwer zu kontrollierende Bürokratie erschwert das Regieren und hat den Kongress zu einem<br />
Debattierklub degenerieren lassen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einer Sondersitzung des Senats (parallel tagt die Tafelrunde der Jedi-Ritter) beklagt sich<br />
Königin Amidala über die Repressalien des Handelsimperiums, das inzwischen ihren<br />
Heimatplaneten Naboo besetzt hält. Auffallend an der Konflikt-Konstellation im Senat ist, daß<br />
sich hier die Repräsentanten souveräner Planeten mit einer supraplanetarischen Organisationen<br />
wie der Handelsföderation auseinandersetzen müssen. Offenbar hält der Handelsverbund selbst einen Sitz im<br />
Galaktischen Senat, dem aggressiven Planetenbund wird somit der Status eines<br />
vollwertigen Mitgliedes zuerkannt. Damit gerät allerdings die angestrebte<br />
Gleichberechtigung aller Abgeordneten aus den Fugen und die parlamentarische<br />
Konstruktion in eine Schieflage.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während die äußere Architekur an ein überdimensionalen Pilz erinnert, spiegelt der Senatssaal<br />
im Inneren die Dimensionalität des (Welt-)Raums wieder, die in ihm repräsentiert wird. Die<br />
Vertreter der Bundesplaneten und Planetenbünde sind in freischwebenden Logen plaziert, die<br />
das gesamte Rund der Kuppel ausfüllen. Damit wird über die meist kreisförmige Anordnung<br />
irdischer Parlamente hinausgegangen, die die Erde noch als Scheibe symbolisieren. Somit<br />
werden weitere Achsen innerhalb des politischen Spektrums erschlossen: neben den alten<br />
Gegensatz von &quot;rechts&quot; und &quot;links&quot; können nun auch &quot;oben&quot; und &quot;unten&quot; als politische<br />
Richtungsbezeichnungen treten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Galaktische Senat wählt auch einen Obersten Kanzler, der auf einer zentral positionierten<br />
säulenartigen Empore der Versammlung vorsitzt &#8211; es fehlen allerdings die Logen für<br />
Regierungsmitglieder. Ohnehin gibt die eigentliche Führungsperson eine traurige<br />
Figur ab. Sein Handeln ist nahezu darauf beschränkt, als Sitzungsleiter die<br />
verschiedenen Abgeordneten aufzurufen. Ist den Parlamentsmitgliedern einmal das<br />
Rederecht zuerteilt, schweben die Redner samt ihrer Loge von der Kuppel herab und<br />
können dann ihre Anliegen vorbringen. Begleitet werden sie von einer mobilen<br />
Kameraeinheit, die alle Äußerungen in das senatoriale Soundsystem übertragen. Von<br />
Königin Amidala der Machtlosigkeit bezichtigt, schluckt Kanzler Valorum nur und<br />
erhält dann Einflüsterungen von zwei links und rechts von ihm positionierten<br />
&quot;Bürokraten&quot;. Die galaktische Verwaltungsmaschinerie hat das demokratisch gewählte<br />
Oberhaupt längst zu einer Sprechpuppe werden lassen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als die Prinzessin vehement das Verhalten des Senats in der Naboo-Krise kritisiert, ist der<br />
schwache und korrumpierbare Kanzler Valorum nur in der Lage, eine Kommission<br />
einzuberufen und mit der Untersuchung der Anschuldigungen vor Ort zu beauftragen. Diese<br />
Konstellation mag an das bisweilen unglückliche Agieren des Sicherheitsrates der UNO<br />
erinnern, der über Beschlüsse debattiert oder diese blockiert, während militärische Fakten<br />
geschaffen und ihre Beobachter zu Geiseln werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Königin Amidala bleibt daraufhin nur der Ausweg, ein Mißtrauensvotums gegen den Kanzler zu<br />
beantragen. Dazu ist sie laut intergalaktischer &quot;Verfassung&quot; als Herrscherin eines souveränen<br />
Systems legitimiert. Diese Konstellation ist durchaus mit dem Mißtrauensvotum von Kohl gegen<br />
Schmidt 1982 vergleichbar, denn umgehend wird der Abgeordnete ihres Heimatplaneten, der<br />
angesehene Senator Palpatine, als einer von drei neuen Kanzlerkandidaten aufgestellt und<br />
später auch gewählt. Palpatine hat sich sein Ansehen zunaechst als Gesandter von Naboo<br />
erworben und ist dann zum &quot;Regionalvertreter&quot; mehrerer benachbarter Planeten aufgestiegen.<br />
Damit versammelt er offenbar eine Art &quot;Fraktion&quot; hinter sich, die vornehmlich durch<br />
geopolitische Interessen zusammengehalten wird. Dies fügt sich zwar gut in das Szenario des<br />
Handelskrieges ein, erscheint aber im Zeitalter der Hyperraumfahrt auch ein wenig<br />
anachronistisch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese dramatische Szene im galaktischen Parlament wird auch von alten Bekannten beobachtet:<br />
Nicht nur haben die &quot;Wookies&quot;, das Volk von Han Solos Gefährten Chewbacca eine eigene<br />
Box, sondern auch die bereits auf der Erde gesichtete Spezies mit dem Leuchtfinger ist dort<br />
anwesend. In einer kurzen Schnittfolge direkt nach dem Mißtrauensantrag ist im linken<br />
Bildvordergrund eine Gruppe von drei E.T.´s zu sehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Da der galaktische Gerichtshof nicht schnell genug auf den Plan treten kann, bleibt Königin<br />
Amidala nichts anderes übrig, als in der Phase des Übergangs nach Naboo zurückzukehren und<br />
eine kriegerische Konfliktlösung anzustreben. Damit handelt sie frei nach der Clausewitzschen<br />
Devise: &quot;Krieg ist die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln.&quot; Und sie folgt damit dem<br />
genuinen Politikbegriff der &quot;Star Wars&quot;-Saga, der auf einem politischen System aufbaut, das<br />
extrem auf das Element der Legislative verkürzt erscheint. Trotz einiger staatskundlicher<br />
Schwächen verdient das Werk von George Lucas aber noch immer das Prädikat &quot;pädagogisch<br />
wertvoll&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Schon jetzt!:<span style="font-size: x-small"> <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/film/starwars3.shtml">Episode 3 &#8211; Phantom<br />
Politics </a></span></b><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Episode 3: Phantom Politics</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/star-wars-phantom-politics/episode_3_phantom_politics-956/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/star-wars-phantom-politics/episode_3_phantom_politics-956/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Star Wars - Phantom Politics]]></category>
		<category><![CDATA[politisches System]]></category>
		<category><![CDATA[Star Wars]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/episode_3_phantom_politics-956/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Das Epos zwischen Hyperraum und Hypertext</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Das Epos zwischen Hyperraum und Hypertext</b></span></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch<br />
das Star Wars-Prequel schlägt nicht nur auf der Leinwand politische<br />
Wellen: Für einen<br />
kleinen Skandal um die political correctness sorgte die ethnische<br />
Sprachfärbung der Figuren,<br />
die offenbar eine Zuordnung der Charaktere ermöglicht. Auf der bösen<br />
Seite finden sich die mit<br />
leicht französichem Einschlag daherheuchelnden Handlanger der<br />
Handelsföderation (im<br />
Original ein japanischer Akzent), der arabisch-kehlig nuschelnde<br />
Händler (und Sklavenhalter)<br />
Watto auf Tatooine oder natürlich der knappe und befehlshaberische Ton<br />
von Darth Sidious, der nur knappe und befehlshaberische Töne anschlägt.<br />
Auch die Phalanx der &quot;Guten&quot; kennt eine sprachliche Hierarchie, während<br />
die edlen Jedi-Ritter<br />
und auch Königin Amidala in gepflegtem Oxford-Englisch parlieren,<br />
radebrecht der<br />
schlappohrige Tolpatsch Jar Jar Binks ein kreolisches Kauderwelsch.<br />
Grammatikalisch zwar<br />
völlig verstellt, dafür aber geheimnisvoll und würdig untersteicht der<br />
Satzbau von Altmeister<br />
Yoda dessen prominente Position im Rat der Jedis. In den besonders<br />
&quot;pc&quot;-empfindlichen USA<br />
haben die sprachlichen Charakterzuweisungen George Lucas einige <a href="http://www.nytimes.com/library/film/051999starwars-film-review.html"><br />
Kritik</a> eingebracht und bereits zu bisweilen haarsträubenden <a href="http://www.salon.com/tech/log/1999/05/28/jar_jar/index.html"><br />
Reaktionen </a>geführt.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sicherlich kann man dem an seinem eigenen Mythos krankenden George Lucas noch mehr<br />
vorwerfen, wie z.B. die Dreistigkeit, vier Filme mit identischem Plot abzuliefern, was ihm<br />
jedoch andererseits als Geniestreich ausgelegt wird. Also treffen auch in Episode 1 David und<br />
Goliath aufeinander, sei es in klassischen Schlachtenszenarien zwischen hochtechnisierter<br />
Zivilisation und erdverbundenem Naturvolk oder in Form der obligatorischen Orbitalstation, die<br />
wieder einmal von einem einsamen Raumgleiter zerstört wird, diesmal eher versehentlich als<br />
geplant. Ein anderes religiöses Dauermotiv ist der Kampf zwischen Gut und Böse, diesmal<br />
gegeben von Darth Maul in perfekter Antichrist-Ästhetik und Edel-Jedi Qui-Gon Jinn im<br />
Jesus-Look. Neu im Sortiment ist dagegen die Jungfrauengeburt des Anakin Skywalker &#8211;<br />
allerdings orientiert sich Lucas hier weniger an der biblischen Empfängnisgeschichte.<br />
Stattdessen hat er Muster aus asiatischen Religionsverständnissen übernommen, denn<br />
möglicherweise wurde der künftige Superschurke von mikroskopisch kleinen Wesen gezeugt. Laut<br />
Jedi-Lehre existieren die &quot;Midichlorianer&quot; innerhalb der Zellen anderer Lebewesen und stellt<br />
deren Konzentration eine Maßzahl für die Machtfähigkeit des Wirtskörpers dar. Ausführlich<br />
Auskunft gibt Lucas dazu höchstselbst im Rahmen des Gesprächs <a href="http://www.pathfinder.com/time/magazine/articles/0,3266,23298,00.html">&quot;Von Mythen und<br />
Menschen&quot;</a>, wenig augenzwinkernd diskutiert wird dieses Konzept etwa von <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/3416/1.html">James Flint</a>.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bleibt die Frage, warum man sich immer wieder dieselbe Seifenoper antun muß, was nicht<br />
allein mit den immer neuen und immer perfekteren digitalen Kapriolen zu erklären ist. Aber<br />
warum gehen immer wieder Menschen nach Bayreuth, um nichts als Wagner zu sehen oder<br />
man selbst zu Weihnachten in den Gottesdienst, um immer wieder dieselbe Geschichte zu<br />
hören? Es sind gesellschaftliche Ereignisse, die einen Hauch von Mystik vermitteln ohne die<br />
auch der moderne rationale Mensch nicht auszukommen scheint.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daß der grundlegende Konflikt um die Besteuerung von Handelswegen ein wenig altbacken<br />
daherkommt, hat gerade die massive Verbreitung von Filmkopien unter Zuhilfenahme des<br />
Internet bewiesen. Nicht wenige der kindlichen Fans der 70er und 80er Jahre sind dabei zu<br />
schonungslosen Saga-Skeptikern mutiert. Allerdings haben sich die vielen CD-ROM-Kopisten<br />
keineswegs vollständig auf digitale Vertriebswege verlassen, so daß die Handelsföderation mit<br />
ihren Kampfrobotern doch das ein oder andere Mal hätte zuschlagen können. Ein Beteiligter<br />
erinnert sich: &quot;Vervielfältigt wurde das 1.5 Gigabyte-Epos meistens mit CD-Brenner und<br />
persönlicher Auslieferung, oder als Päckchen versandt. Das Internet diente da nur zur<br />
Verknüpfung der Menschen zu einem grossen Netz von Freibeutern, die ganz ohne<br />
Gewissensbisse dem eingebildeten Lucas eine reinwürgen, und sich den Film kostenlos ohne<br />
alberne Warteschlangen vor dem Kino reinziehen.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Anschluß an das globale Datennetz führte dabei häufig zu Profilierungs-Profiten in der<br />
Peer-Group. Hier zahlte sich die fast schon &quot;klassische&quot; Kombination von Computer-Nerd und<br />
Science-Fiction-Fan als Hauptveranstalter der zahlreichen Undercover Sneak Previews aus.<br />
Die Bestätigung dafür kommt aus den Weiten der Net-Community: &quot;Sobald die Leute den Film<br />
hatten, haben sie ihn gleich sämtlichen unvernetzten Freunden ebenfalls gezeigt, da wird der<br />
teuer erkaufte Pentium mal richtig zum Coolness-Faktor und sozialen Treffpunkt.&quot; Aber auch<br />
weniger gut gerüstete Star Wars-Fans kamen auf ihre Kosten, denn es dauerte nicht sonderlich<br />
lange, bis die kostbaren Bits und Bytes auch auf guten, alten Videobändern auftauchten und<br />
somit zu einer weiteren Demokratisierung des Vorschau-Vergnügens beitrugen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Angesichts digitaler wie analoger Kopienschwemme und dem Ballyhoo der alten<br />
Massenmedien können sich aber inzwischen eher diejenigen glücklich schätzen, die noch keinen<br />
Blick auf die Bilder vom virtuellen Videoplayer geworfen haben und sich damit ein unbelastetes<br />
Kinoerlebnis bewahren konnten. Ob allerdings die massive Vermarktungs-Kampagne um den<br />
angekündigten Jahrtausendfilm auch wirklich funktioniert, muß sich erst noch zeigen &#8211; aus der<br />
Lucasschen Werbematerialschlacht könnte statt Merchandising auch ein Märchen-dising<br />
werden. Daß der Umlauf von Raubkopien aus dem Netz plötzlich (die technischen Voraussetzungen<br />
waren schon länger gegeben) auch hierzulande ostasiatische Verhältnisse angenommen hat,<br />
könnte beinahe für eine ausgeklügelte Marketingstrategie der Lucasfilm Ltd. gehalten werden &#8211;<br />
wenn damit nicht auch ein anderes Verständnis von Eigentums- und Nutzungsrechten<br />
verbunden wäre. Gerade die Privatvorführer der Pentium-Kinos sehen hier Parallelen zu einer<br />
anderen unterhaltungselektronischen Konfliktlinie: &quot;Es ist durchaus denkbar, daß Hollywood<br />
von derselben &quot;mpeg-Krise&quot; heimgesucht werden wird, wie schon die Musikindustrie durch das<br />
mp3-Format.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die in den Augen der Kritik recht flache Einstiegsepisode erfährt allerdings eine deutliche<br />
Vertiefung, unternimmt man einen Ausflug in die Weiten der zahlreichen Online-Angebote, die<br />
die Story unverdrossen ergänzen und weiterschreiben. Die offizielle Site unter<br />
www.starwars.com erweist sich als ein reichhaltiger Fundus zu Personal, Schauplätzen und<br />
Technik der bisher vier Episoden. Sehr hilfreich ist auch &#8211; zumindest für nicht ganz eingefleischte<br />
Fans &#8211; das Angebot der Kinozeitschrift Cinema. Die dort plazierte <a href="http://www.cinema.de/starwars/wissen/timeline/index.html">&quot;Timeline&quot;</a><br />
zeichnet grob die wichtigsten Events in der kämpfenden Galaxie nach und das<br />
<a href="http://domino.playground.de/starwars.nsf/Lexikon?OpenForm">&quot;Online-Lexikon&quot;</a> hilft beim Nachschlagen der<br />
wichtigsten Basics. Wer es etwas genauer wissen will, sollte sich in eine der großen<br />
amerikanischen <a href="http://www.jedinet.com/">Fanpages </a>einloggen, dort wird echtes<br />
Expertenwissen zur Schau gestellt und auch die Entwicklung zur &quot;Episode 2&quot; aus nächster<br />
Nähe begleitet. Wem das alles zu virtuell ist, sollte sich überlegen, am großen <a href="http://www.lego.com/starwars/contest/"><br />
&quot;Star Wars Lego-Bauwettbewerb&quot;</a> teilzunehmen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Geleistet wird hier bereits in Ansätzen eine Verknüpfung der ersten mit den drei späteren<br />
Folgen &#8211; quasi ein Vorgriff auf die zuerwartenden Vierfach-Features im nächsten kinematischen<br />
Sommerloch. Daß auch &quot;Episode 2&quot;, der insgesamt fünfte Streich der Lucas-Saga, noch in der<br />
gewohnten Form in die Kinos kommen wird, scheint ausgemachte Sache &#8211; schließlich haben<br />
die gemeinschaftlichen Film-Erlebnisse vor der &quot;big screen&quot; schon lange den Charakter von<br />
Happenings angenommen. Es könnte aber durchaus sein, dass die Geschichte(n) von Anakin<br />
und Darth, Obi-Wan und Yoda, Leia und Luke, Han Solo und all den anderen in ihrer vollen<br />
epischen Breite in digitalen und interaktiven Medienumwelten besser aufgehoben sind.<br />
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<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>To be continued&#8230;</b><br />
</span></span></p>
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