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	<title>politisches Weblog &#8211; politik-digital</title>
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	<title>politisches Weblog &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Internetwahlkampf in England</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlblog]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahl]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Premierminister Tony Blair enthält die Wahl in Großbritannien am 5. Mai viel Zündstoff. Denn er will zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl gewinnen. Für deutsche Politiker, Wahlstrategen und Wahlkampfberater jeder Couleur bietet die laufende Wahlkampfmaschine der Briten im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl 2006 zündende Ideen. Ihre Mission: Neuigkeiten und denkbare Trends zu Politik, Public Affairs und politischer Kommunikation.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Für Premierminister Tony Blair enthält die Wahl in Großbritannien am 5. Mai viel Zündstoff. Denn er will zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl gewinnen. Für deutsche Politiker, Wahlstrategen und Wahlkampfberater jeder Couleur bietet die laufende Wahlkampfmaschine der Briten im Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl 2006 zündende Ideen. Ihre Mission: Neuigkeiten und denkbare Trends zu Politik, Public Affairs und politischer Kommunikation.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Der Countdown zur Wahl läuft in England auf Hochtouren. Blair steht momentan vor seiner härtesten Bewährungsprobe als Politiker. Im deutschen Wahlsystem hätte er – da stimmen die Meinungsumfragen überein – keine Chance, zum dritten Mal eine absolute Mehrheit im Parlament zu erzielen. Doch im Vereinigten Königreich ist einiges anders: Die Unterschiede in der Regelung zum Wahltermin, der Wahlkampfführung und dem Wahlsystem haben einen großen Einfluss auf den britischen Wahlkampf. Gewählt wird mindestens alle fünf Jahre, den genauen Wahltermin darf sich der amtierende Premierminister selbst aussuchen, muss ihn aber von der Queen genehmigen lassen. Der Wahlkampf konzentriert sich nur auf die Stimmbezirke, in denen knappe Ergebnisse zu erwarten sind und auf die Stammwähler. Denn bei der letzten Wahl in Großbritannien rutschte die Wahlbeteiligung unter 60 Prozent. Eine geringe Wahlbeteiligung würde vor allem Blairs Partei schaden. Es gibt eine sehr kurz gehaltene, knapp vierwöchige Wahlkampfperiode und das macht das Internet für den Wahlkampf so interessant.</p>
<p>Am 11. April diesen Jahres bat Blair die Queen, das Parlament aufzulösen. Seitdem haben Conservatives (Tory), Labour und andere Parteien die Möglichkeit, die Wähler mit einer schnellen Taktik über das Internet zu erreichen. Und von diesen Möglichkeiten wird ausführlich Gebrauch gemacht.</p>
<p>
                              <strong>Blogs sind die Highlights für schnelle Reaktionen im Wahlkampf</strong>
                            </p>
<p>Auf der Website<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politicsonline.com</a> ist eine<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Übersicht</a> der Online-Angebote zur UK-Wahl nach Funktionen geordnet eingerichtet. Das Informationsangebot und vor allem die Motivation potentieller Wähler schreiben die Briten groß. Dem Wähler werden hier die neuesten Nachrichten, Tools und Strategien rund um die Wahl bereitgestellt. Jeder Surfer kann online vom Voting Assistance – der Wahl-Hilfe wie beispielsweise<br />
                            <a href="http://www.aboutmyvote.co.uk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aboutmyvote.co.uk</a> profitieren, die Details zu Wahlen auf nationaler und europäischer Ebene erläutert.</p>
<p>Über die Election Directories<br />
                            <a href="http://www.dowire.org/wiki/UK_elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DoWire.org</a> und<br />
                            <a href="http://www.psr.keele.ac.uk/area/uk/ge05.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Election 2005</a> – den so genannten Wahl-Verzeichnissen, kann jeder Politik-Anfänger zum echten Insider der britischen Parlamentswahl avancieren. Eine umfassende Wahlberichterstattung der im Lande relevanten Medien bietet Interessierten täglich Links zum Wahl-Countdown. Up-to-date und möglichst breit informiert sein, dies scheint in England kein Problem. Eine parteipolitisch neutrale Übersicht aller zur Wahl stehenden politischen Parteien vervollständigt das<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections/#6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Informationstool</a>. Selbstverständlich sind alle Angebote auch direkt verlinkt. Die Devise des Wahlkampfes bezeichnet ein extra Tool:<br />
                            <a href="http://www.politicsonline.com/globalcontent/specialreports/2005/ukelections/#2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Get Involved Online</a>. Hier können mitmachen. Es ist beispielsweise möglich, sich über die BBC die<br />
                            <a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk_politics/vote_2005/frontpage/4425283.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News zur Wahlberichterstattung</a> direkt auf das Handy schicken zu lassen. Auch die unzähligen Wahl-Spezial-Wettseiten sind außerordentlich spannend. Gewinnt Labour 320, 340 oder 360 Sitze? Wie viele weibliche Abgeordnete werden gewählt? Unglaublich viele Angebote laden auch den hiesigen User ein, die im Vergleich zur britischen Insel niedrigen Löhne und Gehälter zu verwetten. Auch das bereits aus dem USA-Wahlkampf bekannte factcheck-Konzept ist im UK-Wahlkampf<br />
                            <a href="http://www.channel4.com/factcheck" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übernommen</a> worden.</p>
<p>Die Highlights politischer Online-Kommunikation sind die Dienste und insbesondere das mittägliche Update von<br />
                            <a href="http://blogs.guardian.co.uk/election2005/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Guardian</a> und<br />
                            <a href="http://www.voidstar.com/ukpoliblog/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UK Political Blogs</a>. Netztagebücher, Weblogs oder Blogs füllen unzählige Webseiten, die periodisch neue Einträge enthalten. Überall tummeln sich auf den britischen Online-Angeboten Blogger. Scheinbar der Idealfall erreicht? Auf alle Fälle reagieren Weblogs schneller auf Trends oder bieten weiterführende Informationen oder Links zu speziellen Themen. Die meisten Weblogs haben eine Kommentarfunktion. Dies ermöglicht es allen Usern, einen Eintrag zu kommentieren und so mit dem Autor oder anderen Lesern zu diskutieren.</p>
<p>Eine sehr gut durchdachte Unterstützung der immer wieder zu beantwortenden Frage eines geplagten Wählers „Wen soll ich bloß wählen?“ bietet die für die Wahlentscheidung eine nützliche Hilfe<br />
                            <a href="http://www.whoshouldyouvotefor.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">whoshouldyouvotefor.com</a>. Ziel der mit der deutschen interaktiven Wahlhilfe<br />
                            <a href="http://www.bpb.de/methodik/RHLDMF,,0,Willkommen_beim_WahlOMat.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-O-Mat</a> vergleichbaren Site ist, den Wählern mit einem simplen Tool die Wahlentscheidung zu erleichtern. Hier erhält der britische Wähler eine Wahlempfehlung zu einer Partei, die seine Interessen und Ansichten am besten vertritt. Vorausgesetzt, man hat über 25 Punkte zu Themen, wie Europa, Steuern, Rentner, Gesundheit, Kriminalität, Bildung oder Kinder abgestimmt.</p>
<p>Bei dieser Vorlage, so scheint es, können die deutschen Wahlkampfmanager in Bezug auf die Nutzung des Internets noch einiges lernen. Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß das Internet bei der Bundestagswahl 2006 in Deutschland eine Rolle spielen wird.<br />
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Blogs als politische Seele</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/das-internet-und-der-franzosische-wahlkampf/blogs-als-politische-seele-2427/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Apr 2007 23:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Internet und der französische Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Web-TV]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
(Artikel(Update) Frankreich wählt einen neuen Präsidenten und der Wahlkampf hat sich zu einem Teil ins Internet verlagert. Der direkte Austausch von Argumenten ist auf der Strecke geblieben, dafür sind die Spötter und Gegner der Kandidaten aktiv, schreibt Tim Geelhaar.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel(Update) Frankreich wählt einen neuen Präsidenten und der Wahlkampf hat sich zu einem Teil ins Internet verlagert. Der direkte Austausch von Argumenten ist auf der Strecke geblieben, dafür sind die Spötter und Gegner der Kandidaten aktiv, schreibt Tim Geelhaar.</p>
<p>&nbsp;<br />
Der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy und die Sozialistin Ségolène Royal haben sich im ersten Wahlgang am 22. April durchgesetzt. Die Franzosen nutzen alle Möglichkeiten des Internets, um ihrer Meinung Gehör zu verschaffen und damit das Rennen offen zu halten – bis einer der Kandidaten der Stichwahl am 6. Mai mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. Vor einem Jahr<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/frankreich/2007tgeelhaar_hintergr_060407.shtml">berichtete</a> politik-digital.de bereits von dem sich abzeichnenden Wahlkampf mit anderen Mitteln. Seitdem hat sich einiges verändert.<br />
<strong>Die Blogosphäre</strong><br />
Der Franzosen politische Seele im Internet ist das Blog, so scheint es. Vor einem Jahr berichtete die Tageszeitung „Le Monde“ noch, dass die Zahl der Blogger rapide zugenommen hätte. Heute zählt die Blogsuchmaschine von Google deutlich mehr politische Weblogs. Am 2. April 2007 gab es rund 32.000 Einträge zum Stichwort „présidentielles“, einen Tag später waren es bereits 37.000. Das<br />
<a href="http://www.observatoire-presidentielle.fr/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politische Barometer</a> der Technischen Universität Compiègne bietet hierzu nicht nur die Statistiken, sondern auch eine graphische Aufbereitung. In Grafiken kann man sehen, wie sich die Blogger in der<br />
<a href="http://www.blogopole.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogopole</a> untereinander vernetzen. Trotz der vielfachen Verlinkungen der Blogs untereinander gibt es deutliche Cluster, in denen sich befreundete Blogs zusammenfinden. Die Darstellung bestärkt die Vermutung, dass das Blog ein Mittel der Statements und weniger des argumentativen Austauschs ist. Der vor einem Jahr diskutierte Ansatz, aus dem Internet nach dem Vorbild der politischen Versammlungen im alten Griechenland eine Art Agora der elektronischen Demokratie zu machen, ist während der vergangenen Monate auf der Strecke geblieben.<br />
<strong>Gegen-Kampagnen</strong><br />
Allerdings hat sich eine andere Art der demokratischen Kultur im Netz entwickelt. Hierzu gehören die Blogs der Spötter und<br />
<a href="http://www.sarkostique.over-blog.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-Campaigner</a>. Diesen wachsamen Augen entgeht nichts. Wer lügt, wird entlarvt. Dies trifft besonders auf den polarisierenden konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy zu. Seine Aussage, dass alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union eine Art Ministerium für nationale Identität und Ausländerfragen hätten und Frankreich deshalb auch eines bräuchte, wurde im Fernsehen demontiert und sogleich von den Gegnern Sarkozys<br />
<a href="http://sarkostique.over-blog.com/categorie-264276.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ins Netz gestellt</a>.<br />
Diese Episode zeigt, wie die Grenzen zwischen herkömmlichen Medien, politischen Akteuren sowie der interessierten Internetöffentlichkeit immer weiter verschwimmen. Auch die Analysten, die über die Politik und Internet schreiben, sind Teil des Prozesses. Die dadurch entstehenden Bezüge und Adaptionen – das zeigt gerade das politische Engagement der Franzosen – sind die besondere Stärke des Internets bei der Meinungsbildung.<br />
Das belegen auch jene privaten Blogs, die sich intensiv mit den Programmen der Kandidaten auseinandersetzen. So diskutiert ein besonders erfolgreiches Blog<br />
<a href="http://www.programme-presidentiel.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampfthemen</a> wie Wohnungsversorgung oder der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Auf Politik durch Unterhaltung hingegen setzt eine<br />
<a href="http://www.presidentielles.net/pimp/candidat/bayrou" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite</a> mit dem Motto „Pimp your candidate“.<br />
<strong>WebTV ist selbstverständlich</strong><br />
Dass die Parteien und Kandidaten das Internet nehmen und auch ihre Anhänger über das Internet mobilisieren, wird an ihren Webseiten deutlich. Das vor einem Jahr angekündigte WebTV ist zu einem geradezu selbstverständlichen Bestandteil der Seiten geworden. Der Übersichtlichkeit halber seien hier nur die Wahlkampfseiten der beiden verbliebenen Kandidaten erwähnt:<br />
<a href="http://www.desirsdavenir.org/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ségolène Royal</a> und<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/news/?lang=fr&amp;id=235" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicolas Sarkozy</a>. Die Sozialistin Ségolène Royal hat das so genannte „Ségoland“ auf ihrer Seite. Damit ist das Ergebnis einer Analyse der oben erwähnten Universität Compiègne gemeint, was zugleich die Verflechtung von Wahlkampf und Analyse im Netz verdeutlicht. Ihre Anhänger unter den jungen Franzosen haben hingegen in der Welt der Blogs die „<br />
<a href="http://www.segosphere.net/cs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ségosphère</a>“ ausgerufen und betreiben damit ihren Unterstützungskampf für Royal.<br />
Sicherheitshalber setzen alle Kandidaten in Frankreich dennoch auf die bewährten Methoden. Am beliebtesten bleibt das Buch. Wer in Frankreich gewählt werden will, muss vorher auf gebundenem Papier seine Ansichten und Zukunftsvisionen dargelegt haben. Damit zeigt sich, dass sich trotz bzw. gerade wegen der vielfachen neuen medialen Angebote nichts an der grundsätzlichen Schwierigkeit beim Erreichen der Bürger geändert hat.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Politblogger und sein Milieu</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/studien-zu-weblogs-und-sozialen-netzwerken/der-politblogger-und-sein-milieu-2506/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Blogger mit politischem Interesse sind männlich, gut gebildet und über 30 – kurz: alte Akademiker. Jan Schmidt hat sich die Spezies „Politblogger“ einmal näher angesehen und stellt die einschlägigen Ergebnisse der zweiten Umfragewelle von „Wie ich blogge?!“ vor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Blogger mit politischem Interesse sind männlich, gut gebildet und über 30 – kurz: alte Akademiker. Jan Schmidt hat sich die Spezies „Politblogger“ einmal näher angesehen und stellt die einschlägigen Ergebnisse der zweiten Umfragewelle von „Wie ich blogge?!“ vor.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Mit Weblogs verbinden sich, wie mit vielen neuen Medien, demokratietheoretische Hoffnungen, die vor allem auf den in der Blogosphäre vorherrschenden Leitbildern gründen: Persönliche Authentizität, Niederschwelligkeit, Dezentralität und Dialogorientierung verweisen darauf, dass weblogbasierte Kommunikation andere Strukturen und Mechanismen als die massenmedial hergestellte Öf­fentlichkeit aufweist, die lange als zentrale Sphäre politischer Diskurse und Deli­beration galt. Weil Sprecher- und Publikumsrollen sowie Information und Meinung weniger deutlich voneinander getrennt sind, können sich in der Blogosphäre neue Kanäle für den Informationsfluss herausbilden, genauso wie neue Foren für den Austausch zu politischen Themen und neue Mechanismen der Mobilisierung für bestimmte politische Ziele.</p>
<p>Die bislang umfassendsten empirischen Daten zur Nutzung von Weblogs im deutschsprachigen Raum liegen in der Studie „<br />
<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/wieichblogge2005/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie ich blogge?!</a>“ vor, eine Umfrage der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ aus dem Oktober vergangenen Jahres. Im Sommer 2006 wurden über 1400 Teilnehmern der ersten Welle ein zweites Mal befragt. Hier ging es nicht nur darum, wie sich die Nutzungsweisen im Laufe des vergangenen Dreivierteljahres verändert haben könnten: Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema „Weblogs und Politik“. Die Umfrage ist aus methodischen Gründen zwar nicht repräsentativ für die deutschsprachige Blogosphäre, aber dennoch sehr aufschlussreich (der vollständige Ergebnisbericht ist<br />
<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/560" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> verfügbar):
</p>
<ul>
<li>Die Mehrzahl der Blogger publiziert Anekdoten und Episoden aus dem Privatleben, Bilder und Fotos sowie kommentierte Links zu anderen Quellen im Internet. Etwa ein Drittel gibt an, (auch) über politische Themen zu bloggen. Bei der ersten Befragung – wenige Wochen nach der Bundestagswahl 2005 – lag der Anteil von „Politbloggern“ noch bei knapp unter 50 Prozent, was die besondere Mobilisierungsfähigkeit dieses nationalen politischen Ereignisses belegt. Unter den Politbloggern sind Männer und Personen mit höherer formaler Bildung (Abitur / Studium) deutlich überrepräsentiert, während Teenager unterrepräsentiert sind.
	</li>
<li>Jeweils mehr als 80 Prozent der „Politblogger“ geben an, Beiträge zu nationalen sowie zu weltpolitischen Themen zu veröffentlichen. Etwa die Hälfte befasst sich auch mit lokalpolitischen Themen, während weniger als die Hälfte über Wahlkämpfe oder einzelne Politiker bloggt. Etwa ein Fünftel nannte zusätzlich in einer offenen Frage spezifische Politikfelder als Themen ihrer politischen Beiträge, darunter beispielsweise „Rechtsextremismus“, „Bildung“, „Wirtschaft“, „Umwelt“, „Menschenrechte“ oder „Urheberrechte“.
	</li>
<li>Knapp ein Drittel aller Befragten gibt an, als Leser von anderen Blogs (auch) an politischen Themen interessiert zu sein. Dabei besteht ein hoher Zusammenhang mit dem Publizieren solcher Beiträge im eigenen Weblog: Etwa drei Viertel der Leser von politischen Blogs thematisieren Politik auch in einem eigenen Weblog. Daher ähnelt das soziodemographische Profil dieser Gruppe dem von Politbloggern: Tendenziell eher männlich, eher hohe formale Bildung, eher älter (über 30 Jahre).
	</li>
<li>Alle Befragten sollten schließlich angeben, welche Formen politischer Partizipation sie in den letzten zwei Jahren ausgeübt haben. Drei Partizipationsformen (Wählen gehen, im Gespräch die Meinung äußern sowie an Unterschriftenaktion beteiligen) wurden jeweils von mehr als der Hälfte der Befragten genannt. Wenn man das bevölkerungsrepräsentativen Daten (die dem<br />
	<a href="http://www.social-science-gesis.de/Dauerbeobachtung/Allbus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ALLBUS</a> entnommen wurden) vergleicht, fällt auf, dass das Ausmaß der politischen Partizipation unter den befragten Bloggern fast durchgängig höher ist als unter der gesamten deutschen Bevölkerung. Der Unterschied wird noch deutlicher, wenn man nur diejenigen Umfrageteilnehmer betrachtet, die über politische Themen bloggen bzw. politische Themen in Weblogs lesen.</li>
</ul>
<p>
Diese Ergebnisse zeigen zweierlei: Zum einen ist ein signifikanter Anteil der deutschsprachigen Blogger als Autoren wie als Leser an politischen Themen interessiert. Und zum anderen bilden sich offensichtlich in der Blogosphäre Öffentlichkeiten zu spezifischen Politikfeldern heraus. Die Befunde zum politischen Engagement machen jedoch deutlich, dass sich vor allem solche Personen in Weblogs politisch informieren und zu Wort melden, die auch anderweitig am politischen Prozess partizipieren. Hier deutet sich also eher eine Verstärkung bereits bestehender Ungleichheiten in der Beteiligung und dem Engagement an – Weblogs tragen eben nicht dazu bei, die Kluft zwischen politisch Interessierten und Desinteressierten zu schließen. Was die Studienergebnisse nicht beantwortet, ist etwa die Frage, inwieweit Politblogger an bestehende, massenmedial produzierte Öffentlichkeiten anschließen: etwa indem journalistisch aufbereitete Informationen aufgegriffen, diskutiert und weiter verbreitet werden. Ebenso unklar bleibt, ob sich neue Gegenöffentlichkeiten bilden, zum Beispiel indem Meinungen und Fakten präsentiert werden, die in den Massenmedien nicht thematisiert werden. Klar ist: Es sind weitere Analysen nötig, auch aufgrund der noch vergleichsweise geringen Verbreitung des Weblog-Formats. Dann gibt es vielleicht systematische Schlußfolgerungen zum politischen Einfluss von Weblogs in Deutschland, die über Momentaufnahmen hinausreichen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Netzpolitique für Netizen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/prasidentschaftswahlen-in-frankreich-2007/wahlkampffrankreich2007tgeelhaar_netizen_060407-shtml-2868/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique Strauss-Kahn]]></category>
		<category><![CDATA[Jack Lang]]></category>
		<category><![CDATA[Partick Allemand]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[
                            Seit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2004 sind die politischen Weblogs in Frankreich wie aus dem Nichts aufgetaucht und wurden innerhalb weniger Monate in der politischen Debatte omnipresent.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <br />Seit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2004 sind die politischen Weblogs in Frankreich wie aus dem Nichts aufgetaucht und wurden innerhalb weniger Monate in der politischen Debatte omnipresent.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Angesichts der anstehenden elf Monate Präsidentschaftswahlkampf und den sich anschließenden Wahlgängen bemühen sich die Politiker mit Millionen von Bloggern Schritt zu halten, die die französische Blogosphäre mittlerweile umfasst. Das politische Bloggen ist bei den Kommunalwahlen 2004 zum ersten Mal auf und hat sich daraufhin wie ein Lauffeuer ausgebreitet. Dominique Strauss-Kahn, Andre Santini, Alain Rousset, Jean-Francois Cope und Julien Dray waren die ersten, die sich seit Frühjahr 2004 ins Abenteuer Weblog gestürzt haben. Die wahren Pioniere sind aber diejenigen, die die Entscheidung getroffen haben, auch nach diesem Wahlkampf weiter zu bloggen.</p>
<p>
                              <strong>Wahlkampfpolitischer Gag oder ein neuer Kanal der politische Kommunikation</strong>
                            </p>
<p>Nach Meinung dieser Pioniere bringt das Bloggen etwas Neues und Frisches in die traditionelle politische Kommunikation und kann damit weit mehr sein als eine Spielerei, die bestenfalls als eine Hompage „light“, schlimmstenfalls als der letzte Schrei im Wahlkampfmarketing betrachtet wird. Alain Rousset, der zu den Bloggern der ersten Stunde in Frankreich zählt, spricht daher von einem „Abenteuer, dass weder künstlich noch unnütz ist: ich versuche in meinem Blog zwei oder drei kleinere Themen anzuschneiden, die mir aber wichtig erscheinen und schreibe darüber, nachdem ich genug Zeit hatte, darüber zu reflektieren.“</p>
<p>Eine ganze Heerschar von Politikerinnen und Politikern hat sich den Pionieren in kürzester Zeit angeschlossen, bekannte ebenso wie unkannte, vom Stadtrat bis zum ehemaligen Ministerpräsidenten. Alles in allem haben sich bis zum heutigen Tag mehr als 120 der französischen Abgeordneten dafür entschieden, in die Blogosphäre einzutauchen. Sie wollen ihre Gedanken zur Zukunft der Gemeinschaft – im lokalen wie im nationalen Maßstab – mitteilen oder einen Einblick in den Alltag eines Abgeordneten geben, auch auf die Gefahr hin manchmal etwas über das eigene Seelenleben preiszugeben.</p>
<p>Allerdings erfordern die so sehr an die Zeit gebundenen Blogs eine Disziplin und eine Hartnäckigkeit, die allein die besessensten und verbissensten Blogger aufzubringen vermögen. Welcher geradezu masochistischer Impuls treibt sie – und sie werden immer mehr – zum Bloggen an? Es ist der gleiche, der sie dazu gebracht hat, in den politischen Ring zu steigen: sich für etwas zu engagieren, Ideen zu verteidgen und Tag für Tag für deren Umsetzung zu kämpfen.</p>
<p>Nun muss man einräumen, dass das Werkzeug „Weblog“ richtig Spaß machen kann. Die einfache Bedienung erlaubt es, die technischen Grenzen und damit zugleich die herkömmlichen editorialen Vorgaben zu überwinden, die den traditionellen Webseiten zu eigen sind. Mehr noch, das Webblog bietet eine eine persönliche politische Tribüne, eine Möglichkeit zur direkten Kommunikation und last but not least ein maßgeschneidertes Mini-Medium.</p>
<p>
                              <strong>Eine persönliche politische Tribüne</strong>
                            </p>
<p>Für den ehemaligen Minister und Neublogger Jack Lang, der sich zur Wahl stellen wird, besteht die „Freiheit des Bloggens“ darin, sich ohne Umschweife auf seiner eigenen Plattform äußern zu können und seine Ideen vorzustellen, ohne dass sie irgendwie deformiert werden. „Frei. Hier bin ich frei. Mein Bildschirm verändert meine Worte nicht. (&#8230;) Ich bin wie andere auch so häufig den Gelegenheiten hinterhergelaufen, Stellung zu beziehen und meine Meinung kundzutun, bis schließlich, ich weiß es genau, eine Art exquisiter Kadaver aus meinen eigentlichen Anliegen wurde (&#8230;); kurzum, die Interpretation anderer war schließlich stärker als mein ursprüngliches Anliegen.“ Das technische Spielzeug Blog bietet demgegenüber eine politische Plattform, die speziell auf ihren Autor zugeschnitten ist, und ihm die Möglichkeit bietet, sich ohne technische Barrieren an sein Publikum zu wenden, und vor allem ohne das Prisma Medien.</p>
<p>In der Absetzung zu den Medien erlaubt die „Sprachblase der freien Meinungsäußerung“ den politischen Bloggern außerdem, ihre Reflexionen im Austausch mit den Lesern zu verfeinern. Dabei herrscht in den Kommentaren schon mal ein rauher Umgangston. Dominique Strauss-Kahn, der vor einigen Monaten mit dem Bloggen begonnen hat, freut sich über die Möglichkeit, „Ideen zu testen, um sie zu verfeinern und daraus dann Vorschläge für die Politik zu machen. (&#8230;) die politischen Kommentare in meinem Blog sind oft von sehr guter Qualität. Ich profitiere sehr davon.“</p>
<p>
                              <strong>Ein Kanal der direkten Kommunikation</strong>
                            </p>
<p>Die große Mehrheit der politischen Blogger, die allerdings im Schatten der Star-Blogger stehen, schätzt vor allem die besondere Art der Beziehung, die sie via Internet mit ihren Mitbürgern pflegen. Ein Blog wirkt oft wie ein Fenster zum Elfenbeinturm, in dem die politische Klasse residiert. So scheint es den Menschen jedenfalls oft, zu Recht oder auch zu Unrecht. Die Blogger hingegen teilen mit ihren Lesern die alltägliche politische Realität, indem sie Tag für Tag neue Beiträge ins Netz stellen, Kommentare ihrer Leser beantworten und die sich langsam entwickelnde Leserschaft animieren. Mit ihren Blogs knüpfen sie neue und erneuern alte Beziehungen zu ihren Wählern, die immer sehr fragil und manchmal auch abgerissen sind. Der virtuelle Austausch ist nicht weniger wert als der persönliche.</p>
<p>Für viele Blogger begrenzt sich das Abenteuer Blog nicht darauf, einen Blick auf das alltägliche Leben eines Abgeordneten zu gewähren. Es ist das Image der Politik, dass diese Blogger verbessern wollen, wie es kürzlich Partick Allemand, der die<br />
                            <a href="http://www.parti-socialiste.fr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parti Socialiste</a> im Conséil régional<br />
                            <a href="http://www.cr-paca.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Provence-Alpes-Côte d&#8217;Azur</a> (PACA) vertritt, zusammenfasste. „Vor kurzem schilderte ich in meinem Blog einen Arbeitstag im Stadtrat zum Tourismus in der Region. Die Beschreibung war ein wenig komplex und vielleicht für den ein oder anderen auch ermüdend. Aber paradoxerweise schrieb mir ein Surfer, dass er die Aufgabenbeschreibung sehr erfrischend fand, weil sie gezeigt hat, wie die tägliche Arbeits-Realität eines regionalen Abgeordneten aussehen kann. Das hat mich sehr erfreut, weil genau dies das Gesicht der Politik ist, das ich hoffe zeigen zu können.“</p>
<p>Neben der noblen Gesinnung sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ein Gutteil der Leser dieser Blogs außerdem die Wähler sein werden, die in Zukunft für einen Kandidaten stimmen, weil sie seinen Blog gelesen haben. Ein Kommentar im Blog von Alain Lambert bringt auf den Punkt, welche Chancen sich für bloggende Politiker ergeben und war für eine Herausforderung es für jene sein wird, die sich dem entziehen:„Wir schätzen Ihre Aufopferung und Ihre Tansparenz und sind Ihnen sehr dankbar. Die Blogs werden das Kräfteverhältnis zwischen Wählern und Gewählten verschieben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie hiervon profitieren werden.“</p>
<p>Momentan stammt diese sehr symbolische Honorierung aus den Urteilen, die sich den Kommtaren zu den Blogs entnehmen lassen. Demnächst könnte die Honorierung bereits durch das Urteil an der Urne erfolgen.</p>
<p>Die Skeptiker argumentieren, dass diese Sichtweise auf Politik sehr naiv ist. Sie erinnern daran, dass die Politiker nicht auf das Internet gewartet haben, um auf ihre Mitbürger zuzugehen. Weblogs stellen an sich keine demokratische Revolution dar &#8211; womit sie auch recht haben werden -, sondern nur eine technische Evolution. Heutzutage erlauben es jedoch heutezutage jedem, die Hindernisse zu überwinden, die einer Einlösung der Versprechen von E-Demokratie im Wege gestanden haben. Die Idee ist nicht neu, aber das Werkzeug ist es und der Blog gibt ihr endlich Gestalt.</p>
<p>Heißt das, die Wahlen werden sich bald im Internet abspielen? Davon scheint man noch weit entfernt zu sein. Aber sie werden sich bald nicht mehr nur außerhalb des Netzes abspielen. Da die Mehrheit der Franzosen einen Internetzugang besitzt und sich die Blogger in die traditionelle Politik einmischen, verliert die klassische Aufteilung online/offline ihren Sinn. Meinungen werden ausgetauscht, formen und ändern sich im ständigen Austausch, für den die Blogosphäre sorgt. Dies haben die Internetkampagne zum europäischen Referendum wie auch die Gegenkampagne gezeigt: Das Internet ist nicht länger ohne Stimme. Und die Politiker müssen sich bereits heute darum kümmern, dass auch ihre Stimme in Netz gehört wird.</p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Die Autoren, Stanislas Magniant und Jean-Phillippe Clement, sind seit dem Jahr 2000 Co-Desginer der Website der Netpolitique.net, die sich der politischen und gesellschaftliche Kommunikation widmet. Der Artikel erschien ürsprünglich am 4. Januar 06 unter<br />
                              <a href="http://www.netpolitique.net/php/ressources/le_net_en_campagne.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netpolitique.net</a> und wurde von Tim Geelhaar und Julia Bergmeister für politik-digital.de übersetzt.</strong>
                            </p>
<p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kommentierte Linkliste Netzpolitik in Frankreich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/kommentierte-linkliste-netzpolitik-in-frankreich-2779/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Die kommentierte Linkliste bietet Ihnen eine Übersicht von französichen Weblogs und Websites zum Thema Politik und Internet. Hinweise auf weitere Online-Angebote nehmen wir gerne per <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de">eMail</a> entgegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die kommentierte Linkliste bietet Ihnen eine Übersicht von französichen Weblogs und Websites zum Thema Politik und Internet. Hinweise auf weitere Online-Angebote nehmen wir gerne per <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de">eMail</a> entgegen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Weblogs</b>
</p>
<p>
<a href="http://politiqueonline.hautetfort.com/cyberpolitique_francaise/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>politiqueonline</b><br />
</a><br />
<br />
Weblog, das die französische Politik allgemein und die Netzpolitik im Speziellen untersucht.
</p>
<p>
<a href="http://blog.eun.org/insafe/2006/02/france_le_succes_des_blogs.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>blog.eun<br />
<br />
</b><br />
</a>Ein europäischer Blog, der aktuelle Meldungen aus der europäischen Blogosphäre liefert und sich auch mit mit der Entwicklung in Frankreich auseinandersetzt.
</p>
<p>
<a href="http://xmo.blogs.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>xmo</b><br />
</a><br />
<br />
&quot; La Place de la Démocratie’, nennt sich dieser Auftritt. Hier hat man sich das Thema eDemokratie auf die Fahnen geschrieben, dazu gehört unter anderem, bizarre Emails der rechtspopulistischen Front National aus dem Netz zu fischen und kommentiert zur Verfügung zu stellen.
</p>
<p>
<a href="http://www.politique20.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>politique2.0</b><br />
</a><br />
<br />
Hier findet man eine Dokumentation der Podiumsdiskussion vom Februar 2006, in der das Zusammenspiel von Web2.0 und Politik debattiert wurde.
</p>
<p>
<a href="http://lesblogs.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Les Blogs 2.0</b><br />
</a><br />
<br />
Noch ein Konferenzblog – diesmal von „Les Blogs 2.0“, die im Dezember in Paris stattfand, allerdings mit internationaler Ausrichtung. Trotzdem interessant.
</p>
<p>
<a href="http://vanb.typepad.com/versac/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Laurent Fabius</b><br />
<br />
</a>Laurent Fabius hat sich als erster Präsidentschaftskandidat einen eigenen Podcast eingerichtet.
</p>
<p>
<a href="http://www.loiclemeur.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Loïc le Meur</b><br />
</a><br />
<br />
Auch wenn es bei ihm nicht in erster Linie um Weblogs geht: Loïc le Meur ist der Blog-Papst der französischen Szene. Er weiß alles, er sieht alles, er findet alles, er kommentiert alles – was er für wichtig hält, ist wichtig.
</p>
<p>
<a href="http://versac.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Versac<br />
<br />
</b><br />
</a>Die Nominierten für den Preis „Humor und Politik 2006“ – hier findet man sie, die Phrasen der Kandidaten obendrein. Und die Frage: Wie witzig ist das alles überhaupt? Aber der politische Weblog von XXX beinhaltet auch detailgenaue Analysen der Präsidentschaftskandidatin Segolène Royal.
</p>
<p>
<a href="http://politique.hautetfort.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>politique.hautetfort</b><br />
</a><br />
<br />
Noch ein Weblog, der aufmerksam seinen Blick auf den französischen Vorwahlkampf wirft. Mit langen Hintergrundtexten über die Vorbereitung und Positionierung der Parteien. Ein Schwesterprodukt von<br />
<a href="http://www.france-politique.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.france-politique.fr</a>
</p>
<p>
<a href="http://webpolitique.blogspirit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>webpolitique</b><br />
</a><br />
<br />
Ein Blog nur über politisches Weblogging! Einzige Zielsetzung: Die Nutzung von Weblogs im politischen Gewerbe Frankreichs zu untersuchen. Das ehemals autarke Angebot ist seit Mitte Februar unter den schützenden Flügel von „Temps Reels“ gekrochen, einer Seite der Sozialistischen Partei. Aber die Objektivität, so die Beteuerung, bleibe gewahrt.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.pointblog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pointblog</a><br />
</b><br />
<br />
Das Magazin des bloggens
</p>
<p>
<b>Websites</b>
</p>
<p>
<a href="http://www.agoravox.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>AgoraVox</b><br />
</a><br />
<br />
Agoravox ist ein magazinig angelegter Weblog von und für Medien-Citoyennes. Über Aktuelles wie die neuesten Ausschweifungen von Nicolas Sarkozy wird berichtet, aber es gibt auch Themendossiers, etwa über die Karikaturen-Debatte.
</p>
<p>
<a href="http://www.election-presidentielle.fr/2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Election-presidentielle</b><br />
<br />
</a>Viele Infos, aktuelle Umfragen und regelmäßig eine Art Pressespiegel zum Thema Präsidentschaftswahl. Kein Wunder: Diese Website wird von dem Politikwissenschaftler Yves-Marie Canne (<br />
<a href="http://www.sciencepolitique.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.sciencepolitique.net</a>) betrieben, von dem auch die interessante Studie über die Poliblogeurs unter<br />
<a href="http://www.poliblog.fr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.poliblog.fr</a> stammt.
</p>
<p>
<b><br />
<a href="http://www.foruminternet.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">foruminternet<br />
<br />
</a><br />
</b>Zusammenschluss von Menschenrechtlern, die sich in Foren mit aktuellen politischen Themen auseinadersetzen.
</p>
<p>
<a href="http://www.netpolitique.net/php/esatire/esatire2.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>netpolitique</b><br />
<br />
</a>Umfangreiches Portal zu politischen Themen mit eigenem Blog , Interviews und satirischen Kommentaren.</p>
<p><b><br />
<a href="http://www.publius.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">publius</a><br />
</b><br />
<br />
Hier hat man eher Europa als nur Frankreich im Blick. Aber Analysen der italienischen Präsidentschaftswahlen könnten ja vielleicht auch für Frankreich aufschlussreich sein.</p>
<p><b><br />
<a href="http://www.scrutin.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">scrutin</a><br />
</b><br />
<br />
Eine Site mit angeblichem Beobachterstatus, gehört zum Auftritt von politique-digitale.fr. Leider etwas dürftig, aber einige Fundstücke gibt es dennoch zu entdecken.
</p>
<p>
<a href="http://2002.presidentielles.net/bot/"><br />
<b>Présibot</b><br />
</a><br />
<br />
„Présibot“ ist der französische Wahl-o-Mat! Ebenfalls noch auf dem Stand von 2002, aber allzu viel dürfte sich an den Positionen der Parteien zu Landwirtschaft, Arbeitslosigkeit und Bildung nicht geändert haben. Aber aufpassen: Manche Kandidaten treten 2007 nicht an!
</p>
<p>
<a href="http://www.presidentielles.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>presidentielles</b><br />
</a><br />
<br />
„Presidentielles.net revient!“ steht noch auf der Startseite – hoffentlich rechtzeitig ! Bis dahin kann man sich noch die alte Version von 2002 anschauen. Eine zynische, erheiternde aber dennoch informative Wahlschlacht war da im Gange. Unvergessen: das „PenBall“-Spiel mit Jean-Marie LePen als Zielscheibe.
</p>
<p>
<a href="http://www.utc.fr/rtgi/op2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>utc</b><br />
</a><br />
<br />
Gruppe Informationswissenschaftler der Université de Technologie Compiègne hat die Website „Observatoire Présidentielle 2007“ lanciert, eine Art französische Version von Kandidatenwatch – mit einigen Unterschieden. So gibt es etwa die Möglichkeit, sich das „mediale Rauschen“ jedes Kandidaten im Monatsverlauf grafisch darstellen zu lassen. Zum Auftritt gehört auch eine aufschlussreiche Kartographie der politischen Blogosphäre, aufgehängt an den Weblogs der verschiedenen Parteien.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wahlkampf mit anderen Mitteln</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/prasidentschaftswahlen-in-frankreich-2007/wahlkampffrankreich2007tgeelhaar_hintergr_060407-shtml-3074/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[UMP]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Loïc le Meur]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[PS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Ségolène Royal]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Wenn die Politik im Internet auftritt, dann meistens nur in Form von Nachrichten über Politik oder so genannten eGovernment-Angeboten seitens der Politik an die Bürger. Mit der Bundestagswahl 2005 bot sich die Gelegenheit, auch in Deutschland das Internet als demokratisches Kommunikationsmedium zu verwenden. Allerdings offenbarte sich im deutschen Wahlkampf auch eine gewisse Ambivalenz: Internetangebote wie Ich-gehe-nicht-hin.de konnten den partizipatorischen Ansatz verwirklichen. Bei den meisten Wahlblogs hingegen kam es nicht zu einem demokratischen Diskurs. Genau dies will aber Nicolas Sarkozy, einer der heißesten Anwärter auf das französische Präsidentenamt. Im Internet will der umstrittene Innenminister das junge Frankreich erreichen und seine Politik dort verteidigen. Eine breit angelegte Kampagne hat Sarkozy angekündigt, als er als erster hochrangiger Politiker des Landes für ein Podcast-Interview dem bekannten Blogger Loïc Le Meur<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/files/sarkozypodcast.m4v" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede und Antwort</a> stand. Angeblich plant die Partei Sarkozys, die UMP, für die Präsidentschaftswahl ein webTV, das über Handys zu empfangen sein soll, wie das „Forum e-democratie“ Anfang Januar<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=551" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>. Doch ist das, was Sarkozy und die UMP ankündigen, wirklich ein Meinungsaustausch oder lediglich die Fortführung des Wahlkampfes mit anderen Mitteln?</p>
<p>Nun besticht das Internet als eine Plattform des politisch-medialen Guerillakampfes gegen alle Bestrebungen, Meinungen dominieren zu wollen. Allein die Vielfalt des professionellen Journalismus im Internet hat zugenommen. Kritische, kommunikative Menschen machen ihrerseits Gebrauch von den Chancen, die das Netz bietet, und hinterfragen die etablierten Medien und die Politik. Wenn Frankreich jetzt schon mobil macht, dann hängt das maßgeblich mit der Person Sarkozys zusammen. Nicht wenige Webseiten karikieren den Konservativen und auch dezidiert anti-Sarko-Seiten kämpfen gegen den Politiker (<br />
                            <a href="http://sarkostique.over-blog.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sarkostique.over-blog.com</a>,<br />
                            <a href="http://www.mjscentre.free.fr/serendipity/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mjscentre.free.fr</a>). Diese Seiten kommen nicht nur von den Jungen Sozialisten, sondern auch von Parteiunabhängigen. Gerade letztere tragen dazu bei, dass der demokratische Diskurs im Netz stattfindet. Wenn Sarkozy davon spricht, dass er sich wünscht, die Seite der UMP werde eine Plattform, wo die Gesellschaft ihre Debatten führe, dann stellt sich die Frage, ob eine solche Zentralisierung selbst im zentralistischen Frankreich möglich sein wird. Denn die Debatten werden an verschiedenen Stellen geführt und es ist zu vermuten, dass sie sich immer weiter von den Parteien entfernen. Dass solche Annahmen nicht aus der Luft gegriffen sind, belegen<br />
                            <a href="http://abstention2007.over-blog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogosphäre</a> und unabhängige Webseites wie<br />
                            <br />
                            <a href="http://presidentiables.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentiables.org</a>. Letztere bieten Informationen zu früheren Wahlen, den möglichen Kandidaten, das komplizierte Prozedere, aber auch die Möglichkeit, für den eigenen Kandidaten zu votieren oder aber sogar Informationen dazu, wie man einen eigenen Kandidaten bewerben kann. (<br />
                            <a href="http://francepolitique.free.fr/presidentielle2007.htm%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">francepolitique.free.fr</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielles-2007.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielles-2007.org</a>) Es gibt sogar eine französische Variante des<br />
                            <a href="http://www.phrasinator.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phrasinators</a> unter<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net/generateur-de-langue-de-bois.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>. Dass dieser Générateur aus der politischen Kaderschmiede Frankreichs, der<br />
                            <a href="http://www.ena.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecole Normale d&#8217;Administration</a> stammt macht das Ganze umso interessanter.</p>
<p>
                              <strong>Frankreich im Bloggerfieber</strong>
                            </p>
<p>Die Tageszeitung „Le Monde“<br />
                            <a href="http://www.lemonde.fr/web/recherche_breve/1,13-0,37-928947,0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a> am 4. Januar, dass bereits jeder zehnte Franzose über einen eigenes Weblog verfüge. Besonders in den letzten Monaten hat die Zahl der Blogger rapide zugenommen Jüngstes Kind dieser Entwicklung ist die neue Zeitschrift „Netizen“ (www.netizen.fr), die von Journalisten und Bloggern gegründet worden ist, um auch bei denen, die mit der Blogosphäre noch nicht vertraut sind, und ihnen so den Einstieg zu erleichtern. Die Gründung der Zeitschrift hängt direkt mit den Präsidentschaftswahlen 2007 zusammen. Wie ernst die Parteien das Medium Blog nehmen, wird an dem Bloggerstar Loïc Le Meur deutlich, der am 31. Januar in seinem Blog vermerkte, dass die UMP seinen Namen ihrer<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/2006/01/lump_a_achet_mo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenseite</a> hinzugefügt hat, um bei Google an erster Stelle zu erscheinen. Loïc fragt weiter, ob nun der Googlekrieg um ihn ausbrechen werde? Der Eintrag erhielt noch am selben Tag 38 Kommentare. Sogar die Statistiker haben Blogs als Medium entdeckt, um den „Medienlärm“ zu messen, den ausgewählte Politiker verursachen. Das Projekt des Technischen Universität Compiègne bietet ein Barometer an, das zählt, wie oft bestimmte Politiker in Internetmeldungen, Blogeinträgen und Newsgroup-Beiträgen erwähnt werden und das Ergebnis<br />
                            <a href="http://www.utc.fr/rtgi/op2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">graphisch darstellt</a>. Wie die eigenständige Vernetzung ohne parteipolitische Mediation erfolgt, macht der aktive Blog von<br />
                            <a href="http://blog.netpolitique.net/index.php/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netpolitique.net</a> deutlich, der seinen Besuchern das Barometer der TU Compiègne sofort weiterempfohlen hat.</p>
<p>Es spricht wohl für das politische Gespür Sarkozys, dass er als erster Politiker ein eigenes Weblog hatte. Seine Konkurrenten mussten nachziehen, so z. B. der Ministerpräsident Dominique de Villepin, der ebenfalls Interesse am Präsidentenamt angekündigt hat. Noch auf sich warten lässt Sarkozys schärfste Widersacherin, Ségolène Royal von der Parti Socialiste (PS). Dafür gibt es aber bereits einige Blogs, die sie zum Teil wie einen Popstar verehren. Das wiederum passt ins Bild. Ségolène Royal ist keine Unbekannte in der französischen Politik. Als Umwelt-, später Schul- und Familienministerin unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Lionel Jospin hatte sie bereits für Furore gesorgt und sich immer wieder gekonnt medial in Szene gesetzt. Selbst in Deutschland informierten vor kurzem die<br />
                            <a href="http://www.sueddeutsche.de/sz/2006-01-27/seitedrei/artikel/HMG-2006-01-27-003-JQlfm4dZcmQGoXsetGLyIg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche</a> und die<br />
                            <a href="http://www.europolitan.de/cms/?aid=1187&amp;tid=0&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europolitan</a> mit größeren Porträts über die beliebte Sozialistin. Leider müssen beide Artikel für eine vollständige Einsicht bezahlt werden.) Die Frau mit der eisernen Sanftmut, wie die Süddeutsche schreibt, steht zwar bei den Franzosen (vgl. die Umfragen des<br />
                            <a href="http://www.csa-fr.com/dataset/data2006/opi20060118e.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinungsforschungsinstitut CSA</a> und besonders im Internet hoch im Kurs. Doch der eigenen Partei ist die eigensinnige Politikerin ungeheuer, wenn nicht gar gefährlich, weil sich außer ihr Lionel Jospin, Laurent Fabius und der eigene Lebensgefährte, auch derChef der PS, François Hollande sich Hoffnungen auf das höchste Staatsamt machen, für die PS zu kandidieren.</p>
<p>
                              <strong>Das „Pronetariat“</strong>
                            </p>
<p>Obwohl der Wahlkampf noch nicht eröffnet ist und viele Partei längst noch nicht medial mit der UMP im Internet mithalten können, lässt sich bereits jetzt erkennen, dass die anstehende Wahl viele Debatten im Netz provozieren wird. Wird es aber zu dem vielbeschworenen politischen Internetdiskurs kommen und wird er einen anderen Einfluss auf die Wahl haben als die Massenmedien?</p>
<p>Ginge es nach Joël de Rosnay, Docteur dès Sciences und Spiritus Rector der Website<br />
                            <a href="http://www.pronetariat.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pronetariat.com</a>, dann können und werden sich die Internetnutzer mittels der Medien der Massen den Massenmedien entgegenstellen und selbständig Öffentlichkeit herstellen, statt sie noch länger nur zu konsumieren. De Rosnay hat seinem Blog den Aufruf vorangestellt: „Eine neue Demokratie ist im Werden begriffen, erfunden dank der neuen Technologien bzw. der Medien der Massen (Internet, Blogs, SMS, chats&#8230;) durch die Bürger der Welt. Nun aber verstehen weder die traditionellen Medien noch die Politiker wirklich, was auf dem Spiel steht“. Die neuen Akteure werden seiner Meinung nach die „Pro-Net-arier“ sein, jene also, die im Netz aktiv sind. De Rosnay will hier bewusst einen Bezug zum berühmten Proletariat herstellen. Seine Vorstellungen gehen weiter als die der meisten Seiten (vgl.<br />
                            <a href="http://www.sciencepolitique.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sciencepolitique.net</a> oder<br />
                            <a href="http://www.refairelafrance.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">refairelafrance.org</a>), aber sie zeigen an, was möglich ist, wenn Blogbegeisterung und der Wunsch nach Kommunikation mit politischen Intentionen verbunden wird. Fraglich ist allerdings, ob die politische Partizipation per Internet schon während der nächsten anderthalb Jahre so weit zunehmen wird. Noch sind es einzelne wie der Bürgermeister von Issy les Moulineaux, oder der Abgeordnete André Santini, die sich für die eDemokratie im Sinne einer neuen Demokratie<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=541" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einsetzen</a>. Dies kann sich aber ändern, vor allem wenn so polarisierende Politiker wie Nicolas Sarkozy versuchen, im Internet auf die Meinungsbildung Einfluss zu nehmen.</p>
<p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Eine direktere Form von politischem Aktivismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog-Boom]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlsystem]]></category>
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		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Schönberger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Dr. Klaus Schönberger koordiniert das Forschungskolleg „Kulturwissenschaftliche Technikforschung“ am Hamburger Institut für Volkskunde. Ein Gespräch über Minitel, Marie Antoinette und die Meinungsbildung der Massen in Frankreich.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Dr. Klaus Schönberger koordiniert das Forschungskolleg „Kulturwissenschaftliche Technikforschung“ am Hamburger Institut für Volkskunde. Ein Gespräch über Minitel, Marie Antoinette und die Meinungsbildung der Massen in Frankreich.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> In Frankreich gibt es zur Zeit geschätzte 3,5 Millionen Weblogs, in Deutschland gerade einmal 350.000 – woran liegt das?
</p>
<p>
<b>Klaus Schönberger:</b> In Frankreich hatten die modernen technischen Möglichkeiten schon immer mehr Bedeutung, es gab schon viel früher eine elektronische Kultur. Dank Minitel gab es schon in den Achtzigern eine größere Selbstverständlichkeit, mit internet-ähnlichen Strukturen umzugehen. Argumente, die auf die starke Tradition der Rhetorik in Frankreich verweisen, überzeugen mich nur bedingt. Grundsätzlich gilt: Es gibt eine ganze Reihe an Faktoren, die dieses Phänomen erklären könnten, nicht einen einzigen.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Woher kommt diese Technikaffinität?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Mitterand hatte bereits in den Achtzigern deklariert: „Il faut être absolument moderne“ – in Anlehnung an den Avantgardismus Rimbauds im 19. Jahrhundert. Das zeigte schon unter Mitterand den Unterschied zwischen Deutschland und Frankreich. Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass die Entwicklung von Technik ein wichtiges gesellschaftliches Projekt ist. Es gab in diesen Jahren in der politischen Klasse und in der Gesellschaft weniger Distanz zur Technik als in Deutschland. Das mag in Frankreich auch zu jener Selbstverständlichkeit bei der Nutzung von Weblogs beitragen.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Und warum hat Technik in den beiden Ländern eine so unterschiedliche Bedeutung?
</p>
<p>
<b>Klaus Schönberger:</b> Frankreich ist zentralistisch organisiert, politische Eliten haben einen anderen Einfluss. In Deutschland ist das humanistische Bildungskapital auch immer anti-technisch gewesen, in Frankreich nicht. Die technisch ausgerichteten Eliten in Frankreich hatten nicht so viele Probleme, als gleichberechtigter – oder sagen wir: anerkannter – Akteur in der Gesamtgesellschaft akzeptiert zu werden. In Deutschland hingegen blieb das klassisch humanistische Bildungskapital im Sinne einer „Leitkultur“ lange Zeit hegemonial.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Die Franzosen sind bekannt für ihre leidenschaftlichen Streiks und Demonstrationen. Gehört der Weblog-Boom zur gleichen politischen Diskussionskultur?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Als Citoyen hat man eben das Selbstbewusstsein, seine Stimme zu erheben und sich in Szene zu setzen. Es brennt da ja auch öfter einmal etwas – und hierbei machen auch sogenannte anständige Bürger mit. In Deutschland fragt man sich eher noch: Darf man sich der Macht der Straße beugen? Welche Legitimität hat diese Form politischer Artikulation? Diese Frage stellen sich in Frankreich offensichtlich weniger Bürger als in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Wieso spielt politische Partizipation in Frankreich eine derartige Rolle?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Im französischen Wahlsystem zählt die einzelne Stimme, anders als bei einer Verhältniswahl wie in Deutschland. In Frankreich wähle ich tatsächlich eine Person. Insofern könnte es aus Sicht der Stimmbürger tatsächlich mehr Sinn machen, ihre Stimme zu erheben.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Woher kommt das?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Politisches Engagement hat historisch bedingt einen wichtigen Stellenwert, es gibt eine lange politische Tradition, selbst zu handeln. So wurden auch Marie Antoinette und Ludwig XVI. einen Kopf kürzer gemacht. Aber es ist Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses der französischen Nation – und man ist stolz darauf, es gibt vielleicht eine direktere Form von politischem Aktivismus. Allerdings möchte ich betonen, dass wir derzeit keine gesicherte Grundlage dafür haben, dass der französische Citoyen tatsächlich politischer handelt, als sein Pendant in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Ist die Rolle, die Weblogs 2005 in Frankreich beim Referendum über die EU-Verfassung gespielt haben, Teil dieses politischen Aktivismus?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Es heißt in den Medien wie auch in der Blogger-Szene häufig, Weblogs hätten das Referendum zu Fall gebracht. Meiner Meinung nach war es andersherum: Ein großer Teil der Franzosen war auf Krawall gebürstet und die Weblogs stellten in diesem Moment das passende Medium dar, sich zu artikulieren. Es ist eine Technik, die jeden ermächtigt, seine Stimme zu erheben. Ich denke nicht, dass Weblogs oder E-Mail-Listen so etwas bewirken können. Es ist immer umgekehrt: Die Situation, in der diese Technik genutzt werden kann, ist ausschlaggebend, nicht die Technik selbst.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Beeinflusst die Logik von Weblogs politische Partizipation?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Es gibt noch nicht ausreichend empirisches Material, das die Beziehung von Technik und Handeln beschreibt. Aber klar, die globalisierungskritischen Bewegungen wären gar nicht denkbar ohne diese partizipativen Strukturen. Nur: Vielleicht haben sich die Akteure auch einfach diese Technik gesucht. Für zwei Gruppen kann die gleiche Software unterschiedliche Auswirkungen haben – das ist kontextabhängig. Bestimmte Formen politischer Artikulation sind nun mal internet-affiner, andere sind internet-ferner. Alles, was mit Öffentlichkeitsarbeit, Aktivismus oder dem Ziel zusammenhängt, ideologische Einheiten zu stiften, bedarf kleinteiliger Abstimmungen, das ist übers Netz nur schwer möglich.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Das klingt, als gehörten auch Politiker in die Kategorie internet-fern.</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Im Prinzip sind Weblogs für bundesdeutsche Parlamentarier vollkommen unattraktiv. Die Logik, nach der Parteien und Fraktionen hierzulande funktionieren und organisiert sind, und die Subjektivität und Geschwindigkeit des Medienformats Weblog sind nicht wirklich kompatibel. Andererseits: In Frankreich führen prominente Politiker wie Dominique Strauss-Kahn und Alain Juppé ein eigenes Weblog und das nicht ohne Grund: Sie brauchen die Direktstimme der Bürger. Für zahlreiche deutsche Politiker ist die Erststimme unerheblich. Die wissen, wenn ich unter den ersten 15 auf der Landesliste bin, komme ich auf jeden Fall ins Parlament.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Ist das Netz für die politische Willensbildung also wichtiger in Frankreich – dort hat sich ja schon der Begriff „Politique2.0“ etabliert?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Klar, allein wegen der Masse. Aber ich würde sagen: Ball flach halten. Die Geschichte der Medien zeigt doch, dass man erst einmal abwarten muss. Aber Weblogs werden bald nicht mehr Weblogs sein, man muss dieses Phänomen differenzierter betrachten, genauso wie es in der Zeitungslandschaft Schülerzeitungen, Tageszeitungen und Lokalblätter gibt. Es ist schon jetzt nicht einfach, alle Blogs über einen Kamm zu scheren, man muss nur einmal das BildBlog und Indymedia nebeneinander stellen.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> E-Partizipation funktioniert im deutschsprachigen Raum vor allem über Spielerisches wie den Wahl-o-Mat oder Bundesdance – ist das spezifisch deutsch?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Nach den gängigen Vorurteilen hätte man es eher andersherum erwartet. Die behauptete Ernsthaftigkeit der Deutschen steht diesem Verspielten doch eher entgegen. Und dass Wikipedia in Deutschland in größerem Umfang genutzt und weitergeschrieben wird als in Frankreich, ist eigentlich auch ein Gegenargument: Offensichtlich ist die Beteiligung an einer Kodifizierung von Wissen in Deutschland gegenwärtig attraktiver als in Frankreich. Das ließe sich aber auch als Folge von Zentralismus respektive Föderalismus interpretieren: Im Zentralstaat Frankreich ist die enzyklopädische Legitimität möglicherweise zentralisierter als in Deutschland.
</p>
<p>
<b>Anne Haeming:</b> Mehr Wikipedianer hier, mehr Weblogger dort – ist das nicht absurd?</p>
<p><b>Klaus Schönberger:</b> Das muss man erst einmal so stehen lassen. In Frankreich sind offensichtlich relevante politische Akteure im Netz. Aber ich gehe davon aus, dass es sich in Deutschland über kurz oder lang ähnlich entwickeln wird, wenn es entsprechende Themen gibt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.kultur.uni-hamburg.de/volkskunde/Personal/schoenberger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<b>Klaus Schönberger</b><br />
</a><br />
<b>ist Wissenschaftlicher Koordinator des Forschungskollegs<br />
<a href="http://www.kultur.uni-hamburg.de/technikforschung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturwissenschaftliche Technikforschung</a> (<br />
<a href="http://technikforschung.twoday.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblog</a>) am<br />
<a href="http://www.kultur.uni-hamburg.de/volkskunde" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für Volkskunde</a> der Universität Hamburg und Mitherausgeber von<br />
<a href="http://www.kommunikation-gesellschaft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommunikation@gesellschaft</a>. Darüber hinaus war er mehrfach Gutachter für das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, u.a. zum Thema „<br />
<a href="/studie/tabsummary/schoenbergersummary_lang051011.shtml">Neue Handlungs- und Kommunikationsmuster bei NGOs und in den neuen transnationalen sozialen Bewegungen</a>“.<br />
<br />
</b>
</p>
<p class="fett">
&nbsp;</p>
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		<title>Wenn die Blase platzt &#8211; Politique 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussionskultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
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		<category><![CDATA[Loïc le Meur]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Lambert]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[(10. April 2006) In Frankreich tut sich was. Denn was in Deutschland seit einigen Monaten an Fahrt gewinnt, ist im Nachbarland längst Teil der allgemeinen web-basierten Diskussionskultur: Jeder schreibt für jeden. Leser werden zu Autoren, Konsumenten werden zu Produzenten
                            .]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(10. April 2006) In Frankreich tut sich was. Denn was in Deutschland seit einigen Monaten an Fahrt gewinnt, ist im Nachbarland längst Teil der allgemeinen web-basierten Diskussionskultur: Jeder schreibt für jeden. Leser werden zu Autoren, Konsumenten werden zu Produzenten<br />
                            <strong>.</strong></p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">&#8220;Ich habe leider gerade zu viel zu tun, sonst würde ich selbst kurz schildern, was ich von der gestrigen Diskussion halte. Aber hier sind ein paar Links&#8230;&#8221; Der viel beschäftigte Mann ist Blogger und Politiker. Alain Lambert war unter Finanzminister Nicolas Sarkozy zuständig für den Staatshaushalt, jetzt sitzt er als Senator im Département Orne und bloggt um der politischen Meinungsbildung willen. Der Diskussionsabend, auf den Lambert in seinem Weblog verweist, drehte sich um sein Lieblingsthema: &#8220;Blogs und Politik &#8211; verträgt sich das überhaupt?&#8221; Das war die zentrale Frage, die auf jener Konferenz in Paris Ende Januar debattiert wurde, Lambert saß als Experte auf dem Podium. Die Organisatoren wollten wissen, ob die<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzelbewegung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grassroot-Bewegung</a>, die seit einem guten Jahr auch die breite Masse der Internetnutzer erfasst, Auswirkungen auf die Politik hat. Sie haben kurzerhand die einschlägige französische Szene zusammengetrommelt und der Versammlung einen vielsagenden Titel verpasst: Politique 2.0.</p>
<p class="normal">Der Zeitpunkt, das Thema, der Titel und vor allem der Ort der Veranstaltung sind programmatisch: In Frankreich tut sich was. Denn was in Deutschland seit einigen Monaten an Fahrt gewinnt, ist im Nachbarland längst Teil der allgemeinen web-basierten Diskussionskultur: Jeder schreibt für jeden. Leser werden zu Autoren, Konsumenten werden zu Produzenten. Der &#8221;<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prosumer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prosument</a>&#8220;, das ist das Lebewesen der sogenannten<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web 2.0</a>-Bewegung.</p>
<p class="normal">Diese Spezies auf Blogger zu reduzieren, greift zwar zu kurz, aber die Logik des Bloggens ist durchaus signifikant für die französischen Art der ePartizipation. Politische Meinungsbildung von unten und dabei stets strikt diskursiv &#8211; das ist die Grundhaltung der &#8220;Netizens&#8221;. Oder wie es Benoit Dausse, einer der Initiatoren von &#8220;Politique 2.0&#8221;, ausdrückt: &#8220;Ein Weblog ist in erster Linie ein Hobby, kann aber auch schnell zu einer Lobby werden.&#8221; Zugegeben: Das Vertrauen in die Relevanz der eigenen Meinung gehört zur Natur der Blogger. Doch können sie tatsächlich die Art und Weise verändern, wie Politik gedacht und gemacht wird?</p>
<p class="normal">Die partizipativen Strukturen in Frankreich sind mittlerweile so stark etabliert, dass sie durchaus das nötige Gewicht hätten, das Selbstverständnis von Politik nachhaltig zu beeinflussen. Das zeigen allein die Zahlen: Im November existierten geschätzte 3,5 Millionen Weblogs in Frankreich &#8211; zum Vergleich: in Deutschland sollen es gerade einmal rund 350.000 sein. Die Zahlen sind von Hugo E. Martin, er begleitete schon die Anfänge der Computerzeitschrift CHIP 1978 und arbeitet mittlerweile als Unternehmensberater im Bereich Medien und Internet. &#8220;Diese Statistik ist aber nur ein &#8216;best guess'&#8221;, warnt er gleich. &#8220;Es ist ein Näherungswert, eine allgemeinverbindliche Zählung zum Thema &#8216;Anzahl von Blogs in XY&#8217; wird es wohl nie geben.&#8221; Er habe sich die Zahlen über Internetrecherchen, Experten und Insider und vor allem Redaktionen von Fachzeitschriften zusammengepuzzelt, erzählt Martin. Er hält es für relativ sicher, dass es in Frankreich dreimal so viele Weblogs gibt wie hier.</p>
<p class="normal">Natürlich sind nicht alle dreieinhalb Millionen Weblogs politisch motiviert, aber die Politik-Diskurse sind relativ stark vertreten. Klaus Schönberger vom Institut für Volkskunde an der Hamburger Universität<br />
                            <a href="2007ahaeming_int_schoen060407.shtml">stützt sich</a> auf die &#8220;politische Tradition&#8221; als Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses der Franzosen: &#8220;Als Citoyen hat man eben das Selbstbewusstsein, seine Stimme zu erheben und sich in Szene zu setzen.&#8221; Denn im französischen Wahlsystem zähle schließlich jede einzelne Stimme tatsächlich &#8211; &#8220;anders als bei einer Verhältniswahl wie in Deutschland.&#8221; Schönberger koordiniert das Forschungskolleg für kulturwissenschaftliche Technikforschung in Hamburg und beschäftigt sich seit längerem mit kulturellen Vergleichen dieser Art. Er warnt aber auch vor voreiligen Schlüssen, eine empirische Basis gebe es noch nicht. Er ist überzeugt, dass die deutsche Blogosphäre einen ähnlichen Boom erleben wird, sobald es die entsprechenden Themen gibt.</p>
<p class="normal">Und die entsprechenden Personen. Personen wie Loïc le Meur. Er ist einer der Väter der Szene, Vizepräsident bei Six Apart, einer der führenden französischen Weblog-Firmen, und auf allen Konferenzen zum Thema vertreten, so scheint es. Sogar der neue Innenminister<br />
                            <a href="http://sarkozyblog.free.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicolas Sarkozy</a> schrieb schon in seinem Blog. Dass die französische Blogosphäre so stark sei, meint Marcel Reichart, Geschäftsführer der Abteilung Marketing und Kommunikation bei Hubert Burda Media, liege zwar auch an der ausgeprägten Kultur öffentlichen Meinungsaustausches in Frankreich. Aber eben in erster Linie an &#8220;Loïc&#8221;: &#8220;He makes the difference! Er ist in der Pariser Szene sehr präsent. Und Frankreich ist nun mal traditionell auf Paris konzentriert. Das hat Auswirkungen.&#8221; Reichart und le Meur waren im Dezember auf einer anderen Konferenz in Paris, der Titel ebenso deutlich: &#8221;<br />
                            <a href="http://lesblogs.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Les Blogs 2.0</a>&#8220;.</p>
<p class="normal">Ob Deutschland solche Figuren braucht &#8211; und auch annehmen würde? Das Besondere an der französischen Web 2.0-Bewegung ist ihr Hang zum Diskurs und daher konsequenterweise zu Personen, die den Ton angeben. Denn während im deutschsprachigen Raum verspielte Angebote wie etwa der<br />
                            <a href="http://www.wahl-o-mat.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahl-o-Mat</a>,<br />
                            <a href="http://www.kandidatenwatch.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kandidatenwatch.de</a> oder<br />
                            <a href="http://www.ich-gehe-nicht-hin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ich-gehe-nicht-hin.de</a> relativ stark vertreten sind, gibt es in Frankreich in allererster Linie zwei Kategorien von politischer ePartizipation: politisch ausgerichtete Weblogs sowie Angebote, die sich mit politischer Meinungsbildung im Internet befassen &#8211; beides extrem textlastig.</p>
<p class="normal">Welche Zukunft die Verbindung aus Weblogging und politischer Meinungsbildung hat, bleibt erst einmal abzuwarten. Das implizieren auch die Daten, die der Pariser Politikwissenschaftler Yves-Marie Canne von der Universität Sorbonne in seiner aktuellen Studie vorgestellt hat. Forschungsobjekt: der &#8221;<br />
                            <a href="http://www.sciencepolitique.net/blogs_politiques.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Poliblogueur</a>&#8220;, der politische Blogger in Frankreich. Bis Ende Januar 2006 lief Cannes Umfrage unter knapp 400 Teilnehmern. Auch wenn diese Erhebungen nicht als repräsentativ gelten können, sind einige Ergebnisse durchaus interessant: 43 Prozent der &#8220;Poliblogueurs&#8221; sind Mitglied einer politischen Bewegung. Gegen allzuviel Euphorie spricht, dass fast zwei Drittel (72%) qualititativ hochwertige politische Blogs für Mangelware halten. Nichts desto trotz scheinen die meisten ähnlich wie der UMP-Politiker Alain Lambert an das politische Potenzial dieses Mediengenres zu glauben: Denn 78 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Weblogs die Kontakte zwischen den Wählern und den Gewählten verstärken können.</p>
<p class="normal">Egal ob in Form von Weblogs wie dem von<br />
                            <a href="http://www.correntewire.com/blog/lambert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senator Lambert</a> oder anderen Arten von Internetpartizipation, Tatsache ist: Politisches Engagement bei französischen Netizens ist stark verbreitet. Angebote wie<br />
                            <a href="http://www.agoravox.fr" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agoravox.fr</a>,<br />
                            <a href="http://www.netpolitique.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netpolitique.net</a>,<br />
                            <a href="http://www.publicsenat.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publicsenat.fr</a> oder<br />
                            <a href="http://www.citoyenne-tv.net/citoyennetv.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Citoyenne-TV.net</a> sprechen für sich.</p>
<p class="normal">Als Auftakt zu Politique 2.0 zeigten die Macher einen alten Film mit Robert Redford, über den US-Wahlkampf. Auf dem Filmplakat zu &#8220;The Candidate&#8221; steht Redford mit verschränkten Armen da, bis auf seinen kessen Blick ist sein Gesicht verdeckt von einer Kaugummibubble. Die Blase, so scheint es, ist kurz vorm Platzen.</p>
<p class="normal">
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		<title>Politiker-Blogs: Wenig Medienkompetenz spürbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die virtuelle Welt der Blogger ist im Wahlkampf besonders lebendig. Politiker schreiben Online-Tagebücher über Parteiveranstaltungen und persönliche Erlebnisse, Partei-Mitglieder kämpfen durch die Verbreitung ihrer Ansichten für ihre(n) Bundestagsfavoriten. Eine Agentur hat nun
eine erste Untersuchung von Politiker-Weblogs durchgeführt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die virtuelle Welt der Blogger ist im Wahlkampf besonders lebendig. Politiker schreiben Online-Tagebücher über Parteiveranstaltungen und persönliche Erlebnisse, Partei-Mitglieder kämpfen durch die Verbreitung ihrer Ansichten für ihre(n) Bundestagsfavoriten. Eine Agentur hat nun<br />
eine erste Untersuchung von Politiker-Weblogs durchgeführt.<!--break--></p>
<p>
<b><br />
</b>
</p>
<p>
Die Sozialdemokraten bloggen quantitativ am stärksten, gefolgt von den Liberalen auf Bundes- und Landesebene. Die Union, die Grünen und die Linkspartei haben dagegen lediglich zusammengenommen ein Drittel der Politiker-Weblogs im Netz installiert. Das ist das Ergebnis der Studie der Berliner Agentur AUSSCHNITT Medienbeobachtung. Sechs Wochen lang hat sie Weblogs deutscher Politiker unter die Lupe genommen und inhaltsanalytisch ausgewertet.
</p>
<p>
Kann man bei Politiker-Weblogs von einem Trend sprechen? Birgit M. Grigoriou, Leiterin der Abteilung Unternehmenskommunikation bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung: „Als PR- Beraterin und Unternehmenskommunikationsfachfrau würde ich sagen, Weblogs sind ein neuer Kommunikationskanal an dem man als Wahlkämpfer nicht vorbei kommt, den man nicht außer Acht lassen kann.“ Ob sich Weblogs als Wahlkampfinstrument bewähren und durchsetzen werden, könne man bis dato jedoch noch nicht sicher sagen, erklärt sie. Dazu seien langfristigere Beobachtungen notwendig.
</p>
<p>
Die bisherige Untersuchung hat jedoch schon beachtliche Vergleichszahlen hervorgebracht: Der quantitative Vorreiter in Sachen Weblogs ist die SPD, die beim Bloggen am aktivsten ist und verglichen mit CDU/ CSU, FDP und Linkspartei auch Pioneer, was die Aktualität ihrer Seiten betrifft. Das Verhältnis ist hier 13:3:1 &#8211; dreizehn Beiträge werden täglich im Durchschnitt von Sozialdemokraten gepostet, auf drei bringt es die FDP. Alle anderen Parteien stellen durchschnittlich einen Beitrag am Tag online.
</p>
<p>
Die Inhaltsanalyse hat zudem ergeben, dass sachpolitische Themen und Positionen sowie parteibezogene Auseinandersetzungen beim Politbloggen eine große Rolle spielen. Persönliche Stellungnahmen sind eher selten zu finden. Nur ein knappes Drittel der Einträge in den insgesamt 49 untersuchten Weblogs widmen sich persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen. Die Darstellung sachpolitischer Zusammenhänge (38%) und parteipolitische Auseinandersetzungen (35%) überwiegen.
</p>
<p>
Die dabei am häufigsten angeschnittenen Themen sind laut Studie die Programme und Personen der jeweils anderen Parteien sowie Finanz-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. In 40 Prozent der Fälle werden Positionen aus parteipolitischer Sicht argumentativ dargestellt. Haben viele Politiker die persönliche Komponente von Weblogs &#8211; und somit den Sinn der neuen Kommunikationsform &#8211; nicht erfasst? „Es gibt Gesetze für das Medium „Weblog“ &#8211; Dos und Don&#8217;ts. Authentizität ist das A und O, das Gesetz Nummer 1. Es muss ein persönliches Portal sein, nicht ausschließlich ein weiterer Veröffentlichungskanal für politische Programme.“ Authentizität bedeutet hier persönlich und im Prinzip auch selbst geschrieben.</p>
<p>Der regelmäßige Kontakt zur Blogsphäre kostet Zeit &#8211; im Wahlkampf sicher eine knappe Ressource. Prinzipiell ist das Weblog laut Studie jedoch wahlkampftauglich, da es die nötigen Faktoren aufweist: Personalisierung, Authentizität, Aktualität und Interaktion.
</p>
<p>
Soweit zum theoretischen Wahlkampf-Potenzial des für viele noch neuen Internetformats. Ob das Weblog als Wahlkampfinstrument tatsächlich erfolgreich ist, kommt für Grigoriou jedoch maßgeblich auf die Inhalte und die mit dem Weblog verfolgten Ziele des Betreibers an. Man müsse sich fragen, welche Inhalte in ein solches Instrumentarium passen: „Weblogs sind keine Partei-Homepage, sie sollen die persönliche Sicht auf die Dinge zeigen, wie der Blogger selbst sie hat. Wichtig ist, dass aktuell und intensiv gebloggt wird.“ Die meisten Politiker tun sich jedoch schwer damit, einen persönlichen Zugang zum jeweiligen Thema zu entwickeln, wird in der Untersuchung festgestellt: „Nur ein knappes Drittel aller Beiträge hat persönliche Erfahrungen und Erlebnisse als Aufhänger.“
</p>
<p>
Bei allen Parteien gibt es jedoch Politiker, die Spaß an der personalisierten, authentischen Kommunikationsform des Weblogs gefunden zu haben scheinen. Vor allem junge, bereits „Internet-affine“ Menschen nehmen dieses Angebot rege an und beteiligen sich am „Weblog-Wahlkampf“ durch Diskussionsbeiträge. Weblogs könnten somit für Volksvertreter tatsächlich zu einem interaktiven Austauschkanal werden, um zu erfahren, wo den Menschen der Schuh drückt. Eine Kombination von modernem und traditionellem „Mundfunk“ wäre sicher belebend für die politischen Diskussionskultur und ein Mittel gegen Politikverdrossenheit. Einzige Voraussetzung: Die Beachtung der Weblog-Gesetze, damit Bloggen nicht gleichbedeutend wird mit der Veröffentlichung von Wahlprogrogrammen.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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		<title>Blogs im Dienst politischer Kommunikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[AUSSCHNITT Medienbeobachtung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Weblogs und Wikis versus Info-Stände und Interviews? Der Einsatz neuer Medien für den Wahlkampf trägt zum einen der veränderten Mediennutzung in der Bevölkerung Rechnung und demonstriert zum anderen Modernität der Partei. Acht Thesen zum Erfolg von Weblogs bei deutschen Wahlen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Weblogs und Wikis versus Info-Stände und Interviews? Der Einsatz neuer Medien für den Wahlkampf trägt zum einen der veränderten Mediennutzung in der Bevölkerung Rechnung und demonstriert zum anderen Modernität der Partei. Acht Thesen zum Erfolg von Weblogs bei deutschen Wahlen. <!--break-->
</p>
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<p>
Online-Medien werden immer wichtiger in der Mediennutzung. Besonders Jüngere suchen sich ihre Informationen gezielt im Netz. Aber auch die Internet-Nutzung der Gesamt-Bevölkerung wächst weiter, so die aktuelle Online Studie von ARD und ZDF. Die Nutzung von Weblogs ist allerdings noch nicht im Alltag angekommen – erst eine geringe Anzahl der Internet-Nutzer liest sie regelmäßig und noch weniger User beteiligen sich über Kommentare an den Diskussionen (<br />
<a href="http://www.baces.uni-bamberg.de/Texte/Discussion%20Pap%209.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vgl. Abold 2005</a>) : Ist der Wahlkampf in Deutschland bereits reif für bloggende Politiker? Maren Heltsche, Mitarbeiterin in der Abteilung Medien-Analyse bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung, ist Projektverantwortliche für die Weblog-Analyse „Bloggen für die Bundestagswahl“ und stellt im Rahmen ihrer Bestandsaufnahme zum Einsatz von Weblogs in den Parteien folgende Thesen auf.
</p>
<p>
<b>Weblogs haben als Kommunikationsform im Wahlkampf Potenzial</b>
</p>
<ol>
<li>Weblogs spielen dem modernen Wahlkampf in die Hände. Personalisierung, Authentizität, Aktualität und Interaktion sind die Faktoren, die diese Kommunikationsform besonders kennzeichnen. Diese Faktoren gelten zugleich als Träger für einen erfolgreichen Wahlkampf. In ihren eigenen Weblogs können Parteien und Politiker ortsunabhängig, ungefiltert und ohne Zeitverzug ihre Standpunkte veröffentlichen.
	</li>
<li>Die Entwicklung von Politikerblogs steht in Deutschland noch am Anfang. Im anglo-amerikanischen Raum erzielen Weblogs an sich, aber speziell auch Politikerblogs eine höhere Aufmerksamkeit und werden zielgerichteter eingesetzt, z.B. zu Fundraising-Zwecken und zur Freiwilligen-Rekrutierung. Innerhalb der deutschen Politikerblogs zeichnen sich unterschiedliche Typologien ab, z.B.: einfache Online-Tagebücher (Dokumentation eigener Erlebnisse), Negative Campaigning-Blogs (Watchblogs, die Positionen und Auftritte des Gegners unter die Lupe nehmen), Fundraising-Blogs (Sammlung von Spenden), Visions-Blogs (Skizzierung eigener Zukunftsvorstellungen), Kolumnen-Blogs (unterhaltsame Kommentare, zum Teil mit journalistischem Anspruch).
	</li>
<li>Der diesjährige Bundestagswahlkampf ist noch zu früh für den Durchbruch der Politikerweblogs als Wahlkampfinstrument, da die Nutzung von Blogs unter den Deutschen noch nicht breit etabliert ist. Viele Blogs bekommen kein Feedback in Form von Kommentaren. Zukünftig wird die Bedeutung von Weblogs zur Ansprache spezifischer Zielgruppen wachsen. Wichtige Zielgruppen sind neben vornehmlich jungen Wählern auch Journalisten als Multiplikatoren.
<p>	<b>Der politische Dialog über Weblogs ist noch nicht sehr ausgeprägt</b>
	</li>
<li>Politiker tun sich teilweise schwer, einen guten Blogstil zu finden. Ein interessanter Stil ist schwierig und eine Gratwanderung. So wirkt die bloße Nacherzählung persönlicher Erlebnisse und das unpersönliche Verargumentieren der Standpunkte der eigenen Partei oft langweilig. Andererseits kann eine vermeintliche Authentizität beim Leser oft unfreiwillige Komik hervorrufen. Hilfreich, gerade für „Anfänger“, sind zentrale Guidelines zu Stil und Inhalt.
	</li>
<li>Die Verlinkungen in den einzelnen Politiker-Blogs und Hinweise auf die Weblogs sind bisher nicht sehr stark. Es entsteht kein dichtes Diskussionsnetzwerk unter den bloggenden Politikern und anderen Plattformen, auf denen sich politisch Interessierte tummeln. Die Besucherfrequenz liegt wahrscheinlich oft unter den Erwartungen. An der geringen Anzahl der Kommentare lässt sich zudem ein mangelndes Interesse der Leser an Interaktion ablesen. Insgesamt scheint die Anbindung an hoch frequentierte Plattformen, wie z.B. Focus Online, besser für die Öffentlichkeitswirksamkeit und erfolgreiche Partizipation zu sein.
<p>
	<b>Weblogs sind Chance und Risiko für die gesteuerte Parteienkommunikation</b>
	</p>
</li>
<li>Der Aufbau von Weblogs kann zentral begleitet werden, um dezentral zu kommunizieren. Über Dach-Plattformen, z.B. wahl.de (parteiübergreifend) oder roteblogs.de (SPD), wird ein einheitliches Gestaltungsraster für interessierte Parteiblogger zur Verfügung gestellt. Dabei werden einzelne Abgeordnete und Parteimitglieder zum Bloggen animiert, Schwellenängste abgebaut und nach außen ein visuell einheitlicher Auftritt im Sinne eines Corporate Designs ermöglicht. Parteien haben hier auch Briefingmöglichkeiten und können inhaltliche Vorgaben und Tipps an die Blogger in ihren eigenen Reihen richten.
	</li>
<li>Das eigene Weblog bietet einzelnen Politikern eine Chance zur Positionierung der eigenen Person und eigener Standpunkte. Über den Anschluss an eine parteigebundene oder auch parteiübergreifende Plattform ist der Einzelne sofort in ein Netzwerk eingebunden, kann entstehende Synergieeffekte nutzen und unter anderem mit einer besseren Erreichbarkeit seines Blogs rechnen.
	</li>
<li>Durch die Vielzahl an Plattformen und damit an persönlichen Meinungen und Standpunkten wird es für die Parteiführung problematisch, eine einheitliche Parteilinie zu wahren und einzelne Standpunkte zu überprüfen. Weblogs sind eine gute öffentliche Plattform für kritische Stimmen innerhalb der Partei. Die Kommentare bieten zudem eine Kritikmöglichkeit für den politischen Gegner. Für die Redaktionen bzw. Einzelblogger ist es eine Richtungsentscheidung, bestimmte Kommentare zuzulassen oder nicht.</li>
</ol>
<p>
Wie geht man mit kritischen Kommentaren um? Begreift man sein Weblog als Forum für den offenen Dialog, muss man auch missbilligenden Kommentaren Raum geben und seine Sichtweise entgegenhalten? Das kostet Zeit, bringt auch Nutzen im Sinne von Interaktion und Glaubwürdigkeit. Das Löschen von unliebsamen Kommentaren ist ein „NoGo“, wird in der Blogosphäre erkannt und abgestraft. Daran sollten sich auch Polit-Blogger halten.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
AUSSCHNITT Medienbeobachtung untersuchte den Einsatz von Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005. Zentrale Fragestellungen dabei waren:
</p>
<ul>
<li>Welche Parteien nutzen die Kommunikation über Weblogs in welcher Stärke?</li>
<li>Mit welchen Themen sind Parteien in Blogs präsent?</li>
<li>Welche Blogs sind am erfolgreichsten und warum?</li>
</ul>
<p>
Untersucht wurden Beiträge und Kommentare aus Weblogs, die von einem Politiker oder einer Gruppe von Politikern geführt werden, die der Landes- oder Bundesebene einer der folgenden Parteien angehören: SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Grüne, FDP, PDS/WASG.<br />
<br />
Untersuchungszeitraum: 01.07.05 – 18.09.05 (alle Weblogs, die bis zum 11.09. gestartet sind). Codiert wurden 2.860 Beiträge.
</p>
<p>
Die gesamte Studie kann bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung unter 0 30/20 39 87-5 72 (Ansprechpartnerin: Birgit M. Grigoriou, Leitung Unternehmenskommunikation) angefordert werden.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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