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	<title>Präsident &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Präsident &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Ronald Reagan in Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 12:12:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Ronald Reagan]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute startete die CDU-Bundesgeschäftsstelle eine <a href="http://www.facebook.com/ronaldreaganinberlin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unterstützergruppe</a> im Online-Netzwerk Facebook. Anlässlich von Reagans 100. Geburtstag hatten sich mehrere Unionspolitiker für eine öffentlich sichtbare Würdigung des früheren US-Präsidenten in der deutschen Hauptstadt eingesetzt. Darunter Berlins CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel und der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute startete die CDU-Bundesgeschäftsstelle eine <a href="http://www.facebook.com/ronaldreaganinberlin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unterstützergruppe</a> im Online-Netzwerk Facebook. Anlässlich von Reagans 100. Geburtstag hatten sich mehrere Unionspolitiker für eine öffentlich sichtbare Würdigung des früheren US-Präsidenten in der deutschen Hauptstadt eingesetzt. Darunter Berlins CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel und der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Initiative liegt aktuell noch bei den für Straßennamen zuständigen einzelnen Bezirksämtern. Sie sind durch den rot-roten Senat dazu aufgefordert worden, geeignete Plätze oder Straßen vorzuschlagen, die zukünftig den Namen des 40. Präsidenten der Vereinigten Staaten tragen könnten. So lange wollen die Bundes-CDU und ihr im Vorwahlkampf befindlicher Berliner Landesverband offenbar nicht warten. Die CDU verleiht ihrer Forderung seit dem heutigen Freitag auch auf Facebook Ausdruck.</p>
<p align="center"><img fetchpriority="high" decoding="async" title="Ronald Reagan auf Facebook" src="/wp-content/uploads/110304_reagan-facebook.png" alt="Ronald Reagan auf Facebook" width="480" height="484" /></p>
<p>Der im Jahr 2004 verstorbene Republikaner Reagan ist bereits seit 1992 Ehrenbürger der wiedervereinigten Stadt, nachdem er bei seinem Besuch im Westteil Berlins im Jahr 1987 den damaligen Kreml-Chef Michail Gorbatschow zum Öffnen der Mauer aufgefordert hatte. Ein Wunsch, der gut zwei Jahre später Wirklichkeit werden sollte. Die heute gestartete Initiative &#8220;Ronald Reagan in Berlin&#8221; konkurriert allerdings mit einer Gruppe, die auf Facebook bereits einen &#8220;Ronald-Reagan-Platz&#8221; in Berlin fordert. Desweiteren haben anonyme Aktivisten im analogen Berlin vor etwas mehr als zwei Wochen die Initiative ergriffen und den Rosa-Luxemburg-Platz im Zentrum der Stadt auf eigene Faust spontan <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/braucht-berlin-einen-zentralen-platz-fuer-reagan/3814146.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umgewidmet</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Barack Obama ist ein Hoffnungsträger für die ganze Welt&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/barack-obama-ist-ein-hoffnungstraeger-fuer-die-ganze-welt-4133/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 17:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Weißes Haus]]></category>
		<category><![CDATA[David Crawford]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag, 07. November 2008, war David Crawford, Deutschland-Korrespondent des &#34;Wall Street Journal&#34;, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der gebürtige US-Amerikaner sprach mit den Chat-Gästen über die Wahl Barack Obamas zum zukünftigen Präsidenten der USA, die Potentiale einer neuen Regierung, sowie die möglichen Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, 07. November 2008, war David Crawford, Deutschland-Korrespondent des &quot;Wall Street Journal&quot;, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der gebürtige US-Amerikaner sprach mit den Chat-Gästen über die Wahl Barack Obamas zum zukünftigen Präsidenten der USA, die Potentiale einer neuen Regierung, sowie die möglichen Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen.<br />
<!--break--> </p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Herzlich willkommen im tagesschau-Chat. In dieser Woche haben die<br />
Wähler in den USA Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal wird ein<br />
Afro-Amerikaner ins Weiße Haus einziehen &#8211; im Januar löst<br />
Hoffnungsträger Barack Obama den unbeliebten George W. Bush ab. Hier<br />
im ARD-Hauptstadtstudio begrüße ich jetzt David Crawford, er ist<br />
Deutschland-Korrespondent des Wall Street Journal. Vielen Dank, Herr<br />
Crawford, dass sie zum tagesschau-Chat gekommen sind. Sind Sie bereit<br />
für die erste Frage?
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>:<b> </b>Ja.
</p>
<p>
<b>Redo</b>: Wie haben Sie die Wahlnacht erlebt?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Auf zwei Wahlparties &#8211; erst bei<br />
Bekannten von mir (eine Journalistin die ich hier in Berlin kenne) &#8211;<br />
und dann bin ich so gegen 1 Uhr früh zu der Veranstaltung,<br />
organisiert durch die US-Botschaft. Und da war ich bis kurz vor 3<br />
Uhr, bin dann nach Hause und habe dann von zu Hause aus beobachtet,<br />
bis ich wusste, wie die Wahl ausgegangen ist und versuchte ein paar<br />
Stunden Schlaf zu bekommen, weil Mittwoch auch ein Arbeitstag war.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie haben hoffentlich die Wahlsendung<br />
der ARD geguckt?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Zum Teil. Man schaltet von Sender<br />
zu Sender. Ich finde es gibt ein bisschen zu viel Talk und zu wenig<br />
Information über die genaue Situation, Auszählungssituation etc.<br />
bei den deutschen Sendern. Aber auf der anderen Seite muss man die<br />
Pausen überbrücken. Als Amerika-Kenner hätte ich eine andere<br />
Auswahl von Gästen gehabt. Es gibt eine Handvoll Leute, die immer<br />
wieder vorkommen. Man hätte andere Personen suchen können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Der Wille der Deutschen ist nun auch<br />
umgesetzt. Laut Umfragen hätten rund 80 Prozent Barack Obama ihre<br />
Stimme gegeben, wenn sie denn gedurft hätten. Wie wirkt die Obamania<br />
auf Sie?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich finde die Obamamanie ist<br />
wichtig, weil es Obama nicht nur ein Mandat in den USA durch seine<br />
Wahl gibt. Sondern es bedeutet, dass seine Unterstützer auch im<br />
Ausland von ihren eigenen Regierungen berücksichtigt werden. Obama<br />
hat auch Unterstützer in Deutschland und das hat auch einen Einfluss<br />
auf die Politik hier in Deutschland. Eine Bundespolitik muss das dann<br />
auch berücksichtigen &#8211; auch wenn sie in ihrer eigenen Politik<br />
natürlich eigene Interessen verfolgen.
</p>
<p>
<b>Lemann</b>: Obama hat ja bereits stärkeres<br />
Engagement der Nato in Afghanistan eingefordert &#8211; was wird das<br />
konkret für Deutschland bedeuten? Mehr Truppen? Mehr Kampfeinsätze?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Solche Entscheidungen werden<br />
grundsätzlich in Deutschland getroffen. Welche Politik Obama in<br />
Afghanistan bringen wird, das wissen wir noch nicht. Er hat auch noch<br />
keinen Zugang zu allen Informationen über Afghanistan und er wird<br />
erst einmal entscheiden müssen, wo es hingeht. Er hat erst einmal<br />
gesagt, dass er glaubt, dass Afghanistan wichtiger wäre für die<br />
amerikanischen Interessen als Irak zum Beispiel. Er könnte sich auch<br />
vorstellen, Truppen aus dem Irak abzuziehen und in Afghanistan<br />
einzusetzen. Aber ob er von Deutschland Truppen im Süden von<br />
Afghanistan verlangt oder ob er amerikanische Truppen im Irak behält<br />
oder, oder, oder&#8230; Das sind alles Fragen, die Obama selbst derzeit<br />
noch nicht beantworten kann. Bisher hat er nicht alle Informationen<br />
gehabt. Die amerikanische Regierung hat bisher viele Entscheidungen<br />
anhand von Geheiminformationen getroffen. Wenn er die tatsächliche<br />
Lage sieht, vielleicht entscheidet er dann ganz anders.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Aus Russland kam ein<br />
Glückwunsch-Telegramm der besonderen Art, dazu auch eine der am<br />
häufigsten gestellten Fragen aus dem Chatroom: Wie wird sich Obama<br />
hinsichtlich der Georgienkrise und den geplanten<br />
Raketenschildsystemen in der Nähe Russlands verhalten?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Erstmal wird er nicht direkt auf<br />
die Rede von dem russischen Präsidenten reagieren. Er ist noch nicht<br />
der amtierende amerikanische Präsident. Er hat aber gesagt, dass er<br />
sich vorstellen kann, mit allen Leuten zu reden. Auch mit Personen,<br />
wo es Meinungsverschiedenheiten gibt. Möglicherweise wird er<br />
versuchen, eine eigene Beziehung zu dem russischen Präsidenten<br />
aufzubauen. Aber die eine Rede des russischen Präsidenten wird nicht<br />
die amerikanische Politik ändern. Wir müssen über die Zeit sehen,<br />
wie es sich weiter entwickelt. Im Übrigen kann man sagen, dass Obama<br />
nach Aussage des gewählten Vize-Präsidenten Joe Biden<br />
möglicherweise von seinen ausländischen politischen Konkurrenten in<br />
den ersten Monaten seiner Amtszeit geprüft wird. Es kann sein, dass<br />
wir die ersten Vorzeichen zu einer Prüfung jetzt schon gesehen<br />
haben.
</p>
<p>
<b>obi</b>: Wird die Obamamanie nicht nach hinten los<br />
gehen, wenn die Leute merken, dass die ersten Probleme nicht so<br />
einfach lösbar sind und Obama nicht der Messias ist, als der er<br />
manchmal dargestellt wird?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Sicherlich. Bisher hatte die<br />
Obamamania davon gelebt, dass seine Politik noch nicht definiert ist.<br />
Er ist jetzt neu und viele können ihre eigenen Träume in seine<br />
zukünftige Politik versetzen. Natürlich muss er diese jetzt selber<br />
über eine Vielzahl von Feldern seiner Politik festlegen. Und da gibt<br />
es unterschiedliche Meinungen und es wird auch Enttäuschungen geben.<br />
Wir wissen z.B. noch nicht im Detail, wie er zu Umweltfragen steht,<br />
wie er in der Militärpolitik und in anderen Feldern direkt<br />
entscheiden wird. Es wird emotional belegte Fragen geben und er wird<br />
die einen glücklich machen und die anderen enttäuschen. Das wird<br />
sehr interessant zu sehen, wie lange diese Mania anhält. Das ist<br />
sehr teuflisch. In den hundert Tagen &#8211; das entspricht etwa 3 Monaten<br />
&#8211; wo es politische Flitterwochen gibt &#8211; vielleicht dauert es bei ihm<br />
länger, vielleicht weniger, das wissen wir noch nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Dazu auch die nächste Frage:
</p>
<p>
<b>gast0782</b>: Fürchten Sie, dass unter Umständen<br />
durch den Hype um Barack Obama seine Fähigkeiten und vor allem<br />
Möglichkeiten zur Bewältigung der vielen Probleme in den USA<br />
überschätzt werden?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Überschätzung könnte kommen<br />
von Leuten, die weniger Verständnis dafür haben, wie eine<br />
amerikanische Politik zusammengesetzt wird und welchen Zwängen ein<br />
amerikanischer Präsident unterliegt. Die Entscheidungsträger einer<br />
Bundesregierung z.B. haben seit Jahrzehnten mit amerikanischen<br />
Präsidenten zu tun und sie kennen diese Zwänge. Und sie wissen, was<br />
ein amerikanischer Präsident entscheiden kann und was nicht. Andere<br />
Kenner, die beruflich mit internationaler Politik zu tun haben,<br />
werden nicht sehr überrascht. Aber viele seiner Anhänger werden<br />
erst einmal möglicherweise erkennen müssen, dass ein amerikanischer<br />
Präsident nicht einfach reinkommen und alles ändern kann. Amerika<br />
ist ein sehr sehr großes Schiff &#8211; wenn man diese Metapher benutzt &#8211;<br />
und kann nur sehr langsam gelenkt werden.
</p>
<p>
<b>Ihr Benutzername</b>: Barack Obama hat nicht nur in<br />
den USA, sondern weltweit viele Hoffnungen geweckt. Inwiefern glauben<br />
Sie, dass der Faktor Hoffnung sich als ein Zugpferd für einen<br />
tatsächlichen &quot;change&quot; erweisen könnte?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, dass Barack Obama sehr<br />
viel ändern wird. Alleine wenn man betrachtet, wie viel sein<br />
Vorgänger George W. Bush geändert hat, dann wissen wir, dass es<br />
möglich ist, viel zu ändern. Wenn er in seiner Politik auf<br />
traditionelle Aktivitäten zurück lenkt, wie bisherige Präsidenten<br />
vor George W. Bush, wird dann dieses international sehr gern gesehen<br />
. Er hat gesagt, dass er z.B. die Gefängnisse auf Guantanamo<br />
schließen will. Er hatte auch viele Entscheidungen von Präsident<br />
Bush kritisiert und gesagt, dass er Änderungen machen wird, dass er<br />
auch international mehr mit seinen internationalen Partnern<br />
konsultieren wird. Ich denke, in dieser Richtung kann er etwas<br />
bewirken. Das sind auch Änderungen von Bedeutung. Man hat gesehen:<br />
In wenigen Monaten nach dem 11. September, als eine ganze Welt<br />
praktisch Seite an Seite mit den USA gestanden hat, hat die<br />
US-Regierung sich in eine Quasi-Isolation, die Koalition der<br />
Willigen, bewegt. Ich denke, dass ein Präsident Obama für Amerika<br />
eine viel viel größere Koalition sucht. Das müssen wir abwarten.
</p>
<p>
<b>Arno Nym</b>: Ist nicht bei Obama die Gefahr gegeben,<br />
dass er bei einem erneuten Terroranschlag in den USA gleich doppelt<br />
so hart wie jeder Republikaner reagieren müsste, um zu zeigen, dass<br />
er eine starke Führungspersönlichkeit ist?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich möchte nicht spekulieren,<br />
wir müssen sehen, wie er als Präsident agiert. Man hat aber im<br />
Wahlkampf gesehen, dass er nicht jemand ist, der doll draufhaut, wenn<br />
er unter Druck gesetzt wird. In den Debatten ist er relativ stark<br />
unter Druck gesetzt worden, hat aber gelassen darauf reagiert. Das<br />
ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem großen Anschlag, aber<br />
ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er im Übermaß reagieren<br />
würde.
</p>
<p>
<b>Daniel Rückenschiedt</b>: Wie hoch ist die Gefahr<br />
einzuschätzen, dass ein Attentat auf Barack Obama ausgeübt wird?<br />
Und von welcher Seite ist damit zu rechnen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, es gibt immer Leute,<br />
die Hilfe brauchen, die sich möglicherweise mit Gewalt profilieren<br />
wollen, aber die Fähigkeiten des Personenschutzes haben sich sehr<br />
stark in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Ich denke, dass er gut<br />
geschützt ist.
</p>
<p>
<b>dude</b>: Mit ihrem Brief eines Christen aus Obamas<br />
Amerika 2012 hat die christliche Rechte ja noch einmal mit letzter<br />
Kraft und allen Mitteln versucht, Obama zu stoppen &#8211; ohne Erfolg. Wie<br />
denken Sie wird das Verhältnis Obamas zur christlichen Rechten<br />
während seiner Amtszeit aussehen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, man kann nicht eine<br />
Politik machen, die allen Leuten recht ist. Es gibt Christen, die<br />
z.B. Obamas Politik ablehnen, weil er sich nicht eindeutig gegen<br />
Abtreibung positioniert. In anderen Fragen aber würden sie ihn<br />
möglicherweise unterstützen. Obama sagte, er will ein Präsident<br />
für alle Amerikaner sein. Wir müssen sehen, wie gut er das schafft.
</p>
<p>
<b>Cakelady</b>: Obama ist der erste Afro-Amerikaner,<br />
der ins Weiße Haus gewählt wurde. Doch noch immer herrschen<br />
Rassismus und Feindseligkeit gegenüber den Schwarzen und<br />
Afro-Amerikanern in einigen großen Teilen der Vereinigten Staaten.<br />
Obama wird immer wieder gerne als zweiter John F. Kennedy bezeichnet,<br />
hat er doch eine gewisse Intelligenz und Rückhalt eines Großteils<br />
der Bevölkerung. Halten Sie es für möglich, dass ihn auch ein<br />
ähnliches Attentat treffen könnte oder er Ziel eines<br />
Terroranschlages werden könnte, gerade wegen seiner Hautfarbe und<br />
Beliebtheit?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Das ist im Grunde die gleiche<br />
Frage wie vorhin. Es gab schon vor wenigen Tagen ein angebliches<br />
Komplott, das vereitelt worden ist. Ich denke, es wird immer solche<br />
Komplotte geben. Er muss damit leben und ich denke, es gibt<br />
Möglichkeiten ihn zu schützen und er wird meiner Ansicht nach<br />
ausreichend geschützt. Aber er muss sich zwischen Volksnähe und<br />
absoluter Sicherheit bewegen. Einen hundertprozentigen Schutz wird es<br />
niemals geben können. Ich möchte nicht, dass er sich in einem<br />
absolut sicheren Raum aufhält und keinen Zugang zu seinem Wahlvolk<br />
bekommt.
</p>
<p>
<b>dagobert</b>: Obama kommt aus einfachen<br />
Verhältnissen, welche Lobby hat er, auf die er sich beim Hinarbeiten<br />
auf einen Wandel stützen kann?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, er hat sehr viele ganz<br />
normale Leute, natürlich haben die afro-amerikanischen Wähler<br />
großes Vertrauen in ihn. Sicherlich, wenn man das Thema<br />
Wirtschaftskrise betrachtet, die große breite Masse, die<br />
amerikanischen Wähler trauten ihm eher zu als seinem Konkurrenten,<br />
die Anliegen der Normalbürger in seiner Politik zu berücksichtigen,<br />
z.B. dass einfachen Familien geholfen würde. Wenn man eine Situation<br />
hat wie heute, wo viele tausende Familien Angst haben, ihr Zuhause zu<br />
verlieren durch die Hypothekenkrise, dann wird die amerikanische<br />
Bevölkerung von dem neuen Präsidenten verlangen, dass diesen Leuten<br />
geholfen wird. Er wird auch gemessen daran, wie viel Schutz er den<br />
Leuten bieten kann, die ihn gewählt haben.
</p>
<p>
<b>gast33</b>: Wird Obama eine protektionistische<br />
Wirtschaftspolitik durchführen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Er will nicht als schwach gelten.<br />
Und Protektionismus ist ein Feld, wo es viele Interessen in den USA<br />
gibt. Vor allem in Wirtschaftszweigen wie Textilbranchen oder anderen<br />
gefährdete Branchen, die durch ausländische Konkurrenz gefährdet<br />
sind. Auf der anderen Seite: Die amerikanische Politik ist<br />
international und er hat internationale Partner. Es gibt andere<br />
Branchen in den USA, die davon leben, am internationalen Handel<br />
teilzunehmen. Ich denke, er wird zum Teil protektionistisch<br />
entscheiden und in anderen Situationen weniger. Aber das ist ein<br />
großes Minenfeld für ihn, weil seine Wähler direkt betroffen sind.
</p>
<p>
<b>simone</b>: Mit welchen Maßnahmen könnte es Barack<br />
Obama gelingen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und den Menschen<br />
mehr Sicherheit zu verschaffen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, die Wirtschaft<br />
anzukurbeln ist etwas, was international geschehen muss. Wir haben<br />
gesehen, dass die Rettungsmaßnahmen die gemeinsam gemacht werden,<br />
von z.B. Zentralbanken in vielen Ländern, der Europäischen<br />
Zentralbank, der Bank of England, der Bank in Japan. Obama wird es<br />
nicht im Alleingang machen können. Es gibt in den USA die<br />
Diskussion, ob es ein Rettungspaket geben sollte, auch um die eigene<br />
Wirtschaft anzukurbeln &#8211; das heißt, Geld auszugeben. Er wird jetzt<br />
sicherlich viele Programme anschauen, Vorschläge machen, was die<br />
Regierung tun kann, um Arbeitsplätze zu schaffen. Es kommt heute ein<br />
neuer Arbeitsmarktbericht und es werden sicher keine guten<br />
Nachrichten für die USA sein. Da sind viele hunderttausend<br />
Arbeitsplätze im letzten Jahr verloren gegangen. Eine Politik einer<br />
Bundesregierung, die auch Arbeitsplätze schafft, indem neue<br />
Infrastrukturprojekte gestartet werden und vorhandene Projekte<br />
ausgebaut werden, kann viel stärker wirken als wenn man neue<br />
Projekte startet. Solche Maßnahmen werden gesucht und da kann er<br />
etwas tun.
</p>
<p>
<b>ichbineinberliner</b>: Welche finanziellen Spielräume<br />
hat Barack Obama für die Umsetzung seiner Politik?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Finanziell wird es sicherlich<br />
eng, alleine durch die Tatsache, dass der amerikanische Haushalt<br />
derzeit ein sehr, sehr großes Defizit inne hat, das die<br />
Staatschulden in der Amtszeit von George W. Bush von einem Plus in<br />
ein Minus von vielen Billionen Dollar verschlechtert hat. Durch die<br />
Rettungsmaßnahmen, die jetzt schon bekanntgegeben sind, wird noch<br />
mehr Geld ausgegeben. Auf der anderen Seite: Die amerikanische<br />
Wirtschaft ist sehr groß und es gibt natürlich Raum für neue<br />
Projekte und die Finanzierung von neuen Projekten, so lange es<br />
internationales Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft gibt.<br />
Amerika gilt als ein Land, in das man auch in wirtschaftlich<br />
schwierigen Zeiten investieren kann. Aber Obama muss vorsichtig<br />
agieren, denn dieses Vertrauen darf er auf gar keinen Fall verlieren.
</p>
<p>
<b>gast0782</b>: Während des Wahlkampfes wurde Obama<br />
öfter als Sozialist und manchmal sogar als Kommunist bezeichnet. Für<br />
mich nicht ganz nachvollziehbar. Hängt das mit der Sicht der<br />
Amerikaner auf die &quot;grenzenlose&quot; freie Marktwirtschaft<br />
zusammen oder gibt es andere Gründe dafür?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Da müssen sie eher Herrn McCain<br />
fragen, wieso er ihn als Sozialist beschrieben hat. Ich denke, das<br />
sind Wahlkampfbegriffe. Obama selber würde sich niemals als<br />
Sozialist oder als Kommunist bezeichnen. Im Übrigen gibt es den<br />
Begriff &quot;sozial&quot;, die SPD, oder die CSU haben z.B. diesen<br />
Begriff in ihrem Namen, und niemand bezeichnet sie als sozialistisch<br />
oder kommunistisch.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Stichwort John McCain: Er hat in der<br />
Wahlnacht sehr versöhnliche Töne angeschlagen, hat Sie das<br />
überrascht?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Nein, ich denke, das zeigt<br />
einfach die Tatsache: Wahlkampf ist Wahlkampf und wenn der Wahlkampf<br />
vorbei ist, dann müssen alle Leute sich zusammenschließen, damit es<br />
dem Land die nächsten vier Jahre gut geht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Was wird Ihrer Ansicht nach aus Sarah<br />
Palin? Sie scheint ja schon, von einer Kandidatur 2012 zu träumen.
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Sarah Palin wird zunächst nach<br />
Hause gehen, nach Alaska. Es gibt eine große Auseinandersetzung in<br />
der republikanischen Partei über die Rolle, die sie im Wahlkampf<br />
spielte. Wie gut sie mit dieser Kritik umgeht, wird sehr wichtig sein<br />
für ihre politische Zukunft. Aber ich glaube, wir werden mehr über<br />
ihre politischen Chancen wissen, nachdem die ersten Enttäuschungen<br />
von diesem Wahlkampf verflossen sind.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Spekulieren wir mal, mit welchem<br />
Personal wird Obama ins Rennen gehen? Eine erste Entscheidung hat er<br />
ja schon getroffen.
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Er wird jetzt Signale setzen mit<br />
seinen Entscheidungen. Er will Leute benennen, die sofort als<br />
kompetent und zuverlässig gelten. Was er auf gar keinen Fall braucht<br />
, ist ein schneller Rücktritt wegen irgendwelcher Skandale. Zum<br />
Beispiel der Finanzminister: Er wird jemanden ernennen müssen, der<br />
das Vertrauen der Finanzwelt erhält &#8211; das ist eine sehr elitäre<br />
Welt. Er wird aber auch jemanden benennen müssen, der Vertrauen bei<br />
der breiten Bevölkerung findet. Das ist nicht so einfach, weil diese<br />
Leute ein Signal in viele Richtungen senden. Zu den genauen<br />
Personalien möchte ich jetzt noch nichts sagen, denn wir werden<br />
sicher überrascht sein.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nur eine Frage dazu noch:
</p>
<p>
<b>Mark0001</b>: Wird Powell im Kabinett vertreten sein?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, dass Obama ihn gerne<br />
in seinem Kabinett gehabt hätte. Colin Powell gilt als loyal und ich<br />
denke, jeder Präsident würde ihn berücksichtigen. Ob Powell das<br />
will ist eine andere Frage. Der Presse war aber zu entnehmen, dass er<br />
nicht zur Verfügung steht.
</p>
<p>
<b>John</b>: War es zu erwarten oder ist es etwas völlig<br />
Neues, dass ein Demokrat sich Republikaner mit ins Boot holt?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Es gab schon einmal so einen<br />
Fall. Präsident Carter z.B. hatte mindestens ein Kabinettsmitglied<br />
in ein anderes Amt übernommen, welches vorher beim republikanischen<br />
Präsidenten aktiv war. Bei Clinton war z.B. auch ein Republikaner im<br />
Kabinett.
</p>
<p>
<b>Wing8613</b>: Bush nannte die Mächtigen der<br />
Wirtschaft stets &quot;seine Basis&quot;.Wird sich Obama gegen den<br />
Lobbyismus behaupten können? Wird er die Macht der Öl-, Automobil-<br />
und Waffenkonzerne eindämmen können?
</p>
<p>
<b>Mark0001</b>: Wird Obama sich an die liberale<br />
Waffengesetzgebung heranwagen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, niemand wird alle<br />
Lobbyisten verhindern können. Auch wenn Obama das will, wird er<br />
akzeptieren, dass er viel Rat bekommen wird &#8211; gewollt oder ungewollt.<br />
Er wird diesen Rat bekommen von den Lobbyisten verschiedener<br />
Industriezweige. Er wird aber auch Vorschläge von seiner<br />
Beratermannschaft bekommen und wir müssen dann sehen, wie viel<br />
Einfluss Vertreter aus anderen Organisationen in seiner Regierung<br />
bekommen werden. Da wird er Zeichen setzen mit seinen Entscheidungen.<br />
Ich denke, dass viele seiner Wähler von ihm erwarten, dass er anders<br />
vorgehen wird als George W. Bush. Ich denke selber, dass er sehr viel<br />
stärker die Interessen von normalen Bürgern berücksichtigen wird<br />
als sein Vorgänger.
</p>
<p>
<b>Stephen</b>: Wie denken Sie über das<br />
deutsch-amerikanische Verhältnis unter Obama als Präsident?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, dass es nun gute<br />
Chancen gibt, dass die Beziehungen besser werden. Übrigens, die<br />
Politik eines demokratischen Präsidenten entspricht vielmehr der<br />
deutschen politischen Mitte als die Politik der republikanischen<br />
Parteien in den USA.
</p>
<p>
<b>Jürgen</b>: Obama hat sich für seine<br />
außenpolitische Wahlkampfrede Deutschland als Tribüne ausgesucht.<br />
Könnte das darauf hindeuten, dass Obama zu Deutschland besondere<br />
Beziehungen pflegen wird?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke, Obama hat diese Bühne<br />
bewusst ausgesucht, weil es schon wichtige internationale Reden in<br />
Berlin gab: John F. Kennedys Rede vor dem Rathaus Schöneberg, Ronald<br />
Reagans Rede am Brandenburger Tor. Er musste sich als staatsmännisch<br />
zeigen und er wusste, dass er viel Begeisterung in Berlin finden<br />
wird, die sich natürlich in Fernsehbildern sehr gut präsentieren<br />
lässt in den USA. Er wollte eigentlich vor dem Brandenburger Tor<br />
sprechen. Ich wäre nicht überrascht, wenn er seine Chance als<br />
Präsident bekommen wird.
</p>
<p>
<b>PeterD</b>: Denken Sie, dass Obama darauf bestehen<br />
wird, dass deutsche Soldaten auch im Süden Afghanistans eingesetzt<br />
werden? Wenn ja, wird die deutsche Regierung darauf eingehen müssen,<br />
um zu Beginn der Regierungszeit Obamas für gute Verhältnisse zu<br />
sorgen?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich glaube nicht, dass diese<br />
Frage entscheidend wird für die deutsch-amerikanischen Beziehungen<br />
und ich glaube auch nicht, dass Obama verlangen oder darauf bestehen<br />
wird, dass die Deutschen mehr Truppen nach Afghanistan schicken. Wie<br />
ich vorhin sagte, denke ich, dass Obama jetzt seine<br />
Afghanistan-Politik finden muss. Und wir wissen nicht, wo dies<br />
hingehen wird. Ich wäre im Übrigen nicht überrascht davon, wenn er<br />
selber darauf hinarbeiten würde, dass die amerikanischen Truppen<br />
abgezogen werden. Das sind alles Fragen, die offen sind. Wir müssen<br />
einfach abwarten.
</p>
<p>
<b>Peter Schreinfeldt</b>: Machen Sie einen Vorschlag:<br />
Wie muss sich Europa verhalten, um einen maximalen Gewinn aus der<br />
neuen Machtkonstellation zu erzielen.
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Ich denke Europa muss auf Obama<br />
zugehen, das werden sie auf jeden Fall tun. Und es sollte eine<br />
beidseitige Bereitschaft geben, eine gemeinsame internationale<br />
Politik in den Feldern der gemeinsamen Interessen zu finden. Es gibt<br />
viele Felder mit gemeinsamen Interessen.
</p>
<p>
<b>jakob7</b>: Obama wirkt im Vergleich zu anderen<br />
Präsidentschaftskandidaten weniger erfahren. Ist es möglich, dass<br />
er dadurch leichter beeinflussbar ist?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Wenn man einen amerikanischen<br />
Präsidenten wählt, wählt man nicht nur eine Person, sondern einen<br />
Präsidenten und 7.000 neue Mitarbeiter. Da wird es viele Experten<br />
geben, die in allen Feldern beraten. Auch viele Leute, die in<br />
früheren Regierungen gearbeitet haben. Und ich denke, es wird von<br />
einem Präsidenten erwartet, dass er ein Alleskönner ist. Aber<br />
natürlich wird es Felder geben, wo er sich stärker beraten lässt<br />
als in anderen. Wir haben im Wahlkampf gesehen, dass er sehr fähig<br />
ist, dass er Koalitionen bilden kann, dass er eine der kreativsten<br />
Strukturen z.B. in der Gewinnung von Spenden und in vielen anderen<br />
Feldern hatte. Zu sagen, dass er unerfahren ist, ist zu kurzsichtig.<br />
Natürlich ist er ein erfahrener Mensch und ich habe überhaupt keine<br />
Angst, dass wir Schwierigkeiten bekommen würden. Wenn man schaut,<br />
wie viel Akzeptanz er gefunden hat: von einem der reichsten Männern<br />
Amerikas (Warren Buffet) bis zu kleinen Leuten, die um ihre<br />
finanzielle Zukunft bangen. Von Bürgerrechtlern bis hin zu Leuten,<br />
die frühere Regierungen mitgetragen haben. Ich denke, er hat eine<br />
breite Unterstützung. Wir müssen uns nur anschauen, wie viele<br />
Glückstränen nach seiner Wahl vergossen worden sind, das war<br />
einmalig.
</p>
<p>
<b>Mame</b>: Gab es irgendwo Berichte über<br />
Wahlbetrug/Manipulation?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Es gab natürlich vor der Wahl<br />
viel Diskussionen über Wahlbetrug. Am Wahltag gab es auch viele<br />
Diskussionen darüber, auch viele Meldungen über Probleme. Aber das<br />
Wahlergebnis war so eindeutig, dass ich denke,diese Diskussion ist<br />
für jetzt beendet.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Stunde ist um, lieber Herr<br />
Crawford, was möchten Sie noch loswerden?
</p>
<p>
<b>David Crawford</b>: Barack Obama ist ein<br />
Hoffnungsträger für die ganze Welt und das wird ihm helfen in<br />
seinen ersten Monaten als Präsident. Er wird sicher bemüht sein,<br />
diese Hoffnungen gut als politisches Kapital einzusetzen und es wird<br />
sehr spannend, wie gut er das umsetzen kann. Es gab 1976 eine<br />
ähnliche Wahl von Jimmy Carter, wo es viele Hoffnungen gab und<br />
letztendlich ist er nicht wiedergewählt worden. Er hat jetzt die<br />
Chance mit seiner Antrittsrede im Januar die Begeisterung der<br />
amerikanischen Bevölkerung möglicherweise auszubauen. Es gibt<br />
keinen großen amerikanischen Präsidenten, der keine große Rede<br />
präsentierte bei seinem Antritt. John F. Kennedy hat viel<br />
Begeisterung erzeugt. Obama ist ein guter Redner, er hat viele Leute<br />
inspiriert und wir müssen sehen, wie lange diese Begeisterung<br />
anhält.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das war eine gute Stunde<br />
tagesschau-Chat. Herzlichen Dank, Herr Crawford, dass Sie sich die<br />
Zeit genommen haben, und herzlichen Dank, liebe User, für die vielen<br />
Fragen, die wir leider nicht alle stellen konnten. Das Protokoll des<br />
Chats finden Sie in Kürze zum Nachlesen auf tagesschau.de und<br />
politik-digital.de. Das Team von tagesschau.de wünscht allen noch<br />
einen schönen Tag!
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Iowa: MySpace statt Mais</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 09:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Hillary Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl 2008]]></category>
		<category><![CDATA[Iowa]]></category>
		<category><![CDATA[Mike Huckabee]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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					<description><![CDATA[Barack Obama erhielt bei den ersten Vorwahlen für den US-Präsidenten in Iowa das beste Ergebnis der demokratischen Kandidaten. John Edwards folgt auf Platz zwei, knapp dahinter Hillary Clinton. Bei den Republikanern landete Mike Huckabee vor Mitt Romney. Vor allem die Online-Kampagne der Kandidaten sorgte für den Erfolg bei jungen Wählern.  ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Barack Obama erhielt bei den ersten Vorwahlen für den US-Präsidenten in Iowa das beste Ergebnis der demokratischen Kandidaten. John Edwards folgt auf Platz zwei, knapp dahinter Hillary Clinton. Bei den Republikanern landete Mike Huckabee vor Mitt Romney. Vor allem die Online-Kampagne der Kandidaten sorgte für den Erfolg bei jungen Wählern.  <!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die registrierten Wähler der demokratischen und republikanischen Partei im Bundesstaat Iowa konnten abstimmen.<br />
Für Obama waren dabei 37,6 Prozent der demokratischen Wähler, für Edwards 29,7 Prozent und für Clinton 29,5 Prozent. Huckabee erhielt von den Republikanern 34,3 Prozent der Stimmen, für Romney 25,3 Prozent.
</p>
<p>
<b>Mehr Jüngere, mehr Beteiligung</b>
</p>
<p>
Neben den offensichtlichen Zahlen sollte sich das Augenmerk wohl<br />
auch auf mindestens zwei weitere Punkte richten: die gestiegene<br />
Beteiligung an den Vorwahlen, dem Caucus-Verfahren, insgesamt und die hohe Zahl<br />
jüngerer TeilnehmerInnen (<a href="http://www.civicyouth.org/PopUps/PR_08_Iowa_turnout.pdf">nach ersten Schätzungen</a> nahezu drei Mal so viele wie vor vier Jahren). Ausgezeichnete Hilfe bei einem raschen Überblick bietet die <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-srv/politics/interactives/campaign08/iowa-caucus/">Visualisierung der Washington Post</a> (Hinweis via <a href="http://uswahl2008.de/">uswahl2008</a>),<br />
bei der nicht nur Sieger und Platzierte der einzelnen Bezirke<br />
gekennzeichnet sind, sondern auch basale Hinweise zur Demografie<br />
gegeben werden (städtisch/ländlich, College-/Universitätsstandorte).<br />
Und beim Blick auf die junge Wählerschaft stellt sich natürlich auch<br />
die Frage, wie diese wertvolle Klientel von den Kampagnen addressiert<br />
wurde.
</p>
<p>
<b>Mit Online-Kampagnen an die Spitze</b>
</p>
<p>
Ein starkes Zitat zum <i>youth vote </i>in Iowa liefert <b>Michael Connery</b> im (demokratischen) Blog <a href="http://dailykos.com/storyonly/2008/1/4/15520/78965/953/430265">Daily Kos</a>:<br />
“Barack Obama may be riding the momentum of a caucus win into New<br />
Hampshire, but the real winner in tonight’s Iowa caucus was young<br />
voters.” (deutsch: Barack Obama mag den Schwung seines Sieges nach New Hampshire weitertragen, die wirklichen Gewinner der Vorwahlen in Iowa sind aber die jungen Wähler.) Einen ähnlichen Ton schlägt <span style="margin-right: 20px"><span class="c cs"><b>Sarah Lai Stirland</b> für wired.com an &#8211; vor allem <a href="http://blog.wired.com/27bstroke6/2008/01/obama-and-hucka.html">Blogger, Jungwähler und die gute Organisation der Online-Kampagne</a><br />
im Vorfeld des Caucus haben Barack Obama und auch Mike Huckabee an die<br />
Spitze ihrer Partei-Rankings geführt. Als Schlüssel gilt neben der<br />
Weblog-Kommunikation insbesondere das <i>social networking</i> unter Nutzung der Kontaktservices von Plattformen wie Facebook und MySpace. <b></b></span></span>
</p>
<p>
<span style="margin-right: 20px"><span class="c cs"><b>Patrick Ruffini</b> berichtet für <a href="http://www.techpresident.com/">techpresident.com</a> außerdem von einer <a href="http://techpresident.com/blog/entry/18188/iowa_twitter_success">neuartigen Live-Erfahrung</a><br />
während der Abstimmungen: Weder das Fernsehen und auch nicht das<br />
“klassische” Internet brachten die spannendsten Informationen aus Iowa,<br />
sondern ein <a href="http://twitter.com/iowacaucus">twitter-feed</a>.<br />
Das etwas mühsame Nachlesen der Info-Fetzen erlaubt tatsächlich ein<br />
neues Puzzle-Spiel aus Teilergebnissen &#8211; ist aber vermutlich nur etwas<br />
für bereits extrem gut informierte Bürger, die aus den Versatzstücken<br />
mit Hilfe weiterer Materialien erst das größere Bild erkennen können.</span></span>
</p>
<p>
Und das war der Anfang des Wahljahres in einem laut gängiger Medieneinschätzung eher ländlich-kleinstädtischen Bundesstaat…
</p>
<p>
<b>Update</b>: Gerade lese ich (via <a href="http://www.direkter-freistoss.de/">OF</a>)<br />
einen Hinweis auf die nächste Runde im Kampf zwischen alten und neuen<br />
Medien &#8211; Ulf Poschardt schreibt am 3.1.2008 in seinem wöchentlichen<br />
Vanity Fair-<a href="http://www.vanityfair.de/articles/leute/ulf-poschardt/2008/01/03/06031/">Grußwort</a>:<br />
“Die Auseinandersetzung zwischen Journalisten in Printmedien und den<br />
führenden Akteuren der digitalen Öffentlichkeit ist das erste<br />
Aufscheinen eines Kampfes um die Meinungsführerschaft bei jenen jungen<br />
Eliten, die sich für die schnelle Information immer häufiger das<br />
Internet als Primärmedium aussuchen.” Hm. Ist halt von gestern.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>USA: Fünf Schritte zum perfekten Präsidenten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/usa-fuenf-schritte-zum-perfekten-praesidenten-3669/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/usa-fuenf-schritte-zum-perfekten-praesidenten-3669/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Doll]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 13:39:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Bei den Präsidenschaftswahlen in den USA im Herbst 2008 wird ein Kandidat antreten, den noch niemand kennt – nicht weil er an einem geringen Bekanntheitsgrad leidet, sondern weil er oder sie erst im kommenden Sommer basisdemokratisch bestimmt werden wird. Wie, das erklärt das 5-Punkte-Programm der Online-Bewegung <a href="http://www.unity08.com/" target="_blank" title="Unity08" rel="noopener noreferrer">Unity08</a>.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Bei den Präsidenschaftswahlen in den USA im Herbst 2008 wird ein Kandidat antreten, den noch niemand kennt – nicht weil er an einem geringen Bekanntheitsgrad leidet, sondern weil er oder sie erst im kommenden Sommer basisdemokratisch bestimmt werden wird. Wie, das erklärt das 5-Punkte-Programm der Online-Bewegung <a href="http://www.unity08.com/" target="_blank" title="Unity08" rel="noopener noreferrer">Unity08</a>.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Unity08 entstand aus der Überzeugung heraus, dass alle im Moment zur Wahl antretenden Parteien und Kandidaten entweder durch spezielle Interessen oder Geld beeinflusst werden und sich keiner  wirklich mit den Belangen der Bürger auseinander setzt. Diesem selbst erklärten Missstand will Unity08 durch einen 5-Stufen-Plan entgegentreten. Das Programm und der Präsidentschaftskandidat von Unity08 werden basisdemokratisch über das Internet bestimmt.
</p>
<p>
Als ersten Schritt ist jeder Bürger der USA aufgefordert, sich auf dem Online-Portal von Unity08 zu registrieren.
</p>
<p>
Danach kann jedes Mitglied verschiedene Themen und konkrete Kernfragen nach der subjektiv empfundenen Wichtigkeit bewerten. Aus den Wertungen aller Mitglieder wird ersichtlich, welche Themenbereiche aus Sicht der Bürger tatsächlich als dringlich angesehen werden. Ganz oben auf der <a href="http://www.unity08.com/issues" target="_blank" title="Agenda" rel="noopener noreferrer">Agenda</a> stehen derzeit z.B. erneuerbare Energien, eine Reform des Gesundheitswesens sowie die Rolle der USA im Irak-Konflikt.
</p>
<p>
Im dritten Schritt sollen alle Unity08-Mitglieder weitere Menschen auffordern, ebenfalls Teil der Bewegung zu werden.
</p>
<p>
Im Juni 2008 wird als 4ter Schritt der Präsidentschaftskandidat per Online-Voting von allen Mitgliedern der Initiative bestimmt, wobei sich jeder selbst als Kandidat aufstellen lassen kann.
</p>
<p>
In der fünften und letzten Phase soll dann der von allen Teilnehmern der Initiative gewählte Präsidentschaftskandidat mit der gemeinsam entwickelten Agenda ins Weiße Haus einziehen.
</p>
<p>
Bei den Parlaments-Wahlen in Australien im November diesen Jahres konnte die auf einem ähnlichen Konzept basierende Partei <a href="http://senatoronline.com.au/home" target="_blank" title="Senator-On-Line" rel="noopener noreferrer">Senator-On-Line</a> nach einem nur zwei Monate dauernden Wahlkampf 8000 Stimmen gewinnen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>eDemokratie in Süd-Korea</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkulturedemocracy_in_skorea101-shtml-3163/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Süd-Korea]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Politische Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Roh Moo Hyun]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 12. März 2004 gingen unglaubliche Bilder aus dem koreanischen Parlament durch die Welt– heulende Abgeordnete, die von den Kollegen geschlagen und von Bodyguards hinausgetragen wurden und ein Präsident, der vom Parlament seines Amtes enthoben wurde. In der internationalen Presse war von der schwersten Krise seit der Demokratisierung 1987 die Rede. Was war nur los in Korea? Sollte diese junge Demokratie ernsthaft gefährdet sein?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am 12. März 2004 gingen unglaubliche Bilder aus dem koreanischen Parlament durch die Welt– heulende Abgeordnete, die von den Kollegen geschlagen und von Bodyguards hinausgetragen wurden und ein Präsident, der vom Parlament seines Amtes enthoben wurde. In der internationalen Presse war von der schwersten Krise seit der Demokratisierung 1987 die Rede. Was war nur los in Korea? Sollte diese junge Demokratie ernsthaft gefährdet sein?</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Die koreanische Demokratie war aber nicht gefährdet – und ist auch heute nicht. Die Bürger reagierten nämlich sofort. Über das Internet riefen sie unmittelbar nach der Amtsenthebung des Präsidenten zu Demonstrationen auf. Die Aufrufe kamen nicht von politischen Organisationen, sondern von den Netizen (aus „InterNet Citizen“ gebildet) selbst. Noch am Tag der Amtsenthebung kam es vor dem Parlament zu einer großen Demonstration mit über 50000 Teilnehmern. U.a. riefen sie in Sprechchören: “Wir werden unsere Demokratie, die wir erkämpft haben, mit allen Mitteln verteidigen und schützen.“</p>
<p>Hingegen jubilierten die großen Tageszeitungen Koreas<br />
                          <a href="http://english.chosun.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Choson Ilbo</a>,<br />
                          <a href="http://joongangdaily.joins.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jungang Ilbo</a> und<br />
                          <a href="http://english.donga.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Donga Ilbo</a> über die Amtsenthebung. Schon während des Präsidentschaftswahlkampfes 2002 hatten sie wild gegen<br />
                          <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Roh_Moo-hyun" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Roh Moo Hyun</a> angeschrieben und zeigten sich auch nach seinem Sieg ihm gegenüber äußerst feindselig.<br />
                          <br />Die internationale Berichterstattung, die sich meist auf die englischsprachigen Ausgaben von Chosun Ilbo und Donga Ilbo stützte, hatte es deshalb schwer, die gründliche Umwälzung der politischen Kultur in Korea seit 2002 zu begreifen. Umso leichter fiel es ihr, von der größten Krise der koreanischen Politik zu berichten.<br />
                          <br />Tatsächlich jedoch ist man in Korea dank der großen Verbreitung und des aktiven Einsatzes des Internets gerade dabei, den Prozess der Entwicklung zu einer transparenteren und sauberen Politik zu durchleben. So zeigen diese Vorgänge, dass die Netizen zu einem entscheidenden Faktor in der koreanischen Politik geworden sind. Die Mobilisierung der Netizen erfolgte in drei Phasen.</p>
<p>                          <span class="fett">Die Ouvertüre: Parlamentswahlen 2000</span></p>
<p>Die erste Phase bildeten die Vorgänge um die Parlamentswahl 2000. Sie war sozusagen die Ouvertüre des neuen Zeitalters von e-politics. Damals, im Januar 2000, stellte ein Dachverband progressiver Bürgerorganisationen („Chongseonsimin yeondae“) eine schwarze Liste von Kandidaten ins Internet, die sich nach deren Auffassung alle möglichen Verfehlungen hatten zuschulde kommen lassen und deshalb nicht gewählt werden sollten. Mit dieser schwarzen Liste wurden der Öffentlichkeit auch Informationen über die dunklen Machenschaften, die Korruption, den Opportunismus, die Inkompetenz etc. dieser Kandidaten bekannt gegeben. Diese Kandidatenliste war so gefragt, dass der Server des Dachverbandes zeitweise zusammenbrach. Von 86 Kandidaten auf dieser Liste fielen 59 bei der Wahl im April 2000 durch. Das politische Potential des Internets war zum ersten Mal deutlich hervorgetreten.<br />
                          <br />Die zweite Phase der Entwicklung von e-politics in Korea bildete die Präsidentschaftswahl 2002.</p>
<p>                          <span class="fett">Mobilisierung über das Internet</span></p>
<p>Zu Beginn des Jahres erregte die spontane Aktivität koreanischer Netizen, die angesichts der nach ihrer Meinung ungerechten Disqualifizierung des koreanischen Shorttrackläufers während der Winterolympiade einen Cyberprotest organisierten, weltweite Aufmerksamkeit. Im Juni tauchten die „Roten Dämonen“, die sich über das Internet als Supporter der koreanischen Fußball-Nationalmannschaft organisiert hatten, überall in Korea die Strassen in Rot und vereinnahmten dabei den großen Platz vor dem Seouler Rathaus als „Platz der Bürger“.</p>
<p>Der Idee eines Netizen im Internet folgend wird dieser Platz zwischen November und Dezember 2002 alle paar Tage in ein Kerzenmeer verwandelt. Damit will man nicht nur die Trauer über den Tod von zwei jungen, am 13. Juni getöteten Schulmädchen, sondern auch den Protest, ja die Wut über die USA, die die Verantwortung für den Tod der beiden bestreiten, und gegen den Freispruch der beiden amerikanischen Soldaten vor einem amerikanischen Militärtribunal zum Ausdruck bringen. Vorausgegangen war die kontinuierliche Berichterstattung über diesen Vorfall im Internet und eine sehr lebhafte Online-Diskussion darüber. Hingegen berichteten die großen Tageszeitungen kaum über diesen Vorfall selbst und die Reaktionen in der Öffentlichkeit und im Internet. Erst im November, als die beiden Soldaten, die den Tod verschuldet hatten, von einem amerikanischen Militärgericht freigesprochen wurden, schrieben die dominierenden Printmedien darüber und forderten jetzt wie viele Stimmen im Internet, eine Veränderung des Vertrags über den Status der in Korea stationierten amerikanischen Soldaten (<br />
                          <a href="http://www.korea.army.mil/sofa/docs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Status of Force Agreement &#8211; SOFA</a>). Zu diesem Zeitpunkt hatte sich in der Online-Diskussion bereits ein Konsens gebildet, auf dem Platz vor dem Seouler Rathaus und überall in den großen Städten des Landes gegen die USA mit Kerzen zu demonstrieren.</p>
<p>                          <span class="fett">Präsidentschaftswahlen 2002: Machtkampf zwischen Printmedien und Internet</p>
<p></span>Die großen Tageszeitungen in Korea neigen tatsächlich dazu, die öffentliche Meinung als ein Objekt zu betrachten, das sie entsprechend ihrer konservativen Präferenzen kontrollieren bzw. manipulieren können. Dies trat während des Präsidentschaftswahlkampfes 2002, als sie allesamt Roh Moo Hyun als gefährlichen Politiker darstellten, noch einmal deutlich zutage. Ihre Berichterstattung und ihre Meinungsartikel ergriffen ganz eindeutig Partei für Lee Hoe Chang, den Kandidaten der Oppositionspartei. Bis dahin hatte es in Korea noch keinen Politiker gegeben, der gegen diese großen Tageszeitung gewonnen hatte (Sisa Journal 3.1.2002). Dennoch konnte Roh Moo Hyun die Wahl gewinnen, und zwar dank der massiven Unterstützung der Netizen. </p>
<p>Insofern entsprach der Präsidentschaftswahlkampf 2002 einem Machtkampf zwischen den wichtigsten Printmedien und dem Internet. Versuchten die konservativen Tageszeitungen wie immer kurz vor der Wahl die kommunistischen Ängste der Bevölkerung zu schüren, u.a. indem sie mit ganz übergroßen Schlagzeilen (die größten seit dem<br />
                          <a href="http://www.bpb.de/wissen/EMH9Q8,,0,Linkliste_zum_11_9_2001.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">11. September 2001</a>) auf die Bedrohung durch nordkoreanische Kernwaffen- und Raketen verwiesen, wurden diese Manipulationsversuche in Internetzeitungen wie „Oh my news“, „Presian“ oder „Daezabo“ umgehend entlarvt. Als Opposition und Tageszeitungen versuchten, Roh Moo Hyun mit einem aus dem Kontext genommenen Satz zu schädigen, wurde sogleich auf mehreren Internetseiten der Volltext seiner Rede wiedergegeben.<br />
                          <br />Als die Tageszeitungen die Internetzeitungen als undemokratisch und vulgär kritisierten, reagierten sie sofort. Noch am gleichen Tag war in der „NGO Times“ zu lesen: „Weil die traditionellen Medien und vor allem die von einigen Familien dominierten konservativen Zeitungen durch ihre selektive und manipulierte Berichterstattung seit Jahren versuchen, die wichtigsten Probleme des Landes wie die Arbeiter- und Bauernfrage zu ignorieren und eine antinationale, proamerikanische Unterwürfigkeit in unserer Gesellschaft zu verbreiten, sind die Internetzeitungen als alternatives Medium entstanden, um eine Reform der Medien insgesamt zu bewirken.“</p>
<p>Die Wahlanalytiker in Korea sind sich einig, dass die Internetmedien bei der Präsidentschaftswahl 2002 eine große Rolle gespielt haben, hauptsächlich weil sie die Widersprüche in der Darstellung der größten Tageszeitungen und ihre Manipulationsversuche entlarvten und in ihnen die Wünsche der Netizen reflektiert und offen diskutiert wurden.<br />
                          <br />Dies war aber nur deshalb möglich, weil die Wahlentscheidung vieler Bürger mittlerweile auf Informationen aus dem Internet beruhten. In diesem Sinne war die Präsidentschaftswahl 2002 eine Niederlage der großen Tageszeitungen und ein Sieg des Internets als ein politisches, öffentlichkeitswirksames Medium.</p>
<p>Ohne die technische Infrastruktur wäre allerdings ein solcher politischen Wandel nicht denkbar gewesen. Nach einer Untersuchung des<br />
                          <a href="http://www.nic.or.kr/www/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Information Center for the Korean Internet</a> verfügten im Juni 2002 ca. 70% der koreanischen Haushalte über einen Internetzugang. Die Zahl der Internetbenutzer belief sich auf 25,6 Millionen (von einer Gesamtbevölkerung von 45 Millionen), von denen 62,2% das Internet täglich durchschnittlich zwischen zwei und drei Stunden benutzten (Sisa Journal, 3.1.2003).</p>
<p>                          <span class="fett">Frühjahr 2004: e-politics erreicht neue Dimension</span></p>
<p>Die dritte Phase begann schließlich mit dem Amtsenthebungsverfahren im März 2004. Mit der Protestbewegung auf der Straße und im Internet selbst erreichte e-politics in Korea eine neue Dimension. Diesmal standen nämlich unzählige e-communities, also sog. „Cafés“ im Internet, in denen sich Netizen zusammenfanden, im Mittelpunkt der Protestbewegung. Allein auf der Portalsite Daum wurden im März 2004 mehr als 100 „Cafés “, die sich gegen die Amtsenthebung stellten, gezählt.<br />
                          <br />Eines der größten „Cafés“ dieser Art trägt den Namen „gukmin eul hyeonbak haji malla“ (Bedrohe das Volk nicht) auf der Portalsite<br />
                          <a href="http://cafe.daum.net/antitanhaek" target="_blank" rel="noopener noreferrer">daum.net</a>. Ein Student aus Busan, einer Hafenstadt im Süden des Landes, hatte dieses Café am 6. März 2004, als Reaktion auf die ständigen Drohungen der Oppositionsparteien, Präsident Noh Moo Hyun seines Amtes zu entheben, eröffnet. Innerhalb von zwei Wochen zählte dieses „Café“ über 95000 Mitglieder. </p>
<p>Am 22. März waren bereits 156.000 Eintragungen in seinem BBS zu finden; pro Tag wurden mehr als 3 Millionen Besucher gezählt. Kein anderes Café hat sich so schnell entwickelt.<br />
                          <br />Eine Besonderheit der Netizen-Aktivitäten im März 2004 war die Abwesenheit von federführenden politischen Organisationen. D.h. die Netizen fanden ohne einen organisatorischen Überbau zusammen. Sie mobilisierten sich vielmehr selbst – online versteht sich. Dabei machen sie klar, warum und wofür sie protestieren, nämlich die 1987 eingeleitete Demokratisierung zu vervollständigen.<br />
                          <br />Die erst im November 2003 gegründete Partei Uridang verdankte ihren Sieg bei der Parlamentswahl im April 2004 dieser Netizen-Power. Deshalb versuchen jetzt alle politische Parteien, Netizen für sich zu gewinnen, und die Verwandlung in eine „e-party“ hinzubekommen. Mittlerweile ist es selbstverständlich geworden, dass Politiker ihre Positionen zu aktuellen politischen Entscheidungen zunächst auf der eigenen Homepage bekannt machen.</p>
<p>                          <span class="fett">Netizen: entscheidender Faktor in der Politik Koreas</span></p>
<p>So sind die Netizen in Korea zu einem entscheidenden Faktor in der Politik geworden. Man sagt sogar, on-line beherrsche off-line. Die Besonderheit der koreanischen e-politics ist die starke Reziprozität des Informations- und Meinungsaustausches. Dabei spielen die Bulletin Boards (BBS), etwa in der Form der erwähnten Cafés, eine zentrale Rolle. Die Einträge von Netizen können Hunderte von Reaktionen auslösen. Auch zwischen BBS lässt sich ein reger Austausch beobachten. Die kommunikativen Netze sind auf diese Weise weitgespannt und werden sehr intensive genutzt.<br />
                          <br />Es wäre sicher falsch, hier zu behaupten, dass das Internet als solches die Demokratie in Korea gefördert hat. Aber das Internet war ohne Zweifel das entscheidende Hilfsmittel, um die einseitige Begünstigung des konservativen Lager durch die von wenigen Familien dominierten Zeitungen zu durchbrechen. Die einseitige Präferenz dieser Printmedien war eine großes Hindernis für die Demokratisierung der koreanischen Politik nach 1987. Unter den gegenwärtigen Gegebenheiten in Korea gewährleistet das Internet die Offenheit der politischen Meinungsbildung und spielt damit die von Dick Morris postulierte Rolle einer fünften Gewalt im Staat.</p>
<p>                          <span class="fett">Dr. Eun-Jeung Lee unterichtet zur Zeit Politikwisschenschaft an der Universität Halle</span></p>
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