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	<title>Präsidentschaftswahl &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Präsidentschaftswahl &#8211; politik-digital</title>
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		<title>US-Wahlen 2016: Kampf um Geld, Daten, Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2015 16:01:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Nicole Titus]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim ersten Campaigning Summit in Berlin stellten heute Kampagnenmacher aus verschiedensten Bereichen ihre Arbeit vor. Darunter der Marketingleiter von Borussia [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/csb15_bearb.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145841" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/csb15_bearb.jpg" alt="csb15_bearb" width="640" height="280" /></a>Beim ersten Campaigning Summit in Berlin stellten heute Kampagnenmacher aus verschiedensten Bereichen ihre Arbeit vor. Darunter der Marketingleiter von Borussia Dortmund Dennis Thom und, von vielen Teilnehmern mit Spannung erwartet, Nicole Titus, Digital Director der Kampagne „Ready for Hillary“ von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Titus stellte die Wahlkampf-Trends vor, die uns im kommenden Jahr erwarten.</p>
<p>Gut einen Monat ist es her, seit Hillary Clinton mit einem kurzen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0uY7gLZDmn4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> ihren offiziellen Einstieg in das Rennen um die demokratische Nominierung für die US-Präsidentschaftswahlen 2016 verkündete. Die Maschinerie hinter der Kandidatur läuft aber schon weitaus länger. In den USA gehören dazu heute vor allem sogenannte Super-PACs (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Political_Action_Committee" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Political Action Committees</a>), die – anders als die Kandidaten selbst – Spenden von Unternehmen und Verbänden entgegennehmen dürfen und die der Deckelung der Spendensumme von 2.500 US-Dollar pro Kandidat vor dem Wahlkampf beziehungsweise 5.000 US-Dollar pro Kandidat im Präsidentschaftswahlkampf nicht unterliegen. Ein solches Super-PAC ist die Kampagne „<a href="https://www.readyforhillary.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ready for Hillary</a>“, deren Digital Director Nicole Titus heute in Berlin die zentralen Säulen des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 vorstellte.</p>
<p>Die erfahrene Kampagnenmacherin hat bereits 2008 an der Nominierungskampagne von Hillary Clinton mitgearbeitet und anschließend unter anderem Fundraising für das Democratic National Committee und den heutigen Fraktionsvorsitzenden der Demokraten im Kongress Senator Harry Reid betrieben. Titus nennt „Geld, Daten und Menschen“ als die drei zentralen Säulen des nächsten Rennens um das Weiße Haus. Und zwar in dieser Reihenfolge. Sie schätzt, dass im Wahlkampf 2016 etwa fünf Milliarden US-Dollar in die Kampagnen gesteckt werden, alleine die Clinton-Kampagne wird zwischen 1,2 und 1,6 Milliarden Dollar verschlingen. Eine gewaltige Industrie von Campaignern, Datenanalysten sowie Werbe- und PR-Beratern ist rund um die eigentliche politische Kampagne entstanden. Jeder Kandidat müsse vom Tag der Bekanntgabe seiner Kandidatur bis zum Wahltag täglich mindestens eine Stunde lang nur Spendenanrufe tätigen, um den Geldfluss aufrechtzuerhalten, so Titus.</p>
<p>Die zweite tragende Säule ist die intensive Analyse von Daten. Barack Obamas Wahlsiege 2008 und 2012 haben gezeigt, welche Macht in der <a title="Microtargeting – Wahlkampf mit Datensätzen" href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählerdatenanalyse</a> steckt und wie eine breite und tiefgehende Auswertung demografischer Daten für unentschlossene Wahlbezirke den entscheidenden Umschwung bringen kann. Da der Datenschutz in den USA deutlich laxer gehandhabt wird als in Deutschland, sind der Datenerhebung keine Grenzen gesetzt. So lassen sich durch <a title="Passgenaue Wahlwerbung in den USA" href="http://politik-digital.de/passgenaue-wahlwerbung-in-den-usa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verhaltensmuster</a> der Bürger wie dem Einkauf in bestimmten Läden Rückschlüsse ziehen auf die Themen- und Parteipräferenz, die dann in gezielte Wahlkampfstrategien umgesetzt werden. Ist ein Unterstützer identifiziert und aktiviert, wird der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis zum Ziel der Vor-Ort-Kampagne.</p>
<p>Zu guter Letzt spielt natürlich der Mensch als Wähler eine wichtige Rolle. Titus gesteht, dass der Wähler in den vergangenen Jahren zunehmend in den Hintergrund gerückt sei, nun aber vor allem durch den Einfluss sozialer Medien wieder stärker ins Blickfeld rücke. Sie bewertet Facebook als effektivstes Kampagnenmittel, da dort die meisten Daten anfallen und einzelne Gruppen gezielt angesprochen werden können. Twitter hingegen funktioniere besser zur Kommunikation von kurzen Inhalten und dem Austausch mit bereits aktivierten Unterstützern. Doch ebenso wie bei den Fotonetzwerken Instagram und Snapchat fehlt bei Twitter die punktgenaue, datenbasierte Wähleransprache, weshalb es für die Kampagnen weniger nützlich sein werde als Facebook.</p>
<p>Wahlkampf in den USA sieht grundlegend anders aus als in Deutschland. Das politische System mit dem Mehrheitswahlrecht und ohne Erstattung der Wahlkampfkosten trägt erheblich zu dieser Schwerpunktsetzung bei. Titus hat den politischen Kampagnenmachern in Deutschland aber noch einen wichtigen Tipp mit auf den Weg gegeben: Privatsphäre und Datenschutz mögen in hierzulande eine weitaus größere Rollen spielen und große Datensammlungen verhindern, aber es gebe immer Wege, diese Regelungen zu umgehen – und es zahle sich aus. Welche Wege dies sein können, hat Titus jedoch nicht näher beschrieben.</p>
<p>Bild: Chiara Strobel<a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von David Pickett" href="https://www.flickr.com/photos/fallentomato/16883387264/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Proteste in Armenien: Von der Straße ins Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 09:48:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Wandel weltweit]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit den letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2008, 2012 und 2013 wollen die Demonstrationen in der armenischen Hauptstadt Jerewan nicht enden. Ende 2014 übertrafen sie jedoch alle vorangegangenen. Grund für die erneuten Proteste ist neben der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem aktuellen Regime die schlechte soziale und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Armenien steht womöglich vor politischen Umwälzungen – und das Internet spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Laut Angaben der <a href="http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Documents/publications/mis2014/MIS2014_without_Annex_4.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung für Internationale Telekommunikation</a> (ITU) ist die Internetnutzung in Armenien seit dem Jahr 2008 um 700 Prozent, von ca. sechs auf knapp 50 Prozent angestiegen. Das Internet stellt heute eine wichtige Plattform für den politischen und sozialen Diskurs in Armenien dar. Sein Potential wurde jedoch erst nach den dramatischen Entwicklungen vor sieben Jahren erkannt. Was damals geschah:</p>
<p><b>Die Protestbewegung 2007-2008  </b></p>
<p>Jeder Armenier erinnert sich an die Ereignisse vom 1. März 2008. An diesem Tag wurden die seit Monaten andauernden friedlichen Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Acht Menschen kamen laut offiziellen Angaben ums Leben, ca. 150 Menschen wurden festgenommen. Der scheidende Präsident, Robert Kotcharian, verhängte daraufhin den Ausnahmezustand. „Eine solche Wendung der Ereignisse kam für viele unerwartet, wirkte einschüchternd und entmutigend“, berichtet die Politikwissenschaftlerin Hripsime Grigoryan, die selbst an der Protestbewegung beteiligt war. Wie viele andere junge Armenier war auch sie mit der herrschenden Regierung unzufrieden und suchte nach Wegen, sich für mehr Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzubringen.</p>
<p>Im September 2007 hatte der erste Präsident der Republik Armenien, Lewon Ter-Petrosjan, im Vorfeld der Präsidentenwahl eine beeindruckende Rede gehalten. Darin kritisierte er das Regime als kriminell, korrupt und oligarchisch und setzte den Anfang für die landesweite Protestbewegung. Insbesondere junge Armenier fühlten sich von ihm und seiner Rede inspiriert und sahen in ihm ihr zukünftiges Staatsoberhaupt. „Damals war das Internet in Armenien nicht besonders verbreitet, also organisierten wir uns über private Kontakte“, erzählt die Politikwissenschaftlerin Grigoryan. Die Bewegung bekam den Namen „Volksbewegung“, sie sollte die verfassungsmäßige Ordnung im Lande wiederherstellen und das „räuberische“ Regime abschütteln. „Die Anhängerschaft des ehemaligen Präsidenten Lewon Ter-Petrosjan wuchs rapide. Binnen weniger Monate erreichte ihre Anzahl mehrere Hunderttausend“, erinnert sie sich.</p>
<p>Trotz registrierter Wahlfälschungen und Angriffen auf Oppositionsführer und Journalisten erklärte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die am 19. Februar 2008 abgehaltenen Wahlen für rechtmäßig. Der Nachfolger des amtierenden Präsidenten wurde Sersch Sargsjan mit ca. 53 Prozent der Stimmen. Lewon Ter-Petrosjan, den offiziell lediglich 21,5 Prozent der Armenier gewählt hatten, rief die Opposition auf, die Wahlen zu torpedieren und appellierte an das Verfassungsgericht. Die friedlichen Kundgebungen und Proteste wurden auf dem Platz der Freiheit fortgesetzt, um am 1. März 2008 ihr gewaltsames Ende zu finden. „Die Polizei griff an diesem Tag die Protestierenden auf dem Platz der Freiheit an, als sie ahnungslos in den aufgeschlagenen Zelten schliefen. Hunderte von Zivilisten wurden brutal zusammengeschlagen und verletzt“, berichtet Hripsime Grigoryan.</p>
<p><b>Medienzensur und das Aufleben des Internets</b></p>
<p>In derselben Nacht verhängte der scheidende Präsident Robert Kocharyan den Ausnahmezustand für 20 Tage und verabschiedete ein Dekret, demzufolge die Medien nur aus offiziellen Quellen berichten durften. Die Zensur erstreckte sich auf alle traditionellen Massenmedien.</p>
<p>„Die Menschen erhielten keine Informationen darüber, wie viele Tote, Verletzte und Verhaftete es gab, was genau in der Nacht zum 1. März vorgefallen war, welche Institutionen involviert waren, welche Rolle dabei die Polizei und die bewaffneten Streitkräfte spielten”, so Grigoryan. „Es war dieses Informationsvakuum und das absolute Fehlen einer alternativen Informationsquelle, die die Menschen dazu brachten, ins Internet zu gehen. Obwohl es damals nur von einigen wenigen Armeniern genutzt wurde und trotz langsamer Dial-Up-Verbindung, war es damals die einzige Quelle, aus der zuverlässige Inform<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-144116 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi-305x307.jpg" alt="Powi" width="206" height="208" /></a>ationen bezogen werden und dann über Mailinglisten, Telefongespräche sowie persönliche Treffen verbreitet werden konnten“, berichtet die Politikwissenschaftlerin.</p>
<p>Die „Volksbewegung“ bekam damit eine Internetpräsenz. Besonders aktiv war damals die Webseite payqar.net (zu Deutsch: Kampf.net, heute nicht mehr online). Neu entstanden waren auch das Online-Journal „<a href="http://independentarmenia.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Independent Armenia</a>“, <a href="http://tzitzernak2.blogspot.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tzitzernak2</a> (Die Schwalbe2), khosk.com (zu Deutsch: das Wort.com, ebenfalls nicht mehr existent), die politischen Blogs <a href="http://unzipped.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNZIPPED</a>, <a href="http://aramazd.livejournal.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aramazd</a> etc.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">Hripsime Grigoryan stammt aus Armenien und studierte Politikwissenschaft an der Central European University in Budapest.  Sie ist Analystin für zivilgesellschaftliche Partizipation und Prozesse. Als ehemalige Aktivistin der Jugendbewegung „Hima“ („Jetzt“) war sie an den Protesten im Jahr 2008 beteiligt.</div></div>
<p>Infolge der politischen Entwicklungen wurde 2008, unter Leitung des Oppositionsführers Levon Ter-Petrosjan der <a href="http://www.anc.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Armenische Nationalkongress</a> gegründet – eine Koalition aus 13 Oppositionsparteien, die ebenfalls über eine eigene Webseite verfügt. Herausragende Mitglieder des Armenischen Nationalkongresses wie Nikol Pashinyan sind heute aktive vielfach gelesene <a href="http://www.nikolpashinyan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger</a>.</p>
<p>Auch zahlreiche Printmedien zog es damals ins Internet, unter anderem die Zeitung <a href="http://www.azatutyun.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Azatutjun.am</a> (zu Deutsch: Freiheit), die Nachrichtenagentur <a href="http://www.a1plus.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">A1Plus.am </a>, die Zeitungen <a href="http://www.armtimes.com/hy/">ArmTimes.com </a> und <a href="http://www.aravot.am">Aravot.am</a> (zu Deutsch: Der Morgen).</p>
<p>Die Berichterstattung in den Internet-basierten Medien unterschied sich grundlegend von den Themen der offiziell zugelassenen. Während die Opposition und ihre Anhänger das Internet nutzten, um auf die Menschenrechtsverletzungen und die fehlende Meinungsfreiheit hinzuweisen, behandelten die herkömmlichen offiziellen Massenmedien in erster Linie die Themen „Sicherheit und Stabilität“, so beschreibt die Menschenrechtlerin und Medienspezialistin Tsovinar Nazaryan die Situation von damals. Die Aktivistin ist die Gründerin der Initiative „Army in Reality civic initiative“ und lebt heute im Ausland.</p>
<p><b>Die zivilgesellschaftlichen Bewegungen seit 2010 </b></p>
<p>Besonders effektiv agieren heute die zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Blogs organisieren. Die ersten erfolgreichen Bürgerinitiativen wurden 2007 und 2010 gegründet, den Anfang machte die Umweltbewegung „<a href="https://www.facebook.com/groups/207369279360129/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rettet Teghut</a>”. Teghut ist ein Dorf in der Provinz Lori im Norden Armeniens und hat großes Kupfer-und Molybdänvorkommen. Die Inititative machte auf die umweltschädliche Gewinnung dieser Metalle aufmerksam, wollte die Bevölkerung für Umweltfragen sensibilisieren und umliegende Dörfer vor Grundwasservergiftung und Gesundheitsschäden retten. Eine zweite Bürgerinitiative hatte sich die Aufrechterhaltung der Stadtparks unter dem Slogan: “<a href="https://www.facebook.com/groups/119537174725392/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stadt gehört uns</a>”zum Ziel gesetzt.</p>
<p>Andere soziale Online-Bewegungen richten sich gegen konkrete Gesetzentwürfe und Verordnungen der Regierung. So konnten, dank der Initiativen “<a href="https://www.facebook.com/groups/543225539077027/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">We pay 100 dreams</a>” und “<a href="https://www.facebook.com/DEMAMKutakayinKensatoshakin?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">I am against!”</a>, die Preissteigerungen für öffentliche Verkehrsmittel sowie die Besteuerung von Renten abgewendet werden.</p>
<p>„In den ersten Jahren hatte sich der Ort des Protests von den Straßen ins Internet verlagert, weg von politischen Fragestellungen in Richtung soziale Gerechtigkeit“, bestätigt Hripsime Grigoryan. Die Bevölkerung scheint sich jedoch allmählich von den entmutigenden Ereignissen vom 1. März 2008 zu erholen. Der in Armenien bekannte Politikanalytiker und Aktivist Arthur Avtandilyan meint eine interessante Tendenz zu erkennen: Die sozialen Bewegungen werden wieder politischer.</p>
<p>Das Internet wird in Armenien heute – sehr viel später als anderswo – von politischen Parteien, Menschenrechtlern, Bürgern und Medien aktiv genutzt. Die Zahl der neuen Internet-Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen wächst stetig weiter. Die oppositionelle Bewegung unter Leitung des ehemaligen Präsidenten Levon Ter-Petrosjan scheint neuen Schwung zu bekommen. Noch ist nicht abzusehen, ob die Proteste auch diesmal eine längerfristige Wirkung zeigen werden.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.facebook.com/arman.veziryan.7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arman Vaziryan</a> (Artikelbild), Nane Khachatryan (Porträt)</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Wenn die Mehrheit keine Mehrheit ist: das US-Wahlystem</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2012 16:20:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinigte Staaten]]></category>
		<category><![CDATA[Electoral College]]></category>
		<category><![CDATA[NPVIC]]></category>
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					<description><![CDATA[Barack Obama ist der Sieger der US-Wahl – das ist seit November allgemein bekannt. Doch dass der US-Präsident tatsächlich erst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wenn-die-mehrheit-keine-mehrheit-ist-reform-des-us-wahlystems/4315419935_bc6b11e7c0/" rel="attachment wp-att-124093"><img decoding="async" class="size-full wp-image-124093 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/4315419935_bc6b11e7c0.jpg" alt="Tyranny of the Majority" width="285" height="330" /></a>Barack Obama ist der Sieger der US-Wahl – das ist seit November allgemein bekannt. Doch dass der US-Präsident tatsächlich erst im Dezember vom „Electoral College“ gewählt wird, wissen nicht alle.</p>
<p>In diesen Tagen geben die 538 Mitglieder des Wahlmännergremiums ihre Stimmen ab. Diese werden Anfang Januar in einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses gezählt, anschließend wird das Ergebnis verkündet. Die Vereidigung des frisch gewählten Präsidenten kann dann am 20. Januar planmäßig vor dem Kapitol stattfinden. Mit Überraschungen wird nicht gerechnet.</p>
<h3>In vier von 57 Wahlen gewann ein &#8220;Minderheiten-Kandidat&#8221;</h3>
<p>Doch das Wahlsystem, das den US-Präsidenten ermitteln soll, ist nicht unumstritten. Bei <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_2000" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Wahl vor zwölf Jahren</a> gewann George W. Bush die Wahl im Electoral College (was entscheidend ist), obwohl er bundesweit weniger Wählerstimmen als sein Konkurrent Al Gore erhalten hatte. Dies war in der Geschichte der Vereinigten Staaten bereits das vierte Mal (nach<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_1824" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> 1824</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_1876" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1876</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_1888" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1888</a>), dass ein Politiker zum Präsidenten gewählt wurde, obwohl er landesweit weniger Stimmen als ein Mitbewerber erhielt.</p>
<p>Neben prozeduralen Fragen wie der unterschiedlichen Gestaltung der Wahlzettel im Land oder dem Einsatz von Zählmaschinen wird auch die grundsätzliche Frage nach dem Sinn des Electoral College aufgeworfen. Die<a href="http://www.feinstein.senate.gov/public/index.cfm/press-releases?ID=a7fac1f5-ee55-b861-59d9-e3db9761efa7" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> kalifornische Senatorin Feinstein </a>forderte im Jahr 2007 gar die Abschaffung des Electoral College. Kritiker bemängeln außerdem, dass die Bevölkerung <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/37/37940/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vieler Bundesstaaten</a> marginalisiert würde, weil sie als Hochburg einer Partei gelten und daher von Kandidaten links liegen gelassen werden.</p>
<p>Doch bis heute ist das Wahlsystem inklusive Electoral College in Kraft. Nach wie vor entsenden alle Bundesstaaten sowie der District of Columbia entsprechend ihrer Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl an Wahlmenschen, mindestens jedoch drei. Insgesamt umfasst das Gremium 538 Electorals (Wahlmenschen). Um zum Präsidenten gewählt zu werden, benötigt ein Kandidat die absolute Mehrheit von 270 Stimmen. Dabei gilt (außer in Maine und Nebraska), dass der Kandidat mit den meisten Wählerstimmen in einem Bundesstaat alle Wahlmenschenstimmen dieses Bundesstaats auf sich vereinigt – daher die Bezeichnungen „winner takes it all“ oder „first past the post“.</p>
<h3>Was spricht für oder gegen das Electoral College?</h3>
<p>Befürworter des Status quo führen als Kernargument an, die Gründungsväter im 18. Jahrhundert hätten verhindern wollen, dass bevölkerungsreiche Staaten den Bundesstaat dominieren und eine „Tyrannei der Mehrheit“ droht. Weil das Ergebnis in einzelnen Bundesstaaten entscheidend ist, müssten sich Bewerber für das Präsidentenamt seither um eine breite Unterstützung in vielen Regionen der Vereinigten Staaten bemühen.</p>
<p>Durch das Electoral College, so die Befürworter, werde sichergestellt, dass einerseits Staaten mit weniger Bevölkerung ein verhältnismäßig großes Stimmgewicht erhalten und andererseits Kandidaten sich der Unterstützung mehrerer verschiedener Bundesstaaten versichern müssten. Dies würde auf Wähler der politischen Mitte abzielen und somit zu einer Mäßigung der politischen Auseinandersetzung führen.</p>
<h3>Reform durch Verfassungszusatz?</h3>
<p>Um das System zu reformieren, müsste eine Verfassungsänderung durch ein <a href="http://www.archives.gov/federal-register/constitution/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amendment (Verfassungszusatz)</a> angestrebt werden. Hierfür müssten nicht nur zwei Drittel der Abgeordneten beider Parlamentskammern zustimmen, sondern auch noch drei Viertel der 50 Bundesstaaten. Diese Hürde erscheint unüberwindbar.</p>
<p>Wahrscheinlicher wäre ein Umgehen des Electoral College durch ein Abkommen zwischen einzelnen Bundesstaaten: Dieser sogenannte <a href="http://www.nationalpopularvote.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">National Popular Vote Interstate Compact (NPVIC)</a> sieht vor, dass die diesem Abkommen beigetretenen Bundesstaaten ihre gesamten Wahlmenschen dem Kandidaten geben, der landesweit am meisten Stimmen gewonnen hat. Das Abkommen würde dann in Kraft treten, wenn die Unterzeichner-Bundesstaaten die Mehrheit im Electoral College erhielten. Denn dann würden diese Bundesstaaten entscheiden, wer US-Präsident wird, unabhängig vom Wahlausgang einzelner anderer Bundesstaaten. Derzeit vereinigen die neun an diesem Projekt teilnehmenden Bundesstaaten 132 der 270 nötigen Electors. Das Projekt hat also schon knapp die Hälfte des Weges hinter sich.</p>
<p>Lesen Sie hierzu auch den <a href="http://politik-digital.de/gastkommentar-ja-zum-relaunch-des-us-wahlsystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gastbeitrag von Dr. Thomas Greven</a> von der Freien Universität Berlin: Bedarf das US-Präsidentschaftswahlsystem eines Relaunchs? Unser Gastautor meint &#8220;Ja!&#8221;.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gastkommentar: Ja zum Relaunch des US-Wahlsystems</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gastkommentar-ja-zum-relaunch-des-us-wahlsystems-124160/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Thomas Greven]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2012 16:00:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[  &#8220;Bedarf das US-Präsidentschaftswahlsystem eines Relaunchs?&#8221; &#8211; Ja! Auch wenn der große Wurf nicht gelingen kann, gibt es Möglichkeiten zur [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/gastkommentar-ja-zum-relaunch-des-us-wahlsystems/us-buttons/" rel="attachment wp-att-124162"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124162" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/US-Buttons-630x420.jpg" alt="US-Präsidentschafts-Buttons" width="630" height="420" /></a>  &#8220;Bedarf das US-Präsidentschaftswahlsystem eines Relaunchs?&#8221; &#8211; Ja! Auch wenn der große Wurf nicht gelingen kann, gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung des US-Wahlsystems.</p>
<p>Barack Obamas Wiederwahl war deutlich, sowohl bei den Wählerstimmen als auch im Electoral College. Juristische Anfechtungen waren aussichtslos. Und doch: Das US-Wahlsystem ist reformbedürftig. Die Wahl fand – sieht man vom Spendensammeln ab – nur in den „Battleground States“ statt. Während sie für die Mehrheit der Amerikaner zu einer Pflichtübung zur Bestätigung von Umfragemustern wird, leiden andere unter einer Lawine von Wahlwerbung. Besser als das Kind auf Youtube kann man ihre Übersättigung nicht zum Ausdruck bringen: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=OjrthOPLAKM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Mommy, I’m sick of Bronco Bama and Mitt Romney“</a>. Indeed!</p>
<p>Aber: Das anachronistische System des Electoral College, Ergebnis eines Kompromisses zwischen bevölkerungsreichen und -armen Staaten, lässt sich nur per Verfassungsänderung reformieren. Diese ist unmöglich, weil sie die Zustimmung derjenigen Staaten benötigt, die derzeit (scheinbar) profitieren. Da deren Mehrheit seit langem Republikanisch wählt, käme Bewegung in die Debatte, wenn die Republikaner aufgrund des Electoral College die Wahl verlören – unwahrscheinlich, angesichts der demographischen Trends. Einzelne Staaten können ihre Wahlmännerstimmen proportional verteilen, wie bereits Nebraska und Maine. Solange nicht viele oder bevölkerungsreiche Staaten auf diese Idee kommen, hätte dies nur marginale Wirkung.</p>
<p>Auch die zweite große “Demokratiebaustelle” der USA, der beinahe unbegrenzte Fluss von Geld in den Wahlprozess, lässt sich nur durch Verfassungsänderung zur Einschränkung des (angeblichen) Rechts auf freie Meinungsäußerung bzw. durch Neuinterpretation von Grund auf reformieren. Heißt das, es lässt sich nichts machen? Keineswegs, unterhalb der Ebene der Verfassungsänderung gibt es Möglichkeiten:</p>
<p>1. Bundesweite Standards für Wählerregistrierung und Stimmenauszählung (auch der „provisional ballots“), inklusive einer einheitlichen Periode und Standards für „early voting“ und für „absentee voting“ sowie bezüglich der technischen Abläufe bzw. Ausrüstung.</p>
<p>2. Finanzielle Anreize des Bundes zur Ermöglichung von „same-day registration“, „early voting“ und begründungslosem „absentee voting“ sowie zur Ausbildung von „poll workers“ und zur Bereitstellung einer ausreichenden Zahl von Wahllokalen.</p>
<p>3. Einzelstaaten können Online-Registrierung zulassen und alle Behörden anweisen, Registrierungsdaten an das Wahlamt zu übermitteln.</p>
<p>Diese Reformen hängen vom politischen Willen ab. Manche Staaten, in denen Republikaner regieren, versuchen, die Wahlbeteiligung von Minderheiten und ärmeren Bürgern zu behindern. Dies ändert sich erst, wenn die GOP merkt, dass ihr derzeitiger Kurs eine demographische Falle ist.</p>
<p>Auch der Einfluss des großen Geldes kann begrenzt werden, ohne die Verfassung zu ändern: „Matching funds“ des Bundes für Kleinspenden; größere Hürden zwischen SuperPACs und den Kandidaten; Änderung des Steuerrechts, so dass alle Organisationen, die sich am politischen Prozess beteiligen, egal mit welchem Anteil ihres Geschäfts, ihre Geldgeber offenlegen müssen.</p>
<p>Es bedarf auch einer Reform des Systems der Wahlkreiszuschnitte für das Repräsentantenhaus (alle zehn Jahre nach der Volkszählung). Heute ist dieses System überwiegend von den Parteien beherrscht, die immer mehr demographisch „sichere“ Wahlkreise schaffen. Dies führt im Tandem mit den Vorwahlen zur Kandidatenauswahl zu einer immer schärferen Polarisierung.</p>
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		<title>US2012: Der YouTube-Wahlkampf von Obama und Romney – Im Endspurt setzen beide Kandidaten auf mildere Töne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Kercher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2012 13:45:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl will ich hier noch einmal einen Blick auf den Endspurt im YouTube-Wahlkampf der beiden Lager [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/endspurt_obama_romney/" rel="attachment wp-att-122611"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122611" title="Originalbild CC-BY-NC-SA  von dview.us via FlickR" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Endspurt_Obama_Romney.jpg" alt="Symboldbild Us-Wahlkampf Zielflagge" width="640" height="427" /></a>Einen Tag vor der US-Präsidentschaftswahl will ich hier noch einmal einen Blick auf den Endspurt im YouTube-Wahlkampf der beiden Lager werfen. Wie schon in meinem vorigen Beitrag soll es hauptsächlich um die Anzahl und die Tonalität der veröffentlichten YouTube-Spots gehen.</p>
<p>Betrachten wir also zunächst wieder die pure Anzahl der veröffentlichten Spots von Obama, Romney und ihren beiden Parteien (vg. Abb. 1). Wie man schön sieht, hat der Video-Output bei Obama im Oktober im Vergleich zum Vormonat noch einmal kräftig zugelegt: Von 152 auf 260 (!) Videos. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 71 Prozent. Oder anders formuliert: Im Oktober veröffentlichte Obama im Schnitt rund neun Videos pro Tag.</p>
<p><em>Abbildung 1: Anzahl der veröffentlichen YouTube-Videos pro Monat, nach YouTube-Kanal</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/anzahl_youtube-videos_0512-1012/" rel="attachment wp-att-122580"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122580" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/anzahl_youtube-videos_0512-1012-630x334.jpg" alt="Anzahl der veröffentlichen YouTube-Videos pro Monat, nach YouTube-Kanal" width="630" height="334" /></a></p>
<p>Bei Romney fiel der Zuwachs hingegen sehr viel bescheidener aus: Er legte von 43 Videos im September auf 49 Videos im Oktober zu. Das sind gerade einmal 14 Prozent Steigerung. Und nicht einmal ganz zwei Videos pro Tag im Oktober. Die republikanische Parteizentrale (RNC)  zeigte im Oktober sogar noch weniger Aktivismus: Hier kam es zu einem Rückgang von 28 auf 23 Videos (minus 18 Prozent). Die demokratische Parteizentrale (DNC) legte hingegen von 14 auf 22 Videos zu, was einer Steigerung von 57 Prozent entspricht.</p>
<h3>Negative Campaigning auf YouTube</h3>
<p>Und wie entwickelte sich die Veröffentlichung von negativen und vergleichenden YouTube-Videos von Obama und Romney und ihre jeweiligen Parteien und Unterstützergruppen? Bei Obama zeigt sich wiederum eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vormonat: von 47 auf 70 Videos (plus 49 Prozent). Obama veröffentlichte im Oktober also erstmals mehr als zwei Videos mit Angriffen auf Romney pro Tag (vgl. Abb. 2).</p>
<p><em>Abbildung 2: Anzahl der veröffentlichen Angriffsspots pro Monat, nach YouTube-Kanal</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/anzahl_angriffsspots_0512-1012/" rel="attachment wp-att-122581"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122581" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/anzahl_angriffsspots_0512-1012-630x299.jpg" alt="Anzahl der veröffentlichen Angriffsspots pro Monat, nach YouTube-Kanal" width="630" height="299" /></a></p>
<p>Ganz anders Romney: Der veröffentlichte im September sogar ein Angriffsvideo weniger als im September (34 statt 35 bzw. minus drei Prozent). Auch das RNC hielt sich im Oktober mit den Angriffen auf Obama eher zurück: Hier sank die Zahl der veröffentlichten Videos von 22 auf 17 (minus 23 Prozent). Mehr als ausgeglichen wurde dieser Rückgang jedoch durch einen erheblichen Zuwachs bei den hier erfassten pro-republikanischen Super-PACs (American Crossroads, Crossroads GPS Crossroads Generation, American Future Fund, AforP, Restore Our Future), bei denen die Zahl der veröffentlichten Angriffsspots von neun auf 37 stieg (plus 311 Prozent). Auch die pro-demokratischen Super-PACs (American Bridge 21st, PPVotes, PrioritiesUSA, SEIU) legten deutlich zu, allerdings “nur” von neun auf 30 Spots (plus 233 Prozent).</p>
<p>Wie sich bei einer Betrachtung des YouTube-Angriffswahlkampfs auf Wochenbasis zeigt, verteilt sich der Video-Output keinesfalls gleichmäßig über die Kalenderwochen im Oktober (vgl. Abb. 3). V.a. bei Obama zeigen sich deutliche Schwankungen von Woche zu Woche. So erreichte der Output an Angriffsspots in der Kalenderwoche 41 (8. bis 14. Oktober), in der das TV-Duell der beiden Vize-Kandidaten Joe Biden und Paul Ryan stattfand, mit 27 Videos (rund vier Videos pro Tag) seinen bisherigen Höhepunkt. In der Folgewoche (in der das zweite TV-Duell zwischen Obama und Romney stattfand) fiel der Output hingegen auf neun Videos (1,3 Videos pro Tag).</p>
<p><em>Abbildung 3: Anzahl der veröffentlichen YouTube-Videos pro Kalenderwoche, nach YouTube-Kanal</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/anzahl_angriffsspots_kw32-kw43_2012/" rel="attachment wp-att-122582"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122582" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/anzahl_angriffsspots_kw32-kw43_2012-630x275.jpg" alt="Anzahl der veröffentlichen YouTube-Videos pro Kalenderwoche, nach YouTube-Kanal" width="630" height="275" /></a></p>
<h3>Tonalität des Video-Outputs auf den YouTube-Kanälen</h3>
<p>Betrachtet man die Anteile der Angriffsspots an allen veröffentlichten Spots (vgl. Abb. 4), so zeigt sich, dass die Tonalität auf den YouTube-Kanälen von Romney und RNC im Oktober tatsächlich positiver ausfiel als im September: Der Anteil von Spots mit Angriffen auf Obama sank von 81,4 auf 69,4 Prozent bei Romney und von 78,6 auf 73,9 Prozent beim RNC. Aber: Auch bei Obama sank der Anteil solcher Angriffsspots, von 30,9 auf 26,9 Prozent. Die Steigerung des Video-Outputs im Oktober bestand hier also nicht in erster aus Angriffsspots, sondern aus positiven Spots. Beim DNC hingegen legte der Anteil von Videos mit Angriffen auf Romney deutlich zu, von 42,9 auf 77,3 Prozent.</p>
<p><em>Abbildung 4: Anteil der Angriffsspots an allen veröffentlichten YouTube-Videos des jeweiligen Kanals</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/anteil_angriffsspots_0512-1012/" rel="attachment wp-att-122583"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122583" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/anteil_angriffsspots_0512-1012-630x314.jpg" alt="Anteil der Angriffsspots an allen veröffentlichten YouTube-Videos des jeweiligen Kanals" width="630" height="314" /></a></p>
<p>(Die Anteile der Angriffsspots bei den Super-PACs werden in der Abbildung nicht aufgeführt, da sie in allen Monaten bei nahezu 100 Prozent liegen.)</p>
<h3>Wie teilen sich die Lager den Angriffswahlkampf auf?</h3>
<p>Eine interessante Entwicklung zeigt sich auch, wenn man berechnet, wie sich der Anteil der Angriffsspots auf die verschiedenen Kanäle innerhalb der beiden Lager verteilt (vgl. Abb. 5). Denn hier wird sehr deutlich, dass sowohl Obama als auch Romney die “Drecksarbeit” im Oktober deutlich stärker ihren Unterstützergruppen bzw. ihrer Parteizentrale überließen als noch im September. So sank der Anteil der pro-demokratischen Angriffsspots, die auf dem YouTube-Kanal von Obama veröffentlicht wurden von 75,8 auf 59,8 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der pro-republikanischen Angriffsspots, die auf dem YouTube-Kanal von Romney veröffentlicht wurden von 53,0 auf 38,6 Prozent.</p>
<p><em>Abbildung 5: Anteil der Angriffsspots an allen veröffentlichten Angriffsspots des jeweiligen Lagers</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/us2012-endspurt-im-youtube-wahlkampf/anteil_angriffsspots_2_0512-1012/" rel="attachment wp-att-122584"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122584" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/anteil_angriffsspots_2_0512-1012-630x312.jpg" alt="Anteil der Angriffsspots an allen veröffentlichten Angriffsspots des jeweiligen Lagers" width="630" height="312" /></a></p>
<p>Im Gegensatz dazu stieg der Anteil der pro-republikanischen Angriffsspots, die auf den Kanälen der hier erfassten Super-PACs veröffentlicht wurden, erheblich an: von 13,6 auf 42,0 Prozent. Auch im demokratischen Lager erhöhte sich der Super-PAC-Anteil am Angriffswahlkampf deutlich: von 14,5 auf 25,6 Prozent. Anders als im republikanischen Lager (in dem der Anteil der RNC-Videos am Angriffswahlkampf von 33,3 auf 19,3 Prozent sank), stieg im demokratischen Lager gleichzeitig auch der Anteil der DNC-Videos mit Angriffen auf Romney, und zwar von 9,7 auf 14,5 Prozent.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Obwohl Obama im Oktober auf seinem YouTube-Kanal noch einmal deutlich mehr Angriffsvideos als im September veröffentlicht hat, fiel die Tonalität des Video-Outputs bei beiden Kandidaten im Vergleich zum Vormonat erheblich positiver aus. Diese Entwicklung kennt man bereits aus früheren Analysen zum TV-Wahlkampf: Das sog. “closing argument” der Kandidaten im Wahlkampf-Endspurt konzentriert sich meistens mehr auf die Leistungen des eigenen Kandidaten als auf die Schwächen des gegnerischen Kandidaten. Denn in dieser letzten Phase des Wahlkampf geht es beiden Seiten nicht mehr in erster Linie darum, Wähler von der Wahl des Gegenkandidaten abzuschrecken, sondern v.a. darum, die eigene Anhängerschaft zur Stimmabgabe zu mobilisieren. Und das gelingt besser mit dem Lob des eigenen Kandidaten als mit Angriffen auf den Gegner.</p>
<p>Dieser positive Schwenk der Kandidaten bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Wahlkampf insgesamt positiver wird. Denn der Rückgang der Angriffe durch die Kandidaten selbst wird zu einem Großteil kompensiert durch eine Zunahme von Angriffen durch deren Unterstützergruppen und/oder die jeweilige Parteizentrale. Noch stärker als im bisherigen Wahlkampf findet in den letzten Wochen des Wahlkampfs also ein “Outsourcing” des Angriffswahlkampfs an Unterstützergruppen und Parteizentralen statt – im YouTube-Wahlkampf genauso wie im TV-Wahlkampf.</p>
<p><em>Dieser Artikel ist ein Crosspost von <a href="https://campaignwatchers.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">campagnenwatchers.de</a> und steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.</em><br />
<a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-121978" title="CC Lizens" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" alt="" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Originalbild CC-BY-NC-SA von dview.us via FlickR</p>
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		<title>Tocqueville 2012: Politischer Roadtrip durch die USA</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 15:56:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In den vergangenen Wochen sind Sarah Bidoli und Sebastian Horn mit ihrem Tocqueville 2012-Projekt (politik-digital.de berichtete) viel herumgekommen. Auf ihrer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/tocqueville-2012-politischer-roadtrip-durch-die-usa/tocqueville-2012_1/" rel="attachment wp-att-122506"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122506" title="Foto: Bidoli/Horn" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tocqueville-2012_1.jpg" alt="" width="640" height="420" /></a>In den vergangenen Wochen sind Sarah Bidoli und Sebastian Horn mit ihrem <a href="http://tocqueville2012.org/?p=136" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville 2012-Projekt</a> (politik-digital.de <a href="http://politik-digital.de/mit-tocqueville-durch-die-usa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>) viel herumgekommen. Auf ihrer Dokumentarreise durch die USA treffen sie auf interessante Menschen und viele spannende Themen. Bei ihren Begegnungen geht es gerne mal um<a href="http://tocqueville2012.org/?p=302" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Zombies</a>, um ein <a href="http://tocqueville2012.org/?p=377" target="_blank" rel="noopener noreferrer">besonderes Häftlingsprogramm</a> oder über Erkenntnisse, die ein <a href="http://tocqueville2012.org/?p=276" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville-Forscher</a> zu berichten hat. Für unsere <a href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Serie zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf</a> werfen wir einen Blick auf einige Stationen der US-Reiseabenteurer.</p>
<p>Ihre Reise beginnt in New York und einer ersten Begegnung mit dem amerikanischen Wahlsystem und dessen Erfordernis, sich für den Urnengang registrieren zu müssen. An der Station &#8220;Union Sqare&#8221; der New Yorker U-Bahn treffen sie freiwillige Helfer der <a href="http://www.nypirg.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New York Public Interest Research Group (NYPIRG)</a>, die versuchen Passanten zu motivieren, sich für die Präsidentschaftswahl registrieren zu lassen. Im <a href="http://tocqueville2012.org/?p=264" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videointerview</a> erklärt der Projektverantwortliche, wieso es wichtig ist, sich erfassen zu lassen und welche Auswirkungen Wahlen auf die Demokratie haben.</p>
<p>Dass mit jedem Wahlkampf in den USA stets der Rekord gebrochen wird, was die Höhe der eingesetzten Wahlkampfbudgets betrifft, kann man regelmäßig alle vier Jahre beobachten. Doch woher kommt eigentlich dieses Geld? <a href="http://tocqueville2012.org/?p=460#more-460" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bidoli und Horn</a> identifizieren drei Formen der Kampagnenfinanzierung im aktuellen Wahlkampf: Spenden, die regulär an die jeweilige offizielle Kampagne fließen, Wahlkampffinanzierung via Super-PACs und die Unterstützung über Wohlfahrtsverbände, den &#8220;Social Welfare Organisations&#8221;.<br />
Im Gespräch mit Justin Elliot, einem Reporter der gemeinnützigen Nachtrichten-Plattform <a href="http://www.propublica.org/series/campaign-2012" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ProPublica</a>, klären sie, was es mit so genanntem &#8220;dark money&#8221;, also Geld, das indirekt in die Kampagnen fließt, auf sich hat.</p>
<p>Auf ihrer Reiseroute Richtung Norden durch den Bundesstaat Michigan passieren sie in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Saginaw,_Michigan" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saginaw</a> ein republikanisches <a href="http://www.migop.org/index.php/get-involved/victory-centers/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Victory-Center&#8221;</a>, in dem sie sich mit Helene Wiltse, Vorsitzende der lokalen <a href="http://saginaw.migop.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saginaw County Republican Party</a> über die Koordination der republikanischen Kampagne <a href="http://tocqueville2012.org/?p=482#more-482" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unterhalten</a>.</p>
<p>Ein Tag und einige Reisekilometer später treffen die beiden Berliner in Green Bay ein, einer Kleinstadt am Lake Michigan. Im benachbarten Appleton besuchen sie ein <a href="http://www.barackobama.com/wi/feature/office-lookup?source=wi_state_nav#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obama-Kampagnenbüro</a> und sammeln <a href="http://tocqueville2012.org/?p=517#more-517" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eindrücke</a> über die Arbeit der freiwilligen Wahlkampfhelfer.</p>
<p>Auf ihrer Tour durch den Alltag der Amerikaner entdecken Bidoli und Horn immer wieder spannende Geschichten. Auf ihrem <a href="http://tocqueville2012.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reiseblog</a> sind eine Vielzahl solcher Begegnungen dokumentiert. Eine dieser Bekanntschaften ist die mit Mike, einem 27-jährigen Amerikaner, der als Soldat ein Jahr im Irak diente. Herausgekommen ist ein interessantes und hoch politisches <a href="http://tocqueville2012.org/?p=626" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a>.</p>
<p><em>Weitere Erlebnisse finden Sie auf dem <a href="http://tocqueville2012.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tocqueville 2012-Reiseblog</a>.</em></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Die Rückkehr der Freiwilligen: Die steigende Bedeutung von GOTV in amerikanischen Kampagnen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-rueckkehr-der-freiwilligen-die-steigende-bedeutung-von-gotv-in-amerikanischen-kampagnen-122336/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Jungherr]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 14:08:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wurde in den vergangenen Jahren über Innovationen im amerikanischen Wahlkampf gesprochen, war damit meist die kreative Nutzung des Internet gemeint. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-rueckkehr-der-freiwilligen-die-steigende-bedeutung-von-gotv-in-amerikanischen-kampagnen/gotv-ab/" rel="attachment wp-att-122374"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122374" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/GOTV-AB-630x472.jpg" alt="Quelle: flickr.com | Barack Obama | CC BY-NC-SA 2.0" width="630" height="472" /></a>Wurde in den vergangenen Jahren über Innovationen im amerikanischen Wahlkampf gesprochen, war damit meist die kreative Nutzung des Internet gemeint. Neben den viel diskutierten und immer wieder enthusiastisch diagnostizierten Internet-Grassrooots, Facebook-, Twitter- und App-Revolutionen kam es gleichzeitig auch offline zu interessanten Veränderung in der Kampagnenführung. Als Folge dieser Veränderungen erhält die Arbeit von Freiwilligen eine immer gewichtigere Rolle in der Umsetzung politischer Kampagnen in den USA.</p>
<p>In den vergangenen zehn Jahren kam es in den USA zu einer von Deutschland weitgehend unbeobachteten Veränderung in der praktischen Umsetzung von Wahlkämpfen. Neben den bekannten Wettkämpfen um Nachrichtenzyklen und Fernsehspots begannen die Kampagnenmacher, den potentiellen Wählern mithilfe von Telefonanrufen oder Hausbesuchen von Freiwilligen aus der Zielgruppe den Wahlkampf nahe zu bringen. In seiner Studie <a href="http://press.princeton.edu/titles/9616.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns&#8221;</a> benutzt der dänische Kommunikationswissenschaftler <a href="http://rasmuskleisnielsen.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rasmus Kleis Nielsen</a> hierfür den Begriff &#8220;personalisierte politische Kommunikation&#8221;.</p>
<h3>Wachsende Bedeutung von personalisierter Kommunikation</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/die-rueckkehr-der-freiwilligen-die-steigende-bedeutung-von-gotv-in-amerikanischen-kampagnen/volunteer/" rel="attachment wp-att-122354"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122354" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Volunteer.jpg" alt="" width="320" height="213" /></a>&#8220;Get-Out-the-Vote&#8221; (GOTV), also der gezielte Kontakt zu potentiellen Wählern durch Freiwillige oder bezahlte Kampagnenhelfer, war zwar schon immer ein Element amerikanischer Wahlkämpfe &#8211; aber drei Entwicklungen führten zu der kontinuierlich steigenden Bedeutung von GOTV-Elementen in den Kampagnen. Einerseits müssen Wahlkämpfe in den USA in einem stark fragmentierten Medienumfeld kommunizieren. Seit den 1980er Jahren sehen sich Amerikaner einem vielfältigen und stetig wachsendem Medienangebot gegenüber. Dies führt zwangsläufig zu einer Aufsplitterung des Publikums, was es für Kampagnen immer schwieriger macht, potentielle Wähler über klassische Medienkanäle zu erreichen. Der amerikanische Politologe <a href="http://www.princeton.edu/~mprior/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Prior</a> zeigte 2007 in seinem Buch <a href="http://www.cambridge.org/de/knowledge/isbn/item1162668/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Post Broadcast Democracy&#8221;</a> eindrucksvoll, welche gesellschaftlichen Folgen diese Aufsplitterung des Publikums hat. Die von Prior aufgezeigten Prozesse werden durch die zunehmende Nutzung des Internet noch weiter verstärkt.</p>
<p>Parallel zu dieser Entwicklung zeigten Feldexperimente der Politologen <a href="https://sites.google.com/site/donaldpgreen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Donald P. Green </a>und <a href="http://pantheon.yale.edu/~agerber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alan S. Gerber</a>, dass die persönliche Ansprache potentieller Wähler durch Kampagnenmitarbeiter eine deutlich höhere Mobilisierungswirkung hatte als der Kampagnenkontakt über automatisierte Anrufe wie &#8220;Robocalls&#8221; oder Postsendungen. Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse ihrer Experimente in ihrem Buch <a href="http://www.brookings.edu/research/books/2008/getoutthevotesecondedition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Get Out the Vote! How to Increase Voter Turnout&#8221;</a> gehören Gerbers und Greens Erkenntnisse zu Grundelementen amerikanischer Wahlkämpfe.</p>
<h3>Kampagnen-Optimierung durch Online-offline-Verzahnung</h3>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Zusätzlich zu der wachsenden Zersplitterung der Mediennutzung und dem in amerikanischen Kampagnen steigenden Bewusstsein für die Bedeutung des persönlichen Kontakts mit potentiellen Wählern trugen auch das Internet und die zunehmende Digitalisierung zu einer neuen &#8220;personalisierten&#8221; Form der politischen Kommunikation bei. Die bereits auf politik-digital.de <a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschriebene</a> ansteigende Nutzung von Datenbanken und des &#8220;predictive modelling&#8221; ermöglicht US-Kampagnen eine immer präzisiere Auswahl potentieller Wähler, die erst den relativ ressourcenintensiven persönlichen Kontakt durch Freiwillige möglich macht. Die Rolle des Internet bei der Organisation dieser Offline-Kampagnenelemente darf also nicht unterschätzt werden. Allerdings liegt die Bedeutung des Netzes hierbei nicht im bunten, journalisten- und beraterfreundlichen Facebooken oder Twittern, sondern in der Stärkung und Optimierung der Infrastruktur politischer Kampagnen.</p>
<p>Einen detaillierteren Blick auf die Entwicklung des personalisierten GOTV bieten der Kommunikationswissenschaftler <a href="http://rasmuskleisnielsen.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rasmus Kleis Nielsen</a> in seinem Buch <a href="http://press.princeton.edu/titles/9616.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Ground Wars: Personalized Communication in Political Campaigns&#8221;</a> und der Journalist Sasha Issenberg in seinem Buch <a href="http://www.thevictorylab.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;The Victory Lab: The Secret Science of Winning Campaigns&#8221;</a> sowie in seinen verschiedenen <a href="http://www.slate.com/authors.sasha_issenberg.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikeln</a> für die Webseite Slate.</p>
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		<title>US-Wahlkampf: Obama hat im Social Web die Nase vorn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Adrian Rosenthal]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2012 13:41:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Barack Obamas Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2008 war nicht zuletzt das Ergebnis einer innovativen Wahlkampf-Strategie im Social Web. Kein Wunder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/barack-obama-campaign-ab/" rel="attachment wp-att-122341"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122341" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Campaign-AB-630x419.jpg" alt="" width="630" height="419" /></a>Barack Obamas Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2008 war nicht zuletzt das Ergebnis einer innovativen Wahlkampf-Strategie im Social Web. Kein Wunder also, dass Mitt Romneys Team  mit allen Mitteln versucht, die digitale Lücke im Social Web zu schließen.</p>
<p>Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 votierten 66 Prozent der 18- bis 29-jährigen US-Bürger &#8211; die &#8220;Digital Naturals&#8221; &#8211; für den amtierenden Präsidenten Obama. Genau diese Zielgruppe treibt dabei den digitalen US-Wahlkampf voran. Mitt Romneys Team versucht in diesem US-Wahlkampf dementsprechend, die digitale Lücke im Social Web zu schließen &#8211; und benutzt dafür ganz ähnliche Mittel.</p>
<h3>Republikaner mit Licht und Schatten im digitalen US-Wahlkampf</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/mitt-romney/" rel="attachment wp-att-122330"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122330" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Mitt-Romney.jpg" alt="" width="300" height="170" /></a>Mitt Romneys <a title="Homepage Mitt Romney" href="http://www.mittromney.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> ähnelt in vielen Organisationselementen <a title="Plattform Barack Obama" href="http://www.barackobama.com/splash/choice-signup?" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mybarackobama.com</a>, dem Social Hub des US-Präsidenten. Zudem sind die Republikaner im US-Wahlkampf heute auf allen altbewährten Social Media Kanälen aktiv, sei es twitter, facebook oder YouTube. Dabei können sie durchaus Erfolge verbuchen: Republikanische Kongressabgeordnete nutzen Social-Media-Kanäle häufig effektiver als ihre demokratischen Kollegen; auch die Interaktionsrate und Viralität der republikanischen Social-Web-Auftritte brauchen den Vergleich mit den Demokraten nicht zu scheuen. Einzig: Wirklich neue, innovative Ideen findet man im digitalen US-Wahlkampf Romneys kaum. Diese „Altbackenheit“ vermischt sich mit dem einen oder anderen Wahlkampf-Patzer: In einer App, mit der User ihre Unterstützung für Romney im US-Wahlkampf zeigen sollten, war von einem besseren „Amercia“ die Rede – ein Rechtschreibfehler, der sofort von zahlreichen Blogs auf die Schippe genommen wurde.</p>
<h3>Wahlkampf des US-Präsidenten erneut innovativer</h3>
<p>Genau diese Viralität im Social Web spielt im diesjährigen Wahlkampf nicht selten dem amtierenden US-Präsidenten zu: So erstellten seine Anhänger beispielsweise in Anspielung auf Romneys „binders full of women“-Lapsus einen entsprechenden <a href="http://bindersfullofwomen.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tumblr-Blog</a>. Doch auch Obamas Wahlkampf-Strategen selbst haben immer wieder frische Ideen, um den digitalen US-Wahlkampf anzuheizen. Ein gutes Beispiel ist <a href="http://www.romneytaxplan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">romneytaxplan.com</a>: Diese Seite nimmt die Weigerung des Herausforderers auf die Schippe, während des US-Wahlkampfs konkrete Details zu seinen Steuerplänen zu äußern. Dass die Seite beim Google-Suchauftrag „Romney tax plan“ auf Position eins rangiert, passt nicht nur gut ins Bild dieses gut durchdachten Wahlkampfmanövers, sondern dokumentiert zudem, dass Suchmaschinenoptimierung in der politischen Kommunikation ein Thema ist.</p>
<h3>Obamas US-Wahlkampf mit besserer Reichweite und Software</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/us-wahlkampf-obama-hat-im-social-web-die-nase-vorn/barack-obama-twitter/" rel="attachment wp-att-122329"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-122329" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barack-Obama-Twitter-305x229.jpg" alt="" width="305" height="229" /></a>Doch nicht nur die Kreativität des Wahlkampfteams um den US-Präsidenten sorgt dafür, dass er im Social Web weiter die Nase vorne hat. Durch seine längere Aktivität auf facebook und twitter übertrifft er Mitt Romney in Sachen Social-Web-Reichweite in diesem US-Wahlkampf deutlich – doch auch auf Plattformen, die wie Pinterest oder Instagram 2008 noch gar nicht existierten, hat der Amtsträger mehr Anhänger. Dabei profitiert er von seiner anhaltenden Popularität unter den 18- bis 29-jährigen US-Bürgern, welche den Wahlkampf im Social Web als aktive Player besonders antreiben und auf Patzer Romneys häufig noch schneller reagieren, als Obamas Team selbst.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Nicht zuletzt hat der Präsident in Sachen Technologie auch in diesem US-Wahlkampf Vorteile: Seit dem Launch von mybarackobama.com läuft die Seite ohne Probleme; die App „Obama for America“ verrät unter anderem, ob der neue Nachbar Demokrat ist und treibt damit das <a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microtargeting</a> von Wählern im US-Wahlkampf weiter voran. Der technologische Vorsprung Obamas liegt nicht zuletzt an seinem deutlich höheren Budget für Social-Web-Aktivitäten im US-Wahlkampf – welches andererseits durch effektive Online-Fundraising-Konzepte gedeckt wird.</p>
<h3>Social Media wichtiger Faktor im US-Wahlkampf</h3>
<p>All das wird Obama nicht die US-Präsidentschaft sichern: Wahlen werden (noch) nicht im Social Web entschieden. Aber: Der digitale Wahlkampf mobilisiert möglicherweise entscheidende Wählergruppen – und sollte der Amtsträger die Wahl gewinnen, werden Leitartikler dieses Mal wieder davon sprechen, dass er diese US-Präsidentschaftswahl auch mit einem innovativen Online-Wahlkampf gewonnen hat.</p>
<p><em>Die ausführlichen Analysen zum US-Wahlkampf im Social Web erhalten Sie auf <a href="http://www.udldigital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UdL Digital</a>, wo Gastautor und USA-Spezialist Adrian Rosenthal die digitalen Wahlkampfstrategien<a title="Wahlkampfanalyse UdL-Digital" href="http://www.udldigital.de/der-us-wahlkampf-im-social-web-konnen-romney-und-die-republikaner-die-digitale-lucke-schliesen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Mitt Romneys</a> und <a title="Wahlkampfanalyse UdL-Digital" href="http://www.udldigital.de/der-us-wahlkampf-im-social-web-obama-bleibt-im-vorteil/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Barack Obamas</a> untersucht hat.</em></p>
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		<title>Wahlkampf – Who cares?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Michael Kotowski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 12:02:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
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		<category><![CDATA[Sarah Silverman]]></category>
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					<description><![CDATA[Trotz aller Bemühungen der amerikanischen Medien, die bevorstehende Präsidentschaftswahl (von den gleichzeitigen Kongresswahlen spricht ohnehin fast niemand) als enges Rennen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wahlkampf-who-cares/obama_us-wahlkampf_uslogo/" rel="attachment wp-att-122197"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122197" title="Quelle: flickr.com | Barack Obama | CC BY-NC-SA 2.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Obama_US-Wahlkampf_uslogo.jpg" alt="" width="640" height="427" /></a>Trotz aller Bemühungen der amerikanischen Medien, die bevorstehende Präsidentschaftswahl (von den gleichzeitigen Kongresswahlen spricht ohnehin fast niemand) als enges Rennen zu inszenieren, will sich innerhalb der Bevölkerung kein wirkliches Wahlkampffieber bemerkbar machen.</p>
<p>Fast schon rührend mutete der Versuch der Medien an, die TV-Debatten als potentielle &#8220;game changer&#8221; zu vermarkten. Historisch und <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/ezra-klein/wp/2012/10/03/what-political-scientists-know-about-debates/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politikwissenschaftlich</a> gesehen ist der Effekt von TV-Debatten auf Wahlergebnisse jedoch äußerst gering. Interessantweise hat es sich aber doch so ergeben, dass Mitt Romney durch die erste TV-Debatte in der Tat einen beachtlichen Umschwung in einigen <a href="http://fivethirtyeight.blogs.nytimes.com/2012/10/11/oct-10-is-romney-leading-right-now/?ref=politics" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umfragen</a> erreichen konnte. Auch wenn sich bei den Demokraten deswegen bereits typische Panik breit machte (die durch Obamas &#8220;Punktsieg&#8221; in der zweiten Debatte schon wieder etwas abgemildert wurde), fehlt der bevorstehenden Wahl trotzdem jedwede Aura von Brisanz oder Enthusiasmus.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wahlkampf-who-cares/us-wahlkampf/" rel="attachment wp-att-122193"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-122193" title="US-Wahlkampf | Foto: Jan Kotowski" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/US-Wahlkampf.jpg" alt="" width="280" height="373" /></a>Nun sind die USA freilich ein sehr großes Land mit gewaltigen regionalen Unterschieden, und man muss sich bei persönlichen Beobachtungen stets bewusst sein, dass diese bestenfalls einen kleinen Abschnitt einer größeren Wirklichkeit darstellen. Dies gilt umso mehr für meinen Wohnort, das Surfer- und Uni-Städtchen Santa Cruz, 100 Kilometer südlich von San Francisco direkt am Pazifik gelegen. Als selbsterklärte Bastion der Gegenkultur wählt Santa Cruz County selbstredend demokratisch, bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen sogar mit jeweils über 70 Prozent der Stimmen. Darüber hinaus gilt Kalifornien heute als praktisch uneinnehmbare Festung der Demokraten: Seit 1992 hat jeder demokratische Kandidat mindestens eine Million Stimmen mehr erhalten als der republikanische Gegenkandidat. Bedingt durch das amerikanische Wahlsystem sind republikanische Stimmen in Kalifornien also ähnlich wertlos wie demokratische in den meisten Südstaaten.</p>
<h3>Probleme bei der Mobilisierung von Wählern</h3>
<p>Hieraus resultiert das bekannte Problem, dass sich die Wahl in einigen wenigen &#8220;battleground states&#8221; entscheidet. Dementsprechend bekommt man in Santa Cruz auch kaum einen Wahlwerbespot zu sehen, wird aber bereits an der Grenze zu Nevada mit Werbung förmlich überschüttet. Zwar ist dies ein durchaus ernstzunehmendes demokratietheoretisches Problem; bedingt durch die Reformträgheit des amerikanischen politischen Systems wird sich hieran in naher Zukunft aber kaum etwas ändern. Ein weiterer Indikator für den Mangel an Enthusiasmus ist die rückläufige Entwicklung bei der <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2012/oct/03/democrats-struggle-voter-surge-registration-push" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählerregistrierung</a>. Zwar sind hiervon beide Parteien betroffen, aber insbesondere Obama scheint Probleme bei der Mobilisierung von Wählern zu haben und dies zudem auch noch in den ausschlaggebenden &#8220;swing states&#8221; wie Colorado, Iowa, Florida, Nevada, Ohio und Virginia.</p>
<p>Das Thema Wählerregistrierung an sich ist hochgradig politisiert, da die Demokraten den Republikanern (zu Recht) vorwerfen, typische Demokraten-Wähler wie Afroamerikaner, Latinos, Rentner und Jungwähler durch neue Registrierungsvorschriften von der Stimmabgabe abhalten zu wollen. Die Komikerin <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ypRW5qoraTw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sarah Silverman</a> hat hierzu einen in den sozialen Netzwerken vielbeachteten –und typisch derben– Videoclip veröffentlicht.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ypRW5qoraTw" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Allerdings sind diese strukturellen Probleme nichts wirklich Neues und sie änderten auch nichts daran, dass bei der Wahl vor vier Jahren landesweit eine völlig andere Stimmung herrschte. Woran liegt es also, dass dieses Jahr ein solches Desinteresse an der Wahl zu beobachten ist? Nun, zunächst einmal muss die Wahl von 2008 als Abrechnungsprojekt mit acht hochemotionalen und kontroversen Jahren unter Bush junior verstanden werden. Nach vier Jahren unter Obama mag sich eine solche Wechselstimmung natürlich (noch) nicht einstellen, allerdings haben Dauerrezession und kontinuierlich hohe Arbeitslosenzahlen zu einer weit vernehmbaren Ernüchterung beigetragen. Entscheidender für das Enthusiasmusdefizit dürften jedoch die beiden Kandidaten selbst sein.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div>
<h3>Keine Begeisterungsstürme für Obama</h3>
<p>Obama hat bei der linken Basis sehr viel Kredit verspielt. <a href="http://www.theatlantic.com/politics/archive/2012/09/why-i-refuse-to-vote-for-barack-obama/262861/#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Conor Friedersdorf</a> hat dies in einem viel beachteten Beitrag im Atlantic auf den Punkt gebracht: &#8220;Why I refuse to vote for Barack Obama&#8221;. Hauptpunkte seiner Kritik sind der Drohnenkrieg in Pakistan, das Exekutivrecht, amerikanische Staatsbürger auf eine Tötungsliste zu setzen und der ohne Ermächtigung vom Kongress vorgenommene Libyen-Einsatz. Hinzufügen lassen sich zahlreiche innenpolitische Bereiche wie zum Beispiel die extrem restriktive Einwanderungspolitik. Zwar mögen diese Punkte für den typischen Demokraten-Wähler keine herausragende Rolle spielen, aber sie tragen in ihrer Gesamtheit doch dazu bei, dass sich die Begeisterung für Obama, insbesondere bei den für die Kampagne in 2008 so bedeutsamen Jungwählern, in engen Grenzen hält.</p>
<p>Wenn also der &#8220;Mythos Obama&#8221; durch vier Jahre mühsamer Regierungsarbeit etwas entzaubert ist, bedeutet dies dann im Umkehrschluss, dass Mitt Romney als Alternative hiervon notwendigerweise profitiert? Nicht einmal ansatzweise. Romney ist – aus Sicht der republikanischen Basis – ein klassischer Kandidat des geringeren Übels. Die Evangelikalen haben mit seinem mormonischen Glauben ohnehin ein prinzipielles Problem und für Fundamentalkonservative hat er aufgrund seines &#8220;track records&#8221; ein Glaubwürdigkeitsproblem. Nun ist die konservative Abneigung gegen Obama – sei es aus ideologischen oder nur notdürftig verschleierten ethno-kulturellen Gründen – aber stark genug, dass sich selbst ein so schwacher Kandidat wie Romney erstaunlich gut im Rennen halten kann. In einer primär von einem Enthusiasmusdefizit gekennzeichneten Wahl wie dieser verbraucht sich dann sogar eine fundamentale Wählerbeschimpfung wie Romneys <a href="http://www.motherjones.com/politics/2012/09/secret-video-romney-private-fundraiser" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;47%-Rede&#8221;</a> innerhalb kürzester Zeit in der abgestandenen Luft des routiniert-hysterischen Wahlkampfspektakels.</p>
<p><em>Dieser Text ist zuerst erschienen auf dem<a href="http://www.demokratie-goettingen.de/verzeichnis/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Blog</a> des Göttinger Institut für Demokratieforschung.</em></p>
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		<title>Microtargeting &#8211; Wahlkampf mit Datensätzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2012 14:49:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kaum ein Thema der letzten beiden US-Präsidentschaftswahlkämpfe hat die Beobachter hierzulande so sehr begeistert wie die Internetaktivitäten der Kandidaten. Es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/target_6/" rel="attachment wp-att-122126"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122126" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Target_6.jpg" alt="" width="600" height="396" /></a>Kaum ein Thema der letzten beiden US-Präsidentschaftswahlkämpfe hat die Beobachter hierzulande so sehr begeistert wie die Internetaktivitäten der Kandidaten. Es geht um Apps, Social Media und Mobilisierungsnetzwerke. Nur selten rücken dabei jedoch die Datenbanken als Fundament solcher Netzaktivitäten in den Vordergrund. Dabei spielen die Datenbanken der Parteien bereits seit Jahrzehnten eine nicht zu unterschätzende Rolle in amerikanischen Wahlkämpfen.</p>
<p>Sowohl Republikaner als auch Demokraten pflegen umfangreiche Datenbanken mit Informationen über die wahlberechtigte Bevölkerung. Die Parteien versprechen sich davon, potentielle Wähler zu erkennen und mit den passenden Botschaften und Themen anzusprechen. Durch den Siegeszug des Computers und des Internet haben die Datenbanken in den Parteizentralen einen regelrechten Aufschwung erlebt und wurden spätestens im US-Präsidentschaftswahlkampf 2008 auch für eine größere Öffentlichkeit sichtbar.</p>
<h3>Intelligente Algorithmen</h3>
<p>So sorgte Barack Obama 2008 für einige Aufmerksamkeit, als er Microtargeting einsetzte &#8211; also die zielgenaue, themenspezifische Wähleransprache-, indem er seine freiwilligen Helfer Millionen von Daten sammeln ließ. Während Microtargeting bei Google zu passenden Suchergebnissen und passender Werbung führt, sind es im politischen Bereich die auf die Einzelperson zugeschnittenen Spendenaufrufe und Themenansprachen. Intelligente Algorithmen helfen außerdem dabei, Voraussagen über das Spendenverhalten, die Wahlbeteiligung und das Engagement zu treffen und damit die Ansprache zu optimieren.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Nach 2008 werden auch in diesem Jahr wieder freiwillige Helfer von Obama rekrutiert, um Daten zu sammeln. Auf der Internetplattform <a href="http://call.barackobama.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">call.barackobama.com</a> kann sich quasi jeder im Auftrag von Obama als Telefonunterstützer betätigen. Dazu wird den Unterstützern vom System vollkommen automatisch die Telefonnummer eines potentiellen Wählers zugewiesen. Dieses Telefonat kann direkt auf der Internetseite dokumentiert werden. Auf diese Weise ist bereits im vergangenen Wahlkampf ein umfangreicher Datenberg entstanden, der Obama in diesem Wahljahr einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten Mitt Romney verschafft hat.</p>
<h3>Der gläserne Wähler</h3>
<p>Doch nicht nur auf die selbsterhobenen Daten wird zurückgegriffen, sondern auch sogenannte Data-Mining-Dienstleister kommen zum Einsatz. Dadurch gelangen die Kampagnenstrategen an für ihre Zwecke sehr wertvolles Wissen darüber, was potentielle Wähler einkaufen, wo sie wohnen, welche Autos sie fahren, was sie lesen und womit sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen. Das Verknüpfen solcher kommerziellen Daten mit den eigenen Daten ist zwar auch in den USA nicht gern gesehen, aber scheinbar inzwischen gängige Praxis.</p>
<p>Die Wähleransprache hat sich also grundlegend verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen TV-Werbung und Postwurf-Aktionen alleine ausreichten. Vielmehr wird in immer stärkerem Maße versucht, die Wähler persönlich und möglichst individuell anzusprechen. Der gläserne Wähler ist in den USA also Realität geworden.</p>
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