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	<title>Professionalisierung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Professionalisierung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Zehn Jahre Onlinejournalismus: Ein Interview mit Lorenz Lorenz-Meyer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thauswedell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach den ersten zehn Jahren im Online-Journalismus ist die Aufbruchstimmung und Risikofreude von einst verflogen: Online-Journalismus hat sich langsam aber sicher etabliert - die papierne Zeitung wird er jedoch so bald nicht ablösen, konstatiert Lorenz Lorenz-Meyer, ehemaliger Redakteur bei SPIEGEL-ONLINE und Professor für Online-Journalismus an der FH Darmstadt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Nach den ersten zehn Jahren im Online-Journalismus ist die Aufbruchstimmung und Risikofreude von einst verflogen: Online-Journalismus hat sich langsam aber sicher etabliert &#8211; die papierne Zeitung wird er jedoch so bald nicht ablösen, konstatiert Lorenz Lorenz-Meyer, ehemaliger Redakteur bei SPIEGEL-ONLINE und Professor für Online-Journalismus an der FH Darmstadt.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Welche Erwartungen an das Medium Internet hatten Sie, als Sie mit dem Online-Journalismus begannen?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz Lorenz Meyer</span>:Ich habe ziemlich genau vor neun Jahren mit dem Online-Journalismus angefangen, damals für SPIEGEL ONLINE, das bereits seit einem Jahr im Web existierte, und seit ca. 2 Jahren bei Compuserve. Das Spannende zu jener Zeit war vor allem, dass es noch keine ausgeprägten Erwartungen gab. Es war alles neu und unbestimmt. Natürlich hatten wir ein paar Vorbilder und Anknüpfungspunkte, &#8220;Hot Wired&#8221; zum Beispiel und Joshua Quittner mit seiner Idee eines &#8220;Way New Journalism&#8221;, eines schnellen, persönlichen, extrem lesernahen Schreibens.<br />
                            <br />Für mich persönlich war es aber vor allem der Gedanke der Interaktivität, der mich faszinierte – die Vorstellung, in einen dezentralen Diskurs einzutreten und ihn publizistisch nutzbar zu machen. Einer meiner ersten Schritte im Internet bestand darin, mir einen Account bei der legendären kalifornischen Community &#8220;The Well&#8221; zu beschaffen, in der sich damals besonders viele Journalisten tummelten. &#8220;The Well&#8221; und andere US-amerikanische Foren wie &#8220;Cafe Utne&#8221; und &#8220;Salon Table Talk&#8221; wurden dann später Vorbild für das &#8220;SPIEGEL ONLINE Forum&#8221; und die &#8220;ZEIT Debatte&#8221;.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Es sind so viele Hypes aufgetaucht und wieder verschwunden &#8211; was waren die größten Irrglauben der Branche?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Ich denke, man kann da nicht von DER Branche sprechen. Je nachdem, ob man die Journalisten betrachtet oder Leute aus den Verlagsetagen, sehen die Illusionen ganz unterschiedlich aus. Wir Journalisten haben zum Beispiel den gerade erwähnten Communities zu viel zugetraut, jedenfalls einige von uns, zu denen ich mich zähle. Wir haben auch den Aufwand unterschätzt, den es bedeutet, im laufenden Geschäft und unter hohem Zeitdruck aktuelle journalistische Inhalte wirklich „internetgerecht“ aufzubereiten, das heißt, mit Hintergründen, Archivmaterialien und Fundstellen im Web zu verlinken. Das hört sich in der Theorie wunderbar an, in der Praxis darf man froh sein, wenn man hier und da mal ein bisschen an der Oberfläche des theoretisch Machbaren kratzt.<br />
                            <br />Die Verlagsleute haben sich naturgemäß eher in puncto Erlösmöglichkeiten etwas vorgemacht, und tun dies meines Erachtens immer noch, etwa im Zusammenhang mit Paid Content-Modellen. Aber jeder Hype, den wir mitgemacht haben, die -zig erfolglosen Kooperationen mit irgendwelchen E-Commerce- oder Mobilservice- Anbietern, die Microsoft-Push-Kanäle, die hilflosen Versuche, mit Portalen, WAP-Diensten, obskuren Syndication-Partnern den wirtschaftlichen Durchbruch zu erzielen, all das hat auch positive Spuren hinterlassen. Nehmen Sie zum Beispiel die Push-Idee: sie erfährt zur Zeit mit den RSS-Feeds von Weblogs und Nachrichtensites eine grandiose Wiederkehr.<br />
                            <br />Insofern bin ich gar nicht mehr so geneigt, mich über die Hypes der späten 90er Jahre lustig zu machen. Den meisten lagen gute Ideen zugrunde, man hat nur deren Entwicklungsgeschwindigkeit überschätzt, und manchmal auch ihre Reichweite. Die Diskrepanz zwischen Hoffnung und tatsächlichem Erfolg ist meines Erachtens bislang am größten gewesen bei den mobilen Content-Diensten, Stichwort WAP oder UMTS. Aber auch das kann sich noch ändern und zum Positiven wenden.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: In welchem Maße hat sich Ihrer Einschätzung nach der Online-journalismus in Bezug auf die Professionalisierung in der Berichterstattung, der Schnelligkeit und der Qualität verändert?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Da, wo genügend finanzielle Mittel zur Verfügung standen und man mit einer gewissen Kontinuität am Ball geblieben ist, hat es zweifellos eine echte Professionalisierung geben: Das Niveau, das man von tagesschau.de, faz.net oder sueddeutsche.de erwarten kann, ist mittlerweile gleichbleibend hoch, obwohl einige der Redaktionen in der Medienkrise übel bluten mussten. Aber leider heißt das auch, dass dumpfe Routine eingekehrt ist in die Online-Redaktionsstuben. Von der Aufbruchstimmung und der Risikofreude der ersten Jahre ist wenig mehr zu spüren. Online-Journalismus in Deutschland hat sich vor allem beschränkt aufs Nachrichtengeschäft, die wenigen Ausnahmen, etwa Heises &#8220;telepolis&#8221;, sind marginalisiert, ein paar gute Formate wie die grandiosen Presseschauen der Perlentaucher oder das ebenfalls hervorragende &#8220;Altpapier&#8221; in der Netzeitung sind sekundäre Services, die vom geistigen Geschehen in den traditionellen Medien leben.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Wird der Online-Journalismus den klassischen Offlinejournalimus im Bereich der Tageszeitungen auf lange Sicht ablösen, also das Ende der papierenen Zeitung bedeuten?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: &#8220;Auf lange Sicht&#8221; ist ein sehr dehnbarer Begriff. Meines Erachtens hat die papierne Zeitung gegenüber der Internetseite immer noch das haushoch überlegene Interface: Sie ist besser transportabel und macht erheblich mehr Inhalte in kürzester Zeit auf konkurrenzlos übersichtliche Weise zugänglich, gibt dabei Aufschluss über Länge und Gewichtung der Beiträge, wie keine Website es könnte. Auf den bahnbrechenden Fortschritt bei den Computer-Displays warten wir nun schon seit vielen Jahren, und ich glaube, dass es auch noch viele weitere Jahre dauern wird, bis wir etwas in der Hand halten, das der papiernen Zeitung das Wasser reichen kann. So lange sollten wir Print und Internet als Partnermedien begreifen und uns daran machen, sie besser auf einander abzustimmen, statt sie gegeneinander auszuspielen.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Auch der Online-Journalismus kostet Geld. Kann man mit Journalismus im Netz überhaupt Geld verdienen? Geht das nur mit bestimmten Inhalten, aber nicht mit Nachrichten?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Das lässt sich noch nicht wirklich absehen. Ich halte immer noch die Werbung für die wichtigste Erlösquelle. Außerdem entstehen nach und nach auch im Internet publizistische Produkte, für die die Nutzer bereit sind, Geld zu bezahlen. Hier müssen wir noch eine Menge Erfahrungen sammeln, sowohl in der Gestaltung dieser Produkte (Abonnements für Aktuelles oder Archiv, kostenpflichtige On-Demand-Recherchen und Themendossiers etc.) als auch in der Preispolitik: die Tatsache, dass beim Online-Kanal Kosten für Herstellung und Vertrieb kaum eine Rolle spielen, muss sich auch im Pricing niederschlagen, wenn man eine breite Käuferschaft ansprechen will. Aber dafür wird der Markt auf längere Sicht schon sorgen.</p>
<p>
                            <span class="fett">politik-digital</span>: Bedeuten Weblogs jetzt, dass endlich jeder Nutzer selbst zum &#8220;Sender&#8221; werden kann?</p>
<p>
                            <span class="fett">Lorenz- Meyer</span>: Weblogs sind schon jetzt kein Nischenphänomen mehr. Auch wenn in Deutschland die Zahl der Blogs nicht im gleichen Maße steigt wie in anderen Ländern, kann man getrost sagen: „Weblogs are here to stay“. Und sie sind wirklich das, was sich Brecht in seiner Radiotheorie erhofft hat: eine Ermächtigung für den Einzelnen, aus der Rolle des reinen Empfängers herauszutreten und öffentlich sein Publikum zu finden.<br />
                            <br />Für den professionellen Journalismus sind Weblogs jedoch vor allem ein mögliches Format: eine Art Kolumne, die permanent auf Sendung ist. Um so etwas im Zusammenhang eines journalistischen Online-Angebots zu umzusetzen, braucht man exzellente Autoren und/oder Themenfelder, die dauerhaft von Interesse sind. Sonst kommt dabei nichts anderes heraus als Privatbühnen für eine Reihe mehr oder weniger eitler Selbstdarsteller, die sich im Rampenlicht ihrer Marke sonnen.</p>
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			</item>
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		<title>Österreich ohne Haider?</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Amerikanischer Wahlkampf auch in Österreich
<br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Amerikanischer Wahlkampf auch in Österreich<br />
<br />
<!--break-->Unabhängig vom Wahlausgang lässt sich feststellen, dass sich der Wahlkampf ähnlich der vergangenen Bundestagswahl stark am amerikanischen Vorbild orientiert. Auch in Wien haben die „Spindoctors“ Einzug gehalten. Letzteres gilt vor allem für die SPÖ, die sich tatkräftige Unterstützung in den USA geholt hat. Aus dem einstmals biederen und chancenlos geglaubten Alfred Gusenbauer, wurde der optisch umgestylte und überraschend angriffslustige Kanzlerkandidat der SPÖ. Frei nach Clinton/Gore´s „Putting People First“ ist auch der leichtabgewandelte Slogan der Sozialdemokraten: „Weil der Mensch zählt.“ Ohne professionell gestaltete Homepage geht es auch bei<br />
<a href="http://www.alfred-gusenbauer.at%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gusenbauer</a> und seiner<br />
<a href="http://www.diekampagne.spoe.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partei</a> nicht. Neben zahlreichen brauchbaren Informationen finden sich hier nach dem Motto „Rot is(s)t gut“ Rezepte von Prominenten zum Nachkochen. Wirklich neu ist die Möglichkeit für Sympathisanten, sich für eine aktive Mitarbeit im Wahlkampf zu melden. Die Rekrutierung von Freiwilligen über das Internet (Stichwort:<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/iviewfilz.shtml">eVolunteers</a>) steht unter dem Motto: “Mitmachen im Container“, da sich die Wahlkampfzentrale der Partei in eigens aufgestellten Containern befindet. Eintragen können sich hier auch Nicht-Parteimitglieder.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Mehrsprachige Märchen<br />
<br />
</b>Auf den Vorteil des Kanzlerbonus´ setzt die ÖVP. „Wer, wenn nicht er“, heißt es auf der<br />
<a href="http://www.oevp.at/schuessel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> von Wolfgang Schüssel. Auch hier lohnt ein Besuch, wenn man sich ein Bild von der Partei und ihrem Kandidaten machen will. Positiv fallen Informationen in serbischer, bulgarischer, kroatischer, englischer, polnischer, türkischer und englischer Sprache auf. Sicher zum Nachahmen empfohlen ist dieser Service für andere Kampagnen und Parteien. Bemerkenswert ist, dass man im Forum der ÖVP Homepage Hinweise auf der Webseite<br />
<a href="http://www.werwennnichter.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.werwennnichter.at</a> findet, die Wolfgang Schüssel in witziger Art und Weise verspottet. Im Gegenzug gibt es aber Zensurvorwürfe von Seiten der Partei an die SPÖ. Kritische Beiträge würden aus dem Forum der SPÖ Homepage gelöscht und die IP-Adressen kritischer Autoren gesperrt. Der Initiator einer sogenannten<br />
<a href="http://www.dieroten.at" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fake-Seite</a> werde sogar mit einer Klage bedroht. Nicht zu vergessen ist der Onlineshop. Hier können die üblichen Werbeartikel erworben werden, beispielsweise eine CD für 14,53 € mit dem Titel „Märchen für Europa“. Wolfgang Schüssel und seine Freunde lesen 15 Märchen aus EU-Ländern vor.
</p>
<p>
Grüne und die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidat<br />
<a href="http://www.fpoe.at/bundneu/haupt/haupt_der_lebenslauf.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Herbert Haupt</a> treten vergleichsweise bescheiden im Netz auf. Im Gegensatz zur bundesrepublikanischen Bundestagswahl können sich die beiden kleinen Parteien jedoch nicht über mangelnde Präsenz in den Medien beklagen. Auch im Wahlkampf zum Nationalrat gibt es TV-Duelle, die als Konfrontation bezeichnet werden. Im Unterschied zu<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#tv">Deutschland</a> tritt jeder gegen jeden an, nicht nur die beiden Vertreter der großen Parteien. Wer die Sendung verpasst hat, kann das Versäumte später im Internet anschauen oder anhören. Gerade beim Zusammentreffen des Amtsinhabers mit Herbert Haupt zeigten sich die wachsenden Differenzen der Noch-Koalitionspartner. Am Donnerstag vor der Wahl treffen sich dann zum Abschluss Wolfgang Schüssel, Alfred Gusenbauer, Herbert Haupt und Alexander van der Bellen nochmals zu einer Konfrontation im TV-Studio. Sicher eine letzte Entscheidungshilfe für die auf etwa 1 Millionen geschätzten unentschlossenen Wähler.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 21.11.2002
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Austrian Web Campaigning</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-oewahl4-shtml-2404/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Nov 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Durch die vorgezogenen Neuwahlen hatten die Kampagnenmacher wenig Zeit zur Strategieentwicklung. Welches Medium eignet sich in solch einer besonderen Situation am besten? Das Internet, dass für seine Schnelligkeit bekannt ist? Der folgende Artikel berichtet über die Aktivitäten der Parteien im Netz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die vorgezogenen Neuwahlen hatten die Kampagnenmacher wenig Zeit zur Strategieentwicklung. Welches Medium eignet sich in solch einer besonderen Situation am besten? Das Internet, dass für seine Schnelligkeit bekannt ist? Der folgende Artikel berichtet über die Aktivitäten der Parteien im Netz.<!--break-->
                  </p>
<p>Nach dem Scheitern der österreichischen Regierungskoalition am 9. September sahen sich von einem Tag auf den anderen Parteizentralen, Medien und die Bevölkerung mit einem Wahlkampf konfrontiert. Die Kampagnenmaschinerie lief problemlos an: die Medien starteten wahlspezifische Sonderberichterstattung, Meinungsforschungsinstitute publizierten wöchentlich neue Umfragen und gaben gleichzeitig Pressekonferenzen, auf denen sie praktisch die Nichtigkeit ihrer Umfragen erklärten. Die Parteien verstärkten ihre Medienarbeit und plakatierten mehr Plakate als irgendjemand ertragen kann.<br />
                  <br />Der Wahlkampf im Internet startete jedoch erst wenige Wochen vor der Wahl. Der Grund dafür ist in der Kurzfristigkeit der Wahl zu sehen. Der Ernst der Situation wurde erst Ende August sichtbar und für den Anfang September startenden Wahlkampf war die Zeit zu kurz, für die Parteien, die Medien als auch die „Zivilgesellschaft“, umfassende wahlkampfbegleitende Internetaktivitäten fristgerecht umzusetzen.</p>
<p>
                  <strong>Die Parteien</strong><br />
                  <br />Die Parteien sind naturgemäß die Hauptakteure bei Wahlkämpfen im Netz. Um sie dreht sich alles. Auf den Webseiten der vier im Parlament vertretenen Parteien war lange Zeit vom Wahlkampf nur wenig zu spüren, mit Ausnahme der einschlägigen Presseaussendungen, die bei allen Parteien übers Netz abzurufen waren.<br />
                  <br />Die Koalitionskrise war bei der<br />
                  <a href="http://www.fpoe.at/bundneu/index.jhtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FPÖ</a> als erste Partei im Netz zu spüren. Wer sich über den Machtkampf innerhalb der Partei auf deren Webpage aus erster Hand informieren wollte, musste über drei Wochen hinweg bemerken, dass die Seite der Freiheitlichen fast nie zu erreichen war. Dass die Partei im Internet zu dieser Zeit nicht in der Lage war, mit einer Stimme zu sprechen, war durchaus bezeichnend.<br />
                  <br />Erst einen Monat vor der Wahl relaunchten<br />
                  <a href="http://www.spoe.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPÖ</a> und<br />
                  <a href="http://www.oevp.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ÖVP</a> ihre Seiten und richteten sie funktional auf den Wahlkampf ein. Etwas später folgten die Freiheitlichen, deren Seite zwar im neuen Design erstrahlte, aber der man funktional ihren Zweck, nämlich die Verwendung im Wahlkampf, nicht ansieht. Als letzte Partei stellten die Grünen, in Österreich traditionell die innovativen Vorreiter in Sachen Web- Campaigning, ihre neue Seite ins Netz.</p>
<p>
                  <strong>Austrian Web Campaigning 2002 – Was ist neu?</strong><br />
                  <br />Gleich zu Beginn ist zu sagen: viel aufregend Neues oder Innovatives bietet der österreichische Netzwahlkampf 2002 nicht.<br />
                  <br />Die internationalen Trends lassen sich jedoch auch hierzulande ausmachen: die Seiten werden immer professioneller und im Internet lässt sich verstärkt eine Personalisierungstendenz ausmachen. Bei der SPÖ, den<br />
                  <a href="http://www.gruene.at/wahl/alexander.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grünen</a> und dem Liberalen Forum mehr als bei ÖVP und FPÖ, doch auch hier führen alle Wege früher oder später zum Spitzenkandidaten. Die internationalen Standards finden sich auch in Österreich: E- Cards, Programmatisches in allen Formen, der ausführliche multimediale Presseservice, Wahlkampftagebücher, Rekrutierungstools und die Möglichkeit, der Partei Spenden zukommen zu lassen.<br />
                  <br />Das ist alles so weit aus anderen Ländern bekannt. Neues lässt sich nur in Bezug auf Österreich feststellen.</p>
<p>Was im Wahlkampf auffällig und für Österreich in dieser Konzentration durchaus neu ist, ist der ausgiebige Gebrauch von Film- und Tondokumenten auf den Homepages der Parteien. Das dürfte zum Teil damit zusammenhängen, dass die Parteien dieses Jahr erstmals massiv mit Fernsehspots werben, die alle im Netz zu sehen sind. Außerdem sind bei den meisten Parteien die Radiospots abrufbar. Massiv wird mit Video- und Audioclips der Kandidaten gearbeitet, die ihre Positionen und Visionen für Österreich vorstellen. Vor allem bei der Volkspartei, die die Verwendung von Sound- und Videoclips auf die Spitze treibt, werden zahlreiche Testimonials für Kanzler Schüssel verwendet, also audiovisuelle Unterstützungserklärungen von namenhaften Politikern aus Österreich (konservative Ministerpräsidenten etc.), aber auch aus anderen Ländern Europas.</p>
<p>Eine weitere kleine demokratische Innovation im Internet für Österreich ist auf der<br />
                  <a href="http://www.oevp.at/">Homepage der ÖVP</a> zu finden. Alle Kandidaten, die auf einem wählbaren Platz auf der Bundes-, Landes- oder Bezirksliste sind, haben eine eigene Seite auf der ÖVP-Page. Über jeden realistischerweise wählbaren Kandidaten ist mindestens ein Lebenslauf, seine politischen Schwerpunkthemen und natürlich Kontaktsadressen (Email, Telefon, Post) verfügbar.In Österreich, das über ein Listenwahlrecht verfügt und die Wähler dadurch die Kandidaten, die sie ins Parlament wählen, nicht kennen, hat das hoffentlich für die anderen Parteien Vorbildwirkung für die Zukunft, um den politischen Prozess im Parlament anhand seiner Mitglieder den Bürgern näher zu bringen.<br />
                  <br />&#8216;<br />
                  <br />Das Innovationsdefizit muss natürlich im Zusammenhang mit der schon oben betonten Kurzfristigkeit des Wahlkampfes gesehen werden. Man muss jedoch allen Parteien zugute halten, dass ihre Kampagnenseiten vom Design, der Benutzerfreundlichkeit und dem Inhalt durchgehend den Seiten, die die Parteien vor dem Wahlkampf im Netz präsentierten, deutlich überlegen sind.<br />
                  <br />Wenn Österreich dieses Mal zwar international nichts zur Erweiterung des Kanons an Webcampaigning Tools und Ideen beiträgt, ist doch angenehm festzustellen, dass alle Parteien auch kurzfristig in der Lage sind, professionelle Angebote ins Netz zu stellen.</p>
<p>
                  <strong>Sind die Österreichischen Parteien schon im Internetzeitalter angekommen?</strong><br />
                  <br />Aber wie sieht es mit der Internettauglichkeit der Parteien aus? Eine schön designte Webpage bedeutet noch nicht, dass die Parteien tatsächlich schon im digitalen Zeitalter angekommen sind. Nach einem verdeckten Praxistest der „Salzburger Nachrichten“ müssen sich die österreichischen Parteien nicht verstecken. Ein Ergebnis war, dass Kleinparteien das Netz offensichtlich besser nutzen: Eine inhaltliche Anfrage an alle Parteien wurde vom Liberalem Form innerhalb von vier Minuten beantwortet. Die Kleinpartei „<br />
                  <a href="http://www.diedemokraten.at/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Demokraten</a>“, die nur in zwei von neun österreichischen Bundesländern zur Wahl antreten, antworteten innerhalb von 15 Minuten. Zwischen 60 und 90 Minuten benötigten die „Altparteien“ SPÖ und ÖVP. Die Freiheitlichen benötigten drei Stunden und die Kommunisten 24 Stunden. Die Grünen brauchten, und das ist die unerwartete Überraschung, da sie sonst als Vorreiter im Netz gelten, eine zweite Anfrage und danach noch einmal 48 Stunden. Im Wahlkampf 1999 endeten einige verdeckte Mailtests an Parteien noch mit dem Hinweis, dass man von den restlichen zwei Parteien trotz mehrmaliger Nachfrage leider nichts mehr gehört hat. Dagegen stellt das beantworten einer Anfrage in weniger als 24 Stunden eine gewaltige Verbesserung dar.</p>
<p>
                    
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.11.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Wahlkampf der beiden großen Parteien kostet 100 Millionen DM.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mtreichel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Dec 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Uwe Jun]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Permanent Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[Professionalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit 
<a href="http://www.uni-potsdam.de/u/ls_regierungssystem_brd/biojun.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Uwe Jun</a>, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am 
<a href="http://www.uni-potsdam.de/u/ls_regierungssystem_brd/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrstuhl für das Regierungssystem der BRD</a> an der 
<a href="http://www.uni-potsdam.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Uni Potsdam</a>. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Kommunikation und Parteienforschung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit<br />
<a href="http://www.uni-potsdam.de/u/ls_regierungssystem_brd/biojun.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Uwe Jun</a>, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am<br />
<a href="http://www.uni-potsdam.de/u/ls_regierungssystem_brd/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lehrstuhl für das Regierungssystem der BRD</a> an der<br />
<a href="http://www.uni-potsdam.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Uni Potsdam</a>. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Kommunikation und Parteienforschung.<!--break--></p>
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</p>
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<b>politik-digital:</b> Noch genau 290 Tage bis zur<br />
<a href="http://www.btw2002.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestagswahl 2002</a>. Hat der Wahlkampf schon begonnen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Ja, er hat schon angefangen. Die Bundesparteitage, sowohl von der SPD als auch von der CDU, lassen eindeutig erkennen, dass sich beide Parteien schon im Wahlkampf befinden. Von den Parteitagen sollte das Signal ausgehen: Mobilisierung, innerparteiliche Geschlossenheit und Angriff auf den Gegner. Hier scheint der Wahlkampf eindeutig begonnen zu haben, zumal auch beide Parteien ihre Wahlkampfzentralen schon auf Hochtouren arbeiten lassen, sowohl ARENA 02 als auch KAMPA 02 sind mittlerweile voll eingerichtet und voll funktionsfähig.
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<b>politik-digital:</b> Wie wichtig ist es, schon frühzeitig die Weichen zu stellen und für gute Rahmenbedingungen zu sorgen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Die Parteien gehen immer mehr dazu über, das sogenannte &quot;permanent campaigning&quot; zu betreiben, also schon zwei bis drei Jahre vor der Wahl mit den Wahlkampfvorbereitungen zu beginnen, stetige Medienpräsenz zu zeigen, Images aufzubauen und entsprechend auch ihre Parteizentralen auf den Wahlkampf vorzubereiten. Hier ist in den letzten Jahren personell und technisch deutlich aufgerüstet worden. Die Parteien bemühen sich, langfristig angelegte Konzepte umzusetzen.
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<b>politik-digital:</b> Hat momentan eine Partei, was die Vorbereitungen angeht, einen Vorsprung oder nehmen sich die Parteien nicht viel?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Wenn man sich den Wahlkampf 1998 anguckt, war die SPD lange Zeit im Vorteil, die Gruppe um<br />
<a href="http://www.spd.de/partei/organisation/generalsekretaer/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Müntefering</a> und<br />
<a href="http://www.spd.de/partei/organisation/bundesgeschaeftsfuehrer/home.php3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Machnig</a> hatte die KAMPA frühzeitig aufgebaut und war der CDU klar überlegen. Die CDU hat aus diesen Fehlern gelernt und hat sich jetzt auch frühzeitig positioniert. Die SPD hat nichts großartig verändert. Die KAMPA 02 entspricht im Wesentlichen dem Konzept der KAMPA 98. Auch die kleineren Parteien haben etwas stärker aufgerüstet. Gerade bei der FDP ist erkennbar, dass hier stärker nach außen kommuniziert werden soll.
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<b>politik-digital:</b> Welches Medium wird die Wahl entscheiden? Immer noch das Fernsehen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Das Fernsehen wird immer noch eine dominante Rolle spielen. Die meisten Menschen informieren sich immer noch via Fernsehen über politische Ereignisse. Auch die Kommunikationsmanager, die Strategen in den Parteizentralen, konzentrieren sich stark auf das Fernsehen. So wird das Fernsehen in der Politischen Kommunikation, auch in der Wahlkampfkommunikation das wichtigste Medium bleiben.
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<b>politik-digital:</b> Die Parteien werden sicherlich auf unterschiedliche Themen setzen, um sich zu differenzieren. Können Sie schon abschätzen, welche Themen das bei den einzelnen Parteien sein werden?
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<b>Dr. Uwe Jun</b>: Bei der CDU wird Wirtschaftspolitik eine entscheidende Rolle spielen, bei der FDP könnte Bildungspolitik eine entscheidende Rolle spielen. &quot;Pisa&quot;, die Bildungsstudie, hat ja wieder deutlich gemacht, dass es Defizite in Deutschland gibt. Dies könnte die FDP benutzen, um stärker ihre Kompetenz in diesem Bereich, neben der Wirtschaftspolitik, hervorzukehren. Bei der PDS wird eindeutig die soziale Gerechtigkeit ein Thema werden. Die Grünen haben die meisten Probleme Themen zu finden, weil ihre ursprünglichen Themen Ökologie und Gleichstellung keine große Rolle mehr spielen. Die Grünen werden es schwer haben, sich im Wahlkampf zu positionieren. Ich sehe bei den Grünen die einzige Chance, sich über Fischer stärker zu personalisieren und die Popularität von Fischer stärker zu nutzen. Die SPD wird auf ihre Erfolge im Vergleich zur Kohl-Administration verweisen. Sie wird immer wieder mit Vergleichen arbeiten, was ihr in den letzten Jahren gelungen sei.
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<b>politik-digital:</b> Die SPD hat im Wahlkampf 98 mit ihrer KAMPA für Aufsehen gesorgt. Ihr wurde ein sehr professioneller und moderner Wahlkampf nachgesagt. Kann man das diesmal von allen Parteien erwarten?
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<b>Dr. Uwe Jun</b>: Auf jeden Fall von der CDU, sie hat aus den Fehlern, die sie 1998 gemacht hat, gelernt.<br />
<a href="http://www.cdu.de/ueber-uns/buvo/gs/gs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Laurenz Meyer</a> hat viele Ideen in die ARENA 02 hineingesteckt. Man kooperiert mit einem sehr professionellen Partner, einer weltweit führenden Werbeagentur&#8230;
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<b>politik-digital:</b><br />
<a href="http://www.mccann.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">McCann-Erickson</a>
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> &#8230;und man hat sich entsprechend personell und technisch im Adenauerhaus in Berlin verbessert. Auch bei der FDP sind deutliche Professionalisierungstendenzen erkennbar. Auch hier wurden mehr Ressourcen hineingesteckt, in die Öffentlichkeitsarbeit, in das Medienmanagement der Partei. Zusätzlich hat die Partei auch mit Westerwelle einen Kandidaten, der ein positives Medienimage hat und in den Medien entsprechend vermarktet und dargestellt werden kann. Bei der PDS und bei den Grünen sehe ich keine wesentlichen Veränderungen zu 1998.
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<b>politik-digital:</b> Wahlkampf ist ja auch eine Frage des Geldes. Was kostet so ein Wahlkampf eigentlich?
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<b>Dr. Uwe Jun</b>: Das ist natürlich schwer zu veranschlagen, weil wir sehen müssen, dass die Parteien eben langfristig diese Wahlkampfkonzepte anlegen und viele ihrer Mitarbeiter in den jeweiligen Wahlkampfzentralen Mitarbeiter der Partei sind und dadurch die Personalkosten deutlich verringert werden können. Ich denke, dass die großen Parteien rund 100 Millionen DM in den Wahlkampf stecken.
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<b>politik-digital:</b> Das liegt ja deutlich über dem, was bisher bekannt wurde.
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<b>Dr. Uwe Jun</b>: Da stecken natürlich, wie gesagt, die hohen Personalkosten nie drin. Das sind alles Leute, die beim Parteivorstand arbeiten und entsprechend gering veranschlagt werden. Dann gibt es langfristige Verträge mit Marketingagenturen, mit Meinungsforschern, die eben auch rausgerechnet werden, weil sie schon lange für die Parteien arbeiten. Wenn wir uns aber die Gesamtkosten angucken, die sich hinter verschiedenen Posten verstecken, dann würde ich schon von einen Betrag so um 100 Millionen DM ausgehen.
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<b>politik-digital:</b> Nochmal zurück zu den Wahlkampfphasen. Wann wird die heiße Phase des Wahlkampfes eingeläutet?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Ich denke, dass wir ab Mai/Juni mit dieser Phase rechnen müssen.
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<b>politik-digital:</b> Kommen wir zu DEM neuen Medium, dem Internet. Welche Rolle wird das Internet im nächsten Wahlkampf spielen?
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Dr. Uwe Jun: Es wird schon mehr als in der Vergangenheit eine Rolle spielen, aber nach wie vor keine besonders große Rolle. Das liegt einfach daran, dass nach wie vor die Nutzung nicht so weit ausgeprägt ist. Ich denke, dass das Internet primär als innerparteilicher Kommunikationskanal dient. SPD und CDU nutzen das Internet, um Werbematerialien, Statements, Konzepte und Leitlinien an die Parteigliederungen zu verschicken. Das Internet wird aber nicht nur einseitig genutzt. Beide Parteien betonen immer wieder, dass man auch versucht, die Anregungen von der Parteibasis und von den Kreisgeschäftsstellen aufzunehmen und in den Wahlkampf zu implementieren. Nebenbei wird das Internet auch als Werbemittel dienen für diejenigen, die sich auf den Parteiseiten einfinden.
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<b>politik-digital:</b> Stichwort Wählermobilisierung. Kann das Internet bei der Wählermobilisierung unterstützen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Für die eigene Basis gilt das sicherlich. Ich würde aber den Effekt nicht so hoch einschätzen.
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<b>politik-digital:</b>: Wozu nutzen denn die nicht parteigebundenen Wähler das Internet? Zur Informationsbeschaffung, zur Meinungsbildung?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Da haben wir natürlich bisher relativ wenig Daten. Was wir sagen können ist, dass wir, gerade was die politischen Informationen angeht, ein deutliches &quot;information-gap&quot; zugunsten der Besser-Verdienenden und -gebildeten haben. Das heißt, Personen mit höherer formaler Bildung und einem höheren Einkommen nutzen eher politische Informationen im Internet als die mit geringer formaler Bildung und geringem Einkommen, die eher die Unterhaltungsangebote des Internets nutzen.
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<b>politik-digital:</b>: In den letzten Jahren waren die meisten Neuerungen im Wahlkampf aus früheren Wahlkämpfen in den USA oder Großbritannien abgekupfert. Haben die deutschen Parteien keine eigenen Ideen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Sie haben bestimmt auch eigene Ideen und sie versuchen ja auch das, was in den USA und Großbritannien eingesetzt wird, zu modifizieren und auf die deutschen Verhältnisse zu übertragen. Es ist aber natürlich richtig, dass die Professionalisierung der Wahlkampfkommunikation in den USA am weitesten vorangeschritten ist. Wir zentrieren uns in Deutschland sehr auf die Parteien. Die meisten, die Wahlkampfkommunikation in Deutschland professionell machen, sind in den Parteien sozialisiert. Sie müssen in den Parteien auch andere Aufgaben wahrnehmen und sind natürlich deswegen allein schon arg begrenzt in dem, was sie an zeitlichen, aber auch an kreativen Ressourcen haben.
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<b>politik-digital:</b> Können Sie beim diesjährigen Wahlkampf in Großbritannien schon von einem Internet-Wahlkampf sprechen oder war dort das Internet auch nur ein Ergänzungsmedium?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Es war eindeutig nur Ergänzungsmedium. Mehrere Studien zum Wahlkampf 2001 in Großbritannien liegen vor und dort wird einhellig die Meinung vertreten, dass das Internet noch keine besonders bedeutsame Rolle gespielt hat, sondern eben lediglich als Ergänzungsmedium diente.
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<b>politik-digital:</b> Das Internet verzeichnet immer höhere Nutzerzahlen. Annähernd 50% der wahlberechtigen Bevölkerung nutzen das Internet wenigstens gelegentlich. Wird es zur Bundestagswahl 2006 eine größere Rolle spielen?
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<b>Dr. Uwe Jun:</b> Wir müssen abwarten, wie das Internet im Einzelnen genutzt wird, ob tatsächlich politische Informationen im Vordergrund stehen werden oder nicht. Davon wird auch abhängen, inwieweit die Parteien es für Wahlkampfkommunikation, für Politische Kommunikation nutzen. Die Parteien sind ja sehr stark in Verbindung mit Meinungsforschungsinstituten und werden darauf reagieren. Sollte es sich herausstellen, dass tatsächlich politische Informationen im Internet stärker abgefragt werden, wie wir es partiell in den USA beobachten, dann könnte ich mir vorstellen, dass auch 2006 das Internet an das Fernsehen heranrücken könnte. Ich glaube, dass auch 2006 das Fernsehen weiter bedeutend bleiben wird, aber aufgrund auch der Multimedialität und der zunehmenden Verschränkung der verschiedenen Medien, wird das Internet sicher eine immer bedeutsamere Rolle spielen.
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<b>politik-digital:</b> Um das Internet in seiner Wirkung besser beurteilen zu können, braucht man also detailliertere Umfragen zur Nutzung von politischen Informationen?</p>
<p><b>Dr. Uwe Jun:</b> Ja, dies ist von großem Interesse, nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Politik selbst und zunehmend mehr Erhebungen werden in diese Richtung gehen.
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<b>politik-digital:</b> Vielen Dank für das Interview.
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Das Gespräch mit Dr. Uwe Jun führte Mortimer Treichel.<br />

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<tr>
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			Erschienen am 06.12.2001
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</p>
<p><!-- Content Ende --></p>
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