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	<title>Professionalismus &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Professionalismus &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Kampagne!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die freche Selbstinszenierung 
der im Herbst 1997 eröffneten SPD-Wahlkampfzentrale &#34;Kampa&#34; ließ viele altgediente 
Beobachter des politischen Geschäfts staunen. Noch nie wurde in der deutschen 
Öffentlichkeit so deutlich, dass politische Auseinandersetzung in unserer Demokratie 
immer mehr am technischen Know-how hängt - und dass Profes-<br />
sionalismus im Politikmanagement heute geradezu zum Aushängeschild geworden 
ist.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die freche Selbstinszenierung<br />
der im Herbst 1997 eröffneten SPD-Wahlkampfzentrale &quot;Kampa&quot; ließ viele altgediente<br />
Beobachter des politischen Geschäfts staunen. Noch nie wurde in der deutschen<br />
Öffentlichkeit so deutlich, dass politische Auseinandersetzung in unserer Demokratie<br />
immer mehr am technischen Know-how hängt &#8211; und dass Profes-<br />
sionalismus im Politikmanagement heute geradezu zum Aushängeschild geworden<br />
ist.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die War-Room-Mentalität<br />
ist in den Alltag eingezogen: Sie will nicht zulassen, dass es so etwas wie<br />
politische Routine gibt, in der Regierung regiert, Opposition opponiert, besonnene<br />
Fachleute die Details von Gesetzeswerken austüfteln und Verbände ihr Lobbying<br />
hinter den Kulissen nur im Ausnahmefall durch großes Kriegs-<br />
geheul, Aufmärsche und Trommelwirbel ergänzen. Inzwischen folgt Kampagne auf<br />
Kampagne, selbst Unternehmen und kleine Branchenverbände trommeln und blasen<br />
zum großen Medien-<br />
feldzug, die Gewerkschaften und Oppositionsparteien sowieso: sie fordern die<br />
Regierung längst nicht mehr nur im Parlament heraus, sondern in jeder Arena,<br />
die sich bietet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">&quot;Kampagnenfähigkeit&quot; und<br />
&quot;Kampagnendenken&quot; sind die Attribute, mit denen Organisationen nun unter Praktikern,<br />
Journalisten und Wissenschaftlern bewertet werden. Und zwar nicht versteckt,<br />
sondern ganz bewusst und öffentlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Die Kommunikationsprofis<br />
der Parteien, der PR-Firmen und großen Verbände sprechen ein Fachlatein, das<br />
die Laien nicht mehr verstehen: Sie fachsimpeln über Po-sitionierung, Visualisierung,<br />
Fundraising, Canvassing, Fokus-Gruppen, Benchmark- und Blitzumfragen, Call-Center,<br />
Issues- und Event-Management, virtuelle Ortsvereine, Direktmarketing, Targeting,<br />
Soundbites, Spin Doctors und War Rooms. Woher diese Begriffe stammen, liegt<br />
auf der Hand. Von der Amerikanisierung der Wahlkämpfe redet man seit drei Jahrzehnten.<br />
Schon in den Siebzigern haben clevere Profis wie Harry Walter bei der SPD, Peter<br />
Radunski bei der CDU oder Klaus Golombek bei der FDP in Amerika gekiebitzt.<br />
Doch erst jetzt bildet sich nach US-Vorbild eine ganze Fachdisziplin heraus,<br />
eine neue Generation von hochqualifizierten Experten für politische Kommunikation<br />
und Beratung tritt nun selbstbewusst auf. Zu Recht. Noch nie haben so viele<br />
junge Leute internationale Kampagnen-Erfahrung gesammelt, noch nie haben sich<br />
so viele so zielgerichtet auf Praktikantenstellen und an Hochschulen im In-<br />
und Ausland auf Berufe in Politikmanagement und Politikberatung ausbilden lassen.<br />
Doch noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte war der Unterschied selbst<br />
innerhalb der Apparate größer zwischen Hauptberuflichen und Amateuren. Das gilt<br />
nicht nur für die Parteien, sondern genauso für Verbände, Gewerkschaften, humanitäre<br />
Organisationen von Greenpeace bis Amnesty International. Politikberatung, auch<br />
durch externe Agenturen, wird ein immer größeres Geschäft. Und der politisch<br />
engagierte Amateur hat es im Zuge dieser Technisierung und Spezialisierung immer<br />
schwerer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Eine Zuschauerdemokratie<br />
sind wir dennoch nicht geworden. Im Gegenteil: Nie waren die Wähler politisch<br />
unabhängiger, kritischer, besser informiert oder mehr bereit, trotz Gegenwind<br />
laut für eine Sache oder eine Person zu trommeln oder dagegen Sturm zu laufen.<br />
Allerdings tun sie das ad hoc, nicht mehr in den berechenbaren Bahnen jahrzehntelanger<br />
Mitglied-<br />
schaften. Sie schenken ihre Aufmerksamkeit oder ihr Engagement nicht mehr automatisch<br />
jedem Möchtegern-Staatsmann oder Möchtegern-Volkstribun, der etwas sagen will<br />
&#8211; und sei es noch so intelligent und ehrenwert. Als verwöhnte Medienkonsumenten<br />
und trendbewusste Aktivitätssucher einer Spaß- und Freizeitgesellschaft erwarten<br />
sie eine Menge von der Politik: Professionell gemachte Kampagnen gehören dazu,<br />
in Substanz wie im Stil. Damit ist nicht etwa nur eine glatte, glänzende Verpackung<br />
gemeint, sondern auch das punktgenaue Liefern aktueller Informationen, die der<br />
Wähler in seinem engen Zeitbudget für relevant und nützlich genug hält, um sich<br />
damit zu beschäftigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Der schmale Zeithorizont,<br />
die schnelle Verbreitung neuer Technologien, der schnelle Rhythmus der 24-Stunden-Nachrichtenkanäle,<br />
die Konkurrenz wechselnder Themen und Trends, eine aggressive, politikerfeindliche<br />
Grundstimmung von Journalisten und Wählern: Das macht die Herausforderung für<br />
das kommunikative Politikmanagement aus &#8211; egal, ob in Wahlkampf, PR oder öffentlichem<br />
Lobbying.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Politikmanagement ist eine<br />
Art Kriegshandwerk, dessen Fachvokabular bisweilen martialisch klingt. Wir alle<br />
kennen den Unterschied zwischen demokratischem Prozess und militärischem Blutvergießen<br />
genau. Man sollte aber nicht so tun, als sei Politik eine harmlose Veranstaltung<br />
für gemeinsinnigen Diskurs, gelegentlich unterhaltsam durchbrochen durch ein<br />
sportliches Kräftemessen und seichte Showeinlagen. Auch in der Demokratie ist<br />
Politik ein Kampf um Macht und Entscheidungen, wer wann was und wie viel bekommt:<br />
Das entscheidet für viele über Wohl und Wehe, über Furcht und Hoffnung der Menschen.<br />
Die Aggression großer politischer Gruppen ist nur gezähmt, in Symbole, Rituale<br />
und zivilisierte Verfahren gelenkt, aber nicht verschwunden. David Horowitz,<br />
in den Sechzigern ein Idol der radikalen amerikanischen Linken, heute ein erzkonservativer<br />
Republikaner, formuliert seine Art of Political War daher in diesen sechs Prinzipien<br />
(The Art of Political War And Other Radical Pursuits. Spence, Dallas 2000: 10):</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="650">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="545">
<li> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Politik ist Krieg mit<br />
			anderen Mitteln. </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Politik ist ein Krieg<br />
			um Positionen. </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">In der Politik gewinnt<br />
			normalerweise der Aggressor. </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Positionen werden definiert<br />
			durch Furcht und Hoffnung. </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die Waffen der Politik<br />
			sind Symbole für Furcht und Hoffnung. </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Der Sieg liegt stets auf<br />
			der Seite des Volkes. </span> </p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Politikmanagement ist<br />
			eine Kunst und ein Handwerk, das sich um diesen Kampf dreht, und sein Werkzeug<br />
			ist kein Spielzeug. Seine Instrumente &#8211; auch Horowitz&#8217; Symbole für Furcht<br />
			und Hoffnung &#8211; können scharfe Waffen sein. &quot;Think of yourself as intellectual<br />
			arms merchants&quot;, sagte Pat Choate, Dozent für strategisches Issues Management<br />
			an der Washingtoner <a href="http://www.gwu.edu/%7Egspm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Graduate<br />
			School of Political Management</a> gern seinen Studenten, die in die Politikberatung<br />
			strebten. Da ist etwas Wahres dran: Die neuen Kampagnen-Profis sind geistige<br />
			Waffenhändler, die das moderne politische Söldnertum erst mit ihrem Know-how<br />
			möglich gemacht haben.</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> In den nächsten Wahlkämpfen<br />
			wird sich ihr Professionalismus wieder beweisen müssen. Und: Sie geraten zunehmend<br />
			unter Beobachtung. Die Journalisten, die Öffentlichkeit, ja sogar die Politik-<br />
			und Kommunikationswissenschaften haben sie als Thema entdeckt. Was allerdings<br />
			bisher fehlte, ist die systematische Beschäftigung mit dem neuen Berufsstand<br />
			der &quot;Kampagneros&quot; und ihrem Handwerk. Jetzt ist das anders: Inzwischen gibt<br />
			es nicht nur Fachliteratur, sondern ab dem Wintersemester 2001/02 sogar einen<br />
			eigenen &quot;Internationalen Studiengang Politikmanagement&quot; (an der <a href="http://www.hs-bremen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hochschule<br />
			Bremen</a>). Die Professionalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Und mit<br />
			ihr rollt eine immer größere Welle politischer Kampagnen auf uns zu &#8211; in Wahlkampf<br />
			wie in Alltags-PR und Lobbying.</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Das Buch &quot;Kampagne! Neue<br />
			Strategien für Wahlkampf, PR und Lobbying&quot; berichtet über das Wie, Warum und<br />
			Womit moderner Kampagnen. Die 24 jungen Autoren kommen aus sehr unterschiedlichen<br />
			Feldern dieser neuen Disziplin Politikmanagement &#8211; sie sind Medienberater,<br />
			Meinungsforscher, Marketingexperten, Parteiprofis, Journalisten und Wissenschaftler.<br />
			</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Strategisch denken lernen,<br />
			Zielgruppen definieren, Themen steuern und Erfolg kontrollieren: &quot;Kampagne!&quot;<br />
			zeigt, wie die immer knappen politischen Ressourcen Zeit, Talent, Geld und<br />
			Organisation effektiv eingesetzt werden &#8211; und wie Profis Krisenkoller und<br />
			konzeptionslose Schnellschüsse vermeiden. Es geht zwar keinesfalls um schmutzige<br />
			Tricks. Aber sehr wohl ums Gewinnenwollen, ums Niederhalten und Besiegen des<br />
			Gegners, um die Manöver und Tricks, um sich selbst größtmögliche Vorteile<br />
			zu verschaffen und die Gegenseite so hart wie mög-lich zu treffen, wenn es<br />
			die Auseinandersetzung erfordert.</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <a href="http://www.lit-verlag.de/cgi-local/suchbuch?isbn=3-8258-5292-x%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/kampagne_cover.jpg" alt="Kampagne!" align="left" border="0" height="80" width="55" /></a>Kampagne!<br />
			Neue Strategien für Wahlkampf, PR und Lobbying<br />
			Herausgegeben von Marco Althaus<br />
			Lit-Verlag Münster 2001, ISBN3-8258-5292-x<br />
			DM 39,80</span>
			</p>
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Dr.<br />
			disc. pol. Marco Althaus, M.A. (USA), Diplom-Politologe, ist Leiter der<br />
			Pressestelle des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft,<br />
			Technologie und Verkehr.</span>
			</p>
</li>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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