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	<title>Provokation &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Big Trouble in Little Vienna</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
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		<category><![CDATA[Big Brother]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Mit seinem Beitrag zu den Wiener Festwochen
<a href="http://www.auslaenderraus.at/">&#34;Bitte liebt Österreich!&#34;</a>,
bei dem die Zuschauer per Telefonwahl nach Big Brother-Manier über das
Schicksal von zwölf &#34;Asylbewerbern&#34; entscheiden können, inszeniert
Christoph Schlingensief sich selbst und die massen-<br />
mediale Politik gleichermaßen und hält Europa einen Spiegel vor.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Mit seinem Beitrag zu den Wiener Festwochen<br />
<a href="http://www.auslaenderraus.at/">&quot;Bitte liebt Österreich!&quot;</a>,<br />
bei dem die Zuschauer per Telefonwahl nach Big Brother-Manier über das<br />
Schicksal von zwölf &quot;Asylbewerbern&quot; entscheiden können, inszeniert<br />
Christoph Schlingensief sich selbst und die massen-<br />
mediale Politik gleichermaßen und hält Europa einen Spiegel vor.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Show verfehlt ihre Wirkung<br />
nicht: 75 000 Zugriffe auf die Live-Bilder aus dem Asyl-Container<br />
allein in der ersten Nacht der Aktion erwiesen sich als zu viel für <a href="http://www.webfreetv.com/">webfreetv.com</a>,<br />
dessen Server dem Ansturm nicht gewachsen war. Die<br />
Feuilleton-Redaktionen schreiben sich die Finger wund, auch die<br />
Internet-Gemeinde diskutiert aufgeregt. Und eine &quot;ungenannte<br />
Privatperson&quot; hat nach Angaben der Staatsamwaltschaft Wien Anzeige<br />
gegen Schlingensief „und andere Personen“ wegen &quot;Verspottung des<br />
Staates&quot; erstattet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Zwischenzeit üben sich die<br />
&quot;Opfer&quot; der Aktion in reflexhaften Abwehrversuchen. Nichts anderes als<br />
eine billige Politprovokation, befand die FPÖ. Das Projekt finde vom<br />
ÖVP-Stadtrat offensichtlich deswegen Duldung, weil er vor lauter<br />
Bemühen um Anerkennung in der linken Kulturschickeria alles<br />
unterstütze, was gegen die ÖVP und FPÖ gerichtet sei. Die<br />
Freiheitlichen kündigten an, eine Klage zur Entfernung der von<br />
Schlingensief verwendeten FPÖ-ähnlichen Embleme einzureichen. Gleiches<br />
ist von Seiten des Boulevardsblattes &quot;Kronen Zeitung&quot; zu vernehmen,<br />
dessen Logo bis Dienstag, wie das der FPÖ, neben einem Plakat mit der<br />
Aufschrift &quot;Ausländer raus&quot; am Container prangte. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dazu werfen rechte Politiker<br />
(wieder einmal) die Frage auf, ob für solche Aktionen – der Begriff<br />
&quot;Kunst&quot; wird tunlichst vermieden – Steuergelder aufgewendet werden<br />
sollten – und liefern die Antwort selbstverständlich gleich mit. Einher<br />
geht diese Rhetorik mit verbalen Entgleisungen in Richtung der<br />
Initiatoren. Nun haben solche öffentlichen Äusserungen die Tendenz, auf<br />
ihren Urheber zurück zu fallen. Und weil Christoph Schlingensief dies<br />
weiß, wird es ihn kaum stören, dass der Wiener FPÖ-Chef Hilmar Kabas<br />
meint, er habe eine &quot;offensichtliche Verhaltensstörung&quot;. Im Gegenteil,<br />
er wird mit solchen oder ähnlichen Anfeindungen als Reaktion auf die<br />
&quot;Weltausstellung der Freiheit&quot; (Schlingensief über &quot;Bitte liebt<br />
Österreich&quot;) gerechnet haben. Denn der Provokationskünstler kennt das<br />
Mediensystem nicht nur genauestens, er lebt von ihm genauso sehr, wie<br />
die Medien von Leuten wie ihm. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch wer glaubt, Schlingensief<br />
inszeniere vor allem sich selbst, hat nur zum Teil recht. Natürlich<br />
geniesst er die Aufmerksamkeit, die ihm augenblicklich in Wien und<br />
darüber hinaus zu Teil wird. Sie kreiert für ihn das &quot;Spannungsfeld&quot;,<br />
in dem er am produktivsten arbeitet. Aber der Versuch der FPÖ,<br />
Schlingensief als verhaltensgestörten Politclown abzustempeln, kann die<br />
inhaltliche Auseinandersetzung mit der Aktion genauso wenig ersetzen<br />
wie der in die Kritik an der Spaßgesellschaft verpackte Verweis auf<br />
ihren &quot;Eventcharakter&quot;. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die bewußte Provokation,<br />
Schlingensiefs Markenzeichen, ist mehr als nur Selbstzweck. Der<br />
39-Jährige versteht es, in seinen Projekten die modernen<br />
Kommunikationsmecha-<br />
nismen für sich zu nutzen. Aber er konstruiert<br />
das Gegenüber nicht, um sich dann damit zu einigen. Es gehe um<br />
Aufrechterhaltung der Gegensätze und um Überlebenstrategien. Und auch<br />
um Strategien, wie man die Muster des Neuen Markts selbst möglichst<br />
unbeschädigt überstehe, sagt Schlingensief im <a href="http://derstandard.at/dynamic/aktuell/ressort_article.asp?channel=newsroom&amp;id=249816&amp;ressort=SCHLINGENSIEF">Interview</a> mit der österreichischen Zeitung <a href="http://derstandard.at/">&quot;Der Standard&quot;</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Indem er selbst eigene Gegensätze<br />
&quot;lebt&quot;, hält Schlingensief der Gesellschaft ihre eigene Schizophrenie<br />
vor. Er karikiert die &quot;Schaumschlägerfabriken&quot; der Neuen Ökonomie, für<br />
deren Erfolg Schein oft wichtiger ist als Sein, indem er dem Betrachter<br />
seiner Container gerade so viel Einblick gewährt, das dieser eben nicht<br />
durchblickt. Er kritisiert die Ausrichtung von Politik und Medien am<br />
jeweils gerade aktuellen Trend – und passt sich mit seiner Big<br />
Brother-Imitation selber dem Trend an. Er beschwert sich über den Kult,<br />
der um seine eigene Person gemacht wird, personalisiert aber selbst die<br />
Auseinandersetzung mit dem Gegenüber mit plakativen Parolen wie etwa<br />
&quot;Tötet Schüssel!&quot;. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In diesem Sinne läßt sich<br />
durchaus von &quot;Verhaltensstörungen&quot; sprechen, allerdings scheinen diese<br />
eher pathologisch in der Gesellschaft angelegt zu sein. Und so trägt<br />
&quot;Bitte liebt Österreich&quot; die Diskussion auch eben dorthin zurück.<br />
Österreichs Künstler können jedenfalls, anders als im Falle eines<br />
&quot;Boykotts&quot; österreichischer Theaterhäuser, durch das Projekt wieder die<br />
aktive diskursive Auseinandersetzung suchen. Sie kommen denn auch in<br />
Scharen gelaufen, um ihre Unterstützung zu demonstrieren (neben den<br />
&quot;Eröffnungsrednern&quot; besucht täglich ein &quot;Gast&quot; die verbleibenden<br />
Containerbewohner). </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und die österreichische Regierung<br />
kann sich, anders als im Falle der EU-Sanktionen, nicht in die Rolle<br />
des Opfers reden. Dafür hat Schlingensief schon allein dadurch gesorgt,<br />
dass er die &quot;Message&quot; seines Projekts gerade nicht auf die<br />
österreichischen Verhältnisse beschränkt wissen will. Die europäischen<br />
Staaten warnte er davor, im &quot;Wir wissen jetzt, wo der Nazi wohnt&quot;-Stil<br />
mit dem Finger auf Österreich zu zeigen und gleichzeitig Probleme mit<br />
Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im eigenen Land schön zu reden.<br />
Denn eines ist für Schlingensief klar: &quot;Dieses Österreich, dass wir<br />
meinen, kann überall sein.&quot;<br />
</span></p>
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