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	<title>Psychologie &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Psychologie &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Umgang mit Fake News: Informationsfreiheit vs. Bullshit-Faktor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Erle]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2019 14:52:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Fact Checking]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
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		<category><![CDATA[Falschmeldung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Sie sind die Wunderwaffe der politischen Diskussion im Internet-Zeitalter. Gezielte Falschmeldungen, in tendenziös gestalteten Portalen veröffentlicht und über die sozialen Medien verbreitet. Viele Phänomene der letzten Jahre lassen sich durch Fake News erklären, oder wurden dadurch unterstützt: die Anti-Vaxxer-Bewegung, der Brexit, die Wahl des US-Präsidenten oder der Aufstieg der AfD.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p>Doch wieso haben Falschnachrichten eine so starke Wirkung? Das Internet als Recherchequelle macht es einfacher denn je, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Die aktuelle Entwicklung scheint den entgegenzulaufen. Die Kommunikations- und Medienwirkungsforschung hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Rätsel zu lösen. Ergebnisse aus der Psychologie und der Beobachtung von Fake-News-Strategien rechtsradikaler Akteure werfen nun neues Licht auf die Wirkungsweise der Fake News.</p>
<h3>Der Bullshit-Rezeptor</h3>
<p>Es gibt ein Persönlichkeitsmerkmal, das in der Psychologie gerne mit der Empfänglichkeit für Fake News assoziiert wird: die sogenannte “pseudo-profound bullshit receptivity”. Dieser Wert gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Mensch <a href="http://journal.sjdm.org/15/15923a/jdm15923a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einer zufällig generierten Wortfolge einen Sinn</a> zuschreibt (Beispiele finden sich <a href="http://wisdomofchopra.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> und <a href="http://sebpearce.com/bullshit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>). Es wird angenommen, dass das menschliche Vermögen zur Mustererkennung hier eine Rolle spielt. In der Tat zeigt sich auch jenseits der Sprache, dass Menschen mit hoher Bullshit-Affinität in zufällig generierten Bildern <a href="http://journal.sjdm.org/18/181212a/jdm181212a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Muster entdecken</a>. Die Anfälligkeit für Bullshit ist also nicht nur ein Zeichen mangelnder Medienkompetenz oder Intelligenz. Im Gegenteil: es ist die Kombination eines starken Talentes zur Mustererkennung, allerdings ohne die Fähigkeit, falsch positive Ergebnisse auszuschließen.</p>
<p>Ein Team von Wissenschaftler der University of Regina und des MIT <a href="https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3023545" target="_blank" rel="noopener noreferrer">haben nun untersucht</a>, welcher Zusammenhang zwischen der Empfänglichkeit für Bullshit und für Fake News besteht. Die Ergebnisse legen nahe, dass vor allem Menschen mit hoher Bullshit-Affinität Fake News Glauben schenken und sie weiterverbreiten:</p>
<p>Wer zufällig generierten Wortfolgen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Sinn zuschreibt,</p>
<ul>
<li>glaubt auch häufiger Fake News.</li>
<li>ist weniger gut in der Lage, Fake News und korrekte Nachrichten zu unterscheiden.</li>
<li>ist eher bereit, News-Inhalte zu teilen (gleich ob Fake oder korrekt)</li>
<li>(und, so <a href="https://www.psypost.org/2018/08/people-who-are-more-receptive-to-pseudo-profound-bullshit-are-less-likely-to-donate-to-charity-51970" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine andere Studie</a>: ist weniger wohltätig)</li>
</ul>
<h3>Die Psychologie der Fake News</h3>
<p>Welche anderen Erkenntnisse zur Psychologie der Fake News gibt es noch?</p>
<ul>
<li>Menschen, die ihren eigenen Wissensstand überschätzen, glauben häufiger Fake News.</li>
<li>Wer besser in der Lage ist, kritisch zu denken, glaubt seltener Fake News.</li>
<li>Wiederholtes Lesen einer Fake-News-Schlagzeile erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man sie für glaubhaft hält (das Gleiche gilt auch für korrekten Nachrichten, und sogar dann, wenn man sich nicht an das erste Lesen erinnert.)</li>
</ul>
<p>Es gibt zudem Hinweise darauf, dass die Anfälligkeit für Fake News weniger von deren Übereinstimmung mit den eigenen politischen Ansichten zusammenhängt, als mit einem Mangel an kritischem Denken: wer besser bei Tests zum kritischen Denken abschneidet, glaubt mit geringerer Wahrscheinlichkeit auch solche Fake News, die seine Weltanschauung bestätigen.</p>
<h3>Die Funktionsweise von Fake News</h3>
<p>Es ist wenig überraschend, dass die Verbreiter von Fake News die oben genannten Mechanismen gezielt ausnutzen. Erfolgreiche Fake News Kampagnen sind auf die oben erwähnten psychologischen Effekte zugeschnitten. Medienforscher identifizieren dabei folgende Taktiken:</p>
<ul>
<li>Psychologisch: Wiederholung. Das beständige Wiederholen der immer gleichen Botschaften, egal wie oft sie unwidersprochen widerlegt wurden.</li>
<li>Technisch: Algorithmische Effekte (Trending Topics) durch Koordination. Funktionen wie “<a href="https://t3n.de/news/social-media-trending-topics-twitter-entstehen-300592/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trending Topics</a>” führen dazu, dass durch die kurzfristige Häufung von Nachrichten zu einem Thema dieses von den Algorithmen der sozialen Netzwerke aktiv weiter verbreitet wird. So sollen etwa Anhänger der AfD <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-neue-rechte-im-internet-debatten-beeinflussen-mit-fake.1264.de.html?dram:article_id=445051" target="_blank" rel="noopener noreferrer">generalstabsmäßig Kampagnen</a> planen, um ihre Themen in die Öffentlichkeit zu heben.</li>
<li>Bots: Ein Werkzeug sowohl zur Wiederholung als auch zur Koordination.</li>
<li>Emotionalisierung gegen Reflexion: Emotionen behindern das kritische Denken kurzfristig. Lange genug, dass ein User ein Fake-News-Posting teilt. Dies wird auch durch den Einsatz von Bildern unterstützt: Bilder sind ein höchst effektives Werkzeug der Emotionalisierung und leicht zu fälschen. Zudem sind die Algorithmen der sozialen Netzwerke so programmiert, dass sie Bilder bei der Verbreitung bevorzugen.</li>
</ul>
<h3>Der Umgang mit Fake News</h3>
<p>Wie kann man dem Problem der Fake News begegnen? Sowohl staatliche als auch privatrechtliche Akteure und natürlich die Anwender selber haben verschiedene Optionen. Zensurgesetze sind in autoritären Staaten beliebt (und mit dem NetzDG haben sie auch in Deutschland einen kleinen Bruder bekommen). Die <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-18-6648_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU hat sich bisher zu einem weniger aggressiven Vorgehen entschlossen</a> und setzt auf Koordination, Aufklärung und eine Selbstverpflichtung der Plattformbetreiber. Diese unternehmen mittlerweile zunehmend <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/fake-news-113.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schritte gegen Fake News</a> &#8211; auch, weil sie befürchten selber unter das Presserecht gestellt zu werden, und damit <a href="https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/massnahmen-gegen-fake-news-facebook-soll-fuer-falschmeldungen-haften/14986148.html?ticket=ST-201623-4QgyWbbL9AWdcsd3p1sa-ap1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">für Falschinformationen haftbar</a> gemacht zu werden. Dies wäre eine parallele Entwicklung wie die zum Urheberrecht, wo den Plattformbetreibern Strafen drohen, wenn sie zulassen, dass geschützte Inhalte unlizenziert auf ihren Plattformen stehen.</p>
<p>Eine der vielversprechendsten Maßnahmen ist der Einsatz von Fact Checkern. Die <a href="https://meedia.de/2019/03/18/kampf-gegen-fake-news-die-dpa-wird-zweiter-deutscher-faktenpruefer-bei-facebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dpa hat jüngst von Facebook das Mandat erhalten</a>, als zweiter Fact Checker in Deutschland Falschnachrichten als solche auszuweisen.</p>
<p>Schließlich haben die User der sozialen Netzwerke die Möglichkeit, durch Protest und Boykott Schritte der Plattformen zu erzwingen. Viele der Maßnahmen, mit denen die sozialen Netzwerke <a href="https://www.nytimes.com/2018/08/06/technology/infowars-alex-jones-apple-facebook-spotify.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in jüngster Zeit</a> gegen rechtsextreme und populistische Angebote vorgegangen sind, dürften wesentlich durch den Druck der User zustande gekommen sein.</p>
<p>Doch wie effektiv sind diese Maßnahmen, und wie stark beschneiden sie den öffentlichen Diskurs und Grundrechte wie die Meinungsfreiheit?</p>
<h3>Fact Checking</h3>
<p>Allgemein bestehen <a href="https://www.factcheck.org/2008/09/fact-checking-is-useless/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zweifel daran</a>, ob man dem Problem der Fake News durch Korrektur und Richtigstellung Herr werden kann. Manche Studien zeigen, dass fundierte Gegendarstellungen keinen Effekt haben, wenn es darum geht, eine irrige Annahme zu korrigieren. Vor allem im politischen Bereich droht, dass der Fact Checker oder das Netzwerk von Usern als parteiisch wahrgenommen werden und ihre Versuche deswegen wirkungslos bleiben. Ihr Effekt ist im besten Falle schwach.</p>
<p>Dennoch sind die Diskussion über Falschmeldungen, die Frage, wer von ihrer Verbreitung profitiert und ihre Richtigstellung wichtig. Nicht dadurch, dass sie eine falsche Ansicht korrigieren (was wie gesagt zweifelhaft ist), sondern weil sie ein gelebtes Vorbild für Medienkompetenz sind. Ein User, der so mit der Frage konfrontiert wird, wer welche News mit welcher Motivation fälscht oder verfälscht darstellt und wie man den Wahrheitsgehalt prüfen kann, wird dadurch für eben diese Fragen sensibilisiert. Er entwickelt unwissentlich und unwillentlich die Werkzeuge, die ihn selbst weniger anfällig machen für die nächsten Fake News.</p>
<p>Einen eingefleischten Verschwörungstheoretiker wird selbst diese Fähigkeit nicht mehr erreichen. Das Ziel ist aber ein anderes: zu verhindern, dass das Lager der Populisten und Faktenverweigerer nicht weiter anwächst. Wie jeder Hype wird auch dieses Phänomen sich dann früher oder später totlaufen.</p>
<h3>Bühne und Sprachrohr</h3>
<p>Fake News sind ein Werkzeug politischer (und wirtschaftlicher) Akteure. Die Meinungsfreiheit gebietet es, sie nur im Extremfall zu unterbinden (bei strafrechtlich relevanten Inhalten etwa, und teilweise auch im Falle von staatlicher Propaganda). Das bedeutet jedoch nicht, dass ihnen private Organisationen eine Bühne einräumen oder ihre Botschaft verbreiten müssen. Zwar haben die sozialen Netzwerke ein wirtschaftliches Interesse daran, das zu tun. Sie haben aber in der letzten Zeit dem öffentlichen Druck nachgegeben und Maßnahmen ergriffen, Fake News zu bekämpfen. Auch durch die algorithmische Deselektion von Fake News-Inhalten und -Akteuren. Deren Nachrichten sind nach wie vor auffindbar, werden aber quasi nur noch auf gezielte Suche hin angezeigt. Ein normaler User wird sie in seiner Timeline nicht mehr zu sehen bekommen.</p>
<p>Ähnlich wie beim Fact Checking lassen sich die eingefleischten Fans von Fake News-Quellen dadurch nicht abhalten. Es lässt sich aber verhindern, dass sie ungehindert Nachwuchs bekommen. Leider sind die Maßnahmen <a href="https://correctiv.org/faktencheck/artikel-faktencheck/2017/10/12/facebook-fact-checking-reduziert-reichweite-von-fake-news-um-80-prozent" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nur teilweise aktiv</a>: Zwar haben Fake News Inhalte 80 Prozent ihrer Reichweite eingebüßt, dafür dauert es bis zu drei Tage, bis ein Fake News Post als solcher erkannt und unterdrückt wird. In Social Media-Begriffen eine Ewigkeit.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das System Fake News funktioniert, weil psychologische Mechanismen und technische Möglichkeiten in Kombination eine starke Wirkung auf das Weltbild haben können. Es muss einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft daran gelegen sein, weder die freie Ausübung der Kommunikation zu stark zu beschränken noch zu versuchen, das Denken unserer Mitmenschen mit Gewalt zu ändern.</p>
<p>Gleichzeitig ist es die Aufgabe der Gesellschaft, jedem einzelnen faktenbasierte Urteile zu ermöglichen. Dazu sind Bildung und Zugang zu relevanten Informationen zentral wichtig. Die Schulpflicht ist nicht zuletzt deswegen weitgehend unumstritten, selbst wenn sie die Wahlfreiheit von Eltern und Kindern begrenzt.</p>
<p>Parallel darf es auch beim Zugang zu relevanten und korrekten Informationen staatliche Vorgaben geben. Dort, wo die technologische Verbreitung von Fake News es faktisch unmöglich macht, sich mit allgemein akzeptierten und wissenschaftlich begründeten Fakten auseinander zu setzen (man denke an die Impfdebatte), ist ein Eingreifen nicht nur möglich, sondern auch nötig. Eine <a href="https://politik-digital.de/news/zielt-das-netzdg-ins-leere-2-151888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zensur im Sinne des NetzDG</a> ist dennoch der falsche Weg. Der algorithmische Entzug der Megaphons, mit dem Verschwörungstheoretiker und Populisten neue Anhänger rekrutieren, ist dagegen ein geeigneter.</p>
<p><strong>Titelbild: </strong>alone-4008607_1920 via <a href="https://pixabay.com/de/photos/allein-amerika-american-ank%C3%BCndigung-4008607/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay </a></p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Frischer Wind auf den Mühlen des Netzes &#8211; Digitale Presseschau 5/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 16:38:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Woche haben wir den Eindruck, als spüren wir eine frische Brise um unsere Nasen – und das nicht nur, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche haben wir den Eindruck, als spüren wir eine frische Brise um unsere Nasen – und das nicht nur, weil es aufgrund des verspäteten Winters bitter kalt ist. Gedanken über die Neuerfindung des Internets rauschen von <a href="http://politik-digital.de/changing-the-world-is-hard-auf-dem-weg-zu-einem-neuen-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenzen</a> und Zeitungen durch die Weiten des digitalen Äthers. Hoffen wir, dass es nicht nur beim Metapherngestöber bleibt! Doch auch wenn die Technik, die Maschinen sich ändern, wir in der Lage sind, diese anders zu nutzen, sollte immer noch Zeit bleiben, in der wir über eine wichtige Komponente in dieser Konstellation nachdenken: uns selbst.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=k22s1QeGv-A<br />
Das ARD-Magazin ZAPP über die letzte „Festung des Linksliberalismus“, die Zeitung The Guardian, in der Journalistinnen sich in der NSA-Affäre nicht der Linie der Regierung beugen, sondern die Enthüllungen Snowdens für die kritische Öffentlichkeit aufarbeiten.</p>
<h3><a href="http://freidenker.cc/stop-watching-us/8215/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Stop watching us!“</a></h3>
<p>Letzten Sonntag wurde im NDR das erste TV-Interview mit dem derzeitig wohl bekanntesten Whistleblower Edward Snowden ausgestrahlt, in dem unter anderem über <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verfassungsschutz-praesident-maassen-deutscher-top-geheimdienstler-kritisiert-snowden/9398822.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mutmaßliche</a> Wirtschaftsspionage und die Liaison von NSA und BND gesprochen wurde (<a href="http://www.presseportal.de/story.htx?nr=2648795" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transkript des Interviews</a>). Charly Rutz fasst das Interview auf seinem Blog Freidenker zusammen und weist auf die geplante Klage der Internationalen Liga für Menschenrechte (ILMR) hin. Darüber hinaus nutzt er die Gelegenheit, um auf Widerstandsbewegungen wie „Stop watching us!“ hinzuweisen.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/2014/05/internet-hacker-nsa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Neuerfindung des Internets?</a></h3>
<p>Lässt sich das Internet neu erfinden? Über die derzeitigen Entwicklungen bei der Herstellung von Alternativen, die die „Informationstechnik noch mal neu erfinden“, berichtet Götz Hamann in einem Artikel für die ZEIT. Jedoch reicht auch ihm die Debatte über die Technik alleine nicht aus – es gelte auch an den Staat zu appellieren: „Es braucht an dieser Stelle eben doch den Staat, es braucht vor allem einige Staaten, die sich des Freiheitsversprechens der westlichen Demokratien neu annehmen und es im Digitalen massiv fördern und schützen.“</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/internet-verfassungsrichter-johannes-masing-zu-datenschutz-a-945801.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Recht auf digitales Vergessen als Grundrecht?</a></h3>
<p>„Das Internet vergisst nichts.“ Gehört dieses geflügelte Wort über das Netz vielleicht schon bald der Vergangenheit an? Judith Horchert interviewt den Richter am Bundesverfassungsgericht, Johannes Masing, zu seiner These eines „Rechts auf Vergessen“ im Internet. Was Masing auf der internationalen Berliner Konferenz „Einbruch der Dunkelheit“ vom letzten Wochenende bereits vorgestellt hatte, wird hier noch mal an prominenter Stelle zusammengefasst.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-01/vorratsdatenspeicherung-datenschutz-heilmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegenpositionen: Ein Plädoyer für die Vorratsdatenspeicherung</a></h3>
<p>Zum Thema Vorratsdatenspeicherung haben wir immer wieder auf Kritiken und Polemiken hingewiesen. Nun verlassen wir unsere „Bubble“ und stellen die bedenkenswerte Gegenposition vor, an der sich Kritiken werden abarbeiten müssen. Der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann schreibt in der ZEIT darüber, warum Vorratsdatenspeicherung Datenschutz bedeutet: „Wenn wir als Staat den Schutz unserer Bürger vor digitalen Angriffen nicht aufgeben wollen, dann müssen wir im Internet ermitteln können. Erste Voraussetzung dafür ist, dass wir Kommunikationswege nachvollziehen können.“</p>
<h3><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesregierung-2-0-groko-im-social-media-rausch-seite-all/9381498-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politik und Social Media</a></h3>
<p>Ist das Internet für Politiker_innen wirklich „Neuland“? Dietmar Neuerer geht im Handelsblatt dem Nutzungsverhalten von Bundespolitiker_innen in puncto Social Media nach. Dabei wird auch die „zweite Reihe“ hinter Twitter und Facebook betrachtet.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2014/01/27/kernkompetenz-in-der-digitalen-welt-wir-muessen-lernen-uns-selbst-besser-zu-verstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selbstreflexion im digitalen Zeitalter</a></h3>
<p>Maschinen wissen mehr über uns als wir selbst. Amazon will Dinge an uns verschicken, bevor wir sie bestellt haben. Das Thermostat weiß, wie warm wir es abends gerne haben und der Kühlschrank weiß, was wir gerne essen. Unsere Smartphone nimmt unsere Entscheidungen aufgrund von Berechnung vorweg. Im Hinblick auf diese im Entstehen begriffene Zukunftsvision argumentiert Martin Weigert in einem Artikel über Selbstreflexion im digitalen Zeitalter, dass wir uns mehr mit uns selbst und unserer Psychologie beschäftigen sollten.<br />
Bild: Screenshot ARD-ZAPP<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Die Kunst der Selbstachtung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/die_kunst_der_selbstachtung-61/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:43:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schüchternheit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstachtung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstvertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kunst der Selbstachtungvon Christophe André und François Lelord</b>Kennt nicht jeder jemandem in seinem Umfeld, der sein Licht unter den Scheffel stellt, dem auch berechtigte Komplimente eher unangenehm sind, der von sich und seinen Fähigkeiten nicht überzeugt ist, obgleich er oder sie durchaus Erfolge vorzuweisen hat?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kunst der Selbstachtungvon Christophe André und François LelordKennt nicht jeder jemandem in seinem Umfeld, der sein Licht unter den Scheffel stellt, dem auch berechtigte Komplimente eher unangenehm sind, der von sich und seinen Fähigkeiten nicht überzeugt ist, obgleich er oder sie durchaus Erfolge vorzuweisen hat? Und manchmal ist man vielleicht selbst dieser jemand, dem es an Selbstachtung mangelt.<br />
Dabei empfiehlt doch ein jeder psycholgische Ratgeber dem Leser, sein Selbstbewußtsein zu entwickeln. Und auch die christliche Religion, die zwar Demut und Gehorsam als Werte hochhält, legt ein gewisses Maß an Selbstliebe und Selbstachtung nahe. Die Aufforderung &#8220;Liebe deinen nächsten wie Dich selbst!&#8221; ist nämlich recht nutzlos, wenn ich mich selbst gar nicht liebe. Mangel an Selbstachtung, also die schwache Ausprägung von Selbstliebe, Selbstvertrauen und eine ins negative verzeichnete Sicht auf die eigene Person, ist keine geistige oder körperliche Krankheit. Und doch bereitet eine niedrige oder stark schwankende Selbstachtung vielen Menschen Schwierigkeiten, ja Leiden. Auch in Frankreich geht es den Menschen in dieser Hinsicht nicht anders als in Deutschland: André und Lelord, französische Mediziner und Psychologen, lassen einige ihrer Patienten zu Wort kommen. Obgleich dieses Werk kein Ratgeber ist, kann der Leser zwei Tests ausfüllen und dadurch seine Selbstachtung besser einschätzen und Hinweise auf seinen Handlungsbedarf erhalten. Dabei empfehlen die Autoren keineswegs den Aufbau einer hohen Selbstachtung um jeden Preis, denn eine zu große Eingenommenheit von sich selbst kann sich als verhängnisvoll erweisen, ganz nach dem Sprichwort &#8220;Hochmut kommt vor dem Fall&#8221;.<br />
Dieses Buch ist genau das richtige für ein paar verregnete Sommertage. Es kann dem Leser helfen, zu mehr Selbsterkenntnis zu gelangen, denn das Thema Selbstachtung wird auf vielerlei Weise seriös und doch unterhaltsam beleuchtet. Und welchen Rat bieten die Autoren dem Leser, der erkennt, dass er einiges anders machen möchte? Nur einen Rat: wenn man sich ein Ziel gesteckt hat, dann muss man mit ganz kleinen Schritten an der Realisierung arbeiten. Der Erfolg auch kleinster Schritte wirkt sich positiv auf die Selbstachtung aus und ermutigt zu größeren Schritten.</p>
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