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	<title>Rainer Brüderle &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Rainer Brüderle &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Kolumne zum Jahresrückblick – Thema: #aufschrei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hannah Beitzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2013 14:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Himmelreih]]></category>
		<category><![CDATA[Netzdebatte]]></category>
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		<category><![CDATA[#aufschrei]]></category>
		<category><![CDATA[Anne Wizorek]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag findet unser netzpolitischer Jahresrückblick per Hangout statt. Um das Warten zu verkürzen, haben die Hangout-Gäste und weitere Autoren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/aufschrei.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-135616" alt="#aufschrei" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/aufschrei-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Am Dienstag findet unser netzpolitischer Jahresrückblick per Hangout statt. Um das Warten zu verkürzen, haben die Hangout-Gäste und weitere Autoren von politik-digital.de vorab je einen kurzen Rückblick auf die folgenden Jahresthemen verfasst: <a href="http://politik-digital.de/kolumne-zum-jahresrueckblick-btw13/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#btw13</a>, <a href="http://politik-digital.de/kolumne-zum-jahresrueckblick-thema-nsa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#nsa</a>, #lsr, <a href="http://politik-digital.de/kolumne-zum-jahresrueckblick-thema-uada/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#UADA</a> und #aufschrei. Nachdem Erik Meyer mit <a href="http://politik-digital.de/kolumne-zum-jahresrueckblick-thema-uada/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Kommentar</a> zu den Koalitionsverhandlungen der #UADA den Anfang gemacht hat, blickt Hannah Beitzer an dieser Stelle auf die #aufschrei-Debatte zurück.<br />
Grabschende Kollegen, blöde Sprüche auf der Straße, Herabwürdigung im Job – auch im 21. Jahrhundert kennen viele Frauen Situationen wie diese. Zeit, darüber zu sprechen, dachten sich Anfang des Jahres einige Feministinnen um die Berliner Bloggerin Anne Wizorek und riefen dazu auf, sexistische Erlebnisse auf Twitter unter dem Hashtag <a href="https://twitter.com/search?q=%23Aufschrei&amp;src=hash" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#Aufschrei</a> zu sammeln.<br />
Die Initiatorinnen gaben mit der Kampagne all jenen eine Stimme, die schon lange unzufrieden damit waren, wie sie als Frauen immer noch behandelt werden – und stießen eine Diskussion an, die bald mehr war als eine reine Netzdebatte.<br />
Dass dabei längst nicht alle einer Meinung waren, zeigte umso deutlicher, wie dringend #Aufschrei nötig war. Die Relevanz einer Aktion wie #Aufschrei ergibt sich schließlich nicht daraus, dass ihr alle Beifall klatschen. Sie braucht gerade das Aufeinanderprallen verschiedener Meinungen und Weltanschauungen, um überhaupt zu einer Debatte zu werden. <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/netzfeministin-anne-wizorek-maenner-ihr-habt-doch-ein-gehirn-1.1596262" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die #Aufschrei-Initiatorinnen haben außerdem gezeigt, dass es längst nicht mehr etablierte Medien sein müssen, die über die Relevanz oder die Stoßrichtung eines Themas entscheiden.</a> Während die nämlich Anfang des Jahres noch über einen Artikel diskutierten, in dem die Stern-Journalistin Laura Himmelreich einen Übergriff des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle thematisierte, erkannten die jungen Feministinnen schnell, dass in der Diskussion mehr steckt als ein politischer Aufreger.<br />
Inzwischen ist Rainer Brüderle bekanntlich aus der Politik verschwunden. Die Frage, wie Männer und Frauen eigentlich miteinander umgehen wollen und sollen, ist hingegen noch längst nicht beantwortet.<br />
Foto: streunna4 (flickr.com)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens.png"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-630x110.png" width="241" height="42" /></a></p>
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		<title>Wahlkampf der Komiker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-der-komiker-131695/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Kissler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 09:13:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Der Wortwitz ist zurückgekehrt. Im Wahlkampf des Jahres 2013 bemühen sich fast alle Parteien, Hape Kerkelings Weisheit, wonach „Witzischkeit“ keine Grenzen kenne und kein Pardon, aufs Schärfste zu bestätigen. Oder eher zu widerlegen? Sorgt der Appell ans Zwerchfell für die richtige Entscheidung? Treiben Lächeln und Schmunzeln in die Wahlkabinen? Stützen sie die freie Gesellschaft?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Diese Frage gilt es unbedingt zu stellen. Gar zu neckisch präsentieren sich die Parteien. Demokratie – so die Botschaft – kann Spaß machen, darum sind wir, die Politiker, lustige Gesellen, für jeden Schabernack zu haben. Der gemeinsame Feind der Parteien ist der Bierernst. Die große Koalition der Komiker regiert mit absoluter Mehrheit. Leicht soll daher kommen, was oft nur anbiedernd flapsig ist. Cool will man sein um jeden Preis. Die einst den Deutschen nachgesagte Schwere und Gedankentiefe wurden gründlich exkommuniziert.<br />
FDP-Spitzenmann Rainer Brüderle hält im <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IQQ5nREaJWs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Werbespot</a> seine Wahlrede in einem gemütlichen Café. Der Lebemann aus der Pfalz schmiert Butter auf eine Scheibe Schwarzbrot und sagt treuherzig, „Menschen, die hart arbeiten – denen darf man nicht die Butter vom Brot nehmen.“ Er führt ein Löffelchen vom Frühstücksei zum Munde und erklärt, „Rot-rot-grün ist nicht das Gelbe vom Ei“. Beide Redewendungen werden zu komischen Zwecken aus der uneigentlichen in die eigentliche Bedeutung zurückgeführt.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/vom-wahltermin-zur-politikverdrossenheit/spot2jpg/" rel="attachment wp-att-131134"><img decoding="async" title="Spot" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPot2jpg.jpg" alt="" width="176" height="117" /></a>&#8220;Licht aus, Spot an&#8221;, so heißt das Motto unserer Kolumnenreihe &#8220;Wahlspots&#8221;, in der ausgewählte Autoren ihren Fokus auf spannende Phänomene und Geschichten des aktuellen Bundestags-wahlkampfs richten. Wöchentlich erscheinen die Texte sowohl auf politik-digital.de als auch auf <a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">cicero.de</a>.</div></div><br />
Nach demselben Muster verfährt die bayrische SPD. Auch sie nimmt einen uneigentlichen Ausdruck wörtlich. Sie zeigt in einer Plakatkampagne, <a href="http://udeholdingthings.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die breiten Spott erntete</a>, Menschen, die die rot eingefärbte Buchstabenfolge W-O-R-T halten. Anlass des Bilderrätsels: Spitzenkandidat Christian Ude verspricht, sein Wort zu geben, sein Wort zu halten. Und also gab man den berühmten „Menschen da draußen“ eine Laubsägearbeit mit dem Schriftzug „Wort“ in die Hände. Der Schuss ging nach hinten los und könnte die SPD weit unter die 20-Prozent-Marke drücken. Man lacht über diese alberne Idee des Nebenerwerbskabarettisten Ude, man lacht nicht mit ihm über die anderen Politiker, die solchermaßen als wort- und verantwortungs- und humorlos gebrandmarkt werden soll.<br />
Humor ist der gefährlichste Sprengstoff im Wahlkampf. Wo er explodiert, welche Instinkte er weckt, ist kaum kalkulierbar. Andererseits sind die Parteien und ihre Berater versessen auf den humoralen Rohstoff, kann er doch Kandidat und Bürger ohne den Umweg über das Argument aneinander ketten. Er kann sogar, im Idealfall, Botenstoff der Argumente sein und diese in Kopf und Nervensystem zugleich verankern. Wer über den eierköpfenden Brüderle immer wieder schmunzeln muss, hat vielleicht die Warnung vor Rot-rot-grün tief abgespeichert, jenseits des Cerebrums.<br />
Auch die „Grünen“ sind mit ihrem angestrengten Versuch, einen Wortwitz zu verbildlichen, sehr kurz gesprungen. Sie fordern „Mensch vor Bank“ und zeigen dazu einen Mensch, der übellaunig vor einer Parkbank steht. Das simple Phänomen des Homonyms soll die Lachmuskeln reizen und ist doch nur ein Studentenulk. Dass er es auf die offiziellen Plakate geschafft hat, zeigt einmal mehr: Zum Ernsten, Schweren haben die Parteien kein Verhältnis. Sie wollen nur spielen. Das gilt auch von den „Piraten“, die in Berlin mit einem fülligen Spitzenmann werben und dem Motto „Big Brother is watching you“. Unter Gerwald Claus-Brunners Fittiche soll man gerne fliehen, so die spaßig gemeinte Drohung.<br />
Unernst gibt sich – wenngleich rein verbal – die Linkspartei auf volkspädagogisch anmutenden Schrifttafeln: „Teilen macht Spaß: Millionäre besteuern!“ Schmunzeln soll der linke Sympathisant über den Begriffstausch von Zwangsabgabe und Teilen, das hier natürlich das Teilen der anderen meint und den eigenen Beutel ungeschoren lässt. Den Restmut zum Ernsten haben sich lediglich SPD und CDU bewahrt, wenn sie dekretieren: „Das Wir entscheidet. Sie haben es in der Hand“ und „Weil jeder zählt. Das Ganze im Blick.“ Die Sprechblase ersetzt den Klamauk.<br />
Deutschland in der Mitte Europas steht vor enormen Herausforderungen. Es könnten die größten sein seit Gründung der Bundesrepublik. Die Verantwortung der Parteien, die den künftigen Bundestag dominieren, wird immens sein. Einstweilen aber erleben wir die letzten Ausläufer der kommoden Republik, eines idyllischen Fleckchens Land, sommerlich beschienen, im gewohnten Gleis der Behäbigkeit. Dieses Klima bilden die Parteien im Wahlkampf ab. Spaß soll herrschen, ein letztes Mal. Der Unterscheid zwischen dem, was auf dem Spiel steht, und der Rhetorik der wichtigen Spieler kann nicht größer sein. Nach der Wahl wird sich die Schere schließen. Dann ist Schluss mit lustig.<br />
Alexander Kissler ist Ressortleiter Kultur beim Monatsmagazin „<a href="http://www.cicero.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cicero</a>“<br />
Bilder: m.p.3. via flickr, Rainer Sturm via pixelio.de</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Rainer Brüderle zu Gast bei tagesschau.de</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/rainer_bruederle_zu_gast_bei_tagesschaude-211/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rthurnher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Brüderle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
&#34;Nur wenn man sich bewegt, kann 
man gewinnen&#34; war die Devise von Rainer Brüderle. Im tacheles.02 
Chat von tagesschau.de und politik-digital.de forderte er eine Steuerentlastung 
statt einer Steuererhebung für Deutschland.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
&quot;Nur wenn man sich bewegt, kann<br />
man gewinnen&quot; war die Devise von Rainer Brüderle. Im tacheles.02<br />
Chat von tagesschau.de und politik-digital.de forderte er eine Steuerentlastung<br />
statt einer Steuererhebung für Deutschland.<!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de. Zum Chat ist heute der stellvertretende FDP-Vorsitzende<br />
Rainer Brüderle ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Herr Brüderle,<br />
sind Sie bereit?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Ich bin bereit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gut möglich, dass die Union bei<br />
Neuwahlen die absolute Mehrheit holt, wie einige Umfragen besagen.<br />
Wozu braucht Deutschland für einen Politikwechsel die FDP?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Weil die Union natürlich<br />
Gefahr läuft, die falschen Schwerpunkte zu setzen. Einen ersten<br />
Beweis liefert sie dieser Tage mit der unsinnigen Debatte über<br />
die Mehrwertsteuererhöhung. Das Thema für Deutschland<br />
muss Steuerentlastung sein und nicht Steuererhöhung. Dies ist<br />
nicht ein populistischer Ansatz, weil keiner gern Steuern zahlt.<br />
Dahinter verbirgt sich eine andere Philosophie: Wir wollen, wir<br />
müssen die Balance zwischen Individualität und Kollektivität,<br />
zwischen Eigenverantwortung und staatlicher Vorsorge verändern.
</p>
<p>
Hin zu mehr eigenverantwortlichem Handeln der Bürger. Zu meiner<br />
Mitbürgerin und zu meinem Mitbürger kann ich nicht sagen:<br />
Du musst selbst mehr zu deiner Gesundheits- und Altersvorsorge tun,<br />
wenn ich sie oder ihn nicht durch Erhöhung des verfügbaren<br />
Einkommens auch in die Lage versetze, dies selbst tun zu können.<br />
Sonst werden die Menschen dies als unfair erkennen. Deshalb müssen<br />
wir raus aus dem Steuerstaat.
</p>
<p>
<b>hwurst:</b> Wie schätzen Sie die Chancen der<br />
FDP bei einer vorgezogenen Bundestagswahl ein?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Sehr gut. Es gibt die Chance,<br />
die Hängepartie Deutschlands nicht in Dauerstagnation zu beenden.<br />
Es ist ein Verdienst des Bundeskanzlers Schröder, Deutschland<br />
weitere anderthalb Jahre grün-roter Fehlsteuerung zu ersparen.<br />
Deshalb müssen wir mit ganzer Kraft nutzen durch einen Neubeginn<br />
in Wahrheit sieben bis acht Millionen Arbeitslosen in Deutschland<br />
ihnen begründete Hoffnung und eine Perspektive zu geben. Sieben<br />
bis acht Millionen Arbeitslose ergeben sich deshalb, weil wir nach<br />
der amtlichen Statistik, die drei bis vier Millionen Arbeitslose<br />
beinhaltet, etwa 1,5 Millionen Menschen, insbesondere in den neuen<br />
Bundesländern, in Ersatzmaßnahmen wie ABM haben, die<br />
Arbeitslosenstatistik etwas geschönt wurde, indem z.B. in Umschulung<br />
befindliche Arbeitslose nicht mehr als Arbeitslose geführt<br />
werden, obwohl sie dadurch keinen Arbeitsplatz haben und wir weitere<br />
zwei Millionen Menschen der sogenannten stillen Reserve zurechnen<br />
müssen.
</p>
<p>
<b>warlord:</b> Wie sehen Sie die Rolle die Wolfgang<br />
Gerhardt in der FDP spielen sollte?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Außerordentlich hilfreich.<br />
Er ist für uns ein Garant erfahrener liberaler politischer<br />
Konzeptionen. Er hat sich in seinem Spezialgebiet der Außenpolitik<br />
hervorragend eingearbeitet, wie eine große Zahl vielbeachteter<br />
Reden im Bundestag dokumentiert.
</p>
<p>
<b>Sch?style=:</b> Wer wird der nächste Außenminister?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Ein liberaler erfahrener<br />
Mann. Obwohl wir auch gute Frauen haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wird es wirklich ein Liberaler? Stoiber<br />
will angeblich unbedingt auch.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir haben einen Dreisatz<br />
des Erfolgs in der FDP festgelegt. Erst die Wahl gewinnen, zweitens<br />
in den Koalitionsverhandlungen möglichst viele liberale Ideen<br />
durchsetzen und drittens erst danach festlegen, welche Frau welcher<br />
Mann an welcher Stelle am besten für liberale Politik steht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal: Wird der Außenminister<br />
ein Liberaler?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Ich bin kein Hellseher.<br />
Ich kann nur Wünsche, die ich persönlich habe, artikulieren.<br />
Ich bin zu lange im politischen Geschäft, um eine Personaldebatte<br />
zur Unzeit zu führen.
</p>
<p>
<b>Frau Langguth:</b> Was spricht dagegen, in Deutschland<br />
eine Luxus-Steuer einzuführen, wie in Österreich, und<br />
unsinnige Subventionen, wie z.B. 7 % Mehrwertsteuer für Turnierpferde<br />
beizubehalten? Zwei Prozentpunkte mehr und Mehrwertsteuer-Subventionen<br />
weg würden nicht nur die arbeitende Bevölkerung belasten?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Also von Luxussteuer halte<br />
ich wenig, weil der Staat sich anmaßt, der bessere Richter<br />
über die Verwendung von harter Arbeit und Geldern der Bevölkerung<br />
zu sein. Ich möchte insgesamt die steuerliche Belastung der<br />
Bürger reduzieren, weil dies letztlich zutiefst ein Freiheitsthema<br />
ist. Es geht letztlich um die Frage, in welchem Umfang kann ich<br />
selbst über die Verwendung dessen, was ich hart erarbeitet<br />
habe, entscheiden in welchem Umfang entscheiden andere an meiner<br />
Stelle über die Verwendung dessen, was ich mir hart erarbeitet<br />
habe, weil sie mir die Entscheidungsfähigkeit nicht zubilligen.<br />
Oder anders formuliert: mich für zu blöd halten, mit dem<br />
selbst erarbeiteten Geld eigenverantwortlich umzugehen: Es lebe<br />
die Freiheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es gibt viele Fragen zur möglichen<br />
Mehrwertsteuer-Erhöhung:
</p>
<p>
<b>misterL:</b> Wie verhält sich die FDP zum Thema<br />
Mehrwertsteuererhöhung, wenn die CDU darauf besteht bleibt<br />
nach der Wahl?
</p>
<p>
<b>viducius:</b> Ist es nicht so das eine Mehrwertsteuererhöhung<br />
unumgänglich sein wird?
</p>
<p>
<b>lix:</b> Wird es mit der FDP eine Mehrwertssteuererhöhung<br />
geben?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir wollen keine Mehrwertsteuererhöhung,<br />
weil wir sie nicht für nötig halten. Wir haben für<br />
unsere Steuerreform Teil eins ein Entlastungsvolumen von 14 Millionen<br />
Euro vorgesehen und dafür Einsparungsvorschläge von 26<br />
Milliarden Euro vorgelegt. Für uns ist unverzichtbar das Ergebnis<br />
einer neuen Politik einer bürgerlichen Regierung, dass es nicht<br />
zu steuerlichen Zusatzbelastungen kommt, sondern zu Entlastungen<br />
der Bürger. Die Einzelheiten und Facetten von der Salzsteuer<br />
bis xx sind demgegenüber nachrangig.
</p>
<p>
<b>Gast6542:</b> Wie soll denn mit einer Steuerentlastung<br />
dem Bundeshaushalt geholfen werden? Noch mehr Schulden?
</p>
<p>
<b>pema:</b> Werden sie sich bei einer Koalition mit<br />
der CDU/CSU für Steuersenkungen einsetzen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Die Aufgabe ist nicht durch<br />
Einnahmensteigerungen den Haushalt zum Ausgleich zu bringen, sondern<br />
die Aufgabe ist durch Senkung von Ausgaben, die Wirtschaft in Gang<br />
zu setzen, dass durch stärkeres Wachstum der Haushalt wieder<br />
zum Ausgleich kommt.
</p>
<p>
<b>BlueW:</b> Ist die FDP gezwungen, einen Wahlkampf<br />
&quot;gegen&quot; die CDU/CSU zu führen, um eine absolute Mehrheit<br />
der Union zu verhindern?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir führen den Wahlkampf<br />
nicht gegen jemand, sondern für uns – für die Freiheitlich<br />
Demokratische Partei Deutschlands.
</p>
<p>
<b>Bartholomeus Klee:</b> Was halten Sie von Angela Merkel?<br />
Glauben Sie nicht, dass das Kanzleramt wesentlich besser besetzt<br />
werden könnte, ob in Reihen der CDU, FDP, SPD oder Grünen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Es ist es derzeit nicht<br />
zu erwarten, dass die FDP die stärkste Partei Deutschlands<br />
wird, so dass die CDU/CSU das Vorschlagsrecht für ein Kanzlerin,<br />
einen Kanzler hat. Dies haben wir nicht öffentlich zu bewerten.<br />
Ich persönlich finde Frau Merkel sympathisch.
</p>
<p>
<b>Tuxyso:</b> Wieso sollten gerade junge Leute der FDP<br />
ihr Votum bei der Bundestagswahl geben? Ich selbst bin Student,<br />
fürchte mich davor, bald Studiengebühren zahlen müssen.<br />
Eine weitere Angst die mitschwingt: Die FDP fordert immer wieder:<br />
Staat schlanker machen! Gerade mir ist es als junger Mensch wichtig,<br />
abgesichert zu sein und nicht auf die grausamen Regeln des Marktes<br />
(der ja angeblich alles regeln soll) zu vertrauen. Wieso also FDP<br />
wählen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Weil gerade junge Menschen<br />
ihre Zukunft &#8211; und Sie haben das Leben vor sich &#8211; im Auge behalten<br />
müssen. Außer Kuba und Nordkorea fallen mir keine Länder<br />
ein, die noch glauben, dass der Staat die Verwendung von Geld und<br />
Arbeit besser regeln kann als der Markt. Wenn man vor lauter Angst<br />
vor Veränderungen starr in alten Strukturen verharrt, hat man<br />
in einer Welt, die sich schnell verändert, schon verloren.<br />
Wenn man sich bewegt, kann man gewinnen. Garantiescheine gibt es<br />
im Leben nicht. In menschlichen Beziehungen nicht und auch in der<br />
Politik nicht. Wir müssen damit leben, dass es nur Wahrscheinlichkeiten<br />
gibt und wir den Mut zu neuen Ufern brauchen.
</p>
<p>
<b>TimoH:</b> Wenn Bundespräsident Köhler nicht<br />
bei der getäuschten Vertrauensfrage mitmacht, also keine Neuwahlen<br />
ansetzt, kommt dann eine Verfassungsänderung? Und wenn ja,<br />
macht die FDP da mit, um Neuwahlen zu ermöglich?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> FDP macht nicht mit. Man<br />
kann nicht kurzfristig Verfassungen manipulieren oder ändern,<br />
weil man als Regierung den Karren an die Wand gefahren hat. Wenn<br />
dieses Ergebnis der Vorgehensweise des Kanzlers wäre, hätte<br />
er dem Land weiteren Schaden zugefügt.
</p>
<p>
<b>Tuxyso:</b> Wie stehen Sie zu der Meinung, die Ihr<br />
Bundesvorsitzende Westerwelle vertritt, dass Gewerkschaften praktisch<br />
überflüssig sind? Wollen sie die letzte Bastion arbeitnehmerischer<br />
Mitbestimmung auch noch eliminieren? Was für Alternativen dazu<br />
gibt es?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Die Gewerkschaften sind<br />
nicht überflüssig, aber sie müssen sich in veränderter<br />
Zeit neu ausrichten. Jährlich verlassen 4 bis 500.000 Menschen<br />
die DGB-Gewerkschaften, dies ist eine Abstimmung mit den Füßen.<br />
Die deutschen Gewerkschaften machen offensichtlich etwas falsch,<br />
sonst würden sie nicht ständig so viele Mitglieder verlieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Stellvertretend 2 Fragen zum neuen<br />
Reisepass:
</p>
<p>
<b>Klaus Zinner:</b> Herr Brüderle, wie denken Sie<br />
über den biometrischen Pass? Wie denken Sie bzw. die FDP überhaupt<br />
über die so genannten Otto-Pakete? Meinen Sie nicht auch, dass<br />
in diesem Land schon eine Terrorhysterie erzeugt wird?
</p>
<p>
<b>inquiring:</b> Mich interessiert, was Sie von Herrn<br />
Schilys neuen Reisepässen mit einbauten Chips halten.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir müssen in der Tat<br />
bei der Bekämpfung von Terror und Gefahren Acht geben, dass<br />
wir am Schluss nicht eine Friedhofsstille erreichen. Stark ist der<br />
Staat, hinter dem die Bürger stehen und nicht der, der seinen<br />
Bürgern am meisten misstraut. Ich bin kein Experte für<br />
den neuen Pass, aber er scheint mir durchaus eine erwägenswerte<br />
Option, um Identitäten besser festzustellen.
</p>
<p>
<b>Schwabe1:</b> Von einigen Ihrer Parteikollegen wird<br />
eine Senkung der Pendlerpauschale auf 0 Cent gefordert. Es ist ja<br />
auch faktisch so, dass Arbeitnehmer mit einem kurzen Weg zur Arbeit<br />
die Fahrt der anderen subventionieren. Gleichzeitig stellt der Anreiz<br />
zur Fahrt mit dem Kfz ein umweltpolitisches Problem dar. Es wäre<br />
doch sinnvoll, nur noch Karten des öffentlichen Nahverkehrs<br />
absetzbar zu machen. Wie stehen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Die Pendlerpauschale ist<br />
mit entstanden in einer Situation, in der wir die Bürger so<br />
hochsteuerlich belastet haben, dass Menschen in den ländlichen<br />
Räumen, die oft durch mangelnde öffentliche Nahverkehrsangebote<br />
auf ihren PKW zwingend angewiesen sind, sehr hart und einseitig<br />
belastet wurden. Bei meinem Idealziel einer Steuerreform des sogenannten<br />
Flat-Tax, bei der ein Einkommen bis 15.000 Euro im Jahr steuerfrei<br />
ist, z.B. danach eine Einheitssteuer von 25 Prozent einsetzt, würden<br />
all diese diskutierten steuerlichen Vergünstigungen wegfallen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> In diesem Zusammenhang: Wie kommentieren<br />
sie die jüngsten Stoiber-Vorschläge: Abschaffung der Steuerfreiheit<br />
für Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge und die drastische<br />
Senkung der Kilometerpauschale?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wenn man, wie meine Vorstellung<br />
ist, die Steuern radikal vereinfacht und senkt, ist für solche<br />
Sonderregelungen kein Raum mehr. Nacht- und Schichtarbeiten sind<br />
ganz besonders schwere und z.T. sehr unangenehme Tätigkeiten.<br />
Sie durch steuerliche Sonderregelungen zu begünstigen, heißt<br />
einen zusätzlichen Anreiz zur Nacht- und Schichtarbeit zu setzen.<br />
Das kann keine echt rationale Politik sein, durch Steuerpolitik<br />
einen verstärkten Anreiz zur Nacht- und Schichtarbeit zu setzen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Zusammenhang mit der EU gibt es<br />
viele Fragen:
</p>
<p>
<b>Promy:</b> Wo liegen Ihrer Meinung nach die Gründe<br />
für die Ablehnung der EU-Verfassung in den Niederlanden und<br />
in Frankreich?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Weil Europa zu bürgerfern<br />
konzipiert und artikuliert wurde. Europa landete bei den Bürgern<br />
in Reglementierungen vom Krümmungswinkel der Banane angefangen<br />
bis zum Überschlagbügel von Traktoren. Europa muss stärker<br />
Menschen überzeugen. Ich habe es deshalb außerordentlich<br />
bedauert, dass eine schwarz-rot-grüne Einheitsfront gegen die<br />
FDP verhindert hat, dass eine Volksabstimmung über die EU-Verfassung<br />
in Deutschland möglich wurde.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Das Misstrauen gegenüber<br />
den Bürgern der schwarz-rot-grünen Einheitsfront war so<br />
groß, dass sie den deutschen Bürgerinnen und Bürgern<br />
eine eigene Entscheidung offenbar nicht zugetraut hat. Dies ist<br />
kein Ausdruck von starker Politik.
</p>
<p>
<b>mkollig:</b> Welche Auswirkungen wird diese Ablehnung<br />
haben?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Das wird zunächst zu<br />
einer Pause der weiteren europäischen Fortentwicklung führen<br />
und es wird auch ein Pause von weiteren Mitgliedschaften der EU<br />
eingelegt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist die Währungsunion gescheitert?<br />
Dergleichen wird angeblich schon diskutiert.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Sie ist nicht gescheitert,<br />
sie hat auch viel Vorteile: Es zeigt aber auch rückwirkend,<br />
dass der frühere Grundsatz der vorhergehenden Regierung, eine<br />
Währungsunion erst zu etablieren, wenn auch eine politische<br />
Union besteht durchaus begründet war.
</p>
<p>
<b>BTSV:</b> Wie stehen sie zu einer möglichen EU-Vollmitgliedschaft<br />
der Türkei?
</p>
<p>
<b>HH1910:</b> Wie stehen sie zum einem möglichen<br />
Beitritt der Türkei zur EU? Sind sie dafür oder dagegen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Ich glaube, dass auf überschaubare<br />
Zeit eine Vollmitgliedschaft von der Türkei und der Eu nicht<br />
verkraftet werden kann. Dies kann allenfalls sehr langfristig entstehen.<br />
Deshalb gibt es zig Modelle der intensiven Zusammenarbeit mit einem<br />
besonders mit Deutschland eng befreundeten Land wie der Türkei<br />
zu entwickeln.
</p>
<p>
<b>Mimche:</b> Wie steht die FDP zu den EU-Beitritt Bulgariens<br />
nach den Referenden in Frankreich und Niederlanden.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Er ist ja im Prinzip bereits<br />
beschlossen, muss aber in sehr sorgfältig überlegen Übergangregelungen<br />
so gestaltet werden, dass weder Bulgarien noch die EU nachhaltigen<br />
Schaden nehmen.
</p>
<p>
<b>Thommas:</b> Wie gedenkt die FDP bei der Frage der<br />
Umsetzung der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien inhaltlich vorzugehen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir haben ein ganz klar<br />
Position: nein zum Konzept von grün-rot.<br />
Nur Umsetzung von dem, was in den Richtlinien zwingend geboten ist.<br />
Das grün-rote Konzept würde zu einem bürokratischen<br />
Monster führen.
</p>
<p>
<b>berlin78:</b> Wenn die FDP den Außenminister<br />
stellt, welche Haltung wird es zur Kriegspolitik der USA geben?<br />
Stimmt es, dass mit schwarz-gelb heute deutsche Soldaten im Irak<br />
stehen würden?
</p>
<p>
<b>rainer.schwesterle:</b> Wie stehen Sie zur Wehrpflicht<br />
und zum Einsatz der Bundeswehr im Irak?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Zum ersten. Auch unser Position<br />
ist: keine Bundeswehr im Irak. Im Gegenteil, wir meinen, dass hier<br />
kritische überprüft werden muss ob wir nicht schon zu<br />
viel Bundeswehr an zu vielen Stellen in der Welt im Einsatz haben.<br />
Zum zweiten Fragenkomplex: Die Wehrpflicht alter Prägung hat<br />
sich überholt. Sie passt nicht mehr zu den Anforderungen an<br />
eine moderne Armee. Bei friedenserhaltenden oder friedensschaffenden<br />
Einsätzen kann man keine Wehrpflichtigen einsetzen, sondern<br />
braucht freiwillige und professionelle Soldaten, moderne Waffentechnik<br />
mit moderner Elektronik und modernen IT-Konzepten. Das fordert umfassend<br />
ausgebildete und erfahrene Soldaten, die man so über eine Wehrpflicht<br />
nicht erreichen kann. Die anderen großen Demokratien USA,<br />
GB, FR, Italien und NL zum Beispiel sind längst auf dem Weg<br />
zu Freiwilligenarmeen weg von der Wehrpflicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zurück zur Innenpolitik:
</p>
<p>
<b>lix:</b> Stimmt es das die FDP die gesetzliche Krankenversicherung<br />
abschaffen will?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Die FDP will das Gesundheitssystem<br />
wieder gesund machen. Wer in Deutschland Auto fährt, muss eine<br />
Auto-Haftpflichtversicherung haben &#8211; sie ist der Mindestausstattung<br />
festgelegt. Jeder sucht sich am Markt das für ihn beste Angebot.<br />
<br />
Und genauso braucht, wer in Deutschland lebt, eine Anständige<br />
Gesundheitsvorsorge. Die zwei Kernelemente umfassen 1. die Schwerstfallmedizin<br />
für Jedermann &#8211; wer eine Herz-OP braucht, soll sie auch bekommen.<br />
Und zweitens eine anständige Grundversorgung. Hier wollen wir<br />
die Haftpflichtversicherung beim Auto zum Vorbild nehmen: Wir sind<br />
überzeugt davon, dass wir bessere Ergebnisse erreichen, wenn<br />
jeder selbst &#8211; wie bei der Haftpflichtversicherung im Autoverkehr<br />
&#8211; seine Versicherungsleistung nachfragt. Damit fahren wir besser<br />
als bei einer Einheitsversicherung. Was sich beim Autofahren bewährt<br />
hat, gilt auch beim Krankenschutz.<br />
<b>Schlupfwinkel32:</b> Herr Brüderle! Welche Wege<br />
werden Sie in Bezug auf die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften<br />
im Falle einer Regierungsbeteiligung gehen? Liberal oder konservativ?
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Wir sind liberal und bleiben<br />
liberal. Es ist für mich primär eine Toleranzfrage und<br />
in dieser Frage hat sich die FDP mit der Bundesregierung abgestimmt.<br />
Dabei bleibt es.
</p>
<p>
<b>misterL:</b> Warum will die FDP die Offenlegung der<br />
Manager-Gehälter verhindern? Transparenz für Anteilseigner<br />
muss doch möglich sein.
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Sie will sie nicht verhindern.<br />
Wir haben lange bevor der Bundeskanzler die Flucht in die Neuwahl<br />
suchen musste eigene Initiativen in den Bundestag eingebracht, die<br />
vorsieht die Eigentümerrechte zu stärken. D.h. konkret<br />
bei einer Aktiengesellschaft entscheidet die Hauptversammlung. Das<br />
sind die Eigentümer, die über die Höhe, über<br />
die festen und variablen Bestandteile der Bezüge für die<br />
arbeitenden Manager und über die Veröffentlichung oder<br />
Nichtveröffentlichung dieser Gehälter entscheiden. Dies<br />
entspricht dem Geist und den Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Zeit ist schon wieder um. Vielen<br />
Dank an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen<br />
sind leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Herr Brüderle,<br />
dass Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript<br />
dieses Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Den nächsten<br />
Chat gibt es am Montag, den 06.06., ab 14.00 Uhr, mit dem saarländischen<br />
SPD-Chef Heiko Maas. Das tacheles.02-Team wünscht allen noch<br />
einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Rainer Brüderle:</b> Ich bedanke mich bei den<br />
Chat-Partnerinnen und Partnern für die interessanten Fragen,<br />
die Offenheit für meine Antworten freue mich über die<br />
Fortsetzung des Dialogs an dieser oder jener Stelle. Solange wir<br />
miteinander Reden, haben wir noch nichts falsch gemacht. Herzliche<br />
Grüße an alle!</p>
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