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	<title>Rainer Richard &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Rainer Richard &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Ein Filter gegen Kinderpornos?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Computerkriminalität]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Kinderschutz und Kriminalität: DIE WOCHE lud vier Experten zum digitalen
Streitgespräch über Freiheit oder Zensur</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Kinderschutz und Kriminalität: DIE WOCHE lud vier Experten zum digitalen<br />
Streitgespräch über Freiheit oder Zensur</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Herzlich willkommen zur ersten &#8220;virtuellen Podiumsdiskussion&#8221;<br />
der WOCHE. Nach den Funden elektronisch gespeicherter und über Online-Medien<br />
vertriebener Kindersex-Pornografie im niederländischen Zandvoort stellt<br />
sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen digitalen Technologien und<br />
solchen kriminellen Handlungen. Zunächst quantitativ: Wie viel Prozent<br />
von allem, was übers World Wide Web, über Newsgroups*, Chatrooms* und<br />
E-Mails* ausgetauscht wird, lässt sich mit kriminellen Handlungen in Verbindung<br />
bringen, Herr Blottnitz? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Blottnitz:</b><br />
Zum Glück sehr, sehr wenig. 1 Prozent der Nutzung ist pornografisch und<br />
davon ist wiederum nur ein Bruchteil kinderpornografisch. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Stimmt das, Herr Richard? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das sind auch unsere Erkenntnisse, aber trotzdem müssen wir das Thema<br />
ernst nehmen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Das tun wir auch! </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Lassen sich eindeutige Zusammenhänge zwischen kriminellen<br />
Handlungen und digitalen Technologien herstellen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elke Wülfing:</b><br />
Nein, Kriminelle bedienen sich stets der modernsten Technologie, um ihre<br />
Ziele zu erreichen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Das sagt etwas über die Kriminellen. Was aber sagt es<br />
über die Technologie? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Allein in Deutschland gibt es Hunderte von Anbietern, die frei zugänglich<br />
strafbare Pornografie ins Netz stellen. Außerdem dient das Netz der extremistischen<br />
Szene als optimale Plattform für anti-demokratische Propaganda. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Lädt die Technologie durch ihre Schnelligkeit und die<br />
mögliche Anonymität zur Kriminalität ein? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Nein,<br />
unser Medium kann für einen Zwischenschritt missbraucht werden, ist aber<br />
auf keinen Fall die Ursache des Problems. Das Stichwort Anonymität ist<br />
aber wichtig. Irgendwann in der Kette der Handlungen wird allerdings die<br />
tatsächliche Identität sichtbar. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Aber technologische Neuerungen, das zeigt die Praxis, aktivieren stets<br />
bis dahin nur latent vorhandene kriminelle Veranlagungen oder bringen<br />
diese sogar erst hervor. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b>Welche Kanäle sind denn die gefährlichsten ­ das öffentliche<br />
World Wide Web, kommerzielle Online-Angebote, wie die von AOL, Compuserve<br />
und T-online, oder die Newsgroups*, etwa des Usenets*, also digitale schwarze<br />
Bretter? Oder sind es die Chatrooms*, in denen geplaudert wird, also schriftliche,<br />
kurze Nachrichten ausgetauscht werden? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das www nimmt in der Gesamtheit sicherlich den kleinsten Platz ein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Diejenigen, die sich strafbar machen, beispielsweise durch die Verbreitung<br />
von Kinderpornografie, wollen nicht erkannt werden und nutzen daher eher<br />
geschlossene Bereiche. Im frei zugänglichen Bereich finden sich allerdings<br />
auch strafbare Inhalte. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Vor allem Chat-Bereiche sowie das Usenet* gelten nach wie vor als hauptsächlicher<br />
Treffpunkt der Kriminellen. Der E-Mail*-Verkehr muss ganz ausgeklammert<br />
werden. Hier gilt einfach das Briefgeheimnis. Derzeit laufen allerdings<br />
Diskussionen, es bei Verdacht auf bestimmte Verbrechen wie Organisierte<br />
Kriminalität oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung aufzulockern.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Welcher Meinung sind Sie, Herr Richard ? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Ich bin der Meinung, dass die Strafprozessordnung in mehreren Teilen den<br />
neuen Techniken angepasst werden sollte: z. B. durch den Einsatz verdeckter<br />
Ermittler und zusätzliche ,Telefonüberwachung&#8221; des E-Mail-Verkehrs beim<br />
Verdacht auf bestimmte Straftaten. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das Netz ist kein rechtsfreier Raum; was im Offline-Bereich gilt, muss<br />
im Grundsatz auch online gelten. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Natürlich, aber die Frage ist doch, wie das durchgesetzt<br />
werden kann. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Im Netz ist es mitunter sehr schwierig, die Verursacher oder Verantwortlichen<br />
zu finden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Mit dem Multimedia-Gesetz und dem Mediendienste-Staatsvertrag* haben wir<br />
eine klare gesetzliche Grundlage geschaffen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wenn in Deutschland gefährdende oder strafbare Angebote ins Netz gestellt<br />
werden, reichen die deutschen Gesetze aus. Allerdings haben wir bei der<br />
globalen Vernetzung Schwierigkeiten, alle in Deutschland strafbaren Inhalte<br />
auch in anderen Ländern zu verfolgen, weil etwa Rassismus in den USA nicht<br />
in der Weise verfolgt wird wie bei uns. Auch die Provider*, also die Betreiberfirmen,<br />
die Internet-Zugänge anbieten, müssen ihre Verantwortung ernst nehmen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Was erwarten Sie konkret von den Providern? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die technischen Lösungen müssen von den Providern kommen, nicht vom Gesetzgeber.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Hier muss immer zwischen den beiden großen Themen Datenschutz und Ermittlung<br />
von Straffälligen unterschieden werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> An die Provider: Warum ist es nicht möglich, einfach<br />
einen großen Filter gegen Kinderpornografie zu entwickeln? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Weil es im Moment rechtlich und technisch nicht möglich ist, einen Filter<br />
zu entwickeln, der ständig alles, was ausgetauscht wird, scannt* und Strafbares<br />
kennzeichnet. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Weil immer gilt, dass von Menschen beurteilt werden muss, ob ein Straftatbestand<br />
wie Kinderpornografie vorliegt. Die Sichtung ist durch keine Maschine<br />
zu ersetzen. Allerdings gibt es schon technische Hilfsmittel wie die jetzt<br />
vorgestellte ,Suchsoftware&#8221; Perkeo*, um Kinderpornografie zu finden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Internationale Zusammenarbeit ist wichtig, z. B. in der OECD, der EU und<br />
den UN. Unserer Meinung nach ist so ein Filter zu entwickeln, Ansätze<br />
­ z. B. PICS* ­ gibt es bereits. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das Perkeo*-Programm des Hessischen Landeskriminalamtes scannt nur bereits<br />
bekannte Bilder ab. Es hat sich in der Praxis nicht als tauglich erwiesen,<br />
da es nach einem Prüfsummenverfahren arbeitet. Sobald auch nur ein Bit*<br />
verändert wird, greift das Programm nicht mehr. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es gibt zwar Software, die feststellen kann, ob auf einem Bild Haut abgebildet<br />
wird oder nicht, aber ob diese Abbildung von Haut nun Straftatbestände<br />
erfüllt oder nicht, kann zur Zeit nur ein Mensch entscheiden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wir haben festgestellt, dass Perkeo* ein wichtiges Hilfsmittel ist, weil<br />
viele bekannte kinderpornografische Fotos einfach gespiegelt sind und<br />
als neu verkauft werden. Das erkennt Perkeo. Im Umfeld findet man dann<br />
auch neue Fotos. Hier muss aber mehr getan werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wir erwarten von den Providern vor allem benutzerfreundliche Filtertechnologien<br />
und Kindersicherungen * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
AOL hat heute ein System, welches Kinder schon sehr gut davor schützt,<br />
in hässliche Bereiche zu gelangen * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
* z. B. bei Eingabe ,Porno&#8221;, ,XXX&#8221; usw. entsprechende Suchbefehle nicht<br />
ausführt. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Es<br />
muss aber zwischen dem Zugang zu diesen Inhalten und dem Handel unterschieden<br />
werden. Was den Zugang angeht, da ist AOL bereits sehr weit, beim Handel,<br />
der ausschließlich über E-Mail läuft ­ für die das Briefgeheimnis gilt<br />
­, fehlen allerdings die rechtlichen Mittel. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Der Handel wird nie ganz unterbunden werden können. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Lobenswert ist die Initiative, zur Suche krimineller Pornos Lotsen* einzusetzen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Über unsere Lotsen* unterstützen wir die Suche nach Kriminellen. Damit<br />
unterstützen wir aber nur die Behörden und ermitteln nicht selber. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Herr Blottnitz, ich denke auch, dass es nicht Ihre Aufgabe ist, Ihre Kunden<br />
zu überwachen. Aber die Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen<br />
sollte möglichst unbürokratisch sein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die Freiwillige Selbstkontrolle, wie z. B. die FSM*, ist ein Schlüssel<br />
zum Erfolg gegen Netzmissbrauch. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Wie kann sich die Politik auf freiwillige Selbstkontrolle<br />
verlassen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Selbstkontrolle ist ein neues Zauberwort. Sie funktioniert nach unserer<br />
Erfahrungen aber nur, wenn mit den öffentlichen Stellen zusammengearbeitet<br />
wird, wenn es also doch Kontrolle gibt. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Freiwillige Selbstkontrolle allein reicht sicherlich nicht aus, deshalb<br />
haben wir ja einen entsprechenden rechtlichen Rahmen geschaffen und arbeiten<br />
auf internationaler Ebene mit unseren Partnern an einer besseren Ausstattung<br />
z. B. von Europol und der Justiz in der EU. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Leider wird der Datenschutz im Teledienste-Datenschutz-Gesetz (TDDG)*<br />
noch zu groß geschrieben. So sieht Art. 4 TDDG explizit einen anonymisierten<br />
Zugang von Kunden in die Datennetze vor. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Uns<br />
liegt aber auch der Datenschutz am Herzen. Auf keinen Fall wollen wir<br />
unseren Mitgliedern das Gefühl geben, dass sie überwacht werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wegen dieser Problematik ist das Gesetz auf dem Prüfstand (Evaluierung).<br />
Der Bundestag setzt auf praktische Erfahrungen, Mitte nächsten Jahres<br />
werden sie in einem ausführlichen Bericht ausgewertet. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Der Compuserve-Geschäftsführer Felix Somm wurde zu 2<br />
Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100 000 Mark verurteilt.<br />
Der Münchner Amtsrichter stützt das Urteil auf eben dieses Multimedia-Gesetz?<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Es handelt sich um ein erstinstanzliches Urteil. Hier verbietet sich eine<br />
voreilige Bewertung. Eigentlich sind die Regelungen zur Verantwortlichkeit<br />
deutlich. Wir werden aber auch diese Regelungen im Rahmen der Evaluierung<br />
genauer unter die Lupe nehmen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Ich bin nicht sicher, ob die Verurteilung nicht deshalb so ausgefallen<br />
ist, weil zum Zeitpunkt der Untersuchungen das Informations-und-Kommunikationsdienste-Gesetz*<br />
noch nicht in Kraft war. Dessen Regeln sind eindeutig: Ein Anbieter ist<br />
verantwortlich, wenn er weiß, was er verbreitet, und wenn er technisch<br />
in der Lage ist, etwas dagegen zu tun. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Inzwischen ist die Urteilsbegründung ja bekannt. Der Richter urteilte<br />
so, weil Compuserve seinen Mitgliedern Newsgroups zur Verfügung gestellt<br />
hat, obwohl man wusste, dass dort Kinderpornografie verbreitet wird. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Muss ein Anbieter (AOL, T-online usw.) tatsächlich wissen,<br />
was er alles verbreitet? Und: Wie kann er das alles wissen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Nein.<br />
Er ermöglicht zu diesen Inhalten nur den Zugang. Er kann es nicht wissen.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das kommt darauf an * </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Im Bereich des Usenets* ist dies relativ einfach: Er kann explizit darüber<br />
entscheiden, welche News-Gruppen er seinen Kunden zur Verfügung stellt.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Klar ist, dass strafbare Inhalte im Usenet*, die man kennt, gesperrt werden<br />
müssen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wenn eine Stelle den Anbieter informiert, muss dieser alle Möglichkeiten<br />
nutzen, die technisch machbar und zumutbar sind. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Aber wenn man nicht weiß, was gerade verbreitet wird, kann man nicht auf<br />
Verdacht vorgehen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Eine News-Gruppe mit der Bezeichnung alt.sex.paedophilia dürfte relativ<br />
eindeutig sein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es könnte sich bei dieser Newsgroup* auch um einen Raum handeln, in dem<br />
sich Opfer austauschen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
In solchen, meiner Meinung nach eindeutigen Gruppen muss sich der Provider*<br />
dann eben auch selbst darum bemühen, die Inhalte zu prüfen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Herr Blottnitz, ist es machbar, einen abgrenzbaren Rechner ­ in Japan<br />
oder sonstwo ­, auf dem Kinderpornografie liegt, zu sperren? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Nur wenn es sich um Angebote des Usenets* handelt, können wir die entsprechende<br />
Newsgroup* als ganze sperren ­ und wir tun das auch. Unser Problem dabei<br />
ist, dass sich diese Inhalte beliebig oft kopieren lassen und wir immer<br />
hinterherlaufen müssen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Herr Richard, was ist die rechtliche Grundlage Ihrer<br />
Online-Recherchen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Für uns ist das jeweilige Polizeirecht des Bundeslandes die Grundlage<br />
zur präventiven Überwachung, zum Streife gehen auf dem Daten-Highway.<br />
</span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Bayern ist hier vorbildlich. Andere Länder sollten sich anschließen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Bei<br />
AOL können die Strafverfolgungsbehörden sich an die Lotsen* wenden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>MÜLLER: </b>Wir<br />
haben die Erfahrung gemacht, dass viele, vor allem kleinere Anbieter,<br />
die Gesetze nicht ausreichend kennen. Der Hinweis auf einen Verstoß reicht<br />
dann oft aus und sie verändern ihr Angebot. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, aber verfolgen die Übeltäter nicht,<br />
das müssen die Behörden selbst machen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Würde ein automatisches Scannen* des digitalen Datenverkehrs<br />
das Grundgesetz verletzen? Würde dann noch gelten: Eine Zensur findet<br />
nicht statt? Wo bleibt die gepriesene Freizügigkeit im Cyberspace, wenn<br />
überall Blockwarte umherstreifen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Es geht nicht um Blockwarte, sondern um Hinweise auf kriminelle Taten.<br />
Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Dem<br />
schließen wir uns ausdrücklich an. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Bevölkerung auf Grund der letzten<br />
Ereignisse sensibilisiert ist und auf kriminelle Inhalte achtet. Tagtäglich<br />
gehen bei unserer Dienststelle Hinweise auf strafbares Material ein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Auch Kinder, für die das Internet ein wichtiges Zukunftsmedium ist, haben<br />
Informationsfreiheit, können aber noch nicht mit allen Gefährdungen umgehen.<br />
Sie müssen besonders geschützt werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Gerade für Kinder brauchen wir Filter, damit diese gefahrenfrei surfen<br />
können. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Eine Forderung an die Provider. Die Eltern werden mit dem Problem allein<br />
gelassen und sind meist überfordert. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Wir brauchen eine benutzerfreundliche Filtersoftware. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Also ,Kennwort Kindersicherung&#8221; versteht sogar meine Mutter. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die Software darf aber nicht allein von den Anbietern kontrolliert werden.<br />
Dann ist Missbrauch nämlich nicht auszuschließen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Reden wir über Grauzonen: Was in Bayern als nicht korrekt<br />
gilt, wird andernorts im globalen Dorf womöglich als Ausdruck sexueller<br />
Freiheit aufgefasst. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Rainer Richard:</b><br />
Das kann ich nur bestätigen. Allein in Europa wird Pornografie völlig<br />
unterschiedlich aufgefasst. Was in Holland erlaubt ist, steht bei uns<br />
oder in anderen Ländern bereits unter Strafe. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Die Moralvorstellungen sind weltweit zu unterschiedlich. Deshalb brauchen<br />
wir ja individuelle Filter beim User*. Elternverantwortung ist gefragt.<br />
Im Straßenverkehr müssen Kinder erzogen werden, ebenso auf dem Daten-Highway.<br />
Staatliche Instanzen allein können das Problem nicht lösen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b>Ich<br />
unterscheide zwischen zwei Bereichen: 1. Wie schützen wir unsere Mitglieder,<br />
besonders die Kinder, davor, Zugang zu strafbaren Inhalten zu bekommen?<br />
Das haben wir im Griff. 2. Wie spüren wir strafbare Inhalte auf und machen<br />
sie unzugänglich? Wir versuchen ein System zu installieren, mit dem wir<br />
zumindest teilweise die Datenflut durchsuchen, das haben wir aber noch<br />
nicht gelöst und können es auch unmöglich allein. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die Zusammenarbeit zwischen Anbietern und staatlichen Stellen muss besser<br />
organisiert werden. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Das ist mit FSM* bereits geschehen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Die FSM* benötigt derzeit sehr viel Zeit, um Beschwerden zu bearbeiten.<br />
Außerdem ist nicht transparent, wie sie das tut. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b><span style="color: #ff6600;">Die<br />
Woche:</span></b> Der Bundesforschungsminister hat einen Internet-Kodex<br />
gefordert, der Finanzminister eine Internet-Konvention. Wie kommt man<br />
im ,globalen Dorf&#8221; des Cyberspace zusammen, um gefundene Regeln auch einzuhalten,<br />
Regelverstöße zu ahnden ­ und die Schuldigen zu bestrafen? </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Petra Müller:</b><br />
Stellen wie <a href="http://www.jugendschutz.net/">Jugendschutz.net</a><br />
sollten in Europa vernetzt werden, so dass Beschwerden schnell an die<br />
richtige Adresse kommen. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Elka Wülfing:</b><br />
Wir sind mit allen relevanten internationalen Organisationen im Gespräch.<br />
Wir wollen auf der Unesco-Konferenz über ,Info-ethics&#8221;, die im Oktober<br />
in Monaco stattfinden wird, das Thema Kinderpornografie ganz oben auf<br />
die Tagesordnung setzen. Erste Schritte sind getan, weitere müssen folgen.<br />
Wenn es um Verbrechen an Kindern geht, lohnt sich jeder Aufwand. </span></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;"><b>Andreas von Plottnitz:</b><br />
Es dauert lange, und die Schritte sind klein, aber wir müssen dranbleiben.<br />
Wir können uns keineswegs zurücklehnen, bis das Netz in Verruf gerät.<br />
</span></p>
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