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	<title>Reality TV &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Reality TV &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Gelacht wird im Keller</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother]]></category>
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		<category><![CDATA[Reality TV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>
Jeden Abend um 20:15 Uhr zeigt uns RTL II die Realität. Oder vielmehr die 35 zusammengeschnittenen
Minuten Auswahl-Realität der letzten 24 Stunden, die der Sender seinem Publikum aus dem Big Brother-Container
zeigen möchte.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><br />
Jeden Abend um 20:15 Uhr zeigt uns RTL II die Realität. Oder vielmehr die 35 zusammengeschnittenen<br />
Minuten Auswahl-Realität der letzten 24 Stunden, die der Sender seinem Publikum aus dem Big Brother-Container<br />
zeigen möchte.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Jeden Sonntag zum Beispiel zeigt Endemol dem Zuschauer den heulenden John. Nachdem wir<br />
45 Sekunden lang das close-up auf Johns rührend verheultes Gesicht gesehen &#8211; ja &#8211; genossen haben, sind wir<br />
überzeugt, so muss er sein, der John. So ist er. Zumindest für die 45 Sekunden, die der Fernsehschauer von<br />
diesem take zu sehen bekommt. Niemand hätte allen Ernstes erwartet, in den 45minütigen Zusammenfassungen<br />
minus Werbung die echte, die ganze Welt von Big Brother zu erfahren. Big Brother ist ein Kunstobjekt, eine<br />
Realitäts-Strickmaschine, eine mediale Kuschellüge und eine Casting-Identität ähnlich den Backstreet Boys.<br />
Big Brother ist ein Spiel.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für die unstillbare Sehnsucht nach Authentizität gibt es das Internet. Die offizielle Big Brother Seite bietet neben<br />
harmlosen Artikelchen der Online-Redaktion und verschiedenen Merchandizing Angeboten auch die Live-Kameras.<br />
Dort können Doku-Junkies unter <a href="http://www.big-brother-haus.de/">big-brother-haus.de </a><br />
mittels Click auf die verschiedenen Kameras 24/7 verfolgen, was tatsächlich gelebt wird in der Hürther WG.<br />
Das offizielle Web-Angebot von RTL II erhebt jedoch auch den Anspruch auf das Internet-Realitäts-Monopol der<br />
Geschehnisse im Container. Abgesehen davon, dass die live-Kameras und Mikrophone von Zeit zu Zeit partiell<br />
ausfallen (ob aus technischen oder anderen Gründen sei dahingestellt), hat die Produktionsfirma<br />
<a href="http://www.endemol.nl/">Endemol</a>, nun alle Seiten im Netz, die unabhängig vom Sender Fan- und<br />
Diskussionsforen bieten, abgemahnt. Die Marke Big Brother muss geschützt werden, auch oder grade auf Kosten<br />
der Freiheit, im Netz jenseits der Kommerzialität den eigenen Spiel- und Schwätz-Leidenschaften zu frönen.<br />
So haben bereits gut hundert Fanseiten Post von einem Anwaltsbüro bekommen. Alle Seiten, die Logos und<br />
Fotos verwenden an denen Endemol die Rechte hält, müssen mit Klagen im Sinne des Copyright-Gesetztes<br />
rechnen. Selbst Screenshots und<br />
Tonmitschnitte aus der TV-Sendung und den Internetkameras seien geschützt, so Rainer Laux, Produzent<br />
der Hürther Trash-Biosphäre.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Spaßverderber von Endemol beanstanden, dass die meisten der unabhängigen Seiten sich nur über<br />
Big Brother mokieren wollen. Und da das 100 Tage-Spiel eine ernste Sache ist, sollte möglichst nur im Keller<br />
gelacht werden. Leider hat weder das Internet noch der Container einen solchen und so wird am besten gar nicht<br />
mehr gelacht. Jedenfalls nicht über Big Brother.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In diesem Sinne unterscheiden sich das offizielle Big Brother-Internet Angebot und Big Brother Fernsehen nicht.<br />
Das Internet-Angebot ergänzt die Fernsehsendung und suggeriert dank der 24-Stunden Kameras eine grössere<br />
Nähe zu den Kandidaten. Die Big-Brother Webpage könnte ohne das Fernsehangebot nicht existieren. Die<br />
Webpage wiederum nutzt den Charakter des Unmittelbaren, der dem Netz anhaftet und wirbt, für die<br />
Reality-Soap, die doch keine ist. Das Internet dient hier lediglich als Spiegel der klassischen Medien.<br />
Wirkliche Überraschungen sind weder von dem einen noch von dem anderen Format zu erwarten, dafür<br />
ist die Endemolsche Medienmaschiene viel zu glatt geschmiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der rechtlich verfolgte Sand im Getriebe bietet das, was über ein blosses Abbild des Fernseh Big Brother hinausgeht<br />
und manches, was an der perfekten Containerfassade kratzt. Herausragend ist das Diskussionsforum,<br />
das inzwischen von Bild gehostet wird und unter <a href="http://www.bigbrother.bild.de/">www.bigbrother.bild.de</a> nicht nur Raum für Klatsch und Tratsch<br />
rund um die Bewohner bietet. Gradezu spektakulär ist das hier abgelegte Tagebuch, in dem schlaflose Menschen<br />
genaue Transkripte aller Dialoge und Vorgänge im Haus anfertigen. Natürlich handelt es sich hier nur um die<br />
Protokolle Endemolscher Internet-Realität, es zeigt aber zumindest die Inszenierung in voller Länge.<br />
Frei erfunden aber in ihrer Überspitzung sehr containergetreu sind die Dialoge, die unter <a href="http://www.derjuergen.de.st/">http://www.derjuergen.de.st/</a><br />
zu lesen sind.<br />
Dort lässt sich zum Beispiel die WG-Katze Sternchen über den Lachsack<br />
mit Airbag (Sabrina) aus und in Bemerkungen wie<br />
&quot;welcheschulesolldasdennseindiewodubesuchthaschtbaumschuleoderwas?&quot;<br />
erwächst in Zlatko eine echte Konkurrenz für Stephan Raab.<br />
Auf anderen Sites stellen sich virtuelle Big Brother WGs vor und<br />
sogenannte hate-pages bieten virtuellen Raum<br />
zu hemmungslosem Beschimpfungen besonders unbeliebter Bewohner.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eigentlich gehört dies alles zum Big Brother-Spiel dazu, eigentlich erhält auf diesen Seiten die Internet-Präsenz<br />
von Big Brother etwas von ihrem spielerischen Sinn zurück, den sie auf der offiziellen Seite niemals hatte.<br />
Es soll niemand mit der Big-Brother Marke Geld verdienen, außer Herr Endemol, auch nicht im Internet.<br />
Das ist nachvollziehbar. Eigentlich bringen die völlig unkommerzielle Seiten ja den Machern einen gewissen<br />
synergetischen Publicity-Effekt. Leider entziehen sie sich aber der Kontrolle von Endemol, und was Endemol<br />
nicht kontrollieren kann, lassen sie lieber verbieten. Wahrscheinlich offenbart sich in diesem Detail der wahre<br />
Sinn des Titels: Big Brother. Endemol is watching you.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Big Brother &#8211; Little Brother</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/big_brother_little_brother-931/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/big_brother_little_brother-931/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[usollmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehshow]]></category>
		<category><![CDATA[Reality TV]]></category>
		<category><![CDATA[Normalität]]></category>
		<category><![CDATA[Voyeurismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Videoüberwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Er balanciert auf Zehenspitzen, hält sich mit der linken Hand an der Türklinke fest. Mit der anderen an der Hand
des großen Bruders. Sein linkes Auge ist an das Schlüsselloch gepresst. Die Wange des kleinen, dreijährigen
Jens spürt nicht das kühle Metall des Türschilds. Sie glüht vor Aufregung.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Er balanciert auf Zehenspitzen, hält sich mit der linken Hand an der Türklinke fest. Mit der anderen an der Hand<br />
des großen Bruders. Sein linkes Auge ist an das Schlüsselloch gepresst. Die Wange des kleinen, dreijährigen<br />
Jens spürt nicht das kühle Metall des Türschilds. Sie glüht vor Aufregung.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">All seine Aufmerksamkeit liegt im<br />
verzweifelten Bemühen, einen Blick von den geheimnisvollen, aufregenden Dingen im Weihnachtszimmer zu<br />
erhaschen. Von den Dingen, die er nicht kennt, über die in der Adventszeit aber schon so viele Vermutungen<br />
geäußert worden sind.<br />
Er fiebert aber auch nach den Dingen, die es gar nicht geben wird. Den Dingen, die ihm seine Phantasie<br />
vorgaukeln. &#8212;  Wer kennt so etwas nicht selbst.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Schnitt. Zehn mutige Frauen und<br />
Männer, die sich bislang nicht kannten, werden, abgeschottet von der<br />
Außenwelt,<br />
ab 1.3.2000 drei Monate lang in einem aus Containern gebauten Haus<br />
wohnen. Beobachtet von Millionen TV-Neugieriger. 28 Kameras und 60<br />
Mikrofone zeichnen jede Aktion, jedes Wort, jede Gefühlsregung Tag und<br />
Nacht präzise auf. Die Highlights werden, so RTL 2, täglich zur besten<br />
Sendezeit ausgestrahlt.<br />
Die Kandidaten wagen 100 Tage ohne Privatsphäre, ohne intimen Schutz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Millionen von neugierigen Schlüssellochguckern können es schon gar nicht abwarten, &quot;der Wahrheit, wenn<br />
die Maske fällt&quot;, so der RTL2-Originalton, ins Auge zu blicken. Die Fernsehmacher begreifen ihr kontroverses<br />
Projekt als jung, authentisch und frech. Eben als modern. Eben als spektakuläre Investition in die Zukunft.<br />
Was wird man sehen? Was nicht? Bevor das multimediale Intim-Fenster (über das Internet ist man rund um die<br />
Uhr dabei) zum ersten Mal einen Spalt breit geöffnet wird, ergeht es den meisten der TV-Neugierigen wie dem<br />
kleinen, dreijährigen Jens. Da muß ja was sein. Davon reden  ja alle. Wann ist es endlich soweit! &#8212;  Inzwischen<br />
steigen die Aktienkurse der Produktionsfirma rasant an.<br />
Schaut man jetzt durchs Schlüsselloch, sieht man nichts weiter als die  Verpackung. Nichts als die<br />
Ankündigungswahrheit! Nichts als 10 Menschen aus &quot;unserer Mitte, die ernst zu nehmen sind.&quot; Man wird<br />
zusammenleben. Man wird auf sich gestellt sein. Man wird zusammenhalten, sich streiten. Lachen und lieben.<br />
Die Angst unter der Bettdecke verstecken. Durchhalten. Und sich vor laufender Kamera in der Nase bohren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kennt man ab März erst einmal die Figuren, so wie in den täglichen Soaps, wird man schnell einen diebischen<br />
Spass finden an der modernen Variante von &quot;zehn kleine Negerlein&quot;, ohne jedoch gewahr zu werden, dass man<br />
selbst ein Teil des Spiels geworden ist. Die netten Menschen &quot;aus unserer Mitte&quot; mutieren  zu willenlosen Figuren,<br />
die wie in oben genanntem Abzählreim sich selbst aus dem Spiel werfen, sich selbst ausschalten. Denn alle zwei<br />
Wochen muß ein Bewohner das Haus verlassen. Zwei der Bewohner werden nämlich von den übrigen durch<br />
geheime, individuelle Nominierung als zu langweilig, zu schwierig oder zu wenig &quot;heldenhaft&quot; erklärt. Während die<br />
begierige TV-Gemeinde den Schlußstrich zieht und einen der beiden aus dem Haus wirft. Die Kandidaten als<br />
&quot;Menschen aus unserer Mitte&quot; angekündigt, dürfen also nicht sie selbst sein. Einen der Kandidaten aus dem<br />
Spiel zu entfernen, meint somit auch, ihn als &quot;Menschen aus unserer Mitte&quot; dem eigenen Spielfieber zu opfern,<br />
ihn abzuwerten. Ihn gerade dafür , weswegen man  ihn eingeladen hatte, für nicht spieltauglich zu erklären.<br />
Zum Schluß beim Finale im Juni werden  drei übrig bleiben. Der Sieger erhält eine Prämie von 250.000 DM.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Kandidaten werden bewußt, und das gehört zum besonderen Thrill des Spiels, dem öffentlichen Gelächter<br />
ausgesetzt. Sie sollen &quot;normal&quot; sein. Sind sie es aber, zeigt man mit dem Finger auf sie und wirft sie aus dem<br />
Haus. Sie sollen&quot;wie Du und ich&quot;sein,. Sind sie es, erfüllen sie nicht mehr den Unterhaltunsgwert der Sendung.<br />
Je höher aber der Unterhaltungswert, desto größer die Quote von RTL2 und umso heißer das Aktienfeuerwerk.<br />
Beschämt werden inzwischen die abgewählten Kandidaten das Haus verlassen. Beschämt, weil sie sich gezeigt<br />
haben, wie sie sich in ihrem Innersten sich fühlen. Diejenigen der Kandidaten, die dies geschickt zu verbergen<br />
wissen, werden aber gefeiert . Sie werden bejubelt, weil sie sich gerade anders geben  als die &quot;Menschen aus<br />
unserer Mitte&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nicht die &quot;Normalität&quot; wie die Fernsehmacher es verkünden ist angesagt, sondern die Als-Ob-Identität der<br />
Kandidaten. Was ist damit gemeint? Die Kandidaten müssen sich so geben, als ob sie &quot;normal&quot; seien.<br />
&quot;Normal&quot;, um unter den mehr als 20000 Mitbewerbern bestehen zu können. &quot;Normal&quot; genug, um ausgewählt<br />
zu werden und eine der begehrten Eintrittskarten für das Big-Brother-Haus in Hürth bei Köln zu erhaschen.<br />
&quot;Normal&quot; genug, um dann aber durch die wirkungsvolle Inszenierung der eigenen Maske die Heldenralley zu<br />
bestehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der TV-Konsument täuscht sich ebenso durch sich selbst. Fühlt er sich doch durch die RTL2-Verkündigung<br />
beruhigt, es handele sich ja doch nur um &quot;normale Menschen&quot;. Wenn er ab 1.3. sein Fernsehgerät einschaltet,<br />
wird er die Kandidaten aber  an Heldenkriterien  messen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Regie und täglicher Zusammenschnitt der interessantesten, in TV-Sprache reibungsvollsten Szenen auf<br />
45 Minuten komplettieren die (Selbst)-Täuschung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als ob der normale Tag nur 45 Minuten hätte!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">All dies bekommt durch das Gütesiegel der psychologischen Wissenschaft den Geruch von Serio sität.<br />
Gründliche Auswahl der Teilnehmer, Betreuung vor Ort versprechen Sorgfalt und Fingerspitzengefühl im<br />
Umgang mit den Emotionen der Kandidaten. Die sonntägliche  psychologische  Kommentierung im Big-<br />
Brother-Talk soll die nötige wissenschaftliche Distanz, Neutralität suggerieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das psychologische Team um den Kölner Diplompsychologen und niedergelassenen Psychotherapeuten<br />
Ulrich Schmitz begreift sich als &quot;Sicherheitssanitäter auf seelischer Ebene&quot;, ohne jedoch die Kriterien<br />
preiszugeben, die die Notwendigkeit der psychologischen Betreuung überhaupt  transparent  sowie den<br />
jeweiligen individuellen Einsatz für Außenstehende verstehbar machen. Eine solche Transparenz ergibt sich<br />
jedoch für jeden Psychotherapeuten allein schon aus seiner Berufsethik.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Stattdessen verteidigt Schmitz, der sich als &quot;freidenkender Psychologe&quot; begreift, vehement das<br />
Medienexperiment. Zum erstenmal würden die Medien der Gesellschaft ihren eigenen Spiegel vorhalten.<br />
Die Befriedigung der grenzenlosen Neugier, die heutzutage üblich sei, sei angesagt, &quot;nicht die große Moral&quot;.<br />
So gesehen wird Big Brother zur bundesweiten Selbsterfahrungsgruppe, die, so Schmitz, der &quot;Provokation der<br />
Politik&quot; dient. Die Fernsehmacher instrumentalisieren ,und das verschweigt Schmitz, Kandidaten und Zuschauer<br />
zugleich. Sie missachten hierdurch die intersubjektive Menschenwürde. Und decken ihre eigenen Kriterien von<br />
Moral nicht auf. Es reicht, so RTL2-Chef Josef Andorfer, wenn man nicht gegen ein objektives Gesetz verstosse.<br />
Im übrigen würde &quot;niemand gequält oder in eine Not- oder sonstige Leidenssituation gebracht&quot;. Kein Mensch<br />
sei ja schließlich gezwungen, die Show anzusehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hatte Orwell Big Brother eher als ständig präsente aber nicht zu identifizierende Bedrohung von außen<br />
beschrieben (Big Brother is always watching you), weiß im Big-Brother-Haus heute jeder um die Kameras,<br />
die Mikros und die Menschen, die ihm zuschauen werden. Das was auf RTL2 wie ein lustiges freiwillig gespieltes<br />
Gesellschaftsspiel aussehen mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber als subtile Verkleidungsgeschichte,<br />
bei der man sich vor sich selbst verstecken muss, will man nicht aus dem Haus fliegen. Der Möchte-gern-Held,<br />
der man sein will, muss also gegen die Bedrohung ankämpfen , die  aus den eigenen inneren &quot;normalen&quot;<br />
Regungen erwächst. Während man sich sonst im Alltag mal zurückzieht, um sich ungestört zu besinnen,<br />
gilt Intimität bei Big Brother als Ort für Verlierer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Man  ist  der  Radikalität der ständigen Präsenz der von RTL2 bewusst ausgesuchten Kontrahenten ausgesetzt<br />
(&quot;Zoff macht Quote&quot;). Oder aber man droht Opfer der eigenen inneren &quot;normalen&quot; Regungen zu werden.<br />
Diese werden unterdrückt oder unbewusst emotional abgespalten, stören sie doch die Als-ob-Identität des<br />
&quot;normalen&quot; Helden. Der verinnerlichte elektronische Rund-um-die-Uhr-Blick wandelt sich inzwischen lautlos,<br />
makabererweise vom bedrohlichen orwellschen Feind hin zum vermeintlichen Freund.(&quot;Wenn ich genügend<br />
den Helden spiele, steigt meine Gunst beim Zuschauer&quot;).<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Hier liegt das besondere Gefahrenpotential von Big Brother: Einerseits täuscht man sich selbst und handelt<br />
in vermeintlich persönlicher Souveränität. Fremdbestimmt, ohne es selbst zu merken. Andererseits<br />
wird persönliche Intimität als Raum der Diskretion zu einem gnadenlos öffentlichen Raum, zur frei verfügbaren<br />
Ware pervertiert. Die Als-ob-Identität täuscht schließlich über die Illusion hinweg, man hätte selbstbestimmt<br />
gehandelt. Man könnte sich hinreichend, das heißt ohne Gesichtsverlust gegen ein zu viel an Voyeurismus<br />
abgrenzen und zur Wehr setzen..<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Big Brother ist nicht das Leben sondern eine Beschreibung von Leben. Im Unterschied zu jeder anderen Soap<br />
stellt man Akteure und Zuschauer zugleich auf die Bühne und beläßt sie im Glauben, beide seien die Macher<br />
des Stücks, das sie gerade selbst erleiden.<br />
<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Ulrich Sollmann</b> arbeitet psychotherapeutisch in Bochum. Er ist Berater von Führungskräften und Unternehmen,<br />
Buchautor (&quot;Begierige Verbote&quot;,&quot;Schaulauf der Mächtigen&quot; u.a.) und Publizist (FAZ, Der Spiegel u.a.)</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ich sehe was, was du nicht siehst</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ich_sehe_was_was_du_nicht_siehst-932/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ich_sehe_was_was_du_nicht_siehst-932/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sopitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Reality TV]]></category>
		<category><![CDATA[RTL 2]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Videoüberwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehshow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
In der Nähe von Köln hat RTL 2 einen Wohncontainer inklusive kleinem
Garten so mit Mikrofonen und Kameras vollgestopft, dass es darin keinen
unbeobachteten Fleck mehr gibt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
In der Nähe von Köln hat RTL 2 einen Wohncontainer inklusive kleinem<br />
Garten so mit Mikrofonen und Kameras vollgestopft, dass es darin keinen<br />
unbeobachteten Fleck mehr gibt.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Soll es ja auch nicht, denn schließlich<br />
wird hier Totalitarismus gespielt. Weil alle zusehen. Das ganze trägt<br />
affirmativ den Titel „Big Brother“ und wird als Doku-Soap angepriesen.<br />
Das neue Fernseh-Paradigma macht Schule und die Folgeprojekte sind<br />
bereits angekündigt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei ist Big-Brother in Wirklichkeit alles andere als ein Novum&#8230;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>„Gab`s schon Zoff?“</b> (Bild-Zeitung)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Irgendwann in den achtziger Jahren muss es gewesen sein, als in den<br />
Medien über einen aufsehenerregenden Zwischenfall in den Weiten der<br />
damals noch sowjetrussischen Tundra berichtet wurde. Angeblich hatte ein<br />
ganzes Dorf dort beobachten können, wie vor seinen Toren ein seltsames<br />
Flugobjekt gelandet sei. Aus diesem sahen die verdutzten Zeugen dann Wesen<br />
steigen, deren überdurchschnittliche Größe ihnen besonders auffiel. Nach<br />
der Entnahme von Bodenproben soll das raketenähnliche Gefährt wieder gestartet<br />
sein; es kam zu keiner direkten Begegnung. Interessant an dieser Geschichte war neben<br />
dem Vorfall selbst vor allem ein Interview mit einer älteren Dorfbewohnerin.<br />
Gefragt, ob sie der Zwischenfall überrascht habe, erklärte sie den Journalisten,<br />
dass die Erde Teil einer großen Versuchsanordnung sei. Unser Planet befände sich<br />
gewissermaßen in einem Reagenzglas von Außerirdischen, die nun von außen gespannt<br />
den merkwürdigen Reaktionen zusähen. Wenig später wurde diese Vorstellung im Kleinen<br />
umgesetzt.<br />
In ein Glashaus eingesperrt ging es für eine Gruppe von Menschen darum, sich von<br />
der mit ihnen eingesperrten Natur zu ernähren. Das Ganze Projekt trug den<br />
Namen „Biosphäre 2“ und scheiterte.<br />
Doku-Soaps wie „Big Brother“, die gegenwärtig den letzten Stand der Fernsehunterhaltung<br />
markieren reanimieren derartige Versuchsanordnungen. Mit dem Unterschied allerdings,<br />
dass hier neben den Außerirdischen auch ganz normale Erdenbürger die Langzeitstudie<br />
verfolgen können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Back to the basics&quot;</b> (RTL2 Werbeslogan)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Aufgabe des Kulturkritikers ist eine undankbare. Besonders die Vertreter der<br />
kritisch-marxistischen Philosophie wie Theodor W. Adonrno und Max Horkheimer<br />
müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, den anderen den Spass verderben zu wollen.<br />
Sie beschreiben in ihrer Kulturtheorie, wie die passiven Individuen einer politischen Totalisierung<br />
von Ökonomie und Kultur nicht entrinnen können. Die Konsumenten würden<br />
vielmehr manipulativ stillgestellt; &quot;die Kulturindustrie plant das<br />
Glücksmoment ein und exploitiert es&quot; (Adorno). Auf etwas andere, trivialere<br />
Weise argumentieren derzeit die staatlichen Medienvertreter angesichts der<br />
neuen Fernsehformate. Mit großer humanistischer Geste beklagen sie die<br />
Verletzung der Menschenwürde. Zwar ist niemand wirklich dazu in der Lage,<br />
diese nun für den Einsatz gegen die Privatsender griffig zu präzisieren;<br />
dafür stellt sie zweifellos das höchste Verfassungsgut dar &#8211; darunter geht es<br />
scheinbar nicht.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Man sollte derartige Argumente sicherlich weiter pflegen. Aber um eine<br />
entscheidende Dimension von Sendungen wie Big Brother zu verstehen, sind<br />
beide Denkrichtungen ungeeignet. Den Verfechtern der Menschenwürde wäre<br />
fragend entgegenzuhalten, ob Selbstbestimmung nicht auch ein wichtiger Aspekt<br />
eben dieser Würde sei. Und im Gegensatz zu der Passivität, wie sie die<br />
Kritische Theorie den Konsumenten zuschreibt, wissen die Menschen<br />
größtenteils sehr genau, was hier gespielt wird. Wüssten sie es nicht, würden<br />
die Namen und Konzepte der Sendungen es ihnen schon sagen. Die Schleppen<br />
nämlich so einiges an Konnotationen mit sich herum: den Orwellschen<br />
Überwachungsstaat genauso wie den Goldingschen Horror vor den Abgründen der<br />
menschlichen Natur. Untersucht werden müsste deshalb vielmehr, wieso sich die<br />
Menschen derart lustvoll einem brutalen Auge unterwerfen, dem nichts entgeht.<br />
Was bindet sie an derart &quot;leidenschaftliche Abhängigkeiten&quot; (Butler)? Denn<br />
soviel steht fest:  Wir haben es in erster Linie nicht mit einem rein<br />
repressiven Regime zu tun, gegen das die Teilnehmer kämpfen sollen; eher mit<br />
einer obszönen Konstellation, die den Kick aus dem wissenden Befolgen von<br />
Regeln generiert.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>„Überall ist der Blick auf der Hut“</b> (Michel Foucault)<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wie aber funktioniert das Prinzip der Überwachung selbst? Kluge Antwort<br />
auf diese Frage hält wie so oft Michel Foucault mit seiner Analyse des<br />
sogenannten Panoptikons bereit. Von dem Moralphilosophen Jeremy Bentham<br />
im 18. Jahrhundert entworfen, war diese architektonische Anordnung vor<br />
allem für Gefängnisse prädestiniert: Von einem<br />
Wachturm in der Mitte der Anlage aus sollen die Wächter einen idealen<br />
Einblick in die Zellen haben, die in einem konzentrischen Kreis um den<br />
Turm<br />
herum angeordnet sind. Entscheidend ist nun, dass die Architektur selbst<br />
eine<br />
Asymmetrie des Blicks installiert; sie setzt die Insassen einer totalen<br />
Sichtbarkeit aus, ohne diese im Gegenzug ihre Beobachter sehen zu<br />
lassen.<br />
Auch wenn kein Aufseher im Turm sitzt, müssen die Insassen mit dem<br />
kontrollierenden Blick rechnen. Die Architektur selbst gewährleistet<br />
demnach die lückenlose Überwachung, die in letzter Konsequenz eine<br />
Selbstüberwachung der Häftlinge ist. Viel Phantasie gehört nun nicht<br />
dazu, dieses äußerst effektive und zugleich ungemein kostengünstige<br />
Prinzip der eigenen Unterwerfung in der Anlage von Big Brother zu<br />
erkennen. Die meisten Kameras befinden sich hinter einseitig<br />
verspiegelten Scheiben, und die Wahrscheinlichkeit, in die recht kurze<br />
TV-Zusammenfassung zu kommen ist, auf den Tag umgerechnet, auch nicht<br />
besonders groß. Dennoch dürften die Teilnehmer den kontrollierenden<br />
Blick<br />
schon internalisiert haben. Falls nicht, gibt es ja außerdem das<br />
Internet. Big Brother teilt jedoch noch eine weitere Eigenschaft mit<br />
Benthams<br />
Entwurf. So sehr es nämlich für das reibungslose Funktionieren des<br />
Panoptikons<br />
egal ist, wer im Turm steht, so sehr wird ebenfalls Big Brother<br />
demokratisch regiert. Schließlich dürfen sowohl die Zuschauer als auch<br />
die Teilnehmer abstimmen. Gleichzeitig<br />
herrscht wie in der wirklichen Welt der bedingungslose kapitalistische<br />
Konkurrenzkampf. Dass die Probanden sich dabei Konsensmechanismen<br />
bedienen, die wir alle aus unseren WGs kennen, sollte nicht verwundern;<br />
wirklich<br />
effiziente Unternehmen arbeiten heute genau so. Demokratie, Kapitalismus<br />
und natürlich Totalismus erfahren hier also ihre wundersame Synthese ­<br />
eine<br />
Synthese übrigens, deren Möglichkeit vom Mainstream der gegenwärtigen<br />
Politikwissenschaft noch vehement bestritten wird.<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Himmel, der sich über uns wölbt, gibt sein Leuchten an die<br />
Bildschirme ab</b> (Paul Virilio)<br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Big Brother vollzieht eine längst erfolgte  Entwicklung im Kleinen nach.<br />
Erinnern wir uns nur an die Begründung der NATO-Angriffe auf<br />
Ex-Jugoslawien. Das Pentagon behauptete damals, es verfüge über<br />
Satellitenbilder, mit denen die Existenz von Massengräbern im Kosovo<br />
bewiesen sei;<br />
Dem Pentagon untersteht die National Imagery and Mapping Agency<br />
(NIMA). 10000 Mitarbeiter arbeiten angeblich dort, um sämtliche von<br />
militärischen Satelliten aufgenommenen Fotos zu zentralisieren. ³Global<br />
Information Dominance²:  Letztendlich ist es das Auge der Menschheit,<br />
das<br />
längst schon über den Erdteilen wacht; das Auge Gottes hat damit<br />
Gesellschaft bekommen. Bei allem totalitären Horror ist dies auch ein<br />
wunderbares Bild der Stille und der Klarheit des Weltraums. Und wäre das<br />
nicht auch im Fernsehen schön: Sich dort auf RTL 2 nach dem ewigen „Big<br />
Brother“-Logo und dem dauernden Jingle eine dreiviertel Stunde des<br />
Schweigens anzusehen? Menschen, denen ihre Sprache für das gelangweilte<br />
Publikum<br />
zu schade ist? Das wäre wohl eine Utopie der Doku-Soap. Und ein kleiner<br />
Trost.<br />
</span></p>
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