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	<title>Reiner Calmund &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Was macht eigentlich&#8230;? Teil 4: Reiner Calmund in Second Life</title>
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		<dc:creator><![CDATA[faschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2007 09:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reiner Calmund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">„Calli Island“, die Insel des Ex-Fußballmanagers Reiner Calmund in „Second Life“ hat die deutsche Community in der virtuellen </span></b><b><span class="fett">Welt wachsen lassen. Während die Einkaufstempel einiger Konzerne veröden, schwankt die Atmosphäre bei Calmund zwischen Ballermann und Fanmeile.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">„Calli Island“, die Insel des Ex-Fußballmanagers Reiner Calmund in „Second Life“ hat die deutsche Community in der virtuellen </span></b><b><span class="fett">Welt wachsen lassen. Während die Einkaufstempel einiger Konzerne veröden, schwankt die Atmosphäre bei Calmund zwischen Ballermann und Fanmeile.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
Als der ehemalige Fußballmanager Reiner Calmund und seine<br />
Frau Sylvia Anfang Mai 2007 in Günther Jauchs Stern TV die<br />
Eröffnung einer eigenen Insel in Second Life verkündeten,<br />
hatte der Hype um die virtuelle Welt gerade seinen Zenit überschritten. <br />
Konzentrierten sich die ersten Berichte über Second Life noch<br />
auf den sagenhaften Reichtum, zu dem einzelne in ihrem Zweitleben<br />
gelangt sein sollten, dominierten zum Start von „Calli Island“<br />
Berichte über illegales Glücksspiel und Kinderpornographie<br />
die deutschen Schlagzeilen über das digitale Utopia. Zudem<br />
sprach sich langsam herum, dass die meisten virtuellen Firmenrepräsentanzen<br />
und Geschäfte ungefähr so spannend sind wie ein Einkaufszentrum<br />
nach Ladenschluss.</p>
<p align="center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/calliisland.jpg" alt="Calli Island" title="Photo by MPO Flickr.com CC Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0" border="0" height="378" width="350" /><br />
<i>Calli Island aus der Vogelperspektive<br />
</i>
</p>
<p class="fett">
<b>Schwieriger Startzeitpunkt</b>
</p>
<p>
Ein denkbar schlechter Zeitpunkt also für die Calmunds, um<br />
mit ihrer Insel Calli Island zu starten. Blogger prophezeiten dem<br />
Projekt ein baldiges Scheitern. Während der Live-Präsentation<br />
in Günther Jauchs Fernsehsendung Stern TV wurden die Calmunds<br />
dann auch prompt mit fragwürdigen Werbemails bombardiert, sodass<br />
der Projektleiter zur Hilfe eilen musste. Der schlechte Ruf von<br />
Second Life als neue Schmuddelecke des Internets schien sich zu<br />
bestätigen.<br />
Und doch kam alles anders. Der Auftritt bei Stern TV und ein weiterer<br />
bei Stefan Raabs TV Total führten zu einem sprunghaften Anwachsen<br />
der deutschen Community in Second Life. Für viele schien erst<br />
mit dem gemeinsamen Nenner Fußball ein ausreichend starker<br />
Anreiz geschaffen worden zu sein, um sich durch den widerspenstigen<br />
Anmeldevorgang der Kommunikationsplattform zu kämpfen und die<br />
ersten Gehversuche im Zweitleben zu wagen.<br />
Innerhalb von wenigen Wochen wuchs die Gruppe „Calli and Friends“<br />
auf mehrere tausend Mitglieder an. Gelegentlich ist die Insel seitdem<br />
sogar wegen Überfüllung geschlossen.
</p>
<p class="fett">
<b>Einfamilienhaus und Fußballstadion</b>
</p>
<p>
Was ist es also, das Calli Island von den tausenden einsamen Inseln<br />
unterscheidet, wie sie zum Beispiel von den Konzernen Adidas oder<br />
American Apparel hinterlassen wurden? Auf den ersten Blick nicht<br />
viel – wie überall in der virtuellen Welt findet sich<br />
pompöse Architektur &#8211; in diesem Fall ein Fußballstadion<br />
&#8211; in tropischem Ambiente. Hinzu kommen ein Vereinsheim, eine Fotogalerie<br />
und Calmunds Einfamilienhaus mit persönlichen Gegenständen<br />
und einer großzügigen Küche, einem Nachbau aus Calmunds<br />
Kochshow TV Gusto.<br />
Gestaltet wurde all das von der Kölner Agentur Breitbandevent<br />
unter der Leitung von Mario Di Ninni und Carmen Dohmen. Beide sind<br />
mit den Calmunds befreundet, seit die Gründerin das Startkapital<br />
für ihre Firma in Calmunds RTL-Gründershow „Big<br />
Boss“ gewonnen hatte. Doch es ist nicht die Architektur, die<br />
die Avatare dazu veranlasst, immer wieder nach Calli Island zurückzukehren,<br />
es ist die Community.
</p>
<p class="fett">
<b>Präsenz allein reicht nicht</b>
</p>
<p>
Im Gegensatz zu anderen Agenturen, die in Second Life Inhalte produzieren,<br />
ging bei Breitbandevent dem eigentlichen Bau eine ausgiebige Recherche<br />
über die soziale Dynamik in Second Life voran. Im Interview<br />
mit politik-digital.de betonte Mario Di Ninni, dass das Engagement<br />
von Breitbandevent in Second Life immer darauf ausgerichtet sei,<br />
einen Mehrwert für die Bewohner der virtuellen Welt zu schaffen.<br />
Und so legte man den Schwerpunkt nicht auf Bauten, sondern auf Aktivitäten.<br />
Selbst der Neubau des zentralen Stadions wurde als öffentliches<br />
Ereignis inszeniert. Callis Angels, eine Gruppe von drei dutzend<br />
Helfern, nimmt im Schichtwechsel Neuankömmlinge auf der Insel<br />
in Empfang, gibt Hilfestellungen und hält das Gespräch<br />
am Laufen. Neben zahlreichen fußballorientierten Veranstaltungen<br />
und Spielen legen regelmäßig DJs Musik auf und schaffen<br />
so eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Ballermann und Fanmeile<br />
angesiedelt ist – und sich großer Beliebtheit erfreut.<br />
<br />
Das Thema Fußball, zusammen mit der Gewissheit, dass das virtuelle<br />
Gegenüber aller Wahrscheinlichkeit nach Deutsch spricht, erleichtert<br />
den Einstieg in die Kommunikation. Und alle wollen mit ihrem Calli<br />
sprechen! Dieser wandelt tatsächlich, ähnlich raumgreifend<br />
wie im wirklichen Leben, durch sein virtuelles Anwesen, um mit den<br />
Gästen zu plaudern. Die meiste Zeit wird der XXL-Avatar von<br />
Sylvia Calmund gesteuert, von der übrigens auch die Idee kam,<br />
sich in Second Life zu engagieren.
</p>
<p class="fett">
<b>Cross-Promotion</b>
</p>
<p>
Geduldig beantwortet sie die immer gleichen Fragen der Fans und<br />
bildet so die zentrale Anlaufstelle der Insel. Die Party ist da,<br />
wo Calli ist, und wenn der Hausherr persönlich unter den Avataren<br />
weilt, prangt der Schriftzug „Yes, it is me“ über<br />
seinem Kopf. Dann haben es die Organisatoren schwer, die zahlreichen<br />
Kommunikationsversuche über Chat, Instant Message und Voice<br />
Stream in geordnete Bahnen zu lenken.<br />
Offensichtlich wurde vieles richtig gemacht bei dem Aufbau der virtuellen<br />
deutschen Fußball-Community. Doch um den Ball am Rollen zu<br />
halten, bedarf es eines nicht unerheblichen finanziellen und vor<br />
allem personellen Aufwands. Die Unterhaltskosten für ein derartiges<br />
Projekt überschreiten die Baukosten um ein Vielfaches. Durch<br />
eine strategische Partnerschaft zwischen der Reiner Calmund GmbH<br />
und der Breitbandevent GmbH, die auf Calli Island gegenseitig Werbung<br />
für einander machen, lassen sich die Kosten jedoch in einem<br />
überschaubaren Rahmen halten. So musste laut Mario Di Ninni<br />
kein Geld an externe Agenturen gezahlt werden. Finanzstarke Medienpartner,<br />
auf die man dennoch hofft, lassen bisher aber auf sich warten.
</p>
<p>
<i>In loser Reihenfolge schaut und fragt politik-digital.de nach,<br />
was aus Menschen und Phänomenen geworden ist, die bewegten.<br />
Bisher sind erschienen:</i></p>
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