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	<title>Religion &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Religion &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Dialogperspektiven digital &#8211; Identität und Religion im Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2018 08:21:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende September veranstaltete unser freier Autor Stephan Raab ein Seminar über die Parallelen und das Zusammenspiel von Religion, Digitalisierung und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/prayercut.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-155343" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/prayercut.jpg" alt="prayercut" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Ende September veranstaltete unser freier Autor Stephan Raab ein Seminar über die Parallelen und das Zusammenspiel von Religion, Digitalisierung und Identitätsfindung. Hier fasst er die Erkenntnisse zusammen.</p>
<p>Wie gehen Religionen mit Digitalisierung um? Eine unserer Sommerreihe stellte die Gretchenfrage. Aber wie gehen Religionen in Zeiten der Digitalisierung miteinander um? Dieser Frage widmeten sich die Dialogperspektiven vom 26.-30.09. in Horn- Bad Meinberg.</p>
<h3>Digitalisierung als Dialog</h3>
<p>Wir befinden uns mitten im Prozess der Digitalisierung. Die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt verschwimmen immer weiter. Aber Internet bedeutet für jeden etwas anderes. „Das Internet ist für mich ein Ort der politischen Meinungsbildung.“ „Das Internet ist für mich eine Möglichkeit der Repräsentation.“ „Für mich ist das Internet vor allem ein Diskursmedium“. Diese unterschiedlichen Auffassungen im  interreligiösen Diskurs standen im Zentrum des Seminars „Religion und Technologie“ in Horn Bad Meinberg. Das Seminar ist Teil der <a href="https://dialogperspektiven.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dialogperspektiven</a>, welche seit 2015  jährlich durch das jüdische Ernst Ludwig Ehrlich Studierendenwerk organisiert werden. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen und Weltanschauungen treffen hier mit Expertinnen und Experten zusammen, um gemeinsam über ein zentrales Thema zu diskutieren: die Rolle von Religion für Individuum und Gesellschaft, hier anhand des technischen Wandels.</p>
<p>Im Rahmen von vier Arbeitsgruppen wurden das Verhältnis von Religion und Wissenschaft, die Entstehung von Scifi-Religionen, Chancen und Risiken des Transhumanismus erläutert. Hier durfte ich mit Studierenden verschiedener Herkunft und Religion für politik-digital.de aufbauend auf der Reihe <a href="https://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet</a> die  Parallelen zwischen Identität im Internet und die Diskussion um die Leitkultur betrachten.</p>
<h3>Informatik eine Religion für sich?</h3>
<p>Kann ein Informatiker auch Theologe sein, oder ein Theologe Informatiker? Beide scheinen in verschiedenen Welten zu leben, doch glaubt man dem Werk <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Das_brandneue_Testament" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das brandneue Testament“</a>, so werden Parallelen deutlich. Im Film sitzt Gott in einem großen Büro und bestimmt über seinen Computer die Gebote, welche das Leben der Menschen schwer machen sollen. Daher war es naheliegend, zu Beginn des Seminares beide Welten miteinander zu verknüpfen.</p>
<p>So verschieden Informatik und Theologie auch sein mögen, beide verbindet eine Aufgabe, konkret gesagt, das Ziel Antworten zu finden. Beide pflegen ihre besonderen Rituale, sei dies der Besuch eines Gottesdienstes oder einer Codeparty. Beide versuchen Komplexität zu reduzieren, folgen eigenen Regeln und Grundsätzen, schaffen Ordnungen und Systeme. Beide unterscheiden sich aber in einer Sache grundlegend. Für die Informatik ist das richtige Ergebnis zentral. Handlungsanweisungen für Computer sind entscheidend, aber widerlegbar. Für die Religion sind die Wahrheitsfrage und Sinnfrage zentral, Religion ist hingegen Überzeugung und kann als solche nicht ohne weiteres widerlegt werden. Beide streben aber nach Sinn und Ordnung.</p>
<h3>Identität mehr als Internet</h3>
<p>Schaut man sich das Leben in einer digitalen Welt an, wird schnell deutlich, dass die Digitalisierung nicht eine rein technische, sondern vor allem eine soziale und gesellschaftliche Frage darstellt. Einerseits dient das Internet als Parallelwelt zur Realitätsflucht, sich auszuprobieren. Andererseits bietet das Internet auch die Möglichkeit von Kommunikation, Identifikation, Teil einer Gruppe etwa in den sozialen Medien zu werden, Zugehörigkeit zu erfahren. In diesem Sinne dient der digitale Raum auch als Ort der Selbstdarstellung und sozialen Bestätigung.</p>
<p>„Im Internet kann ich sein, wer ich will!“, meinte die Pfarrerin und PR-Referentin Iris Battenfeld im interreligiösen Podiumsgespräch. Sie betreibt den Twitter Account <a href="https://pressepfarrerin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressepfarrerin</a>. Die Zeit im Netz empfindet sie als angenehm, um Leute zu treffen. Wenn sie gerade keine Lust habe, so würde sie einfach nicht twittern. Die Theologin und ehemalige Geschäftsführerin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Österreich Sarah Egger entgegnete: „Ich bin lieber im Moment. Daher fällt es mir schwer eine Nachricht dazu zu schreiben!“.  Die Wienerin betreibt den Blog <a href="https://davidssplitter.com/ueber/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Davidsplitter</a>. Ihr ginge so vieles durch den Kopf, dass sie es als positiv empfinde, diese Gedanken mit Menschen zu teilen. Die muslimische Bloggerin Safiye Aslan von <a href="http://denkerinnen.de/category/safiyye-arslan-blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">denkerinnen.de</a> gab allerding zu Bedenken, jede Nutzerin und jeder Nutzer sei in einer gewissen Blase. Daher plädierte sie dafür: „Wir müssen einen gemeinsamen Raum schaffen, in welchem sich alle Weltanschauung begegnen können!“.</p>
<h3>Digitaler Raum für Diskussion</h3>
<p>Aber wie soll dieser Raum aussehen? Im dritten Teil des Seminars stand die Frage nach den Parallelen zwischen Digitalisierung und der Frage nach einer spezifischen Leitkultur im Raum. Das Internet als technische Infrastruktur ist gekennzeichnet durch seine dezentrale Struktur.  Einen Kern für das Internet gibt es nicht. Dennoch existieren verschiedene Knotenpunkte, an welchen die großen Datenströme zusammenkommen und verarbeitet werden.  Sie stellen sozusagen die Leitfäden für das globale Netz. Aber kann dies auch für die „Leitkultur“ gelten?</p>
<p>Klar ist, dass die Prozesse von Globalisierung und Digitalisierung zusammenhängen. Zwar wurden auf diese Weise Menschen aller Regionen miteinander verbunden, doch erkannte der amerikanische Geograph Arjun Appadurai eine fundamentale Problematik für den Globus: „Je globaler die Welt wird, desto deutlicher werden die Unterschiede sichtbar!“. Heute konkurrieren verschiedene gesellschaftliche Modelle, Religionen und Weltanschauung darum, die global vernetzte Welt miteinander zu verbinden. Hier scheint die Religion wieder bedeutsamer zu werden, wie der Publizist Erik Händeler feststellt: <em>„Religion macht den Unterschied. Religion vermittelt Werte; Werte bestimmen wie Menschen miteinander umgehen […] wie sie Staat und Wirtschaft organisieren!“</em></p>
<p>Ein Fazit aus den anderen Arbeitsgruppen lieferte auf dieses Spannungsfeld mögliche Antworten. So gehen bestimmte Strömungen davon aus, alles müsse auf beweisbaren, klaren Fakten beruhen, die Religion verliere so ohnehin ihre Legitimation. Der Transhumanismus geht hier einen Schritt weiter, indem sich der Mensch praktisch selbst zu den Göttern aufschwinge. Das einzige, was zählen würde, das wäre der technische Fortschritt. Irgendwann als Cyborgs hätte die Menschheit alle Mängel des menschlichen Körpers überwunden und wäre unsterblich. Noch viel weiter gehen verschiedene neue Science-Fiction-Religionen. Einige wie die Präastronautik behaupten, Außerirdische hätten einst die Erde besucht. Diese wären aufgrund ihres technischen Fortschrittes als Götter verehrt worden. Doch könnten moderne Raumschiffe es den Menschen ermöglichen diese Götter zu besuchen, zu ihnen aufzusteigen. Andere sprechen gar vom Mind Uploading, man könne der realen Welt entfliehen und eine neue bessere Welt in einer Art selbst geschaffenen virtuellen, digitalen Garten Eden erlangen.</p>
<h3>Vernetzt und doch verbunden</h3>
<p>Bisher ist das meiste davon noch Fiktion, Utopie oder Dystopie. Nichtsdestoweniger ist dies erst der Anfang einer Entwicklung voller Veränderungen und Umwälzungen. Aber was bleibt? Wer sind „wir“ in dieser globalen Welt? Angesichts von steigender Zuwanderung und Pluralisierung der Gesellschaft ist eine neue Debatte über die spezielle deutsche Identität erwacht. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang der Begriff der „Leitkultur“.</p>
<p>Der letzte Teil des Seminares widmete sich insbesondere diesen Begriff. Einige Teilnehmer lehnten den Begriff vollkommen ab, da sie diese Debatte als überflüssig empfanden, andere bedauerten, der Begriff werde vor allem als Kampfbegriff von bestimmten Gruppen missbraucht. Der Tag der deutschen Einheit gab dennoch Anlass über die Veränderung in und der deutschen Gesellschaft nachzudenken: Was bedeutet es heute ein Teil Deutschlands zu sein?</p>
<h3>Fazit:</h3>
<p>Die Frage nach einer spezifischen deutschen Identität konnte im Seminar nicht beantwortet werden. Es bestand viel eher Einigkeit in Vielseitigkeit, dass es einen festen Kriterienkatalog nicht geben könnte, der definiere, was Deutschland ausmache und was nicht. Viel eher ist die Frage parallel zur Digitalisierung zu betrachten. Der Cyberspace verändert sich ständig je nach den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer und passt sich diesen an.  Auf der Suche nach den Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Miteinander müssen wir etwas ähnliches, sich stetig veränderndes schaffen.</p>
<p>Das Bedürfnis nach Identität und Zugehörigkeit ist angesichts einer entgrenzten Welt groß. Hierzu müssen wir gemeinsame Räume des Austausches und des Dialoges finden. Eine Woche mit Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen zu verbringen, ob beim Freitagsgebet, der Schabbatfeier oder einem ökumenischen Gottesdienst, macht deutlich, dass eher der Diskurs als das Ergebnis entscheiden ist, denn die Digitalisierung wird vieles im stetigen Wandel halten, auch das gesellschaftliche Miteinander.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Photo by <a href="https://unsplash.com/photos/YBR-AWm1HQ4?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Chris Liverani</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p>Bilder im Text: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2016 12:41:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Memento mori. Bedenke, dass du sterblich bist. In Zeiten von Grenzen- und Zeitlosigkeit der digitalen Welt scheint dieser Gedanke häufig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Sterben-2.0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150296 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_Sterben-2.0.jpg" alt="Afterlight von Jonathan Grado via flickr, licenced CC BY-SA 2.0" width="638" height="335" /></a></em>Memento mori. Bedenke, dass du sterblich bist. In Zeiten von Grenzen- und Zeitlosigkeit der digitalen Welt scheint dieser Gedanke häufig in Vergessenheit zu geraten. Die Spuren unseres digitalen Selbst bleiben wohl für immer bestehen. Trauern wir also noch zu Recht oder sind wir nicht schon unsterblich?</p>
<p>„Danke, dass du mal wieder vorbeigeschaut hast! Wir hoffen, dass du dich bald wieder anmeldest“, verabschiedet Facebook seine Mitglieder. Manchmal kommt es aber vor, dass der letzte Logout wohl auch für immer der letzte bleiben wird. Menschen scheiden aus dem Leben, doch durch Posts und Kommentare scheint ihr digitales Ich auch nach dem biologischen Ableben weiter zu bestehen. Was kommt danach, wie liken, respektieren die Verstorbenen und gedenken wir ihrer in der Netzgemeinde?</p>
<h3>Digitale Friedhofskultur: Mobil und immer erreichbar</h3>
<p>Früher läuteten die Totenglocken, heute bekommen wir eine Push-up Nachricht, wenn UserInnen aus dem Leben scheiden, eine neue Statusmeldung genügt und alle wissen Bescheid. So erlaubt Facebook seinen NutzerInnen ihr digitales Erbe zu regeln. In den Sicherheitseinstellungen können NutzerInnen einen Nachlasskontakt bestimmen, der über ihr digitales Hab und Gut verfügen soll, wenn dieses in den Gedenkzustand versetzt wird. Nur Facebook-FreundInnen können hier trauern und ihr Beileid bekunden. In diesem Zustand sind Änderungen im Profil nicht mehr möglich. Alternativ kann aber auch bestimmt werden, dass Profile nach dem Tod gelöscht werden.</p>
<p>Dies ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Hinterbliebene Abschied nehmen können. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hinweise_zum_Umgang_mit_Trauerf%C3%A4llen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> erinnert beispielsweise mit einem eigenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gedenkseite_f%C3%BCr_verstorbene_Wikipedianer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kondolenzbuch</a> an seine verstorbenen AutorInnen. Wem das nicht individuell genug ist und wer die Gedenkstätte der Angehörigen jedem zugänglich machen will, für den stellt das Netz verschiedene Angebote zur Verfügung: <a href="http://www.thedigitalbeyond.com/online-services-list/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">thedigitalbeyond</a> bietet eine Übersicht verschiedener Angebote zum digitalen Tod und der virtuellen Anteilnahme. Jeder Mensch kann auf seine Weise Beileid bekunden, sei es durch kleine Texte, Bilder oder Videos, die an die Verblichenen erinnern sollen.</p>
<p>Nicht nur am Tag der Toten in Mexiko, wenn jedes Jahr die Zentralfriedhöfe zu leben beginnen und Tausende darauf feiern, nicht nur dann nimmt der Totenkult obskure Züge an. <a href="http://mydeathspace.com/vb/forum.php?s=d915bdc8ee86d1bb40e3e1d8b23c2191" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MyDeathSpace</a> treibt dies auf die Spitze. Das an MySpace angelehnte Forum ist die Nekropole des Netzes. Tod, Trauer und Sensationslust treffen hier aufeinander. Per News-Alert werden NutzerInnen über die neusten Todesfälle informiert und mit den digitalen Profilen der Verstorbenen verbunden. Ein Premium-Account bietet besonders vom Morbiden Begeisterten einen Platz in der ersten Reihe der Leichenschau. Schon 24 Stunden vor der Veröffentlichung sind die Todesanzeigen verfügbar. Der Totentanz beginnt.</p>
<h3>Das digitale Spiel mit dem Tod – Secondlife, Afterlife, Eternal Life</h3>
<p>„Ich tanze mit dem Tod“, der Totentanz ist ein beliebtes Motiv des Mittelalters, der die Verbindung von Leben und Tod zeigt. So lebt auch der „King of Pop“ ewig weiter und lässt den Tod Moonwalk tanzen. Zumindest als Hologramm war Michael bei den Billboard Music Awards 2014 anwesend.</p>
<p>Eine Beerdigung ist nicht nur seelisch eine Herausforderung für die Hinterbliebenen, häufig ist allein die Organisation belastend genug. Bereits zu Lebzeiten kann deshalb jeder mit digitalen Helfern seine eigene Beisetzung planen. Häufig hätte man aber noch so viel zu sagen: <a href="https://www.deadmansswitch.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deadmansswitch</a> erlaubt es deshalb, noch wichtige letzte Worte an die Hinterbliebenen zu richten. Sie werden nicht vergessen sein.</p>
<p>Leben und Tod zwischen Geistern und Wirklichkeit: <a href="http://www.ghostmemo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ghostmemo</a> erinnert uns daran, stets online zu bleiben. Das Angebot der Betreiber setzt im Fall des Ablebens eine Notfallkette in Gang. Ausgelöst wird sie, wenn das monatliche Lebenszeichen in Form einer Mail nicht gegeben wird. Wer digital nicht lebt, ist vermutlich auch biologisch tot.</p>
<p>Online-Welten werden immer mehr zu unserer zweiten Realität, unsterbliche Avatare zu unserem zweiten Ich. Vor einigen Jahren erregte der Tod eines 23-jährigen Taiwanesen großes Aufsehen. Während sein digitaler Avatar in der Welt von Warcraft seinen biologischen Gegenpart überlebte, verstarb dieser völlig entkräftet vom Onlinespiel, in der realen Welt, im Internetcafé, an multiplen Organversagen. Erst Stunden später bemerkte man den Tod des Spielers.</p>
<p>Von der Wiege bis zur Bahre, Kommentare, Kommentare, ob Jung, ob Alt, arm oder reich, die ganze Gesellschaft ist heute im Netz vertreten. Soziale Medien als Spiegel unserer Gesellschaft, unser virtuelles Profil als digitales Selbst. <a href="https://www.eter9.com/auth/login" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eter9</a> lässt das unsterblich werden, speichert unsere Nachrichten, Posts und Kommentare und erschafft uns ein virtuelles Selbst, das die Ewigkeit überdauert. Der Avatar lernt aus unseren Gedanken zu Lebzeiten, entwickelt diese selber weiter, lebt an unserer Stelle weiter, postet und tweetet in unserem Namen. Als ob wir nie gegangen wären.</p>
<p>Die Zeit des Fleisches ist vorbei: <a href="https://www.lifenaut.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LifeNaut</a> geht sogar noch einen Schritt weiter und friert unsere DNA ein, speichert unsere Persönlichkeit, lagert uns ein. Hier können wir uns die Frage stellen: Sind wir das überhaupt noch selbst? Ziel dieses Projektes ist es, aus eingefrorener DNA den Körper zu klonen und die Persönlichkeit wie eine Software aufzuspielen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, Menschen sind Menschen, da sie verschieden sind. Wo bleibt aber der Menschen, wenn Körper und Geist austauschbar würden, wenn unser biologisches Selbst nur noch bloße Hülle ist?</p>
<h3>Haben wir den Tod schon ausgetrickst – wer hat hier wen ausgetrickst?</h3>
<p>Dem Tod ein Schnippchen schlagen, darum geht es in der Geschichte vom Brandner Kaspar. Dem alten, aber noch rüstigen Brandner Kaspar gelingt es, den Boandlkramer – den bayrischen Tod – mit Kirschwasser erst betrunken zu machen. Anschließend betrügt er diesen beim Kartenspiel und „gewinnt“ so noch 18 Jahre Lebenszeit. Bald sterben soziales Umfeld und Familie. Er verliert die Lust am Leben. Als seine Nachbarin bei einem Unfall verunglückt und in den Himmel kommt, fliegt der Schwindel auf. Der Boandlkramer bietet dem Kaspar an, einen Blick ins Paradies zu werfen. Dort findet er Freunde und Familie wieder, beschließt dort zu bleiben. Der Tod hat doch noch gewonnen, lässt sich nicht austricksen.</p>
<p>Diese Geschichte lehrt uns, der Tod gehört zum Leben, wie das Leben zum Tod. „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben“, wusste bereits der römische Philosoph und Kaiser Marcus Aurelius.</p>
<p>Seit Beginn der Menschheit ist es ein Traum unsterblich zu sein. Vieles wurde dafür getan, immer weiter gehen die Anstrengungen das Unmögliche  zu erreichen. In der digitalen Welt werden wir jetzt schon unsterblich. Doch was passiert, wenn Maschinen unsere „Persönlichkeit“ übernehmen, wir durch sie existieren und sie uns weiterentwickeln? Wer sind wir dann noch? Sind wir dann überhaupt noch wir selbst? Der Mensch wird letztlich überflüssig, trickst nicht nur den Tod aus, sondern auch sich selbst. Er macht sich überflüssig, stirbt an sich selbst auf seiner Suche nach der Unsterblichkeit.</p>
<p>Tod und Leben, Leben und Tod, Leben und leben lassen, der ewige Kreislauf. Menschen werden geboren, Menschen sterben, doch tot ist man erst dann, wenn niemand mehr an einen denkt. So leben wir auch ohne digitale Unsterblichkeit ewig weiter.</p>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a> und ein Crosspost von <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/10/31/sterben-2-0-digitale-unsterblichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wahl.de</a>.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/jonathan-grado/10753090904/in/album-72157637466339354/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Afterlight </a>von <a href="https://www.flickr.com/photos/jonathan-grado/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jonathan Grado</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2016 10:56:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-150281 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Galaxy-Wikilmages-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="galaxy-wikilmages-cc0-public-domain-via-pixabay" width="640" height="365" /></a>„Gott wohnt in Brüssel.“ Er lebt dort mit seiner Frau und seiner Tochter. Von einem großen Computer aus verfasst er die Gebote und verwaltet das Leben der Menschen. Dies zumindest lässt der Film „Das brandneue Testament“ glauben. Mit dem technischen Fortschritt erweitern sich auch die Möglichkeiten der Suche nach dem Göttlichen, dem spirituellen Kern der Dinge. Darum haben wir uns auf eine digitale Reise zum Sinn des Lebens gemacht.</p>
<h3>Alles ist relativ „göttlich“</h3>
<p>Hoch oben auf dem Olymp, da sollen sie regieren, die Götter. In Walhalla feiern sie große Feste oder schicken Plagen aus den Tiefen der Erde. Menschen sind auf den Olymp gestiegen, drangen immer tiefer zum Erdkern vor, die Welt war nicht genug. „Ich bin durch den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen“, konstatierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im All. Vielleicht suchen wir aber an den falschen Stellen. Denn was ist das „Göttliche“, was ist der Kern, der die Welt im innersten zusammenhält?</p>
<p>Der Erforschung dieses Kerns hat sich das Genfer Forschungsinstitut CERN verschrieben. Seit seiner Gründung 1957 beschäftigt sich das größte Forschungsinstitut Europas mit Fragen der Kernphysik und dringt, auf der Suche nach dem „Gottesteilchen“, in den Mikrokosmos vor.</p>
<p>Am Anfang war die Erde wüst und leer. Nicht ganz: Am Anfang war das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=9uUAKspG6vU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsfeld,</a> wie Quantenphysiker des CERN vermuten. Warum die Menschen verschieden sind, haben sich nicht nur die Philosophen gefragt. Auf gleiche Weise sind Atome verschieden, haben unterschiedliche Massen. Was gibt ihnen ihre Massen? Warum sind die Dinge so wie sie sind?</p>
<p>Das Higgsfeld kann als eine Party in London Downing Street verstanden werden. Ein Raum ist gleichmäßig verteilt mit Partygästen. Plötzlich betritt der Premierminister den Raum. Alle Anhänger und Günstlinge scharen sich um ihn. Es wird immer schwerer für ihn, durchzukommen, der Premierminister wird träge. Betritt plötzlich hingegen der Oppositionsführer den Raum, so wenden sich alle von ihm ab. Mühelos kann er den Raum durchqueren. Trägheit ist gleich Masse. Ob das Extra-Pfund auf der Waage oder die Tonnen-Fracht eines LKWs &#8211; das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=RIg1Vh7uPyw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Higgsteilchen</a> soll erklären, warum die Grundbausteine des Lebens so sind wie sie sind. Gelingt es dieses Teilchen zu finden, wäre die Wissenschaft nahe dem Urknall angelangt.</p>
<h3>Wo liegt der Kern des Internet?</h3>
<p>Ein Produkt dieser Forschungen ist das Internet. Der britische Forscher Tim Berners-Lee erfand Ende der 1980er Jahre im CERN ein Textverarbeitungsprogramm namens Enquire. Damit ließen sich Notizen, Adressen, kurze Informationen speichern und verlinken. Vor und zurück surfen, dies war die Geburtstunde des Internet. Einheitliche Standards für die Kommunikation, das http-Protokoll, Adressen URL und eine Auszeichnungssprache HTML, legten die Basis des World Wide Web. Die <a href="http://info.cern.ch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erste Website</a> ging am 13. November 1990 online. Nicht nur Wissenschaftler, sondern die gesamte Menschheit, mit inzwischen Milliarden von Usern, bekam ein neues Mittel, um miteinander zu kommunizieren, Wissen und Ideen auszutauschen und über unsere Existenz auf diesem blauen Planeten zu diskutieren. Vor wenigen Jahren vermutete man wahrscheinlich sogar, das Higgsteilchen gefunden zu haben. Aber immer noch herrschen Kriege, Hungersnöte und Gewalt. Ist das „Göttliche“ also nur ein Produkt der blühenden Phantasie des Menschen?</p>
<h3>Ist das „Göttliche“ nur ein Hirngespinst?</h3>
<p>Vielleicht sieht die Neurotheologie Licht am Ende des Tunnels. Der kanadische Neurowissenschaftler Michael Persinger entwickelte einen „Gotteshelm“, der bestimmte Hirnregionen von Probanden elektrisch stimuliert. Daraufhin berichteten die Versuchspersonen von übersinnlichen Erfahrungen &#8211; wie die Anwesenheit einer höheren Existenz zu spüren, eine fremde Stimme zu hören oder sogar von Zuständen der Angst und Ohnmacht. Diese Zustände hielten nach Ende des Versuchs teilweise noch an. Untersuchungen mit buddhistischen Mönchen und katholischen Nonnen im Kernspintomographen lieferten ähnliche Ergebnisse. Die Versuchsteilnehmer berichteten davon, im Nichts (Nirwana) aufzugehen, oder von der Anwesenheit Gottes. Während der Scheitellappen besonders aktiv war, wurde das Zentrum für die Wahrnehmung von Raum und Zeit vermutlich deaktiviert. Hierin sieht der Biologie Andrew Newberg den Grund für die transzendentale Erfahrung der Geistlichen. Wer sich selbst auf diese Reise begeben möchte, der Helm ist käuflich im Onlineshop von <a href="https://www.shaktitechnology.com/god-helmet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shakti Technology</a> zu erwerben.</p>
<p>Neurowissenschaftler haben bereits viele Regionen des menschlichen Gehirns untersucht und kartiert. Nur in ein Röhrchen gespuckt, dann können User durch ihr eigene <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/dns-analyse-online-surfen-im-erbgut-1.284406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erbmasse am Rechner surfen</a>. In der Fähigkeit des Menschen, sich immer wieder neu anzupassen, sehen die Evolutionsbiologen den Erfolg der menschlichen Spezies. Insbesondere die Fähigkeit, Sinneseindrücke wahrzunehmen, aufzunehmen und zu bestimmten Mustern zusammenzufügen, begründenden Erfolg der menschlichen Evolution. Heute sind „Muster“ unter anderem als Memes im Netz vorzufinden. Der Theorie des Evolutionsbiologen Richard Dawkins zufolge würden sich solche Verhaltensweisen erfolgreich durchsetzen, die das Genom der Menschen übergehen.</p>
<p>Ähnlich wie bestimmte religiöse Symbole und Verhaltensweisen für die Interpretation der Welt herangezogen werden, werden heute Katzenvideos und andere virale Klassikergeteilt und im kollektiven Gedächtnis der ganzen Internetgemeinde gespeichert. Religion sei damit nichts weiter als ein Produkt erfolgreicher Verhaltensweisen, kurz: Memes.</p>
<h3>Reicht ein nüchterner Blick?</h3>
<p>Dem stimmt die virtuelle Gemeinde der „<a href="http://www.churchofvirus.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Church of Virus</a>“ zu. Zeitgleich mit der Ausbreitung des Internet hat sie sich auf ihre digitale Mission begeben. Als einzigen Heiligen verehren sie Charles Darwin, den Begründer der Evolutionstheorie. Die Neurotheologie ist zentrale Glaubensbasis dieser Gemeinschaft. Demnach sei der Glaube an eine höhere Existenz mit der Bezeichnung „Gott“ lediglich das Produkt eines Überlebensvorteils der Spezies Mensch. Die „traditionellen“ Religionen seien überholt, Sünde sei der Glaube an eine höhere transzendentale Kraft. Die Tugend der frommen Gläubigen der Church of Virus bestehe nur in einem klaren nüchternen Rationalismus.</p>
<p>Doch ist alles wirklich mit einem nüchternen Rationalismus erklärbar?</p>
<h3>Noetik und die verborgene Kraft des Bewusstseins</h3>
<p>Was ist das Internet? Täglich nutzen Milliarden Menschen diese Technologie, doch bewusst eine Definition ist angesichts der zunehmenden Komplexität kaum mehr zu fassen. Frei nach Hegel kann das Internet als eine Weltseele im platonischen Sinne, also ein Geist, verstanden werden, der sich noch sich selbst bewusst werden muss, was er sein will. Im Gegensatz zu Platons Weltseele ist das Internet jedoch, ähnlich dem Contract Social, ein Bewusstsein, welches durch Menschenhand geschaffen wurde. Erst durch die Gemeinschaft der Netzgemeinde existiert das Internet als globales digitales Netzwerk.</p>
<p>Insofern ist das Internet eine Ansammlung von Informationen, ein komplexes System aus Prozessen. Es existiert fernab des Zutuns eines einzelnen Surfers, ist aber permanent präsent. Es ist etwas materiell kaum mehr begreifbares, wie nicht nur <a href="http://politik-digital.de/news/mein-internet-mein-fenster-zur-welt-149159/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meine Oma (91) als Internetabstinente</a> in einem Gespräch meinte. Ab hier beginnt ein wissenschaftlich umstrittenes Feld der Noetik. Abgeleitet vom griechischen Wort Nous für Verstand bzw. Noesis für Denktätigkeit beschäftigt sich diese Wissenschaft mit den Grenzen des menschlichen Bewusstseins und geht sogar über sie hinaus.</p>
<h3>Grüße aus der Noosphäre</h3>
<p>Das Bewusstsein und sein Potenzial sind es, was die Noetik umtreibt. Trotz modernster Messmethoden geschehen noch „Wunder“. Warum bekommt man plötzlich einen Anruf von einer Person, an die man gerade denkt? Warum scheint das gemeinsame Liken und Posten uns glücklich zu machen, Trauer und Schmerz zu lindern? Auch das Potenzial der „Intentionalität“, also der Erforschung des Einflusses von bewussten Gedanken auf ein physisches System, ist Forschungsgebiet der Noetik. In anderen Worten: Wenn ich einen Lichtschalter betätige, so geht das Licht an. Kann ich aber auch nur durch meine Gedanken den Stromkreis zum Laufen bringen; ein Licht aufgehen lassen?</p>
<p>Begonnen haben die neurowissenschaftlichen Forschungen nach dem Erlebnis des Apollo14 Astronauten Edgar Mitchell und späteren Gründer des Insitute of Noetic Science. Er beschrieb während des Rückflugs auf die Erde das Gefühl, plötzlich Teil eines großen Ganzen zu sein. Dieses große Ganze erforschte erstmals das Princeton University´s Engineering Anamolies Research Laboratory, kurz PEAR.</p>
<p>Probanden bekamen eine lose Folge von 200 zufälligen Bit-Sequenzen, also eine Reihenfolge von Nullen und Einsen, die sie mit einem Schalter betätigen konnten. Aufgabe der Probanden war es, nur durch ihren Willen (Intentionalität) die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cnvJfkI5NVc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zufällige Abfolge zu beeinflussen</a>. Seit 1998 gibt es im <a href="http://noosphere.princeton.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Consciousness Project</a> über 50 dieser Apparaturen in den gesamten Vereinigten Staaten verteilt, welche bis zu drei Milliarden dieser Bit-Sequenzen pro Tag produzieren und direkt durch das Internet nach Princeton weiterleiten. Insbesondere bei großen globalen Ereignissen &#8211; wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen, aber auch Sportveranstaltungen oder religiösen Großereignissen &#8211; meinen die Noetiker, markante Abweichungen vom Zufall der Bit-Sequenzen wahrzunehmen. Hierin sehen sie einen Beweis für ein globales menschliches Bewusstsein, welches die Menschheit beeinflusst und lenkt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, durch unser Bewusstsein könnten wir unser Schicksal selbst beeinflussen wie Dean Radin, Mitglied des Institute of Noetic Science, meint. Daraus schließt er, ein einzelner Gedanke sei nur ein Tropfen im Ozean. Dächten aber viele Menschen denselben Gedanken, so hätte dies Einfluss auf jeden Menschen. In dem, was religiöse Menschen als „göttlich“ bezeichnen, sehen die Noetiker das Bewusstsein als die schöpferische einende Kraft der Menschen. Dem Glauben zu schenken, fällt angesichts der Unvorstellbarkeit und durchaus wissenschaftlich umstrittenen Methodik der Noetik nicht leicht. Ob die weltweite Vernetzung der Menschheit durch das Internet, die schnellere Übertragung von Informationen und Nachrichten, Antworten auf die Frage nach dem „globalen Bewusstsein“ der Menschen finden kann, bleibt weiterhin offen.</p>
<h3>Wozu braucht es noch „Gott“?</h3>
<p>„Ich suche Gott. Ich suche Gott“ schreibt der Nihilist Friedrich Nietzsche. Vielleicht können wir das „Göttliche“ gar nicht finden? Zumindest die evolutionären Humanisten oder Transhumanisten gehen davon aus, dass der Mensch nur ein Zufallsprodukt auf dem Staubkorn Erde mitten in den unendlichen Weiten des Weltalls ist. Traditionen und Religionen seien nur ein Produkt der Evolution, der Mensch selbst nicht mehr als ein „zivilisiertes“ Tier. Viel eher stünden diese traditionellen „Wurzeln“ der modernen Gesellschaft dem Menschen im Wege. Der Begründer des Transhumanismus und erste Generalsekretär der UNESCO, Julian Huxley, formulierte dies so: “It has defined man’s responsibility and destiny—to be an agent for the rest of the world in the job of realizing its inherent potentialities as fully as possible”.</p>
<p>Dieses Streben nach einer stetigen Verbesserung ist Kern des <a href="http://politik-digital.de/news/human-enhancement-und-die-kuenstliche-verbesserung-des-menschenschoener-schneller-klueger-148808/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transhumanismus</a>. Technik soll dem Menschen helfen, stets ein größeres Potenzial auszuschöpfen. Als Beispiel für die Verschmelzung von Mensch und Technik lässt sich das Smartphone anführen. Ist unser digitaler Begleiter einmal nicht verfügbar, so haben deren Besitzer häufig das Gefühl, etwas fehlt. Moderne Technologien können Taube wieder hören und Blinde wieder sehen lassen Doch nicht nur Krankheiten sollen geheilt werden, auch Gesunde sollen die Grenzen ihres Leistungsvermögens hinausschieben können. An diesem Fortschritt müsse die gesamte Menschheit teilhaben. Die <a href="https://www.facebook.com/cyborgfoundation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyborg Foundation</a> setzt sich für das „Menschenrecht“ ein, dass jeder die Möglichkeit habe, zu einem Maschinenmenschen bzw. Cyborg zu werden. „Ich glaube an den Menschen, den Schöpfer der Kunst und Entdecker unbekannter Welten“, lautet das Glaubensbekenntnis dieser Technikoptimisten. In einer solchen Welt solle Wissenschaft die Fakten liefern, Philosophie sie ordnen und Kunst die Erkenntnis ausdrücken, wie auf den Seiten der transhumanistischen <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Giordano Bruno Stiftung Deutschland</a> zu lesen ist. Der Mensch solle sich als eigenständiges Lebewesen begreifen, das sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen habe.</p>
<p>Autoritäre Strukturen, biologische Grenzen bis hin zum Tod sollen überwunden werden. Jedoch besteht die Gefahr dieser ambitionierten Absichten darin, den Menschen zu vergessen.</p>
<p>Jeder Einzelne wird gezwungen, den technischen Fortschritt mitzumachen. Gelten Menschen ohne Smartphone momentan noch als „nur“ rückschrittlich, könnten sie in wenigen Jahren die Teilhabe am sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben aufs Spiel setzen. Bereits heute werden Menschen auf Eis gelegt, lassen sich kryogenisch einfrieren &#8211; in der Hoffnung auf Heilung in einer fernen Zukunft. Der Mensch überwindet seine natürlichen, durch die Biologie gesetzten, Grenzen und kann durch neue Bauteile sein Leben immer mehr verlängern. In Zukunft, vermuten Wissenschaftler, könnte es möglich sein, die gesamte Persönlichkeit eines Menschen digital zu speichern. Solche digitalen Identitäten könnten dann in verschiedene digitale Welten geladen werden. Der Wechsel des Geschlechts, des Alters und der biologischen Beschaffenheit wären damit kein Problem mehr. An dieser Stelle hätte der Mensch alle seine natürlichen Grenzen überschritten und letztlich sich selbst als Mensch überwunden. Die Frage bei allem technischen Fortschritt und des Technikoptimismus an die Transhumanisten ist also schlicht: „Wo bleibt der Mensch?“ „Denn der Mensch heißt Mensch, weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt, weil er lacht und weil er lebt“, wie der Musiker Herbert Grönemeyer in seinem Song „Mensch“ festhält.</p>
<h3>Wenn Geistliche forschen, beginnen Wissenschaftler zu glauben</h3>
<p>„Ich finde, dass Religion ebenso wenig in der Schule unterrichtet werden sollte, wie <em>Wissenschaftler in der Kirche dozieren</em> sollten“, meint die Musterschülerin Lisa Simpson. Noch immer liefern sich Wissenschaft und Glaube, sogar verschiedene Glaubensrichtungen untereinander, einen erbitterten Kampf um die „Wahrheit“. Es bleibt dem Leser überlassen, sich ein eigenes Urteil über die vorgebrachten Ansätze und Theorien zu bilden. Jedoch können alle Seiten voneinander lernen und profitieren, sich unterstützen. Dazu muss nur die Chemie stimmen. Dem würde Papst Franziskus I. als Chemiker sicher zustimmen. Es gibt nicht eine letzte „Wahrheit“, es gibt nur verschiedene Wege, sich dieser zu nähern. Menschen sind verschieden, sie glauben, sie glauben nicht und treten mal mehr und mal weniger für ihre Überzeugungen ein. So verschieden die Ansichten auch sind, eint sie doch alle der Wunsch nach einer besseren Welt. Ob wir es Gottesdienst, Ritual oder Flashmob nennen, Gemeinschaft tut nachweichlich Jedem gut, ist Grundlage unserer eigenen Existenz als soziale Wesen.</p>
<p>Moderne Kommunikationen haben eine neue Verbindung der Menschheit geschaffen, die uns einander näher bringen, Verständnis und Menschlichkeit unter den Bewohnern dieses blauen Planeten beflügeln könnte. Wie Charlie Chaplin in seiner Rede an die Menschheit fordert:</p>
<p>„Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen. Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte. Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert“.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von wahl.de, der Artikel ist zuerst <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/09/22/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Galaxy</a> von <a href="https://pixabay.com/en/users/WikiImages-1897/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikilmages</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/en/messier-101-ngc-5457-galaxy-10995/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2016 10:29:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Man stelle sich vor, die Welt sei ein Dorf mit 100 Einwohnern. Fast die Hälfte von ihnen wäre online. Bereits [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Josspaper_Ganescha.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149892 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Josspaper_Ganescha.jpg" alt="Josspaper Ganescha" width="640" height="323" /></a>Man stelle sich vor, die Welt sei ein Dorf mit 100 Einwohnern. Fast die Hälfte von ihnen wäre online. Bereits über 3,5 Milliarden User gibt es heute und es werden täglich mehr. Insbesondere im bevölkerungsreichsten Teil der Erde entdecken immer mehr Menschen das Netz. Uralte Traditionen treffen plötzlich auf moderne Technologien und verändern die Glaubenspraxis in Asien. Ein Blick auf Glauben in Indien und China in Zeiten der digitalen Revolution.</p>
<h3>Göttliche Bites für gläubige User</h3>
<p>„Was ist der Glaube wert, wenn er nicht in die Tat umgesetzt wird?“, fragte einst der Staatsgründer Mahatma Gandhi. In Indien wird die Bedeutung des Glaubens in allen seinen Farben und Facetten deutlich.</p>
<p>Fast 80% der Inder sind Hindus, doch über den ganzen Subkontinent unterscheiden sich die Traditionen und Bräuche stark. Jede Region, ja jedes Dorf kennt seine eigenen Schutzheiligen und Götter, die verehrt werden. Im Puja, wie das traditionelle Ritual in Indien bezeichnet wird, wenden sich die Gläubigen bei Fragen und Problemen an diese. Dazu werden Bildnisse oder Statuen mit Mantren angebetet in der Hoffnung, die dargestellte Gottheit möge im Bildnis anwesend sein. Anschließend werden Speisen, Blüten und edle Dufte geopfert, als dass die Gottheit die Bitten erhören möge.</p>
<p>In Indien sind die Distanzen häufig sehr groß und nicht immer ist der gewünschte Tempel in unmittelbarer Nähe. Daher bieten Portale wie <a href="http://www.saranam.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saranam</a> einen besonderen Dienst an: Online kann jeder Hindu einfach den Tempel seiner Wahl auswählen, die anzubetende Gottheit sowie die Person für die das Puja bestimmt ist.</p>
<p>Einmal alle 12 Jahre wird die Bedeutung von Religion auf dem Subkontinent besonders deutlich. Wenn die Sonne im Widder und der Jupiter im Sternbild des Löwen stehen, so ist es wieder Zeit für die <a href="http://www.simhasthujjain.in/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Simhast Kumbh Mela</a>. Einer Legende nach soll einst der Gott Vischnu vier Tropfen des göttlichen Elixiers Amrit, das unsterblich macht, verschüttet haben, darunter auch in Ujjain, im Bundesstaat Madhya. Nach der hinduistischen Vorstellung verwandelt sich zu Kumbh Mela das Wasser des Ganges für kurze Zeit in Amrit. Viele Menschen, allein über 50 Millionen in diesem Jahr, pilgern in die Region zu den Ufern des Ganges. Sie hoffen, dass sie sich von ihren Sünden reinwaschen können, um so dem ewigen Kreislauf aus Geburt und Wiedergeburt zu entfliehen.</p>
<p>„Die Wahrheit siegt immer“, ist das Motto des Staates Indien. Analog hierzu ist die Kumbh Mela als eine Art religiöse Börse zu verstehen. Sadhus, Gurus, Gelehrte bieten dort ihre verschiedenen Erkenntnisse für ein erfülltes, spirituelles Leben auf dem Weg zur Wahrheit an. Aber nicht nur religiöse, sondern auch weltliche Dienstleister haben ihren Platz in diesem Kosmos gefunden. Ob Gottheiten per App auf dem Smartphone oder freie Parkplätze für die Pilger, das Angebot ist fast so groß wie die Weisheit der Gurus. Wer sich nicht in die Fluten des heiligen aber stark verschmutzen Ganges oder die Massen von Menschen stürzen will, dem bieten spezielle Zelte voll Technik die Möglichkeit, bequem und ungestört virtuell die Tempel zu besuchen und ungestört dem Glauben nachzugehen.</p>
<p>Aus westlicher Perspektive erscheint dieser Glauben oft archaisch, chaotisch und unverständlich. Manche fragen sich, warum Menschen bereit sind, so viel für ihre religiösen Vorstellungen auszugeben oder speziellen Ritualen nachgehen. Doch wie macht es ein altes indisches Sprichwort deutlich: „Wenn du glaubst, so ist es eine Gottheit, wenn nicht, ein Stein.“</p>
<h3>Vom Himmel auf Erden</h3>
<p>„Ist sie, oder ist sie nicht aus dem Weltall zu sehen, die chinesische Mauer?“ Diese Frage beschäftigte das Reich der Mitte für lange Zeit, ist doch der Himmel entscheidend für das Schicksal Chinas.  Als „Sohn des Himmels“ erhielt der chinesische Kaiser ein „Mandat des Himmels“, um im Zentrum des Kosmos die Geschicke der Welt zu lenken. Dieses Mandat war jedoch nicht für alle Zeiten gesichert, sondern musste stets legitimiert werden. Nur solange es dem Kaiser gelang, Harmonie und Stabilität im Reich zu wahren, nur solange war ihm die legitime Herrschaft über die Welt gesichert. Missernten und Unruhen galten hingegen immer als ein Zeichen dafür, dass der Himmel dem Herrscher nicht mehr gewogen ist. Umstürze und Machtwechsel konnten gerechtfertigt sein, wenn das „Mandat des Himmels“ abgelaufen zu sein schien. Es zählte nicht die edle Herkunft eines Herrschers, sondern seine Fähigkeit, Stabilität und Harmonie im Reich der Mitte zu wahren. Diesen Aufgaben müssen sich alle chinesischen Machthaber bis heute stellen.</p>
<p>„Lass uns eine neue Mauer bauen“, heißt es in der chinesischen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UctriMuXYS0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nationalhymne</a>. Allerdings ist diese neue„Great Firewall“ unsichtbar. Einst wollten die Ming-Kaiser mit einer Mauer China vor äußeren Feinden schützen. Die gleiche Funktion soll nun neue digitale Mauern erfüllen. Anfangs versuchte die Führung des Landes sogar, ein eigenes Internet aufzubauen, was in Teilen auch gelang. Die Riesen des neuen digitalen Reiches wie Facebook oder Google konnten bis heute in China nicht Fuß fassen. Es erscheint fast, als ob die Kommunistische Partei das virtuelle Mandat in den Clouds und Bytes des digitalen Kosmos innehat. Zwar ist Religion in China Privatsache, die meist toleriert wird, aber nur solange die absolute Meinungsführerschaft der Partei unbestritten bleibt. Am Anfang des digitalen Chinas musste sich jeder User noch registrieren. Bis heute sind nur Spielekonsolen aus heimischer Produktion zugelassen, welche die Bedingungen der chinesischen Behörden erfüllen.</p>
<p>Nichts darf der Harmonie und der Stabilität des Riesenreiches widersprechen, soll das virtuelle Mandat erfüllt werden. Schließlich war dies ein Grund für den Erfolg und Aufstieg Chinas. Dies setzt aber die Bereitschaft voraus, sich stetig mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen und mit ihnen auf einer Wellenlänge zu sein.</p>
<h3>Kontakte jenseits aller Kontakte</h3>
<p>Die richtige Wellenlänge in Form von Kontakten sind das, was die chinesische Gesellschaft ausmacht. Nur wer Kontakte hat, der hat einen Namen, existiert. Dieses System als „Guanxi“, zu Deutsch Netzwerk, entstammt der konfuzianischen Tradition. Sie besagt, Streit muss vermieden und Gemeinsamkeiten müssen gefördert werden. In diesem Sinne beschreibt „Guanxi“ ein komplexes Geflecht aus Beziehungen, die immer wieder aktiviert und gepflegt werden müssen. In China gelten Verträge nur als Rahmenordnung, viel wichtiger ist die einzelne Person. Gegenseitige Hilfe, kleine Aufmerksamkeiten und Gefälligkeiten pflegen und stärken das Guanxi.  Darunter fallen auch Geldgeschenke an wichtige und enge Kontakte. Je nach Anlass wie Geburt, Hochzeit oder sonstiges lassen sich mittlerweile bequem per Apps wie Wechat und Alipay Beträge an die Beschenkten versenden. Guanxi ist der Kern der chinesischen Gesellschaft. Jedes Netzwerk ist ein persönliches und nicht übertragbar.</p>
<p>Nur wer die richtigen Leute kennt, kann erfolgreich sein. Die Wichtigkeit des Guanxi geht jenseits aller Vorstellungen bis über den Tod hinaus. Gemäß der chinesischen Volksreligion gibt es zwei Welten, die Welt der Lebenden und die der Geister (Shen), welche miteinander verwoben sind. Die Traditionen und Bräuche sind zwar regional verschieden, doch eint sie alle die Verehrung der Ahnen. Sie wachen aus einer anderen Sphäre über die Familie.</p>
<p>Ob jenseits oder diesseits, in China geht man davon aus, dass die Sphäre der Geister und Ahnen ein Abbild der eigenen Lebenswelt ist. Ähnlich dem Alltag der Lebenden gibt es in der chinesischen Vorstellung Bedürfnisse, welche auch nach dem Tod noch weiterbestehen. Werden diese nicht erfüllt, die Verstorbenen nicht geehrt, können die Geister der Ahnen keinen Frieden finden und plagen als gui die Hinterbliebenen.</p>
<p>Einmal im Jahr im Geistermonat August stehen die Tore der Hölle offen, glaubt man. Dann spucken die gui durch die Straßen der Städte auf der Suche nach Opfern. Insbesondere am 17.August, dem „Fest der hungrigen Geister“, sind sie besonders aktiv. Um von diesen Angriffen verschont zu bleiben, schicken die Chinesen ihren Ahnen Güter in die andere Welt. Am einfachsten geht dies durch die Feuerpost. Traditionell werden sogenannte „Josspaper“ (auch als „Höllengeld“ bekannte Papiergeldscheine) verbrannt, damit die hungrigen Geister sich etwas kaufen können und die eigene Familie in Ruhe lassen. Aber der technische Wandel hat vor den „Toren der Hölle“ nicht haltgemacht. Mittlerweile werden auch aufwendige, teure Papierautos, Smartphones und Tablets verbrannt. Damit stimmt die Wellenlänge jenseits und diesseits wieder, die Onlinewelt vernetzt sogar jenseits aller Vorstellungskraft. Nicht einmal die Geister müssen mehr auf die Bequemlichkeiten der Onlinewelt verzichten.</p>
<h3>Digitales China am seidenen Draht</h3>
<p>„Wer am falschen Faden webt, zerstört das ganze Gewebe“, sagt ein altes chinesisches Sprichwort. Das Reich der Mitte ist eines der ältesten Gebilde aus Traditionen, Werten und Beziehungen. Bis heute hat sich der Gedanke der Stabilität und Harmonie erhalten. Nur so konnte China über die Jahrtausende bestehen und gewahrt bleiben, trotz großer Umbrüche und eines stetigen Wandels insbesondere in den letzten Jahren. Einst war es der Kaiser, heute ist es die Kommunistische Partei, welche über das Land wacht. Einst war es das Mandat des Himmels, welches die kosmische Ordnung wahren sollte, heute ist es das digitale Mandat der Clouds und Bits, welches die Ordnung im Netz wahren soll.</p>
<p>Nur solange die kommunistische Partei dieses Mandat erfüllen kann, solange kann sie den Anspruch erhalten, die Meinungsführerschaft zu haben und die letzte Instanz im digitalen Reich der Mitte zu sein. Immer wieder erschüttern aber neue Skandale das Land, seien es Umweltskandale, giftiges Milchpulver oder die großen Korruptionsskandale. Neue Technologien wie Apps und Smartphones erzeugen eine immer schnellere und unkontrollierte Meinungsflut. Immer wieder muss das digitale Mandat neu legitimiert werden. Nur zaghaft öffnet sich China ausländischen Einflüssen und reagiert immer noch mit scharfer Zensur. Angesichts von über 700 Millionen Usern wird dies aber schwer aufrechtzuerhalten sein. China wandelt sich, wenn auch langsam. Doch wie sagt eine chinesische Weisheit: „Habe keine Angst vor der Langsamkeit, sondern fürchte den Stillstand.“ Traditionen und Moderne verschmelzen im digitalen Asien immer mehr. Heute besteht Internetverbindung bereits über den Tod hinaus. Welchen Weg China aber in Zukunft gehen wird, daran scheiden sich die Geister.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von wahl.de, der Artikel ist zuerst <a href="https://www.wahl.de/aktuell/2016/08/29/glaube-in-indien-und-china/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort </a>erschienen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Josspaper Ganescha von <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2016 17:58:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Nordkorea]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149875 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/korea.jpg" alt="Seollal Nejahresfest" width="635" height="329" /></a>„Wir Koreaner werden immer wachen über unser Land mit seinen Flüssen und Bergen.“ Harmonisch, und doch voller Widersprüche schmiegt sich Korea zwischen die Großen Asiens, China, Russland und Japan. Digitalisierung und ein stetig schnellerer Lebensstil gehören zur koreanischen Kultur ebenso wie der Konfuzianismus und das Gefühl der Gemeinschaft. Ein Blick auf geteilte Welten einer geteilten Nation.</p>
<h3>Die Geister, die man rief</h3>
<p>Einst bat Hwanung seinen Vater Hwanin, den Kaiser des Himmels, er möge ihn auf die Erde schicken. Sein Vater kam dieser Bitte nach. Am Berg Paektu betrat Hwanung darauf die Erde, wo er die „göttliche Stadt“ gründete. Sich selbst gab er den Namen „Himmelskönig“. Eines Tages kamen eine Bärin und eine Tigerin mit dem Wunsch zu ihm, er möge sie zu Menschen machen. Hwanung versprach ihnen diesen Wunsch zu erfüllen, wenn sie 100 Tage in einer Höhle bei Knoblauch und Beifuss, dem ersten Kimchi, verbringen würden. Bald gab die Tigerin auf, doch die Bärin bestand die Prüfung. Beeindruckt nahm Hwanung sie zur Frau. Am 3.Oktober 2333 vor Christus bestieg ihr gemeinsamer Sohn Dangun den Königsthron, womit er die koreanische Nation begründete. So besagt es der Gründungsmythos Koreas.</p>
<p>Bis heute wird Dangun als Gründungsvater verehrt, ist doch der 3. Oktober als „Tag des offenen Himmels“ bis heute Nationalfeiertag. Traditionell gehen die Koreaner davon aus, das Zusammenwirken von Mensch und Geistern, insbesondere denen der Ahnen, bestimme das Schicksal der Welt und jedes Einzelnen darin. Bis heute spielen Mudang, wie man die koreanischen Schamanen nennt, eine besondere Rolle in der koreanischen Kultur. Sie gelten als Mittler zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Geister. Um die Geister anzurufen, hat sich im Laufe der Geschichte ein reichhaltiges kulturelles Erbe entwickelt. Es besteht aus Ritualen, Tänzen und Liedern wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=HE6vyfFMn0w" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirang</a>, dem wohl bekanntesten koreanischen Volkslied und Erbe der Menschheit.</p>
<p>Ab dem vierten Jahrhundert erreichte der Konfuzianismus die Halbinsel. Die Lehren des Konfuzius von Gehorsam, Gemeinschaft und Harmonie prägen die koreanische Gesellschaft bis heute. Koreaner sehen ihre Familien als den Kern der Gesellschaft. Von Kindern wird erwartet, dass sie ihren Eltern gehorchen und sie respektieren. Ebenso werden Schule, Arbeit und Freizeit als höhere soziale Familien gesehen, in denen die Übergeordneten zu respektieren und zu ehren sind. Jeder Koreaner ist angehalten, seinen Platz in der Gesellschaft anzuerkennen, die Harmonie zu wahren und zur Gemeinschaft beizutragen.</p>
<p>Viele Jahre nach der Einführung des Konfuzianismus betrat eine neue Religion die Halbinsel. Christliche Missionare begannen Schulen aufzubauen und den christlichen Glauben zu verbreiten. Die Kirche erfüllte in den Anfängen des modernen Korea die Mittlerrolle zwischen Korea und dem Westen. Später bot sie in den Krisen des Nachkriegskoreas für viele Südkoreaner einen Halt. Mittlerweile bekennen sich im Süden etwa 25% zum Christentum mit steigender Tendenz.</p>
<p>Nach dem Ende des Koreakriegs kam mit der Modernisierung des Landes ein neues Wertesystem hinzu. Neben Gemeinschaftssinn und Konfuzianismus trat nun Wettbewerbs- und Konsumdenken, bei einem immer weiter gesteigerten Leistungsdruck.</p>
<h3>Die digitale Wende</h3>
<p>Blickt man heute auf die hektische Metropole Seoul, so ist es kaum mehr vorstellbar, dass Südkorea einst zu den ärmsten Ländern der Welt gehörte. Harte Arbeit und Entbehrungen waren nötig, um das „Wunder am Hanfluss“ zu verwirklichen, aus dem Korea schließlich als eine der zwanzig wichtigsten Volkswirtschaften der Welt hervorging. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung zeichnet sich das Land aus, sind doch die Großen der Branche wie Samsung und LG hier zu Hause. Bereits seit 1982 ist Südkorea an das Internet angeschlossen, seit 1998 sogar via Breitband. Über 80% der Haushalte nutzen diese Technik, insbesondere aber Smartphones. Praktisch jeder Koreaner jeden Alters nutzt das Handphone, wie man die Geräte in Südkorea nennt. Ob ein Gespräch unter Rentnern, mit Freunden zur Verabredung im Noraebang, den beliebten Karaoke Bars, oder aber das mobile Büro, die Geräte sind ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, wenn nicht gar das Leben. Ständig ist die koreanische Gesellschaft online, Offliner sind eine absolute Seltenheit. Stetig werden Familie, Freunde und Arbeit mit den neusten Informationen aus dem eigenen Leben versorgt. Viel Raum für lange Gespräche bleibt da nicht, dennoch kommt die permanente digitale Verbundenheit dem Gemeinschaftssinn der Koreaner entgegen.</p>
<h3>Glaube als App – Die Digitalisierung der Religion</h3>
<p>Praktisch alles, was früher offline getan wurde, ist nun bequem auch online möglich. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung auch vor dem Glauben nicht haltgemacht hat.</p>
<p>In Korea spielt die Verehrung der Ahnen bis heute eine große Rolle. Früher gebot es der Respekt gegenüber den Eltern und den Verwandten, dass Sterbende im Kreise der Familie aus dem Leben schieden. Anschließend wurden die Verstorbenen an den schönsten Plätzen des Landes bestattet, an die die Familien regelmäßig zurückkehren, um die Gräber zu säubern und der Ahnen zu gedenken.</p>
<p>Mittlerweile verlagert sich der Glaube immer weiter ins Digitale. Aufgrund des Platzmangels fördert die koreanische Regierung die Feuerbestattung. Galt früher das Sterben im Krankenhaus als absoluter Ausnahmefall, ist es heute die Regel. Krankenhäuser betreiben eigene Bestattungsinstitute. An die Stelle des Grabes tritt der digitale Friedhof. Hier können Angehörige Bilder der Verstorbenen hinterlegen und sogar Chatfunktionen für Beileidsbekundungen einrichten. Anstelle eines Friedhofsbesuches sind die Ahnen virtuell nur einen kurzen Knopfdruck entfernt und ständig erreichbar, um ihrer zu gedenken. Nach der Tragödie von Saewol 2014 wurde beispielsweise ein digitaler Schrein, das <a href="http://teachsewol.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Saewol Klassenzimmer</a>, eingerichtet, auf dem sich Eltern, Lehrer, Freunde und Betroffene austauschen, ihrer Lieben gedenken und ihre Trauer verarbeiten können.</p>
<p>Der Kut, die religiöse Zeremonie, ist fester Bestandteil des koreanischen Glaubenssystems. Häufig haben die hart arbeitenden Koreaner aber kaum Zeit für die weiten Wege, um die Tempel zu besuchen oder Verwandten bei den wichtigen Zeremonien beizuwohnen. „Heutzutage können die Familienmitglieder durch Video oder Chatting dennoch teilhaben an den Zeremonien. Das finde ich sehr gut“, erklärt die koreanische Studentin Soheui Yoon. Mit Apps wie Gificon denken die Koreaner aneinander und schicken sich an den Festtagen kleine Präsente in Gutscheinform auf die Smartphones. „Viele alte Leute finden es nicht gut, wenn die Jugendlichen ihre Zeit nur mit dem Handy verbringen“, erklärt Soheui weiter. „Ich darf zum Beispiel beim gemeinsamen Essen auch nicht auf mein Smartphone schauen. Sonst bekomme ich Ärger von meinen Eltern.“ Die kleinen digitalen Begleiter wegzulegen kommt aber selten vor. Das haben auch religiöse Gemeinschaften erkannt. In vielen Apps werden die User langsam und in leicht verdaulichen Einheiten an das Glaubenssystem und die Traditionen Koreas herangeführt.</p>
<p>Nur einmal im Jahr, da macht sich das ganze Land auf: an Seollal, dem Neujahrsfest. Zu dieser Zeit am Ende des koreanischen Jahres steht das sonst so strebsame Land für drei Tage still. Dann fahren alle Koreaner zu ihren Familien, verbringen Zeit miteinander im Gedenken der Ahnen. Die traditionelle Zeremonie der Ahnenverehrung, Jesa, erfordert eine große Vorbereitung. Spezielle Speisen müssen in einer richtigen Reihenfolge auf einem Altar den Ahnen dargebracht werden. Verschiedene Apps helfen der Familie dabei, die einzelnen Speisen richtig anzuordnen und natürlich, wie es im Land des Onlineshopping üblich ist, lässt sich das Essen auch bequem vorab online bestellen. „Viele ältere Familienmitglieder mögen es nicht, wenn man das Essen online bestellt, aber wir müssen alle viel arbeiten, was soll man da machen“, findet die Studentin Soheui Yoon. An diesen drei Tagen des Seollal kommt es zu den seltenen Momenten, an denen die ganze Familie zusammenkommt. Doch was bleibt bei so viel Information am Tag noch zu sagen? Eine App ermöglicht es beispielsweise, dass die Familie zwar auf einem gemeinsamen Bildschirm, aber jeder in seiner separaten Kachel sein Programm verfolgen kann. Korea ist eine Gesellschaft, in der Höflichkeit zu den obersten Prinzipien gehört. „Ich finde das sehr unhöflich mit den Smartphones. Wir sollten uns viel lieber miteinander unterhalten als am Tisch mit dem Handy beschäftigen“, bedauert Soheui Yoon. „Schließlich ist die Familie das wichtigste in meinem Leben.“</p>
<p>Während sich viele junge Koreaner dem Konsum und westlichen Werten zuwenden, gewinnt der christliche Glaube an Einfluss. Sogenannte Online Churches, in denen Gläubige auch über die digitalen Medien stetig am Gemeindeleben teilhaben können, nehmen zu. Ob Predigten, Gebete, Fürbitten oder Beichten, Gläubige und Priester können auch über Kilometer entfernt sein. Die moderne Technik macht es möglich. In harten Zeiten bot das Christentum vielen Koreanern Halt und konnte sich so etablieren. Brachten einst die Missionare diesen Glauben auf die Halbinsel, sind die Koreaner mittlerweile selbst zu den eifrigsten Missionaren geworden, sowohl im Inland als auch im Ausland. Regelmäßig schicken christliche Aktivisten Bibeln an Ballons über die demilitarisierte Zone nach Nordkorea. Inzwischen können die Missionare sogar orten, wo die Bibeln landen, in der Hoffnung, dass sie gelesen werden.</p>
<h3>Juche in Nordkorea &#8211; Online im eigenen Netz</h3>
<p>Der 27. Juli 1953 wird wohl für immer im kollektiven Gedächtnis des koreanischen Volkes nördlich und südlich des 38. Breitengrades bleiben. An diesem Tag wurde die Teilung des Landes an dieser Demarkationslinie besiegelt. Bis dahin teilten sich beide Staaten eine gemeinsame Kultur, entwickelten sich aber von da an in zwei verschiedene Richtungen.</p>
<p>Die Juche, was übersetzt so viel wie Unabhängigkeit bedeutet, ist das Fundament der Demokratischen Volksrepublik Korea. Nach den Erfahrungen aus Unterdrückung und Besatzung beschwört diese Ideologie die wirtschaftliche, politische und besonders militärische Unabhängigkeit des Landes. Im Zentrum steht das nationale Interesse des Staates, der sich aus der „Volksmasse“ zusammensetzt. Jeder Bürger hat die Pflicht, sich dem gesamten Kollektiv unterzuordnen. An oberster Stelle – so die Theorie – steht ein Führer, der das Volk weise leitet. Hier wird die Bedeutung des Ahnenkultes deutlich. Die Propaganda Nordkoreas verehrt Kim Il Sung als „ewigen Präsidenten“, der de jure auch nach seinem Tod noch das Amt des Staatsoberhauptes innehat. In dieser Funktion wacht er quasi als eine Art Vater über die (nord-)koreanische Nation. Seit 1997 wird die Zeitrechnung sogar nach dem Staatsgründer gemessen, begonnen im Jahre eins, nach unserer Zeitrechnung 1912, dem Geburtsjahr Kim Il Sungs.</p>
<h3>Studieren für Volk und Vaterland</h3>
<p>Ausdruck dieser großen Verehrung sind beispielsweise die jährlichen stattfindenden <a href="https://www.youtube.com/watch?v=LVADX5CYvZk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arirangfestspiele</a> mit tausenden von Darstellern oder jedes Jahr im April die Blumenschau. Auf dieser werden die besten Züchtungen der Orchideen Kimilsungia und Kimjongilia präsentiert, benannt nach dem „Ewigen Präsidenten“ und seinem Sohn dem „Großen Führer“, wie sie die Staatspropaganda stilisiert. Die Juche ist allgegenwärtig, soll stetig durch die Bürger verinnerlicht werden.</p>
<p>Dazu stehen jedem nordkoreanischen Haushalt Radiogeräte zur Verfügung, die nur über einen Kanal verfügen und sich nicht abschalten lassen. Lediglich die Lautstärke kann erhöht oder reduziert werden. Mittlerweile ist es aber in der „Großen Studienhalle des Volkes“ in der Hauptstadt Pjöngjang möglich, im nordkoreanischen Internet „Kwangyong“, was so viel wie „Licht“ oder „Großer Stern“ bedeutet, zu studieren. Neben ausgewählten Informationen zu Wissenschaft und Forschung stehen dem Nutzer sämtliche Werke der Staatsdoktrin zum Studium zur Verfügung. Mittlerweile gehört die Ausbildung am Computer auch zum Lehrplan an nordkoreanischen Schulen. Dennoch bleibt ein Computer ein Luxusobjekt, weshalb Berufe, die solche Geräte nutzen, ein hohes Ansehen genießen.</p>
<p>Jeder Bürger ist angehalten, täglich etwa 90 Minuten die Biographie der Kim-Familie und die Juche zu studieren. Dabei werden die Widersprüche des Landes deutlich. Während das Internet nur einer Elite vorbehalten ist, hat das Land bereits das Tablet „<a href="http://www.makeuseof.com/tag/tech-north-korea-look-like/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samjiyon</a>“ entwickelt, auf dem sich die gesammelten Werke der Juche Ideologie auch mobil studieren lassen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, sich die Texte abends beispielsweise vorlesen zu lassen. In einem Land, in dem Mangel und Stromausfälle an der Tagesordnung sind, ist dies vielleicht keine schlechte Alternative. Trotz der Rückständigkeit und des Totalitarismus des Regimes in Pjöngjang zeigen sich auch erste Veränderungen nördlich der Demarkationslinie. Vor kurzem berichtete die BBC beispielsweise, nordkoreanische Informatiker hätten eine eigene Version von Facebook entwickelt. Der digitale Wandel hat auch hier begonnen, wenn auch auf Art und Weise der Juche, dem eigenen Weg, den das Land oder zumindest seine Führung beschreiten möchte. Veränderungen und Wandel sind auch im wohl isoliertesten Land der Welt zu spüren, jedoch dürfen sie nicht über die nach wie vor prekäre und desaströse Menschenrechtsituation des totalitären Regimes hinwegtäuschen.</p>
<h3>Korea: Ordnung und Widerspruch in sich</h3>
<p>Die Farben Blau und Rot finden sich in den Nationalflaggen beider koreanischer Staaten wieder. Sie symbolisieren den Widerspruch zwischen Eum, dem koreanischen Yin, und Yang, den Widersprüchen des Kosmos. Nach den Lehren des Yin und Yang befindet sich der Kosmos in einem stetigen Wandel, in dem alte Widersprüche aufgelöst werden, doch in sich bereits neue enthalten. Beide Koreas haben sich nach dem Krieg und der Trennung gewandelt und stecken doch noch voller Gegensätze. Über Jahrtausende konnten sich trotz Invasionen, Unterdrückungen und Umbrüchen die koreanischen Bräuche erhalten. Sowohl südlich als auch nördlich begreift man die Bedeutung des Internet für die Zukunft, aber auch für die Wahrung der eigenen Kultur und Tradition. Denn wie beschwört es die südkoreanische Nationalhymne <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YlnfImH7NTU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aegukga</a>: „Bis das Meer des Ostens ausdörrt und der Paektusan Berg abgetragen ist, möge Gott unser Land ewig schützen.“</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: &#8220;<a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/16390668300/in/photolist-qYosDj-rfNMHt-9mzHrQ-9mzLkG-qiWyH7-qibaAc-qYuqKM-qhXY4Q-ixypCt-reYNGT-qXvYWK-rd5cd3-dUgfsS-9mFPa9-9mAe5G-qj9FNz-dUgfUf-qYuCKi-rfREGu-rfXyW2-dUgfpj-dUaCZk-dUaDan-7GjzgA-qj9HVa-7Gde82-qXqjk7-dUgfAL-rcFUnY-reTcio-qibwD4-reQnkc-qibqMV-9mxNSB-dUgfFh-9mySN7-aCXZ9Q-9mAJH9-9mwLf2-9mxp5X-dUaCJi-9mvTRv-7GiZeL-7GeNs4-7Gf9zv-9mAAeY-9mxL4e-9mA9vd-7Gfrwd-9mAD8o" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2015_Seollal_03</a>&#8221; von <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2016 12:20:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Online-Fatwa]]></category>
		<category><![CDATA[Modernisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
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					<description><![CDATA[„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149910 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Eqraa-اقرأ-2.png" alt="Quran Reader" width="639" height="406" /></a>„Lob sei Gott, dem Herrn der Welten […]. Dir dienen wir, und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg […]“, lautet die ersten Sure des Koran. Doch in den Zeiten des Internet ist der gerade Weg manchmal schwer zu erkennen, vielfältig ist der Fortschritt. Neue Fragen verlangen neue Antworten. Gemeinsam mit Islamwissenschaftler Samet Er (27) gehen wir der Digitalisierung des Islam auf den Grund.</p>
<p>Unserer Glaubensreise führt uns vorbei an Kopimisten, den digitalen Brücken des Papa Francesco, hin zu alles vernetzenden Godspots. Das Internet hat neue Welten eröffnet, neue Möglichkeiten und Kanäle geschaffen, um Religion zu leben und zu verstehen. Je weiter sich das Internet aber in unsere Lebensbereiche ausbreitet, desto häufiger stellt es uns vor neue Herausforderungen und Fragen an unseren Glauben.</p>
<p>Auf der Suche nach der Verbindung zwischen Digitalem und Religionen fällt unser Blick auf den Islam. Keine Religion leidet unter mehr Vorurteilen und Unwahrheiten. Als „mittelalterliche“ Religion verschrien, verzerren Terror und Unterdrückung ihr mediales Bild. Vorurteile, denen Glaubensgrundlagen und die gemäßigte Mehrheit der Muslime entgegenstehen. Diese Mehrheit zeigt auch, dass der Islam nicht im analogen Zeitalter stehen geblieben ist. Die Digitalisierung hat auch ihn erfasst: Individuell, vielfältig und modern.</p>
<h3>Glaubensfragen zwischen Google und Koran</h3>
<p>Tagein, tagaus gehen wir auf die Suche nach Antworten in den digitalen Weiten des Internet. Google ist das allwissende Medium der Gegenwart. Aber auf unsere persönlichen Fragen, Fragen der Religion, weiß die Suchmaschine meist keine klaren Antworten. Wo also um Rat fragen?</p>
<p>Um als Muslim den „geraden Weg“ nicht zu verlieren, gibt es die sogenannten Fatwas. Das sind Ratschläge einer religiösen Vertrauensperson zu Glaubensfragen. Bei Unklarheiten lautet die Devise also: kommt Mufti, kommt Rat. Muftis, muslimische Rechtsgelehrte, geben den Fragenden eine unabhängige Einschätzung. Grundlage ihrer Position ist das komplexe Normen- und Rechtssystem des Islam, welches religiöse Vorschriften, die Beziehung zu Mitmenschen und Verpflichtungen gegenüber Gott definiert. Es speist sich aus den zentralen Werken Koran, Sunna, Konsensus und Qiya – den Analogieschlüssen der Religionsrechtler. Die Einschätzung der Muftis basiert auf einem individuellen Glaubensverständnis sowie ihrer eigenen Religionsrechtslehre und ist daher immer subjektiver Natur.</p>
<p>Wichtig ist deshalb, dass eine Fatwa kein bindendes Gesetz ist. Muslimen steht es daher frei, eine Fatwa anzunehmen – ein Sachverhalt der besonders bei kontroversen Fatwas wichtig ist. Wenn der Ratschlag eines Religionsrechtlers also nicht im Einklang mit dem eigenen Religionsverständnis zu sein scheint, steht es Gläubigen frei, weitere Muftis um eine Einschätzung zu bitten. Letztlich entscheidet also der Gläubige selbst: Die Klugheit gibt nur Rat, die Tat (des Gläubigen) entscheidet.</p>
<h3>Mit Online-Fatwas zur neuen Glaubenskultur?</h3>
<p>„Moderne Zeiten verlangen nach modernen Fatwas“, meint Miriam Seyffarth, Islamwissenschaftlerin und Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung in Saudi-Arabien. Sie ist Expertin für Online-Fatwas. Das Internet hat nicht nur Zusammenleben, Arbeit und Kommunikation verändert, sondern auch die Bandbreiten unseres Glaubens erweitert. So läuteten Online-Fatwas in den 1990er Jahren die digitale Revolution der muslimischen Religionspraxis ein.</p>
<p>Anstatt traditionell eine einzelne religionsrechtliche Einschätzung einzuholen, stehen heute grenzenlose Online-Fatwas zu Verfügung. Die geografische Begrenztheit, lediglich einen einzelnen Mufti der ortsnahen Gemeinde um Rat zu fragen, ist <a href="http://politik-digital.de/news/die-hauptkommunikation-findet-noch-immer-zum-freitagsgebet-statt-147286/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">überwunden</a>. Gläubige können heute von den unterschiedlichen Positionen, Interpretationen und Sichtweisen verschiedener Muftis profitieren – von wo und wann sie wollen.</p>
<p>Die heutigen Online-Dienste überwinden dadurch viele Hindernisse. So bietet <a href="https://islamqa.info/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamQA</a>, eine der größten Plattformen für Online-Fatwas, die Möglichkeit, auf 16 Sprachen religionsrechtliche Ratschläge zu formulieren und einzuholen. Related Fatwas weisen den Weg zu immer neuen Glaubensfragen.</p>
<h3>Pokémon vs. Schneefiguren</h3>
<p>„<a href="https://islamqa.info/en/225149" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich würde gerne wissen, ob es zulässig ist, Pokémon zu schauen</a>“, fragt ein 16-jähriger in seiner Fatwa auf islamQA. Ungeachtet dessen, dass die Einschätzung der Webseite die Unvereinbarkeit der Comic-Serie mit den Glaubenslehren des Islam damit begründet, dass die Serie auf evolutionstheoretischen Annahmen aufbaut, eröffnen derartige Online-Angebote neue Religionshorizonte. Sie rücken den Islam in die Moderne und verjüngen ihn. Ob der junge Muslim dem Ratschlag von islamQA schließlich folgt, steht natürlich auch zwischen Html-Codes und den Sternen. Vielleicht findet sich ja ein anderer Mufti…</p>
<p>Der Ruf nach modernen Fatwas verstärkt sich auch durch den Einzug von Smartphones und religiösen Apps. So wird in einer anderen <a href="http://islam.stackexchange.com/questions/11892/is-it-allowed-in-islam-to-load-quran-into-smart-phone-as-pdf-or-audio-format" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwa</a> etwa danach gefragt, ob es erlaubt sei, den heiligen Koran via <a href="https://itunes.apple.com/de/app/quran-deutsch-moslem-gebetszeiten/id365557665?mt=8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">App</a> auf das Smartphone zu laden und gegebenenfalls mit in das Bad zu nehmen. Da die Heilige Schrift nur in digitaler Form, also als Code gespeichert ist, hat der Religionsrechtler keine Bedenken, digitales Endgerät und religiöse Schrift zu verbinden.</p>
<p>Parallel zu dieser Modernisierung des traditionellen Fatwawesens fällt auch die aufkommende Demokratisierungstendenz bei religionsrechtlichen Einschätzungen auf. Kontroverse Online-Fatwas lösen dabei immer häufiger religiöse Shitstorms aus. So werden Muftis durch die virale Kritik der moderaten muslimischen Internetglaubensgemeinde immer häufiger zu Änderungen ihrer Ratschläge gezwungen.</p>
<p>Ein bekanntes Beispiel stammt aus Saudi-Arabien. Als der Norden des Landes im Januar 2015 von ungewöhnlich hohem Schneefall überrascht wurde, fragte die Umma, die muslimische Weltglaubensgemeinschaft, nach der Vereinbarkeit von Schneefiguren und Islam. Die Einschätzung fiel negativ aus, da sich die Gläubigen mit dem Bau der Schneefigürchen über die göttliche Schöpfung stellen würden. Es hagelte überwältigende Kritik. Folglich zwang die „Umma 2.0“, als Gegengewicht zu den traditionellen religiösen Autoritäten des Islam, den verantwortlichen Mufti schließlich zur Revision seiner Fatwa.</p>
<h3>Von Fatwa-Shopping und Pseudo-Muftis</h3>
<p>Gemeinsam führen die Modernisierungs- und Digitalisierungstendenz zu einer Verschiebung der traditionellen Positionen von Gläubigen zu Religionsrechtlern im Islam. Gleichzeitig verstärkt sich dadurch aber auch der Unmut einzelner traditioneller Autoritäten. Dabei wird besonders das Phänomen des „Fatwa-Shoppings“ kritisiert. Das umfangreiche Angebot digitaler Fatwas führt zu Selektion, wird da behauptet. Gläubige wählten nur noch das, was sich am besten mit ihren Lebensumständen vereinbaren lässt. Die Gelehrten warnen vor einem zunehmenden Werteverlust und sinkendem Pflichtbewusstsein der Gläubigen.</p>
<p>Die Kompatibilität von Religion und Internet wird schließlich immer wieder in das Zentrum von Argumentationen und Diskursen gestellt. Ist es nicht so, fragen da etwa einzelne Religionsrechtler, dass bereits die Inhalte des Internet, des digitalen Sündenpfuhls, nicht mit den religiösen Grundlagen des Islam vereinbar seien?</p>
<p><a href="http://sameter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Samet Er</a> (27) Islamwissenschaftler aus Kirchheim/Teck nutzt selber viele digitale Angebote und Kanäle sozialer Netzwerke. Er ist von den positiven Potentialen und der Verbindung von Islam und Internet überzeugt: „Religion war für mich der einzige Grund, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Anfangs habe ich alles über meine Religion in den sozialen Netzwerken gesucht. Besonders Videos und Podcasts waren mir immer wieder sehr von Nutzen, um mich über meine Religion zu informieren.“</p>
<p>Dennoch sieht auch Er Probleme digitaler Religionsangebote: „Mit der Zeit habe ich bemerkt, dass viel Falsches und Individuelles in den sozialen Netzwerken kursiert.“ Viele digitale Angebote vermitteln ein verzerrtes Bild des Islam und bauen ihre Interpretationen schlichtweg auf falschen Behauptungen auf. Aus diesem Grund sind auch viele „Pseudo-Muftis“ im Internet aktiv und geben „Pseudo-Fatwas“ heraus, merkt Er an. Ein Islamwissenschaftler mag hier noch differenzieren können und Einschätzung von vermeintlich religionskonformen Ratschlägen identifizieren; Laien und besondere Jugendliche sind aber häufig überfordert. Die Gruppe derjenigen, die sich neu auf die Suche nach religiösen Antworten machen und sich an eine „Vertrauensperson“ wenden wollen, sei deshalb am meisten gefährdet. „Falsche Sachverhalte werden da meist nicht erkannt.“</p>
<p>Im Gegensatz zu der Kritik religiöser Autoritäten, die von einem zunehmenden Einflussverlust gegenüber digitalen Angeboten gekennzeichnet sind, sieht der Islamwissenschaftler die größte Gefahren religiöser Online-Angebote bei falschen Glaubensinterpretationen. Außerdem seien vor allem religiös-fundamentale Glaubensauslegungen im Internet präsent. Hier steht auch islamQA immer wieder stark in der Kritik. So wird dem Hauptverantwortliche Mufti, Shaykh Muhammad Saalih al-Munajjidein, sein salafistisches Religionsverständnis zur Last gelegt. Dennoch verfolgt die Webseite einen progressiven Ansatz und wird vom Webseiten-Analyse-Dienstes <a href="http://www.alexa.com/topsites/category/Society/Religion_and_Spirituality/Islam" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexa</a> als eine der weltweit meistbesuchten Webseiten zum Thema Islam gelistet.</p>
<p>Aus diesem Grund komme auch vielen islamischen Gemeinden in Deutschland eine besondere Verantwortung zu. „Hier gibt es noch viel Nachholbedarf“, bemängelt Er. Die wenigen Gemeinden, die überhaupt im Internet aktiv sind, verfügen selten über qualifizierte Socialmedia-ExpertInnen. Vielerorts sei das Thema noch Tabu. Um das Online-Angebot daher weiter zu diversifizieren und auszubauen, müsse man daher selbst digitale Angebote bereitstellen und in sozialen Netzwerken aktiv werden.</p>
<h3>Mit Cafés zum Glaube 2.0</h3>
<p>Digitale Angebote wie Videos, Podcasts, Apps und Online-Fatwas helfen dabei, geografische und sprachliche Grenzen zu überwinden. Sie machen den Islam greifbar und verknüpfen ihn mit den modernen Lebenswelten junger Muslime. Dienste wie <a href="http://www.islamicfinder.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">islamicfinder</a>, deren Fokus auf den muslimischen Gebetsriten liegt, verstetigen diese Tendenz. Via Geotracking wird da die genaue Gebetszeit angezeigt und per Webseiten-internem „Prayer Finder“ der direkte Weg zum nächstgelegenen Gebetsort gewiesen. Auch Samet Er unterstützt diese Entwicklung. Er plädiert aber auch dafür, dass speziell Angebote von Jugendlichen für Jugendliche stärker unterstützt werden.</p>
<p>Die YoutuberInnen des Kanals <a href="https://www.youtube.com/channel/UCF_oOFgq8qwi7HRGTJSsZ-g" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datteltäter</a> haben sich dieses Plädoyer jetzt schon zu Herzen genommen. Mit Videos wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YyohkP3fOno" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wenn Google ein Imam wäre“</a> begegnen sie Vorurteilen und leisten Aufklärungsarbeit. Dabei weisen sie gezielt auf die Wirrungen und unergründlichen Weiten der Religion hin, denen Gläubige im Internet mit ihren Fragen begegnen.</p>
<p>Begegnung ist auch zentrales Medium im <a href="https://cafeabraham.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Café Abraham</a>. Die Dialogplattform für intellektuellen und theologischen Austausch regt deshalb zu intensiven Gesprächen über Meinungs- und Glaubensunterschiede an und verbindet durch Offline- und Online-Kanäle. Mit ihrem modernen, interreligiösen Ansatz zielt das Projekt darauf ab, das Glaubensverständnis junger Menschen zu erweitern und mit den heutigen Lebenswelten in Einklang zu bringen.</p>
<p>Trotz vieler Kritikpunkte können Online-Fatwas und digitale Religionsangebote Glaube und Internet neu verknüpfen, Hindernisse beseitigen und verzerrte Bilder auflösen. Insbesondere die moderate muslimische Mehrheit kann deshalb von den Potentialen neuer Zugangsmechanismen profitieren und den Glauben im digitalen Zeitalter bewahren. So sagte auch bereits der Prophet Mohammed: „Gott gehört der Osten wie der Westen. Er leitet, wen er will, auf dem rechten Weg zur rechten Zeit.“ Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit und das Internet der rechte Weg, um in der heutigen Welt seinen Glauben zu leben. Auch wenn Religion im Internet vielen Hürden begegnet, ist der eingeschlagene Weg der richtige. as-salamu ’alaikum, Friede sei also mit euch, liebe LeserInnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/4916995430/in/photolist-8uuTrh-8vCeoM-eaTSak-Ch2Sar-Chdjc4-s6rM7w-AKfnw3-vbKDgN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eqra&#8217;a اقرأ</a> von <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von Yutaka Tsutano" href="https://www.flickr.com/photos/ivyfield/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yutaka Tsutano</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149846 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg" alt="Telefonierender Jude an der Klagemauer von David Ortmann" width="640" height="480" /></a>Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als die älteste monotheistische Religion, die Beziehung von Mensch und Gott in der Welt zu ergründen. Im Jahre 5776 seit Anbeginn der Schöpfung wird auch das Digitale in die Glaubenswelt integriert. Über koscheres Internet, den digitalen Sabbat und Glaube zwischen Tradition und Moderne.</p>
<h3>Gemeinsam und doch verschieden</h3>
<p>Alles begann mit dem Ruf an Abraham. Der Herr sprach: „Zieh weg aus deinem Land, [&#8230;] in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen.“ Große Visionen hatten auch die Macher des Videospiels „<a href="https://www.kickstarter.com/projects/phoenixistudios/video-game-bible-chronicles-the-call-of-abraham" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bible Chronicles-The call of Abraham</a>“. Hier sollten die Spieler noch einmal direkt die Geschichte des Vaters der Völker, hebräisch Abraham, nachspielen und nachempfinden können. Dieser Traum ist jedoch ausgeträumt, verschiedene Umstände verhinderten eine Realisierung des Projekts. Das göttliche Versprechen jedoch wurde gehalten. Heute berufen sich der Islam, das Christentum und insbesondere das Judentum auf Abraham als ihren Stammvater.</p>
<p>Am Berg Sinai, nach dem Auszug aus Ägypten offenbarte Gott Moses die zehn Gebote. Zusammen mit der Tora und dem Talmud sind sie heute die Grundlage der jüdischen Religion, sind hier doch die 613 Mitzwot, also die 365 Verbote und 248 Gebote, enthalten, an denen sich ein jüdisches Leben zu orientieren habe. Heute gibt es unterschiedliche Ausrichtungen, orthodox, konservativ und liberal, die sich unterschiedlich streng an diese Vorschriften halten. Orthodoxe Juden sehen in den heiligen Schriften eine strenge Verbindlichkeit, während das liberale Judentum diese stets dem jeweiligen Zeitgeist anzupassen versucht. Das konservative Judentum nimmt hierin eine Mittlerrolle zwischen der traditionellen und der modernen Ausrichtung ein.</p>
<p>Für die Partnerwahl spielt die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen nicht selten eine wichtige Rolle. Darum ermöglicht es die Dating App <a href="http://jcrush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JCrush</a>, ob säkular, traditionell oder konservativ, gezielt Dates je nach Glaubensauffassung zu arrangieren.</p>
<h3>Alles digital und doch koscher?</h3>
<p>Zu den strengsten Gruppen zählen die Ultraorthodoxen, auch als Haredi, von hebräisch charada für gottesfürchtig, bezeichnet. Kern ihres Glaubens ist es, ein aus ihrer Sicht gottgefälliges Leben in der Befolgung der jüdischen Gesetze und im Studium der heiligen Schriften zu führen. Moderne Technologien werden in den meisten Fällen als etwas Sündhaftes abgelehnt. Heute gehören dieser Richtung etwa 1,5 Millionen Gläubige an. Davon leben etwa 700.000 in Israel, wo sie rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Andere Zentren sind unter anderem New York, London, Zürich und Wien.</p>
<p>Um ein technisches Gerät benutzen zu dürfen, bedarf es einer Zustimmung durch die zuständigen Rabbiner. Dank deren Segen gibt es seit einigen Jahren koschere Smartphones. Um nicht in Versuchung geführt zu werden, verfügen diese Apparate weder über SMS oder E-Mail von Sozialen Medien ganz zu schweigen. Mit diesen Smartphones lässt sich lediglich telefonieren, am Sabbat, wenn jegliche Elektrizität verboten ist, sogar zum Preis von 2€ die Minute. Im Gegenzug kann der Benutzer im jiddischen Betriebssystem aus einer Reihe frommer Klingeltöne wählen.</p>
<p>Wie so vielen technischen Neuerungen stand das ultraorthodoxe Rabbinat dem Internet sehr skeptisch gegenüber und warnte eindringlich davor. In vielen Haredi-Gemeinden müssen die Benutzer von Smartphones die Notwendigkeit für deren Besitz nachweisen. Nicht selten besitzen die Gläubigen jedoch zwei verschiedene Geräte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich  Chatdienste wie Whatsapp auch in ultraorthodoxen Gemeinden der USA <a href="http://www.theverge.com/2015/10/27/9620752/whatsapp-hasidic-jewish-internet-ban" target="_blank" rel="noopener noreferrer">großer Beliebtheit</a> erfreuen. Rabbiner erkannten, dass sie ihre ablehnende Haltung gegenüber den digitalen Medien nicht lange aufrechterhalten konnten. Viele Haredi-Familien sind auf die digitalen Alltagshelfer angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Daher ging die ultraorthodoxe Community dazu über, ein eigenes, ein koscheres Internet zu schaffen. Suchmaschinen wie <a href="http://www.4torah.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4Tora</a> oder <a href="https://searchenginewatch.com/sew/news/2052159/koogle-the-kosher-search-engine" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koogle</a> garantieren, dass beim Surfen nur koschere Inhalte angezeigt werden. Hinter diesen Suchmaschinen stehen verschiedene religiöse und weltliche Unternehmen, die Seiten nach unerlaubten Inhalten durchforsten und diese gegebenenfalls sperren oder zensieren.</p>
<p>Mittlerweile haben viele Unternehmen in Israel das Potenzial der ultraorthodoxen Bevölkerung erkannt. Trotz  Zuwendungen durch den Staat, den einige radikale jüdische Gemeinschaften dennoch nicht anerkennen, haben die Haredi Familien häufig Probleme, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Klassisch haben diese Familien bis zu acht Kinder, wobei die Frauen für die Ernährung der Familie zuständig sind, während die Männer sich in der Jeschiwa, Toraschule,  dem Studium der heiligen Schriften widmen. An dieser Stelle möchten Initiativen wie <a href="http://www.kamatech.org.il/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kamtech</a> ansetzen und Haredi in die boomende israelische IT-Industrie vermitteln. Dort werden sie nicht nur als günstige Arbeitskräfte, sondern als Marktöffner für eine eigene Zielgruppe mit besonderen digitalen Bedürfnissen entdeckt.  Es zeigt sich, anstatt die Digitalisierung der Welt zu bekämpfen beginnt die ultraorthodoxe Gemeinde die neuen Technologien für sich zu interpretieren, sie für ihr Weltverständnis zu nutzen.</p>
<h3>Tradition und Wandel</h3>
<p>Erfinderisch darin zu sein, die eigenen Regeln in der modernen Gesellschaft einzuhalten, das zeichnet den jüdischen Umgang mit der eigenen Religion aus. Um in modernen Zeiten den eigenen Glauben zu leben, hat sich in den letzten Jahren eine Vielzahl an technischen Hilfsmitteln entwickelt. Sei es das Torastudium to go auf dem Smartphone, Gebete oder Sinnsprüche für den Tag: <a href="http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/2192548/jewish/Jewish-Apps.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedene Anwendungen</a> können dabei helfen den Glauben digital und lebendig zu halten. Das orthodoxe Startup Rusty Bricks, beheimatet in New York, hat besonders viel Erfindergeist in den letzten Jahren bewiesen. Mit <a href="https://www.rustybrick.com/glass.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jew Glasses</a> entwickelte das Unternehmen eine Google Brille mit besonderen Bedürfnissen für gläubige Juden. Neben den Zeiten für den Beginn des Sabbats zeigen die Gläser auch den Weg zur nächsten Synagoge sowie deren Gottesdienstzeiten.</p>
<p>Für einen jüdischen Gottesdienst bedarf es eines Minjans, das Quorum von zehn jüdischen Männern. Dank <a href="/www.rustybrick.com/iphone-minyan.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Minyan Now</a> kein Problem mehr. Die App ermöglicht es, eine Uhrzeit und einen Ort für das gemeinsame Gebet  zu bestimmen. Alle anderen User im Umkreis werden direkt informiert und können ihre Teilnahme am Gottesdienst bestätigen.</p>
<p>Soviel moderne Dinge, das ist bestimmt nicht koscher, oder? Die App <a href="http://iskosher.com/how-does-it-work/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iskoscher</a> gibt Gewissheit. Mithilfe eines Barcode Scans vergleicht die Anwendung  Datenbanken verschiedener Rabbinate weltweit und gibt Auskunft, ob das Produkt geeignet ist oder nicht.</p>
<h3>Ein Klick in die Moderne</h3>
<p>“Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, lautete das Credo der Aufklärung. Zur gleichen Zeit erlebte auch das Judentum seine Aufklärung, die Haskala, abgeleitet von sekhel Vernunft. Jahrhunderte lang durch Sonderstellungen abgegrenzt, wurden im Zuge der Modernisierung Bürger jüdischen Glaubens Bürgern christlicher Konfessionen gleichgestellt.</p>
<p>Juden konnten erstmals ihre Berufe frei wählen, studieren und bekamen einen Zugang zur bürgerlichen Gesellschaft, deren Ideale viele ansprachen. Wie sollte es nun weiter gehen mit dem Judentum?</p>
<p>Reformer wie der Rabbiner Abraham Geiger begründeten als Antwort das liberale Judentum. Viele religiöse Vorschriften, die nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurden, wurden angepasst um die Integration der jüdischen Gemeinden in die Gesamtgesellschaft zu fördern.</p>
<p>Heute spielen die Kaschrutgesetze, also Speisegesetze, in dieser Auslegung kaum eine Rolle. Ob Gläubige am Sabbat Autofahren oder Elektrizität benutzen, steht jedem frei selbst zu entscheiden. Dafür werden Gottesdienste sowohl auf Hebräisch als auch in der Landessprache gefeiert. Jüdische Traditionen sollen modern und zeitgemäß im Dialog mit anderen Religionen gelebt werden. Neue Möglichkeiten der Teilhabe bieten Angebote wie die erste Online Synagoge <a href="http://simshalom.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SimShalom</a> in New York. Hier können Juden, aber auch Interessierte Gottesdiensten beiwohnen oder in begleitenden E-Learning Angeboten die jüdische Theologie erlernen. Spezielle Kurse führen sogar bis zur <a href="http://www.convertjudaism.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konversion</a>, dem Giur, alles online inklusive einem Beit Din, dem offiziellen rabbinschen Gericht zur Anerkennung des Beitritts, via Skype. Solche Angebote sind jedoch sehr umstritten.</p>
<p>Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion, die bis heute vielseitig und bunt in verschiedenen Gebräuchen und Traditionen gelebt wird. Denn wie weiß ein altes jüdisches Sprichwort: “Die besten Fragen haben mehr als eine Antwort.“ Die Halacha, das jüdische Gesetz sagt, jüdisch ist, wer zum Judentum konvertiert ist, oder wer eine jüdische Mutter hat. Aber nicht nur religiöse und säkulare Juden auch  Goys, scherzhaft für Nichtjuden, interessieren sich für die verschiedenen Ausprägungen des jüdischen Lebens.</p>
<p>Verschiedene Webseiten  wie <a href="http://thejewniverse.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jewuniverse</a>  geben Einblick in alle Formen und Farben des Judentums zwischen Nordsee und Südsee. Ob als Workout <a href="http://thejewniverse.com/2010/shvitzing-to-the-oldies/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shvitzing auf Jiddisch</a>, jüdisch Flirten oder die neusten koscheren Rezepte für den Sabbat das Angebot ist vielseitig.</p>
<h3>Sabbat to go?</h3>
<p>“Am siebten Tage sollst du ruhen“, so steht es schon in der Schöpfungsgesichte. In dem Heckmeck aus dem Tohuwabohu an Nachrichten, Chats und Informationen, die jeden User täglich umgeben, ist dies kaum mehr vorstellbar. „Wenn Israel nur ein einziges Mal den Sabbat wirklich halten würde, würde der Messias kommen, denn das Halten des Sabbat kommt dem Halten aller Gebote gleich.“ An diesen frommen Wunsch knüpft das <a href="http://www.sabbathmanifesto.org/unplug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sabbath Manifesto</a> an. Am Sabbat des dritten März sind alle User weltweit eingeladen, für 24 Stunden auszuschalten und ein kurzes digitales Sabbatical zu nehmen.</p>
<p>Ein Tag ohne unsere vertrauten Begleiter fern des Cyberspace erscheint schwierig, daher allen Organisatoren und Teilnehmern für den Erfolg des Projektes ein großes „Mazel Tov“.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/2839175509/in/photolist-7ivYMp-8YapSA-Kzbc9-3VeDV5-5jTvXT-6QXi8E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telefonierender Jude an der Klagemauer</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Ortmann</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2016 08:26:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149776 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg" alt="" width="639" height="312" /></a>Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen“. Heute ist das digitale Netz überall. Es ist allumfassend, was katholisch im Griechischen bedeutet. Über Glauben in Zeiten der digitalen Revolution sprachen wir mit dem Studenten der katholischen Theologie Andreas Feil.</p>
<h3>#Data unser- Unsere täglichen Bites gib uns heute</h3>
<p>„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch&#8221;, waren die ersten 120 Zeichen, mit denen der emeritierte Papst Benedikt XVI seine Follower am 12. Dezember 2012 begrüßte.</p>
<p>Damit war die katholische Kirche offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Angefangen von einer kleinen jüdischen Sekte hat sich die christliche Gemeinschaft zu einer Weltkirche gewandelt. In dieser Funktion stand und steht sie stets vor der Aufgabe, für ihre Gläubigen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen zu bieten.</p>
<p>Bereits früh hatte der Heilige Stuhl das Potenzial der neuen Technologien erkannt und schon 1995 eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Mittlerweile ist der Papst sogar auf <a href="https://www.instagram.com/franciscus/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>. Die digitale Revolution hält auch in den alten, traditionellen Strukturen der kirchlichen Instanzen Einzug. Jeder gläubige oder interessierte User kann auf <a href="https://www.franziskusdererste.eu/de/papst-franziskus/pope-app" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PopeApp</a> am Leben und Wirken von Papst Franziskus teilhaben.</p>
<p>Ob der Gottesdienst direkt auf dem Smartphone mit <a href="http://www.ibreviary.org/en/ibreviary/what-is-the-ibreviary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ibreviary</a>, Innehalten für ein kurzes Gebet auf sacred space oder <a href="https://www.jesuiten.org/angebote/online-fuerbitte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Fürbitten</a>: Glaube und Internet verschmelzen. Der Vatikan hat sogar einen päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel eingerichtet. Eines der führenden Mitglieder dieses Gremiums ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro. Unter anderem hat der Geistliche das Feld der Cybertheologie begründet und betreibt nun eine <a href="http://www.cyberteologia.it/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinezeitung</a> mit gleichen Namen.</p>
<h3>Wie im digitalem so auch hier und jetzt &#8211; Gemeinschaft leben</h3>
<p>Diese Entwicklung sieht der Student der katholischen Theologie Andreas Feil sehr positiv. Für sein Studium nutzt er die sozialen Medien. In gemeinsamen Facebookgruppen koordinieren sich die Theologiestudenten, informieren einander über Ereignisse rund um das Unileben. Sie nutzen die Gruppen aber auch, um darin einen Diskurs über politische, gesellschaftliche Fragen und die Rolle des Glaubens zu führen.</p>
<p>Neuerungen wie Predigten zum Nachlesen befürwortet er, da die Gläubigen eingeladen werden, noch einmal nachzulesen und sich selbst Gedanken zu machen. Feil betont: „Innovationen wie einem twitterenden Papst bin ich sehr aufgeschlossen.“ „Der Papst wird für jeden Menschen zugänglich, jeder kann einen Zugang zu ihm finden“, lobt der angehende Theologe diesen Schritt. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Kirche, die für ihre Gläubigen verständlicher, näher wird, bewertet er diese Entwicklungen.</p>
<p>Aber in einem Zeitalter der grenzlosen Kommunikation drohen wahre soziale Bindungen zugunsten der Anonymität des Internets verloren zu gehen. Es gibt Menschen, die haben tausend Facebookfreunde. Viele sind trotzdem einsam. Der Linzer Theologie Franz Kaineder meint gar, Facebook habe den Begriff Freunde verzerrt, viel eher handle es sich oft eher um Bekannte, die jeder und jede im Laufe des Lebens ansammle.</p>
<p>Ähnlich sieht dies auch Andreas Feil. Zwar ermöglichen die sozialen Medien eine schnelle Kontaktaufnahme. In dieser Eigenschaft seien die sozialen Medien nützliche Kontakte, um schnell und einfach Menschen anzusprechen. Jedoch bemängelt der angehende Theologe, dass eine zunehmend rein virtuelle Kommunikation zu einer Verflachung der allgemeinen Qualität der Kommunikation führe. „Die Kirche versteht sich als eine Gemeinschaft. Soziale Medien können den ersten Schritt in diese Gemeinschaft legen, aber es sollte immer zu einem persönlichen Kontakt kommen“, findet er. „Nur durch die unmittelbare persönliche Anwesenheit nicht mittelbar durch einen Bildschirm lassen sich die heiligen Sakramente erfahren“, führt er weiter aus.</p>
<h3>Dein Post in Gottes Ohr</h3>
<p><strong> </strong>Trotz dieses Updates verlassen jedes Jahr tausende von Gläubigen die Gemeinden. Allein 2015 sind in Deutschland wieder mehr als 200.000 Personen aus der Kirche ausgetreten, wenden sich von ihr ab. Es scheint, als ob die Digitalisierung des Glaubens die Menschen nicht für den Glauben begeistern kann. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Eine Frage, die man beispielsweise Papst Franziskus auf <a href="http://askpopefrancis.scholasoccurrentes.org/pope-francis-en-gb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AskpopeFrancis</a> stellen könnte.</p>
<p>„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet“, gab das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika Laudato Si eine erste Antwort.</p>
<p>„Eine Onlinekirche kann ich mir nicht vorstellen“, meint Andreas Feil. „In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war die Kirche stets die gesellschaftliche Macht, sie musste sich selbst kaum hinterfragen und auf die Menschen zugehen. Das hat sich geändert“, stellt Feil fest. Viele Menschen hätten zwar den Glauben durch Religionsunterricht und kirchliche Feste erlebt, aber keine persönlichen Glaubenserfahrungen gemacht, wie er bedauert. Genau hierin sieht der angehende Theologe die Ursachen für die steigende Zahl an Kirchenaustritten. „Die neuen Technologien können dazu eingesetzt werden, um die Menschen wieder zu erreichen. Ich wünsche mir eine Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie in ihren Nöten und Wünschen begreift und zu Christus bringt“, so Feil.</p>
<p>In Zukunft wird die Vernetzung immer weiter voranschreiten. Immer mehr Bereiche unseres Alltags werden auch oder nur noch im Netzt stattfinden. Das Internet wird zum digitalen Abbild unseres realen Lebens. Dies bringt auch neue Gefahren wie Shitstorms, Hatespeech oder Cybermobbing mit sich. Hier wünscht sich Feil, dass sich die katholische Kirche mit ihren Werten und Idealen dafür einsetzt, den Menschen auch im Netzt zu achten und zu schützen. „Wir müssen die neuen Technologien begreifen, können sie für uns und unseren gemeinsamen Glauben weise einsetzten, jedoch dürfen wir uns nicht durch die Technologie dominieren lassen“, liegt ihm am Herzen.</p>
<p>Es zeigt sich, die katholische Kirche hat ihr digitales Netz neu ausgeworfen. Papst Franziskus versucht, einen neuen unmittelbaren Zugang zu den Gläubigen und dieser untereinander zu finden. Die Zeiten ändern sich und die Gläubigen mit ihnen. In einer Institution, die häufig von Hierarchien und Machtgefällen geprägt zu sein scheint, ermöglichen es Twitter, Apps und Smartphones, eine neue Verbindung der Gläubigen mit ihrer Kirche einzugehen. Menschen sind kritischer gegenüber Behörden und Einrichtungen geworden. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstellung in den Köpfen vieler Kirchenvertreter. Papst Franziskus stößt diese Reformen mit an. Die Kirche (2.0) wird digitaler, ermöglicht es immer mehr Menschen daran teilzuhaben, kann jeden mitnehmen. Das wünscht sich auch Feil. „Nicht nur Bischöfe und Priester sollen den Glauben leben, sondern jeder soll, egal ob im Netz oder in der Realität sein spirituelles Lebensglück finden.“</p>
<p>Die Zeit bleibt nicht stehen, die Gesellschaft wird sich durch das Internet und die erst angebrochene digitale Revolution weiter verändern. Für die Zukunft der katholischen Kirche erhofft sich Andreas Feil: „Ich wünsche mir eine Kirche, die in den Herzen der Menschen erwacht, eine Kirche, die sich nach Christus ausrichtet. Die Kirche soll Glauben und Hoffnung in die Welt bringen, die Menschen in einer Gemeinschaft, ob virtuell oder real, vereinen.“</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die <a href="http://www.santatecla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heilige Tecla</a>, die Schutzpatronin des Internets, diese Wünsche erhört.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft<br />
<em>Teil 3:</em> <a title="Judentum und Internet – 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat" href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet- 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</a></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/14929855461/in/album-72157646006317609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst Franziskus in Korea</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2016 08:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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		<category><![CDATA[digitales Zeitalter]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelische Kirche]]></category>
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					<description><![CDATA[95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-149782 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/godspot_gendarmenmarkt_01_640x280.jpg" alt="Pressebild Godspot " width="640" height="280" />95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg. 95 Thesen, die die (christliche) Welt vor etwa einem halben Jahrtausend vollständig veränderten. Nun rückt der 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesenschlag am 31. Oktober 1517 immer näher. Aber wie geht die evangelische Kirche mit den neuen Thesen unserer Zeit um, erwartet uns etwa eine neue (digitale) Reformation?</p>
<p>Dass ein einziger Mensch – Martin Luther – mit einem einzigen Blatt Papier und 95 Thesen den Anstoß zur Spaltung des Christentums in Konfessionen und der größten kirchlichen Erneuerungsbewegungen geben könnte, hatte die römisch-katholische Kirche Anfang des 16. Jahrhunderts sicher nicht erwartet. Lange Zeit hatte man den Ablasshandel forciert, Korruption gebilligt und die Käuflichkeit kirchlicher Ämter ignoriert. So unterstützten die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Umwälzungsprozesse der Zeit revolutionäre Strömungen und säten den Nährboden für Neues. Dabei nahm der Buchdruck, der sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts als neustes Verbreitungsmedium etablierte, die zentrale Rolle bei der Vervielfältigung von Luthers Texten ein.</p>
<p>Auch heute begegnen wir sozialen Umwälzungen, werden stetig von immer neuen technologischen Revolutionen zum Fortschritt gedrängt. Ebenso wie der Buchdruck die Verbreitung des Reformationsgedankens unterstützte, ist heute das Internet das revolutionäre Medium unserer Zeit. Kontinuierlich wird unserer Gesellschaft von einer (digitalen) Reformation verändert. Alles ist vernetzt, jegliche Information online abrufbar, Thesen werden in 140 Zeichen jede Sekunde an unsere Timelines geschlagen. Das Internet bestimmt unser Leben. Wo bleibt dabei unser Glaube, wo bleibt Gott?</p>
<h3>Das Netz auswerfen!</h3>
<p>Begeben wir uns heute im Internet auf die Suche nach dem Glauben, gibt uns Suchmaschinengigant Google ungefähr 51.100.000 Ergebnisse in ca. 0,52 Sekunden. In derselben Zeit weist uns der digitale Wegweiser die Richtung zu weiteren 1.840.000 Ergebnissen zum Thema „evangelische Kirche“. Da erscheint es fast unmöglich sich noch zu orientieren, Glaube und Kirche verlieren sich in den Weiten digitaler Entitäten.</p>
<p>So ist die christliche Kirche zunehmend mit einem steigenden Bedeutungsverlust konfrontiert. Hat der Glaube gar seine Anziehungskraft verloren, büßt Religion an Leuchtkraft in den unendlichen Weiten des Internet ein? Genauso wie der Apostel Paulus zu Beginn des ersten Jahrtausends Briefe als neues Medium für sich entdeckte, um seine christlichen Botschaften zu verbreiten, engagiert sich deshalb auch die evangelische Kirche seit dem Spätherbst 1995 im Netz.</p>
<p>Die evangelische Kirche hat ebenso wie andere Religionen und Konfessionen erkannt, dass das Internet nicht nur offenlegen und anprangern kann, sondern dass digitale Glaubensangebote auch vermitteln, verknüpfen und vor allem anziehen können. Dabei werden Grenzen überwunden und neue (Glaubens-)Welten eröffnet. So erscheint auch Jesu Botschaft an Petrus, „Fürchte dich nicht! Du wirst jetzt keine Fische mehr fangen, sondern Menschen für mich gewinnen“, in einem ganz neuen Licht. Heute können Kirchen dabei aber ein anderes Netz nutzen, um Halt und Orientierung zu bieten, Kontakt zu Gemeinden zu halten und die evangelische Botschaft zu vermitteln.</p>
<h3>Cyber-Church?</h3>
<p>Nicht nur bei der virtuellen <a href="http://3d-top-event.info/spur8/#pano=99" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3D Tour</a> in der Dresdner Frauenkirche kann man die evangelische Kirche heute online entdecken. Christliche Inhalte, Tageslosungen, Predigten, die 10 Gebote, das Vater unser, Andachten, Bibelausgaben, Pressemitteilungen aber auch interaktive Angebote für Seelsorge werden von kirchliche Medienfachleute aufbereitet und stellen einen professionellen kirchlichen Internetauftritt sicher: Protestantismus 2.0.</p>
<p>Trotzdem bestehen an vielen Stellen Gestaltungshemmnisse oder es fehlt an ausreichenden Mitteln, um attraktive Angebotsmöglichketen und Internetauftritte umzusetzen. So wird das Internet vielerorts lediglich dazu genutzt, die kirchliche Printpublizistik digital zu spiegeln. Dienststellen und Gemeinden erledigen den Job oft „nebenbei“, sind schnell mit zu viel Arbeit belastet. Webbasierte Angebote können dann häufig nicht fokussiert betrachtet und bespielt werden, versauern lieblos für dürftige Imagepflege und vereinzelter Informationsverbreitung. Wenn es dann an Koordinationsstellen und einer konzeptionellen Entwicklung von Internetangeboten fehlt, besteht besonders für kleinere Gemeinden die Gefahr, den Anschluss an die digitale Revolution und den Kontakt zu Gläubigen zu verlieren.</p>
<h3>„Auf Online-Baukästen und Sozialen Medien will ich meine Kirche bauen!“</h3>
<p>Das Evangelische Medienhaus setzt deshalb gezielt auf eine zeitgemäße Verbindung von Kirche und Medien, unterstützt Gemeinden mit diversen Angeboten, Seminaren und Dienstleistungen. Mit dem <a href="https://www.gemeindebaukasten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetgemeindebaukasten</a> soll es zum Beispiel leichter gemacht werden, das Potential interaktiver Kommunikationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Mit dem Baukasten können schnell und einfach Webseiten erstellt werden. Unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten individuelle Anpassungen, Bilder und Inhalte können eingespielt werden, um eine ansprechende Webpräsenz zu schaffen. Dabei werden auch direkt optimierte Ansichten für mobile Endgeräte angeboten. Gläubige können den Kontakt zur evangelischen Kirche und zu Gott also direkt von ihren Smartphones, Tablets und Co. ansteuern.</p>
<p>Dennoch besteht vor allem im Bereich Sozialer Medien weiterhin Nachholbedarf. Obwohl Landeskirchen wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) bereits Vorreiterrollen eingenommen haben und ein attraktives und vor allem aktuelles Angebot auf Facebook, Twitter und YouTube anbieten, hinken andere Stellen hinterher. Als zusätzlicher Service scheint die EKBO beispielsweise Mails direkt an Gott weiterzuleiten. Schade nur, dass diese Kommunikation dann eher einseitig ist. Gottes Wege sind eben manchmal einfach unergründlich.</p>
<p>Um in der digitalisierten Welt Gläubige kontinuierlich zu erreichen, ist es deshalb notwendig, Kirchen, Gemeinden und Beratungsstellen zu vernetzen und Ansprechpersonen einzubinden. Hier kommt auch besonders PfarrerInnen eine besondere Rolle in der Internetarbeit zu. Gerade bei geistigen Fragen und beim Thema Seelsorge müssen sie online aktiv werden und den Kontakt über digitale Medien suchen, sich der breiten Gesellschaft öffnen, den „verlorenen“ Schäfchen nachgehen.</p>
<p>Soziale Medien bieten dabei Verknüpfungspunkte, um Gläubige zusammenzubringen, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Ein großartiges Potential für die evangelische Kirche. Denn die Zahl der Gläubigen, die sich im Sonntagsgottesdienst unter die Kanzel setzen, sinkt stetig. Mehr und mehr Menschen können nur noch über andere Kanäle erreicht werden. Soziale Medien sind einer dieser Kanäle. Im Gegensatz zu einseitigen Kommunikationsmöglichkeiten von Hörfunk und Fernsehen, bieten sie außerdem Partizipations- und Dialogmöglichkeiten, fördern einen intensiven Diskurs mit der evangelischen Kirche und Religion insgesamt.</p>
<h3>Mit der Emoji-Bible auf Spur8 ins Land des Glaubens</h3>
<p>Damit kirchliche Angebote in der Gemengelage der Internetinhalte nicht untergehen, setzt die evangelische Kirche auf „Relitainment“. Kirchliche Produktionsgesellschaften laden deshalb auch vermehrt zu digitalen Denk-, Spiel- und Entdeckungsreisen oder Online-Bibelkreisen ein. Eine Schnittstelle von Protestantismus im Netz und Glaube in der realen Welt bietet dabei die App <a href="http://kulturkirchen.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturkirchen</a>. Interessierten werden Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen gegeben und der Weg zu ortsnahen evangelischen Kirchen in ganz Deutschland gewiesen. So hält die Digitalisierung der Kirche auch mit der persönlichen Digitalisierung zunehmend Schritt.</p>
<p>Sich schrittweise dem Glauben nähern, ist auch das Thema von <a href="http://www.online-glauben.de/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spur8-Online</a>. Auf der digitalen Entdeckungsreise ins Land des Glaubens können Interessierte das oftmals weitgehend unbekannte Land erkunden und vielleicht selber heimisch werden. Damit schafft die evangelische Kirche eine digitale Pforte für Menschen, denen der Zugang zu Glaube und Religion verwehrt ist, die keinen Kontakt finden können. Als „altehrwürdig“ und „nur schwer zugänglich“ beschreibt die EKD den Glauben selbst. Dennoch zeigt dieser Ansatz, dass „erklären statt verklären“ die Faszination für das Land des Glaubens bei einigen Menschen erhöhen kann.</p>
<p>Wer noch weiter ins Land des Glaubens vordringen und Digitales und Evangelisches in seiner Symbiose erleben möchte, kann die Heilige Schrift, das Buch der Bücher, jetzt auch als <a href="https://itunes.apple.com/de/book/bible-emoji/id1114722991?mt=11&amp;ign-mpt=uo%3D4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emoji-Bible</a> „lesen“. Ob die Bibel mit Emoji wirklich so viel besser ist, bleibt den Gläubigen selbst überlassen. Begeisterung und Freude beim Lesen schafft das eBook auf jeden Fall. Denjenigen, bei denen sich nach dem Lesen Unsicherheit verbreitet, oder die sich fragen was sie überhaupt noch sind und wie sie zum evangelischen Glauben stehen, hilft <a href="http://www.evangelisch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">evangelisch.de</a>. NutzerInnen bietet dort der <a href="http://www.evangelisch.de/protestantomat" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protestant-o-Mat</a> die Einordnungshilfe: „Du bist evangelisch wie…“.</p>
<h3>Mit Godspots zur digitalen Erleuchtung!</h3>
<p>Die evangelischen Kirchen Berlins, Brandenburgs und der schlesischen Oberlausitz gehen ab sofort sogar noch einen Schritt weiter. Hier geht es in Zukunft direkt mit Gott ins Netz. Mit insgesamt 220 sogenannter <a href="http://godspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„godspots</a>“ will die EKBO Vorreiter in Sachen religiöser Digitalisierung werden und auch infrastrukturell vorlegen. Langfristiges Ziel ist es, alle 3.000 Kirchen und kirchlichen Gebäude mit kostenlosen WLAN-Verbindungen auszustatten. NutzerInnen gelangen beim Einloggen in den jeweiligen godspot zunächst auf eine landing page zum Thema Glaube und Leben der jeweiligen Gemeinde. Von dort aus eröffnet die EKBO dann aber ein direkter Zugriff auf alle digitalen Inhalte des World Wide Web; und das innerhalb und außerhalb der Kirchen.</p>
<p>Die Präsenz des Internet führt dazu, dass Menschen zunehmend oder auch ausschließlich über digitale Wege den Kontakt mit dem Glauben, Religion und Kirche suchen. Besonders junge UserInnen haben das Bedürfnis, sich im Internet über religiöse Fragen auszutauschen, wollen in Foren, Sozialen Medien und Blogs über Glaubensinhalte diskutieren. Das Internet und Soziale Medien eröffnen der evangelischen Kirche dabei die Möglichkeit, Gläubige für sich zu gewinnen und die protestantische Botschaft zu verbreiten. Die vielen Anknüpfungspunkte, die die evangelische Kirche zwischen Internet und Kirche bereits entdeckt hat, zeigen, dass man dies verstanden hat und nicht im Konflikt mit „neuen Medien“ steht. Genauso wie es bereits in der Offenbarung des Johannes heißt: „[…] ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann“, scheint die evangelische Kirche auch die Tür zum Internet schon weit aufgestoßen zu haben und sich der digitalen Reformation zu öffnen.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
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<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://godspot.de/faq-presse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressebild</a> Godspot, © EKBO</span><span class="licensetpl_attr"><br />
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<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 14:30:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149745 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png" alt="Glaube im Netz" width="639" height="335" /></a>Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute fragen wir Google und sitzen vereinzelt vor den Bildschirmen. Ein Klick, eine Frage und Siri gibt uns die Antwort. In der diesjährigen Sommerreihe stellt politik-digital die neue Gretchenfrage und begibt sich auf die Suche nach dem Glauben im Netz.</p>
<h3>01110111 01101111 01110010 01110100 – Am Anfang war der binäre Code</h3>
<p>Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, sagt die Bibel, am achten Tag schufen wir das Internet. Unser größtes gemeinsames Bestreben ist erreicht, Jahrtausende haben wir es verfolgt: Das Internet hat uns allmächtig werden lassen. Wir sind wissend, wir sind mächtig, wir sind omnipräsent. Der # ist unser neues Glaubenssymbol, wie uns Jim Gilliam in seinem Buch „<a href="http://www.internetismyreligion.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Internet is my religion</a>“ zeigt. Alles was wir dahinter packen wird zur Gemeinschaft, Community, Bewegung, „Religion“.</p>
<p>Jeder von uns ist ein Schöpfer geworden, Social-Media erlaubt es uns, alles mit der Welt zu teilen, gemeinsam werden wir der „Schöpfer“. Selbst in unserer Hosentasche haben wir das Internet immer dabei, auf einem Stück Glas mit dem „verbotenen Apfel“ auf der Rückseite.</p>
<p>Wir verknüpfen uns, erschaffen Open-Source-Projekte und kreieren gemeinsam neue Welten, jeden Tag aufs Neue. Zu ruhen brauchen wir dabei am siebten Tag aber nicht. Wir streben unserer eigenen Vervollkommnung entgegen, verfolgen hohe Ziele. Doch was sind diese Ziele und wem sollen sie dienen?</p>
<h3>Das Internet ein Cargo-Kult?</h3>
<p>Einst landeten große metallene Vögel auf den Inseln der Melanesier. Sie brachten viele wunderliche Güter mit, von denen sie glaubten, dass sie kaum von Menschenhand geschaffen sein konnten. Bei diesen Vögeln handelte es sich um Flugzeuge der amerikanischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg auf den Inseln stationiert waren. Die Melanesier interpretierten dies als ein Zeichen der Ahnen. Doch mit Ende des Krieges verschwanden die fremden Besucher genauso plötzlich wie sie erschienen waren. Für eine baldige Rückkehr legten die Melanesier Landebahnen an, damit ihre „Götter“ wiederkämen und Güter mit den wundersamen metallenen Vögeln schickten. Bis heute gibt es diese sogenannten Cargo-Kulte wie die John-Frums-Bewegung des  Inselstaats Vanuatu. In ihren religiösen Praxen haben sie die Ereignisse der amerikanischen Landungen verinnerlicht und erhoffen seitdem die Wiederkehr von John Frum.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich im digitalen Zeitalter, wie Gunther Dueck, Gründer von <a href="http://www.omnisophie.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">omnisophie</a>, findet. Nachdem die Internetpioniere ausgezogen waren, das #Neuland zu erschließen, schaffen sie es immer wieder aufs Neue, uns mit ständig besseren, innovativen Möglichkeiten zu begeistern. Experten, oder solche die sich dafür auserkoren fühlen, verkünden uns die frohe Botschaft von neuen Erkenntnissen und Studien, was zu tun sei. Als solche geben sie die neue Richtung vor, der wir zu folgen hätten und wir tragen diese Mantren vor uns her. Unsere Ziele unsere Gebote halten wir in Glaubenssymbolen fest. „Das, worin eine Firma besonders schlecht ist, dass schreibt sie auf einfach auf eine Tasse“, lästert Dueck.  Dort ist zu lesen eine neue Dreifaltigkeit: Teamgeist! Innovation! Technik! Auf diese Weise werden sie uns stetig vor Augen geführt, woran wir noch zu arbeiten hätten, wo wir noch hinwollen. Egal ob lösbar oder nicht, ist ein Problem erst einmal verewigt, reicht die Verehrung der eingängigen Slogans aus und siehe da: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der „Teamgeist“ geboren.“</p>
<p>So traurig es klingen mag, John Frums wird den Melanesiern wahrscheinlich nicht so schnell erscheinen und genauso wenig werden wir vom Teamgeist erleuchtet, dem wir tagtäglich auf unseren Cafébechern huldigen. Dennoch wiegt uns auch die Grenzenlosigkeit des Internet tagein, tagaus in dieser Sicherheit. Früher haben wir noch Dinge geliked, die uns wirklich gefielen, heute tun wir das, weil wir es müssen. Das Internet ist zu einer Ersatzreligion geworden. Solange du nur fleißig teilst, deine Kontakte bei WhatApp ausreichend pflegst, dein Leben immer mehr digitalisierst, wirst du die Erleuchtung finden. Doch das Internet erscheint selbst wie ein Cargo-Kult? Erliegen wir nur einem Irrglauben?</p>
<h3>Nichts ist wie es ist</h3>
<p>Das glauben zumindest verschiedene Verschwörungstheoretiker. Seit dem Entstehen des Internet haben sie sich immer größeren Zulauf und ihre Theorien über das Netz verbreitet. Echsenmenschen, die die Welt regieren, Schlümpfe, die zur Weltrevolution aufrufen, Illuminaten, Geheimbünde, all dies meinen die Verschwörungstheoretiker aufzudecken. Nichts ist so, wie uns die Wahrheit vorgibt zu sein.</p>
<p>Elvis lebt, Chemtrails, geheime Regierungsprojekte, 9/11 wurde von der CIA geplant, Bielefeld existiert nicht, Krisen und Katastrophen, alles völlig unerklärliche Phänomene, nur Verschwörungstheoretiker finden Antworten dafür. (Aber)glaube diente früher als Erklärung für alles Unerklärliche, heute genügt ein Klick ins Netz. Verschwörungstheorien ersetzen das, was früher Religion war.</p>
<p>Aber auch die Religion erlebt ein digitales Revival – aber anders als gedacht. Kopimisten verehren das Internet als heilig, die Tastenkombination Strg+C und Strg+V sind ihre religiösen Insignien und das Kopieren von Daten wird als religiöse Tugend angepriesen. Sie folgen einem neuen spirituellen Trend, der das Internet als allwissendes Medium verehrt und den Glaubensvorstellungen etablierter Religionen gegenübersteht. Das geht durch den Magen, denn stammen wir nicht alle von dem fliegenden Spaghettimonster ab? Das zumindest glaubt die Gemeinde der Pastafari, die sich als Religionsparodie gegründet hat. Da werden die zehn Gebote zu den acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“, Piraten zu den ursprünglichen Pastafaris und nach dem Tod wartet ein riesiger Biervulkan auf die Gläubigen.</p>
<h3>Im Namen des Internet, des Wifis und des Smartphones, Enter.</h3>
<p>Wer das glaubt wird selig. Die Netzgemeinde wird stetig größer. Immer mehr Menschen schließen sich an, werden zu Usern. Alle Welt steht offen, das Moderne, Neue hält Einzug, alte Traditionen und Bräuche verlieren an Bedeutung. Doch woran glaubt die Netzgemeinde, was sind ihre Glaubensinhalte, Wertevorstellungen, Moral? Letztlich stellt sich die Frage nach dem Sinn an sich.</p>
<p>Immer mehr User machen sich wieder auf ihre eigene digitale Sinnsuche und streben nach Orientierung in ihrem digitalisierten Leben. Der Glaube wird individueller und ist weniger an feste Institutionen gebunden. Jeder kann sich im digitalen Supermarkt der Religionen das heraussuchen, was ihm am ehesten zuspricht, woran er glaubt. Die Belief-O-Matic verschafft einen ersten Überblick.</p>
<p>Menschen in ihrer Sinnsuche zu unterstützen, Halt und Orientierung im Leben zu geben war stets die Aufgabe der Religion. Den Nutzen der Technologie entfaltet sich nur, wenn man weiß, wofür man sie nutzen will. Die etablierten Religionen stehen vor der Frage, wie sie mit diesen digitalen Neuerungen umgehen wollen. In einer immer individuelleren Glaubens- und Lebenswelt sehen sie sich mit einem zunehmenden Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust konfrontiert. Sie müssen sich aufs Neue mit ihren mit ihren Mitgliedern auseinandersetzen und die neue digitale Realität begreifen. Religion ist ein stetig dynamischer Veränderungsprozess, dem auch die etablierten Religionen unterworfen sind. In unserer Glaubensreihe betrachtet politik-digital, wie sich Glaube im digitalen Zeitalter gewandelt hat und stetig verändert. Dabei betrachten wir die etablierten monotheistischen Religionen, wagen einen Blick nach Fernost und stellen uns die Frage, wie uns Wissenschaft in Sachen Glaube helfen kann.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Glaube im Netz via <a href="https://pixabay.com/en/prayer-praying-man-illustration-1269776/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet<br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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