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	<title>Renate Künast &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Renate Künast &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Peter Schaar zum Abschied: &#034;Diese Liebe brauchen wir nicht&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2013 14:56:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135692" alt="Freund hört mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. Inmitten der Offenlegung des umfassendsten Überwachungsskandals in der Geschichte endet heute seine Amtszeit. Die Grünen haben ihn in der vergangenen Woche mit einer Mischung aus Diskussionsveranstaltung und Empfang verabschiedet.<br />
Nahezu die gesamte Prominenz der Partei war vergangenen Mittwoch angetreten, um mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einen Rückblick auf dessen Amtszeit zu wagen und über die Zukunft von Datenschutz und Demokratie zu diskutieren. Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, leitete den Abend mit dem Titel <a href="http://www.gruene-bundestag.de/themen/datenschutz/freund-hoert-mit_ID_4390337.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Freund hört mit!?“</a> im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ein. Ihr Ko-Vorsitzender Anton Hofreiter hielt die Laudatio und der Netzpolitiker Konstantin von Notz kümmerte sich um die Moderation. Auch Renate Künast, Cem Özdemir und Christian Ströbele waren zum Abschied von Schaar gekommen.</p>
<h3>Teilerfolge trotz Abhängigkeit</h3>
<p>Peter Schaar ist studierter Volkswirt und hatte bereits Ämter als Vorstandssprecher der Grünen Hamburg und stellvertretender Datenschutzbeaufragter der Hansestadt inne, bevor er 2003 auf Vorschlag der Partei unter der rot-grünen Koalition zum Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt wurde. 2008 wurde er dann mit einer großen Mehrheit wiedergewählt. Diese breite Unterstützung bröckelte zuletzt, da Schaar sich gerade im Laufe des von Edward Snwoden offen gelegten Überwachungsskandals in starker Opposition zu der Regierung und vor allem zum Innenministerium positionierte. Dabei ist sein Amt personell wie finanziell von diesem abhängig. Rückblickend meinte Schaar an dem Abend, dass er zwar viele Entwicklungen habe beeinflussen können, allerdings nicht genügend Ressourcen und die nötige Unabhängigkeit zur Verfügung gehabt habe, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Dennoch, der elektronische Personalausweis musste wegen Schaar ohne Fingerabdruck auskommen, und auch bei der neuen Gesundheitskarte konnte er Teilerfolge erringen, wie er in einem ausführlichen <a href="http://www.deutschlandfunk.de/interview-der-woche-schaar-snowden-sollte-aufenthaltsrecht.868.de.html?dram:article_id=272080" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem Deutschlandfunk</a> betonte.<br />
Sowohl in diesen beiden Fällen, als auch beim ersten Beschluss einer Vorratsdatenspeicherung 2007 stellte Schaar sich nicht grundsätzlich dagegen, sondern bemühte sich um Kompromisse, was ihm auch viel Unmut einbrachte. „Ich habe mir da viel Kritik anhören müssen“, erinnert sich der scheidende Bundesbeauftragte in seiner Abschiedsrede.</p>
<h3>Es geht um Grundrechte und Selbstbestimmung</h3>
<p>Dass Schaar dennoch insgesamt parteiübergreifend viel Respekt entgegengebracht wurde, beweist auch die Auszeichnung seines Buches <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ende-der-Privatsphaere-Der-Weg-in-die-UEberwachungsgesellschaft/Peter-Schaar/e274320.rhd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Ende der Privatsphäre“</a> zum <a href="http://www.fes.de/daspolitischebuch/preistraeger.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politischen Buch</a> des Jahres 2008 durch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. In diesem warnt er vor der Bedrohung der Privatsphäre durch staatliche Überwachung. Auch bei seinem Abschied ist es ihm wichtig zu betonen, dass Privatsphäre nicht mit „allein gelassen werden“ gleichgesetzt werden dürfe, sondern eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung sei. Für Schaar verdecken die Begriffe Datenschutz und Privatsphäre mit ihrer trockenen Sperrigkeit die Themen, um die es geht: Grundrechte und Selbstbestimmung.<br />
Allerdings wirkt auch der Verwaltungsmensch Schaar selbst im Vergleich zu seinen Ko-Diskutanten, Rena Tangens vom <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a> und Netzaktivist Jacob Appelbaum, recht bürokratisch-sachlich. Nichtdestotrotz ist es wohl auch zu einem gutem Teil dem Bundesbeaufragten zuzuschreiben, dass der US-Aktivist Appelbaum erstaunt konstatieren kann, „wie informiert die Bevölkerung, und wie uninformiert die Bundesregierung ist“.</p>
<h3>Blick in die Zukunft</h3>
<p>Mit Blick auf die Zukunft sieht der Gewürdigte an diesem Abend vor allem drei Baustellen für den oder die Nachfolger/in: Es müsse mehr Verschlüsselung gefördert und eingesetzt und in diesem Zusammenhang auch über die Pflichten von Anbietern von Telekommunikationsleistungen neu diskutiert werden. Zudem sei die Arbeit am bestehenden Recht wichtig, doch müsse diese notwendigerweise inter- oder supranational geschehen. Schaar betont dabei vor allem die EU-Datenschutzverordnung und die UN-Resolution zum Schutz der Privatsphäre, die er als „erste Schritte in die richtige Richtung“ bezeichnet.<br />
Die Beweispflicht müsse dabei stets bei denjenigen liegen, die Grundrechte einschränken wollten, und nicht andersherum. Gerade das „Anlasslose“ bereite ihm Sorgen, meint Schaar in Richtung der Sicherheitspolitiker und Geheimdienste und moniert eine schlicht nicht funktionierende Kontrolle der Geheimdienste: „Niemand hat ein vollständiges Bild“. Eine öffentliche Kontrolle der Geheimdienste sei unabdingbar, denn „deren Liebe brauchen wir nicht“, wie Schaar mit Verweis auf den Ausspruch des früheren Stasi-Chefs Erich Mielke ruft.<br />
Besonders bemerkenswert ist Schaars Forderung nach dem Schutz aller Menschen vor der „Liebe“ der Geheimdienste unabhängig von ihrer Herkunft und Staatsangehörigkeit. Da Geheimdienste nach aktuellem Recht sowohl Nicht-Bürger ohne Einschränkung überwachen, als auch Daten miteinander austauschten dürften, sei ein effektiver Schutz notwendigerweise universell und nicht auf die eigenen Bürger beschränkt.<br />
Die Anforderungen an den oder die Nachfolger/in sind also sehr hoch: internationale Datenschutzabkommen, öffentliche Kontrolle der Geheimdienste, universeller Schutz vor Überwachung. Und dann ist da ja noch der andere Teil des Amtes, die Informationsfreiheit. Peter Schaar macht an dem Abend deutlich, dass diesen Anforderungen seiner Erfahrung nach nur ein/e Bundesbeauftragte/r entsprechen könne, der oder die nicht mehr abhängig vom Bundesinnenministerium und den dortigen Sicherheitspolitikern sei.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/64016652@N02/11309680903/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hise42</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Politikverdrossenheit: „Bürger brauchen Klarheit und Offenheit“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2013 16:28:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann man der Politikverdrossenheit mit digitalen Mitteln zu Leibe rücken? Über diese Frage diskutierten die Grünen-Vorsitzende Renate Künast und der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bild_udl-digital.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129041" alt="UdL Digital Talk mit Renate Künast und Nico Lumma" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bild_udl-digital.jpg" width="640" height="444" /></a>Kann man der Politikverdrossenheit mit digitalen Mitteln zu Leibe rücken? Über diese Frage diskutierten die Grünen-Vorsitzende Renate Künast und der Online-Experte Nico Lumma beim Polit-Talk „UdL digital“ mit Moderator Cherno Jobatey und etwa 100 Interessierten.<br />
Die Wahlbeteiligung sinkt seit Jahren, immer weniger Menschen interessieren sich für politische Prozesse, noch weniger beteiligen sich aktiv an ihnen; die Parteien haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Das Interesse an Politik und Demokratie scheint so niedrig wie nie zu sein. Beinahe jeder dritte Bundesbürger zeigt sich<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/forsa-umfrage-anteil-der-politikverdrossenen-steigt-auf-30-prozent-a-899891.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> laut einer aktuellen Umfrage</a> mittlerweile politikverdrossen. Digitale Werkzeuge können eine Schlüsselrolle spielen, um dieser Tendenz entgegenzuwirken. Konzepte wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Democracy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LiquidDemocracy</a> und <a href="https://www.govdata.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenGovernment</a> ermöglichen die Beteiligung und direkte Kommunikation von Bürgern über das Netz und sollen die Menschen zur Mitgestaltung der Politik animieren.<br />
„Kann die Digitalisierung Politikverdrossenheit abbauen oder befeuert sie diese?“ war am Mittwochabend also die Kernfrage, über die Nico Lumma, Online-Kommunikationsexperte, und Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, im Berliner Base Camp diskutierten.<br />
Künast verwies angesichts des allgemeinen Desinteresses an politischen Vorgängen zunächst auf die immer globaler und internationaler werdende Politik, in der alles mit allem zusammenhängt: „Da weiß man oft nicht, wo der eigene Bezug dazu ist, da Politik heute sehr komplex und schwierig nachvollziehbar ist.“ Blogger Nico Lumma kritisierte zunächst langwierige politische Verhaltensmuster, in denen keine Visionen mehr entstünden: „Die Politik hat sich da in eine Ecke drängen lassen, Entscheidungen werden als &#8216;alternativlos&#8217; dargestellt. Diese Vorgehensweise verstört viele Menschen“. Dank sozialer Medien wie Facebook, Twitter und Co. gebe es heute zwar viele gute Mittel, um zu partizipieren, jedoch lasse sich die oft unverständliche Politiksphäre nicht leicht durchdringen und nachvollziehen. Daher bedürfe es Tools, mit denen sich politisch hochkomplexe Abläufe verständlicher machen ließen. In die gleiche Richtung argumentierte auch Renate Künast: „Als Bürger braucht man Klarheit und Offenheit; es muss für jeden deutlich ersichtlich sein, wo und wie ich was erreichen kann, über welche Kanäle Parlamente und Politiker erreichbar sind und was mit meinen Forderungen geschieht“. Die Bürger dürften nicht das Gefühl haben, dass ihre Forderungen ins Leere laufen. Die Grünen-Politikerin räumte jedoch ein, dass das Internet nicht per se demokratisch sei. „Die Politik muss Werkzeuge bereitstellen, um das Internet für demokratische Bürgerbeteiligung nutzen zu können.“ Angebote wie etwa LiquidFeedback müssten an die Lebenswirklichkeit der Menschen angepasst werden. Nico Lumma forderte die Politik daher auf, partizipative Angebote zu unterbreiten und diese Tools so zu gestalten, dass die Menschen diese verstünden und auch benutzen könnten. Zudem forderte er eine größere Flexibilität bei der Ausgestaltung dieser Instrumente: „Man sollte sich nicht darauf versteifen, ein großes, übergeordnetes Liquid-Tool für alle möglichen Themen und Personen zu schaffen“. Besser würde es funktionieren, gezielt mit kleinen Angeboten für jeweils verschiedene Anliegen zu reagieren. Diese Werkzeuge müssten außerdem themen- und personenabhängig sein.<br />
Die ehemalige Verbraucherschutzministerin Künast mahnte jedoch an, dass Formate wie LiquidFeedback derzeit keinen Anspruch auf Repräsentativität erheben könnten, da bei Weitem nicht alle Gesellschafts- und Altersgruppen derlei Angebote annehmen würden: „Wir müssen Mittel und Wege bereitstellen, dass quer durch die Gesellschaft eine Online-Partizipationsbereitschaft entstehen kann.“ Außerdem sei die Mitmachquote naturgemäß stark vom Thema abhängig.<br />
Abschließend forderte Lumma, die Politik müsse transparenter werden und Experimenten wie Open Data eine Chance geben. „Durch Offenheit und Transparenz lässt sich eine Menge erreichen. Politik ist oft zu behäbig und träge, zu detailverliebt. Durch offenere und klarere Vorgänge ließe sich Politik sehr viel besser nachvollziehen, das wird sich dann auch in den Online-Beteiligungsquoten niederschlagen!“ Einig waren sich Renate Künast und Nico Lumma vor allem darin, dass man in vielerlei Hinsicht noch ganz am Anfang einer Entwicklung stehe und noch viel lernen müsse. Ebenso betonten sie, dass Online-Bürgerbeteiligung vor allem die Möglichkeit bietet, der Politik Anregungen zu geben und ein Stimmungsbild abzubilden.<br />
Die Komplexität des Themas lässt einen Königsweg hin zu Patentlösungen wie so oft in der Politik nicht zu. Dennoch muss die Debatte um die Bürgerbeteiligung weitergehen, gerade, weil sie das große Potential birgt, die politische Mitmachkultur und damit das Rückgrat der Demokratie wieder anzukurbeln und neue Impulse zu setzen.<br />
&nbsp;<br />
Bild: © UdL digital<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/49286959@N05/sets/72157633597960663/with/8802123394/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weitere Bilder:</a></p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der BND braucht ein reinigendes Gewitter&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/der-bnd-braucht-ein-reinigendes-gewitter-142/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Künast]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[BND-Affäre]]></category>
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		<category><![CDATA[Auslandseinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 17. Mai, war Renate 
Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, 
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span> 
Sie beantwortete Fragen zur BND-Affäre und zum geplanten Bundeswehreinsatz 
im Kongo.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Am Mittwoch, 17. Mai, war Renate<br />
Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag,<br />
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span><br />
Sie beantwortete Fragen zur BND-Affäre und zum geplanten Bundeswehreinsatz<br />
im Kongo.<!--break-->
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator: </span>Liebe Freunde des tagesschau-Chats,<br />
heute ist die Chefin der Grünen Bundestagsfraktion, Renate<br />
Künast, ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen und dafür danken<br />
wir ihr herzlich. In ihrer Funktion ist Frau Künast für<br />
alle wesentlichen Politikfelder zuständig &#8211; daher sind auch<br />
Fragen aus allen Bereichen willkommen. Die Fülle wird uns wie<br />
immer zwingen, zu sortieren. Frau Künast, können wir beginnen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, wir können anfangen,<br />
ich bin bereit.
</p>
<p>
<b>Harry M:</b> Thema: BND &#8211; Sehr geehrte Frau Künast,<br />
es ist sehr traurig, dass Sie als führende Politikerin den<br />
BND (eine der wichtigsten Einrichtungen) als Sauladen bezeichnen.<br />
Denn erstens würde in keinem Land über dieses Thema so<br />
ein Wind gemacht. Es ist traurig genug, dass die Information so<br />
an die Öffentlichkeit gekommen ist. Wenn es aber Ihre ehrliche<br />
Meinung ist, dann frage ich mich, wieso Sie zur Zeit Ihrer Regierung<br />
so gar nichts gemacht haben.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Da stecken viele Einzelfragen<br />
drin, ich versuche sie einzeln abzufragen: Ich habe mich sehr kritisch<br />
über den BND geäußert, weil er in der letzten Zeit<br />
immer wieder gezeigt hat, dass er sich nicht an die Regeln hält.<br />
Mich ärgert, dass sie auch die Pressefreiheit und das Recht<br />
aller Menschen, sich durch eine unabhängige Presse zu informieren,<br />
nicht respektieren. Einige führen in der Behörde ein Eigenleben,<br />
tricksen sogar ihren Präsidenten aus. Deshalb muss man hier<br />
ganz klare Worte sagen. Ich meine, der BND braucht ein reinigendes<br />
Gewitter. Erstens muss alles öffentlich gemacht werden. Zweitens<br />
sind notfalls personelle Entscheidungen zu treffen und man muss<br />
ein Verwaltungssystem entwickeln, das sicherstellt, dass sie sich<br />
wirklich an Weisungen halten. Übrigens täuschen Sie sich<br />
nicht: Auch in den USA wird sehr scharf, beispielsweise im Kongress,<br />
über die CIA und ihre Aktivitäten diskutiert.
</p>
<p>
<b>S. Rolfsson:</b> Wenn sich der BND zu einem &quot;Sauladen&quot;<br />
entwickelt hat, fand das ja wohl auch während Ihrer Regierungszeit<br />
statt. Wo waren Sie bzw. Ihre Partei da?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Bezüglich des Themas<br />
Pressefreiheit hat sich der BND bereits Anfang der 90er Jahre falsch<br />
verhalten und systematisch Journalisten benutzt. Wenn ich Aufklärung<br />
sage, gehört auch dazu, ob in der grünen Regierungszeit<br />
Fehler gemacht worden sind.
</p>
<p>
<b>labersack:</b> Frau Künast, der BND wird regelmäßig<br />
von Skandalen eingeholt. Wäre es nicht an der Zeit, ihn grundlegend<br />
umzustrukturieren, anstatt Bauernopfer zu bringen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast: </b>Ja, er braucht ein reinigendes<br />
Gewitter und mindestens ein internes Kontrollsystem, was dafür<br />
Sorge trägt, dass Weisungen eingehalten werden. Mir reicht<br />
es nicht, wenn die Bundesregierung jetzt sagt, der BND dürfe<br />
keine Journalisten anwerben, um Eigenschutz zu betreiben.
</p>
<p>
<b>silke:</b> Befürworten Sie einen Rücktritt<br />
Ernst Uhrlaus vom Posten des BND-Chefs?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Mir scheint, das Hauptproblem<br />
ist weit vor der Zeit von Ernst Uhrlau entstanden, nämlich<br />
Anfang der 90er Jahre. Wir müssen als erstes aufklären,<br />
wer die Verantwortung dafür trägt und dann geht es an<br />
personelle Konsequenzen. Mir fällt auf, dass es damals um die<br />
Namen Schmidtbauer und Hanning ging. Schmidtbauer war im Kanzleramt<br />
der verantwortliche Koordinator. Der heutige Staatsminister im Innenministerium,<br />
Herr Hanning, war damals seine rechte Hand.
</p>
<p>
<b>S. Rolfsson:</b> Sie wollen &quot;alles öffentlich<br />
machen&quot;. Das geht aber bei einem Geheimdienst nicht, da dieser<br />
ja dann kein Geheimdienst mehr ist!
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Tja, Geheimdienst in einem<br />
Rechtsstaat darf aber nicht heißen, dass der einen Fehler<br />
nach dem anderen macht, ohne dass alle Abgeordneten oder die Öffentlichkeit<br />
erfährt, was vorgefallen ist. Hier hat der Geheimdienst übrigens<br />
in ein Grundrecht eingegriffen. Die Pressefreiheit ist im Grundgesetz<br />
geschützt. Die Grenzen der Veröffentlichung des Berichtes<br />
können jetzt nur darin liegen, dass z.B. die Daten von Opfern<br />
nicht veröffentlicht werden.
</p>
<p>
<b>Maass:</b> Ich hätte gerne, dass sie auf die<br />
Frage eingehen, wo ihre Partei war als das alles passierte, denn<br />
das besteht ja nicht erst seit der neuen Legislaturperiode.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir klären ja jetzt die<br />
Details auf und ich werde mir genau die Abläufe vorlegen lassen.<br />
Ich weise aber auf eines hin: Die Probleme haben massiv begonnen<br />
und stattgefunden vor unserer Regierungszeit. Im Parlamentarischen<br />
Kontrollgremium ist damals darüber nicht berichtet worden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist das PKG die einzige Möglichkeit<br />
für eine Partei, an solche Informationen zu kommen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Außer sie haben einen<br />
Informanten direkt im Dienst. Jetzt aber kommt es auf eines an:<br />
Dass wir die Aufarbeitung nicht nur im PKG machen, das auch unter<br />
Geheimhaltung arbeitet. Ich meine, dieses muss auch im Rechts- und<br />
Innenausschuss besprochen werden. Dort geht es schließlich<br />
um die Wahrung von Grundrechten. Was mir noch fehlt, ist eine Äußerung<br />
der Medien selbst. Schließlich müssen sich auch Journalisten<br />
die Frage stellen, ob es ihren ethischen Grundsätzen entspricht,<br />
mit Geheimdiensten zusammen zu arbeiten. Ich meine nein, weil auch<br />
sie das Vertrauen brauchen bei Informationen, die sie weitergeben,<br />
sauber zu sein und nicht beeinflusst zu werden.
</p>
<p>
<b>meier22:</b> Ist das PKG nicht ohnehin überholt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast: </b>Nein, das PKG ist nicht überholt.<br />
Wenn man einen BND braucht, um sich gegen Angriffe von außen<br />
zu schützen, dann braucht man logischerweise eine Kontrolle,<br />
die ebenso wie der Dienst selbst unter Bedingungen der Geheimhaltung<br />
eine parlamentarische Kontrolle gewährleistet. Die Grünen<br />
haben allerdings einen Änderungsantrag für das Gesetz<br />
über das PKG eingebracht. Wir halten einige Punkte für<br />
veränderungsbedürftig. Das PKG soll in Zukunft eine Art<br />
Selbstbefassungsrecht haben, also Punkte auf die Tagesordnung setzen<br />
können und nicht auf die Verwaltung warten müssen.
</p>
<p>
<b>Langzeitstudent:</b> Als Laie stellt man sich einen<br />
&quot;Eingriff in die Pressefreiheit&quot; so vor, dass die Presse<br />
darin gehindert wird, über bestimmte Themen zu berichten. Wieso<br />
stellt es einen Eingriff in die Pressefreiheit dar, wenn sich der<br />
BND darüber informiert, womit sich Journalisten beschäftigen?<br />
Ist das nicht auf gewisse Weise sogar Pflicht des BND? Wäre<br />
ja peinlich, wenn die Presse regelmäßig schneller wäre,<br />
als der BND&#8230;
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Erstens ist die Presse bei<br />
uns frei und unabhängig. Unser GG sagt, dass eine Zensur nicht<br />
stattfindet. Und in unserem System darf der Staat Eingriffe nur<br />
vornehmen, wenn er dazu ausdrücklich berechtigt ist. Es gibt<br />
aber keine Ermächtigung, in der Arbeitsweise der unabhängigen<br />
Medien rumzuschnüffeln. Und die Medien brauchen ja gerade diesen<br />
Schutz, der sich auch auf ihre Informanten bezieht, um Dinge herauszufinden,<br />
die andere z.B. vertuschen wollen.
</p>
<p>
<b>volvic:</b> Thema: Murat Kurnaz. Sehr geehrte Frau<br />
Künast, &quot;Zeit&quot; und &quot;Spiegel&quot; behaupten,<br />
die amerikanische Regierung hätte der rot-grünen Regierung<br />
die Freilassung von Murat Kurnaz aus Guantanamo nach Deutschland<br />
angeboten und die rot-grüne Regierung hätte das abgelehnt,<br />
obwohl die Grünen offiziell die Freilassung von Kurnaz fordern.<br />
Ist das wahr?
</p>
<p>
<b>Renate Künast: </b>Jetzt bewegen wir uns auf<br />
einem schwierigen Terrain mit zum Teil Geheimhaltung. Ich will aber<br />
soviel sagen: Nach meinem Kenntnisstand wollten die USA, dass die<br />
Bundesrepublik ihn als Informanten des Geheimdienstes benutzt. Das<br />
ist abgelehnt worden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Siegfried Kauder ist gegen eine Veröffentlichung<br />
des BND-Untersuchungsberichtes. Argument: Die Arbeit des BND würde<br />
behindert. Hat er Recht?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Nein, er hat nicht Recht.<br />
Man muss sich zwar den Umfang der Veröffentlichung genau ansehen,<br />
aber im Prinzip gilt, wer Fehler macht, soll nicht durch Geheimhaltung<br />
geschützt werden. Den allergrößten Schaden für<br />
den BND und seine Arbeit haben die Mitarbeiter angerichtet, die<br />
Journalisten angeworben oder abgeschöpft haben mit dem Ziel,<br />
Eigensicherung zu betreiben. Ich mache mir heute weniger Sorgen<br />
um Geheimnisverrat und die Frage, wie die Wahrheit ans Licht kam,<br />
als vielmehr darüber, welches Verständnis von Demokratie<br />
eigentlich im BND vorherrscht.
</p>
<p>
<b>Maßanzug:</b> Wie bewerten Sie die Kosten, die<br />
durch den Umzug des BND nach Berlin entstehen? Ist das wirklich<br />
nötig? Womit werden diese Kosten (1,5 Mrd.) gerechtfertigt?
</p>
<p>
<b>Schuppe:</b> Was ist Ihre Meinung zu dem geplanten<br />
Umzug des BND; nur weil in Bayern ein paar Sturköpfe sitzen,<br />
kommen nun immense Kosten auf die Steuerzahler zu, auf Grund der<br />
zwei getrennten Standorte, oder?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir Grünen waren nie<br />
Befürworter eines Umzuges. Probleme innerhalb des BND muss<br />
man durch gute Führung lösen. Insgesamt ist dieser Umzug<br />
einfach sündhaft teuer, das Geld könnte man bestens für<br />
andere Dinge verwenden. Mir fällt als erstes Bildung ein. Der<br />
faule Kompromiss, der mit dem Land Bayern jetzt geschlossen wurde,<br />
macht durch einen Teilumzug das Ganze noch teurer.
</p>
<p>
<b>KonstantinS: </b>Wird der BND eigentlich auch die<br />
Aktivitäten im Kongo begleiten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Jetzt geht es beim Kongo um<br />
etwas ganz anderes, nämlich die Bitte der UN, den Demokratisierungsprozess<br />
zu unterstützen. Seit 2003 gibt es dort das MONUC-Mandat. Der<br />
Kongo steht nach einem Bürgerkrieg, der über 3,8 Millionen<br />
Menschen das Leben kostete, jetzt vor demokratischen Wahlen und<br />
die UN hat die EU gebeten, durch die Anwesenheit von Soldaten quasi<br />
potentielle Putsch-Aktivitäten ein Stück weit abzuschrecken.<br />
Das wird im Ansatz von den meisten von uns für richtig gehalten.<br />
Europa hat auch einfach eine Verpflichtung, Afrika bei Demokratisierung<br />
zu helfen.
</p>
<p>
<b>Maßanzug:</b> Können da 800 Soldaten wirklich<br />
ausreichen? Für das ganze Land bräuchte man doch wesentlich<br />
mehr?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, sie müssen sehen,<br />
es sind schon MONUC-Soldaten im Land und der deutsche Beitrag ist<br />
nur Teil eines gesamteuropäischen Einsatzes. Die UN hat gebeten<br />
und der Bitte wird entsprochen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.<br />
Für uns Grüne ist wichtig, dass der Teil, den die deutschen<br />
Soldaten in Kinshasa leisten, nicht allein auf die Stadt beschränkt<br />
wird. Das vom Bundestag abzustimmende Mandat soll unserer Meinung<br />
nach die Möglichkeit schaffen, im Umfeld von Kinshasa gegebenenfalls<br />
Nothilfe leisten zu können. Alles andere wäre unverantwortlich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Erst war von 500 Soldaten die Rede,<br />
jetzt von 800 &#8211; war Verteidigungsminister Jung da nicht richtig<br />
im Bilde und fühlen sie sich schlecht informiert?
</p>
<p>
<b>Renate Künast: </b>Die Information hat jetzt<br />
gerade erst richtig begonnen, nachdem die EU ihre Planung vervollständigt<br />
hat. Nach meinem jetzigen Stand geht es um 500 Soldaten im Einsatz<br />
und ca. 280 Reservesoldaten. Wir werden über die Details am<br />
Freitag im Bundestag und dann in den Ausschüssen diskutieren.<br />
Uns ist wichtig, dass die deutschen Soldaten nicht eng auf die Stadtgrenzen<br />
reduziert sind. Wir Grüne haben darüber hinaus einen Antrag<br />
gestellt, dass die Bundesregierung über diesen militärischen<br />
Beitrag hinaus Leistungen auf der zivilen Ebene erbringen muss.<br />
Das fängt bei einer stärkeren Hilfe an, eigene Sicherheitskräfte,<br />
z.B. Polizei, auszubilden und geht bis dahin, dass der Kongo zu<br />
unterstützen ist in der Bekämpfung von Korruption. Das<br />
Land wird nur wirksam unterstützt, wenn das langfristig geschieht.
</p>
<p>
<b>Assassini:</b> Sehr geehrte Frau Fraktionsvorsitzende,<br />
glauben Sie, dass die Anstrengungen der Bundesregierung bezüglich<br />
des Kongoeinsatzes etwas mit der Erweiterung des UN-Sicherheitsrats<br />
zu tun haben, der ja erweitert werden soll und um den sich Deutschland<br />
bewirbt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich sehe keinen Zusammenhang.<br />
Es hat aber etwas damit zu tun, dass die EU jetzt zum ersten Mal<br />
wirklich international geprüft wird, ob sie bereit und in der<br />
Lage ist, eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu<br />
praktizieren. Die Frage an uns Europäer ist doch, ob wir auch<br />
wirklich ein Interesse haben, international Verantwortung zu übernehmen.<br />
Mir kommt es darauf an, dass die Europäer in Zukunft immer<br />
mehr zeigen, dass Konflikte mit zivilen Mitteln gelöst werden,<br />
statt mit Militäreinsätzen und dass wir bei Demokratisierungsprozessen<br />
helfen. Es wäre falsch, wenn die EU das immer anderen allein<br />
überlässt.
</p>
<p>
<b>Katena:</b> Hätten die Soldaten nicht schon vor<br />
geraumer Zeit in den Kongo entsandt werden müssen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die UN hat ihre Bitte gerade<br />
für den Zeitraum der Wahlen und der Installierung einer neuen<br />
Regierung ausgesprochen. Deshalb ist es richtig, den Einsatz dann<br />
auch auf den Zeitraum von vier Monaten zu beschränken. Wie<br />
ich schon gesagt habe, sind weitere Unterstützungen nicht durch<br />
das Militär zu leisten.
</p>
<p>
<b>Mikaelle:</b> Wieso leistet Deutschland mit 800 von<br />
insgesamt 1500 Soldaten den größten Teil?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es gibt innerhalb der EU für<br />
solche Fälle immer genaue Absprachen. Einzelne Mitgliedstaaten<br />
der EU machen dann z.B. Zusagen, wie viel Personal mit welcher besonderen<br />
Qualifikation sie gegebenenfalls einsetzen könnten. Das dient<br />
der besseren Planung. So kommt auch zustande, dass absprachegemäß<br />
das Leitungszentrum dieses Einsatzes geografisch in Deutschland<br />
&#8211; nämlich in Potsdam &#8211; sein soll, obwohl es sich um einen europäischen<br />
Einsatz handelt. Der Leiter wird ein deutscher Soldat sein, allerdings<br />
tätig als Europäer und entsprechend weisungsgebunden.
</p>
<p>
<b>earsonic:</b> Sehr geehrte Frau Künast, inwieweit<br />
ist der Einsatz der deutschen Soldaten im Kongo auch als Beginn<br />
einer strategischen Platzierung von europäischen Interessen<br />
auf dem Afrikanischen Kontinent im Sinne z.B. von Ressourcensicherung<br />
für die Zukunft (bevor andere zuschlagen: USA, China, Stichwort<br />
Öl vor Nigeria, etc.) zu sehen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das ist eine sehr gute Frage.<br />
Es soll nach grüner Auffassung eben nicht ein Zugriff auf die<br />
dortigen Bodenschätze sein. Der Demokratisierungsprozess im<br />
Kongo soll ja gerade bewirken, dass nicht nur Eliten des Landes<br />
und ausländische Unternehmen den Zugriff auf die reichhaltigen<br />
Bodenschätze haben. Unsere Idee ist, dass Europa auch wegen<br />
der Kolonialgeschichte z.B. Belgiens heute eine Verantwortung hat,<br />
diesen Ländern bei der Demokratisierung zu helfen. Deshalb<br />
haben Europäer die verschiedenen afrikanischen Staaten schon<br />
lange Zeit dabei beraten, eine afrikanische Union zu gründen<br />
und stärker auszubauen. Gemeinsam wären diese Entwicklungsländer<br />
stärker in ihrer Interessenvertretung gegenüber anderen.<br />
Das war auch immer ein starkes Interesse von Joschka Fischer.
</p>
<p>
<b>Cow: </b>Falls es zu Problemen in Kongo kommen sollte,<br />
wie würden sich die europäischen Soldaten verhalten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Einmal ist klar, wenn einige<br />
versuchen würden, im Kongo zu putschen, müssten die deutschen<br />
Soldaten eingreifen. Das ist gerade der Zweck ihrer Anwesenheit,<br />
die Missachtung des Wahlergebnisses zu verhindern. Absprachegemäß<br />
haben die deutschen Soldaten in diesem Einsatz speziell die Aufgabe,<br />
in Notfällen zu evakuieren. Dafür sind sie speziell trainiert.<br />
Ich habe natürlich die große Hoffnung, dass es am Ende<br />
nicht zu einem Einsatz von Waffen kommen wird. Natürlich machen<br />
wir uns auch Gedanken um den Schutz unserer Soldaten. Deshalb schauen<br />
wir uns im Parlament den Auftrag sehr genau an.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Muss man nicht bei solchen Einsätzen<br />
die Bevölkerung vorher immer wieder massiv darauf hinweisen,<br />
dass die Möglichkeit besteht, dass deutsche Soldaten sterben<br />
könnten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich glaube, das wissen alle,<br />
dass, wenn man solcherart Verantwortung übernimmt, darin auch<br />
konkrete Gefahren für die Menschen stecken. Deshalb nehmen<br />
die Bundestagsabgeordneten ihre Verantwortung bei der Planung jetzt<br />
sehr ernst.
</p>
<p>
<b>June2006:</b> Die FDP möchte sich nun mehr der<br />
Umweltpolitik annehmen. Sehen die Grünen ihr Stammgebiet gefährdet?
</p>
<p>
<b>silke:</b> Die FDP will jetzt auch in das Thema Umweltpolitik<br />
einsteigen. Braucht die Partei der Grünen ein neues Profil,<br />
um sich deutlicher von anderen abgrenzen zu können?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Also wir Grünen sind<br />
immer dafür vorzudenken. Wir analysieren: Was sind eigentlich<br />
die Bedingungen in 10, 20 Jahren und machen daraus kreative und<br />
innovative Politik &#8211; schon heute. Deshalb haben wir auch immer gedrängelt,<br />
aus der unsicheren Atomenergie auszusteigen und erneuerbare Energien<br />
zu fördern, für Einsparmaßnahmen zu sorgen und Effizienztechnologien<br />
zu fördern.
</p>
<p>
Bei der FDP kann Guido Westerwelle gerne jeden Monat ein neues<br />
Image erfinden, man wird es ihm nicht glauben. Er will Umweltpartei<br />
sein, beschließt dann aber sofort längere Laufzeiten<br />
für Atomkraftwerke. Er will Bürgerrechtspartei sein, hat<br />
aber nicht mal einen Frauenförderplan innerhalb der FDP. Er<br />
will Bürokratie abbauen, beschließt aber gleich an den<br />
überholten Pflichtmitgliedschaften in den Handwerkskammern<br />
festzuhalten. Sie sehen, ich bin gelassen.
</p>
<p>
<b>Sozialdemokrat21:</b> Werte Frau Künast, macht<br />
es für ihre Partei einen Unterschied, dass Kurt Beck neuer<br />
SPD-Vorsitzender ist?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir betrachten jetzt mal sehr<br />
gespannt, welche Politik Kurt Beck jetzt vertreten wird. Er ist<br />
eigentlich ein Vertreter der alten konservativ-etatistischen SPD,<br />
hat aber das Papier von Matthias Platzeck für die Programmdebatte<br />
übernommen. Wir werden es beobachten. Ein Problem für<br />
die SPD wird sicherlich auch sein, dass ihr Koalitionspartner, die<br />
CDU, sich ja gerade verändert. Auch da wissen wir noch nicht<br />
wohin.
</p>
<p>
<b>hallodri:</b> Wie beurteilen Sie eigentlich die Arbeit<br />
Ihres Nachfolgers Horst Seehofer?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Sie wissen mein Herz schlägt<br />
für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die haben es eigentlich<br />
verdient, dass man ihre Interessen vertritt. Bei der Verbraucherinformation,<br />
bei der Agrogentechnik zum Beispiel.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat<br />
mit Renate Künast, bei der wir uns herzlich bedanken, dass<br />
sie sich Zeit für uns genommen hat. Vielen Dank auch an unsere<br />
User für ihre Fragen &#8211; verbunden mit der Bitte um Verständnis<br />
an all jene, die heute nicht zum Zuge gekommen sind. Unser nächster<br />
Chatgast wird am 22. Mai ab 13.20 Uhr Fritz Kuhn sein.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich freue mich, dass es so<br />
viele nachdenkliche Fragen gab, sowohl über den BND als auch<br />
über den Kongo-Einsatz. Daran merkt man, dass in Wahrheit uns<br />
allen die gleichen Fragen auf den Nägeln brennen.</p>
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			</item>
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		<title>Gentechnik und Agrarreform</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast 
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast<br />
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" -->
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Bundesverbraucherministerin, Renate Künast,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Frau Künast, sind Sie bereit<br />
für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rkuenast.jpg" align="left" height="110" width="80" />Renate<br />
Künast:</b> Ich bin bereit und voller Erwartung ob der Fragen,<br />
die da kommen.
</p>
<p>
<b>bayer:</b> Was macht ihre Gentechniknovelle? Wird sie<br />
von der Union in bekannter Blockade-Manier im Bundesrat verwässert?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Opposition versucht das, aber wir werden<br />
das nicht zulassen. Ich meine das die Haftungsregeln und die Mindestanforderungen<br />
zum Schutz der Nachbarn sehr zentrale Regelungen sind und die werden<br />
wir uns von der Opposition nicht raus verhandeln lassen.
</p>
<p>
<b>rübe1:</b> Warum sind sie gegen Gentechnik-Freilandversuche?<br />
Deutschland will doch innovativ sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Versuche finden in Deutschland seit vielen<br />
Jahren statt. Bei unserem Gentechnikgesetz geht es darum, die Landwirte,<br />
die schon da sind, auch zu schützen, weil konventionelle und Ökobauern<br />
ihre Produkte ja vermarkten wollen, ohne eine Gentechnik-Kennzeichnung<br />
draufzuschreiben. Genau diesen offenen Bereich regeln wir.
</p>
<p>
<b>nabuler:</b> Wird der Schutz von Naturschutzgebieten vor<br />
gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bleiben oder im Gerangel<br />
um einen Kompromiss mit der Union geopfert?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/rkuenast1.jpg" align="right" height="181" width="200" />Renate<br />
Künast:</b> Da fragt immer jemand nach Opfern. Ich würde lieber<br />
die Frage haben, wen man unterstützen kann. Jetzt lautet unser<br />
Vorschlag, dass in ökologisch sensiblen Gebieten eine Entscheidung<br />
der regionalen Naturschutzbehörden erfolgen muss. Und ich glaube,<br />
dass aus den Regionen schon sehr viel Druck auf die Bundesländer<br />
kommt, diese Regel auch zu halten. Wir haben jetzt nämlich 33 gentechnikfreie<br />
Zonen, ein Großteil davon ist in ökologisch sensiblen Gebieten.
</p>
<p>
<b>leckerland:</b> Genmais-Anbau: Die Rahmenrichtlinie 2001/18/EG<br />
der EU verlange ein öffentlich zugängliches Anbauregister.<br />
Stimmt das und gibt es so eins in Deutschland? Wenn nicht, warum?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es muss ein öffentlich zugängliches<br />
Standort-Register eingeführt werden. Das ist schon Basis, um überhaupt<br />
eine wissenschaftliche Begleitung machen zu können. Wir wollen<br />
sie auch nutzen als Auskunftsregister für den Nachbarbauern. Das<br />
ist Bestandteil unseres Gesetzes.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Der Deutsche Bauernverband fordert klare Regelungen<br />
für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sie hätten<br />
es versäumt, die EU-Freisetzungsrichtlinie rechtzeitig 2002 in<br />
nationales Recht umzusetzen. Stimmt der Vorwurf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Richtig ist, dass die Umsetzungsfrist im<br />
Oktober 2002 lag. Ich wurde 2003 zuständig und habe es sofort angepackt.<br />
Aber in Richtung Bauernverband ist natürlich die Frage zu stellen,<br />
warum sie mein Gesetz jetzt nicht vehement unterstützen. Der Bauernverband<br />
muss doch eigentlich die Interessen der Bauern vertreten. Und die sagen<br />
zu 70 Prozent, sie wollen keine Gentechnik und sie brauchen Schutzregeln<br />
für ihren Betrieb.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Für echte Wahlfreiheit der<br />
Verbraucher müsste auch der Gentechnik-Futtereinsatz auf Endprodukten<br />
deklariert werden. Werden Sie sich dafür einsetzen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich werde mich wieder dafür einsetzen.<br />
Wir haben es nämlich versucht, aber die Europäische Kommission<br />
hat argumentiert, dass sich die gentechnische Veränderung nicht<br />
in Fleisch, Milch oder Käse nachweisen lässt. Deshalb sei<br />
das nach den internationalen Kennzeichnungsregeln nicht zulässig.<br />
Also müssen wir jetzt weiter forschen.
</p>
<p>
<b>grünertag:</b> Ist ihr Gesetz ein Gentechnik-Verhinderungsgesetz?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das ist ein Gesetz gegen die schleichende<br />
Dominanz von Gentechnik, und es soll sicherstellen, dass die Bauern,<br />
die keine Gentechnik anwenden wollen, auch noch eine Chance haben.
</p>
<p>
<b>jägerauskurpfalz:</b> Die Geheimhaltung der Standorte<br />
von Genmais-Anbau ist ein umweltpolitischer Skandal. Was werden sie<br />
dagegen unternehmen? Oder haben sie die genehmigt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Dieser Versuch ist federführend von<br />
Sachsen-Anhalt betrieben worden und die Vereinbarung, die die mit den<br />
Saatgutunternehmen geschlossen haben, sieht keine Bekanntgabe der Standorte<br />
vor. Im Augenblick versuchen die Agrarminister der Länder, und<br />
offenbar sogar der Bauernverband, doch noch zu einer Veröffentlichung<br />
zu kommen. Für die Zukunft kann das neue Gentechnikgesetz diese<br />
Probleme lösen (Standortregister).
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wenn es so durchkommt. Wie stehen die Chancen,<br />
dass die Union in Ihrem Sinne mit Ihnen verhandelt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, die CDU-Länder haben ja vorgeschlagen,<br />
statt unserer Standortregelungen einen Standortfond einzurichten. Aber<br />
sie haben sich im Bundesrat nicht getraut, eine gesetzliche Regelung<br />
vorzuschlagen. Danach sollen die Hersteller einen angemessenen Beitrag<br />
zahlen und der Rest soll aus dem Bundesetat kommen. Das ist natürlich<br />
ein unsittlicher Antrag. Aus meinem Etat zahle ich nichts. Dann müsste<br />
ich ja auch für alle anderen Produzenten Haftungsrisiken übernehmen.<br />
Es wird also schwierig.
</p>
<p>
<b>cami:</b> Der Verbraucher greift im Supermarkt in der<br />
Regel zum billigsten Produkt, es interessiert nur der Preis. Ihre Ziele<br />
werden am Geiz des Verbrauchers scheitern und damit werden auch viele<br />
landwirtschaftliche Betriebe, die in Deutschland viele Wettbewerbsnachteile<br />
haben, &quot;pleite&quot; gehen. Warum verschließen Sie ihre Augen<br />
vor der Realität?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es gibt zwei Märkte, die wachsen. Der<br />
Billigmarkt und der Markt hoher Qualität, bzw. Ökomarkt. Der<br />
Fragesteller hat Recht, dass sich die Verbraucher hier oft kurios verhalten.<br />
Einige kaufen billig, billig, und fragen dann erstaunt, wo die Arbeitsplätze<br />
geblieben sind. Beides geht natürlich nicht zusammen. Wenn die<br />
WTO-Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind, werden wir noch mehr<br />
Konkurrenz bei den Agrarprodukten haben. Die deutsche Landwirtschaft<br />
muss also ihren Teil des Marktes finden. Meines Erachtens können<br />
das nur Qualitätsprodukte sein oder nachwachsende Rohstoffe.
</p>
<p>
<b>kristin:</b> Werden Bioprodukte dann nicht noch teurer<br />
oder werden gentechnische Produkte kostspieliger sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das wird davon abhängen, wer den Aufwand<br />
zu zahlen hat. Ich meine, dass der, der eine neue Technologie auf den<br />
Markt bringt, auch die Verpflichtung hat, den anderen zu schützen.<br />
Also müssen die Gentechnikanbauer Abstandsregeln einhalten und<br />
gegebenenfalls Schadensersatz zahlen. Eines sehen wir natürlich<br />
alle: Dass hier große Lobbys am Werk sind.
</p>
<p>
<b>User27:</b> Thema Verbraucherschutz/Information: Wieso<br />
kann man zwar den Abfüllort/Verpackungsort eines Produktes feststellen,<br />
aber nicht den Herstellungsort? Vor allem bei wenig verarbeiteten Produkten<br />
wäre das sehr sinnvoll. Z.B. wird Fleisch einfach nochmals in Deutschland<br />
umgepackt, damit es „deutsch&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der ganze Kennzeichnungsbereich bei den<br />
Lebensmitteln muss meiner Meinung nach klarer geregelt werden. Die EU<br />
will ja gerne die Regionen stärken. Und Herkunftsbezeichnungen<br />
international verankern. Dann muss man dem Produkt auch ansehen, wo<br />
es tatsächlich herkommt. Leider hat die Europäische Kommission<br />
hier gerade Ideen, alles hinter einer europäischen Herkunft zu<br />
verstecken. Dem werden wir nicht zustimmen.
</p>
<p>
<b>Agrarhandel:</b> GVO-Freiheit soll vom Handel und den<br />
Landwirten garantiert werden. Wie soll das funktionieren, wenn noch<br />
nicht mal die Saatguthersteller eine GVO-Freiheit garantieren? Ganz<br />
abgesehen von den noch nicht festgelegten Grenzwerten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> GVO heißt gentechnisch veränderte Organismen.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der sehr wichtige noch offene Punkt im Bereich<br />
GVO ist die Frage der Schwellenwerte für Saatgut. Wir wollen diese<br />
bei der Nachweisgrenze festgelegt sehen. Das ist Voraussetzung dafür,<br />
dass die Landwirte tatsächlich unter den Schwellenwerten für<br />
Lebensmittel bleiben können. Diese Nachweisgrenze wird im Augenblick<br />
noch innerhalb der Kommission in Brüssel sehr strittig diskutiert.
</p>
<p>
<b>fleischer:</b> In Brandenburg gab es doch den Skandal<br />
um verseuchtes Futtermittel? Aber die Justiz konnte wenig machen, da<br />
die Gesetze kaum Strafen vorsehen. Unglaublich, werden sie das ändern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Leider kann ich nicht auch noch die Rolle<br />
der Staatsanwältin übernehmen. Meine Mitarbeiter sehen die<br />
Lücke, die die Staatsanwälte gesehen haben, nicht. Trotzdem<br />
werten wir deren Gutachten aus und überlegen dann, mit dem Bundesministerium<br />
für Justiz, ob Änderungen nötig und möglich sind.<br />
Aber bitte nicht vergessen, dass der Fehler viel früher liegt.<br />
Der Fehler ist da entstanden, wo keine hinreichende Kontrolle der Lagerstätte<br />
erfolgt ist. Das versteht kein Mensch, dass eine Halle, von der alle<br />
in der Umgebung wissen, dass sie in der DDR ein Lager für gefährliche<br />
Pflanzenschutzmittel war, ohne Kontrollen zur Lagerung für Getreide<br />
genutzt werden kann.
</p>
<p>
<b>strikt4:</b> Frau Künast, haben sie schon mal gentechnisch<br />
veränderte Lebensmittel gegessen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich weiß es nicht, es gab ja keine<br />
Kennzeichnung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort Agrarsubventionen:
</p>
<p>
<b>zeus:</b> Kurz vor den EU-Wahlen werden sie sicher die<br />
Agrarsubventionen nicht ansprechen, aber werden sie da einschreiten<br />
und den Irrsinn stoppen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben gerade in der Beratung in Bundestag<br />
und Bundesrat eine grundlegende Änderung der Agrarsubvention. Dann<br />
wird es in Zukunft in Deutschland in den Regionen einheitliche Flächenprämien<br />
geben und es wird nicht mehr der bevorzugt, der bestimmte Produkte anbaut<br />
oder besonders viele Tiere hält. Außerdem gibt es konkrete<br />
Umweltauflagen, bei deren Nichteinhaltung Geld zurück gefordert<br />
werden kann. Das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten,<br />
ich will dieses am 9. Juli dann endlich durch den Bundesrat kriegen.<br />
Das wäre dann ein Grund zu feiern.
</p>
<p>
<b>Imanuell:</b> Frau Ministerin, bleiben Sie auch heute<br />
noch bei Ihrer Aussage, dass bis 2010 rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen<br />
Fläche ökologisch bewirtschaftet wird?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich bleibe dabei, und esse darauf einen<br />
Ökokeks &#8211; wenn es davon einen hier gäbe. Im Juni diskutieren<br />
wir in Brüssel einen europäischen Aktionsplan zur Förderung<br />
des Ökolandbaus. Das ist also auch eine gute Unterstützung.
</p>
<p>
<b>klausi:</b> Frau Ministerin, ich frage mich, wie glaubwürdig<br />
Ihre Politik noch ist, wenn Sie durch grundsätzlich sinnvolle Verordnungen<br />
und Gesetzte Tierschutz verordnen, diese aber im grenznahen Bereich<br />
nicht mehr greifen (Beispiel: Legehennen an der Tschechischen Grenze.)<br />
Wie reagiert die deutsche bzw. europäische Politik darauf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben den Tierschutz ins Grundgesetz<br />
geschrieben. Und ich glaube, dass allein daraus eine gute Begründung<br />
abzuleiten ist, warum es in Deutschland in Zukunft keine Käfige<br />
mehr geben soll, bei denen eine Legehenne so viel Platz hat wie ein<br />
Din-A4-Blatt. Damit gehen wir der EU einen Schritt voran. Was wir natürlich<br />
tun müssen, ist die Verbraucher aufzuklären, z.B. über<br />
die Kennzeichnung von Eiern, um so den Konsum von Nicht-Käfig-Eiern<br />
zu steigern.
</p>
<p>
<b>boogyboy:</b> Ist es nicht kurios, dass die Landwirtschaftsminister<br />
sich in der Leghennenhaltung auf die &quot;Kleinvolière&quot;<br />
als Zukunftsmodell geeinigt haben, obwohl bisher keine Kriterien für<br />
diese Haltungsform festgelegt wurden?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben eine gesetzliche Regelung, die<br />
sagt dass die Käfige in Deutschland abgeschafft werden. Einige<br />
Bundesländer haben versucht, dieses Gesetz über den Bundesrat<br />
wieder zu kippen. Weil ich dieses nicht unterschrieben habe, hatten<br />
meine Kollegen den kleinen Zwang, sich mit mir über zukünftige<br />
Gestaltungen zu einigen. So ist der Begriff &quot;Kleinvolière&quot;<br />
entstanden, der zwei Aussagen hat: Erstens, die Länderminister<br />
werden nicht wieder versuchen, das Käfigverbot zu kippen und zweitens,<br />
sie wollen mit uns konstruktiv eine Haltungsform entwickeln, die eben<br />
den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten bietet, als ein Käfig.<br />
Das ist doch schon einmal eine Vereinbarung, auch wenn es für die<br />
Fachleute noch viel zu entwickeln gibt.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Wann beginnt die Agrarwende in<br />
der konventionellen Landwirtschaft? Wann kommen Instrumente wie Stickstoff-<br />
oder Pestizidabgaben, um wenig umweltfreundliche Produktionsweisen zu<br />
verteuern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Agrarwende kommt nicht mit einem Donnerschlag<br />
sondern mit vielen Einzelschritten. Wir haben Förderkriterien verändert,<br />
z.B. bezahlen wir kein Geld mehr für Hühnerkäfige. Wir<br />
wollen am 9. Juli das neue Fördersystem verabschieden. Dann wird<br />
der Unterschied zwischen Mais und Grünland endlich aufgelöst.<br />
Und wir werden auch ein Pestizidminimierungsprogramm vorstellen. Änderungen,<br />
z.B. der Düngeverordnung, sind schon auf dem Weg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Abschluss dieses Komplexes:
</p>
<p>
<b>rolando:</b> Werden Sie weiterhin für Insellösungen<br />
in der EU sein? Ich denke dabei an die Legehennenhaltung, Gentechnik,<br />
Tierschutz. Unseren Nachbarländer wird das sicher nur Recht sein,<br />
ihnen öffnet sich ein ansehnlicher Markt, unsere Erzeuger gehen<br />
dabei vor die Hunde. Frau Ministerin ich glaube Sie haben die Zeichen<br />
der Zeit noch nicht erkannt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich habe am letzten Freitag auf der Landesbauernversammlung<br />
in Brandenburg einen anderen Eindruck bekommen. Die Bauern, gerade die<br />
jüngeren, richten sich längst an den neuen Bedingungen aus<br />
und sehen auch Chancen. Die sieht ja selbst Herr Stoiber. Der zwar im<br />
Bundesrat das Erneuerbare Energien-Gesetz blockiert, aber den chinesischen<br />
Ministerpräsidenten als erstes auf einen Bauernhof führte,<br />
um die neue, mit rot-grünen Geldern bezahlte Biogas-Anlage zu besichtigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nun kommen wir zum Thema Handytarife bei Kindern<br />
und Jugendlichen:
</p>
<p>
<b>dan11:</b> Sie fordern spezielle Handy Tarife für<br />
Jugendliche wegen der zum Teil hohen Verschuldung. Die Industrie lebt<br />
doch ganz gut von der SMS-Sucht mancher Jugendlicher &#8211; wollen Sie von<br />
gesetzgebender Seite einwirken?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben angefangen, überhaupt in<br />
diesem Bereich Telekommunikation Regeln einzuziehen, damit, angefangen<br />
beim Internet, die Menschen überhaupt erkennen, dass sie gerade<br />
einen Vertrag abschließen, der Geld kostet. Allein für den<br />
nationalen Bereich bei den Handys Regelungen zu erlassen, dauert nicht<br />
nur Zeit sondern würde viele Angebote auf dem Markt gar nicht mit<br />
einschließen wenn sie nicht aus Deutschland kommen. Deshalb ein<br />
allererster Schritt, die Forderung an die Anbieter in Deutschland, spezielle<br />
Tarife für Kinder anzubieten. Die wollen ja auf lange Zeit Gewinne<br />
machen und sie müssen wissen, die zunehmende Verschuldung bei Kindern<br />
kann sich auch einmal gegen sie richten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Aber werden Sie sich für ein Gesetz stark<br />
machen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Punkt eins ist, die Forderung einen Tarif<br />
für Kinder anzubieten. Punkt zwei: Wir haben ja Schutzregeln für<br />
Kinder im BGB. Jetzt müssen wir analysieren, ob das ausreicht für<br />
diese Technologien. Dann müssen wir mit den anderen Ressorts gegebenenfalls<br />
neue Regeln passgenau für diese Technologien entwickeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zuwanderung: Haben sich die Grünen beim Zuwanderungskompromiss<br />
nicht über den Tisch ziehen lassen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wahr ist, dass Angela Merkel und Stoiber<br />
eine wahre Kommunikationsblase entwickelt haben, in der nichts ist als<br />
heiße Luft. Wir haben den quälenden Prozess erst einmal gestoppt.<br />
Und mit dem Kanzler ein konkretes Angebot entwickelt. Auf dieses rot-grüne<br />
Angebot ist Stoiber eingegangen, als angeboten wurde, dass für<br />
Integrationsmaßnahmen der Bund aufkommt. Da auch die Wirtschaft<br />
eine Modernisierung des Rechtes fordert, blieb wohl Frau Merkel nichts<br />
anderes übrig, als ja zu sagen. Das ist meine Sicht der Dinge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Schily, Beckstein und Müller arbeiten nun<br />
an den Details. Hat Ihr Verhandlungsführer Volker Beck denn nun<br />
Einflussmöglichkeiten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die CDU suggeriert hier etwas, das nicht<br />
stattfinden wird. Der Kanzler hat die Punkte vorgelegt, und nur aus<br />
denen wird ein Gesetz gemacht. Da ist nichts nachzuverhandeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>kevin.lomax:</b> Sehr geehrte Frau Künast, grundsätzlich<br />
&#8211; welches Verbraucherbild haben sie? Das des aufgeklärten mündigen,<br />
oder das des schutzbedürftigen, die Übersicht verloren habender?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das des informierten Bürgers. Voraussetzung<br />
ist natürlich, dass er Zugang zu Informationen hat. Deshalb fördern<br />
wir ja Kennzeichnungen und werden das Verbraucherinformationsgesetz<br />
neu auflegen. Aber es gibt natürlich auch Schutzsituationen, die<br />
übrigens das deutsche Recht schon lange kennt. Deshalb gibt es<br />
ja Regeln für minderjährige, gegen Wucher und z.B. spezielle<br />
Regeln für Haustürgeschäfte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen Dank<br />
an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen sind<br />
leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Frau Künast, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich danke für die Fragen und begebe<br />
mich gleich in den Bundestag, wo das Gentechnikgesetz, über das<br />
hier gechattet wurde, in erster Lesung diskutiert wird.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chat mit Renate Künast</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-mit-renate-kuenast-479/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Kernenergie]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Künast]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<br clear="all" />
<!-- Transcript -->
<table border="0">
	<tbody>
		<tr valign="top">
			<th align="right">RenateKuenast:</th>
			<td>Hallo, ich bin jetzt da und es kann los gehen! ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<br clear="all" /><br />
<!-- Transcript --></p>
<table border="0">
<tbody>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Hallo, ich bin jetzt da und es kann los gehen! 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Kuenast, im Namen von politik-digital moechten wir<br />
			Sie herzlich zu unserer heutigen digitalen Diskussionsrunde begruessen!<br />
			Wir wuenschen Ihnen viel Spass!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Wie lange sind sie schon in der Bundespolitik tätig?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Den möchte ich auch haben!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Tja, ich bin seit dem 24.6. 2000 ca. 11.00 Bundesvorsitzende und<br />
			vorher habe ich mich bei allen Rechtsthemen eingemischt.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">muffin:</th>
<td>Was halten Sie von der Trennung zwischen Amt und Mandat?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Eigentlich hätte ich sie gern aufgehoben, aber der Bundesparteitag hat<br />
			anders entschieden. Ich will mich nicht grämen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>Was halten Sie von der Internetsteuer, die Herr Müller einführen will,<br />
			was bedeutet das eigentlich?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>sind Sie noch da;-)?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wenn sich die Art des Handel treibens verändert, also außerhalb der<br />
			nationalen Gesetze stattfindet, muß man natürlich darüber nachdenken, wie<br />
			eine gleiche Steuersituation für alle &#8211; vom e-commerce bis zum Tante<br />
			Emma-laden &#8211; hergestellt wird. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Veit:</th>
<td>Zählen Sie sich zu den Realos oder Fundis?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Nix da. Ich bin ich und der Kopf ist zum Denken da.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Wie schätzen Sie die Stimmung innerhalb der Grünen im moment<br />
			ein?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Positiv. Alle wollen jetzt einen Neuanfang. Das heißt wir werden jetzt<br />
			konkret unsere Projekte für die nächsten zwei Jahre entwickeln.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Können Sie sich vorstellen, dass sich die GRünen aufgrund des<br />
			&quot;Einknicken&quot; bei typisch grünen Themen spalten werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>1. Von Spaltung ist nicht die Rede. 2) Wir sind nicht eingeknickt. Wir<br />
			haben raus geholt, was raus zu holen ist. Politik findet nicht statt als<br />
			100 % Umsetzung grüner Programme, sondern in Reformschritten &#8211; mit der SPd<br />
			&#8211; weil wir leider nicht 50 % haben. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">r367129:</th>
<td>denken sie nicht auch, dass die gruenen durch ihtre beteiligung an der<br />
			regierungskoalition immer mehr ihre identität/wurzeln verlieren?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Ich habe zwar nicht Das Kapital gelesen.. Aber Karl Marx sagte: Die<br />
			philosophen haben die Welt nur unterschiedlich interpretiert, es kommt<br />
			aber daruaf an sie zu verändern.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">sunny:</th>
<td>Wie stehen Sie zum Atomkonsens?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Kein Traumergebnis, aber ein wichtiges Signal. Der wichtigste Punkt<br />
			wird sein, daß darauf hin Investitionsentscheidungen bei den großen<br />
			Energieversorgern umgeleitet werden&#8230; Ich gehe davon aus, daß sie die<br />
			vereinbarten Strommmengen nciht ausnutzen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Weil es dann nicht mehr likrativ ist.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">heldensaga:</th>
<td>Denken sie nicht, dass die jetzige Opposition, so sie denn in der<br />
			nächsten Legislaturperiode an die Macht käme den Atomausstieg sofort<br />
			wieder kippen würde?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Gute Frage. Aber die Reaktionen der Vorstandsmitglied von RWE und<br />
			anderen gegenüber der CDU/CSU zeigen doch: sie wollen Planungssicherheit<br />
			und dann ggfls. in andere Energien investieren. Eine Änderung fordern<br />
			ncith mal die von der CDU. Und ich gehe davon aus, die Nächste Regierung<br />
			wird keine an der CDU oder FDP beteiligt sind.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">shoppy:</th>
<td>Frau Künast, was halten Sie politisch gesehen für wichtiger:<br />
			Prinzipientreue oder Kompromissbereitschaft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>So absolutistisch kann ich nicht Politik machen. Man muß Prinzipien<br />
			haben und Visionen und daran müssen sich die einzelnen Reformschritte<br />
			messen lassen. Ich will ja nicht nur jeden Morgen ein Bekenntnis ablegen,<br />
			es muß sich auch konkret was verändern.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Gibt es noch &quot;grüne&quot; Themen für das nächste Jahrtausend, wenn der<br />
			grösste Teil der Themen von z.B. der SPD besetzt wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Viele reden über Umweltschutz, praktizieren ihn aber nicht.<br />
			&#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wir vertreten die Interessen der Umwelt gegen die der Wirtschaft,<br />
			nehmen sie in die Verantwortung. ohne uns hätte der Kanzler die Debatte um<br />
			das Ende des Atoms fgar ncith erst begonnen. &#8230;.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Bei den neuen Technologien , rote und grüne Gentechnik, braucht es<br />
			wieder die Grünen. Die anderen- auch die SPD wollen nur Akzeptanz<br />
			herstellen. Wir sagen, die Verbraucher haben einen Anspruch auf<br />
			Transparenz und Aufklärung über die Folgen neuer Technologien.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">muffin:</th>
<td>Wie stehen Sie zu Joschka Fischer und seiner öffentlichen darstellung<br />
			als Übervater der partei?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Joschka ist einer unserer Besten. Es gibt aber auch andere brillante<br />
			grüne PolitikerInnen. Und nen Übervater kann ich ja gar nicht haben &#8211; ich<br />
			bin doch die Vorsitzende!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Veit:</th>
<td>Können Sie meine Bedenken, dass Sie Joschka Fischer zu wenig<br />
			unterstützen, entkräften ?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Gegenfrage, kommt diese Frage aus dem Auswärtigen Amt?? Geben sie sich<br />
			sofort zu erkennen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Wir warten auf eine Antwort 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Was sagen sie zu Helmut &quot;Ich-sage-nichts&quot; Kohl?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Ich auch: 🙂 !
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Er soll endlich die Namen der Spender nennen und der Republik das<br />
			unwürdige Schauspiel ersparen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>wie sehen sie die chancen zu einem sinnvollen steuerkomproiss zu<br />
			kommen, nachdem die cdu offensichtlich blockiert um der blockade<br />
			willen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Warten wir mal ab. Selbst die Industrie sagt, sie müsse nun kmmen.<br />
			Wenn die CDU blockiert, muß sie erklären warum sie den weiteren<br />
			wirtschaftlichen Aufschwung verhindert.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Richard:</th>
<td>Denken Sie Frau Künast, dass es in naher Zukunft auf landesebene auch<br />
			zu schwarz-grünen Koalitionen kommen wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Man soll niemals Nie sagen. Auf kommunaler Ebene &#8211; z.B. in NRW machte<br />
			es Sinn die verfilzten SPD-Strukturen zu beenden. Aber für alles Weitere<br />
			ist die Frage: Wer und Was ist die CDU??? Das weiß heute selbst FRau<br />
			Merkel nicht. Oder?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Wulf:</th>
<td>Warum wird eigentlich versucht, mit Hochdruck das Homo-Ehengesetz<br />
			durch den Bundestag zu peitschen? Haben Sie keine Bedenken, dass dieses<br />
			Gesetz mit Rücksicht auf die Verfassung zum Schutz der Ehe und Familie<br />
			gekippt wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Von peitschen kann gar nicht die REde sein. Es wird jetzt ordentlich<br />
			beraten. &#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Wie schätzen Sie den Einfluss der Medien auf politische<br />
			Willensbildungsprozesse ein? Ist er innerhalb der letztzen zehn Jahre<br />
			grösser oder kleiner geworden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Sorry, ein wenig zu früh gedrückt
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Außerdem ist es keine totale Gleichstellung mit der Ehe, eher ein<br />
			Abbau einer durch nichts zu legitimierenden Diskriminierung. Selbst das<br />
			Bundesverwaltungsgericht hat schon entschieden, es muß eine Rechtliche<br />
			Änderung hin zur Gleichstellung geben.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Bitte beachten SIe dir zu früh gestellte Frage
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Der wird durch die wachsende Konkurrenz immer größer. Wir müssen<br />
			aufpassen, daß am Ende die Politik nicht zum Klamauk verkommt, weil<br />
			aufgrund der immer schnelleren Medien Politiker Angst haben überhaupt noch<br />
			auf Probleme hinzuweisen,
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">solong:</th>
<td>Was zeichnet Ihrer Meinung nach eine gute Politikerin aus?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Chatten, chatten&#8230;. Mal im Ernst, Lust auf Problemlösungen , gute<br />
			Nerven und sich nicht von den vorschnellen Urteilen anderer beeinflussen<br />
			lassen. Wer immer nur geliebt werden will ist hier falsch.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Santa:</th>
<td>was sind ihre weiteren politischen ambitionen für die<br />
			zukunft?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Darüber führe ich nicht mal Selbstgespräche, ich könnte ja abgehört<br />
			werden! &#8230;.. Erst mal etwas Schwung in den grünen Laden<br />
			bringen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Es kann weiter gehen!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>werden sie auch jetzt fuer ein minister amt relevant und wenn ja<br />
			welches?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Ich schwanke zwischen &quot;Internet-Ministerin&quot; und Erstes deutsches<br />
			Mitglied der intergalaktischen Weltregierung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">popster:</th>
<td>was machen die gruenen eigentlich besser als die fdp
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Nahezu alles! Wir wollen, daß die Menschen sich autonom und frei<br />
			entwickeln können, aber solidarisch und verantwortlich leben. Wir denken<br />
			an die Zukunft der heute Jungen, bei Ausbildung, Jobs und Rente. Bei der<br />
			FDP kommt nur durch wer zuerst am ettungsboot ist. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">r247244:</th>
<td>Befürchten Sie, dass die FDP die Grünen mittelfristig als<br />
			Koalitionspartner der SPD ablösen wird?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Den Kampf zur Verteidigung des dritten Platzes haben wir aufgenommen.<br />
			Schaun wir mal wie lange sich die Wählerinnen ncoh Möllemanns Luftsprünge<br />
			anschauen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wir wollen an der ökologischen udn sozialen Modernsierung ernsthaft<br />
			arbeiten.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">r247244:</th>
<td>Wie stehen Sie zu &quot;out of area&quot; &#8211; Einsätzen der NATO und einer damit<br />
			verbundenen deutschen Beteiligung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Unser Parteitagesbeschluss lautet:
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>darauf sind wir jetzt gespannt 😉
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Mit einem UN-Mandat und breiter parlamentarsicher Mehrheit kann die<br />
			Bundeswehr für Friedensmaßnahmen eingesetzt werden. Nichtmilitärische<br />
			lösungen haben strikten Vorrang. Deshalb hat J.Fischer mit der Ausbildung<br />
			von zivilen Konfliktlösern im Außenministerium begonnen. 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Tobi:</th>
<td>Frau Künast. ein Stichwort: Schillys Verknüpfung von Einwanderung und<br />
			asyl. Ihre Auffassung?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Zwei Paar Schuhe. Einwanderung erfolgt nach arbeitsmarkt- sozial- und<br />
			kulturpolitischen Interessen. Flüchtlinge kommen aus humanitären<br />
			Gründen&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wir wollen da nichts verrechnen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Wie beurteilen Sie die Kampfhunddebatte?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Längst überfällig. Da kann nicht sein, daß sich Menschen nicht zu<br />
			bewegen trauen, weil Hunde Vorrang haben.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Wie beurteilen SIe die Leistungen der Bundesregierung im Bereich des<br />
			Unweltschutzes?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Das kann und wird noch besser werden. Aber schauen sie mal auf unsere<br />
			ersten Erfolge. Das Solargeschäft boomt&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Die bundesrepublik bekommt bei den erneuerbaren Energien einen Schub<br />
			auf den andere Länder schon neidisch blicken&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Jetzt kommt als nächstes zum Beispiel das Naturschutzgesetz udn damit<br />
			mehr Umweltschutz unter dem Gesichtspunkt der Lebensqualität.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Können Sie den &quot;Verrat&quot; der gerundlegenden Werte der Grünen den<br />
			Wählern gegenüber verantworten?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Die Verratsdebatte nervt. Es reicht nicht das eigene Programm jeden<br />
			Morgen zu zitieren. Es muß auch was passieren&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wir haben vieles auf den Weg gebracht, ist alles nciht einfach. Aber<br />
			die Wirtschaft wird der veränderten Rechtslage mit ihren finanzeillen<br />
			Entscheidungen folgen &#8212; müssen.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">heldensaga:</th>
<td>aber dennoch ist deutschland inmitten seiner nachbarstaaten eine grüne<br />
			insel, wass den umweltschutz angeht. sollte da nicht auch im ausland mehr<br />
			passieren / deutschland mehr eingreifen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Wir können nicht eingreifen &#8211; nur Vorbild sein. Jetzt diskutieren auch<br />
			die Franzosen wieder über ihre Kernkraftwerke, wir fordern bbei der<br />
			EU-Grundrechtscharta die Veranderung des Umweltschutzes&#8230; Vieles ist in<br />
			Bewegung.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">login:</th>
<td>Lässt sich durch das Internet eine stärkere Integration des<br />
			&quot;einfachen&quot; Bürgers in die Strukturen der Demokratie<br />
			bewerkstelligen?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Das Internet hat beide Komponenten. Mehr Demokratie weil viele Infos<br />
			bekommen, mitreden können&#8230;..
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Aber es hat natürlich auch die neue Macht der Provider begründet. Da<br />
			braucht es jetzt Schutzregeln.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Leider ist die Zeit gleich vorbei, wir kommen zur letzten<br />
			Frage.
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">ioodii99:</th>
<td>mal hand aufs herz: wie stark ist die partei zerrüttet, gibt es eine<br />
			chance die &quot;ewig gestrigen&quot; endlich loszuwerden und eine moderne,<br />
			ökologische Partei zu werden?
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Das hat doch der Partewitag im Münster gezeigt, eine große Mehrheit<br />
			will einen Neuanfang. Das heißt:&#8230;
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Endlch gemeinsam strategsich arbeiten, konkrete Reformprojekte ins<br />
			Visier nehemn und dabei noch Spaß haben. So wie jetzt bei diesem<br />
			chat!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Sehr geehrte Frau Künast, wir möchten uns ganz herzlich für die<br />
			letzten interessanten 60 Minuten bedanken! Es hat uns auch sehr viel Spass<br />
			gemacht! 
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">RenateKuenast:</th>
<td>Tschö!!!!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Gruss nach Berlin!
			</td>
</tr>
<tr valign="top">
<th align="right">Moderator:</th>
<td>Das Transcript wird in den nächsten Tagen bei politik-digital.de zu<br />
			finden sein!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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	</channel>
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