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	<title>Renteneintrittsalter &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Renteneintrittsalter &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Es muss eine Kultur der Altersarbeit entstehen.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Sep 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Renteneintrittsalter]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Lührmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Subventionsabbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <span style="color: #000000"><b><b>Anna Lührmann (Grüne), jüngstes Mitglied des Bundestags, am 30. September 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <span style="color: #000000"><b><b>Anna Lührmann (Grüne), jüngstes Mitglied des Bundestags, am 30. September 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von süddeutsche.de. Heute begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio die jüngste Bundestagsabgeordnete aller Zeiten, Anna Lührmann sitzt für die Grünen-Fraktion im Bundestag und ist im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Sie wird in den kommenden 60 Minuten Ihre Fragen beantworten. Frau Lührmann, sind Sie bereit?<b> </b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja. Immer.</span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="/salon/photos/aluehrmann.jpg" alt="Anna Lührmann" align="left" border="0" height="104" width="83" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Steigen wir gleich in die aktuelle Politik ein. Die Herzog-Kommission hat vorgeschlagen, eine abschlagsfreie Rente nur dann zu zahlen, wenn Arbeitnehmer erst mit 67 Jahren in Rente gehen oder mindestens 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben? Das geht doch auch in ihre Richtung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, also der erste Vorschlag, dass Arbeitnehmer erst mit 67 Jahren in die Rente gehen geht in meine Richtung. Allerdings nur wenn es einen langen Übergangszeitraum gibt, so wie Rürup das vorgeschlagen hat. Ich halte allerdings nichts davon, dass man mindestens 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt haben muss, weil das vor allem Frauen diskriminieren würde, die Pausen zur Kindererziehung genommen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna 2</b>: Bei der Herzog-Kommission wird von &quot;mehr Spielraum für Eigenverantwortung&quot; geredet. Diese nette Formulierung bedeutet doch im Klartext nur, dass der Bürger mehr selbst finanzieren muss, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, aber dazu gibt es keine Alternative. Denn wenn weniger Arbeitnehmer für mehr Rentner aufkommen müssen, dann muss der Einzelne mehr Spielraum haben, um selber vorzusorgen. Dadurch wird das Risiko gestreut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fguzqgfuwe</b>: Aber wollen Sie bis 67 arbeiten und in ein Rentensystem einzahlen, das ihren Lebensstandard trotzdem nicht sichern wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Wenn wir immer kürzer arbeiten und immer länger leben, so wie es bisher der Fall ist, dann ist es doch klar, dass das Rentensystem nicht funktionieren kann. Wenn wir länger arbeiten und privat vorsorgen, dann kann es gelingen, auch im Alter noch ausreichend Geld zur Verfügung zu haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>KleinerStier</b>: Wird durch das steigende Rentenalter nicht das Problem der Arbeitslosigkeit verschärft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das ist leider oft so in der Politik, dass man, wenn man ein Problem löst, dadurch andere eher verschärft. Deshalb müssen wir einen Mittelweg finden und ich glaube, dass die Erhöhung der Lebensarbeitszeit ein solcher ist. Denn wenn die Leute länger einzahlen können, Lohnnebenkosten gesenkt oder stabil gehalten werden und wird somit die Schaffung von Arbeitsplätzen billiger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmmh?</b>: Wie könnte denn ein Mittelweg Ihrer Meinung aussehen? Mir ist das nicht so klar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das habe ich eben beschrieben. Gleichzeitig müssen Anreize zur Früh-Verrentung abgeschafft werden und es muss eine Kultur der Altersarbeit entstehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ReneW</b>: Kann man nicht nur dann selbst vorsorgen oder selbst finanzieren, wenn man genügend Geld zum Vorsorgen hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Konzept soll so aussehen: Der Staat garantiert eine Grundrente, die zum Leben reicht. Und jeder, der einen höheren Lebensstandard haben will, muss privat vorsorgen. Die private Vorsorge soll durch unbürokratische Altersvorsorge-Konten erleichtert werden, auf denen steuerfrei fürs Alter angespart werden kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris-USA</b>: Anna, was sagst du denn dazu, dass in den USA (dort bin ich im Moment) alte Menschen aufgrund einer unzureichenden Rente zum Beispiel bei Walmart arbeiten &quot;müssen&quot;? Also ich hab das jetzt mal live miterlebt und finde es erschreckend von Menschen im hohen Alter bedient zu werden? Also, so stelle ich mir meine Zukunft nicht vor!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="/salon/photos/lauehrmann2.jpg" alt="Anna Lührmann, Grünen-Abgeordnete" align="left" height="150" width="200" />Anna Lührmann</b>: So stelle ich mir meine Zukunft auch nicht vor. Ich habe auch mal ein Jahr in den USA bei Gasteltern im Rentenalter gelebt, die enorme Schwierigkeiten hatten, am Monatsende noch für Nahrungsmittel zu sorgen. Das soll in Deutschland nicht passieren. Deswegen müssen wir unsere sozialen Sicherungssysteme jetzt reformieren. So können wir auch in Zukunft noch ein Leben über der Armutsgrenze für alle ermöglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Kommen wir nun zum Schlagwort Bürgerversicherung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RuckdurchD</b>: Wo liegen ihrer Meinung nach die Vorteile der Bürgerversicherung? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Anna Lührmann: Die Vorteile der Bürgerversicherung liegen darin, dass alle einbezogen werden &#8211; also auch Beamte, Selbständige und Politiker. So werden die Lasten gerechter verteilt und der Faktor Arbeit entlastet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Noch ein aktuelles Thema:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bundestag</b>: Anna, wie stehst Du zu Kochs und Steinbrücks Rasenmäher-Methode?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich halte es für sinnvoll, Subventionen drastisch abzubauen. Da würde ich mir am liebsten natürlich nur bestimmte Subventionen vornehmen wie etwa die Eigenheimzulage oder die Steinkohlesubvention. Aber wenn Subventionsabbau nur nach der Rasenmäher-Methode eine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat findet, dann ist das besser als nichts.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Vielzujung</b>: Zum Subventionsabbau: Auch das steuerfreie Jobticket steht zur Disposition. Ist das nicht unglaublich und ökologisch dumm?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, aber dazu gilt das gleiche was ich oben gesagt habe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>His</b>: Zum Subventionsabbau: Warum nicht endlich die EU-Agrarsubventionen abbauen? Die sind gegenüber nicht EU-Ländern sehr ungerecht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, da haben sie vollkommen recht. Es ist auch Politik der Bundesregierung, die EU-Agrarsubventionen stärker abzubauen. Aber andere Länder wie z.B. Frankreich haben da ganz andere Interessen. Deshalb ist es Renate Künast zumindest gelungen, die Zahlung der Subventionen von der Produktion zu entkoppeln, so dass die Bauern nicht mehr unnötig viel produzieren und so die Weltmarktpreise in den Keller drücken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ReneW:</b> Warum gerade die Eigenheimzulage?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die Eigenheimzulage ist die größte Subventionszahlung im Bundeshaushalt und ich sehe nicht ein, warum wir angesichts stagnierenden Bevölkerungszahlen weiterhin den Bau von neuem Wohnraum subventionieren. Sinnvollere Programme sind da z.B. das Altbausanierungsprogramm, mit dem Häuser besser isoliert werden, so dass weniger CO2 verbraucht wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Gehen wir nun nach Europa:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jetzt aber</b>: Wie wollen Sie das Interesse der Deutschen an der Europa-Politik wecken, wo doch alle mit innerdeutschen Problemen beschäftigt sind?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Interesse an der Europa-Politik will ich dadurch wecken, dass ich den Leuten deutlich mache, dass Europa auch ganz konkret mit ihrem Leben zu tun hat. Drei Beispiele: Die europäische Einigung garantiert ein stabiles und friedliches regionales Umfeld für Deutschland. Vom europäischen Binnenmarkt und dem Euro profitieren deutsche Unternehmen und somit deutsche Arbeitnehmer in starkem Umfang. Und drittens, für junge Menschen eröffnen sich durch die Schaffung eines europäischen Hochschulraumes ganz neue Zukunftschancen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmmh?</b>: Wer wird bei der EU-Debatte um die Software-Patente geschädigt? Und wer profitiert von diesen neuen Regelungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die neue Rahmenrichtlinie zu Softwarepatenten ist zum Glück noch nicht beschlossen. Wir Grüne setzen uns stark dafür ein, dass die Methode &quot;Open Source&quot; zu den Gewinnern der Debatte gehört.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chris-USA</b>: Anna, was hältst du vom Subsidiaritätsprinzip (Volksabstimmung) in Bezug auf die Europa-Wahlen? Die CDU hat nun gemeinsam dagegen gestimmt, aber in vielen anderen Ländern ist das Alltag. Wie sieht deine Meinung dazu aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass politische Entscheidungen am besten auf der niedrigst möglichen Ebene getroffen werden. Das Prinzip finde ich gut, es hat jedoch mit Volksabstimmung erst mal nichts zu tun, die ich auch gut finde. Die CDU finde ich jedoch nicht gut, weil die meine Forderung nach einem Referendum über die europäische Verfassung blockiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DaRkZeAlOt</b>: Finden Sie, dass das Europaparlament (das bisher doch recht wenig zu sagen hat) mehr Einflussmöglichkeiten bekommen sollte</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, und zum Glück bekommt es in der neuen europäischen Verfassung wesentlich mehr Mitspracherechte. So soll es z.B. in Zukunft den Kommissionspräsidenten wählen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mohammed</b>: Sollte Ihrer Meinung nach die Türkei der EU beitreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Wenn die Türkei die Kopenhagener Kriterien (Einhaltung der Menschenrechte, Demokratie und funktionierende Marktwirtschaft) erfüllt, dann sollten meiner Meinung nach Beitrittsverhandlungen beginnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>giorgos stamtsis</b>: Anna, welche ist die Meinung von jungen Grünen zum europäischen Grundgesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Damit meinst Du wahrscheinlich die europäische Verfassung, die wir gut finden. Denn in der Verfassung ist die Charta der Menschenrechte verbindlich fest geschrieben. Die Europäerinnen und Europäer bekommen mehr Einfluss, weil das Europäische Parlament gestärkt wird und die EU wird handlungsfähiger nach außen, weil sie einen Außenminister bekommt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Hätten Sie Herrn Fischer gerne auf diesem Posten gesehen, oder gefällt er Ihnen besser bei Ihrer Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich glaube schon, wie viele andere, dass Joschka Fischer auch ein guter Europäischer Außenminister wäre. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, denn er ist ja noch vergleichsweise jung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hamburger</b>: Anna, wie stehst du zu den &quot;Vereinigten Staaten von Europa&quot;, also einem europäischen Staatenverbund?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: So eng wie die Vereinigten Staaten von Amerika sollte die EU nicht zusammen wachsen. Ich stelle mir eher ein föderales Modell irgendwo zwischen dem Status Quo und den USA vor. Das heißt z.B., dass die europäische Außenpolitik nun nur noch von der EU gemacht werden sollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Und würden Sie eine europäische Verteidigungsarmee befürworten, die sich gegen die Vereinigten Staaten behaupten kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich halte nichts davon, dass die EU sich als Gegengewicht zu den USA aufbaut. Denn schließlich haben wir viel mehr Gemeinsamkeiten mit den USA als mit anderen Staaten auf der Welt. Ich stelle mir die transatlantische Beziehung eher als selbstbewusste Partnerschaft vor. Dazu gehört dann auch, dass die EU in der Außenpolitik mit einer Stimme spricht und dass die nationalen Armeen in eine europäische Armee überführt werden. Das kann auch durch Effizienz-Steigerungen zu einer Reduktion der Rüstungsausgaben führen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Sind die Europäer dann aber für Amerika ein ernst zunehmender Partner, wenn sie die Rüstungsausgaben kürzen und beispielsweise im Anti-Terror-Kampf nicht viel beisteuern können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Die Europäer tragen gerade viele Lasten im Anti-Terror-Kampf wie z.B. in Afghanistan. Außerdem hat gerade der Irak-Krieg gezeigt, dass man um Frieden auf der Welt zu schaffen, gerade auch über Kompetenzen in der zivilen Konfliktprävention und im zivilen Nation-Building verfügen muss. Hier hat Europa seine Stärke.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gruen</b>: Wie lange wird das wohl noch dauern? Der Irak Krieg hat ja gezeigt wie wenig Europa mit einer Stimme spricht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Das stimmt, der Irakkrieg war ein schlechtes Beispiel. Fast zeitgleich konnten die Europäer jedoch große Schritte auf dem Weg zu einer wirklichen gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik gehen, z.B. der gemeinsame Militäreinsatz in Mazedonien, das gemeinsame Engagement für das Kyoto-Protokoll und eben auch der europäische Außenminister. Deshalb bin ich optimistisch, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft auch den letzten Schritt zum Ziel einer gemeinsamen Außenpolitik gehen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Brutha</b>: Wurden die Beziehungen zu den USA deiner Meinung nach dauerhaft durch den Irak-Krieg geschädigt? Oder ist das in einem Jahr vergessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich glaube nicht, dass die Beziehungen zu den USA dauerhaft geschädigt sind. Ich war selber ihn Washington im Mai mit unserer Fraktionsvorsitzenden. Wir sind dort sehr freundlich empfangen worden und haben ein gutes und konstruktives Gesprächsklima erlebt, auch bei Regierungsinstitutionen. Deswegen bin ich auch hier optimistisch, dass das auch in den USA akzeptiert wird, dass Partner eben auch manchmal Meinungsverschiedenheiten haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Zurück nach Deutschland und seinen politischen Debatten!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moser</b>: Welche Meinung haben Sie zum Kopftuchverbot?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Meiner Meinung nach sollen Frauen selber entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. Und das sollte ihnen auch in Schulen nicht verboten werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Greenpower</b>: Frau Lührmann, wo sehen Sie sich bei Ihrem rasanten Lebenswandel in 10 Jahren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Keine Ahnung, weil mein Lebenswandel eben etwas rasant ist, kann ich das auch nicht voraussehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Kein Streben nach dem Fraktionsvorsitz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ich will auf jeden Fall, bevor ich 30 bin, noch einen Studienabschluss machen. Das beißt sich, glaube ich, etwas mit höheren Ämtern 🙂</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Wir werden das beobachten 🙂</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gewinnertyp</b>: Du hast doch vermutlich mehr Interesse an der politischen Förderung junger Menschen als die &quot;älteren&quot; Politiker? Wie, meinst Du, kann man Jugendliche für Politik begeistern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Indem man ihnen zeigt, dass es etwas bringt, sich zu engagieren und das dass auch noch Spaß macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Puschi</b>: Hallo Anna, ich als Studi habe schon wenig Freizeit, aber wie bekommst Du die Doppelbelastung mit Studium und Job eigentlich hin, bzw. hast Du überhaupt noch Zeit, mit Freunden abends ein Bier (oder einen Apfelwein) trinken zu gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Apfelwein mag ich nicht, aber für ein Bier mit Freunden muss immer wieder Zeit bleiben. Sonst würde ich ja auch die Bodenhaftung verlieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>: Liebe Gäste, die Stunde ist vorbei, herzlichen Dank für Ihr Interesse und die vielen Fragen. Vielen Dank, Frau Lührmann, dass Sie unseren Usern zur Verfügung standen. Das tacheles.02-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Abend! Am kommenden Donnerstag ist die Vorstandsvorsitzende der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Dr. Edda Müller, von 14.00 bis 15.00 Uhr im tacheles.02-Chat und wird Licht in das Dunkel des Dosenpfand bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anna Lührmann</b>: Ja, vielen Dank, es war nett hier!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Beitrag wird steigen&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Renteneintrittsalter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Andrea 
Nahles, SPD-Parteivorstandsmitglied, am 28. August 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b> 
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Andrea<br />
Nahles, SPD-Parteivorstandsmitglied, am 28. August 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b><br />
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02 Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio das SPD-Parteivorstandmitglied<br />
und Sprecherin der SPD-Linken, Andrea Nahles. Schön, dass Sie für<br />
die nächsten 60 Minuten für die Fragen der Nutzer bereitstehen.<br />
Können wir beginnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Wie schätzen Sie den Bericht der Rürup-Kommission ein? Großer<br />
Wurf oder &quot;das totale Scheitern&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Weder das eine noch das andere. Dazwischen. Gute Materialsammlung &#8211; politisch<br />
zu widersprüchlich, um eine klare Linie vorzugeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ztdfhgvjh</b>:<br />
Wo liegt in den Vorschlägen der Rürup-Kommission die Zukunftsperspektive?<br />
Derzeit geht es doch lediglich um Schadensbegrenzung. Müssen wir<br />
künftig einen einwanderungspolitischen Kniff entwickeln, um unsere<br />
sozialen Sicherungssysteme finanzieren zu können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Gute Anmerkung. Vielfach wird vergessen, dass die demografische Entwicklung<br />
stark von der Erwerbsquote und der Zuwanderung abhängt; insoweit<br />
wäre es das einfachste, dass endlich das fix und fertige Zuwanderungsgesetz<br />
durch den Bundesrat kommt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bert</b>:<br />
Wo liegen denn genau die Widersprüche in dem Rürup-Vorschlägen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Zum Beispiel schlagen die Jungs gleich zwei grundverschiedene Neufinanzierungsmodelle<br />
vor: Bürgerversicherung oder Kopfpauschale. Dann wollen sie an umlagefinanzierter<br />
Rente festhalten, senken die aber soweit ab, dass am Ende vor allem die<br />
Kommunen bezahlen müssen, die für eine soziale Mindestsicherung<br />
gerade stehen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Betrachten wir die einzelnen Vorschläge doch etwas genauer. Das Rentenniveau<br />
soll gesenkt werden. Ist das mit Ihnen zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das Rentenniveau wird bereits durch die Riester-Rente kontinuierlich bis<br />
2010 auf 42 Prozent Bruttolohnniveau abgesenkt. Das ist bereits Gesetz.<br />
Ein weiteres Absenken des Niveaus halte ich nicht für vertretbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Langleben_lohnt</b>:<br />
Laurenz Meyer kritisierte allerdings abermals den Vorstoß der Experten,<br />
das Rentenalter ab 2011 schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Sind Sie<br />
da einer Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das kritisiert nicht nur Meyer dagegen haben sich bisher alle Politiker<br />
ausgesprochen. Ich finde, dass wir das Rentenzugangsalter erhöhen<br />
müssen, das liegt derzeit bei 60,3 Jahren im Durchschnitt, und das<br />
liegt an einer verfehlten Frühverrentungspraxis und daran, dass Unternehmen<br />
ältere Menschen zum alten Eisen stempeln. Dafür braucht man<br />
aber nicht das Rentenalter erhöhen, da muss man erst mal dafür<br />
sorgen, dass die derzeitigen 65 Jahre überhaupt erreicht werden,<br />
sonst ist das wegen der Abschläge nur Abzocke der Rentner.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Allerdings schließt Ihr Parteigenosse Clement eine Verlängerung<br />
der Arbeitszeit nicht aus. Wie beurteilen Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich denke, Sie meinen die Erhöhung des Rentenalters? Damit steht<br />
er in der Partei wie häufiger alleine.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>willy_brand</b>:<br />
Sinken bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit die Chancen auf<br />
einen neuen Job nicht für Arbeitslose? Wenn ältere Arbeitnehmer<br />
nicht ihren Stuhl räumen, sondern darauf sogar noch länger als<br />
bisher sitzen bleiben, können Jüngere nicht nachrücken.<br />
Verstehe das wer will!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Das stimmt solange die Arbeitsmarktsituation so miserabel ist. Wenn wir<br />
ab 2010-2015 hier aus dem Tal der Tränen kommen, kann eine moderate<br />
Verlängerung sinnvoll sein &#8211; wie gesagt &#8211; der faktischen Lebensarbeitszeit.<br />
Ich stelle mir vor, dass Rentner eine Phase des Ausscheidens haben, wo<br />
sie ohne finanziell schlecht zu stehen, mehr Teilzeit im Alter machen.<br />
Dann könnten auch die jüngeren vom Erfahrungswissen profitieren,<br />
ohne dass die Alten überfordert sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie haben sich für eine Erhöhung des Beitragssatzes im nächsten<br />
Jahr von 19,9 Prozent eingesetzt. Der Kanzler möchte das nicht. Dazu<br />
noch eine Frage eines Users.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>k71</b>:<br />
Warum sollte der Beitragssatz weiter steigen? Generalsekretär Olaf<br />
Scholz und der Sozialexperte Bert Rürup haben einen stabilen Beitrag<br />
als Ziel genannt. Auch Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) warb dafür,<br />
damit die Lohnnebenkosten nicht weiter zulegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der Beitrag wird steigen. Es sei denn wir hauen so richtig mit der Axt<br />
in die derzeitige Rente und kürzen. Wir müssten um auf 19,5<br />
zu bleiben neun Mrd. Euro einsparen und da erscheint es mir angesichts<br />
der hohen Arbeitslosigkeit besser, wenn wir 19,9 Beiträge machen,<br />
als den Rentner massiv in die Bezüge zu gehen und ihre Kaufkraft<br />
(sind immerhin 19 Mio. Menschen) damit weiter drosseln. Der Kanzler hat<br />
sich dazu vorsichtig, aber doch offen geäußert. Mal sehen,<br />
was sie machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cindy</b>:<br />
Sie raten dazu, die Debatte über die Anhebung des Renteneintrittsalters<br />
&quot;gelassener zu führen, als wir es zur Zeit tun&quot;, sagte<br />
Schmidt. Fühlen Sie sich angesprochen und was antworten Sie Frau<br />
Schmidt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Schmidt ist immer gelassen. Klasse, ich nicht. Richtig ist aber, dass<br />
das alles vor 2010 nicht so dramatisch wichtig ist, weil wir bis dahin<br />
keinen Fachkräftemangel haben. Allerdings muss jetzt vorgebaut werden.<br />
Die Leute müssen im Job länger fit bleiben, zwischendurch mal<br />
eine Auszeit nehmen können, mehr Teilzeit z.B. während Erziehungszeiten.<br />
Das ist in Deutschland noch lange nicht selbstverständlich genug.<br />
Das wären so meine Traumvorstellungen, damit Leute länger arbeiten<br />
können und wollen und wir dann nach 2010 nicht ins große Fachkräfteloch<br />
fallen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lehmann</b>:<br />
Warum sollte der Beitragssatz weiter steigen? Generalsekretär Olaf<br />
Scholz und der Sozialexperte Bert Rürup haben einen stabilen Beitrag<br />
als Ziel genannt. Auch Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) warb dafür,<br />
damit die Lohnnebenkosten nicht weiter zulegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Richtig. Ist Abwägung von schlechten Alternativen. Ich bin für<br />
Kaufkraft, solange das Wachstum stottert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kummer</b>:<br />
Mal ehrlich: Verstehen Sie alle Reformen und deren Auswirkungen und deren<br />
Effekte? Ich nicht. Bin gespannt, wie viel ich nächstes Jahr für<br />
meine Gesundheit mehr zahlen muss, wie meine Rente in 30 Jahren aussieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich verstehe schon einiges, weil ich das jetzt seit einigen Jahren verfolge,<br />
aber ich bin kein Orakel. Die Situation in 30 Jahren hängt davon<br />
ab wie die Wirtschaft in unserem Land dann läuft. Das wird dann &#8211;<br />
wie auch immer &#8211; verteilt. Zwischen Alt und Jung und Arm und Reich. Die<br />
Gesundheit kostet jedenfalls schon nächstes Jahr mehr, das kann man<br />
jetzt schon ausrechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>k71</b>:<br />
Fachkräftemangel? Krankenhäuser beklagen fehlende Ärzte!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, kann ich bestätigen, mein Bruder arbeitet in der Charite und<br />
singt mir das Lied jeden Abend. Ich verstehe das teilweise nicht. Ist<br />
wie mit dem Schweinezyklus: Entweder haben wir zu viele Lehrer und Ärzte<br />
oder zu wenige. Warum gibt es da keine übergeordnete Planung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>extrabreit</b>:<br />
Sagen Sie die harten Wahrheiten, die die Regierung verschweigt? Ist das<br />
Ihre Rolle?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Manchmal. Meistens bin ich noch zu freundlich</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus</b>:<br />
Frau Nahles, wie sieht ihre Rentenreform aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich würde die Riester-Zusatzrente, die derzeit nur 14 Prozent der<br />
Bevölkerung abgeschlossen haben, obligatorisch machen. Das bedeutet<br />
aber, dass die Gründe analysiert werden müssen, warum die so<br />
schlecht ankommt. Ich glaube: zu bürokratisch und noch zu teuer für<br />
untere Einkommen. Würde man das machen, müsste man aufgrund<br />
der konjunkturellen Schweirigkeiten jetzt nicht unnötig tief einschneiden,<br />
da die gesetzliche Rente nicht das alleinige Standbein wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lehmann</b>:<br />
Ist die Riesterrente nicht das Gegenteil von Bürokratieabbau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja. s.o.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pixelpark</b>:<br />
Und würde Ihr Bruder die SPD wählen oder CDU FDP?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
SPD &#8211; ist ja mein kleiner Bruder.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Anderes Thema &#8211; Wie steht die Parteilinke zur Bürgerversicherung,<br />
Frau Nahles</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wir sind dafür &#8211; ganz klar. Und das Gute kommt jetzt: Auch die Parteirechte<br />
hat sich dafür ausgesprochen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wen meinen Sie denn da genau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der Seeheimer Kreis hat sich sogar eine eigene Tagung dazu gegönnt<br />
und sich mit kleineren Modifikationen zum Konzept der Parteilinken dafür<br />
ausgesprochen. Anfang September bin ich bei den Grünen zu einer Veranstaltung<br />
eingeladen, wo wir dafür werben. Also, das Thema ist nicht tot, auch<br />
wenn die Parteispitze der SPD sich nicht begeistert zeigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ztdfhgvjh</b>:<br />
Deckt die &quot;Kopfpauschale&quot; den ganzen Krankenkassenbeitrag, oder<br />
ist es eine Prämie die man zusätzlich zum regulären Beitrag<br />
leisten muss? Abgesehen davon sind 210 Euro für schwach verdienende<br />
viel Geld.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Kopfpauschale ersetzt Krankenkassenbeitrag nicht, es ist vielmehr das,<br />
was der Staat dem einzelnen als Zuschuss abverlangt. Wieviel die Krankenkassen<br />
letztlich brauchen, um alle Leistungen die wir jetzt haben, abzudecken,<br />
ist damit noch nicht beantwortet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hgjhgj</b>:<br />
Wieso sind Bürgerversicherung und Kopfpauschale Widersprüche?<br />
Kann es den Bürgerversicherten mit einer Pauschale von 240 Euro nicht<br />
auch geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Sie ließen sich wahrscheinlich kombinieren ein durchdachtes Modell<br />
dafür liegt jedoch noch nicht vor und wurde von der Rürup Kommission<br />
auch nicht vorgestellt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst</b>:<br />
Wie wirkt sich die Bürgerversicherung auf die privaten Versicherungen<br />
aus? Gehen die dann pleite und entlassen ihre Mitarbeiter als neue Arbeitslose<br />
auf den Arbeitsmarkt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das ist nicht notwendig so. Wir favorisieren ein Modell, wo die Privatversicherungen<br />
ebenfalls die Bürgerversicherung anbieten könnten, genau wie<br />
die gesetzliche Krankenkasse und dass das mit Zusatzangeboten ergänzt<br />
werden kann. Sie würden also auch ihren Teil vom Kuchen Abbekommen.<br />
Trotzdem würden sie sich verändern müssen; eine kapitalgedeckte<br />
Vollversicherung privat würde es dann nicht mehr wie heute geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Frau Nahles, können Sie uns erklären, warum bei dem Gesundheitskompromiss<br />
bspw. die Pharmaindustrie oder auch die Kassenärztliche Vereinigung<br />
geschont wurden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die Opposition wollte es nicht, Schmidt hat es nicht durchgesetzt &#8211; die<br />
Lesart ist verschieden, aber das Ergebnis traurig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Fühlen Sie sich in dieser Diskussion nicht etwas ohnmächtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Nein und Ja. Das nennt man Politik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Langleben_lohnt</b>:<br />
Es wird für die Versicherten künftig definitiv nichts billiger,<br />
sondern am Ende alles teurer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Konkret: Es sollen 23 Milliarden Euro eingespart werden. Davon tragen<br />
13 Prozent die Leistungserbringer, 68 Prozent die Arbeitnehmer und 18<br />
Prozent werden über Steuern umfinanziert (Tabaksteuer z.B.).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und wer setzt sich diesmal durch: Eichel oder Schmidt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Tendenz unklar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nun zu konkreteren Dingen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>grobi</b>:<br />
Entscheidend ist zunächst, dass der Teufelskreislauf aus steigenden<br />
Sozialbeiträgen und wegfallenden Arbeitsplätzen durchbrochen<br />
wird. Dabei ist klar, dass der durch die Senkung der Beitragssätze<br />
gewonnene Spielraum von den Versicherten weitgehend auch wieder für<br />
Gesundheitsausgaben aufgewendet werden muss. Per Saldo erwarte ich aber<br />
schon einen Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung durch<br />
diese Reform, sagte der CDU Experte Storm. Sehen sie das auch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Blödsinn. Sage ich mal so drastisch. Die Lohnnebenkosten steigen<br />
ja für die Arbeitnehmer, sie werden nur für die Arbeitgeber<br />
gesenkt. Das macht für deren Investitionsentscheidungen sehr wenig<br />
aus. Auch die Entscheidung für oder gegen Arbeitsplätze wird<br />
danach gefällt, ob Aufträge da sind. Das hängt jedoch vielmehr<br />
von der Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten ab. Wenn die Belastung<br />
der Arbeitnehmer allerdings steigt, s.o, drückt das die Nachfrage.<br />
Kurz: Ich vertrete da eine andere Philosophie als Storm.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>das_tier</b>:<br />
Gehen Sie eine Wette ein, dass die Krankenkassen im kommenden Jahr ihre<br />
Beiträge wirklich senken, sagen wir mal um mindestens 0,5 Prozentpunkte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, sie werden gezwungen. 0,5 würde ich aber nicht wetten wollen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sondern? Wie viel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Keine Ahnung. Hängt von Arbeitslosigkeit ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Steigt die auf fünf Mio.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die BA (Bundesanstalt für Arbeit) hat das prognostiziert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>börti</b>:<br />
Warum ist die Positivliste für Arzneimittel nicht gemacht worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Dagegen hat die FDP und die Pharmaindustrie massiv Druck gemacht. Es gibt<br />
einige Einschränkungen, was die Verschreibungspraxis angeht, bin<br />
ich aber skeptisch, ob wir ohne Positivliste die kostentreibenden Verschreibungen<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">eindämmen<br />
können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie ist da die Parteimeinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die Positivliste ist nötig. Schweden hat 35 00 zugelassene Medikamente,<br />
Deutschland 55.000. Da stimmt doch was nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Für Arbeitnehmer, die um 1970 herum geboren wurden, sinkt die Rendite<br />
ihrer Rentenbeitragszahlungen auf Null. Wer aber heute Berufsanfänger<br />
ist und erst nach 2040 das Rentenalter erreicht, der erhält sogar<br />
nur 80 Prozent seiner nicht zu knappen Beiträge zurück. Tolle<br />
Reformvorhaben ihrer Partei. Dann ist es ja wirklich einleuchtend, warum<br />
das Wort &quot;demokratischer Sozialismus&quot; aus dem Parteiprogramm<br />
gestrichen werden soll!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Bin 1970 geboren. Die Rentenhöhe hängt davon ab, was wir 2010,<br />
2020, 2030, 2040 umverteilen KÖNNEN. Ich sehe da viele Stellgrößen,<br />
die wir verändern müssen, z.B. haben wir eine äußerst<br />
miserable Erwerbsquote von Frauen. Kurz: Ich denke die Prognosen für<br />
die nächsten 20 Jahre sind nicht statisch, sondern veränderbar.<br />
Was meine Partei vorschlägt, versucht das Rentenniveau (netto) bei<br />
über 60 Prozent zu stabilisieren und zusätzlich eine kapitalgedeckte<br />
Säule aufzubauen, die staatlich gefördert wird. Alles andere<br />
sind erst mal nur Vorschläge der Rürup-Kommission. Also, ich<br />
sehe das nicht so pessimistisch wie Sie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bebel68</b>:<br />
Ist die SPD nicht inzwischen auch eine neoliberale Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
www.forum-dl21.de, gute Adresse für solche die das nicht hinnehmen<br />
wollen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>danman_dk1</b>:<br />
Guten Tag Frau Nahles, verliert die SPD Ihrer Meinung nach an Profil?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, das befürchte ich durchaus, an mir liegt es nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie muss Ihrer Ansicht nach Gerechtigkeit neu definiert werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
das ist immer ein guter Versuch wert, auf der Höhe der Zeit sein.<br />
Politik muss auch immer wieder gute Ideen und Anliegen in die Gegenwart(sprache)<br />
Übersetzen, allerdings hat das Grenzen. Gerechtigkeit hat mit Chancen<br />
zu tun, es hat aber auch damit zu tun, ob es eine Würde der Schwächeren<br />
gibt, die man achtet und ob gleiche Chancen auch meint, dass die soziale<br />
Herkunft nicht schon den Rest des Lebens (negativ wie positiv) vorprogrammiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Sie haben den Teil meiner Frage zur Streichung des Wortes &quot;demokratischer<br />
Sozialismus&quot; aus dem Parteiprogramm nicht beantwortet!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Demokratischer Sozialismus ist eine Quelle der Ideen, ein Motor der sozialdemokratischen<br />
Bewegung und das kann auch für die Zukunft so sein, wenn wir es schaffen,<br />
ihn in die Gegenwart zu übersetzen Es wäre der Mühe wert,<br />
besser jedenfalls, als ihn einfach ersatzlos zu streichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was Herr Scholz über den Begriff &quot;demokratischer Sozialismus&quot;<br />
denkt, wissen wir jetzt. Aber was denkt Ihr Parteivorsitzender?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der meinte am Montag im Parteivorstand, wäre doch ein schönes<br />
Thema für den Parteitag, so ist er, der Gerd.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lola</b>:<br />
Stecken ihre SPD-Fraktionskollegen vom linken Flügel nicht in einem<br />
bedauerlichen Dilemma? Stimmen sie im Bundestag gegen die Reformen, unterstützen<br />
sie die Opposition. Stimmen sie den Reformvorhaben zu, machen sie sich<br />
mit ihrer Kritik an den Reformen unglaubwürdig und &quot;verraten&quot;<br />
ihre eigentlichen Überzeugungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich bin nicht mehr in der Fraktion. Es ist nicht so einfach zu beantworten<br />
was ich machen würde, wenn&#8230;.,denn es geht immer konkret um die<br />
Machtfrage, also hat die eigene Partei eine Mehrheit oder wollen wir,<br />
dass Merkel Bundeskanzlerin wird. Ich nicht, meine linken Kollegen auch<br />
nicht, und so wird es oft am Ende trivial. Trotzdem haben wir natürlich<br />
Einflussmöglichkeiten in der Gesetzgebung und auch im Parteivorstand,<br />
wo ich bin. Ein Konflikt bleibt es. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Aber<br />
ich sage auch, Politik ist ein Prozess, der Kompromisse erfordert das<br />
ist der Kern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Apropos Ihr Parteivorsitzender, was sagen Sie dazu, dass sich Herr Schröder<br />
und Herr Fischer noch mal zur Wahl stellen wollen 2006?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Dream-Team.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Keine Glückwünsche?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wenn sie gewinnen, ist dafür immer noch Zeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bebel68</b>:<br />
Andrea, wirst du noch einmal für den SPD-Parteivorstand kandidieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Yes.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zum Abschluss des Renten dominierten Tages:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nöhl</b>:<br />
Wie sind sie eigentlich versichert, Frau Nahles? Riester-Rente?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Nein, bin ja vier Jahre im Bundestag gewesen und habe dadurch keine Rente,<br />
das gibt es erst nach acht Jahren, überlege deshalb noch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Chat-Freunde, die Stunde ist vorbei. Vielen Dank fürs Kommen,<br />
Frau Nahles, und Dank an alle Teilnehmer fürs Kommen. Im nächsten<br />
Chat geht es um die bayerische Landtagswahl. Den Auftakt macht der Spitzenkandidat<br />
der SPD, Franz Maget, am 2.9 .03 um 17.30 Uhr. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats<br />
finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de, politik-digital.de,<br />
unterstützt von tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ihr seid ja richtig friedlich gewesen. Vielen Dank.</span></p>
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