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	<title>Resource &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Resource &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Spannungsfelder der Wissensgesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/geheimniskramerei-im-amt/wissensgesellschaftspannung-shtml-2971/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geheimniskrämerei im Amt]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen macht Wert]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Einleitung in einen komplexen Gegenstand]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Einleitung in einen komplexen Gegenstand<!--break--></p>
<p>Schon 1973 veröffentlichte Daniel Bell seine<br />
                  <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3593335557/qid=1018522502/sr=1-2/ref=sr_1_0_2/028-3121851-5913359" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thesen</a> vom Leben in einer &#8220;postindustriellen Gesellschaft&#8221;. Im Bereich der Wirtschaft vollzog sich ein Übergang von der güterproduzierenden zur Dienstleistungsgesellschaft. Damals zeigten sich tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, die seit den 90er Jahren mit dem Begriff der &#8220;Wissensgesellschaft&#8221; gekennzeichnet werden. Die Begriffe wurden gewählt, um die gewachsene Bedeutung von &#8220;Wissen&#8221; als ein weiterer Produktionsfaktor neben Boden, Arbeit und Kapital zu erfassen. Wissen wird zu handelbaren Ware &#8211; Wissensarbeit zu unserem täglichen Brot. Aber Wissen ist auch ein öffentliches Gut, dass für alle frei zugänglich sein muss, will er oder sie in einer ausdifferenzierten und komplexen Gesellschaft überleben. Wissen ist speicherbar, sei es auf käuflichen Datenträgern oder in Form von geteilten Erlebnissen, die von Generation zu Generation kostenlos mitgeteilt werden.</p>
<p>Doch was ist das wirklich Neue? Schließlich galt noch in jeder Gesellschaft, dass Wissen Macht ist.<br />
                  <br />&#8220;Der Wissensraum ist so groß und im Prinzip frei wie nie, für den einzelnen kann er aber so klein bzw. kontrolliert werden, wie ebenfalls nie zuvor&#8221;, sagte der Konstanzer Medienwissenschaftler Rainer Kuhlen auf der letztjährigen Konferenz &#8220;Gut zu Wissen&#8221; der Heinrich-Böll-Stiftung im Interview mit<br />
                  <a href="/salon/transcripte/kuhlen.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital</a>.</p>
<p>Neue Informationstechnologien (IT) &#8211; vornehmlich das globale Internet &#8211; strukturieren Unternehmen, das Privatleben, aber auch die Politik neu. Die informationstechnologische Revolution schafft neue Handlungs- und Bewegungsspielräume, die die Wirtschaft z.T. radikal geändert haben: eCommerce, eBusiness. Innerhalb der Politik wird viel von eGovernment, eDemocracy oder eSociety gesprochen.</p>
<p>Wenn die oben genannte These von Rainer Kuhlen zutrifft, wird der Zugang zur Ressource in der entstehenden Wissensgesellschaft zur zentralen gesellschaftlichen Frage. Welches Wissen wird wie Nachgefragt und unter welchen Konditionen angeboten? Denn schon zu Zeiten der Industriegesellschaft war der Zugang zu den Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital von entscheidender Bedeutung. Daran scheint sich nichts grundlegendes geändert zu haben. Vielmehr kommt ein neuer Faktor hinzu und verändert das Verhältnis der Produktionsfaktoren untereinander.</p>
<p>Folgerichtig stellt die Konferenz<br />
                  <a href="/edemocracy/wissensgesellschaft/wissenswert.shtml">&#8220;WissensWert&#8221;</a> die Frage nach dem Zugang zur Ressource Wissen aus unterschiedlichen Perspektiven: wirtschaftliche, rechtliche und politische Aspekte kommen auf der Konferenz zur Sprache.</p>
<p>Im Zusammenhang damit steht die zentrale Fragestellung, wie das Verhältnis Staat-Bürgerinnen in der aufkommenden Wissensgesellschaft geregelt ist. Neben dem bekannten Schreckensbild des &#8220;gläsernen Menschen&#8221; steht das positive Leitbild des &#8220;gläsernen Staates&#8221;. Welche Informationen braucht der mündige Bürger vom Staat, um seinen demokratischen Pflichten nachzukommen?</p>
<p>Bisher war es aufgrund der in Deutschlands Amtsstuben herrschenden Verschwiegenheit und Geheimniskrämerei kaum möglich, Einblick in Akten zu erhalten. Im Informationsfreiheitsgesetz (IFG) soll nun geregelt werden, dass Jedermann/frau unter Wahrung des Datenschutzes ein Recht auf Auskunft hat. Dass dieses Recht, dass bisher nur in vier Bundesländer eingeführt wurde, bisher kaum genutzt wird, liegt schlicht an seiner geringen öffentlichen Bekanntheit. Die Wichtigkeit eines offenen Informationszuganges für ein funktionierendes demokratisches System und einer aufgeklärten Öffentlichkeit kann nicht genug betont werden. Das<br />
                  <a href="/edemocracy/wissensgesellschaft/redelfs.shtml">Interview</a> mit Manfred Redelfs beleuchtet die Bedeutung des IFG aus der Perspektive des Journalismus und zeigt die praktischen Folgen.</p>
<p>Doch warum hat Deutschland immer noch kein IFG? Diesen Mangel beleuchtet der<br />
                  <a href="/edemocracy/wissensgesellschaft/ifg.shtml">Artikel</a> von Mortimer Treichel.</p>
<p>Ein anderes Spannungsfeld liegt in dem schnellen Wachstum des Wissensangebotes, dass zu einer Informationsflut und dem Problem der Verarbeitung dieses Überangebotes führt. Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Wissensmanagement aus der Perspektive der Wirtschaftswissenschaften. Im<br />
                  <a href="/edemocracy/wissensgesellschaft/walger.shtml">Interview</a> mit Prof. Dr. Gerd Walger von der Privat-Universität Witten-Herdecke umschreibt er seinen Lösungsansatz mit dem Begriff des &#8220;Vergessensmanagement&#8221;.</p>
<p>Gerade da die Konturen ebenso wie der Begriff der Wissensgesellschaft noch unscharf und uneindeutig sind, ist es wichtig, den Weg Deutschlands in das Informationszeitalter mittels rechtlicher Grundlagen vorzugeben. Andererseits bedarf es der Suche nach Lösungspotentialen für die Spannungen zwischen der zunehmenden Kommerzialisierung und Verwertung von Wissen und der Bewahrung des öffentlichen Reichtums von Wissen.<br />
                  </p>
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		<title>Wissen ist der Reichtum einer Gesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wissen-macht-wert/wissensgesellschaftwissenswert-shtml-3140/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissen macht Wert]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Resource]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Konferenz "Wissenswert" will die Frage um die Resource Wissen aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konferenz &#8220;Wissenswert&#8221; will die Frage um die Resource Wissen aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Das weltweite Wissenspotential sollte zu Gunsten aller Menschen genutzt werden&#8221;, sagt<br />
                    <a href="http://duplox.wz-berlin.de/people/jeanette" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jeanette Hofmann</a> vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Die promovierte Politologin beschäftigt sich mit der sozioökonomischen und rechtlichen Entwicklung von Informationen im Internet. Ihre These: Durch die Digitalisierung greifen die herkömmlichen Profitmodelle der Informationswirtschaft nicht mehr, eine Nivellierung des Urhebergesetzes und Bestrebungen der Industrie neue Wertschöpfungssysteme einzuführen, könnte in Zukunft zu einer Verknappung des frei verfügbaren Wissens führen.</p>
<p>Dabei ist für Jeanette Hofmann klar: &#8220;Wissen ist der Reichtum einer Gesellschaft, Wissen sollte für jedermann frei zugänglich sein.&#8221; Deshalb organisiert sie zusammen mit Carolin Welzel und dem Wissenschaftszentrum Berlin am 17. und 18. April die Tagung<br />
                    <a href="http://www.wz-berlin.de/wissenswert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Wissenswert&#8221;</a> zum Thema &#8220;Internet und die neue Wissensordnung&#8221;. Ziel der Tagung an der Wissenschaftler und Experten mit dem Forschungsgebiet Wissensgesellschaft als Gastredner geladen sind: Den Weg in die Wissensgesellschaft zu thematisieren, auf Probleme und Gefahren aufmerksam zu machen und durch das Zusammenbringen von verschiedenen Experten Lösungspotentiale schaffen.</p>
<p>&#8220;Ich sehe hauptsächlich die Gefahr durch eine stärkere Kommerzialisierung von Wissen&#8221;, sagt Jeanette Hofmann. Es geht um die Hürden, die den Zugang zu Wissen beschränken.<br />
                    <br />Dabei seien die gewachsene Wissenshierarchie, die Rechte der Konsumenten und damit auch die Errungenschaften des prädigitalen Zeitalters in Gefahr. Denn mit der Digitalisierung von Informationen und Wissen entstehe ein Paradoxon: Zum einen sinken die Transaktionskosten in der Zirkulation des Wissens durch Medien wie das Internet, auf der anderen Seite wird der Zugang zum Wissen durch neue Lizenzierungssysteme wieder beschränkt.</p>
<p>So will die Tagung &#8220;Wissenswert&#8221; die Frage nach dem Zugang zur Ressource Wissen aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten und dabei wirtschaftliche, rechtliche und politische Aspekte zur Sprache bringen. Dreh- und Angelpunkt: Das geistige Eigentum und damit Zugang und die Verteilung von Wissen, die nach Meinung der Organisatorin in Zukunft hauptsächlich eine politische Frage sein wird.</p>
<p>Denn schließlich gebe es ja durchaus Beispiele, wie die fast schon legendäre Geschichte des<br />
                    <a href="/netzpolitik/linux" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Computerbetriebssystems Linux</a>, die geistiges Eigentum schützen und trotzdem den freien Zugang zu dem darin enthaltenen Wissen erlauben. Dabei müssten die Informationswirtschaft natürlich umdenken muss und nach jahrelangen profitablen Geschäften, auf Gewinne aus Wissensmonopolen verzichten. Wie diese dann Gewinne generieren sollen, kann Jeanette Hofmann nicht sagen, für sie zählt allein der freie Zugang zu Wissen: &#8220;Für die Unternehmen sehe da keine Lösung.&#8221;<br />
                    </p>
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		<title>Wissensmanagement + Vergessensmanagement = Wissensgesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<category><![CDATA[Gerd Walger]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Gerd Walger, 
                  Universität Witten-Herdecke]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Gerd Walger,<br />
                  <a href="http://www.uni-wh.de/de/wiwi/lehrstuhle/walger/index.htm?uni-wh" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universität Witten-Herdecke</a><!--break--></p>
<p>                  <strong>politik-digital:</strong> Seit wann ist Wissensmanagement in Unternehmen ein Thema und welche Faktoren waren dafür ausschlaggebend?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Wissensmanagement ist zunächst Thema in den großen Unternehmensberatungsgesellschaften geworden und zwar Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Beratungsgesellschaften haben das Problem, Wissen, das sich einzelne Berater in und für einzelne Beratungsprojekte erworben haben, auch anderen Beratern zweckentsprechend verfügbar und auf einfache Weise zugänglich zu machen. Ein solches Wissensmanagement ist für Beratungsgesellschaften wesentlich, da die Expertise ihrer Berater ihr wesentlicher Produktionsfaktor ist. Dabei wird Wissen als Bestand begriffen, der von der Person des einzelnen Beraters und seiner Erfahrung abgelöst werden kann. Erst dieses bestandsmäßige Verständnis von Wissen läßt Wissen besitzen, speichern und auf andere Berater übertragen. Einen Aufschwung genommen hat dieses Wissensverständnis nicht zuletzt mit der modernen Informationstechnologie.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wird das Thema in Deutschland ausreichend berücksichtigt?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Über die international tätigen Beratungsgesellschaften ist das Thema in Deutschland rasch aufgegriffen worden &#8211; zunächst in den Beratungsgesellschaften selbst und von da aus &#8211; als Beratungsleistung &#8211; auch bei den Klientenunternehmen. Einen Schub hat dabei die Entwicklung des Internets ausgelöst, mit dem per EDV auch auf einfache Weise auf Wissen ausserhalb des Unternehmens Zugriff genommen werden kann. Allerdings hat gerade diese Flut an Wissen, die über das Internet verfügbar wird, immer mehr die Frage aufkommen lassen, ob es sinnvoll ist, Wissen unabhängig und ohne Bezug auf seinen Entstehungs- und Verwendungskontext zu benutzen. Meine These lautet: Gerade die Wissensflut macht es erforderlich, im Hinblick auf die Anwendbarkeit von Wissen in einem bestimmten Anwendungskontext den Entstehungskontext des Wissens jeweils genau anzuschauen. Ich denke, dass Wissen seinen spezifischen Sinn und seine Bedeutung erst in seinem Kontext gewinnt. Erst die Bezugnahme auf den Entstehungs- und Anwendungskontext ermöglicht einen verantwortlichen Umgang mit den immensen und differenzierten Wissensbeständen gerade der heutigen Informationsgesellschaft.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Gibt es Ansätze, die sich auf den Bereich politische Kommunikation übertragen lassen? Beispielsweise gibt es Ansätze von Wissensmanagement im Rahmen der öffentlichen Verwaltung bei Bund, Ländern und Kommunen oder besteht da Nachholbedarf &#8211; auch im Hinblick auf die zu erwartenden Kosteneinsparungen bei gleichzeitig angespannten Haushaltslagen?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Es gibt vielfältige Ansätze für Wissensmanagement im Rahmen der öffentlichen Verwaltung &#8211; ein Stichwort ist e-government. Schaut man sich das Geschehen genauer an, dann wird deutlich, dass das Thema vor allem über die Aufrüstung der Informationstechnologie angegangen wird. Was aus meiner Sicht fehlt, ist ein Wissensmanagement, das für den persönlichen und verantwortlichen Umgang mit Wissen steht. Dies ist eine Frage der Kompetenzentwicklung derjenigen, die sich tagtäglich mit Wissen auseinanderzusetzen haben. Wird hier investiert, so kann aus meiner Sicht viel gewonnen werden.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> &#8220;Nicht Wissensmanagement: Vergessensmanagement&#8221;: Was ist darunter zu verstehen?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Meiner Ansicht nach weist der Begriff des Vergessensmanagements hin auf ein immer größer werdendes, wichtiges Problem, das es zu lösen gilt. Es handelt sich um das Problem der Überladung durch die wachsende Informationsflut. Die Lösung für dieses Problem sehe ich darin, selbst beurteilungsfähig zu werden, d.h. in die Lage zu kommen, selbstständig Wissen daraufhin zu prüfen, ob es sich für den jeweiligen Zusammenhang eignet. Dafür ist Nicht-Wissen wesentlich. Denn Nicht-Wissen ermöglicht es erst zu fragen und macht es sinnvoll, Wissen zu prüfen. Für die Prüfung von Wissen ist es notwendig, den Entstehungskontext des Wissens zu erinnern und die Frage zu klären, in welchem Verhältnis der jeweilige Anwendungszusammenhang zu dem Entstehungskontext des Wissens steht und was dies bedeutet. Dadurch dass dies jeweils neu im jeweiligen Anwendungszusammenhang zu prüfen ist, wird Wissen zu einem Ereignis.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Ist ihrer Meinung nach der Zugang zur Ressource Wissen in Deutschland angemessen geregelt?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Ich denke, mit dem Internet ist der Zugriff auf Wissen für alle Menschen, die über einen Internetanschluß verfügen, so leicht geworden wie niemals zuvor. Die Regelung des Zugangs ist in diesem Sinne heute weniger denn je das Problem. Was fehlt, ist nicht der Zugang, sondern die persönliche Auseinandersetzung mit Wissen. Dies Problem betrifft Schulen, Universitäten und Weiterbildung gleichermaßen. Beobachtbar ist aus meiner Sicht ein Trend zur Verschulung auf allen Ebenen, d.h. z.B. dass Schüler und Studierende mit Wissen überhäuft werden. Demgegenüber fehlen Bildungskonzepte, die es ermöglichen zu lernen, sich selbstständig zu orientieren und eigenverantwortlich mit dem Wissen umzugehen. Es fehlen Bildungskonzepte, deren Ziel es ist, dass gelernt wird, Wissen selbstständig auf seine jeweilige Anwendbarkeit zu prüfen. Solche Konzepte zu entwickeln, betrachte ich als eine wichtige Aufgabe.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Welche betriebs- und volkswirtschaftliche Bedeutung hat das Wissen?</p>
<p>
                  <strong>Dr. Gerd Walger:</strong> Zur Beschreibung unserer Gesellschaft wird immer häufiger der Begriff der Wissensgesellschaft benutzt. Ich denke, der Begriff stimmt. Wissen ist mehr denn je für die Entwicklung eines Unternehmens und einer Volkswirtschaft entscheidend. Aus meiner Sicht ist dabei gerade die Prüfung des Wissens, seiner Bedeutung und Reichweite wesentlich. Nur wenn sie erfolgt, handelt es sich um tragfähiges Wissen. Denken Sie z.B. an Existenzgründer in der Entscheidung, sich selbstständig zu machen: sie können nur gründen und das damit verbundene Risiko eingehen, wenn sie sich ihres Wissen über den Markt und über die eigene Produktreife persönlich vergewissern.<br />
                  </p>
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