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	<title>Revolution &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Irgendwas mit Europa &#8211; Digitale Presseschau 15/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2014 13:13:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[So oft die Europäische Union auch abgekanzelt wird – in den letzten beiden Wochen fanden einige Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So oft die Europäische Union auch abgekanzelt wird – in den letzten beiden Wochen fanden einige Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen der EU statt, die aus netzpolitischer Sicht erfreulich sind: Das Europäische Parlament entschied für die Netzneutralität, der EuGH kippte die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Vielleicht bestätigt das doch die Wichtigkeit der anstehenden Wahl des Europäischen Parlaments im Mai. Dass diese Entscheidungen aber nicht ausreichen, wir selber mit unseren eigenen Widersprüchlichkeiten und denen des Internets umgehen müssen, lesen Sie in unserer Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=TWu6IdhOQmo" title="#11 - Jacob Appelbaum on surveillance" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/TWu6IdhOQmo?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der Programmierer, Hacker und Netzaktivist <a href="https://twitter.com/ioerror" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jacob Applebaum</a> kritisiert für die <a href="http://politik-digital.de/wepromise-europawahl-im-zeichen-der-digitalen-grundrechte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagne WEPROMISE</a> die totale Überwachung und fordert dazu auf, das formelle wie informelle Recht auf Widerstand und eine gerechtere Gesellschaft zu nutzen.</p>
<h3><a href="http://irights.info/eugh-entscheidung-zur-vorratsdatenspeicherung-kein-grund-zur-freude)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Vorratsdatenspeicherung ist tot &#8211; lang lebe die Vorratsdatenspeicherung?</a></h3>
<p>Am Dienstag kippte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Die Diskussion, ob die anlasslose Speicherung von Daten nun endgültig vom Tisch ist, beschäftigte seither die Online- wie Print-Redaktionen. Sogar die Tagesthemen sendeten einen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-TA0_r3_W6c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">6-minütigen Beitrag zur VDS</a>. In einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/urteil-zur-vorratsdatenspeicherung-ende-der-masslosigkeit-1.1932057" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommentar</a> spricht Heribert Prantl von einer Zäsur in der Rechtssprechungspraxis des EuGH und einer „Zeitenwende im europäischen Grundrechtsschutz“. Aus der Sicht von Prantl und vielen anderen ist das Urteil ein Grund zur Freude. Deutlich kritischer sieht das die Politikwissenschaftlerin Lorena Jaume-Palasi. Auf irights.info setzt sie sich dezidiert mit dem Urteil des EuGH auseinander und kommt zu dem Schluss: <a href="http://irights.info/eugh-entscheidung-zur-vorratsdatenspeicherung-kein-grund-zur-freude" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Urteil ist kein Sieg gegen die Vorratsdatenspeicherung.“</a></p>
<h3><a href="http://blogs.faz.net/digitaltwin/2014/04/09/titel-550/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anonymität im Internet ist unter derzeitigen Bedingungen fast unmöglich</a></h3>
<p>Warum Anonymität im Internet unter den heutigen Bedingungen kaum mehr möglich ist, erklärt Stefan Schulz im FAZ-Blog. Das Internet habe keine dunklen Ecken, auch ohne die Speicherung von Verbindungsdaten und IP-Adressen. Unter Berufung auf neue Forschungen an der Universität Princeton ließe sich nachweisen, dass allein durch „3rd Party Cookies“ Identifizierungen und Überwachung vorgenommen werden können.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/politik-in-der-digitalen-welt/katrin-goering-eckardt-antwortet-auf-martin-schulz-12890070.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Widersprüchlichkeiten</a></h3>
<p>Eine weitere Antwort auf den Artikel zum <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/technologischer-totalitarismus-warum-wir-jetzt-kaempfen-muessen-12786805.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„determinierten Menschen“</a> von Martin Schulz liefert heute Katrin Göring-Eckhardt von den Grünen. Sie argumentiert, dass das reale menschliche Leben komplexer sei als seine virtuelle Verdopplung. Das Internet dürfe nicht bloß pessimistisch, in Begriffen der Kontrolle und Überwachung, betrachtet werden, es habe darüber hinaus eine freiheitlich-politische und subversive Dimension. Die politischen Umwälzungen in vielen Teilen der Welt seien ohne das Netz nicht mehr denkbar: „Gemacht werden muss die Revolution natürlich weiterhin auf der Straße, aber auf Twitter steht immerhin, auf welcher. In der revolutionären Situation gehört das Netz der Bürgergesellschaft.“</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/netzaufsicht-wer-regiert-das-internet-12887940.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Zukunft der Internet Governance</a></h3>
<p>Bereits Ende 2013 setzten sich im sogenannten <a href="http://www.w3.org/2013/10/montevideo.html.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Montevideo Statement</a> zentrale Organisationen, die sich mit der Verteilung der Internet-Ressourcen befassen, für eine Internationalisierung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ein. Am 14. März diesen Jahres gaben die USA bekannt, dass sie die Aufsicht über die ICANN aufgeben werden. Wer regiert also in Zukunft das Internet?, fragt Florian Zimmer-Amrhein.</p>
<h3><a href="http://www.dw.de/hohe-wahlbeteiligung-dank-netzkampagne/a-17550590" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlen, Politik und Soziale Netzwerke</a></h3>
<p>Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind hierzulande nicht selten als „Datenkrake“, Plattform für Empörungswellen oder Spaß-Medium verschrien. Wie sieht das eigentlich in anderen Ländern aus? Masood Saifullah <a href="http://www.dw.de/hohe-wahlbeteiligung-dank-netzkampagne/a-17550590" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschreibt</a>, wie in Afghanistan eine Netzkampagne auf Facebook signifikanten Einfuss auf die Wahlbeteiligung genommen habe. Auch aus <a href="http://m.aljazeera.com/story/201449145535825472" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indien wird berichtet</a>, dass Social Media wahlrelevant sei. Der Social-Media-Forscher des Think Tanks <a href="http://www.demos.co.uk/projects/casm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demos</a>, Carl Miller, ist sogar der Auffassung, dass Social Media die Krise der modernen Politik in Europa lösen könne: <a href="http://www.wired.co.uk/news/archive/2014-02/12/the-coming-storm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Social media is taking a more and more political turn.“</a><br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>&#034;Bitte gönnen Sie sich diese Post!&#034; – Die digitale Presseschau KW 42</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Oct 2013 16:41:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn Gewalt eskaliert, dann bietet das Internet für unbewaffnete und leicht verletzbare Menschen einen Weg, sich zu äußern und Einfluss [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Gewalt eskaliert, dann bietet das Internet für unbewaffnete und leicht verletzbare Menschen einen Weg, sich zu äußern und Einfluss zu nehmen. So erklärt Carina Pesch die sich ausbreitende Nutzung der Möglichkeiten des Internets unter syrischen, vor allem weiblichen, Oppositionellen. Derweil fordert Jörg Heiser von der zeitgenössischen Kunstszene, das Internet nicht nur zu nutzen, sondern auch zum Gegenstand zu nehmen. Ob Privatsphäre dabei noch eine Rolle spielen sollte, oder doch eher Post-Privacy, wird woanders heftig debattiert. Mit ordentlich Wut im Bauch macht ein Drehbuchautor einen konstruktiven Vorschlag zum Urheberrechtsstreit. Und Constanze Kurz und Frank Rieger wagen einen breiten und kritischen Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Alltag. In dem Video der Woche geht es schließlich um das EU-Datenschutzabkommen, das am Montag, dem 21.10. beschlossen werden soll.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=JkUZEn9oKZg&amp;hd=1" title="Rette deine Privatsphäre! - Stoppt den &quot;Lobby-Krieg&quot; gegen EU-Datenschutz!" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/JkUZEn9oKZg?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Rette deine Privatsphäre! &#8211; Privacy League/EUDataP<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/10/wohin-im-krieg-friedensaktivisten-und-frauen-in-syrien-fluechten-ins-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Die Revolution ohne Internet kann ich mir nicht vorstellen. Aber die Revolution ist nicht nur im Internet.”</a></h3>
<p>Die Bedeutung von Social Media und Internet für die Aufstände im Nahen Osten und Nordafrika der letzten zwei Jahre ist kontrovers. Carina Pesch ist sich jedoch sicher, dass sie zumindest in Syrien jetzt „essentieller denn je“ seien. Auf Hyperland beschreibt sie, wie unbewaffnete Oppositionelle die Möglichkeiten des Internets ausnutzen, um der fortwährenden Eskalation von Gewalt zu entkommen oder ihr sogar etwas entgegenzusetzen. Gerade Frauen, die anfangs stark bei den Protesten mitwirkten, seien durch männliche Gewalt und fehlende Anerkennung von den Straßen und aus der medialen Berichterstattung verdrängt worden. Das Internet böte nun viel genutzte Möglichkeiten, weiterhin aktiv und öffentlich zu bleiben, wie das <a href="http://nfsjworkshop.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzwerk Syrischer Journalistinnen</a> oder das Online-Kunstprojekt <a href="http://www.creativememory.org/?lang=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„The Creative Memory of the Syrian Revolution“</a> zeigen.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/urheberrecht-verschenkt-meine-filme-1.1794040" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie wollen nicht kaufen? Schenkt&#8217;s ihnen!</a></h3>
<p>Im Internet floriert der illegale Filmmarkt, die großen Vermarktungsgesellschaften sind allerdings nicht die Hauptleidtragenden. Fred Breinersdorf, Jurist und Drehbuchautor von mehreren Tatorten sowie von „Sophie Scholl“, will nun eine „radikale neue“ Lösung, die sowohl Urhebern ihre Rechte und Einnahmen sichert, als auch die „schützenswerten Interessen“ der Öffentlichkeit beachtet. In einem detaillierten Beitrag auf süddeutsche.de schlägt er vor, Filme im Internet per Zwangslizenz zu verschenken. So sollten Seitenbetreiber Filme frei im Internet bereitstellen können, jedoch unter der Bedingung, dass sie die Urheber an den Einnahmen durch Werbung oder anderes beteiligen. Davon erhofft Breinersdorf sich nicht nur ein Ende des Missbrauchs seiner Rechte, sondern auch die Chance auf eine Vielzahl von Online-Programmkinos.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/65492/zwei-sichtweisen-die-post-privacy-falle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Privatsphäre ist tot. Es lebe die Privatsphäre!</a></h3>
<p>Post-Privacy sagen die einen. Privatsphäre ist alles, worum es geht, sagen die anderen. Für Michael Seemann ist die Zeit gekommen, in der Datenschutz zur Illusion wird. Eine Antwort auf NSA und den gläsernen Bürger ist nur die Flucht nach vorne zur totalen Transparenz. Denn, so <a href="http://www.carta.info/65473/zwei-sichtweisen-macht-privilegien-und-privatsphare/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seemann auf Carta</a>, Kontrollverlust betrifft alle und die Mächtigen haben mehr zu verlieren. John F. Nebel stimmt der Diagnose des Kontrollverlusts auf <a href="http://www.metronaut.de/2013/10/privatsphaere-z/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">metronaut.de</a> zu, sieht jedoch das Problem des durch Herrschaft produzierten informationellen Vorsprungs: „Die Mächtigen lesen Deine Akte, Du nicht ihre“. Das sieht auch <a href="http://www.carta.info/65492/zwei-sichtweisen-die-post-privacy-falle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Stadler</a> so und fordert Privatsphäre als einzige Waffe gegen staatliche Überwachung ein. Er will den maximal transparenten Staat mit größtmöglich intransparenten Bürgern. Die Debatte ist sicher nicht zu Ende.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/e-mail-ueberwachung-im-alltag-sehr-uebles-verhalten-1.1793066" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitte gönnen Sie sich diese Post!</a></h3>
<p>Derweil holt Bernd Graff die theoretische Debatte um Privatsphäre auf den praktischen Boden der digitalen Selbstverteidigung zurück. In dem Blog „Keep me covered!“ auf süddeutsche.de erklärt er, verständlich für Laien und analog-veranlagte Menschen, wie die Datensammlung bzw. Überwachung über E-Mails funktioniert. Wie einfach es ist, über E-Mails Informationen über die Empfänger zu erhalten, und dass auch gerade Unternehmen dies tatkräftig ausnutzen, nimmt der Autor dann zum Anlass, um einfach durchführbare Gegenstrategien aufzuzeigen. Um den Lesern die Tragweite zu verdeutlichen, empfiehlt er Seiten wie <a href="https://emailprivacytester.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">emailprivacytester.com</a>, mithilfe derer man sich selber probeweise „überwachen“ kann. Sein Fazit: „Bitte gönnen Sie sich diese Post!“<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/nsa-affaere-in-der-kunst-das-schweigen-der-vernetzungsjunkies-12619171.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kunst ohne Hammer</a></h3>
<p>Bei der Bundestagswahl waren die Themen Überwachung und Netzpolitik weitestgehend zur Bedeutungslosigkeit verdammt, während Politiker fröhlich über Twitter zwitscherten und per Facebook ihre Basis mobilisierten. Ähnliches attestiert Jörg Heiser der zeitgenössischen Kunstszene, welche stark von der digitalen Vernetzung und dem Informationsreichtum des Internet profitiere, jedoch keinen Pinselstrich zur NSA und dem gläsernen Bürger verliere. Auf faz.net plädiert er für eine Beschäftigung der Kunstszene mit diesen abstrakten Themen, um Digitalisierung, Überwachung, Vernetzung und Kontrollverlust erfahrbar zu machen. Als positive Beispiele nennt der Autor schließlich ein paar Projekte, denen noch diese <a href="http://www.ctrl-verlust.net/zkmb-de-kontrollverlust-und-kunst-ein-werksbericht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beschreibung von Kunstprojekten</a> von Michael Seemann hinzugefügt werden kann.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/automatisierung-des-denkens-die-freisetzung-12615442.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalisierung zwischen Utopie und Dystopie</a></h3>
<p>Was passiert mit der Gesellschaft, wenn Maschinen und Algorithmen immer bedeutender für ihr Funktionieren werden? Constanze Kurz und Frank Rieger wagen einen großen Blick auf die digitale Gesellschaft auf faz.net. Sie fragen nach den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Revolution der Informationstechnologie und setzen bei der Arbeit an. In ihrer kurzen Analyse fallen sie keinem technologischen Determinismus anheim, sondern fragen nach den Mechanismen in der Gesellschaft, in welchen die neuen Technologien eingebettet werden. Was bedeutet Digitalisierung des Alltags und der Arbeitswelt, wenn sie mit Kommerzialisierung einhergeht, Daten privatisiert werden und sich Kapital konzentriert? Auch wenn die Autoren eine eindeutige Antwort schuldig bleiben, so betonen sie doch, dass viel politische Gestaltung im Gegensatz zum Vertrauen auf Marktmechanismen notwendig ist, um nicht in eine „hässliche Dystopie“ zu rutschen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Revolution &#8211; Digitale Presseschau KW 23</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 14:33:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nicht nur in der Türkei kündigen sich zarte Revolutionsbemühungen an, auch die Bundesregierung und selbst die EU planen die Revolution, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur in der Türkei kündigen sich zarte Revolutionsbemühungen an, auch die Bundesregierung und selbst die EU planen die Revolution, indem mehr oder weniger ernsthaft über Netzpolitik gestritten wird. Eine kleine Portion Revolution täte dem US-Datenschutz wohl auch mal ganz gut, in Kuba ist &#8216;la Revolución&#8217; ja eh längst zum großen Motto geworden, ändern tut sich leider weinig. Ob Karl Marx das Internet wirklich vorausgeahnt hat?</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=-Kd8fuQc9s8&amp;feature=youtu.be&amp;a" title="LobbyPlag im ARD Morgenmagazin, 6. Juni 2013" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/-Kd8fuQc9s8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Großprojekt Datenschutz: die EU-Bürokratiemaschine versucht sich seit einiger Zeit an einem europaweit einheitlichen Datenschutzgesetz, bei dem jedoch viele Abgeordnete Änderungwünsche einbringen. Die Plattform LobbyPlag – angeführt vom Journalisten Richard Gutjahr &#8211; hat sich daher zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, welche Abgeordneten den Datenschutz stärken und wer ihn eher schwächen will. Und siehe da: teilweise sind datenschutzfeindliche Lobbyistenwünsche sogar unverändert in die Anträge der Parlamentarier eingegangen.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ueberwachung-im-internet-us-regierung-zapft-facebook-google-und-apple-an-1.1690675" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Durchs Hintertürchen</a></h3>
<p>Die US-amerikanische Auslandsspionage ist größer als bisher angenommen. Wie jüngst bekannt wurde, überwachen der Nachrichtendienst NSA und das FBI die Internetpräsenz ausländischer Bürger direkt über die Server großer Internetunternehmen, etwa Facebook, Google, Microsoft und Yahoo. Die Sicherheitsbehörden haben somit Zugang zu privaten Fotos, E-Mails, Videos und Verbindungsdaten, wie die NSA bestätigte. Die involvierten Firmen hätten demnach von dem fragwürdigen Programm mit dem Namen „Prism“ gewusst und ihr Einverständnis gegeben. Prism liefert einen Großteil des täglichen Geheimdienst-Briefings für US-Präsident Obama.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-06/kroes-eu-netzneutralitaet" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doppelter Boden</a></h3>
<p>Jedes Bit ist gleich? Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, versprach kürzlich ein offenes und freies Internet für alle und möchte sogar ein europaweites Gesetz zur Netzneutralität schaffen, das Blockieren oder Ausbremsen einzelner Dienste müsse verboten werden. Angesichts der Vorhaben der Telekom, eigene Dienste bei gleichzeitiger Drosselung des generellen Internets bevorzugt zu behandeln, klingt das natürlich ganz schön. Kai Biermann moniert jedoch, dass Kroes Versprechen ins Leere laufe: diese sei der Meinung, „Innovative Zusatzdienste“ sollen keiner Beschränkung unterliegen. Ein solches Gesetz würde die drängenden Probleme, die durch die rosarote Datendrosselung entstünden, nicht erfassen. Die EU-Pläne sind aller Ehren wert und ein Signal, dass netzpolitische Forderungen auch auf europäischer Ebene gehört werden. Angesichts der Schlupflöcher, die Frau Kroes präsentiert, dürften die nationalen Provider wieder mal als Gewinner aus einer Gesetzesdebatte hervorgehen.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/tuerkische-revolte-die-entstehung-der-sozialen-netzwehr-a-903616.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Netzwehr</a></h3>
<p>In der Türkei zieht es seit Tagen zehntausende Menschen auf die Straßen, um gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und dessen autokratischen Regierungsstil zu protestieren. Wie seit einigen Jahren üblich findet parallel zur physischen Mobilisierung auf den Straßen die Protestwelle auch via Social Media statt. Erdogan, selbst Inhaber eines Facebook-Profils, verkündete daraufhin, dass die wahre und größte Gefahr der Gesellschaft von eben jenen sozialen Medien ausgehe; die Massenproteste auf Twitter und tumblr dürften ihm kaum entgangen sein. Normalerweise Platzhalter für privates Gedöns und Belanglosigkeiten, können die Sozialen Medien in politischen Belangen als Mittel der freien Meinungsäußerung und damit als demokratisches Grundrecht verstanden werden. Durch die Wechselwirkungen vom Protest auf der Straße und im Netz sieht Sascha Lobo eine digitale Netzwehr entstehen.</p>
<h3><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutschland-sucht-den-Internetminister-1875671.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gedankenspiele</a></h3>
<p>Ewig nicht beachtet, und auf einmal geht alles ganz schnell. Anfangs stand eine Internetkommission im Bundestag, nun ist durch die Drosselpläne der Telekom Netzneutralität plötzlich in aller Munde, Peer Steinbrück besetzt in seinem Schattenkabinett eine Stelle für medien- und netzpolitische Angelegenheiten und jetzt zieht auch die Regierungskoalition mit Gedankenspielen zu einem Internetminister nach. Konkret solle es sich dabei um eine sichtbare Figur handeln, die mit den Aufgaben zu Internetangelegenheiten betraut werde. Die große Frage lautet wieder, wo diese anzusiedeln sei.  Ein eigenes Ressort, im Kanzleramt, im Innenministerium, im Wirtschaftsministerium? Markus Beckedahl von der Digitalen Gesellschaft hält nichts von Netzpolitik im Innenressort: „Ich denke dabei immer nur an mehr Überwachung“, Jens-Ole Schröder vom MDR hält dagegen: „Wenig Regulierung ist nicht gleich gut“. Wie dem auch sei: Netzpolitik scheint angekommen, bleibt zu hoffen, dass das auch über den 22. September hinaus der Fall sein wird.</p>
<h3><a href="https://www.taz.de/Internet-in-Kuba/!117303/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Geschickt einge<em>fidel</em>t</a></h3>
<p>Kuba nimmt ein neues Glasfaserkabel in Betrieb – nach jahrelanger Planung, Bauzeit und zwischenzeitiger Korruptionsermittlung sollen Kubaner künftig bequemere und schnellere Breitband-Verbindungen nutzen können, langsame und chronisch überlastete Satellitenverbindungen aus den USA würden der Vergangenheit angehören. Klingt schön, ganz so online und digital wird es dann doch nicht zugehen. Die neuen Leitungen stehen nämlich nur in (noch zu eröffnenden) neuen Internetcafés zu Verfügung, die Preise von 3,50 Euro pro Stunde sollten zudem die Mehrheit der Bevölkerung bei einem monatlichen Durchschnittslohn von 15 Euro ohnehin vom neuen Surfvergnügen ausschließen. Eine private Nutzung für zuhause ist übrigens nicht vorgesehen.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-05/jaron-lanier-robert-mcchesney" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitaler Sozialismus</a></h3>
<p>Das Internet ist seit jeher ein Raum für Geschäfte. Wirtschaftszweige werden durcheinandergewirbelt, verschwinden ganz, andere entwickeln sich neu, Firmen wie Amazon, Google und Microsoft sind durch das Internet Global Player geworden. Jaron Lanier (amerikanischer Buchautor) stellt diesbezüglich die Frage nach einer angemessenen Regulierung der Internetwirtschaft. Laut seiner These erfolgt eine extreme wirtschaftliche Konzentration im digitalen Sektor, Verlierer ist die Mittelklasse. Der Nutzung kostenfreier Angebote stehe demzufolge eine Ausbeutung privater Daten gegenüber. Konsequenterweise fordert Lanier, dass alle Daten, die über eine Person gesammelt werden, in dessen Besitz übergehen müssten. Hieße: je mehr Daten, desto mehr Geld. Datenschutz hat in dieser Vision (verständlicherweise?) keinen Platz.<br />
Kommunikationsökonom Robert McChesney dagegen fordert, Kommunikationstechnologien gleich ganz zu verstaatlichen. Dies sei ein Mittel, um der qualitätsmindernden Monopolisierung Einhalt zu gebieten.<br />
Letztlich knüpfen beide (übrigens eher konservative) Denker da an, wo Karl Marx vor 200 Jahren schon war: fortschreitende Technologisierung öffnet eine Scherenbewegung zwischen Arm und Reich.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/harper-reed-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a></h3>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>ZEIT KONFERENZ: Zukunft der Arbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2012 11:14:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/zeit-konferenz-zukunft-der-arbeit/programmbild-der-zeit-konferenz/" rel="attachment wp-att-124264"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124264" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Programmbild-der-ZEIT-Konferenz-630x298.png" width="630" height="298" /></a>Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zentrum stand die Überlegung, wie wir in Zukunft arbeiten und wie die mobile Kommunikation Arbeitsplätze und Unternehmenskultur verändert.<br />
Die Fragen waren gut gestellt: Vor der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft wollte die <a href="http://www.zeit-konferenzen.de/digitale-revolution-2012#ueberblick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz </a>den Fragen nachgehen, wie Digital Natives in Zukunft leben und arbeiten werden, wie die mobile Kommunikation die Produktivität von Unternehmen beeinflusst und wie sich eine echte Vertrauenskultur im Internet bilden lässt. Dazu wurden zahlreiche Vertreter der Wirtschaft und eine Vertreterin der Gesellschaft eingeladen. Leider standen weder direkt betroffene Mitarbeiter noch so genannte Digital Natives auf der Teilnehmerliste. So unterhielten sich auf der Konferenz Präsidenten, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer großer Unternehmen darüber, wie ihre Mitarbeiter die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen &#8211; ohne dass diese ihre Perspektive darstellen konnten.</p>
<p>Die Konferenz wurde von Ursula von der Leyen eröffnet, die in ihrer Rede besonders die Chancen betonte, die die Digitalisierung mit sich bringt. Von der Leyens Darstellung moderner Arbeitsabläufe in global agierenden Großunternehmen zeichnete ein äußerst optimistisches Bild des Alltags in deutschen Büros, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales sprach aber den Kern der gesellschaftlichen Veränderung an. Für sie ist der Gedanke der Partizipation in die Unternehmenskulturen zu integrieren, damit die positiven Effekte der Digitalisierung genutzt werden können. Im Alltag heißt das für von der Leyen, dass sich zwar die Grenzen zwischen Innen und Außen und zwischen Dauerbeschäftigung und Projektarbeit auflösen, Unternehmen aber eine hochflexible Belegschaft und den Zugang zu einem weltweiten Meer an Fachkräften erhalten.</p>
<p>Ob dies eine Bedrohung oder ein Fortschritt bedeutet, komme darauf an, wie wir als Gesellschaft diese digitale Arbeitswelt gestalten. Im Digitalen lägen zwar die Eintrittsbarrieren niedriger und es gebe einen fast schrankenlosen Zugang zur Arbeitswelt, Unternehmen dürften aber nicht den Fehler machen, im Cloud-basierten Arbeiten vor allem ein Mittel zur Kostensenkung zu sehen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien gemeinsam in der Pflicht, eine digitale Arbeitskultur zu entwickeln. Nach von der Leyen soll die Politik diesen Wandel sich ungestört entwickeln lassen, jedoch aufmerksam beobachten. Ihrer Meinung nach ist ein neues und modernes Verständnis von Führung nötig, das Rahmenbedingungen setzt, in denen Menschen und Organisationen sich Veränderungen in der digitalen Welt anpassen können, denn die einzige Konstante in der digitalen Welt sei der Wandel. Deshalb bedürfe es einer Philosophie der Resilienz, des Biegens statt Brechens, und keines Strukturkonservatismus.</p>
<p>Im Anschluss ging der Unternehmensberater und ehemalige Chefredakteur der japanischen Financial Times, Charles Leadbeater, auf seine Vision unserer Arbeitswelt im Jahr 2030 ein. Für ihn ist die Frage entscheidend, ob Technologie für uns als Gesellschaft gedacht ist oder wir Menschen nur noch für die Technologie notwendig sind. Sein Vergleich mit einer Schreibmaschine, einem praktischen Werkzeug, das seine Bestimmung ideal umsetzt, und mit modernen Smartphones, zu denen einige Menschen eine besorgniserregend enge Beziehung entwickelten, verdeutlichte, dass wir schon jetzt Antworten auf die Fragen von morgen finden müssen. In der Zukunft würden wir hoch entwickelte Systeme geschaffen haben, in denen wir einen ebenso hohen Grad an Empathie beherrschen sollten. Hoch entwickelte Systeme, wie soziale Netzwerke als Spiegelbild der Gesellschaft oder eine veränderte Kommunikation , machten einen gewissen Grad an Medien- und Netzkompetenz nötig, die unsere Gesellschaft in öffentlichen Räumen lernen müsste.</p>
<p>In der anschließenden Gesprächsrunde unterhielten sich Ulrich Homburg (Vorstand von DB Mobility Logistics AG), Henning Kagermann (Präsident von acatech), Christian Macht (Groupon Central Europe) und René Schuster (CEO von Telefónica Deutschland) darüber, was die digitale Revolution für die Wertschöpfung bedeutet. Am Nachmittag erörterten Thomas Vollmoeller (Vorstandsvorsitzender von XING), Volker Smid (Vorsitzender der Geschäftsführung von Hewlett-Packard), Thomas Schröder (Geschäftsführer von Microsoft Deutschland) und Sebastian Dettmers (Geschäftsführer von StepStone Deutschland) die Chancen der digitalen Revolution für Unternehmen und Mitarbeiter.</p>
<p>Ohne anwesende Mitarbeiter und nicht frei von Eigenwerbung gegenübr den anderen Wirtschaftsbossen kamen leider nur leere Phrasen heraus wie ″<em>If you got a brain then you are a startup.</em>″ (Schuster), ″<em>Auf Möglichkeiten von Social Media muss man sich als Unternehmen ernsthaft einlassen, sonst wird der Shitstorm immer größer.</em>″ (Homburg), ″<em>Führungskultur wird sich verändern und skandinavischer werden.</em>″ (Vollmer) oder ″<em>Junge Mitarbeiter muss man nicht mehr nach Feedback fragen, die geben es von allein.</em>″ (Schröder). Von praktischen Erfahrungen wurde nicht berichtet und die Eigendarstellungen der Herausforderungen durch die Digitalisierung wirkten oft geschönt. Etwas Praxiserfahrung einer offen darüber erzählenden unteren Angestelltenebene hätte beiden Diskussionsrunden gut getan.</p>
<p>Den Abschluss der Konferenz bildete ein als Generationengespräch titulierte Diskussion zwischen Anke Domscheit-Berg, Gründerin und Inhaberin von fempower.me und opengov.me, und Wolfgang Grupp, alleiniger Geschäftsführer und Inhaber des Textilunternehmens Trigema. Die zwei Gäste hätten mit ihrer Haltung zum Internet und der Digitalisierung unterschiedlicher nicht sein können, doch wurde der Unterhaltungscharakter schnell durch Grupps antiquiertes und sexistisches Weltbild gestört. Zwar lässt Grupp das Internet im Unternehmen nutzen, z.B. für den Betrieb eines Online-Shops oder wenn er E-Mails diktiert bzw. sich ausdrucken lässt, er selbst allerdings möchte sich nicht “vom Internet vergewaltigen lassen” und „mute das auch seinen Mitarbeitern nicht zu“.</p>
<p>Grupp, der für sein erfolgreiches Unternehmen mit einer sozialen Firmenphilosophie bekannt ist (z.B. garantiert Grupp den Kindern seiner Angestellten einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz), bietet Frauen in seinem Unternehmen sogenannte Mutterschichten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an, nicht aber den männlichen Mitarbeitern, denn ″<em>Männer arbeiten doch eh, weil sie dafür sorgen, dass Mutter und Kind Brot und Butter auf dem Tisch haben</em>″. Die netzaffine Unternehmerin Domscheit-Berg wirkte zum Glück von der Existenz derartig extremer Ansichten im Jahr 2012 mehr fasziniert als abgeschreckt, so dass die Diskussion lebhaft zu Ende geführt wurde. Domscheit-Berg betonte anhand des Beispiels Hamburger Transparenzgesetz und persönlich erlebter Mehrwerte durch Social-Media-Kommunikation als positive Beispiele die Chancen der Digitalisierung.</p>
<p>Im Fazit war die perfekt organisierte ZEIT KONFERENZ ein Ort, an dem die richtigen Fragen gestellt, leider aber die ″falschen″ Gäste zur Beantwortung eingeladen wurden. Es ist einer bestimmten Managergeneration nicht zu verübeln, dass sie den digitalen Wandel in ihren Unternehmen zwar noch aus wirtschaftlichen Gründen einführen lassen, ihn aber persönlich nicht so nachvollziehen können, wie jemand, der den Wandel (er)lebt. Gerade angesichts der von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales erwähnten Aufwertung externer Projektmitarbeiter wäre die Betrachtungsweise dieser Menschen spannend gewesen, denn sie sind es, die die globale Vernetzung unserer Arbeitswelt am besten repräsentieren und nutzen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>„Die Zeit ist unser größter Gegner“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophie Bachmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 16:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Hertie School of Governance]]></category>
		<category><![CDATA[re:thinking tomorrow]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Welle]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Rollen sollten Medien in den arabischen Ländern nach den Protesten des vergangenen Jahres einnehmen? Gemeinsam mit Studenten in Berlin [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-zeit-ist-unser-groesster-gegner/009-4/" rel="attachment wp-att-13023"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-13023" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0093.jpg" alt="" width="195" height="119" /></a>Welche Rollen sollten Medien in den arabischen Ländern nach den Protesten des vergangenen Jahres einnehmen? Gemeinsam mit Studenten in Berlin und Kairo diskutierten Wissenschaftler und Medienakteure diese Frage gestern unter dem Motto „No Summer after the Arab Spring”.</p>
<p>Im Rahmen der Diskussionsreihe „re:thinking tomorrow&#8221;, die von der Hertie School of Governance in Kooperation mit der Deutschen Welle organisiert wird, waren in Berlin die ägyptische Journalistin Abeer Saady, der Professor an der Hertie School of Governance Claus Offe und der Deutsche Welle-Journalist Carsten von Nahmen zu Gast. Ein Video-Livestream zwischen Berlin und Kairo ermöglichte eine angeregte Debatte über die Rolle der Medien in der Arabischen Welt. Aus Kairo trugen Laila el-Baradei, stellvertretende Dekanin der School of Global Affairs and Public Policy, und ihre Studenten wesentlich zur ertragreichen Diskussion bei.</p>
<p>Im Gegensatz zu den deutschen Studenten, die sich zu Beginn nur zögerlich zu Wort meldeten, schilderten ihre Kollegen aus Kairo äußerst lebhaft ihre Erfahrungen mit der Revolution. Sie kritisierten die Schwarz-Weiß-Malerei der westlichen Medien, die die Aufstände in der arabischen Welt vielfach als „Social Media Revolutionen” bezeichnen. Im vergangenen Frühjahr seien die Menschen auf die Straße gegangen, nachdem das Internet gekappt worden war. Zwar sei der Sturz Husni Mubaraks „dank Twitter und Facebook leichter gewesen, aber letzendlich sind es die Menschen gewesen, die eine politische Veränderung herbeigeführt haben”. Frau el-Baradei betonte, dass den Menschen mit Hilfe der Diskussionen in sozialen Netzwerken vor Augen geführt worden sei, was sie erreichen können. Sie seien in ihrer Überzeugung bestärkt worden, das alte Regime zu stürzen. Nach der Abdankung Mubaraks seien die Menschen enttäuscht gewesen, weil sich ihre Probleme nicht über Nacht in Luft aufgelöst hätten. Die derzeitige Übergangsphase sei schwierig für die Ägypter, weil sie akzeptieren müssten, dass „sie sich zu langsam bewegen und manchmal auch in die falsche Richtung”.</p>
<h3>Nicht belehren, sondern unterstützen</h3>
<p>Alte politische und soziale Strukturen seien immer noch intakt, betonte Abeer Saady. Die ägyptischen Bürger hätten zwar ihr Ziel erreicht, Mubarak aus dem Amt zu drängen, doch jetzt sei es an der Zeit, miteinander in einen Dialog zu treten und einen starken Lokaljournalismus zu etablieren. Die Zeit sei aktuell die „größte Herausforderung”. Daher müsse nun schnell ein funktionierendes Mediensystem geschaffen werden, und dabei könnten ägyptische Journalisten auch von den Erfahrungen osteuropäischer Kollegen nach dem Ende des Kalten Krieges profitieren. Wie Carsten von Nahmen bestätigte, haben bereits Treffen mit Journalisten aus den ehemaligen Ostblockstaaten stattgefunden &#8211; für eine erste Hilfestellung beim Aufbau eines freien und unabhängigen Medienapparats.</p>
<p>Von Nahmen und Saady betonten beide, wie wichtig Professionalität und Glaubhaftigkeit der Medien sind. „Fakten müssen immer überprüft werden”, forderte Abeer Saady. Während der Demonstrationen auf dem Tahir Platz seien stündlich neue Gerüchte von Aktivisten verbreitet worden, denen sie nachgegangen sei. Der Politikwissenschaftler und Soziologe Claus Otte bezeichnete das Verhältnis alter und neuer Medien als Symbiose und gab zu bedenken, dass nicht die gesamte Bevölkerung über neue Medien erreicht werde. Letztlich seien Revolutionen immer menschengemacht, jetzt werden es ebenfalls die Menschen sein, die in Ägypten ein neues System aufbauen.</p>
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		<title>&#8220;Vor dem Internet gab es keine Öffentlichkeit in China&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/vor-dem-internet-gab-es-keine-oeffentlichkeit-in-china-5410/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 18:19:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Anti]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/manti_teaser2_0.jpg" title="Michael Anti" align="left" height="106" width="115" />Michael Anti wird heute mit dem renommierten M100 Medienpreis 2011 in Potsdam ausgezeichnet. Wir haben uns mit dem chinesischen Blogger und Journalisten über Meinungsfreiheit, Netzwerke &#34;Made in China&#34; und Staatspropaganda 2.0 unterhalten.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/manti_teaser2_0.jpg" title="Michael Anti" align="left" height="106" width="115" />Michael Anti wird heute mit dem renommierten M100 Medienpreis 2011 in Potsdam ausgezeichnet. Wir haben uns mit dem chinesischen Blogger und Journalisten über Meinungsfreiheit, Netzwerke &quot;Made in China&quot; und Staatspropaganda 2.0 unterhalten.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der 36-Jährige Michael Anti heißt mit bürgerlichem Namen Zhao Jing und ist in erster Linie ein Journalist, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Für die chinesische Presse schreibt er über Filz und Korruption in seinem Heimatland. Sein Blog, das 2005 auf Druck des Regimes von Microsoft abgeschaltet wurde, gehörte zu den meistgelesensten Chinas. Vorbildlich und mutig sei Antis Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit, schreiben die Laudatoren des <a href="http://www.m100potsdam.de/index.php/m100-de/aktuelles/162-pmpreistraeger.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienpreises M100</a> und wollen mit der Auszeichnung ein Zeichen setzen.</p>
<p><b>Herr Anti, Sie wurden bekannt als kritischer Blogger und als Verfechter von Presse- und Meinungsfreiheit in Ihrer Heimat China. Wurden Sie jemals verhaftet? </b></p>
<p>Nein, verhaftet worden bin ich bisher nicht. Natürlich bin ich in meiner Arbeit eingeschränkt und es besteht immer ein gewisses Risiko, aber ich gehe mit diesem Risiko sehr verantwortungsvoll um. Es gibt eine Linie – und die habe ich bisher nie wirklich überschritten. Selbstzensur ist in diesem Sinne überlebenswichtig. Wenn man in China für eine Sache kämpft, ist das ein längerfristiges Projekt, da bringt es wenig, zu viel auf einmal zu riskieren. </p>
<p><b>Das chinesische Regime hat die Internet-Zensur im vergangenen Jahr nochmals verschärft: Soziale Medien aus dem Ausland werden geblockt, Popsongs zensiert, die Presse weiterhin massiv kontrolliert. Hat das Regime Angst, die Kontrolle über das Internet und damit das eigene Volk zu verlieren? </b></p>
<p>Nach dem Arabischen Frühling erschien das Internet den Verantwortlichen in der chinesischen Regierung als echte Gefahr. Vor allem, weil es den Menschen, die bisher keine Stimme hatten, eine Möglichkeit bietet, ihre Meinung auszudrücken. Und weil es die Entstehung einer neuen Gesellschaft fördert. Bevor das Internet aufkam, gab es so etwas wie Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in China eigentlich überhaupt nicht.</p>
<p><b>Welche Rolle spielen dabei die chinesischen sozialen Medien? Zum Beispiel Weibo, das angeblich schon von knapp 200 Millionen Chinesen genutzt wird?</b></p>
<p>Weibo, die chinesische Antwort auf Twitter, hat einen enormen Einfluss. Es ist dabei, die Gesellschaft und die Denkweise vieler Menschen zu verändern. Nehmen wir zum Beispiel einen Kleinbauern aus der Provinz. Wenn er früher ein Problem oder ein Anliegen hatte, musste er nach Peking fahren und wurde dort meist einfach abgewiesen und zurückgeschickt. Heute kann er im Internet oder mit dem Smartphone seine Geschichte und Bilder auf Weibo posten und so für Aufmerksamkeit sorgen. Mit etwas Glück wird seine Geschichte von der Presse übernommen, was natürlich auch die Chance erhöht, dass sein Anliegen von der Obrigkeit ernst genommen wird. Weibo und andere haben somit auch ein großes Potential für eine demokratische Bewegung. Das ist auch der Regierung bewusst, deswegen tut sie alles, um die Vernetzung der Zivilgesellschaft zu verhindern, und zensiert massiv. Die Zensoren überwachen dabei weniger die Inhalte, sondern kappen einfach die Verbindungen zu bestimmten Usern, die als gefährlich eingeschätzt werden. Teilweise werden Nutzer, die auf diesem Index erscheinen, auch direkt gelöscht. </p>
<p><b>Nutzen Sie Weibo?  </b></p>
<p>Ja, ich nutze es, aber nicht so häufig. Ich bin gerade dabei, es zu testen und versuche zu verstehen, was da passiert. Hauptsächlich <a href="http://twitter.com/mranti" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nutze ich Twitter</a>. </p>
<p><b>&#8230; obwohl Twitter in China gespert ist &#8230;? </b></p>
<p>Ja, ich nutze VPN-Verbindungen, um die Sperrung zu umgehen. Twitter ist eine Brücke zwischen China und der restlichen Welt und spielt eine sehr wichtige Rolle in regimekritischen Kreisen. Außerdem kann ich auf Twitter alles posten und muss mich nicht auf mein &quot;zensiertes Ich&quot; beschränken. VPN und andere Umgehungstechnologien sind deswegen auch entscheidend, um mit der Welt außerhalb Chinas zu kommunizieren und beispielsweise Google ungefiltert nutzen zu können. Das gilt nicht nur für Regimekritiker, sondern auch für Journalisten, Akademiker und natürlich im Business-Bereich. </p>
<p><b>Bieten das Internet und die sozialen Medien nicht auch neue Möglichkeiten der staatlichen Überwachung? </b></p>
<p>Natürlich. Und staatliche Organe nutzen die Plattformen auch aktiv für ihre Zwecke. Weibo ist zu einem Seismographen der öffentlichen Meinung geworden. Das spielt vor allem der Zentralregierung in die Hände, die dank der sozialen Medien ein besseres Stimmungsbild aus den einzelnen Provinzen erhält und so besser gegensteuern kann. Das Regime greift auch direkt ein. Im Rahmen der &quot;Anti-Rumour-Campaign&quot; werden an jeden einzelnen Weibo-Nutzer Nachrichten mit der offiziellen Stellungnahme zu bestimmten Ereignissen verschickt. Das ist Staatspropaganda 2.0. </p>
<p><b>Wie ist das Verhältnis von klassischen und Neuen Medien in China? </b></p>
<p>Ich denke, man kann heute gar nicht mehr kategorisch zwischen klassischen und Neuen Medien unterscheiden. Im Westen dominieren noch die klassischen Medienformen, hier in China ist das anders. Das liegt vor allem an der großen professionellen Inkompetenz und der Selbstzensur chinesischer Medien. Das Internet ist heute zentral für das komplette Mediensystem in China. Zum einen, weil es einen sehr viel freieren Austausch von Informationen ermöglicht. Zum anderen war das Internet schon vor der Kommerzialisierung von Presse und Fernsehen da und viele Journalisten kommen aus dem Web-Bereich. Fast alle Journalisten sind heute auch gleichzeitig Blogger und nutzen aktiv soziale Medien. Die traditionellen Medien können ohne das Internet gar nicht mehr existieren und den Hunger der Chinesen auf Nachrichten und mehr Information stillen. <br />
<b><br />
Welchen Beitrag leistet hier die chinesische Diaspora mit der Bereitstellung von Informationen und Nachrichten? </b></p>
<p>In dem Kontext ist vor allem Übersetzungsarbeit wichtig. Es gibt viele Blogger und NGOs, die internationale Nachrichten ins Chinesische übersetzen. Dadurch wird fast jede Meldung, die in der englischsprachigen Presse über China erscheint, auch bei uns zugänglich gemacht.</p>
<p><b>Zurück zum Arabischen Frühling. Wie groß schätzen Sie die Chance ein, dass in naher Zukunft etwas Ähnliches auch in China passiert? </b></p>
<p>Gleich null. Und dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist die Zivilgesellschaft in China noch viel schwächer und weniger vernetzt als in Nordafrika. Auch weil Plattformen wie Weibo bisher mehr ein Medien-Phänomen sind und keine freie Vernetzung zulassen. Es kommt zwar vereinzelt zu lokalen Protesten wie kürzlich in Dalian mit dem erfolgreichen <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/150311" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protest gegen eine Chemiefabrik</a>, aber von einer landesweiten Bewegung sind wir noch sehr weit entfernt. Zweitens haben viele Chinesen ja auch kein schlechtes Leben. Die wirtschaftliche Situation ist immer noch der entscheidende Faktor bei der Frage, ob es zu einer Revolution kommt oder nicht.  </p>
<p><b>In einem Interview sprachen Sie davon, dass es in China weniger darum gehe, die Massen zu mobilisieren, denn darum, die &quot;Richtigen&quot; anzusprechen. Wen meinten Sie damit, wer hat in China die Macht, etwas zu bewegen?</b></p>
<p>Ich würde sagen, das ist am ehesten die Mittelschicht. Die Meinung der Massen zählt wenig in China, da es keine Wahlen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt. Wichtiger ist die Mittelschicht, da sie viel stärker mit dem politischen System und dem Regime vernetzt ist. Ein Wandel in den Bedürfnissen und Ansprüchen der Mittelschicht kann somit einen viel größeren Einfluss auf die Politik haben. </p>
<p><b>Haben Sie eine Vorstellung davon, wie Presse- und Meinungsfreiheit in China aussehen sollten? </b></p>
<p>Nun, ähnlich wie in Deutschland oder den USA. Aber ein Ideal gibt es nicht. Jedes System hat Schwächen. In China brauchen wir in erster Linie Meinungsfreiheit, die durch die Verfassung geschützt wird &#8211; und natürlich Rechtsstaatlichkeit. Es darf Beschränkungen der Meinungsfreiheit geben, solange dies innerhalb eines Rechtsrahmens geschieht. </p>
<p><b>Da liegt noch ein langer Weg vor Ihnen&#8230; </b></p>
<p>Ja, das stimmt. Aber man darf nicht hektisch werden, sondern sollte sich längerfristige Ziele stecken. Wir brauchen mindestens eine Generation Zeit, um eine solide Grundlage für den Wandel zu schaffen. Zu viel Optimismus und extreme Forderungen schaden nur und sorgen für Panik in der Regierung.   </p>
<p><b>Sehen Sie in diesem Kontext eine Verantwortung bei den westlichen Mächten? Sollten sie sich mehr einmischen? </b></p>
<p>Keine Kompromisse! Das ist die Verantwortung, die der Westen der restlichen Welt gegenüber hat. Ihre Regierung sollte zum Beispiel keine Zensur-Technologie an die Ägypter verkaufen oder gegen die Menschen in Libyen stimmen. Der Westen sollte zu seinen Werten stehen und diese nach außen vertreten, auch in harten Zeiten. Ohne die Idee der Gerechtigkeit ist der Westen nur ein Haufen Eindringlinge.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 8)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kw-8-0-4777/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 09:43:51 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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					<description><![CDATA[Senioren sollen ans Netz herangeführt, Kinder davor geschützt werden - so will es zumindest der Jugendmedienschutzstaatsvertrag. Im Iran wurde das Netz nahezu abgestellt, um das Land vor einer Revolution zu schützen und Hacker schützen ihren Ruf durch eine neue Kolumne. Das und weitere Links im Wochenüberblick.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Senioren sollen ans Netz herangeführt, Kinder davor geschützt werden &#8211; so will es zumindest der Jugendmedienschutzstaatsvertrag. Im Iran wurde das Netz nahezu abgestellt, um das Land vor einer Revolution zu schützen und Hacker schützen ihren Ruf durch eine neue Kolumne. Das und weitere Links im Wochenüberblick.</p>
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<a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-17346/internetsperren-personenkontrollen-im-netz_aid_483352.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Finger weg vom Netz!</a>
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Zum Jugendmedienschutzstaatsvertrag wurde am 18. Februar 2010 ein neuer Entwurf vorgelegt. Darin ist von verbindlichen Altersgrenzen, Netzsperren und einer größeren Verantwortung für die Provider die Rede. Die Piratenpartei plant bundesweite Mahnwachen. Dem <a href="http://www.cccmz.de/?p=767" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Club Bremen</a> liegt nicht nur die überarbeitete Version vor, er hat die Änderungen auch farblich markiert.</p>
<p><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Das-Zwitschern-in-Iran-ist-verstummt/story/30959208" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iran: die Revolution vom Netz genommen</a>
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Kurz vor dem 31. Jahrestag der Revolution haben die iranischen Behörden nicht nur die Leistungen der Internetdienste gedrosselt. Um das Kommunikationsnetz der Opposition lahmzulegen, wurde auch der Zugang zu Googlemail verbarrikadiert, verschiedene Mobilfunkanbieter stellten kurzzeitig ihre SMS-Dienste ein.</p>
<p><a href="http://nachrichten.rp-online.de/article/wissen/Ein-Internet-Portal-fuer-Geschichte/68879" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetportal für Geschichte</a>
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Die Vorbehalte der Wissenschaft gegenüber dem Internet sind oft groß. Doktoranden der Gerda-Henkel-Stiftung wollen das ändern und haben mit L.I.S.A. eine Wissenschaftsplattform mit historischem Schwerpunkt eingerichtet. Dossiers, Texte und Videos sollen dort zum wissenschftlichen Austausch anregen.</p>
<p><a href="http://bildungsklick.de/pm/72152/initiative-internet-erfahren-und-senioren-webcommunity-feierabendde-initiieren-gemeinsam-internet-patenschaften/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senioren ans Netz!</a>
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Kinder lernen heute spielend, mit dem Netz umzugehen. Um auch ältere Menschen in die Informationsgesellschaft zu integrieren, hat das Bundeswirtschaftsministerium zusammen mit der Senioren-Communitiy Feierabend.de die Initiative Internet erfahren gegründet. Sogenannte Internet-Paten vermitteln dort ihr Wissen an andere weiter.</p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E882A8BE5866A4E479574BBA73C7F7D32~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neugierige Nerds</a>
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Über Hackerangriffe wie den auf Google wurde in der vergangenen Zeit viel berichtet. Eine andere Sicht auf den &quot;Mythos Hacker&quot; bietet Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos-Computer Clubs in ihrer neuen FAZ-Kolumne &quot;Aus dem Maschinenraum.&quot;</p>
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		<title>Die zwei Seiten der Twitter-Medaille</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Dörfler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 16:16:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
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					<description><![CDATA[Seitdem der Microblogging-Dienst Twitter als Motor der iranischen Protestbewegung ausgemacht ist, überbieten sich Kommentatoren mit euphorischen Berichten. Es scheint, als könne man Regime nun mit 140 Zeichen stürzen. Dabei kann die iranische Regierung anscheinend jeden Tweet mitlesen und zurückverfolgen. Wird Twitter für Regimekritiker jetzt zum Boomerang?
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seitdem der Microblogging-Dienst Twitter als Motor der iranischen Protestbewegung ausgemacht ist, überbieten sich Kommentatoren mit euphorischen Berichten. Es scheint, als könne man Regime nun mit 140 Zeichen stürzen. Dabei kann die iranische Regierung anscheinend jeden Tweet mitlesen und zurückverfolgen. Wird Twitter für Regimekritiker jetzt zum Boomerang?</p>
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Von entscheidender Bedeutung in dieser Debatte ist die Rolle der &quot;Deep Packet Inspection&quot; (DPI) als Überwachungstechnologie geworden. DPI ist eine Technologie, die den Internet-Traffic in Echtzeit nach bestimmten Schlagworten scannen, bestimmte Inhalte blockieren und deren Absender ermitteln kann.
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<b>Europäische Technologien</b>
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Die Vorgeschichte ist brisant: Im Juni vergangenen Jahres, als die Proteste um die Wahlen einen Siedepunkt erreicht hatten, veröffentlichte das <a href="http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wall Street Journal</a> einen Artikel, demzufolge europäische Technologielieferanten dem iranischen Regime die Überwachungstechnik verkauft hätten. Technische Komponenten seien unter anderem auch von Nokia und Siemens bereitgestellt worden.
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<div style="text-align: center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/iran-twitter.jpg" alt="Iran Tweet" title="Iran Tweet" width="298" height="119" />
</div>
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&quot;Nokia Siemens Networks&quot; reagierte prompt, und <a href="http://www.nokiasiemensnetworks.com/press/press-releases/provision-lawful-intercept-capability-iran" target="_blank" rel="noopener noreferrer">teilte mit</a>, dass ihr Produkt nicht zu Zensur und Überwachung genutzt werden könnte. Ein Sprecher des Unternehmens hatte jedoch zuvor dem Wall Street Journal berichtet, dass das betreffende &quot;Monitoring Center&quot; (eine Art Überwachungssoftware) bei dem Deal automatisch enthalten sei: &quot;Wenn man Netze verkauft, dann verkauft man immer auch die Möglichkeit, die Kommunikation mitzuschneiden, die über diese Netze läuft.&quot; Jedes Datenpaket kann demnach in Millisekunden gescannt und zurückverfolgt werden.
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<b>Verstärkte Repressionen  </b>
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Darüber hinaus veröffentlicht die iranische Regierung vermehrt Bilder von Demonstranten und erhofft sich Hinweise regimetreuer Anhänger, die zur Identifizierung der Personen führen. Dies scheint auch der Opposition bewusst zu sein, denn gelegentlich finden sich Tweets, die dazu aufrufen, vor der Veröffentlichung von Bildern die Gesichter unkenntlich zu machen.
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Seit dem Wiederaufflammen der Proteste Anfang Dezember sind die repressiven Maßnahmen noch weiter verstärkt worden. Mittlerweile ist jeglicher Kontakt zu 60 &quot;westlichen&quot; Organisationen verboten. Darunter sind auch die BBC und der US-Sender &quot;Voice of America&quot;, der noch vor kurzem eine spezielle I-Phone App für Iran angekündigt hat, die das Publizieren von Bildern und Videos über eine sichere Internetverbindung ermöglichen sollte. </p>
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