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	<title>Rezension &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Rezension &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Was machen Maschinen (mit uns)?- Buchrezension zu „Machine Habitus“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 09:59:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit Menschengedenken prägen Maschinen die Entwicklungen der Menschheit mit. Spätestens seit den Erfahrungen des Lockdowns ist zudem deutlich geworden, dass eine neue Art von Maschinen angetrieben durch künstliche Intelligenz nun Teil des Alltags geworden ist. Ob Kommunikation, Konsum oder Unterhaltung diese Alltagshelfer sind überall. Aber wissen deren Nutzer überhaupt was diese Maschinen wirklich (mit ihnen) tun? Das Buch „Machine Habitus“ wirft einen neuen Blick auf eine alte Frage zur Beziehung von Mensch zu Maschine.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Alle Wege führen nach Rom aber jetzt mit Algorithmus</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Zu Beginn seines Buches nimmt der Autor Massimo Airoldi seine Leserschaft mit auf eine Reise in die ewige Stadt, fern ab der großen Sehenswürdigkeiten und Touristenströme. Der Stadtteil Tor Pignattara hat wenig von dem Glanz der klassischen Postkartenmotive. Auf etwa zwei Quadratkilometern leben etwa 50.000 Menschen unterschiedlichster Ethnien auf engsten Raum zusammen. Die Heterogenität dieses Viertels ist hoch genau wie seine Arbeitslosigkeit. In dieser Umgebung wächst IAQOS auf. Allerdings IAQOS ist kein gewöhnlicher Bewohner, denn sein Name bedeutet übersetzt „Künstliche Intelligenz im Stadtteil mit Open Source“. Mithilfe dieser KI können die Einheimischen ihre Wünsche und Anliegen rund um die Entwicklungen des Stadtteils kommunizieren und mit diesem digitalen Bewohner austauschen. Langfristig auf besondere Weise „aufgewachsen“ sammelt IAQOS die verschiedenen Daten der Bewohner von Tor Pignattara, um schließlich selbst ein digitales Mitglied davon zu werden.</p>
<p>Was aber würde passieren, wenn IAQOS in einem wohlhabenderen Stadtteil mit einer ganz anderen Geschichte, Gesellschaft und Kultur aufgewachsenen wäre? Würde sich IAQOS gleich oder angesichts anderer Umstände anders „entwickeln“? Diesen Fragen zur Interaktion zwischen Mensch und Maschine widmet sich dieses Buch. Motiviert wird „Machine Habitus“ vor allem durch zwei Annahmen, welche Airoldi zu widerlegen versucht. Zum einen kritisiert der französische Soziologieprofessor, dass Maschinen und Technologie oft als Objekte außerhalb der Gesellschaft gesehen werden. Zum anderen stört den Autor die Behauptung, dass Algorithmen auf Basis von mathematischen Verfahren stets neutral seien. Zentrales Anliegen seiner theoretischen Überlegungen ist es ein Verständnis zu vermitteln, dass moderne lernende Maschinen nicht neutral sind, sondern mit ihren Entwicklern und Nutzern im Austausch stehen als gemeinsam deren Umwelt, Verhalten und Wahrnehmung reproduzieren und verändern.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Was wir mit Maschinen machen oder Maschinen mit uns </strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine Betrachtung der Beziehung zwischen Mensch und Maschine scheint zunächst nicht viel Neues zu bieten. Seit Menschengedenken haben sie diese genutzt, um ihre Ziele zu erreichen. Angefangen von der Entdeckung des Feuers bis hin zum Entzünden von Raketen, um ins Weltall zu fliegen haben sich diese Maschinen immer weiterentwickelt. Gleiches gilt auch für Algorithmen, welche bereits existiert haben, bevor es hierfür überhaupt ein Wort gegeben hat. Was allerdings neu ist, dass ist die Beziehung zwischen Algorithmen, Mensch und Maschine.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wie sich die Menschheit weiterentwickelt hat, haben sich auch die Maschinen weiterentwickelt. Hierzu unterteilt der Autor die Geschichte in drei Epochen. Während der analogen Phase von der Antike bis etwa dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand Computer noch für Personen, welche Berechnung per Auftrag durchführten. Erste Ansätze mechanischer Rechenmaschinen unterstützen diese Arbeit, aber die Algorithmen dienten vor allem dazu, um bestimmte bereits vorgegebene Ziele zu erreichen. In der digitalen Phase von 1946 bis 19998 entstanden zunehmend leistungsfähigere Computer. Erste Ansätze von „Good-Old-Fashioned AI“ kamen auf. Basierend auf bestimmten logischen Bedingungen konnten diese Maschinen einfache kognitive Prozesse des Menschen abbilden. Hierbei folgten die Maschinen klaren vorgegebenen Regeln, wie beispielsweise im Schach. Zwar hat dieses Spiel viele Möglichkeiten, diese sind jedoch klar begrenzt und berechenbar. In der Phase der Plattformen, deren Beginn der Autor um 1998 verortet, änderte sich diese Beziehung jedoch. Ursprünglich gedacht als Aufbewahrungsstätte für Informationen änderte sich die Struktur des Internets grundlegend, als die Erfinder von Google Larry Page und Sergey Brin das PageRanking einführten. Von da an waren alle Seiten nicht mehr gleichberechtigt, sondern stehen nun in unterschiedlichen Verhältnissen. Manche Seiten erhalten ein höheres Ranking und damit mehr Aufmerksamkeit als andere Seiten. Kurz gesagt aus einem digitalen Aufbewahrungsort wurde ein Netzwerk. Quantitativ hat sich in dieser Epoche die Anzahl der Geräte stark erhöht, tragen heute doch die meisten ständig das Smartphone als Inbegriff des digitalen Zeitalters mit sich herum. Zugleich haben sich qualitativ die Möglichkeiten erhöht, was diese neuen Geräte leisten können. Anders als bei allen Phasen zuvor agieren die Maschinen nun zunehmend autonom, wobei Ziele und Zweck derselbigen vielfach undeutlich werden. Diese neue Generation verarbeitet selbstständig die unzähligen Daten, welche die Nutzer des Internets jeden Augenblick als Spuren ihrer Präsenz im digitalen Raum hinterlassen. Gleichzeitig agieren die Nutzer wiederum mit den Ergebnissen, welche diese Maschinen produzieren. In diesem Sinne reproduziert die Mensch-Maschine-Interaktion aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und soziale Zustände. Algorithmen, Maschinen und Menschen sind verbunden durch ein komplexes soziotechnologisches Netzwerk, das soziale und technische Prozesse miteinander verwebt.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Ein Wechselspiel zwischen Sozialisierung und Digitalisierung </strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Allerdings regen die Überlegungen des Soziologen dazu an, selbst darüber nachzudenken, worin die Grenzen bestehen zwischen Maschinen, die immer mächtiger werden und Menschen, welche diese zwar bedienen aber immer weniger verstehen können. Beide haben viele Gemeinsamkeiten wie das Beispiel aus Tor Pignattara zeigt. Sowohl Menschen als auch Maschinen müssen zunächst sozialisiert werden, um ihrer jeweiligen Rolle gerecht zu werden. Dies bedeutet die Regeln und Normen einer Gesellschaft zu erlernen, um als Mitglied innerhalb einer sozialen Gemeinschaft agieren zu können. Beim Menschen geschieht dies durch die Erziehung. Indem diese durch Bezugspersonen, das soziale Umfeld oder Institutionen wie die Schule erzogen werden, erhalten sie bestimmte Verfahren, um die Vielzahl der kulturellen Codes, welche die soziale Interaktion mit anderen Menschen produzieren zu verarbeiten. Abhängig davon, in welchen Umfeldern dieser Prozess erfolgt, können die Personen ganz andere Muster entwickeln, auf welche sie in bestimmten Situationen zurückgreifen können. Einen ähnlichen Habitus, wie ihn der Soziologe Pierre Bourdieu beschrieben hat, können auch Maschinen entwickeln. Diese lernen bestimmte kulturelle Codes, welche in maschinenlesbarer Form vorliegen, zu verarbeiten und zu strukturieren. Während Menschen jedoch durch Erfahrungen sozialisiert werden, geschieht dies bei Algorithmen durch die Eigenschaften welchen ihnen zugeschrieben werden. Allerdings sind Menschen immer durch ihre kulturellen Prägungen in gewisser Weise voreingenommen, weshalb diese Überlegungen danach fragen, warum das gleiche nicht auch für Algorithmen gelten könnten. Schließlich müssen diese auch erst „sozialisiert werden“ um ihre gesellschaftlichen Anforderungen erfüllen zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zentrales Argument des „Machine Habitus » ist es, Algorithmen nicht einfach nur als neutrale Maschinen, sondern als soziale Agenten zu begreifen, welche selbst gewisse Veränderungen herbeiführen können, somit eine gewisse Form von Macht ausüben können. Deutlich werden diese Überlegungen an Themen wie Filterblasen und Fakenews, oder der wachsenden Bedeutung von Bots, welche sich immer weniger von menschlichen Akteuren unterscheiden lassen. Ebenso wie Menschen, die sowohl als Individuum, als auch als Teil einer Gesellschaft agieren, sind Algorithmen soziale Agenten, welche in ein komplexes Netzwerk eingebunden sind. Jeder soziale Raum, sei dies die Gesellschaft oder soziale Netzwerke, ist eine Ansammlung von Beziehungen zwischen verschiedenen Positionen in der Gesellschaft. Diese Positionen werden durch das soziale Kapital bestimmt, sprich, die Möglichkeiten, welche sich für das Individuum ergeben, das über diese Verbindungen verfügt. Sowohl Menschen vergleichen ihre Position im sozialen Raum wie dies auch Maschinen tun. Beide unterscheiden sich lediglich darin, dass Menschen hierfür erlernte Muster nutzen, während Maschinen durch Wahrscheinlichkeitsrechnungen die Beziehungen zwischen Menschen, Objekten und Informationen bestimmen. Allerdings liegt hierin der große Unterschied zwischen Menschen und den Algorithmen komplexer Maschinen darin begründet, dass menschliche Akteure ein Bewusstsein für die Zwänge und Einschränkungen haben, die ihr Umfeld ihnen auferlegt. Hierauf können menschliche Akteure emotional reagieren und versuchen diese Umstände zu verändern, während technische Akteure diesen keine normativen Bedeutungen zuschreiben.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Mensch und Maschine gegeneinander im Miteinander</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Mit seiner Anregung eines „Machine Habitus“ möchte der Soziologieprofessor Massimo Airoldi vor allem dazu anregen, Algorithmen nicht mehr als black boxes, außerhalb der Gesellschaft zu sehen, sondern als zentrale Akteure im gesellschaftlichen Wandlungsprozess der digitalen Transformation zu begreifen. Hierzu bietet der Autor einige Ansätze für mögliche zukünftige Beziehungen zwischen den Algorithmen und deren menschlichen Nutzern. Zwar erhalten die Algorithmen durch deren Konstrukteure eine erste Sozialisierung. Allerdings erfolgt eine weitere Sozialisierung, indem diese in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden. Ähnliches passiert auch in der menschlichen Entwicklung. Zwar erhält jeder eine gewisse Prägung durch die Kindheit, aber andere Kontexte wie etwa der Beruf führen zu einer zweiteren Sozialisierung. Egal ob Maschine oder Mensch, die zweite Sozialisierung bringt neue Muster hervor, die Beziehung von sich zu anderen Akteuren und dem Umfeld einschätzen zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ausblickend wird die Beziehung zwischen Menschen und Algorithmen als Maschinen vor allem durch zwei Faktoren bestimmt. Einerseits steht die Asymmetrie der Informationen, Je mehr die Algorithmen an Daten sammeln, desto besser können sie ihr Umfeld beschreiben, während Menschen immer größere Schwierigkeiten haben, die Funktionsweise der Algorithmen zu verstehen. Andererseits steht die Übereinstimmung der Ziele, welche der Algorithmus verfolgt und den Erwartungen, welche Menschen an deren Nutzung mitbringen. Hierbei können entweder Menschen den Habitus von Maschinen verändern oder aber Maschinen Menschen dazu anregen, ihre Verhalten zu verändern. Derart werden soziale Strukturen gleichsam reproduziert als auch grundlegend verändert je nach Beziehungsart.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Wer ist der Algorithmus?</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Abschließend regt „Machine Habitus“ vor allem dazu an, selbst darüber nachzudenken, wie unser Alltagsleben zunehmend durch die Beziehung zu Algorithmen und Maschinen mitbestimmt wird, ohne dass wir es immer direkt merken. Allerdings wird auch deutlich, dass Maschinen nicht neutral sind, sondern die positiven, aber auch negativen Eigenschaften sowie Ungleichheiten der Gesellschaft reproduzieren. Jedoch anders als Maschinen können sich Menschen dessen bewusstwerden, denn als Ausblick gibt das Werk zu bedenken, dass wir am Ende als Menschen der eigentlich entscheidende Algorithmus sind, indem wir die Welt mit ihren vielen komplexen Zusammenhängen nach unseren Vorstellungen zu ordnen versuchen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@beingabstrac">rishi</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Im Kreisverkehr auf der Datenautobahn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2018 14:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Einflussmöglichkeit haben Bundesregierung und Europäische Union gegenüber global agierenden Digitalkonzernen? Wer zieht Facebook endlich die Weltverbesserer-Maske vom Gesicht? Und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Daten-und-Öl.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154059" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Daten-und-Öl.jpg" alt="Daten und Öl" width="618" height="280" /></a>Welche Einflussmöglichkeit haben Bundesregierung und Europäische Union gegenüber global agierenden Digitalkonzernen? Wer zieht Facebook endlich die Weltverbesserer-Maske vom Gesicht? Und wann begreifen Kultusministerinnen und -minister hierzulande, dass digitale Bildung nicht beim vernetzten Klassenzimmer aufhört, sondern ebendort erst anfängt?</p>
<p>In einer Zeit, in der diese und ähnliche Fragen unseren Alltag immer umfassender prägen, ist der Grünen-Politiker und Datenschutzexperte Malte Spitz zu einer Reportage-Reise über die Vergleichbarkeit von Öl und Daten für die Machtgefüge in den jeweiligen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen aufgebrochen. Eine spannende Reportage-Reise, bei deren Niederschrift der Autor nicht immer die Orientierung behält.</p>
<p>Richtige und zum Weiterdenken anregende Beobachtungen, nur unsystematisch aufbereitet? So könnte ein (vor-) schnelles Urteil über das Buch „Daten – Das Öl des 21. Jahrhunderts?“ (Hoffmann und Campe, 248 Seiten, 16,00 Euro) lauten. Das abschließende Urteil über das Buch fällt, so viel sei vorweggenommen, wesentlich differenzierter aus, auch wenn Spitz, der zwischen 2006 und 2013 Beisitzer im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen war und im Januar 2018 in den Parteirat gewählt wurde, sich in der ersten Hälfte des knapp 250 Seiten starken und in sieben Kapitel gegliederten Buches im Kapitel „Geschichte“ immer wieder in Analogien und Nebenvergleichen zu verlaufen droht. Möglicherweise zu viel Material und Eindrücke von seinen Gesprächen, die er für das Buch rund um den Globus mit Expertinnen und Experten verschiedenster Disziplinen geführt hat? Dass er mitunter von einem Gesprächspartner spontan einen weiteren Experten empfohlen bekam, schreibt Spitz selber. Auch für wohlmeinende Leser ist es jedenfalls nicht immer einfach, ein stringentes erkenntnisleitendes Interesse zwischen den Zeilen im Blick zu behalten.</p>
<p>Der Verfasser setzt bei seinen Erkundungen immer wieder zu grundsätzlich zweifelsohne korrekten Vergleichen des Wertes, der Beschaffenheit bzw. der (historischen) Funktion von Öl mit den entsprechenden Eigenschaften von Daten an oder streut bedenkenswerte Erläuterungen, beispielsweise zur Frage, ob wir online mit Daten bezahlen oder diese Gegenstand eines Tauschgeschäftes seien, ein. Seine Erkenntnisse verlieren sich an anderer Stelle leider allzu häufig im Deskriptiven. Und Offensichtlichen, beispielsweise, wenn er schreibt:</p>
<p>„Ein Fass Öl ist überall auf der Welt mehr oder weniger das gleiche Fass Öl. Mögen die Ölsorten unterschiedliche Qualitäten und Preise haben, die Nutzung und Verarbeitung ist gleich (&#8230;). Diese Einheitlichkeit gibt es bei Daten nicht. Es gibt Tausende Dateiformate, unendlich verschiedene Möglichkeiten, Daten anzuordnen.“</p>
<figure id="attachment_154070" aria-describedby="caption-attachment-154070" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DatensinddasneueÖl.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-154070 size-medium" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DatensinddasneueÖl-305x495.jpg" alt="Cover Daten- das Öl des 21. Jahrhunderts © Hoffman und Campe Verlag" width="305" height="495" /></a><figcaption id="caption-attachment-154070" class="wp-caption-text">Spitz, Malte (2017): Daten &#8211; Das Öl des 21. Jahrhunderts?, 248 Seiten, Preis: €16,00, ISBN:3455000304</figcaption></figure>
<p>Für ein Sachbuch, als solches wird die Veröffentlichung vom Verlag gelistet, sind diese und zahlreiche ähnliche Feststellungen recht holzschnittartig geraten. Für eine Untersuchung, getrieben von systematisch grundiertem wissenschaftlichem Interesse, wirken zahlreiche Vergleiche und vergleichbare Ähnlichkeiten, die Spitz in den Kapiteln akribisch zusammenträgt, zu konstruiert. Und für ein politisches Manifest, das ein solches Buch vor dem Hintergrund der Fragestellung ihrer aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Relevanz und des bereits in der Vergangenheit erfolgten (gesellschafts-) politischen Engagements des Autors für Themen wie die <a href="https://www.zeit-stiftung.de/f/Digital_Charta_371x528_RZ%20%281%29.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union“ </a> ja auch hätte werden können, fehlt es dem Buch  bei all dem positiv hervorzuhebenden inhaltlichen Interesse und der explorativen und journalistischen Akribie des Verfassers an argumentativer Stringenz.</p>
<p>Dass Spitz hierzu sehr wohl imstande ist, zeigt er im Buch immer wieder. Beispielsweise im dritten Kapitel mit der Überschrift „Freiheit“. Ein Kapitel, das unter anderem der Auseinandersetzung mit den innenpolitischen Implikationen der wachsenden Bedeutung von Daten gewidmet ist und in dem der Verfasser in zahlreichen Unterkapiteln mit teils konkreten Vorschlägen zur Lösung beispielsweise von Sicherheitsfragen auf seine praktische politische Erfahrung als einer der führenden bündnisgrünen Datenschutz-Politiker der vergangenen Jahre setzen kann.</p>
<p>Bei diesen wenigen, dafür aber prägnant formulierten Appellen und Vorschlägen hätte der Autor es bewenden lassen können.</p>
<p>Regulierung, Innovation und Eigeninitiative: Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter<br />
„Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter“, so der Untertitel des Buches, dem – nach gut 200 Seiten auch das siebte und letzte Kapitel gewidmet wird. Ein Kapitel, in dem der Autor Raum für vorwärtsgerichtete Ideen und Appelle findet und konstatiert, dass – anders als beim Öl, wo dieser Diskurs nicht zuletzt im Umweltschutzkontext seit mehreren Jahrzehnten global geführt wird – eine weltweite Debatte über digitale Nachhaltigkeit noch in den Kinderschuhen steckt, wenn sie überhaupt schon begonnen hat.</p>
<p>Unter „Nachhaltigkeit“ versteht Malte Spitz, dabei nicht in erster Linie die notwendigen und wichtigen Debatten um die ökologischen Fragen der Digitalisierung, wie die Kühlung von Serverräumen, die Entsorgung von Endgeräten oder den Umgang mit den Grundlagen vieler Hightech-Geräte, den Seltenen Erden. Er meint eine andere Konfliktlinie: „Beim Diskurs um digitale Nachhaltigkeit geht es vielmehr um die Frage einer selbstbestimmten, offenen Gesellschaft. Dabei ist das Thema Macht entscheidend: Wer hat Macht, wie wird sie ausgeübt und wie wird sie kontrolliert?“</p>
<p>Zur Gestaltung der Frage der Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter macht der Autor neben den Aspekten der Regulierung und der Innovation vor allem einen dritten Punkt stark – den der Eigeninitiative:</p>
<p>„Die Menschen müssen aktiv werden, sie müssen selber nachhaltig handeln, müssen ihren Konsum regulieren, um so Einfluss auf die Industrie zu nehmen. Dazu bedarf es einer umfassenden Aufklärung der Menschen, wie es sie im Bereich Umweltschutz auch gegeben hat.“</p>
<h3>Eine Frage der Perspektive?</h3>
<p>Zum Thema digitale Nachhaltigkeit werden die Gedanken konsistent aufbereitet und erläutert. Woran es liegen mag, dass dies nicht durch alle sieben Kapitel hindurch pointiert gelingt? Der Leser erfährt von den überaus zahlreichen und im Einzelfall gewiss lohnenswerten Besuchen des Autors in Entwicklungslaboren, bei traditionellen Chemieunternehmen, bei Sicherheitsexperten, an Universitäten, bei einstigen politischen Entscheidungsträgern und bei Investoren aus der Perspektive des Ich-Erzählers. Eine Veröffentlichung in Magazin- oder Zeitungsreportagenform wäre jedoch vielleicht die bessere Idee gewesen. Denn diese dramaturgische Herangehensweise lässt in Buchform den Spannungsbogen immer wieder zusammenfallen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Malte Spitz behandelt in seinem Buch eine der wesentlichen, wenn nicht die herausragende Fragestellung der Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts. Nein, Daten sollten nicht das Öl des 21. Jahrhunderts werden. Wichtiger sei die Kontrolle über die Frage, wer profitiert und wie gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Machtmonopolen entgegengewirkt werden kann, so seine Schlussfolgerung, die er gemeinsam mit „12 Thesen für den Diskurs“ präsentiert.</p>
<p>Dennoch: Dem in „Daten – Das Öl des 21. Jahrhunderts?“ behandelten Thema wäre bei allen spannenden Perspektiven und zum Nach- und Weiterdenken anregenden Erkenntnissen, die im Buch versammelt werden, jedoch eine noch stärkere Sensibilität für die Analyseebene und das Untersuchungsdesign seiner Fragestellung zu wünschen – und möglicherweise durch eine stärkere Eingrenzung der Fragestellung auch zu erreichen gewesen.</p>
<p>Jede ambitionierte Reflektion zur Frage der sozial- und umweltverträglichen Ordnung von Macht, Teilhabe und Einflussmöglichkeiten in der digitalen Gesellschaft ist per se ein begrüßenswertes Unterfangen. Erst recht, wenn diese Auseinandersetzung in der zum Innehalten und zum Zurücktreten aus dem eigenen digitalen Alltagshandeln einladenden Form des gedruckten Buches daherkommt. Und dass Fragen der Bedeutung von Daten für die Ordnung und das Machtgefüge unserer Gesellschaft interessierte Leserschichten erreichen können, das zeigt nicht nur die Veröffentlichung von Malte Spitz: Hingewiesen sei hier zusätzlich auf „Das Digital“, eine Veröffentlichung, die von dem Oxford-Wissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger und dem Wissenschaftsjournalisten Thomas Ramge ebenfalls im vergangenen Jahr vorgelegt wurde und bei Feuilleton und Fachpublikum auf breites Interesse stieß.</p>
<p>Titelbild via <a href="https://pixabay.com/de/pump-buchse-%C3%B6lfeld-%C3%B6l-kraftstoff-848300/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, drpepperscott230, <a href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;Das Darknet hat kein Monopol auf illegale Aktivitäten&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stefan Mey]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2017 11:16:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit Fakten versucht der freie Journalist Stefan Mey die Vorurteile über das Darknet abzubauen. In seinem neuen Buch präsentiert er [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/im-netz.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140618" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/darknet-rezension.png" alt="im netz" width="639" height="337" /></a>Mit Fakten versucht der freie Journalist Stefan Mey die Vorurteile über das Darknet abzubauen. In seinem neuen Buch präsentiert er ein realistisches Bild von der verborgenen Seite des Webs – mit all seinen illegalen und kuriosen Facetten.</p>
<p>Drogenmärkte, Waffenhandel, Terrorismus, Auftragsmorde. Dem Darknet klebt kein allzu guter Ruf an. Sowohl in der journalistischen Berichterstattung als auch in der popkulturellen Aufarbeitung gilt dieser Teil des Internet als verruchter Hort der Kriminalität. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Mythos und Realität zunehmend – was es dem „guten“ Teil des Darknet nicht einfach macht, sich zu rechtfertigen. Der freie Journalist Stefan Mey veröffentlichte nun ein Buch, welches mithilfe von zahlreichen Studien, Fakten und Interviews Klarheit in das entstandene Netz aus Wahrheit und Fiktion bringen möchte.</p>
<p>Denn das Bild, das der Autor vom Darknet zeichnet, wird vielen reißerischen Journalisten nicht gefallen. „Das Darknet hat kein Monopol auf illegale Aktivitäten“, so der Autor im Interview mit politik-digital.de. Die Rolle des Darknet in der Kriminalität wird von der Berichterstattung oft gnadenlos überschätzt. „In der Öffentlichkeit entsteht das Bild, ausschließlich das Darknet sei voller böser Inhalte – das ist jedoch nicht der Fall. Alle illegalen und ethisch verwerflichen Aktivitäten spielen sich auch über Facebook, WhatsApp oder Mail ab.“ Die größte Zugangsmöglichkeit, das Tor-Netzwerk, werde täglich gerade mal von um die zwei Millionen Menschen genutzt, und konkret im Tor-Darknet sind weit unter 100.000 Menschen unterwegs – „das ist nichts im Vergleich zu beispielsweise den Nutzerzahlen von Facebook.“</p>
<h3>Die Ironie der Selbstregulierung</h3>
<p>Stefan Mey räumt in seinem Buch mit den allermeisten Mythen über das Darknet auf und zeichnet ein realistischeres, fast schon ernüchterndes Bild des Darknet. Die hoffnungsvollen Aspekte der Technologie – die Möglichkeiten für politische Aktivisten oder Whistleblower – machen nur einen verschwindend geringen Teil des Darknet aus. ‚Während sich die Menschen, die Tor-Software entwickeln, wünschen, dass Whistleblower und Oppositionelle das Darknet für sich entdecken, wird das Darknet zurzeit überwiegend für eines genutzt: den hoch professionellen Kauf und Verkauf von Drogen. Die treibende Kraft des Kommerzes hat die digitale Unterwelt in eine große, illegale Einkaufsmeile verwandelt‘, schreibt Mey in seinem Buch.</p>
<figure id="attachment_153394" aria-describedby="caption-attachment-153394" style="width: 195px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-153394 size-thumbnail" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/stefan-mey-skaliert-195x119.png" alt="Stefan Mey, © Ralf Rühmeier" width="195" height="119" /><figcaption id="caption-attachment-153394" class="wp-caption-text">Stefan Mey, © Ralf Rühmeier</figcaption></figure>
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<p>Der Autor stellt dabei detailliert die verschiedenen Bereiche des Darknet und seiner Kuriositäten dar. Da es im Darknet keine regulierende staatliche Macht gibt, hat sich auf den Drogenmärkten absurderweise ein System der Selbstkontrolle entwickelt. So führe auch die Abwanderung des Drogenhandels ins Darknet nicht nur zu einer geringeren Gefährdung durch Gewalt, sondern führen Bewertungssysteme für Händler interessanterweise zu saubereren Drogen. Natürlich ist die Illegalität damit nicht vergessen, doch Mey zeichnet ein differenziertes Bild über den Drogenhandel im Darknet, der normalen Online-Märkten wie Amazon in vielem nicht nachsteht. ‚Bei Usern kann deswegen leicht das Gefühl entstehen, sich nicht auf einem hoch illegalen Umschlagplatz, sondern stattdessen in einer Service-orientierten Einkaufswelt zu bewegen.‘</p>
<h3 id="title" class="a-size-large a-spacing-none">Nicht mehr als verschlüsselte Kommunikation</h3>
<p>Der Autor spricht in seinem Buch mit zahlreichen Experten und Praktikern, die tagtäglich mit dem Darknet zu tun haben – seien es Sicherheitsberater, Aktivisten oder Strafverfolger. Dabei fallen die Urteile über das Darknet meistens recht pragmatisch aus. Selbst Behörden und Politik, denen anonymisierte Kommunikation gerne mal ein Dorn im Auge ist, sehen die Technologie eher sachlich – oft wird das Darknet nicht mehr als eine weitere Möglichkeit der verschlüsselten Kommunikation betrachtet.</p>
<p>Dabei geht Mey auch ausführlich und verständlich auf die zugrundeliegende Technologie ein und setzt den Fokus auf das aktuell größte Anonymisierungsnetzwerk Tor. Auch hier versucht der Autor die Diskussionspole und Widersprüche zusammenzubringen. Denn natürlich kommt auch das Tor Project nicht ohne Widersprüche aus. Der auffälligste: eine Technologie entwickeln, die weitreichende Anonymisierung zulässt und andererseits zu 85 Prozent von einer interessengeleiteten US-Regierung finanziert zu werden. Dass die Welt dabei nicht nur schwarz und weiß ist, wie es einem manche Befürworter und Kritiker des Tor-Netzwerks weismachen wollen, zeigt Mey auch in diesem Zusammenhang auf.</p>
<h3>Die Rolle der Geheimdienste</h3>
<p>Doch dass Geheimdienste ein Interesse an der Überwachung des Tor-Netzwerks haben, dürfte unbestritten sein. In einem Netzpolitik.org-Leak mahnte der Bundesnachrichtendienst die deutschen Behörden, dass man die Unterwanderung des Netzwerks durch andere Geheimdienste nicht ausschließen könne und die Anonymität nicht garantiert sei. Stefan Mey ist jedenfalls der Auffassung, dass man solche Meldungen durchaus ernstnehmen müsse. Nichtsdestotrotz resümiert er im Gespräch: „Natürlich ist es naheliegend, dass Geheimdienste Tor-Knoten betreiben, jedoch wird eine Mehrheit der traffic-starken Knoten des Netzwerks von bekannten Organisationen wie Universitäten betrieben. Es kann durchaus weiterhin auch für Behörden Sinn machen, Tor zu nutzen. Ich würde den Dienst immer noch empfehlen. Es gibt zwar Sicherheitsbedenken, aber ich halte Tor immer noch für sicherer als alles andere. Lieber Tor als eventuell etwas löchrige, digitale Tarnkappe als komplett ohne Schutz.“</p>
<figure id="attachment_153397" aria-describedby="caption-attachment-153397" style="width: 244px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-153397 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cover_Darknet_Beck_Verlag.jpg" alt="Cover Darknet, © Beck Verlag" width="244" height="400" /><figcaption id="caption-attachment-153397" class="wp-caption-text">Mey, Stefan (2017): Darknet: Waffen, Drogen, Whistleblower. 239 Seiten. Preis: €14.95<br />ISBN: 3406713831 </figcaption></figure>
<p>Der Autor selbst ist letztlich von den Vorzügen des Darknet überzeugt – wohl auch aufgrund der Enttäuschung über die Entwicklungen im uns allen bekannten Internet. „Das Internet, das mal ein herrschaftsfreier Raum sein sollte, hat bestehende Herrschaftsverhältnisse verstärkt“ – und die bestehende Monopolisierung durch wenige Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google werde sich mit der fortschreitenden Digitalisierung weiter verschärfen. „Mir macht der Zustand des normalen Internet mehr Sorgen als das Darknet. Darum klammere ich mich mehr oder weniger an die einzige Hoffnung, die es gibt: das Darknet.“</p>
<p>Doch der Weg zur breiten Nutzung der Technologie ist noch lang: „Das Darknet wirkt im Moment wie das Internet in seiner Anfangszeit. Das Hauptproblem ist das Finden von Inhalten. Das größte Wachstumsproblem des Tor-Netzwerks ist, dass der Tor-Browser für das normale Internet noch zu langsam ist und es im Darknet abseits der Drogenmärkte keine Angebote gibt, die ähnlich stark Nutzer anziehen könnten. Und auch in autoritären Staaten wie China ist es nicht so einfach, Tor zu nutzen. Ressourcenstarke Überwacher können auch den Zugang zu Tor effektiv unterbinden.“</p>
<p>Stefan Mey nimmt sich in seinem Buch genügend Zeit, um in die Grundzüge des Darknet, dessen Abgrenzungen und seine Begrifflichkeiten zu beschreiben – stets gespickt mit Fakten aus neueren Studien, Anekdoten und Expertenmeinungen. Das Buch ist ein optimales Werk für Einsteiger, die sich noch nicht mit dem Darknet beschäftigt haben – und für all jene, die einen realistischen Blick auf die Technologie bekommen wollen.</p>
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<p>Artikelbild: @_evstratov via <a href="https://unsplash.com/photos/InsHJ5sg2vc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsplash.com</a>, CC0<br />
Autorenbild Stefan Mey: © Ralf Rühmeier<br />
Buchcover: © Beck Verlag</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a></p>
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		<title>Wir werden alle manipuliert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 May 2017 15:41:50 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine Angst geht um in Deutschland. Die Angst vor den „Fake News“. Nachdem die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen auch mittels Sozialer Medien verbreitete Falschmeldungen mitentschieden wurden, geht nun auch hierzulande die Furcht vor einer weitreichenden Manipulation der Bundestagswahlen im September um. Gerne wird das Beispiel <a href="https://www.wired.com/2017/02/veles-macedonia-fake-news/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mazedonischer „Fake News“-Fabriken</a> herangezogen, um auf die drohende Gefahr hinzuweisen.</p>
<p>Dass es solche „Fake News“ gibt und sie durchaus Einfluss auf Menschen haben können, ist weitläufig bekannt. Wie groß ihre Wirkung letztendlich ausfällt, bleibt umstritten. Dennoch werden bewusst gefälschte Nachrichten von vielen Bürgern als reale Gefahr angesehen: In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF geben derzeit 30 Prozent der Deutschen an, dass „Fake News“ einen starken oder sehr starken Einfluss auf die Wahlen im September haben werden, knapp die Hälfte der Befragten hält solche Falschmeldungen allgemein für ein großes Problem.</p>
<h3>Sascha Lobos Experimente</h3>
<p>Genau in diese Kerbe schlägt nun Sascha Lobo, Deutschlands wohl bekanntester Blogger, der sich regelmäßig Gedanken über die aktuellen Probleme der Netzwelt macht. Gemeinsam mit ZDFneo ging der 42-Jährige der Frage nach, welche Wirkung die sozialen Medien auf die Gesellschaft haben können. Hierzu lud er im Rahmen des Social Factual-Formats „Manipuliert“ acht Probanden ein, die in verschiedenen Experimenten mit Bildern, Texten oder Überschriften konfrontiert werden. Lassen sich Menschen durch wahrgenommene Mehrheiten im Netz beeinflussen? Wie spielen Medien mit den Emotionen der Leser? Kann man alleine aus einem Bauchgefühl heraus „Fake News“ erkennen? Wie gut können Algorithmen die Persönlichkeit eines Menschen vorhersagen?</p>
<p>Aufklärung über all diese Fragen sind für Lobo ein persönliches Anliegen, gerade im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahlen. Doch dabei stehe nicht die Suche nach manipulativen Unternehmen oder Mächten im Zentrum des Interesses. „Es geht vielmehr darum, die alltäglichen, kleinen Mechanismen der Beeinflussung zu beschreiben. Denn genau diese Mechanismen haben eine ziemlich große Macht – auch politisch.“ Mithilfe von Expertinnen und Experten soll gezeigt werden, wie einfach selbst Social Media-erfahrene Probanden – und damit auch der Zuschauer – manipulierbar sind.</p>
<h3>Likes sind keine Währung für Wahrheit</h3>
<p>Die hierzu gezeigten Experimente haben alle durchaus ihren Reiz, jedoch merkt man ihnen schnell die fernsehgerechte Aufbereitung an. Wissenschaftliche Kriterien stehen nicht unbedingt im Zentrum des Interesses, sodass man als Forscher das ein oder andere Mal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte. Beispielsweise als die Probanden anhand der Überschriften erkennen müssen, ob es sich um Falschmeldungen handelt. Eigentlich unmöglich, schließlich sind für die Identifikation von „Fake News“ in aller Regel auch der Inhalt der Nachricht, mindestens aber die Angabe der Quelle notwendig.</p>
<p>Allerdings dienen diese Experimente nur der Verdeutlichung und letztlich spannt „Manipuliert“ mithilfe dieser Tests den Bogen zur wichtigen Erkenntnis: Man dürfe sich nicht auf sein Bauchgefühl verlassen und muss in sozialen Netzwerken stets kritisch mit dargebotenen Inhalten umgehen. Das Prinzip zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamten 60 Minuten: Die Experimente kratzen meist nur an der Oberfläche, jedoch werden immer richtige und wichtige Schlüsse gezogen.</p>
<p>Wie wertvoll die Erkenntnisse aus diesen Experimenten nun sind, darüber lässt sich trefflich streiten. Revolutionär sind Feststellungen wie „Likes sind keine Währung für Wahrheit“ oder „Themen und Bilder, die berühren, bleiben hängen“ bei weitem nicht. Für einen erfahrenen Social Media-Nutzer sind solche Ergebnisse nicht neu – auch die Probanden sind sich dieser Manipulationsmacht oftmals durchaus bewusst. Dennoch bleibt die Erkenntnis, dass man selbst als aufgeklärter User nicht gefeit ist vor den Mechanismen sozialer Medien.</p>
<h3>Raus aus der Filterblase</h3>
<p>Auch die Feststellung, dass populistische Kräfte die Funktionsweise von Facebook und Co. besser als etablierte Parteien verstanden haben, liest man häufiger. Interessanterweise war einer der Probanden selbst ein engagierter Online-Kämpfer für die AfD, laut eigenen Angaben mit 50 Beiträgen und Kommentaren pro Tag. Dass seine Anwesenheit am Ende im politisch-inhaltlichen Konflikt mit den anderen Teilnehmern endet, dürfte ziemlich kalkuliert gewesen sein. Jedoch möchte man Sascha Lobo an dieser Stelle keine Effekthascherei vorwerfen, auch wenn sein Besuch einer „Merkel muss weg“-Demonstration in Berlin ebenfalls kaum neue Erkenntnisse, sondern vielmehr aufsehenerregende Bilder und Zitate mit sich bringt.</p>
<p>Vielmehr will der Blogger mit einem solchen Besuch verdeutlichen, wie wichtig es ist, aus der eigenen Filterblase auszutreten und Kontakt mit konkurrierenden Meinungen zu suchen. Natürlich, so Lobo, würden ihn die Aussagen des AfD-Sympathisanten nerven, doch das Durchstechen der Filterblasen sei nun mal essentiell für den Dialog. Denn die Polarisierung in sozialen Medien spiegelt sich zunehmend auch „auf der Straße“ wieder, wodurch die gesellschaftlichen Gräben nur größer würden. Gemeinsam müssten alle dagegen arbeiten: „Man kann soziale Medien auch dafür benutzen, dass alle wieder näher zusammenrücken.“</p>
<p>So ist „Manipuliert“ letztendlich auch ein kleiner Aufruf zum Dialog zwischen den Extremen. Doch vor allem will Sascha Lobo mit dieser Dokumentation über die Mechanismen und die Funktionslogik sozialer Medien aufklären. Wer sich allerdings schon oft mit ihrer Wirkungsweise und des damit einhergehenden manipulativen Potenzials beschäftigt hat, wird definitiv keine neuen Erkenntnisse aus diesen 60 Minuten ziehen. Dennoch kann es nicht schaden, sich immer wieder mit den Mechanismen und möglichen politischen Folgen von Social Media auseinanderzusetzen. Immerhin sitzt derzeit ein Mann im Oval Office, der soziale Medien problemlos für seine Zwecke instrumentalisiert. Die Rolle von „Fake News“ im Bundestagswahlkampf ist ungewiss, jedoch sollte jeder Nutzer die Funktionslogik von Facebook, Twitter und YouTube verstehen und stets kritisch mit Inhalten umgehen.</p>
<p>Die Sendung wird heute um 23 Uhr bei ZDFneo ausgestrahlt und ist bis zum 18.08.2017 in der  Mediathek zu <a href="https://www.zdf.de/sender/zdfneo/manipuliert-100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">finden</a>.</p>
<p>Titelbild: ZDF-Pressebild, © ZDF / Sebastian Semmer</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div>
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		<title>Data for the People: Alle Macht dem Nutzer!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Apr 2017 10:40:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Datennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzdebatte]]></category>
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		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
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					<description><![CDATA[Gebt den Nutzern die Macht über ihre Daten zurück! Diese Position vertritt Andreas Weigend. In seinem neuen Buch „Data for [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151938" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robertmayertitelbild.jpg" alt="Titelbild: big-data_conew1 by luckey_sun via flickr.com, CC BY-SA 2.0" width="629" height="289" />Gebt den Nutzern die Macht über ihre Daten zurück! Diese Position vertritt Andreas Weigend. In seinem neuen Buch „Data for the People“ wendet sich der Dozent der kalifornischen Berkeley-Universität von der klassischen Datenschutz-Debatte ab und sucht nach einer alternativen Lösung für unseren Umgang mit Daten.<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robertmayertitelbild.jpg"><br />
</a></p>
<p>„Give me data“ weist Sherlock Holmes in der <a href="http://www.imdb.com/title/tt1475582/?ref_=nv_sr_1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BBC-Serie Sherlock</a> seinen Assistenten Dr. Watson an. Ohne Daten zum Opfer – Familiengeschichte und Hintergrund – kann Sherlock die Tat nicht analysieren und keine Schlüsse zum Mordfall ziehen. Unternehmen wie Facebook oder Amazon unterscheiden sich diesbezüglich nur wenig vom britischen Meisterermittler, schließlich sind sie auf die Daten der Menschen angewiesen, um ihre Dienste und Werbeangebote zu personalisieren. Dass es dabei derzeit ein massives Ungleichgewicht zugunsten der Internetfirmen gibt, ist ein zentraler Punkt der Debatte rund um den Datenschutz.</p>
<p>Nun schaltet sich Andreas Weigend in diese Diskussion ein, setzt sich jedoch von diesem schwarzen Loch einer Debatte ab, in das alle Argumente hineingezogen werden, aber kein Konsens herauskommt. Schutz der Privatsphäre oder vielseitiger Nutzen der Daten – das ist die große Frage unserer Zeit, der sich nun auch der Dozent an der kalifornischen Berkeley-Universität annimmt. Doch auf der klassischen Datenschutz-Nutzen-Achse lässt sich Andreas Weigend schlecht einordnen, auch wenn er Privatsphäre für eine Illusion hält. Vielmehr gewinnt man bei der Lektüre des Buches „Date fort he People &#8211; Wie wir die Macht über unsere Daten zurückgewinnen“ den Eindruck, dass diese Debatte überhaupt nicht mehr den Kern der Realität trifft, sondern die Technik dem Diskurs mal wieder fünf Schritte voraus ist.</p>
<h3>Datenanalyse unter neuen Vorzeichen</h3>
<p>Würde man aber in diesen Kategorien denken, ist der Autor tendenziell nicht auf der Seite des Datenschutzes einzuordnen. Das gibt Weigend bereits im Vorwort offen und ehrlich zu: „Tatsächlich sind die Stasi-Unterlagen nichts im Vergleich zu dem, was ich tagein, tagaus freiwillig über mich mitteile.“ Seit mittlerweile elf Jahren veröffentlicht der Dozent an der kalifornischen Berkeley-Universität Vorlesungen, Reden und sogar <a href="http://www.weigend.com/itinerary/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">detaillierte Reisepläne</a> mit Flugnummern und Sitzplatzreservierungen.</p>
<p>Mit dem Wissen über Sitzplatz 16A des Lufthansa-Fluges LH455 geht nun erstmal kein konkreter Sinn oder Nutzen einher, doch der Autor legt damit letztlich nur die eigenen Maßstäbe an sich selbst an und möchte ein Zeichen für seinen Standpunkt setzen. Andreas Weigend ist davon überzeugt, dass die Vorteile eines offenen Umgangs mit Daten die Nachteile überwiegen. Dabei ist der studierte Physiker jedoch kein Verfechter der radikalen Offenlegung, sondern will die eingefahrene Situationen zwischen den Googles dieser Welt und den Verfechtern des Datenschutzes auflösen. Denn Unternehmen, die Daten analysieren und für die Verbesserung ihrer Produkte sowie der Profitgenerierung nutzen, sollten dies in Zukunft auch weiterhin tun dürfen, jedoch unter andere Vorzeichen.</p>
<figure id="attachment_151966" aria-describedby="caption-attachment-151966" style="width: 203px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weigend-data21.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-151966" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/weigend-data21-305x516.jpg" alt="weigend-data2" width="203" height="344" /></a><figcaption id="caption-attachment-151966" class="wp-caption-text">Andreas Weigend: Data for the People. Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern<br />Murmann Publishers GmbH<br />ISBN: 9783867745680<br />26,90 €, April 2017, 352 Seiten</figcaption></figure>
<h3>Transparenz und Handlungsfähigkeit</h3>
<p>Wie der Titel des Buchs schon suggeriert, geht es um eine Ermächtigung der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen Rechte und Werkzeuge an die Hand bekommen, um selbstbestimmter mit ihren Daten umgehen zu können: „Worauf es ankommt, ist, dass wir Wege finden, um zu gewährleisten, dass die Interessen derjenigen, die unsere Daten nutzen, mit unseren eigenen Interessen im Einklang stehen.“ Dabei sind vor allem zwei Begriffe zentral: Transparenz (zu wissen, was die Unternehmen genau machen und die Pflicht der Unternehmen, Erkenntnisse zu teilen) und Handlungsfähigkeit (Werkzeuge, mit denen der Nutzer beispielsweise das Teilen bestimmter Daten ein- und ausschalten kann). Dafür fordert Weigend eine Reihe von Rechten wie beispielsweise die Möglichkeit eines Zugangs zu den eigenen Daten oder die Option, Daten zu ergänzen. Wichtig ist dabei letztlich, dass jeder Nutzer weiß, wie Datenunternehmen arbeiten und ein Bewusstsein entwickelt, welche Konsequenzen das Teilen sozialer Daten hat. Diese Fähigkeit sei ähnlich wichtig wie das Lesen und Schreiben.</p>
<p>Da wir immer mehr Daten produzieren werden und die Uhr nicht mehr zurückdrehen können, müssen wir uns mit den Vor- und Nachteilen von Sensoren und Co. abfinden und einen Weg finden, der den Nutzern mehr Macht in diesem Spiel zugesteht. Wir wissen beispielsweise, dass die Digitalisierung massive rechtliche Probleme mit sich bringt. Aber in diesem Buch wird klar, dass es mit ein paar einfachen Rechtsänderungen nicht getan ist. Es braucht eine grundlegende gesellschaftliche Debatte – und diese muss angesichts der raschen technologischen Fortentwicklung rasch erfolgen. Der Autor gibt in seinem Buch einen Einblick in die beinahe endlosen Möglichkeiten der Datenanalyse und führt dabei drastisch vor Augen, zu was die Datentechnik bereits heute imstande ist. Letztlich müssen wir als Nutzer und Gesellschaft entscheiden, wie weit die Analyse-Instrumente künftig gehen dürfen.</p>
<h3>Auch Unternehmen in der Pflicht</h3>
<p>Weigend erklärt an vielen Stellen, wie Unternehmen wie Amazon, Facebook oder kleinere Start-ups Daten gewinnen, analysieren und nutzen. Durch seine Erfahrungen bei zahlreichen Unternehmen wie Amazon (Chief Scientist) gibt er einen wirklich interessanten Einblick hinter die Kulissen dieser aus Kundensicht „Black Boxes“. Dabei wirkt das Buch zumeist wie eine ausführliche Vorlesungsreihe, in der die Theorie mit vielen anschaulichen Praxisbeispielen aus der Welt der Datentechnologie unterfüttert wird. Andreas Weigend gibt sich viel Mühe, die trockenen Ausdrücke der Theorie mit hilfreichen Metaphern und Vergleichen greifbar zu machen – auch wenn manchmal Begriffe wie „Privatsphäreneffizienz-Bewertung“ fallen, die nur Scrabble-Spielern große Freude bereiten dürften.</p>
<p>Doch nicht nur die Nutzer stehen in der Pflicht. Auch Firmen sollten sich bewusst werden, dass mit sozialen Daten respektvoll und vorsichtig umgegangen werden muss. Dazu gehört beispielsweise ein verständliches und effektives Sicherheitskonzept, dessen Stärke die Nutzer anhand einfacher Bewertungssysteme wie in der Gastronomiehygiene ablesen können.</p>
<h3>Zwischen Differenziertheit und Euphorie</h3>
<p>Dabei argumentiert Weigend insgesamt sehr differenziert. Trotz seiner klaren Tendenz zum offenen Umgang mit Daten sowie dem postulierten Ende der Privatsphäre beleuchtet er zumeist alle Aspekte der Debatte. Dennoch wiederholt er sich an vielen Stellen, kommt am Ende der Kapitel oft zu denselben Schlüssen und wirkt beim Aufzeigen der Vorteile der Datenanalyse gerne mal zu euphorisch. Leider bleibt ab und an der Realismus auf der Strecke, wenn er beispielsweise von den Wahlmöglichkeiten spricht, die Nutzer potenziell haben könnten, wenn sie erst die Macht über ihre Daten ergreifen würden. In der Realität ist man in monopolisierten Zweigen der Internetbranche dann doch oft zur Herausgabe bestimmter Daten gezwungen, um einen Dienst in Anspruch nehmen zu können.</p>
<p>Dennoch präsentiert Andreas Weigend für solche Probleme durchaus Lösungen wie „virtuelle Boykotte“, die jedoch vor allem im Rahmen seines geschlossenen Konzepts Sinn machen, aber derzeit nur schwierig umzusetzen wären. Die Vorstellungen des Autors mögen ja durchaus ihren Reiz haben, doch die konkreten Schritte zur Verwirklichung in der Realität bleibt der Autor schuldig. Dementsprechend ist das Buch eine sehr interessante Sammlung praktischer Beispiele aus der Welt von Big Data und präsentiert einen möglichen Ausweg aus der festgefahrenen Debatte, jedoch bleiben am Ende zu viele Fragen offen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342/in/photolist-9uDrJR-da8jMn-egsmCb-bx1jvU-in4r8R-QGAKC3-in4r4H-5nPtCe-pN7nmE-q3wTcg-bm7dJK-in4qSv-f8LRNN-9HmR8k-bm7drR-zh7ZMB-bm7dZ2-ruGnWz-dht2wF-bm7eAX-rP23sX-bm7ef2-bm7dBa-bm7ddc-dMeUvi-rLJ7PE-bm7eXX-deKzer-ruGo1c-SfD3Qc-r1qKs4-6TMD5S-r7tb42-eahc6N-cJVgkY-r5aTAu-qaETfM-pkVM7q-omdx8f-nrfjeR-oNtc9q-qPT6K9-c3yyfJ-r7oek9-r7jbQr-nVQUrZ-qPUvvq-qasxUh-exfJSY-qaESvk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">big-data_conew1 by luckey_sun</a> via flickr.com, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Silicon Country Deutschland?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2016 10:45:27 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Old & New Economy]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Die SZ-Redakteure Ulrich Schäfer und Marc Beise haben mit ihrem Buch „Deutschland digital“ einen lesenswerten Beitrag zur Digitalisierungsdebatte beigetragen. Gestern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_DeutschlandDigital.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150349" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_DeutschlandDigital.jpg" alt="Buch-Cover: Deutschland digital" width="640" height="367" /></a>Die SZ-Redakteure Ulrich Schäfer und Marc Beise haben mit ihrem Buch „Deutschland digital“ einen lesenswerten Beitrag zur Digitalisierungsdebatte beigetragen. Gestern wurde es in der Factory Berlin vorgestellt. Anschließend debattierten Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Kernaussagen der frischen Publikation.</p>
<p><em> „Nirgends erlebt der Bürger den Staat so unmittelbar und handgreiflich wie auf dem Amt. Und genau so ist der Behördenalltag in Deutschland: hoffnungslos von gestern. Formulare, Formulare, Formulare, analoge Registratur, undurchsichtige Kompetenzen, knappe Öffnungszeiten, lange Schlangen: Für manchen Digital Native ist es ein negatives Entwicklungsszenario, wenn er mit 16 oder 18 das erste Mal mit dieser Welt konfrontiert wird, von der er gar nicht ahnte, dass es sie überhaupt noch gibt.“ </em>(Auszug: 228)</p>
<p>Die bildliche Schreibkraft der beiden Autoren Ulrich Schäfer und Marc Beise, Wirtschaftsredakteure der Süddeutschen Zeitung in München, prägt das komplexe Thema der Digitalisierung in ihrem Werk „Deutschland digital. Unsere Antwort auf das Silicon Valley“. Nicht nur die angestrebte Digitalisierung der Verwaltung, sondern auch die des Gesundheitssektors, der Politik und Wirtschaft sowie das Internet der Dinge porträtieren die beiden Autoren umfassend.</p>
<p>9.131,54 km trennen das Silicon Valley von der deutschen Hauptstadt in Luftlinie. Viele befürchten, dass die technische Entfernung der beiden Orte noch viel größer ist. Aus dem Grund haben sich die Buchautoren auf die Reise in das digitale Tal Amerikas gemacht, um herauszufinden, ob unsere Angst, in baldiger Zeit vom Silicon Valley wirtschaftlich und technisch verschlungen zu werden, berechtigt ist. Das Ergebnis: Die erste Runde der Digitalisierung haben wir verschlafen. Aber in der zweiten Runde haben wir die Chance aufzuwachen und mitzumischen &#8211; „vielleicht sogar ganz vorne“, so die Autoren.</p>
<h3>Silicon Country statt Silicon Valley: Produktion, Präzision, Perfektion</h3>
<p>Durch vielseitige Beispiele und Interviews im Silicon Valley und Deutschland zeigen die Herausgeber, dass auf der einen Seite der Technologievorsprung Amerikas existiert, aber andererseits die Stärken Deutschlands in Sachen Produktion, Präzision und Perfektion oft in Vergessenheit geraten. Die verschiedenen Kapitel zum „Angriff aus dem Silicon Valley“ und der möglichen Chancen Deutschlands in Form einer digitalen Transformation finden ihren Abschluss in einer Art Rat gebenden Wirtschaftsbibel – dem „Zwölf-Punkte-Plan“. Dieser Plan der Autoren lehrt uns u. a., auch mal Bewährtes infrage zu stellen, die digitale Bildung in Angriff zu nehmen sowie New und Old Economy miteinander zu kombinieren, während wirtschaftliche Innovationsstandpunkte innerhalb Deutschlands dezentral verteilt werden sollten. Heißt: Silicon Country statt Silicon Valley. Auch plädieren die Autoren für Werte und Regelungen, die es im Silicon Valley bereits gibt und in Deutschland bislang ausbleiben: schnelles Giga-Netz, finanzielle Privatinvestoren, kreatives Storytelling und inspirierende Vorbilder im Start-up-Bereich sowie unternehmerisches Denken.</p>
<p>Einen gefährlichen Allmachtsanspruch beobachteten Schäfer und Beise auf ihrer Reise in das Silicon Valley vor knapp anderthalb Jahren. Während das pulsierende Arbeitsleben am bedeutendsten IT-Standort der Welt sich selbst feiern lässt, habe Deutschland nun die Möglichkeit, seine bereits vorhandenen Stärken zu digitalisieren. Denn: Geschwindigkeit sei nicht alles, betonen die Autoren in ihrem Buch: „Tempo ist auch in der digitalen Welt nicht der entscheidende Maßstab.“ Neue Werte – wie Freiheit der MitarbeiterInnen, Kreativität und flache Hierarchien – sollen mit traditionellen deutschen Qualitäten Synergieeffekte erzielen: traditionelle Produktion trifft auf innovative Kreation. Hinzu komme dabei aber auch die in Amerika stärker beobachtbare Disruption, das unvermittelte Entstehen von etwas wirtschaftlich Neuem durch die Zerstörung der Konkurrenz: „Die digitalen Disrupter gehen dabei wie hungrige Wölfe vor“, heißt es im Buch. Die digitale Zukunft Deutschlands bleibt offen. „Tradition und Disruption“ lautet die Zauberformel der Autoren, durch die Deutschland auch selbst zum internationalen Angreifer in Sachen digitale Fabrik, Internet of Everything und Künstliche Intelligenz werden kann.</p>
<h3>Auf der Buchpremiere: Digitale Standpunkte zu Politik- und Kulturwandel</h3>
<figure id="attachment_150351" aria-describedby="caption-attachment-150351" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/20160928_115440.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-150351" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/20160928_115440.jpg" alt="Im Panel v.l.n.r.: Moderatorin Inga Michler (Die Welt), SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi), Valentin Stalf (CEO N26), Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group), Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin), Ulrich Schäfer (Buchautor/Süddeutsche Zeitung)" width="640" height="312" /></a><figcaption id="caption-attachment-150351" class="wp-caption-text">Im Panel v.l.n.r.: Moderatorin Inga Michler (Die Welt), SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi), Valentin Stalf (CEO N26), Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group), Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin), Ulrich Schäfer (Buchautor/Süddeutsche Zeitung)</figcaption></figure>
<p>Deutschland als möglicher Gewinner und globaler Akteur – so sahen auch die Panelisten der Buchpremiere weitestgehend die, zumindest theoretisch, mögliche Zukunftsprognose Deutschlands. Vor der Diskussion positionierten sich die Autoren klar zur Digitalisierung im Allgemeinen: „Eigentlich sehen wir mehr Chancen als Risiken“, so Schäfer. Neben den bisher genannten Inhalten des Buches beschäftigte das durchgehend männliche Panel aber vor allem auch der Wunsch nach einer digitalen Regierung und nach einem Kulturwandel. Für letzteres sprach sich vor allem SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi) aus, der noch schnell in Vertretung für Sigmar Gabriel anreiste. Machnig ist sich sicher: „Ein Kulturwandel ist in der Tat notwendig.“ Dieser Wandel sei nicht nur politisch zu verstehen, es sei auch mehr Mut für Fusionen mit Start-ups und hinsichtlich der großen Datenschutz-Debatte notwendig, so Machnig. Einen Nerv hatte der Staatssekretär damit besonders bei Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin) getroffen, der die Forderung nach einem Kulturwandel nun schon seit Jahren hört und Machnig eine Hausaufgabe mit auf den Weg gab: „Dann schaffen sie doch endlich mal eine neue Kultur.“</p>
<p>Große Kontroversen wurden in der Podiums-Diskussion nicht ausgetragen, stattdessen erklärten die Panelisten fast einträchtig nacheinander ihre digitalen Standpunkte. Auch die Frage nach einer politisch-operativen Handhabung der Digitalisierung stieß weitestgehend auf Konsens: Nicht ein digitaler Minister sei die Lösung, sondern ganze viele davon bzw. gleich eine gesamte digitale Regierung. So pflichtete auch Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group) bei, dass ein Ministerium als Multiplikator dienen sollte. Machnig plädierte dabei – halb ernst, halb scherzhaft – für den Vorschlag einer „heiligen Vierfaltigkeit der Digitalminister“ zwischen den Bereichen Inneres, Sicherheit, Forschung und Wirtschaft. Wer dabei seiner Meinung nach die Führungsposition einnehmen könnte, liege auf der Hand, entgegnete Moderatorin Inga Michler süffisant. Das Wirtschafts-Panel sprach sich, abgesehen von kleinen Unstimmigkeiten, für die Vorteile und Potenziale Deutschlands als zukünftiges Silicon Country aus.</p>
<h3>Zurück zum Buch: Wie sieht es eigentlich mit der Digitalisierung der Gesellschaft aus?</h3>
<p>Durch zahlreiche szenische Einstiege sowie eine bildliche und verständliche Sprache gelingt es Beise und Schäfer, den LeserInnen einen unübersichtlichen Themenkomplex, anhand zahlreicher Geschichten großer und kleiner Unternehmen, in Form eines Puzzle-Stils näherzubringen. Jede einzelne Geschichte, jedes Interview und jede Idee, die im Buch porträtiert wird, erweitert das große Gesamtbild ein kleines Stück mehr. Eine gelungene sprachliche und journalistische Leistung: Unterhaltung trifft auf inhaltlichen Mehrwert. Auch wenn soziale Komponenten der Digitalisierung anfangs im Buch als eine Stärke Deutschlands skizziert werden, sucht man diese Facetten in ihrer notwendigen Ausführlichkeit jedoch vergebens. So ist leicht ersichtlich, aus welchem Ressort der Süddeutschen Zeitung beide Autoren stammen: Die wirtschaftliche Akzentuierung hat an den meisten Stellen ihre Berechtigung durch die thematische Verankerung selbst, jedoch liegt sie hin und wieder etwas fern von einer inter- bis transdisziplinären Denk- und Schreibweise. Nationale Identitäten mit ihren Stärken und Schwächen werden als absolut und gegeben dargestellt. Der ethische Gehalt hinter den großen Begriffen ‚Digitalisierung‘, ‚Fortschritt‘ und ‚deutsche Werte‘ wird nicht hinterfragt. Auch der Begriff der Modernisierung wird innerhalb des Buches lediglich ökonomisch und finanziell ausgelegt, wie auch an dieser Stelle deutlich wird: „Die Gesundheitskarte könnte so zu einem entscheidenden Faktor für die unvermeidliche Modernisierung unseres überteuerten Gesundheitswesens werden.“ Wie sieht nun aber der ‚moderne‘ Mensch dazu aus?</p>
<p>Generell sind begriffliche Konstrukte wie Innovation und Digitalisierung von einer stark positiven Konnotation umgeben. Auch wenn dies Anlass zu Kritik gibt, da die Betrachtung idealistisch und auch an mancher Stelle utopisch scheint – Nein: genau darum geht es in diesem Buch: „Think Positive!“ Und dieses Credo haben Schäfer und Beise wirklich stringent und überzeugend durch ihre Wortwahl transportiert, auch wenn die ein oder andere Forderung nach sehr fernliegender Zukunftsmusik klingt – wie allein die schnelle Schaffung des flächendeckenden Giga-Netzes. Die Digital-Optimisten Beise und Schäfer reißen einen mit in ihrem Gegenwerk zu all dem digitalen Pessimismus, der und sonst umgibt. Dennoch: Individuell kommen wir mit den Facetten einer digitalen Transformation der Gesellschaft auf sehr verschiedene Art und Weise zurecht. Gerade dieser Individualismus, der neben den genannten Werten Deutschlands – wie „Präzision und Perfektion, Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit, Ingenieurskunst und Industriewissen“ – in der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt, kommt in den universellen Ratschlägen und im absoluten Nationen-Denken noch etwas zu kurz.</p>
<h3>Fazit: Wirtschaftlich fokussierter Lesetipp für digitale Laien und bereits Transformierte!</h3>
<p>„<em>Dies ist kein Plädoyer für ein Laisser-faire, auch nicht dafür, einfach kritiklos zu übernehmen, was im Silicon Valley gang und gäbe ist. Wir brauchen in Deutschland nicht den digitalen Wilden Westen; was wir aber brauchen, das sind wohldosierte Reformen und kluge Maßnahmen, um die Früchte der Digitalisierung zu ernten, sie einzufahren, sie zu genießen.“ </em>(Auszug: 238)</p>
<p>Titelbild: Buch-Cover &#8220;Deutschland digital&#8221; von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>„Hass im Netz“: Von Trollen und Glaubenskriegern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2016 16:00:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ob in sozialen Medien oder den Kommentarspalten von Zeitungen: Der Ton zwischen den Nutzern wird immer rauer. Über den Zustand [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/internet-stop-crime-fight_alexas-photos_pixabay.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149621 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/internet-stop-crime-fight_alexas-photos_pixabay.jpg" alt="" width="640" height="367" /></a>Ob in sozialen Medien oder den Kommentarspalten von Zeitungen: Der Ton zwischen den Nutzern wird immer rauer. Über den Zustand des Umgangs im Internet und was man dagegen unternehmen kann, gibt die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig in ihrem neuen Buch „Hass im Netz“ einen guten Überblick.</p>
<p>Brodnig identifiziert zu Beginn zwei Arten von problematischen Internetnutzern, die stellvertretend und extrem für das raue Klima stehen: Den Troll und den Glaubenskrieger. Ersteren erkennt man daran, dass er bewusst provozierende Äußerungen postet, es dabei oft an richtiger Rechtschreibung mangeln lässt und auch mit Beleidigungen nicht spart. Das alles nur, weil die Person Spaß daran hat, andere User zu provozieren, bewusst aufzustacheln, um sich an den wütenden oder richtigstellenden Antworten zu ergötzen. Anders dagegen ist der sogenannte Glaubenskrieger. Ihm geht es nicht um Spaß, sondern um die „Wahrheit“. Und es ist seine Pflicht, diese möglichst laut weiterzuverbreiten, ob es die anderen Nutzer hören wollen oder nicht. Nicht nur glauben die Glaubenskrieger, die einzigen zu sein, die über diese Wahrheit Bescheid wüssten. Sie sind auch immun gegen Fakten oder Argumente und sehen ihre Position durch ein unliebsames Argument nur untermauert. Zu guter Letzt nutzen die Glaubenskrieger eine sehr aggressive Tonalität, werden schnell sehr unfreundlich und haben dabei wenig Empathie gegenüber ihren Mitdiskutanten.</p>
<p>Diese beiden problematischen Nutzergruppen sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Sie stehen symptomatisch für die Problematik des Internet, das ihre extreme Form hervorgebracht und unterstützt hat. Ein Grund, den Brodnig für die „verrohenden“ Umgangsformen im Internet identifiziert, ist die fehlende Empathie. Man sieht sein Gegenüber nicht, hat keine non-verbalen Faktoren und kann auch nicht persönlich für seine Äußerungen bewertet werden. Dies verstärke sich durch die sogenannten Filterblasen: Die Algorithmen der sozialen Netzwerke und Suchmaschinen zeigen dem Nutzer vorwiegend Inhalte, die dessen Weltanschauung entsprechen.</p>
<h3>„Es gibt kein Grundrecht darauf, andere Menschen zu beleidigen.“</h3>
<p>Brodnig, selbst Zeitungsjournalistin, geht auch auf das Löschen von ausfallenden und beleidigenden Kommentaren in Foren und sozialen Netzwerken ein. Wenn diese aufgrund unhöflicher, unsachlicher oder beleidigender Inhalte von den Redaktionen oder Seitenbetreibern gesperrt werden, würde oft der Vorwurf der Zensur vorgebracht. Brodnig betont: „Es gibt kein Grundrecht darauf, andere Menschen zu beleidigen.“</p>
<figure id="attachment_147195" aria-describedby="caption-attachment-147195" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hass_im_internet_cover_0.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147195" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hass_im_internet_cover_0.jpg" alt="" width="198" height="301" /></a><figcaption id="caption-attachment-147195" class="wp-caption-text">Brodnig, Ingrid: Hass im Netz &#8211; Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können. Verlag: Brandstätter, 179 Seiten, 17,90 Euro (D), 2016, ISBN: 978-3-7106-0035-7</figcaption></figure>
<p>Denn es ist eindeutig keine Zensur, wenn Zeitungsredaktionen nicht jeden Kommentar freischalten oder ihn im Nachhinein löschen.</p>
<p>Das Buch geht auch auf die Bedeutung von Worten im Internet ein. Denn hinter jedem Wort – beispielsweise „Flüchtlingtsunami“ – stehe eine ein gewisser Frame, ein Gedankenkonstrukt. Und durch Verwendung gewisser Frames würde auch eine gewisse Ansicht übermittelt. Für weitere Informationen empfiehlt sich auf jeden Fall Brodnigs Buch oder unser <a href="http://politik-digital.de/news/sprache-im-internet-die-macht-der-worte-148759/">Artikel zu dem Thema</a>. Die Autorin führt weiter aus: Worte haben eine beeindruckende Macht über das menschliche Denken. Deshalb bietet Brodnig Argumentationsstrategien an und gibt praktische Tipps, die gegen unfreundliche oder provozierende User anwendbar sind – und das nicht nur im Internet.</p>
<h3>Der größte Gatekeeper im Internet: Facebook</h3>
<p>Abschließend erinnert die Autorin an die Macht der Konsumenten im Internet. Auch wenn diese scheinbar dem Willen der Unternehmen unterworfen seien, bestimmten sie letztlich durch ihr Nutzungsverhalten, welches Unternehmen Gewinn mache und welches nicht. Zwar würde das die Konzerne nicht sofort zum Umdenken bringen, aber in gewissen Punkten kann eine andere Unternehmenspolitik erreicht werden. Und alle Menschen, die über die „Lügenpresse“ schimpften, sollten sich in Erinnerung rufen: Facebook ist der größte Gatekeeper für Informationen im Internet – nicht die Nachrichtenportale!</p>
<p>In ihrem Buch zeichnet die Autorin auch für nicht-netzaffine Menschen ein aktuelles Bild über das Ausmaß von Hass, Hetze und Lügen im Internet. Sie führt viele aktuelle Beispiele auf, die sie verständlich darlegt. Definitionen der wichtigsten Schlagworte können in Ruhe im angehängten Glossar nachgelesen werden. Darüber hinaus gibt Brodnig einen verständlichen Einblick, was man sich an Äußerungen im Internet gefallen lassen muss und wo die Grenzen der Meinungsfreiheit liegen. Die Meinungsfreiheit endet beispielsweise dort, wo die Ehre eines anderen angegriffen wird. Im Buch finden sich hilfreiche Tipps und Hilfestellungen zum Verhalten in gereizten und aufgeladenen Situationen, die auch außerhalb des Internet von großem Nutzen sind. Deshalb ist „Hass im Netz“ besonders auch Personen empfohlen, die nicht heimisch im Internet sind, damit diese nicht große Teile  des „öffentlichen“ Internet den Trollen und Glaubenskriegern überlassen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/internet-stop-crime-fight-1315920/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internet-stop-crime-fight</a> by <a href="https://pixabay.com/en/users/Alexas_Fotos-686414/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexas_Fotos</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a></p>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Smart Cities im Cyberwar“ – Viel Philosophie, wenig Cyberwar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jan 2016 10:45:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[FLorian Rötzer]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Smart City ist das Zukunftsmodell der modernen Stadt. Philosoph Florian Rötzer fragt in seinem Buch „Smart Cities im Cyberwar“, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Smart-Cities.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147754" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Smart-Cities.jpg" alt="Teaser-Smart-Cities" width="640" height="280" /></a>Die Smart City ist das Zukunftsmodell der modernen Stadt. Philosoph Florian Rötzer fragt in seinem Buch „Smart Cities im Cyberwar“, wie das Leben in einer solchen urbanen Region aussehen wird. Ein interessanter Einstieg in eine zentrale Thematik – wenn auch streckenweise abschweifend und anstrengend philosophisch.</p>
<p>Das Ende August 2015 erschienene Buch „Smart Cities im Cyberwar“ beschäftigt sich zentral mit der Frage, wie die Städte der Zukunft funktionieren. Wird es eine Re-Urbanisierung geben? Was sagt der Wohnort über die eigene soziale Stellung aus und hat er Einfluss auf meine Lebenserwartung? Auf welche Konflikte muss sich unsere Gesellschaft in Zukunft einstellen? All diese Fragen möchte Florian Rötzer in seinem Buch beantworten – vor allem unter philosophischen und ethischen Gesichtspunkten. Er will darauf aufbauend verdeutlichen, welche Gefahren hinter der Digitalisierung der Städte und der damit verbundenen künftigen Art der Kriegsführung liegen. Diese Vorgehensweise ist nicht kulturpessimistisch – auch wenn man in kurzen Momenten zu diesem Schluss kommen könnte. Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten, wir müssen uns schlicht darauf einstellen.</p>
<h3>Vom erweiterten Körper und anderen philosophischen Gedankenspielen</h3>
<figure id="attachment_147753" aria-describedby="caption-attachment-147753" style="width: 171px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Roetzer-Smart-Cities.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147753" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Roetzer-Smart-Cities.jpg" alt="Roetzer-Smart-Cities" width="171" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-147753" class="wp-caption-text">Rötzer, Florian: Smart Cities im Cyberwar. Verlag: Westend, 256 Seiten, 14,99 € (D), 2015, ISBN: 978-3-86489-112-0</figcaption></figure>
<p>Florian Rötzer ist seit 1996 Chefredakteur des Online-Magazins Telepolis. Es berichtet und schreibt unter dem Dach des Heise-Vertrags über gesellschaftliche Themen wie Politik, Klima, Wissenschaft oder Medien. Er ist studierter Philosoph und arbeitete nach seinem Studium als freier Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Medientheorie und Medienästethik. Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/im-portraet-der-eremit/1496438.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesspiegel bezeichnete ihn vor Jahren</a> als „Deutschlands bekanntesten Online-Philosophen“.</p>
<p>Und diese Prägung merkt man dem Buch „Smart Cities im Cyberwar“ deutlich an. In vielen Passagen des Buches analysiert Rötzer soziale Prozesse aus einem philosophischen Blickwinkel. Für den entsprechend geneigten Leser mag das durchaus interessant sein – für jemanden, den das Thema Cyberwar interessiert, sind die langatmigen Beschreibungen mehr als nur schleppend. Kapitel 13 und 14 beschreiben beispielsweise, wie man den Körper mithilfe von Technik „erweitert“ – die Lust, die Smart City „als Teil seiner selbst zu erfahren“.</p>
<h3>„Fassadenbegrünung durch im Boden wurzelnde Selbstklimmer“</h3>
<p>Problematisch werden diese philosophischen Schilderungen, wenn der Autor von den eigentlichen Themen abschweift. Es sind Passagen, die zwar in der Argumentation durchaus Sinn ergeben, aber im Kontext des Buches vollkommen obsolet sind. Beispielsweise beschreibt Rötzer die Entdeckung der Agoraphobie, die Angst vor weiten Plätzen oder Menschengedrängen. Schön zu wissen, wenn man mal bei Günther Jauch auf dem Stuhl sitzt, aber warum muss das im Zusammenhang mit Cyberwar erwähnt werden? Auch die Beschreibung des Vorgangs des Lachens – ebenfalls aus der philosophischen Sichtweise – ist eventuell noch interessant, aber bitte nicht zwischen Digitalisierung und elektromagnetischen Impulsbomben.</p>
<p>Zwischenzeitlich gleitet das Sachbuch dann auch noch in literarische Schreibstile ab. „Die Schreber- und Kleingärten waren die Vorläufer, die nun von Urban Gardening oder Farming erweitert werden, während die Vertical Gardens oder Living Walls die Fassadenbegrünung durch im Boden wurzelnde Selbstklimmer wie Efeu oder andere Kletterpflanzen, die Gerüste wie Wein, Glyzinie oder Rosen benötigen, weiter entwickeln.“</p>
<h3>Mark Zuckerman</h3>
<p>In weiten Teilen des Buches sind Cyber-Sicherheit und Cyberwar darüber hinaus nicht die zentralen Themen. Oft geht es um die alltägliche Digitalisierung unseres Lebensraums. Seien es Wearables wie Fitness-Armbänder, private Drohnen oder die komplett automatisierte Küche. Manchmal liegt der Gedanke nicht fern, dass der Titel nicht vom Autor eingereicht, sondern Idee des Verlags war. „Cyberwar“ klingt definitiv reißerischer als „Digitalisierung aller Lebensbereiche“.</p>
<p>Abgesehen von diesen Kritikpunkten muss man Florian Rötzer mit seinem Buch ein durchaus gelungenes Einstiegswerk in die digitalen Problematiken unserer Zeit bescheinigen. Vor allem jene Kapitel, die den Cyberwar behandeln, geben interessante Einblicke in Militärstrategie und neue Arten der Kriegsführung. Der rote Faden, die Argumentationslinie, ist fast durchweg nachvollziehbar, sofern man die Kapitel über die Erweiterung des Körpers mal ausblendet. Und die Tatsache, dass der Facebook-Chef laut Rötzer offenbar „Mark Zuckerman“ (S. 116) heißt.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/hawkinsdigital/10478821335/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brian Hawkins</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Obfuscation: Protest durch Irreführung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/obfuscation-protest-durch-irrefuehrung-147627/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2015 09:22:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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		<category><![CDATA[Obfuscation]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit ihrem Buch „Obfuscation – A User’s Guide to Privacy and Protest“ (Benutzerhandbuch für Privatsphäre und Protest), wollen Finn Brunton [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Obfuscation.jpg"><img decoding="async" class=" size-full wp-image-147636 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Obfuscation.jpg" alt="Teaser-Obfuscation" width="640" height="280" /></a>Mit ihrem Buch „Obfuscation – A User’s Guide to Privacy and Protest“ (Benutzerhandbuch für Privatsphäre und Protest), wollen Finn Brunton und Helen Nissenbaum eine Revolution beginnen. Eine Revolution, die sich nicht auf umfassende Reformen verlassen muss, sondern auf bereits bestehenden Hilfsmitteln aufbaut: auf Dingen, denen Internetnutzer täglich begegnen. Der Erfolg scheint dabei jedoch stark nutzerabhängig.</p>
<p><em>To obfuscate (v.) = vernebeln, verschleiern, verwirren. </em>„Obfuscation“ ist laut Wikipedia das Verschleiern der eigentlichen Bedeutung einer Nachricht oder Aussage, indem man diese verwirrend, zweideutig oder schwer verständlich werden lässt, zum Beispiel durch den Gebrauch unnötig vieler Worte oder irreführender Definitionen. So könnte man in der seit Jahren andauernden Debatte um die Überwachungspraktiken von NSA und Co. unterstellen, dass die Zusicherung, man würde „nur“ Metadaten, nicht aber Inhalte abgreifen, genau diesem Zweck der Verschleierung – der <em>Obfuscation</em> – dient: solange man nicht Telefongespräche belauscht oder Emails liest, solange man Daten nur sammelt, nicht aber ansieht, überwacht man auch nicht. Was dabei allerdings häufig unerwähnt bleibt ist, dass Metadaten mitunter verräterischer sind als Kommunikationsinhalte und dass gesammelte Daten auch noch Jahre später interessant werden können.</p>
<h3>Es ist kaum möglich, sich der Überwachung zu entziehen</h3>
<p>Jedoch kann gerade in Bezug auf Kommunikation und Überwachung <em>Obfuscation</em> eben auch Tarnung bedeuten. Mit ihrer Hilfe können Nutzer für Dritte, wie zum Beispiel die Spione der NSA, des BND und GCHQ oder auch kommerzielle Datenkraken, wenn nicht unsichtbar, dann doch zumindest schwerer greifbar werden. <em>Obfuscation</em> kann, so Finn Brunton und Helen Nissenbaum von der New York University, dabei helfen, die eigene Privatsphäre zu schützen, sich gegen Überwachung, Datensammlung, und -analyse zu wehren.</p>
<figure id="attachment_147628" aria-describedby="caption-attachment-147628" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Obfuscation-Cover.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147628" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Obfuscation-Cover.jpg" alt="" width="198" height="317" /></a><figcaption id="caption-attachment-147628" class="wp-caption-text">Brunton, Finn; Nissenbaum, Helen: Obfuscation: A User&#8217;s Guide for Privacy and Protest. Verlag: MIT Press, 136 Seiten, 19,95 $ (US) / 20,15 € (D), 2015, ISBN: 978-0262029735 <a><img decoding="async" style="border: 0px none;width: 16px;margin-left: 1px;margin-right: 1px" title="Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen" src="image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAQCAYAAAAf8/9hAAAAGXRFWHRTb2Z0d2FyZQBBZG9iZSBJbWFnZVJlYWR5ccllPAAAAsZJREFUeNpkU11IFVEQ/s7u5k/d0jL603wKLBMDpRuIFEQ+BkVGGUgEReBLRSEa+BD0EgVJP74kCElppVbqQxAUFBgJUiISUaQ+iGB2Re/evXd/zplmz+rtoYU55+yZMzPffDMjEi1Xd8GyOlVy+ZDKpAGlQOBPRKLP/JEQLOFBQaZs+LMzb9z5+Sb8ab782f02SUqprEgptQSBJD8IyPMDcj2fXNejTMYjJ+3S3MALGtm7Y8RSi4nqNWV7okgrC5Feo53oP+EYsA7WYVlR3JJ2yowwEvzxr3DfvQVME7nH6yG2l0AxXOfZE7gT4zB3lyP/7HmQYSDgVF2CaYGkjhRMTyF5/Roo7bBRCk5PNzY8H4Ld0Y4Un1UY+XU/0pMTKLh1j1EoKObEiEhi5WIia6wcB/7Cbzh9vQj4XhuzSH6ZGnoFb24WTJEm2QgXTglmZRVyLzTBKCsHFRVBSQn/10+svdKK3NONMCoqQTl52ok3Mw2ppK6KEaWvKUNOfQNind1Yd+eBhkgFGyFKShBru4nC3kHkHDsBFRoUbmIEMkIQellllrjGxLtaWtKQzX1V+l7K6D5YTgJbt0HsLIUMVIRAN4h2oPRj7gQ4gwNcgWJYh+sYqtK6IJlE+tNH5J08w2kIXYXQ1gpJ1HBXiMp8eA9n+CXWd3SBuEjaKesTbc2gzVuQ13BOw9cI2NbSKYQw+ZHz9DFSD+8idvs+zHgNE8lta9tItFxCYCdR2P4IintAcQW4SzUHHIK9hdFdF/6P74h190EUl2ZTcr6MwqiOo+BUIxMospx4jCIk1JKpJFckMKVhIb/1RgQ5jBw65UfWgVoY+2vAY6HTDOvv+h4cRuZzF1rezNTYQn9v3DhyVCsjYxXt6t9ZV4f1vgzgZDJIDPcwB2JUjFUU71pU1GUrqvX02FJ2nDU/QkTznP1fHXHBQ4OLfwUYALhaDRT0WgkEAAAAAElFTkSuQmCC" 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<p>Die Revolution, die Brunton und Nissenbaum mit ihrem Buch anstreben, eignet sich laut der Autoren besonders für diejenigen, denen keine unendlichen Ressourcen zur Verfügung stehen und die sich eben nicht entscheiden können, schlicht aus der von Daten durchdrungenen modernen Welt auszusteigen. Gerade die Überlegung, dass man den Unmut derjenigen, die an Massenüberwachung Anstoß nehmen, nicht einfach mit den Worten wegwischen sollte: „Dann nutz‘ das Medium halt nicht“, macht das Buch interessant. Brunton und Nissenbaum kritisieren diese Haltung als unvernünftig und uneinsichtig. Sicher ist Massenüberwachung in vielen Fällen mehr oder weniger freiwillig – durch Annehmen der AGB nimmt man sie oft allzu bereitwillig in Kauf – aber die Kosten einer Ablehnung sind hoch: wer will sich ernsthaft auf Telefonzellen verlassen, oder ohne Versicherung, Computer oder Bankkonto fernab größerer Städte leben? Brunton und Nissenbaum argumentieren, dass es kaum möglich ist, sich der Überwachung ganz zu entziehen, weil es schlicht bedeuten würde, dass ein solches Leben hochkompliziert, wenn nicht gar unmöglich wäre.</p>
<p>Denn jeder, der heutzutage in einer größeren Stadt in einem demokratisch regierten Land lebt, so die Autoren, ist ständiger Überwachung ausgesetzt – und bewegt sich dabei in „asymmetrischen Machtgefügen“. Nicht nur hat man kaum die Möglichkeit, Überwachung zu entkommen, man weiß oft nicht einmal, was genau mit den gesammelten Daten geschieht oder welche Schlüsse aufgrund der gewonnen Informationen gezogen werden. Die Gefahren der Datensammelwut und des damit verbundenen Informationsgefälles sind dabei nicht immer offensichtlich. Wer denkt schon, während er eine Anfrage in eine Suchmaschine eingibt, darüber nach, dass jede dieser Anfragen Teil einer umfassenden Liste mit Standorten, Namen, Interessen und Problemen wird oder dass das so gewonnene Wissen über eine Person dazu benutzt werden könnte, ihr Arbeit und Ausbildung, Wohnungen und Mitgliedschaften zu verweigern, ihre Beweglichkeit einzuschränken, kurz „ihren Zugriff auf die Annehmlichkeiten des Lebens zu erschweren“?</p>
<h3>Mit militärischen Täuschungsmanövern gegen die Überwachung</h3>
<p>Genau da wollen die Autoren mit Ihrem Buch ansetzen: <em>Obfuscation</em> sei das Hilfsmittel der Schwachen, derjenigen, die sich der Überwachung nicht entziehen können. Für die meisten von uns also. Wir können Massenüberwachung vielleicht nicht beenden, meinen Brunton und Nissenbaum, sie aber zumindest erschweren.</p>
<p>Im zweiten Weltkrieg entwickelten die einander gegenüberstehenden Kriegsparteien unabhängig voneinander <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Düppel_(Radartäuschung)"><em>chaff </em></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Düppel_(Radartäuschung)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Spreu) als Täuschmittel</a>, das die Radarerfassung von Flugzeugen erschweren sollte. Auch dabei ging es nicht darum, den Radar außer Kraft zu setzen, sondern ihn schlicht solange unbrauchbar zu machen, bis die Piloten aus der Gefahrenzone entkommen waren. Diese und weitere Beispiele für <em>Obfuscation</em>, die im ersten Teil des Buches aufgezählt werden, sind informativ, aufschlussreich und mitunter sehr spannend. Sie vermitteln dem Leser eine Vorstellung dessen, was der Nutzer erreichen kann: ausreichend falsche Signale über sich selbst zu senden, sodass es schwierig bis unmöglich wird, ein genaues Persönlichkeitsprofil zu erstellen oder auch nur die unvermeidlichen Werbeanzeigen auf Facebook passgenau zuzuschneiden. So klickt beispielsweise <a href="http://adnauseam.io/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Browser Ad-on AdNauseam</a> alle Werbeanzeigen auf einer angesurften Website und verschleiert so die Präferenzen des Nutzers.</p>
<h3>Konkrete Anwendungsbeispiele fehlen</h3>
<p>Jedoch liegt in der Anleitung zur konkreten Anwendung von <em>Obfuscation </em>zugleich die Schwäche des Buches. Anders als AdNauseam sind einige der vorgestellten Systeme wie <a href="http://adage.com/article/privacy-and-regulation/student-project-kill-digital-ad-targeting/242955/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vortex</a> und <a href="https://crysp.uwaterloo.ca/software/facecloak/download.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FaceCloak</a> nicht – oder nicht mehr – allgemein nutzbar. Andere, wie etwa die Nutzung des Tor-Browsers, der Tausch von Kundenkarten oder das Kreieren multipler Identitäten online, sind zwar in der Theorie wirkungsvoll, erscheinen praktisch aber mitunter mühsam und zeitaufwändig. Somit eignet sich das Buch hervorragend als theoretische Einführung in das Konzept <em>Obfuscation</em>, wer aber ein praktisches Nutzerhandbuch erwartet, das neben Strategien auch konkrete Anwendungen präsentiert, wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein.</p>
<p>Brunton und Nissenbaum haben den Anspruch, mit dem Buch einen Anfangspunkt zu setzen. Und das tun sie. Nicht nur vermitteln sie anhand einleuchtender Beispiele dem Leser eine Idee davon, wie <em>Obfuscation</em> funktioniert, sie liefern auch Argumente für die Nützlichkeit, ebenso wie zur Verteidigung einer Praxis, die sich Kritik gefallen lassen muss, sie würde Menschen zur Unehrlichkeit anregen, zur Verschwendung, zum Verderben von Datenbanken, die eventuell dem Allgemeinwohl dienen. Denn um Ehrlichkeit des Nutzers gegenüber den Datenkranken geht es ja gerade nicht.</p>
<h3>Kann Obfuscation wirksam sein? – Ja, aber …</h3>
<p>Die klare Stärke des Buches ist, dass es sich die aktuelle, konkrete Situation realistisch als Ausgangspunkt wählt und versucht, vom Standpunkt des eines Nutzers, der ohne besonderes technisches Verständnis auf Schutzsuche geht, eine Möglichkeit zu finden, sich gegen digitale Überwachung zu wehren. „Wenn“, wie die Autoren postulieren, „man jemand ist, der in der modernen Welt leben will ohne ständig überwacht zu werden“, bietet das Buch in der Tat einen brauchbaren Anfangspunkt.</p>
<p>Allein, das „wenn“ wiegt schwer. Denn es braucht einen Nutzer, der bereit ist, sich das Prinzip der <em>Obfuscation</em> zu eigen zu machen und seinen Teil zu leisten, damit die von Brunton und Nissenbaum angestrebte Revolution Erfolg haben kann. Die Autoren wissen das. Auf die Frage, ob <em>Obfuscation</em> wirksam sein kann, antworten sie: „Yes, but it depends“ – „Ja, aber es kommt darauf an…“ …ob zum Beispiel am Ende nicht doch die Bequemlichkeit siegt. Diese Frage kann jeder Nutzer nur selbst beantworten.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/59239214@N08/13457220583/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">some guy called Darren</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>&#8220;Im Rausch der Daten&#8221;: Sehenswerte Doku zum EU-Poker um den Datenschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 09:22:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-147457 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Albrecht.jpg" alt="Teaser-Albrecht" width="640" height="320" /></a>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist eine spannende Dokumentation von David Bernet, in der Viviane Reding und Jan Philipp Albrecht durch den Prozess der europäischen Datenschutzverordnung begleitet werden. politik-digital.de war bei der Premiere in Berlin dabei.</p>
<p>20 Jahre. So alt ist die bestehende Datenschutzrichtlinie der Europäischen Union. 1995 steckte das Internet noch in seinen Kinderschuhen und das Potential von Daten sowie deren Erhebung und Verarbeitung war noch nicht bekannt. Auf diesen Regelungen basiert der heutige Datenschutz in Europa. Die Überarbeitung des Gesetzes war dringend angeraten. Und so präsentierte die damalige EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft Viviane Reding der europäischen Öffentlichkeit einen Vorschlag für ein neues Datenschutzgesetz, das dem digitalen Zeitalter entsprechen sollte. Der Gesetzgebungsprozess der Europäischen Union begann.</p>
<h3>Ein neuer Goldstandard für den Datenschutz</h3>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ zeichnet den Weg der neuen europäischen Datenschutzverordnung durch das Parlament nach. Dafür begleitete Regisseur David Bernet Viviane Reding und den Berichterstatter Jan Philipp Albrecht von den Grünen bei deren Kampf für den Datenschutz. Der Zuschauer erhält dabei exklusive Einblicke in den Gesetzgebungsprozess des Europäischen Parlaments, die Debatten in den Ausschüssen, Hintergrundgespräche sowie die Arbeit von Lobbyisten und Datenschützern. Die Debatte um den neuen Datenschutz ist jedoch mehr als nur ein Feilschen um Paragraphen. Es geht um ganz grundsätzliche Fragen: Freiheit, Geld, Zukunft.</p>
<p>Die ganze Welt schien während des Prozesses auf die EU zu blicken, da die möglichen Regelungen neue Maßstäbe beim Thema Datenschutz setzen könnten – ein „Goldstandard“. Der Vergleich zum Edelmetall ist dabei nicht so abwegig. „Daten sind Geld“, betont der IT-Wirtschafts- und Datenschutzanwalt Paolo Balboni, der den Weg der Verordnung begleitete. „Es geht immer um Daten. In unserem Leben dreht sich alles darum, man sammelt Daten oder man gibt sie her. Daten sind eine Währung.“ Ein Thema von mittlerweile solch gesellschaftlicher Relevanz braucht einen gesetzlichen Rahmen. Ziel des Datenschutzgesetzes war ein gemeinsames Regelwerk für die EU, um sie für das digitale Zeitalter vorzubereiten – auch wenn wir uns schon längst darin befinden.</p>
<h3>Der Kampf beginnt</h3>
<figure id="attachment_147455" aria-describedby="caption-attachment-147455" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147455" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Democracy_Plakat_300dpi-305x431.jpg" alt="" width="198" height="280" /></a><figcaption id="caption-attachment-147455" class="wp-caption-text">&#8220;Democracy &#8211; Im Rausch der Daten&#8221;, 2015, Buch &amp; Regie: David Bernet, Produktion: INDI FILM GmbH, ab 12.11.2015 im Kino</figcaption></figure>
<p>Aber die Relevanz des Datenschutzes war zum Zeitpunkt von Redings Vorstoß nicht im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Es würde ein schwieriger Kampf, den die EU-Kommissarin bestreiten muss. Gemeinsam mit Berichterstatter Jan Philipp Albrecht, Europaparlamentarier der Grünen, nahm sie diesen „Krieg“, wie der Gesetzgebungsprozess zwischenzeitlich von Beteiligten beschrieben wurde, auf. An zwei Fronten sieht man die beiden Politiker kämpfen: Albrecht im Parlament, Reding im Europäischen Rat. Dabei baut man als Zuschauer eine Beziehung zu den beiden Politikern auf, wodurch ein für eine Dokumentation interessanter Spannungsbogen entsteht.</p>
<p>Dabei kämpfen sie nicht nur gegen skeptische Regierungschefs, die ihren Einfluss über den Rat, der ebenfalls zustimmen muss, geltend machen. Auch eine Armada von Lobbyisten, die im Interesse der Wirtschaft einen möglichst laschen Datenschutz durchsetzen möchten, steht ihnen gegenüber. „Democracy – Im Rausch der Daten“ zeigt den Druck, den die Interessenvertreter auf alle Beteiligten ausüben. Sogar ein seltener Einblick in Gespräche zwischen Lobbyisten und Parlamentariern wird geboten.</p>
<h3>Live am Verhandlungstisch</h3>
<p>Regisseur David Bernet gelingt eine für eine Dokumentation untypisch spannende Inszenierung, die dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, selbst am Verhandlungstisch zu sitzen. Mit Einzelinterviews und Pressekonferenzen werden die aktuellen Entwicklungen und Gedanken der Akteure nachgezeichnet. Der Stil des Films überrascht ebenfalls: die Dokumentation ist vollständig in schwarz-weiß gehalten. „Schon zu Beginn des Projekts war klar, dass wir für diesen Film eine Ästhetik brauchen, die sich so weit wie möglich abhebt von dem, was man gewöhnlich visuell mit der EU und Brüssel verbindet“, so der Regisseur. Auf eine Synchronisation der Protagonisten verzichtet er ebenfalls, stattdessen werden die Aussagen untertitelt. Dadurch entstehen O-Töne, die dem Film eine zusätzliche Authentizität verleihen.</p>
<p>Dank der, laut Albrechts Aussage, „professionellen Arbeit des Filmteams“ entstehen ungeschönte Bilder der Verhandlungen. Irgendwann vergaßen die Beteiligten, dass sie gerade unter Beobachtung stehen. Auf der Filmpremiere in Berlin gibt Jan Philipp Albrecht zu: „Ich bin mit dem Mikro sogar aufs Klo gegangen.“ Die meisten Akteure waren wohlwollend gegenüber dem Filmteam. Vor allem die Europäischen Institutionen haben laut Regisseur Bernet verstanden, „dass bei diesem Projekt etwas geschieht, was dringend nötig ist: den Bürgern Europas einen Einblick und ein Verständnis für die Wirklichkeit europäischer Politik zu verschaffen.“ Nur dem Ministerrat schienen die Kamerateams „auf den Keks“ zu gehen, wie Viviane Reding es formulierte. Mit alltäglichen Szenen aus Brüssel versucht Bernet dabei auch die Nähe der Räume zu zeigen: Leben und Politik finden direkt nebeneinander statt.</p>
<p>Zweifelsohne glückt es David Bernet, den europäischen Gesetzgebungsprozess stimmig wiederzugeben, auch mit seinen typischen Eigenheiten. Zusätzlich betont der Film die gesellschaftliche Relevanz und Dringlichkeit des Datenschutzes, gemessen an der Lobbyarbeit und der höchsten Zahl an Änderungsanträgen für eine EU-Verordnung aller Zeiten (knapp 4.000). Dabei werden vor allem die Probleme des Berichterstatters Jan Philipp Albrecht aufgezeigt, der die Interessen aller Beteiligten unter einen Hut bringen muss. Eine schier unlösbare Aufgabe mit kurzen resignierenden Momenten des Grünen-Politikers: „Das schaffen wir nie.“</p>
<h3>Und dann kam Snowden</h3>
<p>Im Juni 2013 tauchte jedoch ein „game changer“ auf: Edward Snowdens Enthüllungen zu den Überwachungspraktiken der Vereinigten Staaten werden zum Wendepunkt des stockenden Gesetzgebungsprozesses. „Der Prism-Fall hat uns wachgerüttelt“, stellt Viviane Reding fest. Eine Datenschutz-Aktivistin fügt hinzu: „Was Snowden aufgedeckt hat, beeinflusst diesen Prozess entscheidend. Es macht deutlich, dass Daten nicht nur Macht bedeuten, sondern auch als Waffe eingesetzt werden können.“</p>
<p>Und plötzlich springt der Film vier Monate weiter. Es herrscht auf einmal Einigkeit, die Bearbeitung der Änderungsanträge ist abgeschlossen. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte an der sonst so stimmigen Dokumentation. Denn der Schritt von Snowden zum Ende des Gesetzgebungsprozesses bleibt unklar. Fraglich ist am Ende auch, welche Seite sich eher durchgesetzt hat, auch wenn man vom Gefühl her den Sieg auf der Seite der Datenschützer wähnt.</p>
<h3>Keine vollständige Offenheit</h3>
<p>Und trotz der Transparenz der europäischen Institutionen, die erstmalig einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit geben, und der Lobbyisten, merkt man an manchen Stellen, dass die Protagonisten mit einer Kamera im Raum nicht unbedingt frei sprechen können oder wollen. Besonders deutlich wird diese Problematik, als Viviane Reding in einem Gespräch nachhakt, welche Mitgliedstaaten sich im Europäischen Rat querstellen wollen. Die ausweichende Antwort: „Die üblichen Verdächtigen“. Reding reagiert angespannt und möchte es später unter vier Augen mitgeteilt bekommen.</p>
<p>„Democracy – Im Rausch der Daten“ ist keine Dokumentation, wie man sie aus dem Schulunterricht kennt. Der Film hat einen dramaturgischen Anspruch, der mittels zahlreicher Stilmittel wie der schwarz-weiß-Inszenierung oder der Kameraführung umgesetzt wird. Darüber hinaus will er für das Thema Datenschutz sensibilisieren und die Europäische Union greifbarer und transparenter machen. Filmisch gelungen, trotz eines für Manche drögen Themas. Oder wie es der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix auf der Premiere formulierte: „Ich fand den Film spannend. Obwohl ich wusste, wie er ausgeht.“</p>
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<p>Bild: <a href="http://indifilm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indi Film</a>, Dieter Stürmer</p>
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