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	<title>Roboter &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Roboter &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Symposium: “Mensch-Computer-Interaktion: KI für den Menschen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Nov 2019 16:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft für Informatik]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 12. November veranstaltete die Gesellschaft für Informatik das Symposium „Mensch-Computer-Interaktion: KI für den Menschen“, auf welchem Expert*innen kurze Impulsvorträge zu Themen der Künstlicher Intelligenz (KI) und ihr Zusammenspiel mit dem Menschen und seiner Gesellschaft hielten. Anschließend diskutierte das Podium über digitale Ethik und die Möglichkeiten, welche die Künstliche Intelligenz birgt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Künstliche Intelligenz im Hier und Jetzt</h3>
<p>Bereits im Vorfeld der Vorträge vermittelte eine Ausstellung aktueller Forschungsprojekte einen Einblick, was Künstliche Intelligenz schon heute für den Menschen tun kann. Darunter war der charmante, kleine, weiße Pepper-Roboter mit dem passenden Namen „Robbie“, den das Institut für Angewandte Informatik der Uni Kiel mitgebracht hatte. Dieser Roboter arbeitet normalerweise im Altenheim, wo er die Bewohner*innen mit Musik und kleinen Spielen unterhält. Auch andere Projekte waren vertreten, so z.B. Mittelstand 4.0, ein Kompetenzzentrum, das kleine bis mittlere Betriebe bei der Digitalisierung durch KIs und andere Methoden unterstützt.</p>
<figure id="attachment_161950" aria-describedby="caption-attachment-161950" style="width: 1200px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-161950 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller.jpg" alt="Frau betrachtet lächelnd den kleinen Roboter " width="1200" height="800" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller.jpg 1200w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-1024x683.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/Robbie_MIC_by_Valentin-Heller-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-161950" class="wp-caption-text">Roboter Robbie kann Tanzen, Memory spielen und Zaubertricks vorführen.</figcaption></figure>
<h3>Transparenz und Nachvollziehbarkeit</h3>
<p>Den Auftakt machte ein Vortag der Berliner Professorin Dr. Dagmar Monett über verschiedene Formen und Definitionen von Intelligenz und die Notwendigkeit eines klaren Vokabulars für KIs. Anschließend stellte Leonie Beining, Projektleiterin bei der <a href="https://www.stiftung-nv.de/de/projekt/algorithmen-fuers-gemeinwohl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung „Neue Verantwortung“</a>, wie Algorithmen dem Gemeinwohl dienen könnten. Dabei betonte sie vor allem, wie wichtig es ist, dass KIs für Menschen transparent und nachvollziehbar sind. Nur wenn Menschen wissen, warum und wann eine KI eingesetzt wird oder warum sich die KI für etwas entscheidet, kann das Vertrauen und die Akzeptanz von KIs in der Gesellschaft wachsen.</p>
<p>Professor Dr. Michael Koch setzte in seinem Vortag diesen Gedanken fort und schilderte, wie die Uneinsichtigkeit der Ergebnisse von KIs im Lauf der letzten 30 Jahren mit wachsender Komplexität und Automatisierung immer weiter zugenommen hat. Da KIs in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen würden, sei die Schnittstelle zwischen Mensch und KI von besonderer Wichtigkeit, um deren einfache Einsetzbarkeit weiterhin zu gewähren, aber auch um eine Evaluierung der genutzten Daten und Ergebnisse zu ermöglichen.</p>
<h3>KI-Strategie der Bundesregierung</h3>
<p>Auch die deutsche Bundesregierung hat das Potenzial der Künstlichen Intelligenz <a href="https://politik-digital.de/news/ki-und-gesellschaft-eine-bestandsaufnahme-156825/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erkannt </a>und seit November letzten Jahres eine neue KI-Strategie entwickelt, berichtete Ute Bernhardt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Staat verfolgt mit dieser Strategie das Ziel, dass Deutschland einer der führenden Standorte für KI-Anwendungen werden solle. Dafür sind viele einzelne Komponenten auf unterschiedlichen Ebenen notwendig: das Thema KI solle verstärkt in die Forschung und Bildung einziehen, und über nationale Weiterbildungsprogramme in die Wirtschaft transferiert werden. Es wird außerdem notwendig sein, den rechtlichen Ordnungsrahmen anzupassen sowie neue Normen zu schaffen.</p>
<h3>Podiumsdiskussion: KI und Verantwortung</h3>
<p>Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch eine Podiumsdiskussion mit vorherigen Redner*innen und unter der Beteiligung des Publikums. Ein erster Punkt war, dass die KI sich technisch noch im Zustand des Aufrückens auf den aktuellen Stand der Digitalen Revolution befände. Beim Thema digitale Ethik kamen die Expert*innen zu dem Ergebnis, dass durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine neue Verantwortung beim Erlangen und Verwenden der Daten ensteht und damit auch die Forderung nach Internationalen Regulierungen. Einigkeit herrschte darüber, dass beim Einsatz von KI der Nutzen für die Menschen Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben müsse. Transparenz und Nachvollziehbarkeit seien die unverzichtbare Basis, um die nötige Akzeptanz bei der Bevölkerung zu schaffen. Entscheidend für die weitere Implementierung der KI werde außerdem  sein, dass eine souveräne Nutzung Künstlicher-Intelligenz-Systeme ein vertieftes Software-Knowhow der User*innen und ein umfassend digitalisiertes Umfeld voraussetzt.</p>
<p><strong>Titelbild und Artikelbild:</strong> Valentin Heller | Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Wenn Roboter keine Sozialbeiträge bezahlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2019 09:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Glasfaser]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalstrategie]]></category>
		<category><![CDATA[BGE]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Anke Domscheit-Berg über Buzzwords, das bedingungslose Grundeinkommen und nachhaltige Technologien. Das Gespräch führten Steffen Wenzel und Sarah Heuberger</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><strong>Frau Domscheit-Berg, wir gehen mal davon aus, dass Sie momentan nicht sonderlich zufrieden sind mit der Digitalstrategie und den Digitalinitiativen der Bundesregierung. Aber was kann man denn besser machen?</strong></em></p>
<p>Das was zuallererst fehlt, ist eine vernünftige Governance-Struktur und eine Strategie, die auch eine ist. Es wurde ein Papier veröffentlicht, in dessen Titel das Wort steht, aber davon wird es noch lange keine Strategie. Da wurden nur irgendwelche Projekte aufgelistet. Es kommen nicht mal Begriffe wie Digitalrat vor. Warum hat man den denn? Open Access oder Netzneutralität spielen offenbar auch keinerlei Rolle, weil sie kein einziges Mal vorkommen. Aber es kommt 56 mal „Cyber“ vor und 30 mal „Blockchain“. Ich habe wirklich das Gefühl, die Bundesregierung hat sich die buzzigsten Buzzwords rausgesucht und gehofft, dass ihre Digitalstrategie dadurch innovativ wird.</p>
<p><em><strong>Dann haben Sie jetzt die Chance, es besser zu machen. Was sind Ihre Vorschläge?</strong></em></p>
<p>Über allem steht doch die Frage, in welcher Art Gesellschaft wir leben wollen und wie wir Technik dafür nutzen können. Das ist das Erste, das wir uns überlegen müssen. Dann brauchen wir eine vernünftige Infrastruktur. Das muss eine der höchsten Prioritäten überhaupt sein. Das fängt an bei ordentlicher Glasfaser, wo viel Zeit verloren wurde. Die Infrastrukturfrage hat auch mit der Angleichung der Lebensverhältnisse von Stadt und Land zu tun, etwa wenn es darum geht, dass gerade in der digitalen Gesellschaft Zukunft wieder stärker im ländlichen Raum stattfinden kann. Da müssen wir erst recht dafür sorgen, dass die Dörfer und Provinzen an das globale Netz angeschlossen sind. Dann muss niemand, der nicht will mehr in die Städte ziehen. Wir brauchen die Infrastruktur also nicht in “selten und teuer” oder nur für die Städte, sondern für alle als Grundrecht und als Daseinsvorsorge.</p>
<p><em><strong>Im Interview mit der Chip letztes Jahr haben Sie 5G „das Netz für Reiche“ genannt. Was können wir tun, um digitale Teilhabe für alle zu gewährleisten?</strong></em></p>
<p>Teilhabe setzt voraus, dass es die Infrastruktur gibt und dass man sich ihre Nutzung leisten kann. Wir haben eines der teuersten und löchrigsten Mobilfunknetze Europas. Für Zugang zum Gigabit-Netz fehlt uns die Glasfaser und wo es sie gibt, ist sie zu teuer. Dabei ist Glasfaser als Infrastruktur der digitalen Gesellschaft, ein natürliches Monopol: Jeder braucht sie, aber nur einmal, einmal in richtig. Das ist ein bisschen wie bei Abwasserrohren: Das Leben ohne Abwasserrohr ist ein unschönes. Aber ich brauche doch keinen Wettbewerb über Abwasserrohre. Ähnlich ist es mit Stromleitungen. Ich habe genau eine Stromleitung in mein Haus, kann aber trotzdem von fünf Anbietern Strom kaufen. Auch bei der Glasfaser sollte der Wettbewerb auf der Dienstebene stattfinden, nicht bei der Infrastruktur. Man muss nicht gleich die Telekom verstaatlichen, aber man kann die Versorgung mit der digitalen Infrastruktur zur Daseinsvorsorge erklären und mit den Milliarden für Breitbandförderung aus Steuermitteln primär Kommunen ermöglichen, damit, ihr eigenes Glasfasernetz auszubauen und über die Stadtwerke zu betreiben – genau wie die Abwasserrohre. Dann wird es gut und preiswert – wie in Schweden, wo zwei Drittel aller Kommunen ihr eigenes Glasfasernetz besitzen.</p>
<p><em><strong>Ist das auch ein Bürokratieproblem in Deutschland? Man hört ja immer wieder von Kommunen, die ihre Fördergelder für den Glasfaserausbau zurückgeben, weil es ihnen zu kompliziert ist.</strong></em></p>
<p>Bei uns vor dem Haus wurde neulich Glasfaser verlegt, man erkennt diese Art Spezialfahrzeuge für Glasfaser ja sofort. Mein Mann hat die Bauarbeiter angesprochen und sich nach oben durchgefragt. Die Mitarbeiter des skandinavischen Unternehmens erzählten ihm, wie die Bürokratie in Deutschland ihnen alle Pläne durchkreuzte. Denn alle hundert Meter sei jemand anders verantwortlich für die Genehmigung: Es ist jemand anderes für die Böschung eines Flusses zuständig, als für das Flussbett selber. Es gibt zum Beispiel untere und obere Forstbehörden, untere und obere Wasserbehörden, untere und obere Straßenbaubehörden. Und es gibt Naturschutzbehörden, falls ein geschütztes Biotop auf dem Weg liegt. Manche Behörden reagieren schnell, andere ewig nicht. Dann hat man eine wahnsinnig teure Maschine, die in einem Ritt von Skandinavien bis Berlin Glasfaser verlegen könnte. Aber zwischendurch fehlen immer wieder Genehmigungen. Dafür stelle ich mir als Lösung einen Runden Tisch Breitband vor, wo alle Beteiligten einmal im Monat gemeinsam die vorliegenden Anträge abarbeiten. In Schweden klappt das viel besser.</p>
<p><em><strong>Abgesehen von der Infrastruktur, welche anderen großen Herausforderungen bei der Digitalisierung sehen Sie noch?</strong></em></p>
<p>Wir brauchen eine soziale Revolution, die die digitale begleitet, also einen Umbau unserer sozialen Sicherungssysteme. Das gehört nach ganz oben, ins Kanzleramt. Das Thema hätte im Koalitionsvertrag stehen müssen, da kommt es aber nicht vor. Da hätte drin stehen müssen, dass man sich auch mit den langfristigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und der Zukunftsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme beschäftigt. Was passiert denn, wenn die Lohnquote immer weiter sinkt? Was ist, wenn ich künftig Fabriken habe, in denen fast ausschließlich Roboter Sachen produzieren, die keine Lohnsteuer bezahlen und auch keine Sozialbeiträge? Wir Menschen werden aber immer noch da sein und wir werden alt und zu Pflegefällen. Wir werden keinen Mangel an Wertschöpfung haben, aber sie muss anders verteilt werden, wenn das über Löhne immer weniger passiert.</p>
<p><em><strong>Das böse Wort Umverteilung. Vielleicht müsste man es anders nennen.</strong></em></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-155798" src="/wp-content/uploads/2020/06/181218_BV_IV_Anke_Domscheid-Berg_0001_by_Johannes_F._Raebel.jpg" alt="Anke Domscheid-Berg by Johannes F. Räbel" width="214" height="143" />Das wäre aber auch wieder in die Tasche gelogen. Aber wenn wir mal zurückschauen zur letzten großen industriellen Revolution: Auch die ist mit extremen sozialen Verwerfungen einher gegangen. Auf einmal hatte man Kinderarbeit und 16 Stunden lange Arbeitstage – auch an Wochenenden, Arbeitsschutz war ein Fremdwort. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren unerträglich. Wegen dieser sozialen Verwerfungen entstanden damals Errungenschaften der heutigen sozialen Sicherungssysteme. So entstanden Gewerkschaften, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung – das war nichts weniger als eine soziale Revolution. Die damaligen Maßnahmen reichen heute nicht mehr aus. Die aktuelle industrielle Revolution wird ihre eigenen sozialen Erfindungen brauchen, um die negativen Auswirkungen der Umbrüche zu mildern.</p>
<p><em><strong>Auch viele CEOS im Silicon Valley haben dieses Problem erkannt und setzen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ein. Was gäbe es denn Ihrer Meinung noch für andere Optionen?</strong></em></p>
<p>Es gibt möglicherweise andere, aber ich habe noch keine andere und schon gar keine bessere Idee als das BGE gehört. Ich glaube im übrigen nicht, dass es einen Mangel an Arbeit geben wird. Aber bezahlte Arbeit wird weniger werden, deshalb muss sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Arbeitszeit gerechter verteilt werden. Es wird auch Phasen geben, in denen man länger keine bezahlte Erwerbsarbeit hat und stattdessen neue Dinge erlernt. Da brauche ich mir jetzt aber kein lebenslanges Bildungs-Bafög ausdenken, denn das BGE passt auch hier, es ist ein lebenslanges Bildungs-Bafög.</p>
<p><em><strong>Würde das BGE vielleicht auch dabei helfen, dass mehr Leute sich trauen, zu gründen?</strong></em></p>
<p>Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema Frauen in Startups und Innovationen und den Folgen unserer Sozialisierung. Ich weiß, dass Frauen tendenziell risikoaverser sind und eher nicht gründen, wenn sie nicht ein gewisses Sicherheitsnetz haben. Es gibt aber auch Männer, auf die das zutrifft. Momentan muss man drei Kriterien erfüllen, um erfolgreich zu gründen: Man muss eine gute Idee haben. Man muss von der Kompetenz her in der Lage sein, sie umzusetzen. Leider muss man aber auch noch extrem risikofreudig sein. Es gibt aber viele, die erfüllen Kriterium eins und zwei, aber Nummer drei nicht. Das heißt aber nicht, dass ihre Innovation nicht wichtig ist. Als Gesellschaft verzichten wir auf einen großen Teil an Innovationen, weil wir potenziellen Gründern nicht die Existenzangst nehmen. Mit dem BGE könnten wir das tun.</p>
<p><em><strong>Das BGE könnte also insofern ein Instrument sein, wie man die sozialen Umbrüche durch die Digitalisierung nachhaltig gestalten könnte. Inwiefern gehören Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Sie zusammen?</strong></em></p>
<p>Ich finde, man muss sie sogar zwingend zusammen denken. Wir müssen nicht erst der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg zuhören, um zu wissen, dass da wirklich die Kacke am Dampfen ist. Und natürlich muss man alles, was die Digitalisierung hergibt, dafür nutzen, diese Veränderung zu erreichen. Gleichzeitig macht die Digitalisierung das Problem manchmal auch noch größer. Ob durch die Server, die einen Haufen Strom verbrauchen, der möglicherweise nicht sauber ist, oder durch die seltenen Erden in der Elektronik, die ständig weggeworfen wird. Mit dem Internet of Things wird das noch schlimmer. Aber auch wenn die GroKo kein nationales Roaming im Mobilfunk ermöglicht, werden vielerorts drei Basisstationen nebeneinander stehen, obwohl man eigentlich nur eine bräuchte. Das ist Ressourcenverschwendung!</p>
<p><em><strong>Wo sehen Sie denn das Potential der Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen?</strong></em></p>
<p>Zum Beispiel bei wirklich gut integrierten Mobilitätskonzepten in Smart Cities, wo man sinnvollen Nutzen aus dem Datenaustausch schöpft, weil ÖPNV, Fahrräder, und gemeinsam genutzte Autos, die mit sauberem Strom fahren, einfach kombiniert werden können, um von A nach B zu kommen. Das macht Mobilität einfacher, mit viel, viel weniger CO2 Ausstoß. Das ist keine Science Fiction, aber man muss es zur Priorität machen. Gerade im ländlichen Raum. Ich hatte noch nie ein Auto. Jetzt wohne ich glücklicherweise in Bahnhofsnähe, der Zug fährt stündlich nach Berlin. Aber die Leute im Ort wollen nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Himmelpfort oder in einen der anderen umliegenden Orte. Da fahren teilweise Rufbusse dreimal am Tag zu festen Zeiten, die man anderthalb Stunden vorher anrufen muss. Wenn es eine App gäbe, mit der ich ein Fahrzeug rufen kann, das mich zu jeder Zeit an jedem Ort 365 Tage im Jahr zum Beispiel nachts um drei von Steinförde nach Fürstenberg fahren könnte – wie perfekt wäre das denn? Wenn das dann ein 3D-gedrucktes autonomes Fahrzeug wie zum Beispiel der kleine Olli von Local Motors ist, der sich ohne fossile Brennstoffe bewegt, umso besser. Wer braucht dann noch ein eigenes Auto? Das muss nur intelligent organisiert sein und man muss zum Beispiel flexibler arbeiten können, damit nicht alle zur gleichen Zeit von A nach B und wieder zurück wollen.</p>
<p><em><strong>Wie kann man diese Begeisterung der breiten Masse vermitteln?</strong></em></p>
<p>Klassische Bildung ist zu langsam und erreicht nicht die Breite, dafür brauchen wir andere Lernorte, wo man neue Technologien auch sehen und anfassen kann. Dafür ist unser Versteh-Bahnhof ein gutes Beispiel, den wir letztes Jahr hier in Fürstenberg an der Havel eröffnet haben. Das ist ein sogenannter Makerspace, aktuell vor allem für Kinder und Jugendliche, aber perspektivisch kann jeder vorbeikommen, sich 3D-Drucker oder Lasercutter anschauen oder ausprobieren, ein Repair-Café kommt auch dazu. Im Osten ist die Reparaturkultur eh noch viel stärker ausgeprägt. Es kamen auch schon Handwerker bei uns vorbei, die sich neugierig einen 3D-Drucker aus der Nähe anschauten, um zu sehen, ob er für sie nützlich sein könnte.</p>
<p><em><strong>Helfen diese Orte, Digitalisierung greifbar zu machen?</strong></em></p>
<p>Auf jeden Fall, denn jeder kann so neue Technologien kennenlernen und dabei Ängste abbauen und das nicht nur gruselig finden. Viele sehen Digitalisierung vor allem als Bedrohung, dabei bietet sie auch jede Menge Potenzial. Menschen haben Angst vor dem, was sie nicht kennen. Und wo es Wissenslücken gibt, werden sie oft mit schwarzen Vorurteilen ausgefüllt. Auch deshalb müssen wir diese Lücken schließen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Anke Domscheit-Berg<br />
Die 51-Jährige ist Publizistin, Netzaktivistin und parteilose Bundestagsabgeordnete für Brandenburg in der Linksfraktion. Beruflich, politisch und ehrenamtlich engagiert sie sich vor allem für die Themenbereiche Digitale Gesellschaft, Open Government und Geschlechtergerechtigkeit. Sie lebt mit ihrer Familie im Norden von Brandenburg in Fürstenberg/Havel.</p>
<hr />
<p>Bilder: Johannes F. Räbel</p>
<p><em>Die „Digitale Debatte“ ist eine neue Interviewreihe von politik-digital und dem Print- und Online-Magazin <a href="https://berlinvalley.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Valley</a>, in der wir uns mit PolitikerInnen, ExpertInnen und VordenkerInnen über den digitalen Wandel unterhalten.</em></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 3: Dubai</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2018 08:31:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Videoüberwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichtserkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154902 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Dubai.png" alt="Smart Dubai, PublicDomainPictures via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a>Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, stellt sich verstärkt die Frage nach der Sicherheit des öffentlichen Raumes. Die Wüstenstadt Dubai versucht aktuell diese Frage mit dem Einsatz von sogenannten „Robocops“ zu beantworten. Mit Hilfe von intelligenter Gesichtserkennung, Live-Videoübertragung oder eingebauten Touchpads sollen die Roboter der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung im öffentlichen Raum helfen.</p>
<p>Im Rahmen seiner <a href="https://smartdubai.ae/en/About/Pages/AboutSmartDubai.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Smart Dubai“ Kampagne</a> hat sich die Stadt Dubai zum Ziel gesetzt, zur „glücklichsten und smartesten Stadt der Welt“ zu werden – so zumindest der Slogan der der Kampagne. Dabei sollen technologische Innovationen dazu beitragen, die Stadt „effizient, sicher und makellos“ zu gestalten. Ganz im Sinne dieses Kredos rollt seit Juni vergangenen Jahres der „Robocop“ (zu dt.: Polizei-Roboter) durch die Straßen der Millionenstadt. Der menschenähnliche Roboter soll mit Hilfe von verschiedenen technologischen Features der Polizei dabei helfen, die Stadt der Zukunft sicherer zu machen. In Zeiten von abstrakten Digitalisierungsbegriffen wie Big Data, Künstlicher Intelligenz (KI) oder Block Chains öffnet der Einsatz von Robotern einen Bereich des Fortschrittes, der weniger abstrakt erscheint. Denn roboterartige Helfer im Alltag symbolisieren das Klischee einer digitalisierten Zukunft so konkret, wie bisher wenig andere Erfindungen. Dubais „Robocop“ greift so die scheinbar verlorengegangene Debatte darüber auf, inwiefern es Robotern gelingen wird, die Zukunft durch direkte Interaktion mit dem Menschen zu verändern.</p>
<h3>Mit dem „Robocop“ zu mehr Sicherheit in der Stadt</h3>
<p>Mit seinen 1,70m, den 100kg Gewicht und der menschenähnlichen Statur erinnert der „Robocop“ durchaus an einen echten Polizisten. Eine dunkelgrüne Uniformkappe signalisiert schon von Weitem die Zugehörigkeit des Roboters, der Hände schütteln und salutieren kann. Eine Waffe trägt der neue Helfer der dubaiischen Polizei allerdings nicht. Stattdessen sollen die Robocops mit anderen technischen Features Verbrechen bekämpfen. Eine eingebaute Kamera ermöglicht beispielsweise die Gesichtserkennung vorbeilaufender Passantinnen und Passanten. Die Live-Bild-Übertragung soll der Polizei zusätzlich ermöglichen, belebte Orte in der Stadt besser zu überwachen und so beispielsweise unbeaufsichtigte Gepäckstücke schneller zu identifizieren. Ein etwa auf Brusthöhe des Roboters integriertes Touchpad soll außerdem die Kommunikation mit der lokalen Bevölkerung verbessern. Auf dem Bildschirm können verschiedene Servicefunktionen ausgewählt werden, wie beispielsweise das Melden eines verloren gegangenen Gegenstandes oder eines Unfalls. Zudem soll der Roboter in der Lage sein, Anzeigen oder Zahlungen von Strafzetteln entgegennehmen. In dringenden Fällen ermöglicht ein SOS-Button eine direkte Live-Schaltung zu einer Polizei-Zentrale in der Nähe, wie die lokale Tageszeitung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_7zTP3LnHqc" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Khaleej Times in einem Videobeitrag</a> berichtet. Der Roboter des spanischen Herstellers Paal Robotics soll nach Angaben der lokalen Polizei allerdings kein Pilotprojekt bleiben. Bis zum Jahr 2030 plant der Golfstaat, 25% seines Streifendienstes durch den Roboter zu ersetzen.</p>
<h3>Sicherheitsgewinn oder Orwell‘sche Rundum-Überwachung?</h3>
<figure id="attachment_154905" aria-describedby="caption-attachment-154905" style="width: 192px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1.jpg"><img decoding="async" class="  wp-image-154905" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/REEM_1-305x542.jpg" alt="REEM_1, PAL Robotics, Judith Viladomat, bearbeitet. " width="192" height="341" /></a><figcaption id="caption-attachment-154905" class="wp-caption-text">Der neue Helfer der Polizei trägt eine Uniformkappe, um seine Zugehörigkeit zu signalisieren.</figcaption></figure>
<p style="text-align: left">In Dubai ist man überzeugt von den Vorteilen des „Robocops“, vor allem von seiner Betriebswirtschaftlichkeit. Der maschinelle Helfer von morgen sei in der Lage rund um die Uhr zu arbeiten, werde nicht krank und brauche keinen Urlaub, so der Generaldirektor des Automatisierungsprogramms der lokalen Polizei <a href="https://www.reuters.com/article/us-emirates-robocop/robocop-joins-dubai-police-to-fight-real-life-crime-idUSKBN18S4K8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters</a>. Auf der anderen Seite stößt die Vorstellung des Polizeiroboters auch auf kritische Stimmen. Vor allem die intelligente Gesichtserkennung knüpft dabei an eine Debatte an, die auch in Europa aktuell geführt wird. Die Diskussion darüber, ob mehr oder weniger Überwachung die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht ist, wird auch in Deutschland schon länger geführt. Spätestens seit der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/test-zur-gesichtserkennung-an-bahnhof-in-berlin-startet-15132099.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einführung des Pilotprojektes</a> am Berliner Südkreuz, wird auch hier über die Vor- und Nachteile einer intelligenten Überwachung diskutiert. Neben der Grundsätzlichkeit der Debatte stellt sich dabei auch die Frage nach dem Datenschutz der Passanten und der observierten Personen. Wie lange werden die Aufnahmen gespeichert und was passiert mit sensiblen Daten? Muss ein explizites Einverständnis zum Filmen gegeben werden? Auch die Frage, ob ein Roboter in der Lage ist, in emotional herausfordernden Situationen das gleiche zwischenmenschliche Geschickt aufzuweisen, wie ein realer Mensch, bleibt offen. Mit der Einführung des Polizeiroboters erkundet Dubai auf vielfältige Weise bisher unentdecktes Terrain. Auch wenn sich Roboter in Bereichen wie Produktion und Fertigung mittlerweile längst etabliert haben, ist ihr Einsatz an der Schnittstelle zur direkten Interaktion mit dem Menschen nach wie vor gering.</p>
<h3>Der Roboter, dein Freund und Helfer</h3>
<p>Das US-amerikanische Magazin Forbes beschreibt den „Robo Cop“ bereits direkt nach seiner Vorstellung mit dem Adjektiv „<a href="https://www.forbes.com/sites/susannahbreslin/2017/06/03/robot-cop-dubai/#4946a9f36872" target="_blank" rel="noopener noreferrer">terrifiying</a>“ (zu dt.: erschreckend, angsteinflößend). Denn entgegen der Fiktion in Film und Fernsehen hat sich in der Realität die direkte Interaktion von Roboter und Mensch noch immer nicht etabliert. Über 35 Jahre ist es her, dass mit der Ausstrahlung der ersten Star-Wars-Filme die Idee des Roboters als Freund und Helfer der Menschen über die Leinwände flimmerte. Obwohl der Einsatz von Robotern auf vielfältige Weise helfen könnte, das Leben in der Stadt effizienter zu gestalten, dominiert noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber den maschinellen Helfern. Laut der Medienpsychologin Martina Maar gilt es, diese Skepsis abzubauen. In einem <a href="https://www.zeit.de/2018/11/kuenstliche-intelligenz-roboter-alltag-haustier-betreuung-menschen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem ZEIT ONLINE Magazin</a> appelliert die Forscherin, Mensch und Maschinenwesen zu Freunden zu machen. Dabei liege der Schlüssel zum Glück darin, künstliche Intelligenz so zu programmieren, dass sich das menschliche Gegenüber wohlfühlt. Was schafft Vertrauen in Maschinen und wie kann dieses Vertrauen in der Roboterproduktion umgesetzt werden? Das Forschungsfeld der sogenannten „Robopsychology“ setzt sich mit genau diesen Fragen auseinander. Maar ist überzeugt: Roboter so zu programmieren, dass ihr Verhalten verständlich und vorhersehbar wird, nimmt den Menschen die Angst, von der Technik überholt oder gar ersetzt zu werden. Auch das Design des Roboters sei wichtig, so Maar. Der sogenannte „Uncanny-Valley-Effekt“ besagt, dass menschliche Züge einen Roboter sympathisch machen. Werden die Züge allerdings zu menschlich, überwiegt die Furcht vor der Maschine. Die Optik des „Robocops“ befolgt die Gesetze dieser Regel immerhin. Auch wenn der Polizei-Roboter teilweise menschliche Züge trägt, erinnert das schlichte, aus weißem Plastik geformte Gesicht klar an eine Maschine. Auch die Rollen, auf denen sich der „Robocop“ im Ernstfall schnell durch die Stadt bewegen kann, verdeutlichen auf den ersten Blick den Unterschied zu seinen menschlichen Kolleginnen und Kollegen. Wie die Bevölkerung Dubais nach einer Zeit der Eingewöhnung auf den Robocop reagiert, wird gespannt erwartet. Erste Evaluationsberichte zum Projekt „Robocop“ wurden bisher nicht veröffentlicht.</p>
<p><em><strong>Teil 4 befasst sich mit <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-4-wien-154912/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiener Wohnprojekt „VIERTEL ZWEI“</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a>, und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satander</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: PublicDomainPictures via <a href="https://pixabay.com/de/dubai-strand-meer-himmel-71072/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Bild im Text:©PAL Robotics</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Digitalisierte Pflege: Trost vom Roboter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Dec 2017 12:30:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig und bereits jetzt bestehen Engpässe im Personal. Anreiz genug für den Einsatz von sogenannten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7399943754_070f3dd88d_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-153791" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/7399943754_070f3dd88d_z.jpg" alt="Paro – Mental Commit Robot by Amber Case via Flickr, CC BY-NC 2.0" width="621" height="451" /></a></strong>Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt stetig und bereits jetzt bestehen Engpässe im Personal. Anreiz genug für den Einsatz von sogenannten Pflegerobotern. Diese können nicht nur einfache motorische Aufgaben übernehmen, sondern kommen auch als Therapiemittel zum Einsatz.</p>
<p>Der Digitalisierung wird großes Potenzial zugeschrieben, die kommenden Herausforderungen im Bereich der Pflege zu meistern, indem diese die Versorgung der Pflegebedürftigen gewährleisten soll. Doch welche ethischen Aspekte müssen bei der Digitalisierung der Pflege berücksichtigt werden?</p>
<h3>Multiprofessionalität und personalisierte Behandlungskonzepte</h3>
<p>In der Anwendung als Assistenten werden Roboter bereits erprobt. Dabei übernehmen sie vor allem maschinelle Tätigkeiten, wie die zum Teil Zeit raubende Dokumentierung von Krankheit und Pflege. Forscher gehen davon aus, dass sie die Pflege durch den Menschen nicht ersetzen, sondern lediglich als Assistenzsysteme die professionelle Pflege unterstützen werden. So können sich Pflegekräfte wieder mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren – nämlich die Kommunikation und Arbeit an Beziehungen. Die durch die Digitalisierung ebenfalls vorangetriebene Multiprofessionalität und Interdisziplinarität werde die Versorgung der Patienten erheblich unterstützen. Mittels systematischer Datensammlungen könnten beispielsweise im Rahmen der Versorgungsforschung Lerneffekte generiert werden. So könnten stärker <a href="https://www.aerztezeitung.de/pdf/Gp/stellungnahme_ethik.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">personalisierte Behandlungskonzepte</a>, durch den Einsatz von Big Data, zu einer besseren Gesundheitssteuerung der Patienten beitragen. Das Ergebnis seien Effektivitäts- und Effizienzsteigerungen.</p>
<p>In diesem Kontext bestehen aber auch die <a href="http://politik-digital.de/news/pfleger-butler-gouvernante-humanoide-roboter-in-der-altenpflege-153602/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten Bedenken</a> für den Patienten: Die Vernetzung zwischen Robotern und anderen Geräten sowie dem behandelnden Arzt bieten Möglichkeiten eines umfassenden Kontrollmechanismus. Durch die Menge der erhebbaren Daten entsteht ein zunehmendes Interesse an der kommerziellen Verwendung ihrerseits. Vor diesem Hintergrund werden Stimmen laut, dass das informationelle Selbstbestimmungsrecht in Gewahr sei, weil das herkömmliche Datenschutzrecht für Big Data im Gesundheitswesen nicht ausreiche. Zu dieser Einsicht kommt der Deutsche Ethikrat in einer kürzlich <a href="https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/medizinethik/article/948573/stellungnahme-ethikrat-fordert-besseren-schutz-gesundheitsdaten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlichten Stellungnahme</a>. Gesundheitsdaten könnten so als wirtschaftliches Gut betrachtet werden, die von bestimmten Leistungsanbietern bereitgestellt würden. Die Gefahr des Datenmissbrauches wie zum Beispiel die Preisgabe intimer Informationen ist dabei besonders groß.</p>
<h3>Zuwendungsroboter bei Demenzkranken</h3>
<p>Pflegeroboter übernehmen aber nicht nur maschinelle, sondern auch menschliche Aufgaben. So sind sie auch zu Beziehungen zu Menschen fähig: Die <a href="https://www.wegweiser-demenz.de/weblog-und-forum/weblog/toelle-maria/wagner-annette/beitrag-therapiehelfer.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Roboterrobbe „Paro“</a> kommt gezielt als Zuwendungsroboter bei Demenzkranken zum Einsatz. Inspiriert von der tiergestützten Therapie soll der Roboter auf der emotionalen Ebene das Wohlbefinden der Patienten fördern, indem er Schlüsselreize auslöst. Er wirkt entspannend, lindert Symptome, weckt alte Erinnerungen und dient als Kommunikationsbrücke zwischen Patienten, Angehörigen und Pflegekräften. In Deutschland wird er in mehr als 40 Pflegeeinrichtungen als Therapiemittel eingesetzt.</p>
<p>Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass solche Zuwendungsroboter die eigentlichen Ursachen ihres Einsatzes in der Pflege weiter verschärfen könnten – nämlich den Mangel an Zeit und Empathie der Pflege durch Menschenhand. Dieser Umstand ist besonders an den Fällen ersichtlich, in denen <a href="https://pflege-prisma.de/2017/04/20/deutschland-setzt-auf-psychopharmaka-statt-zuwendung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medikamente missbräuchlich eingesetzt werden</a>, um Patienten „ruhig zu stellen“, weil sie ansonsten den Betrieb der Pflegeheime stören würden. Die verstärkte Nutzung Big-Data-gestützter Ansätze sowie die technologische Vermittlung der Versorgung könnten die persönliche Zuwendung zum Patienten sowie das Nachkommen der moralischen Verpflichtungen der medizinischen Versorgung weiter reduzieren und so zu einem fortschreitenden entsolidarisierten Ärzte-Patientenverhältnis beitragen.</p>
<p>Auch liefe man auf die Gefahr hinaus, dass zusätzlich motorische und intellektuelle Fähigkeiten der Patienten degenerieren könnten. Adelheid von Stösser, Mitgründerin des Pflege-Selbsthilfeverbandes (Pflege-SHV), plädiert daher dafür, <a href="https://www.pflege-shv.de/uploads/pflege-shv/Buch-Artikelempflehlungen/Roboter-in-der-pflege_Artikel_AvS_072011.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mehr echte Hunde für diesen Zweck ausbilden zu lassen</a>, anstatt in computeranimierte Tiere zu investieren. “Wer erlebt hat, wie positiv alte Menschen mit Demenz auf eine ihnen angenehme Berührung reagieren, kommt im Traum nicht auf die Idee, für die Körperpflege von Kranken Roboter einsetzen zu wollen“, so Stösser.</p>
<h3>Fragen, die bleiben</h3>
<p>Zweifelsohne werden Pflegeroboter – wie Paro – die menschliche Pflege nicht ersetzen können. Denn neben körperlicher Zufriedenheit bedeute Pflege vor allem Kommunikation, das Herstellen einer Vertrauensbasis und das Erkennen von Stimmungen und Bedürfnissen, so die Antwort der Rehabilitationspsychologin Johanna Meixner auf die Frage: <a href="http://dzd.blog.uni-wh.de/ihre-personlichen-meinungen-konnen-roboter-menschen-pflegen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Können Roboter Menschen pflegen?</a> Der Weg für den Einsatz von Robotern in der Pflege scheint aber bereits geebnet. Und ohnehin bestehen bislang wenige Beispiele dafür, dass eine technologische Entwicklung aufgrund ethischer Bedenken eingestellt worden wäre. Deswegen müssen wir uns nun gezielt überlegen, zu welchen Zwecken Pflegeroboter eingesetzt werden sollen. Schließlich wird von Seiten der Technikentwickler immer wieder betont, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe.</p>
<p>Seit einigen Monaten diskutiert die Ethik-AG der Initiative D21  bei regelmäßigen Treffen ethische Fragen der Digitalisierung und hat zum Thema &#8220;Roboter als persönliche Assistenten für ältere Menschen&#8221; einen ausführlichen, systematischen <a href="http://initiatived21.de/publikationen/denkimpulse-zur-digitalen-ethik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Denkimpuls</a> veröffentlicht.</p>
<p>Insgesamt jedoch fehlt eine breite, gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber, in welchem Ausmaß Roboter in unserem Alltag überhaupt ein wünschenswertes Szenario darstellen. Dabei geht es auch um die Frage, wie wir altern wollen. An dieser Stelle könnte man sich zum Beispiel selbst die Frage stellen: Würde ich meiner demenzkranken Mutter eine elektronische Kuschelrobbe schenken?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Paro – Mental Commit Robot by Amber Case via <a href="https://www.flickr.com/photos/caseorganic/7399943754/in/photolist-9pgnK4-7uxjq4-cgUDt9-javGq-oPBmf-9pjqTE-hJYJo8-4rcVdi-jauL5-6gmCt-dzgwBC-gt64Lw-6cdW3M-6cdVTv-jaydj-a6q3yb-4ac6Tg-7v2ZDX-a8zf6C-g4MFPM-hTvZ4b-Zj2Rt-g4MLV9-6mifP3-6oX2Vf-cnHLMy-g4MM1N-6oSTV8-5dmDVG-6oSTG6-7vj3nJ-4e8tB5-dHaM8s-dHaMsE-u9Q3hN-6oX2XL-fEgjje-ururj8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Weg nach Robonien – Besserer Mensch oder perfekte Maschine?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/roboter-als-teil-unserer-gesellschaft-149643/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 14:10:33 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149640 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" alt="" width="640" height="406" /></a>Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen und fahren uns. Doch zwischen maschineller Automatisierung und sozialer Roboterarbeit stolpern wir über unsere ethischen Wertvorstellungen. Wo soll die Reise also hinführen, zum besseren Menschen oder zur perfekten Maschine?</p>
<p>Längst sind die Zukunftsphantasien früher Science-Fiction Klassiker technische Realität geworden. Roboter sind fester Bestandteil industrieller Produktionsmechanismen, drehen als automatisierte Staubsauger ihre Bahnen in unseren Wohnzimmern, kümmern sich um den Rasen oder spielen in der FIRA-Roboterfußballweltmeisterschaft um den Sieg. Doch wie geht die Entwicklung weiter und welche Lebensbereiche werden Roboter in Zukunft erobern? Und welche Regeln müssen wir im Umgang mit Robotern etablieren?</p>
<ol>
<li>Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.</li>
<li>Der Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.</li>
<li>Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.</li>
</ol>
<p>Mit diesen drei Gesetzen der Robotik, die Isaac Asimov bereits 1942 in seiner Kurzgeschichte Runaround aufzeigte, ging er sogar schon einen Schritt weiter. So zielen die „Grundregeln des Roboterdienstes“ darauf ab, das soziale Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln. Doch was basteln wir zwischen den vielen Drähten und der Software eigentlich zusammen, was ist ein solcher Roboter überhaupt?</p>
<h3>Von Halbautomaten und metallenen Hinterteilen</h3>
<p>Der Begriff „Roboter“ leitet sich vom tschechischen Wort „robota“, zu Deutsch, „Frontdienst“ oder „Zwangsarbeit“ ab. Eine passende Bezeichnung will man meinen, schließlich sind die technischen Helferlein dazu auserkoren, dem Menschen Arbeit abzunehmen. Auch die früheren Bezeichnungen als „Automaten“ oder „Halbautomaten“ zielt in diese Richtung und gibt Hinweis auf den Charakter des Roboters. So bestand seine Hauptaufgabe darin, automatisiert mechanische Aufgaben zu übernehmen.</p>
<p>Doch Entwicklung bleibt bekanntermaßen nie stehen. So wurde der Sieg des Computers Deep Blue über den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow im Jahr 1996 zum Wendepunkt der modernen Robotik. Eine künstliche Intelligenz bezwang das menschliche Denkvermögen. Roboter wurden zunehmend weiterentwickelt, lernten selbstständig, agierten und reagierten. Zur reinen Mechanik gesellten sich komplexe Denkprozesse. Nun stehen wir vor einer neuen Entwicklungsphase. Nicht nur Arbeitsbereiche, auch unser soziales Lebensumfeld soll nun von Robotern erobert werden. Wahrnehmungsmechanismen sollen das Agieren in sozialen Kontexten ermöglichen.</p>
<p>Die <a href="http://collaboratory.de/w/Hauptseite">Experten- und Interventionsplattform Co:llaboratory (CoLab) &#8211; Internet &amp; Gesellschaft</a> befasste sich deshalb mit dem Thema <a href="http://blog.collaboratory.de/einladung-zum-smart-country-fruehstueck-29-06-robotik-und-mensch-maschine-interaktion/">sozialer Interaktion und Beziehung von Mensch und Maschine</a>. „Der technische Fortschritt weist den Weg hin zu Robotern mit sozialen Kompetenzen. Wir wollen Roboter, die als Gefährten, Familienmitglieder und Lehrer mit uns interagieren. Dazu müssen wir sie in gesellschaftliche Kontexte und Sozialnormen einbetten“, schaut Hans-Dieter Burkhard, emeritierter Professor für künstliche Intelligenz und intelligente autonome Roboter an der HU Berlin, voraus.</p>
<p>„Von allen Freunden die ich je hatte bist du der Erste“, meint Bender, der metallene Roboter-Kumpel des Pizzaboten Fry in der Serie Futurama. So überspitzt wie dieses Beispiel auch sein mag, gibt es dennoch Hinweis darauf, welcher Folgen wir uns durch die technischen Entwicklungen der Robotik, bewusst werden müssen. „The humanity can bite my shiny metal ass“, ist Benders Markenspruch. Vielleicht bekommen wir diesen Spruch bald auch im echten Leben zu hören; dann nämlich, wenn intelligente Roboter Teil unserer Lebenswelten und eigene Mitglieder der Gesellschaft werden. Ob dann die drei Gesetze der Robotik hier noch genügen, um das Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln?</p>
<h3>Auch Roboter brauchen Gefühle</h3>
<p>Medizinroboter sind bereits heute <a href="http://politik-digital.de/news/medizinrobotik-die-arzthelfer-von-heute-148750/">fester Bestandteil hochkomplexer Medizin</a>. Transportroboter, virtuelle Assistenzärzte und Chirurgie-Roboter sind zu einer nicht wegzudenkenden Unterstützung in modernen OP-Sälen geworden. Wo Krankenhäuser von der modernen Technik profitieren, fallen aber andere Stellen des Gesundheitssystems zurück. So kann die Pflege, die einen steigenden Anteil älterer PatientInnen versorgen muss, bisher nur wenig von den technischen Neuerungen profitieren. Pflegeroboter sollen hier Abhilfe schaffen.</p>
<p>Auch als soziale Agenten sollen sie handeln und mit dem Menschen interagieren, ihm in Notlagen helfen und bei gesundheitlichen Problemen unterstützen. Um diese Aufgabe zu übernehmen, braucht es zweierlei: Handwerkszeug, um eine ausreichende Unterstützung mechanisch zu realisieren, aber auch Sozialkompetenz, um gegebenenfalls für PatientInnen Entscheidungen zu übernehmen. Ähnlich wie im Film „Der 200 Jahre Mann“ müssen Roboter dann lernen, was ein Mensch ist, was ihn ausmacht. In Japan laufen hierzu bereits erste Feldversuche mit einem Hotel, das nur noch von Robotern betrieben wird. Sollten solche Tests langfristig funktionieren, könnte man ein ähnliches Prinzip auf Krankenhäuser übertragen.</p>
<p>Für Karsten Weber, Professor und Technikphilosoph, und Dr. Martin Meister, Techniksoziologe, liegt hier aber die zentrale technische Herausforderung: die Programmierbarkeit von Sozialität. So erscheint es äußerst schwierig, Robotern das beizubringen, was sich Menschen in Jahrzenten des sozialen Lernens aneignen. Sollten dann einmal die falschen Entscheidungen getroffen werden, ist es äußerst schwierig, einen Verantwortlichen für die Fehlentscheidung zu finden, ergänzt Burkhard.</p>
<p>Je mehr Roboter zu Begleitern in unseren Lebenswelten werden, je intelligenter und selbstständiger sie handeln, desto häufiger werden wir auf Konflikte mit unseren normativen Werten von Selbstbestimmung und Selbstbestimmtheit treffen. Wenn die Anknüpfungspunkte zwischen Mensch und Maschine zunehmend diverser und Teil unseres sozialen Umfelds werden, müssen wir letztlich entscheiden, in welcher Beziehung wir zu Robotern stehen. Sollen sie unsere Mittel, unsere Werkzeuge, Partner, Freunde oder sogar mehr sein? Auf dem Weg zu einer Antwort darauf müssen wir darüber diskutieren, wie Roboter aussehen sollen und wie nicht; wir müssen uns darüber klar werden, was Roboter eigentlich sind, und festlegen, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft einnehmen sollen.</p>
<h3>More human than human?</h3>
<p>Betrachtet man das Einsatzgebiet der Pflege, scheint die Frage nach dem Erscheinungsbild sozialer Roboter bereits geklärt. Der Mensch überholt sich selbst. Vielleicht leitet sich der Roboter also doch eher vom englischen Namen „Rob“ ab: denn „der Erhabene“ humanoide Roboter rückt zunehmend ins Zentrum der Entwicklung und eröffnet den Raum für weitere Gedankenspiele.</p>
<p>Längst weisen Roboter typisierte ästhetische Formen auf, längst bauen wir Roboter nach unserem Ebenbild. Denn der Mensch anthropomorphisiert, er neigt zur Vermenschlichung von Robotern. So gehören unförmige Maschinen, die strikt Befehlen befolgen und einzelne Aufgaben erledigen, der Vergangenheit an.</p>
<p>Die Wahl zwischen der „perfekten Maschine“ und dem „besseren Menschen“ scheint also bereits entschieden. Die moderne Robotik baut am „Mensch 2.0“: Intelligent, lernfähig, sozial und allzeit bereit, ein Allroundtalent eben. „More human than human is our motto“, heißt es da vom Hersteller menschlicher Replikaten im Film Blade Runner über die Natur humanoider Roboter.</p>
<h3>Zwischen Dienern und Gynoide</h3>
<p>In vielerlei Hinsicht haben uns Science-Fiction Klassiker bereits die zentralen Probleme auf dem Weg zum Bau des „besseren Menschen“ gezeigt. So begegnet Batty, einer der humanoiden Replikanten in Blade Runner, dem Protagonisten mit den Worten: „That&#8217;s what it is to be a slave.” Aber auch der Gynoid (weiblicher Androide) Cho in Gwyneth Ann Jones Roman „Divine Endurance“ leidet unter ihrer Unterdrückung. Als „perfekte Frau“ ist sie dazu auserkoren, jeden Wunsch des Menschen zu erfüllen, doch ihre Schönheit und stereotypischen Geschlechtsattribute verstärken Unterdrückung und Diskriminierung.</p>
<p>Schon heute bevölkern Chatbots die Singlebörsen des Netzes und täuschen soziale Kontakte vor. Auf diese Weise sind Roboter nicht mehr nur noch Werkzeuge oder Helfer, die für uns Aufgaben erledigen. Sie erfüllen menschliche Wünsche nach Liebe, Anerkennung und Partnerschaft. In Japan beispielsweise wird Singles durch Roboter Aufmerksamkeit geschenkt, indem sie mit ihnen reden, Geborgenheit vortäuschen, ihnen das Gefühl von Liebe und Nähe vermitteln. Dabei fördert diese Verfügbarkeit aber auch eine zunehmende Beliebigkeit, fördern sogar Sexualisierung und Diskriminierung.</p>
<p>Vielleicht brauchen wir gerade deshalb geschlechtsneutrale Roboter, wie es die Ethik der Robotik vorschlägt. Vielleicht sollten wir weniger den „besseren Menschen“ bauen wollen, als uns auf die Entwicklung der „perfekten Maschine“ zurückzubesinnen. Wenn aber Sexualisierung und Unterdrückung von künstlicher Intelligenz und Robotern dazu führen, dass Geschlechtsdiskriminierung und „Master-Slave“ Konstellationen unsere Umgangsweise mit Robotern bestimmt, dann steht es nämlich vielleicht auch schlecht um unsere ethischen Wertevorstellungen.</p>
<h3>Mein metallener Freund und Helfer?</h3>
<p>In erster Linie bleibt der Roboter eine Maschine: Intelligent, sozial, aber eben ohne Gefühle. Auch die Entwicklung humanoider Roboter steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch dürfen wir die ethischen und gesellschaftlichen Fragen nicht ignorieren, die uns beim Bau von Robotern begegnen. Denn die Schöpfung einer menschenähnlichen Dienerschaft, die uns gehorsam folgt und unsere Arbeit verrichtet, wird nicht ohne Folgen an uns vorbeigehen. Wozu brauchen wir Roboter? Welche Eigenschaften wollen wir ihnen zuschreiben? Sollen sie aussehen wie Bender, geschaffen nach unserem Abbild, als Freund oder lediglich ein Industrieroboter zur reinen Arbeitshilfe sein?</p>
<p>Die Mechanisierung und der technische Fortschritt werden weitergehen. Roboter werden den Alltag immer mehr mitbestimmen und begleiten. Die Frage bleibt, in welche Richtung dies gehen soll. „Da waren lauter Nullen und Einsen und ich dachte, ich hätte sogar eine zwei gesehen“, schildert der Roboter Bender seine Erfahrungen. Es bleibt also noch viel zu entwickeln, zu entdecken und zu hinterfragen auf dem Weg zum Roboter der Zukunft.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-09312,_Berlin,_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin, Roboter mit seinem Erfinder; Bild 102-09312</a> by </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Bundesarchiv" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">Bundesarchiv</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedicommons</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Medizinrobotik – neue Assistenten im Krankenhaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Judith Alms]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2016 08:27:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Medizinrobotik]]></category>
		<category><![CDATA[Roboter]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Automatisierung greift in allen Lebensbereichen weiter um sich. Längst hat sie auch die Medizinbranche erobert. Roboter sind in vielen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Medizinroboter-flickr-army-medizine-CC-BY-SA-2.01.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148752 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Medizinroboter-flickr-army-medizine-CC-BY-SA-2.01.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Die Automatisierung greift in allen Lebensbereichen weiter um sich. Längst hat sie auch die Medizinbranche erobert. Roboter sind in vielen Krankenhäusern schon lange nicht mehr wegzudenken. Hier werden drei Mitarbeiter der Klinik von heute vorgestellt.</p>
<h3>Rollwagen schieben war gestern – Der Transportroboter</h3>
<p>Ein System, was in vielen deutschen Krankenhäusern schon seit einigen Jahren installiert ist, ist das der Transportroboter. Diese erleichtern vielfältig den Klinikalltag. Besonders in großen Kliniken, wo lange Wege zu beschreiten sind, sind sie wertvolle „Arbeitskräfte“. Die Roboter wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Sie sind kniehoch und etwa 1,5 m lang. Doch für ihre Aufgabe sind sie perfekt. Sie können Container mit steriler Wäsche transportieren ohne dass die Gefahr besteht, dass diese dabei mit Keimen in Kontakt kommt. Genauso können sie infektiöse Abfälle ohne Ansteckungsrisiko entsorgen. Vor allem werden diese automatisierten Mitarbeiter jedoch in der Essenversorgung eingesetzt. Tausende Mahlzeiten werden täglich von ihnen auf die Stationen gebracht. Oft wird das Essen dort von den Pflegekräften entgegengenommen und an die Patienten verteilt. Es gibt sogar schon Systeme, in denen die Roboter auch diese Aufgabe übernehmen. Diese speziellen automatisierten Helfer fahren nah an die Betten und die Patienten können sich ihre Mahlzeit selbst entnehmen. Damit hier die individuellen Speisepläne nicht durcheinander geraten, sind die Geräte so programmiert, dass sie an jedes Bett genau das Gericht liefern, was für diesen Patienten vorgesehen ist.</p>
<p>Die Transportroboter werden entweder von zentraler Stelle aus gesteuert und von einem Mitarbeiter überwacht, oder sie bewegen sich komplett automatisch. In letzterem Fall haben die Stationen die Möglichkeit, die Roboter per Knopfdruck zu rufen, und diese suchen sich dann selbstständig den besten Weg um an ihr Ziel zu gelangen. Sie können über Funk eigenständig den Fahrstuhl rufen und durch Sensoren erkennen, ob sich vor ihnen eine Person oder ein Gegenstand befindet. Mit Ansagen wie „Vorsicht automatischer Transport“ und „Bitte machen Sie den Weg frei“ machen die Roboter auf sich aufmerksam, wenn sie durch die Gänge rollen.</p>
<h3>Unterstützung durch das Internet – Der virtuelle Assistenzarzt</h3>
<p>Im Marburger Klinikum geht man einen Schritt weiter. Hier wird derzeit am Zentrum für seltene Krankheiten ein Assistent getestet, der nur aus einer Software besteht. Diese versteht die menschliche Sprache und ist sogar lernfähig. Der Arzt beschreibt dem Programm das Krankheitsbild und gibt die gemessenen medizinischen Daten ein. Die Software gleicht den Fall blitzschnell mit dem weltweiten medizinischen Wissen ab, welches ihm online zur Verfügung steht. Auf dieser Basis erstellt der virtuelle Assistenzarzt eine Diagnose und macht Therapievorschläge. Noch ist dieses vom IT- und Beratungsunternehmen IBM entwickelte System in der Testphase. Bewährt es sich, könnte es besonders bei schwierigen Diagnosen eine große Unterstützung für den behandelnden Arzt sein. Vorerst bleibt es aber bei Unterstützung, denn die finale Entscheidung, wie der Patient behandelt wird, liegt weiterhin beim Menschen.</p>
<h3>Vier Arme für den Chirurgen – Der OP-Roboter</h3>
<p>In Deutschland gibt es über sechzig Kliniken, in denen Roboter auch bei Operationen assistieren. Die Technik wird dabei immer weiter ausgearbeitet und verfeinert. Das neueste System ist der „<a href="http://www.intuitivesurgical.com/products/da-vinci-xi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">da Vinci Xi</a>“ der Amerikanischen Firma Intuitive Surgical. Das Gerät wird derzeit erst in fünf deutschen Krankenhäusern eingesetzt.</p>
<p>Dabei sollte man nicht denken, dass ein menschenähnlicher Roboter den Operateur ersetzt. Denn tatsächlich ist der operierende Arzt direkt vor Ort und steuert die vier Roboterarme an einer Konsole. Der Chirurg ist es auch, der entscheidet, was gemacht wird. Der Roboter führt nur aus. Der Einsatz dieser Technik stellt einen weiteren Schritt in der minimalinvasiven Chirurgie dar. Minimalinvasiv bedeutet, dass nur vier kleine Einschnitte nötig sind, durch die die Roboterarme in den Bauchraum gelangen, und so keine großen Wunden entstehen. Die Roboter der da-Vinci-Reihe kommen vor allem bei Bauchoperationen, wie beispielsweise in der Urologie zum Einsatz. An einem der Arme befindet sich eine 3D-Kamera mit hoher Auflösung, durch die der operierende Arzt sehen kann, was vor sich geht. Die Handbewegungen, die er an der Steuerung der Konsole macht, werden zitterfrei von den Roboterarmen im Patienten nachvollzogen. Durch die kleineren Wunden heilen die Patienten schneller und können so zeitnah nach der Operation aus dem Krankenhaus entlassen werden. Natürlich bildet sich dadurch auch viel weniger Narbengewebe an den Schnitten und die Lebensqualität der Patienten steigt.</p>
<p>Bisher ist es so, dass der operierende Arzt direkt neben dem Roboter sitzt, sodass er im Notfall sofort da ist und eingreifen kann. Es wäre aber bei einer ausreichenden Datenübertragungsgeschwindigkeit auch denkbar, dass der Spezialist in großer räumlicher Distanz vom Patienten den Roboter lenkt und vor Ort ein allgemeinerer Chirurg den Ablauf beaufsichtigt. So könnten gefragte Spezialisten komplizierte Operationen aus der Ferne ausführen. Theoretisch ist das alles schon möglich, die Technik wäre dazu in der Lage.</p>
<h3>Ist es alles Gold was glänzt?</h3>
<p>Natürlich hat diese Entwicklung nicht nur positive Seiten. Denn es darf nicht vergessen werden, dass jeder vernetzte Roboter potenziell hackbar ist. Dass dabei besonders bei kritischen Infrastrukturen wie der Krankenversorgung auf <a href="http://politik-digital.de/news/hackerangriffe-im-krankenhaus-wo-sicherheitsluecken-lebensbedrohlich-werden-148767/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datensicherheit</a> geachtet werden muss, sei hier nur erwähnt. Die Vorstellung, von Robotern, die von Hackern zweckentfremdet werden, ist erschreckend. Ein gehackter OP-Roboter könnte leicht den Patienten töten, genau wie eine absichtlich falsche Diagnose durch einen virtuellen Assistenzarzt. Die Transportroboter bergen noch größeres Gefährdungspotential, da sie nicht nur einzelne Menschen erreichen.</p>
<p>Aber auch Störungen, die nicht von außen verursacht werden, können tödlich enden. Dies zeigten einige Probleme des da-Vinci-Systems in der Vergangenheit: Durch kleine unentdeckte innere Verletzungen oder Fehlströme kam es zu Todesfällen. So hatte das Unternehmen eine Reihe von Gerichtsprozessen in den USA zu bestreiten. In den neueren Geräten wurden die Abdichtungen verbessert, um derartige Fehlströme zukünftig zu vermeiden.</p>
<p>Ein anderer Gedanke ist der wirtschaftliche und dabei die Frage nach der Marktdominanz. In der Medizinrobotik sind die USA derzeit unangefochtener Marktführer. Es gibt keine vergleichbaren OP-Roboter zu der da-Vinci-Reihe von einem deutschen Hersteller. Das verschafft der Firma eine Monopolstellung, die sich in hohen Preisen niederschlägt. Neben Anschaffungskosten in Höhe von 2 Millionen Euro fallen beachtliche laufende Kosten an, da die Instrumente häufig ausgetauscht werden müssen. Der Kampf zwischen den Wirtschaftsstandorten ist somit auf dem Feld der Medizinrobotik vorerst entschieden. Die Chancen, die die Robotik für die Medizin der Zukunft bietet, bleiben aber davon unberührt.  Neben technischen Möglichkeiten werden zukünftig auch besonders rechtliche Rahmenbedingungen und Sicherheitsstandards auszuloten sein.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/armymedicine/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Army Medicine</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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