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	<title>Schlagwort &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Inter(net)essenvertretung für Arbeitnehmer</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[IG-Metall]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Die Gewerkschaft IG-Metall rüstet sich fürs Online-Zeitalter</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Die Gewerkschaft IG-Metall rüstet sich fürs Online-Zeitalter</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gewerkschaften tragen oft schwer an ihrem öffentlichen Image. In einer Zeit, in der sich die Industriegesellschaft mit<br />
großem Tempo zu einer Informationsgesellschaft entwickelt, wirken die traditionsreichen Organisationen der<br />
Arbeitnehmervertretung für manche wie ein Anachronismus. Dynamik und Innovationsbereitschaft werden von der<br />
öffentlichen Meinung eher den Lenkern der aufstrebenden Wirtschaftsunternehmen zugetraut, die auf neuen Märkten<br />
agieren und den wirtschaftlichen Wandel zu ihrem Business gemacht haben. Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre,<br />
die in diesen turbulenten Zeiten über die hart erkämpften Rechte der Arbeitnehmer wachen, werden dagegen oft als<br />
unflexible Verfechter eines überholten Sozial-staatesmodells kritisiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch einige Arbeitnehmervertretungen haben inzwischen begonnen, dem &#8216;alten&#8217; Image mit Hilfe der &#8216;neuen&#8217; Medien<br />
entgegenzutreten. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies am Beispiel der <a href="http://www.igmetall.de/">IG-Metall</a>: Die mit rund 2,7 Millionen<br />
Mitgliedern größte deutsche Einzelgewerkschaft präsentiert sich bereits seit 1996 im Internet und stellt dabei in<br />
Sachen Innovationsbereitschaft die meisten anderen politischen Akteure in den Schatten. Die zentrale Schaltstelle<br />
für diese Aktivitäten ist dabei die Online-Redaktion der Metallgewerkschaft. Deren Leiterin, Regina Droge, versteht<br />
ihre Arbeit als Vermittlung zwischen den Fachabteilungen der Organisation und ihrem zentralen Internet-Angebot.<br />
Droge erklärt: &quot;Wir fungieren als eine Schnittstelle. Die Abteilungen kommen mit Vorschlägen für Online-Informationen<br />
zu uns und wir beraten, koordinieren und organisieren die nötigen Aktionen. Beispielsweise haben die meisten<br />
Fachabteilungen für ihre Zielgruppe, seien es nun Frauen, Betriebsräte oder Behinderte, spezielle Seminare anzubieten.<br />
Wir arbeiten darauf hin, daß wir alle in einer interaktiven Online-Bildungsdatenbank zusammenfassen, auf die dann aus<br />
den einzelnen Spezialbereichen heraus verlinkt wird.&quot; Andererseits, so Droge, tritt aber auch die Internet-Redaktion mit<br />
eigenen Vorschlägen an die Fachabteilungen heran: &quot;Wenn es in einem Bereich &#8216;scharfe&#8217; neue Informationen gibt, dann müssen<br />
wir die Kollegen auch aktiv dazu motivieren, daß sie die zusammen mit uns für das Internet  aufbereiten.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Zauberwort bei dieser Art der Organisation heißt &#8216;abteilungsübergreifendes Querschnittsdenken&#8217; ein Prinzip, das in<br />
einer hierarchisch organisierten Gewerkschaften sicher nicht ganz einfach durchzusetzen ist. Doch Regina Droge weiß,<br />
daß sich in einem guten Internet-Auftritt nicht die traditionellen Hoheitsgebiete einer Organisation widerspiegeln<br />
dürfen: &quot;Das wäre viel zu bürokratisch. Die Nutzer müssen merken, daß das Angebot speziell für sie gemacht ist, und<br />
dafür muß man in so einem Laden auch flexibel sein.&quot; Viel Zeit setzt die gelernte Journalistin, die als freie<br />
Kommunikationsberaterin tätig ist, daher dafür ein, die Mitarbeiter im Frankfurter Hauptquartier der Gewerkschaft<br />
für das neue Medium zu begeistern und den Gedanken des Querschnittsdenkens innerhalb der gewerkschaftlichen<br />
Informationshierarchie zu fördern. Ihr Anliegen wird offenbar geteilt, denn das gewerkschaftliche Online-Angebot<br />
entwickelt sich rasant in diese Richtung: Im Februar 1999 riefen interessierte Surfer bei der IG-Metall rund 5.700<br />
Megabyte an Informationen von mittlerweile über 3.000 Info-Seiten ab, von denen viele von den Fachabteilungen in<br />
eigener Regie erstellt wurden. Die Nutzungszahlen des Angebotes haben 1999 erstmals die Schallgrenze von 1,5 Millionen<br />
monatlichen Hits durchbrochen. Die Seiten der Metallgewerkschaft sind damit ähnlich populär wie beispielsweise die der<br />
Umweltorganisation Greenpeace, und können fast schon den Online-Angeboten der großen Volksparteien Paroli bieten. Regina<br />
Droge: &quot;Für uns liegt hier ein besonderer Vorteil, denn in den traditionellen Medien haben Ge-werkschaften viel geringere<br />
Chancen als andere Akteure, ihre politische Positionen einen breiten Publikum authentisch darzustellen. Im Internet kommen<br />
wir besser zum Zug.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Mitgliederservice</b><br />
Ein vielschichtiges Internet-Angebot wie das der IG-Metall hat natürlich auch eine vielschichtige Zielsetzung. Wenn man<br />
sie aber in einem Wort zusammenfassen müßte, dann hieße dieses Wort: &#8216;Mitgliederservice&#8217;. Regina Droge: &quot;Ganz klar, unser<br />
Stammpublikum sind und bleiben die Mitglieder und Aktiven, die sich im Internet über &#8216;ihre&#8217; IG-Metall informieren wollen.<br />
Und da sich die WWW-Seite aus den Beiträgen der Mitglieder finanziert, müssen deren Interessen auch besonders<br />
berücksichtigt werden.&quot; Die strategisch wichtigsten Elemente des Angebotes sind daher diejenigen, die genau auf die<br />
Informationsbedürfnisse bestimmter Mitgliedergruppen zugeschnitten sind und ihnen einen echten, medienspezifischem<br />
Zusatz-Nutzen bieten. Dazu zählt allen voran die interaktive<br />
<a href="http://www.igmetall.de/tarife/tarifdatenbank/index.html">Tarifdatenbank</a>, in der sich die Besucher über die sie betreffenden Einzelheiten<br />
tariflicher Regelungen informieren können. Solche Service-Angebote sollen nach den Vorstellungen von Regina Droge auch bei<br />
der strategischen Weiterentwicklung der Internet-Seiten eine Schlüsselrolle spielen: So könnte die Tarifdatenbank in<br />
Zukunft um einen passwort-geschützten Exklusivbereich erweitert werden, in dem Mitglieder über die allgemeinen Auskünfte<br />
hinaus auch Antworten zu ganz individuelle Fragen fänden. Regina Droge: &quot;Natürlich bleiben viele Informationen frei<br />
zugänglich, schließlich sollen alle sehen, was die IG Metall für die Arbeitnehmer erreicht. Aber wir brauchen<br />
mittelfristig auch mehr geschlossene Bereiche für die zahlenden Gewerkschaftsmitglieder. Die wollen zurecht mehr<br />
bekommen als die Nicht-Mitglieder.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch die medialen Eigenschaften einer Hypertext-Struktur werden vom Online-Angebot der IG-Metall genutzt, um den<br />
speziellen Bedürfnissen einer großen und vielfach unterteilten Mitgliederorganisation gerecht zu werden.<br />
Hypertexte bieten ideale Bedingungen, um die oft sehr unterschiedlichen Informationsinteressen aller unter dem Dach<br />
der Gewerkschaft organisierten Berufsgruppen zu bedienen. Regina Droge: &quot;Wenn eine Print-Mitgliederzeitung vier Seiten<br />
über die Probleme der Zahntechniker druckt, dann ist dieser kostspielige Platz für die große Mehrheit der Leser aus<br />
anderen Berufen uninteressant verwendet. Im Internet sind die Voraussetzungen anders: Wenn man einen Hypertext gut<br />
gliedert, dann kann man auch für die kleinsten Zielgruppen noch massenweise Spezial-Information anbieten, ohne daß das<br />
auf Kosten anderer Angebote geht und ohne daß sich jemand langweilen muß und das Gefühl hat, &quot;die sprechen ja mich nicht<br />
an&quot;. Der Platz ist unbegrenzt und jeder braucht ja schließlich nur das anzuklicken, was er wirklich sehen will.&quot; Für die<br />
interne Öffentlichkeitsarbeit der IG-Metall sind diese neuen Möglichkeiten enorm interes-sant, denn, so Droge: &quot;Auch<br />
kleine Gruppen von Mitgliedern und Betriebsräten können strategisch für die Gesamtorganisation äußerst wichtig sein.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die klare Service-Orientierung der IG-Metall-Seiten belegt auch ein Blick auf die Außenvernetzung des Angebotes: Die<br />
Verknüpfungen zu fremden Servern z.B. im <a href="http://www.igmetall.de/link_punkt_arbeit">Link-Punkt-Arbeit</a> dienen als vielfältiges<br />
Sprungbrett zu themenverwandten Informationen. Dabei werden in der Regel nicht nur die Front-Seiten der externen Angebote<br />
angesteuert, sondern die Surfer werden direkt zu den die für sie relevanten Verzweigungen in den Fremdangeboten<br />
verwiesen.  Regina Droge: &quot;Wir wollen Quali-tätslinks bieten, auch wenn das für uns einigen Arbeitsaufwand bedeutet.<br />
Unsere Mitglieder haben manchmal ganz spezifische Fragen, zu denen sie bei uns nichts finden. Da müssen wir sie doch<br />
zumindest dorthin führen, wo ihnen ge-hol-fen wird.&quot; Berührungsängste treten hinter diesem Servicegedanken offenbar<br />
in den Hintergrund: Vom IG-Metall-Server besteht beispielsweise eine direkte Verbindung zu den Seiten der<br />
Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants GmbH. &quot;Die sind mit uns ideologisch sicher nicht auf einer Linie,<br />
aber warum sollen unsere Leute nicht von den Bewerbungstips profitieren, die Kienbaum im Internet anbietet? Die<br />
Nutzer sehen eine solche ideologie-freie Verlinkung doch auch als einen Service der IG-Metall an, und so tut es auch<br />
gar nicht weh, sie aus dem Angebot zu entlassen: Sie gehen mit gutem Gefühl, und das ist wichtig.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonderen Wert legt die Online-Redaktion der IG-Metall auch auf die dialog-orientierten Elemente ihrer Seite. Ein<br />
elektronischer Briefkasten, ein Gästebuch, offene Foren, Streitfragen zu vorgegebenen Themen (zur Zeit Kosovo) sowie<br />
passwortgeschützte Diskussionszirkel für spezielle Zielgruppen: Hier werden alle Möglichkeiten des Mediums ausgeschöpft.<br />
Besonders die geschlossenen Angebote für Betriebsräte oder für die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter bestimmter<br />
Unternehmen (z.B. DEBIS) belegen dabei wiederum die strikte Orientierung an den Interessen der Mitglieder und<br />
Funktionsträger, an deren Wunsch nach paßgenauer Behandlung. Regina Droge erklärt: &quot;Die Diskussionen in den<br />
geschlossenen Foren sind ja nicht wirklich geheim. Diese Exklusivität hat natürlich auch etwas mit<br />
Community-Building zu tun, man äußert sich freier, strategische Diskussion ist möglich, ohne daß der<br />
Arbeitgeber zuhört, und nicht zuletzt dient ein exklusiver Zugang auch der &#8216;Adelung&#8217; bestimmter interner Zielgruppen.<br />
Wir bieten als IG-Metall eine technische Plattform, wo die sich selbst organisieren können und senden damit auch ein<br />
politi-sches Zeichen an diese Mitgliedergruppen.&quot; Eingehende E-Mails versucht die Online-Redaktion dem Medium<br />
entsprechend schnell &#8211; möglich binnen 24 Stunden &#8211; zu beantworten. Besonders löblich: Ein internes System zur<br />
Verfolgung der Mail-Korrespondenz stellt sicher, daß jede einzelne Kontaktaufnahme mit einer Antwort gewürdigt<br />
wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daß man die Ergebnisse der Online-Kommunikation an die internen tarifpolitischen Entscheidungsprozesse der Gewerkschaft<br />
ankoppeln könnte, das kann sich Regina Droge für die nahe Zukunft allerdings noch nicht vorstellen: &quot;Angesichts des noch<br />
geringen Anteils der Onliner unter den Mitgliedern wäre das nicht wünschenswert. Wichtig ist vielmehr, daß wir stets<br />
erreichbar sind für spontane Stimmungs-äußerungen aus dem Netz. Das ist zwar nicht immer repräsentativ, aber wir spielen<br />
mit diesen Möglichkeiten und zeigen uns offen. Das hilft uns, Mitglieder an uns zu binden und vielleicht sogar neue im<br />
Netz zu werben.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit ihrem Internet-Engagement beweist die IG-Metall eindrucksvoll, daß sich die klassische Arbeitnehmervertretung und<br />
technischer Fortschritt nicht beißen. Doch bei allem Enthusiasmus für ihr Online-Projekt bleibt Regina Droge in ihrer<br />
Gesamteinschätzung des Mediums realistisch: &quot;Auf absehbare Zeit können wir die traditionellen Informationskanäle<br />
lediglich ergänzen, aber keinesfalls ersetzen. Zu wenige unserer Mitglieder nutzen bislang das Internet. Viele der<br />
Arbeiter im Metallbereich gehören sicher zu der Bevölkerungsgruppe, die als letzte Online gehen wird.&quot;<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Surf-Tip:<br />
Ein für Politik-Digital-Leser interessantes Angebot auf den Seiten der IG-Metall ist das<br />
<a href="http://www.igmetall.de/branchen/it-magazin">IT-Magazin</a> mit<br />
Spezialinformationen zu den Entwicklungen in der Informations- und<br />
Kommunikationsbranche.</span></p>
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