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	<title>Ségolène Royal &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Ségolène Royal &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Präsident.com</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Das Internet und der französische Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.<!--break--></p>
<p class="normal">
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<p class="normal">
Blumengrüße sind nicht immer ein Zeichen von Freundschaft – das weiß der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen spätestens, seit sich vor seiner Wahlkampfzentrale urplötzlich ein Meer von Lilien ausbreitete.<br />
<br />
Schon bald versperrte es den Eingang zum modernen Kampagnenquartier und der Wahlkampf kam für einige Zeit zum Erliegen. Ein modernes Märchen? Nein – denn die „Blumenattacke“ hat tatsächlich stattgefunden: allerdings nicht vor der realen Wahlkampfzentrale des Front National, sondern in „Second Life“, der Online- Gemeinschaft mit weltweit immensen Zuwachsraten.
</p>
<p class="normal">
Auch in dieser komplexen dreidimensionalen Internet-Welt tobt also der Wahlkampf und überraschenderweise sind die Vorreiter dieser sehr modernen Form politischer Kommunikation einmal nicht Amerikaner, sondern Franzosen: Die „Présidentielles 2007“ wirken wie eine Wirklichkeits-Infusion für „Second Life“, das bislang eher den Ruf eines kollektiven Freizeitparks für fortgeschrittene Online-Nutzer hatte und vor allem Wirtschaftsunternehmen zur professionellen<br />
<br />
Präsentation im Zweitleben veranlasst hat. Neben dem Rechtspopulisten Le Pen führen natürlich auch andere Galionsfiguren des Wahlkampfs ein digitales Doppelleben.
</p>
<p class="normal">
Während sich das konservative Lager gerne auf der<br />
<a href="http://ilesarkozy.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ile Sarkozy“</a> trifft, der Sarkozy-Insel, haben sich andere Avatare – so heißen die Spielfiguren in „Second Life“ – zum umtriebigen „Comité 748“ verbündet und unterstützen die Kampagne der Sozialistin Ségolène<br />
<br />
Royal. Der Wahlkampf als Computerspiel? Internet- Kritiker werden in dieser Netzkampagne vielleicht nicht den Untergang des Abendlandes, aber doch eine nutzlose Spielerei erkennen wollen. Auch wenn die französische Sprachgemeinschaft in „Second Life“<br />
<br />
bisher nur geschätzte 150.000 Mitglieder zählt, so folgt das Engagement der Kandidaten einer gängigen Logik.
</p>
<p class="normal">
Der Einsatz innovativer Wahlkampfformate signalisiert Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien und erreicht vor allem jüngere, gut gebildete Wählerschichten, die als Multiplikatoren wirken können. Und noch ein dritter Grund spricht für das zweite Kandidatenleben: Die „alten“ Medien stürzen sich begierig auf die Ereignisse in der Online-Welt, da sie hier einen hohen Nachrichtenwert vermuten. Die Folge: Mit vergleichsweise geringen Mitteln erzielen die „Second Life“-Kampagnen nicht nur eine direkte Wirkung in der Wählerschaft, sondern durch medienübergreifende<br />
<br />
Verwertbarkeit auch Reichweiten.
</p>
<p>
<b>Blogosphäre als Resonanzraum</b>
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<p>
Kein gar so schlechtes Image mehr haben indes die zahlreichen Weblogs, die mittlerweile wie selbstverständlich zum Online-Wahlkampf zählen. Dieses populäre Format eignet sich ausgezeichnet, um die Dynamik und Vielschichtigkeit einer Wahlkampagne darzustellen.
</p>
<p>
So können die Kandidaten auf ihren Rundreisen durch das ganze Land bestens begleitet werden, durch die Feedback-Funktionen ist auch eine Diskussion mit dem Blog-Publikum möglich. Es entstehen dabei gute Möglichkeiten zur direkten Kommunikation mit der<br />
<br />
Wählerschaft, auch ein inhaltlicher Austausch über Themen des Wahlprogramms oder die Vor- und Nachbesprechung von Wahlkampfauftritten gehören dazu.
</p>
<p>
Dass Weblogs eine wesentliche Rolle im Rennen um die Amtsnachfolge von Jacques Chirac spielen würden, zeigte sich spätestens mit der Berufung des prominenten Blog-Unternehmers Loïc Le Meur in das Wahlkampfteam von Nicolas Sarkozy. Le Meurs Fachwissen soll nicht nur die besondere Qualität der<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sarkozy-Website</a><br />
<br />
garantieren, er ist zugleich ein Verbindungsstück in die so genannte Blogosphäre, eine Art Medienverbund, der durch die zahlreichen Querverweise und Diskussionen unter einzelnen Bloggern entsteht. Die vernetzte Kommunikation über mehrere Weblogs hinweg macht<br />
<br />
die besondere Attraktivität der Blogosphäre aus: Hier entsteht ein neues Mediennetzwerk, das in der Lage ist, bestimmte Themen und Diskussionen zu verstärken und aus der Online-Welt in die etablierten Massenmedien hineinzutragen. Folgerichtig integrieren nahezu alle<br />
<br />
Kandidaten Blog-Formate in ihre Kampagnen-Angebote:<br />
<a href="http://www.desirsdavenir.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ségolène Royal</a> hat eine Sonderseite für Jung- und Erstwähler entwickelt, der zentristische François Bayrou hat den Blog-Modus als bestimmendes Element für das Design seiner Kampagnenseite gewählt.
</p>
<p>
Der Kampagnenjahrgang 2007 steht auch im Zeichen der visuellen Online-Kommunikation, motiviert durch den großen Erfolg von Fotodatenbanken und Video-Plattformen wie YouTube. Unter dem Etikett<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/video/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„NS TV“</a> präsentiert Nicolas Sarkozy seine Version eines<br />
<br />
Personality-Kanals, der nicht nur aktuelle Berichte vom Tage liefert, sondern auch sehr differenziert Themen des Wahlprogramms aufbereitet und strategisch in die Kampagne eingebunden ist: etwa mit „décryptages“ – kritischen Entschlüsselungen – der Wahlversprechen von Ségolène Royal. Auch François Bayrou bietet ein<br />
<br />
ähnlich verzweigtes Web-TV an, während Ségolène Royal vornehmlich auf Unterstützer-Videos nach US-amerikanischem Muster setzt.
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<p>
<b>Online-Aktionen prägen Offline-Aktionen</b>
</p>
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Doch die „netcampagne“ ist keineswegs nur ein Kommunikations-<br />
<br />
oder Medienphänomen, denn die zahlreichen Online-Aktivitäten wirken sich auch auf die reale Wahlkampforganisation aus. Sichtbar wird dies auf den persönlichen Kandidatenwebsites: Hier werden die Nutzer mit so genannten Vorlaufseiten empfangen, die eine direkte Registrierungsmöglichkeit zur Mitwirkung an der Kampagne bieten – erst dann geht es weiter zum eigentlichen Wahlkampfportal. Viel stärker als bei der realen Wahlkampforganisation werden im<br />
<br />
Internet auch Freiwillige in die politische Werbearbeit eingebunden, die sich nicht durch formelle Mitgliedschaften an Kandidaten oder Partei binden wollen.
</p>
<p>
Dabei zeigt sich im Vergleich, dass der Wahlkampf von Royal am stärksten auf die Möglichkeiten des Internets setzt und am besten die Idee einer „Architektur der Partizipation“ aufgreift, die für viele Anwendungen des Web 2.0 charakteristisch ist. Die Beteiligung einzelner Internet-Nutzer, die im Wahlkampf immer auch als Bürger angesprochen werden, spiegelt sich nicht nur in der Community-Orientierung der zahlreichen Royal-Plattformen im Netz wider. Auch die Entstehung ihres Wahlprogramms verfuhr nach den Regeln jener offenen Produktionsstruktur, die man mit dem Begriff „open<br />
<br />
source“ belegt hat. Die Kandidatin holte sich in einem kontroversen Diskussionsprozess mit Parteibasis und Wählerschaft einen thematischen Input, der erst spät in ein programmatisches Papier umgeformt wurde.
</p>
<p>
Man darf gespannt sein, welche Impulse aus Frankreich im US-amerikanischen Wahlkampf 2008 aufgegriffen werden. Die Blogosphäre ist dort längst in den politischen Diskurs integriert. Das Modell einer offenen Kampagne, die im Dialog mit Basis und Bürgern wesentliche Themen erörtert, lässt sich gut in den traditionell<br />
<br />
langen Auswahlprozess der „primaries“, der Umfragen vor der Ernennung der Kandidaten, übertragen.
</p>
<p>
Die systematische Aufbereitung von Internet-Videos als „Kandidatenfernsehen“ wird den Politberatern in Washington nicht entgangen sein – schon deshalb, weil der Fernsehwahlkampf durch den Ankauf von Sendezeiten ein immenser Kostenfaktor ist. Und „Second Life“ wird vielleicht schon als Austragungsort eines der<br />
<br />
TV-Duelle genutzt werden. Es ist anzunehmen, dass das Internet in Frankreich in der kurzen Zeit zwischen den beiden Urnengängen<br />
<br />
den nächsten Boom erleben wird: Dann gilt es, sich Unterstützung aus den Lagern der unterlegenen Kandidaten zu sichern. Im ersten wie im zweiten Leben.
</p>
<p>
<b>Der Artikel erschien ursprünglich am 23. April im arte Magazin. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autoren und arte TV.</b>
</p>
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		<title>Wahlkampf mit anderen Mitteln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Loïc le Meur]]></category>
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					<description><![CDATA[(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Wenn die Politik im Internet auftritt, dann meistens nur in Form von Nachrichten über Politik oder so genannten eGovernment-Angeboten seitens der Politik an die Bürger. Mit der Bundestagswahl 2005 bot sich die Gelegenheit, auch in Deutschland das Internet als demokratisches Kommunikationsmedium zu verwenden. Allerdings offenbarte sich im deutschen Wahlkampf auch eine gewisse Ambivalenz: Internetangebote wie Ich-gehe-nicht-hin.de konnten den partizipatorischen Ansatz verwirklichen. Bei den meisten Wahlblogs hingegen kam es nicht zu einem demokratischen Diskurs. Genau dies will aber Nicolas Sarkozy, einer der heißesten Anwärter auf das französische Präsidentenamt. Im Internet will der umstrittene Innenminister das junge Frankreich erreichen und seine Politik dort verteidigen. Eine breit angelegte Kampagne hat Sarkozy angekündigt, als er als erster hochrangiger Politiker des Landes für ein Podcast-Interview dem bekannten Blogger Loïc Le Meur<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/files/sarkozypodcast.m4v" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede und Antwort</a> stand. Angeblich plant die Partei Sarkozys, die UMP, für die Präsidentschaftswahl ein webTV, das über Handys zu empfangen sein soll, wie das „Forum e-democratie“ Anfang Januar<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=551" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>. Doch ist das, was Sarkozy und die UMP ankündigen, wirklich ein Meinungsaustausch oder lediglich die Fortführung des Wahlkampfes mit anderen Mitteln?</p>
<p>Nun besticht das Internet als eine Plattform des politisch-medialen Guerillakampfes gegen alle Bestrebungen, Meinungen dominieren zu wollen. Allein die Vielfalt des professionellen Journalismus im Internet hat zugenommen. Kritische, kommunikative Menschen machen ihrerseits Gebrauch von den Chancen, die das Netz bietet, und hinterfragen die etablierten Medien und die Politik. Wenn Frankreich jetzt schon mobil macht, dann hängt das maßgeblich mit der Person Sarkozys zusammen. Nicht wenige Webseiten karikieren den Konservativen und auch dezidiert anti-Sarko-Seiten kämpfen gegen den Politiker (<br />
                            <a href="http://sarkostique.over-blog.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sarkostique.over-blog.com</a>,<br />
                            <a href="http://www.mjscentre.free.fr/serendipity/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mjscentre.free.fr</a>). Diese Seiten kommen nicht nur von den Jungen Sozialisten, sondern auch von Parteiunabhängigen. Gerade letztere tragen dazu bei, dass der demokratische Diskurs im Netz stattfindet. Wenn Sarkozy davon spricht, dass er sich wünscht, die Seite der UMP werde eine Plattform, wo die Gesellschaft ihre Debatten führe, dann stellt sich die Frage, ob eine solche Zentralisierung selbst im zentralistischen Frankreich möglich sein wird. Denn die Debatten werden an verschiedenen Stellen geführt und es ist zu vermuten, dass sie sich immer weiter von den Parteien entfernen. Dass solche Annahmen nicht aus der Luft gegriffen sind, belegen<br />
                            <a href="http://abstention2007.over-blog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogosphäre</a> und unabhängige Webseites wie<br />
                            <br />
                            <a href="http://presidentiables.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentiables.org</a>. Letztere bieten Informationen zu früheren Wahlen, den möglichen Kandidaten, das komplizierte Prozedere, aber auch die Möglichkeit, für den eigenen Kandidaten zu votieren oder aber sogar Informationen dazu, wie man einen eigenen Kandidaten bewerben kann. (<br />
                            <a href="http://francepolitique.free.fr/presidentielle2007.htm%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">francepolitique.free.fr</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielles-2007.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielles-2007.org</a>) Es gibt sogar eine französische Variante des<br />
                            <a href="http://www.phrasinator.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phrasinators</a> unter<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net/generateur-de-langue-de-bois.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>. Dass dieser Générateur aus der politischen Kaderschmiede Frankreichs, der<br />
                            <a href="http://www.ena.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecole Normale d&#8217;Administration</a> stammt macht das Ganze umso interessanter.</p>
<p>
                              <strong>Frankreich im Bloggerfieber</strong>
                            </p>
<p>Die Tageszeitung „Le Monde“<br />
                            <a href="http://www.lemonde.fr/web/recherche_breve/1,13-0,37-928947,0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a> am 4. Januar, dass bereits jeder zehnte Franzose über einen eigenes Weblog verfüge. Besonders in den letzten Monaten hat die Zahl der Blogger rapide zugenommen Jüngstes Kind dieser Entwicklung ist die neue Zeitschrift „Netizen“ (www.netizen.fr), die von Journalisten und Bloggern gegründet worden ist, um auch bei denen, die mit der Blogosphäre noch nicht vertraut sind, und ihnen so den Einstieg zu erleichtern. Die Gründung der Zeitschrift hängt direkt mit den Präsidentschaftswahlen 2007 zusammen. Wie ernst die Parteien das Medium Blog nehmen, wird an dem Bloggerstar Loïc Le Meur deutlich, der am 31. Januar in seinem Blog vermerkte, dass die UMP seinen Namen ihrer<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/2006/01/lump_a_achet_mo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenseite</a> hinzugefügt hat, um bei Google an erster Stelle zu erscheinen. Loïc fragt weiter, ob nun der Googlekrieg um ihn ausbrechen werde? Der Eintrag erhielt noch am selben Tag 38 Kommentare. Sogar die Statistiker haben Blogs als Medium entdeckt, um den „Medienlärm“ zu messen, den ausgewählte Politiker verursachen. Das Projekt des Technischen Universität Compiègne bietet ein Barometer an, das zählt, wie oft bestimmte Politiker in Internetmeldungen, Blogeinträgen und Newsgroup-Beiträgen erwähnt werden und das Ergebnis<br />
                            <a href="http://www.utc.fr/rtgi/op2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">graphisch darstellt</a>. Wie die eigenständige Vernetzung ohne parteipolitische Mediation erfolgt, macht der aktive Blog von<br />
                            <a href="http://blog.netpolitique.net/index.php/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netpolitique.net</a> deutlich, der seinen Besuchern das Barometer der TU Compiègne sofort weiterempfohlen hat.</p>
<p>Es spricht wohl für das politische Gespür Sarkozys, dass er als erster Politiker ein eigenes Weblog hatte. Seine Konkurrenten mussten nachziehen, so z. B. der Ministerpräsident Dominique de Villepin, der ebenfalls Interesse am Präsidentenamt angekündigt hat. Noch auf sich warten lässt Sarkozys schärfste Widersacherin, Ségolène Royal von der Parti Socialiste (PS). Dafür gibt es aber bereits einige Blogs, die sie zum Teil wie einen Popstar verehren. Das wiederum passt ins Bild. Ségolène Royal ist keine Unbekannte in der französischen Politik. Als Umwelt-, später Schul- und Familienministerin unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Lionel Jospin hatte sie bereits für Furore gesorgt und sich immer wieder gekonnt medial in Szene gesetzt. Selbst in Deutschland informierten vor kurzem die<br />
                            <a href="http://www.sueddeutsche.de/sz/2006-01-27/seitedrei/artikel/HMG-2006-01-27-003-JQlfm4dZcmQGoXsetGLyIg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche</a> und die<br />
                            <a href="http://www.europolitan.de/cms/?aid=1187&amp;tid=0&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europolitan</a> mit größeren Porträts über die beliebte Sozialistin. Leider müssen beide Artikel für eine vollständige Einsicht bezahlt werden.) Die Frau mit der eisernen Sanftmut, wie die Süddeutsche schreibt, steht zwar bei den Franzosen (vgl. die Umfragen des<br />
                            <a href="http://www.csa-fr.com/dataset/data2006/opi20060118e.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinungsforschungsinstitut CSA</a> und besonders im Internet hoch im Kurs. Doch der eigenen Partei ist die eigensinnige Politikerin ungeheuer, wenn nicht gar gefährlich, weil sich außer ihr Lionel Jospin, Laurent Fabius und der eigene Lebensgefährte, auch derChef der PS, François Hollande sich Hoffnungen auf das höchste Staatsamt machen, für die PS zu kandidieren.</p>
<p>
                              <strong>Das „Pronetariat“</strong>
                            </p>
<p>Obwohl der Wahlkampf noch nicht eröffnet ist und viele Partei längst noch nicht medial mit der UMP im Internet mithalten können, lässt sich bereits jetzt erkennen, dass die anstehende Wahl viele Debatten im Netz provozieren wird. Wird es aber zu dem vielbeschworenen politischen Internetdiskurs kommen und wird er einen anderen Einfluss auf die Wahl haben als die Massenmedien?</p>
<p>Ginge es nach Joël de Rosnay, Docteur dès Sciences und Spiritus Rector der Website<br />
                            <a href="http://www.pronetariat.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pronetariat.com</a>, dann können und werden sich die Internetnutzer mittels der Medien der Massen den Massenmedien entgegenstellen und selbständig Öffentlichkeit herstellen, statt sie noch länger nur zu konsumieren. De Rosnay hat seinem Blog den Aufruf vorangestellt: „Eine neue Demokratie ist im Werden begriffen, erfunden dank der neuen Technologien bzw. der Medien der Massen (Internet, Blogs, SMS, chats&#8230;) durch die Bürger der Welt. Nun aber verstehen weder die traditionellen Medien noch die Politiker wirklich, was auf dem Spiel steht“. Die neuen Akteure werden seiner Meinung nach die „Pro-Net-arier“ sein, jene also, die im Netz aktiv sind. De Rosnay will hier bewusst einen Bezug zum berühmten Proletariat herstellen. Seine Vorstellungen gehen weiter als die der meisten Seiten (vgl.<br />
                            <a href="http://www.sciencepolitique.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sciencepolitique.net</a> oder<br />
                            <a href="http://www.refairelafrance.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">refairelafrance.org</a>), aber sie zeigen an, was möglich ist, wenn Blogbegeisterung und der Wunsch nach Kommunikation mit politischen Intentionen verbunden wird. Fraglich ist allerdings, ob die politische Partizipation per Internet schon während der nächsten anderthalb Jahre so weit zunehmen wird. Noch sind es einzelne wie der Bürgermeister von Issy les Moulineaux, oder der Abgeordnete André Santini, die sich für die eDemokratie im Sinne einer neuen Demokratie<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=541" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einsetzen</a>. Dies kann sich aber ändern, vor allem wenn so polarisierende Politiker wie Nicolas Sarkozy versuchen, im Internet auf die Meinungsbildung Einfluss zu nehmen.</p>
<p>
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