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	<title>Silicon Valley &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Silicon Valley &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wie Plattformen Politik machen: USA und Deutschland im Vergleich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2017 11:12:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor allem Facebook, aber auch Google und Twitter stehen unter dem Druck der Politik: Welche Rolle haben ihre Dienste bei [&#8230;]]]></description>
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<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-153836" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Angela_Merkel_and_Donald_Trump_in_the_Oval_Office_March_2017_2_640x303-630x298.jpg" alt="Merkel visiting Trump, by White House, Public Domain Mark." width="630" height="298" />Vor allem Facebook, aber auch Google und Twitter stehen unter dem Druck der Politik: Welche Rolle haben ihre Dienste bei der Wahl von Donald Trump gespielt? Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Auch Protagonisten russischer Provenienz haben die Plattformen dazu genutzt, um durch Falschmeldungen die öffentliche Meinung zu manipulieren. Im Fokus steht dabei die direkte Adressierung von Nutzern durch Anzeigen mit politisch relevanten Inhalten. Wie und in welchem Umfang die Unternehmen diese Einflussnahme ermöglicht haben, dazu mussten Vertreter der Firmen bei parlamentarischen Anhörungen aussagen.</p>
<h3>Citizen Zuckerberg</h3>
<p>Facebook hatte schon vor den Hearings bestätigt, dass solche Anzeigen platziert wurden und Twitter bereits publik gemacht, dass für die russische Regierung tätige Medien wie <a href="https://www.rt.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Russia Today</a> und <a href="https://sputniknews.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sputnik</a> seit 2011 global Werbung für 1,9 Millionen $ <a href="https://blog.twitter.com/official/en_us/topics/company/2017/Announcement-RT-and-Sputnik-Advertising.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschaltet haben</a>. Diese Summe will das Unternehmen nun für Forschung über zivilgesellschaftliches Engagement auf der Plattform einerseits und ihre manipulative Nutzung andererseits spenden.</p>
<p>Gründer und Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg hat sich hingegen in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und Schritte angekündigt, &#8220;<a href="https://www.facebook.com/zuck/videos/10104052858820231/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um die Integrität des demokratischen Prozesses zu schützen</a>&#8220;. So die Diktion des mächtigen Medienunternehmers, der eine verlegerische Verantwortung für Inhalte doch kategorisch ausschließt. Die New York Times resümiert die Aktivitäten mit Blick auf eigens angeheuerte PR-Berater und ganzseitige Zeitungsanzeigen so: Facebooks Hauptquartier sei seit Monaten im Krisen-Modus, um den Image-Schaden <a href="https://www.nytimes.com/2017/10/29/business/facebook-misinformation-abroad.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einzudämmen</a>.</p>
<p>Freilich geht es dabei nicht nur um das öffentliche Ansehen des Social Network. Vielmehr versuchen die Strategen aus dem Silicon Valley eine weitergehende staatliche Regulierung ihrer Geschäftsmodelle zu verhindern. Denn inzwischen haben drei Senatoren eine Gesetzesinitiative ergriffen und den „<a href="https://assets.documentcloud.org/documents/4113308/Honest-Ads-Act.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Honest Ads Act</a>“ für mehr Transparenz bei der politischen Online-Werbung auf den Weg gebracht: Es soll in Zukunft nachvollziehbar sein, wer inhaltlich und finanziell für die Veröffentlichung einer Polit-Anzeige verantwortlich ist.</p>
<p>Dieser Forderung sind Facebook und Twitter bereits mit Ankündigungen<a href="https://blog.twitter.com/official/en_us/topics/product/2017/New-Transparency-For-Ads-on-Twitter.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zuvorgekommen.</a> Sie beinhalten die Kennzeichnung und Offenlegung der Anzeigen, die von einem Akteur geschaltet werden. Die betreffenden Inhalte werden dann in einem öffentlich zugänglichen Archiv vorgehalten. Darüber hinaus sollen verausgabte Summen und erreichte Zielgruppen genannt werden. Facebook stellt sogar in Aussicht, diejenigen Inserenten politisch relevanter Inhalte, die sich nicht als solche zu erkennen geben, durch Maßnahmen des maschinellen Lernens automatisch<a href="https://newsroom.fb.com/news/2017/10/update-on-our-advertising-transparency-and-authenticity-efforts/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zu identifizieren</a>.</p>
<h3>Dark Posts und Silicon Valley Embeds</h3>
<p>Damit wird nicht nur auf die aktuelle Diskussion um eine auswärtige Intervention reagiert. Bereits während des US-Wahlkampfs wurde kritisiert, dass insbesondere die Trump-Kampagne bei Facebook unzählige Varianten von Anzeigen für die unterschiedlichsten Zielgruppen lanciert hat. Diese sogenannten „Dark Posts“ sind nicht auf der für alle zugänglichen Präsenz von Donald Trump bei Facebook sichtbar gewesen, sondern wurden nur im News Feed von jeweils für relevant erachteten Nutzersegmenten ausgespielt. Insofern konnten sich Beobachter keinen Überblick über die Gesamtheit der getätigten Aussagen verschaffen, um beispielsweise Inkonsistenzen oder schmutzige Varianten von Wahlwerbung zu entdecken.</p>
<p>Die angekündigten Maßnahmen sind zwar weitgehend, doch sie adressieren nur einen Aspekt der Problematik, die mit der durch die Plattformen konstituierten politischen Öffentlichkeit verbunden ist. Eine aktuelle Studie von <a href="https://twitter.com/kreissdaniel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Daniel Kreiss</a> und <a href="https://twitter.com/shannimcg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shannon McGregor</a> enthüllt nämlich das immense Ausmaß, mit dem “<a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10584609.2017.1364814" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technology Firms Shape Political Communication</a>”. Die Kommunikationswissenschaftler zeigen, wie eng Facebook und Twitter, aber auch Google (und Microsoft) mit den Wettbewerbern zusammengearbeitet haben.</p>
<p>Die Technologie-Firmen haben mit eigens dafür abgestelltem Personal den Politikern, die ihre Dienste nutzen wollten, aktiv unter die Arme gegriffen. Sie stellten ihre Instrumente vor und machten Vorschläge zu deren Einsatz. Dies gilt vor allem für die Identifizierung und Adressierung relevanter Zielgruppen durch Anzeigen, von denen die Plattformen am ehesten finanziell profitieren. Insofern wurden nicht nur die Digital-Strategien der kollaborierenden Kandidaten direkt beeinflusst.</p>
<p>Gerade die Kampagne von Donald Trump hat davon profitiert, insofern sie mit minimalem Personaleinsatz operierte. Dieses Defizit gegenüber der personell aufwändig aufgestellten Organisation von Hillary Clinton konnte also durch die Kompetenz aus dem Silicon Valley kompensiert werden.</p>
<h3>Plattformen: Der Blick nach Deutschland?</h3>
<p>In den USA stehen Facebook, Google und Twitter unter politischem Druck, weil sie Anzeigen von Akteuren aus Russland mit manipulativen Inhalten publiziert haben. Der US-Kongress untersucht derzeit die Rolle, die die Gatekeeper der Online-Öffentlichkeit im Präsidentschaftswahlkampf gespielt haben. Gibt es vergleichbare Erkenntnis für die Rolle der Technologie-Firmen beim Bundestagswahlkampf?</p>
<p>„<a href="https://www.fes.de/de/medienpolitik/artikelseite/die-macht-der-informationsintermediaere/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Macht der Informationsintermediäre</a>“ ist zwar auch in der deutschen Debatte ein Thema und ein Forschungsnetzwerk des <a href="https://www.hans-bredow-institut.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Bredow-Instituts</a> widmet sich sogar den <a href="https://aps.hans-bredow-institut.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmed Public Spheres</a>. Doch die politische Kommunikationsforschung in Deutschland überlässt das Thema eher dem Datenjournalismus oder einer ebenfalls quantifizierenden <a href="http://politicaldatascience.blogspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Political Data Science</a>.</p>
<p>Demgegenüber bewegen sich die Autoren der US-Studie über den direkten Einfluss großer Digital-Unternehmen auf die datenbasierte <a href="http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10584609.2017.1364814" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenführung</a> in der Tradition der qualitativen Sozialforschung. Sie haben sich in das Feld begeben, in dem die Kontakte zwischen Technologie-Firmen sowie politischen Kandidaten und Kampagnen in den USA angebahnt werden. Dort präsentieren die Firmen ihre Dienstleistungen und Produkte auf den Parteitagen der Kontrahenten. Mit dem betreffenden Personal wurden dann Interviews geführt, die Ausmaß und Inhalt der Kollaborationen zu Tage förderten.</p>
<h3>Digitale Doppelgänger</h3>
<p>Anhaltspunkte für ähnlich enge Kooperationen gibt es auch in Deutschland. Ende September berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Online-Wahlkampf der Alternative für Deutschland: „<a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-09-29/the-german-far-right-finds-friends-through-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The German Far Right Finds Friends Through Facebook</a>“. Die AfD habe die auch für rechtspopulistische Parteien und Kandidaten in anderen Ländern tätige US-Agentur <a href="https://www.harrismediallc.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harris Media</a> angeheuert. Deren Vertreter habe bei seinem Deutschland-Aufenthalt direkt Facebooks Berliner Dependance aufgesucht, um eine Arbeitsbeziehung zur Anzeigenabteilung zu etablieren.</p>
<p>In den Fokus sei dabei das von Facebook angebotene Marketing-Instrument der <a href="https://www.facebook.com/business/help/www/164749007013531" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lookalike Audiences</a> geraten: Ausgehend von bekannten Angaben zu den Abonnenten der AfD-Präsenz bei Facebook wurde eine gleich große Gruppe mit ähnlichen Eigenschaften aus der Gesamtheit der deutschen Nutzer gebildet, die dann für Werbemaßnahmen der Partei ins Visier genommen wurde.</p>
<p>Abgesehen von dieser Episode haben sich die Plattformen allen Parteien als relevanter Partner für die Kommunikation mit der Wählerschaft angedient. Instrument dieser Annäherung waren vor allem Informationsangebote über die politischen Positionen von Kandidierenden und Parteien. Diese Formate wurden den Nutzern von <a href="https://de.newsroom.fb.com/news/2017/09/informationshub/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook </a>und <a href="https://germany.googleblog.com/2017/08/euer-digitaler-werkzeugkasten-zur-btw17.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google </a>bei algorithmisch passender Gelegenheit prominent angezeigt. Die Angaben zu Personen und Positionen konnten die betreffenden Akteure dabei selbst verfassen.</p>
<p>Vielleicht lässt sich diese Praxis am ehesten als freiwilliges Äquivalent zur kostenfrei ausgestrahlten Wahlwerbung im Rundfunk verstehen. Eine Parallele zum TV-Duell drängt sich darüber hinaus bei einem weiteren Angebot auf: YouTube veranstaltete zunächst mit Angela Merkel und später mit Herausforderer Martin Schulz für Internet-Verhältnisse epische <a href="http://www.netzpiloten.de/youtuber-kanal-wahlhelfer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einzelinterviews</a>. Bei diesem kamen diverse YouTube-Influencer zum Einsatz, die die beiden Kandidaten im firmeneigenen Berliner YouTube-Space befragten.</p>
<p>Dazu gab es im Gegensatz zu dem von der Kanzlerin in ein ihr genehmes Format verhandelten TV-Duell redaktionelle Einspieler und sogar Wortmeldungen von Zuschauern der beiden Livestreams, die von Google und YouTube auf der jeweiligen Startseite beworben wurden. Auch wenn auf diesem Weg noch keine enorme Reichweite erzielt wurde, dürfte den Kommunikationsstrategen in den Parteizentralen doch klar geworden sein, welcher Kanal in Zukunft den Draht zu Erstwählern herzustellen vermag.</p>
<p>Titelbild: Angela Merkel and Donald Trump in the Oval Office, March 2017, by White House, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Public Domain Mark 1.0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Silicon Country Deutschland?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Donat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2016 10:45:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die SZ-Redakteure Ulrich Schäfer und Marc Beise haben mit ihrem Buch „Deutschland digital“ einen lesenswerten Beitrag zur Digitalisierungsdebatte beigetragen. Gestern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_DeutschlandDigital.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150349" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbild_DeutschlandDigital.jpg" alt="Buch-Cover: Deutschland digital" width="640" height="367" /></a>Die SZ-Redakteure Ulrich Schäfer und Marc Beise haben mit ihrem Buch „Deutschland digital“ einen lesenswerten Beitrag zur Digitalisierungsdebatte beigetragen. Gestern wurde es in der Factory Berlin vorgestellt. Anschließend debattierten Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Kernaussagen der frischen Publikation.</p>
<p><em> „Nirgends erlebt der Bürger den Staat so unmittelbar und handgreiflich wie auf dem Amt. Und genau so ist der Behördenalltag in Deutschland: hoffnungslos von gestern. Formulare, Formulare, Formulare, analoge Registratur, undurchsichtige Kompetenzen, knappe Öffnungszeiten, lange Schlangen: Für manchen Digital Native ist es ein negatives Entwicklungsszenario, wenn er mit 16 oder 18 das erste Mal mit dieser Welt konfrontiert wird, von der er gar nicht ahnte, dass es sie überhaupt noch gibt.“ </em>(Auszug: 228)</p>
<p>Die bildliche Schreibkraft der beiden Autoren Ulrich Schäfer und Marc Beise, Wirtschaftsredakteure der Süddeutschen Zeitung in München, prägt das komplexe Thema der Digitalisierung in ihrem Werk „Deutschland digital. Unsere Antwort auf das Silicon Valley“. Nicht nur die angestrebte Digitalisierung der Verwaltung, sondern auch die des Gesundheitssektors, der Politik und Wirtschaft sowie das Internet der Dinge porträtieren die beiden Autoren umfassend.</p>
<p>9.131,54 km trennen das Silicon Valley von der deutschen Hauptstadt in Luftlinie. Viele befürchten, dass die technische Entfernung der beiden Orte noch viel größer ist. Aus dem Grund haben sich die Buchautoren auf die Reise in das digitale Tal Amerikas gemacht, um herauszufinden, ob unsere Angst, in baldiger Zeit vom Silicon Valley wirtschaftlich und technisch verschlungen zu werden, berechtigt ist. Das Ergebnis: Die erste Runde der Digitalisierung haben wir verschlafen. Aber in der zweiten Runde haben wir die Chance aufzuwachen und mitzumischen &#8211; „vielleicht sogar ganz vorne“, so die Autoren.</p>
<h3>Silicon Country statt Silicon Valley: Produktion, Präzision, Perfektion</h3>
<p>Durch vielseitige Beispiele und Interviews im Silicon Valley und Deutschland zeigen die Herausgeber, dass auf der einen Seite der Technologievorsprung Amerikas existiert, aber andererseits die Stärken Deutschlands in Sachen Produktion, Präzision und Perfektion oft in Vergessenheit geraten. Die verschiedenen Kapitel zum „Angriff aus dem Silicon Valley“ und der möglichen Chancen Deutschlands in Form einer digitalen Transformation finden ihren Abschluss in einer Art Rat gebenden Wirtschaftsbibel – dem „Zwölf-Punkte-Plan“. Dieser Plan der Autoren lehrt uns u. a., auch mal Bewährtes infrage zu stellen, die digitale Bildung in Angriff zu nehmen sowie New und Old Economy miteinander zu kombinieren, während wirtschaftliche Innovationsstandpunkte innerhalb Deutschlands dezentral verteilt werden sollten. Heißt: Silicon Country statt Silicon Valley. Auch plädieren die Autoren für Werte und Regelungen, die es im Silicon Valley bereits gibt und in Deutschland bislang ausbleiben: schnelles Giga-Netz, finanzielle Privatinvestoren, kreatives Storytelling und inspirierende Vorbilder im Start-up-Bereich sowie unternehmerisches Denken.</p>
<p>Einen gefährlichen Allmachtsanspruch beobachteten Schäfer und Beise auf ihrer Reise in das Silicon Valley vor knapp anderthalb Jahren. Während das pulsierende Arbeitsleben am bedeutendsten IT-Standort der Welt sich selbst feiern lässt, habe Deutschland nun die Möglichkeit, seine bereits vorhandenen Stärken zu digitalisieren. Denn: Geschwindigkeit sei nicht alles, betonen die Autoren in ihrem Buch: „Tempo ist auch in der digitalen Welt nicht der entscheidende Maßstab.“ Neue Werte – wie Freiheit der MitarbeiterInnen, Kreativität und flache Hierarchien – sollen mit traditionellen deutschen Qualitäten Synergieeffekte erzielen: traditionelle Produktion trifft auf innovative Kreation. Hinzu komme dabei aber auch die in Amerika stärker beobachtbare Disruption, das unvermittelte Entstehen von etwas wirtschaftlich Neuem durch die Zerstörung der Konkurrenz: „Die digitalen Disrupter gehen dabei wie hungrige Wölfe vor“, heißt es im Buch. Die digitale Zukunft Deutschlands bleibt offen. „Tradition und Disruption“ lautet die Zauberformel der Autoren, durch die Deutschland auch selbst zum internationalen Angreifer in Sachen digitale Fabrik, Internet of Everything und Künstliche Intelligenz werden kann.</p>
<h3>Auf der Buchpremiere: Digitale Standpunkte zu Politik- und Kulturwandel</h3>
<figure id="attachment_150351" aria-describedby="caption-attachment-150351" style="width: 640px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/20160928_115440.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-150351" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/20160928_115440.jpg" alt="Im Panel v.l.n.r.: Moderatorin Inga Michler (Die Welt), SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi), Valentin Stalf (CEO N26), Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group), Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin), Ulrich Schäfer (Buchautor/Süddeutsche Zeitung)" width="640" height="312" /></a><figcaption id="caption-attachment-150351" class="wp-caption-text">Im Panel v.l.n.r.: Moderatorin Inga Michler (Die Welt), SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi), Valentin Stalf (CEO N26), Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group), Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin), Ulrich Schäfer (Buchautor/Süddeutsche Zeitung)</figcaption></figure>
<p>Deutschland als möglicher Gewinner und globaler Akteur – so sahen auch die Panelisten der Buchpremiere weitestgehend die, zumindest theoretisch, mögliche Zukunftsprognose Deutschlands. Vor der Diskussion positionierten sich die Autoren klar zur Digitalisierung im Allgemeinen: „Eigentlich sehen wir mehr Chancen als Risiken“, so Schäfer. Neben den bisher genannten Inhalten des Buches beschäftigte das durchgehend männliche Panel aber vor allem auch der Wunsch nach einer digitalen Regierung und nach einem Kulturwandel. Für letzteres sprach sich vor allem SPD-Staatssekretär Matthias Machnig (BMWi) aus, der noch schnell in Vertretung für Sigmar Gabriel anreiste. Machnig ist sich sicher: „Ein Kulturwandel ist in der Tat notwendig.“ Dieser Wandel sei nicht nur politisch zu verstehen, es sei auch mehr Mut für Fusionen mit Start-ups und hinsichtlich der großen Datenschutz-Debatte notwendig, so Machnig. Einen Nerv hatte der Staatssekretär damit besonders bei Udo Schloemer (CEO / Founder Factory Berlin) getroffen, der die Forderung nach einem Kulturwandel nun schon seit Jahren hört und Machnig eine Hausaufgabe mit auf den Weg gab: „Dann schaffen sie doch endlich mal eine neue Kultur.“</p>
<p>Große Kontroversen wurden in der Podiums-Diskussion nicht ausgetragen, stattdessen erklärten die Panelisten fast einträchtig nacheinander ihre digitalen Standpunkte. Auch die Frage nach einer politisch-operativen Handhabung der Digitalisierung stieß weitestgehend auf Konsens: Nicht ein digitaler Minister sei die Lösung, sondern ganze viele davon bzw. gleich eine gesamte digitale Regierung. So pflichtete auch Maximilian Viessmann (Chief Digital Officer der Viessmann Group) bei, dass ein Ministerium als Multiplikator dienen sollte. Machnig plädierte dabei – halb ernst, halb scherzhaft – für den Vorschlag einer „heiligen Vierfaltigkeit der Digitalminister“ zwischen den Bereichen Inneres, Sicherheit, Forschung und Wirtschaft. Wer dabei seiner Meinung nach die Führungsposition einnehmen könnte, liege auf der Hand, entgegnete Moderatorin Inga Michler süffisant. Das Wirtschafts-Panel sprach sich, abgesehen von kleinen Unstimmigkeiten, für die Vorteile und Potenziale Deutschlands als zukünftiges Silicon Country aus.</p>
<h3>Zurück zum Buch: Wie sieht es eigentlich mit der Digitalisierung der Gesellschaft aus?</h3>
<p>Durch zahlreiche szenische Einstiege sowie eine bildliche und verständliche Sprache gelingt es Beise und Schäfer, den LeserInnen einen unübersichtlichen Themenkomplex, anhand zahlreicher Geschichten großer und kleiner Unternehmen, in Form eines Puzzle-Stils näherzubringen. Jede einzelne Geschichte, jedes Interview und jede Idee, die im Buch porträtiert wird, erweitert das große Gesamtbild ein kleines Stück mehr. Eine gelungene sprachliche und journalistische Leistung: Unterhaltung trifft auf inhaltlichen Mehrwert. Auch wenn soziale Komponenten der Digitalisierung anfangs im Buch als eine Stärke Deutschlands skizziert werden, sucht man diese Facetten in ihrer notwendigen Ausführlichkeit jedoch vergebens. So ist leicht ersichtlich, aus welchem Ressort der Süddeutschen Zeitung beide Autoren stammen: Die wirtschaftliche Akzentuierung hat an den meisten Stellen ihre Berechtigung durch die thematische Verankerung selbst, jedoch liegt sie hin und wieder etwas fern von einer inter- bis transdisziplinären Denk- und Schreibweise. Nationale Identitäten mit ihren Stärken und Schwächen werden als absolut und gegeben dargestellt. Der ethische Gehalt hinter den großen Begriffen ‚Digitalisierung‘, ‚Fortschritt‘ und ‚deutsche Werte‘ wird nicht hinterfragt. Auch der Begriff der Modernisierung wird innerhalb des Buches lediglich ökonomisch und finanziell ausgelegt, wie auch an dieser Stelle deutlich wird: „Die Gesundheitskarte könnte so zu einem entscheidenden Faktor für die unvermeidliche Modernisierung unseres überteuerten Gesundheitswesens werden.“ Wie sieht nun aber der ‚moderne‘ Mensch dazu aus?</p>
<p>Generell sind begriffliche Konstrukte wie Innovation und Digitalisierung von einer stark positiven Konnotation umgeben. Auch wenn dies Anlass zu Kritik gibt, da die Betrachtung idealistisch und auch an mancher Stelle utopisch scheint – Nein: genau darum geht es in diesem Buch: „Think Positive!“ Und dieses Credo haben Schäfer und Beise wirklich stringent und überzeugend durch ihre Wortwahl transportiert, auch wenn die ein oder andere Forderung nach sehr fernliegender Zukunftsmusik klingt – wie allein die schnelle Schaffung des flächendeckenden Giga-Netzes. Die Digital-Optimisten Beise und Schäfer reißen einen mit in ihrem Gegenwerk zu all dem digitalen Pessimismus, der und sonst umgibt. Dennoch: Individuell kommen wir mit den Facetten einer digitalen Transformation der Gesellschaft auf sehr verschiedene Art und Weise zurecht. Gerade dieser Individualismus, der neben den genannten Werten Deutschlands – wie „Präzision und Perfektion, Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit, Ingenieurskunst und Industriewissen“ – in der Digitalisierung eine wichtige Rolle spielt, kommt in den universellen Ratschlägen und im absoluten Nationen-Denken noch etwas zu kurz.</p>
<h3>Fazit: Wirtschaftlich fokussierter Lesetipp für digitale Laien und bereits Transformierte!</h3>
<p>„<em>Dies ist kein Plädoyer für ein Laisser-faire, auch nicht dafür, einfach kritiklos zu übernehmen, was im Silicon Valley gang und gäbe ist. Wir brauchen in Deutschland nicht den digitalen Wilden Westen; was wir aber brauchen, das sind wohldosierte Reformen und kluge Maßnahmen, um die Früchte der Digitalisierung zu ernten, sie einzufahren, sie zu genießen.“ </em>(Auszug: 238)</p>
<p>Titelbild: Buch-Cover &#8220;Deutschland digital&#8221; von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Chinas Sonderweg und Deutschlands Feigenblatt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2014 13:20:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im September könnte mit dem chinesischen Internetkonzern Alibaba der größte Börsengang aller Zeiten anstehen. Das befeuert auch im Westen die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Feigenblatt-Brücke-Format-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-141681" alt="Feigenblatt Brücke Format 1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Feigenblatt-Brücke-Format-1-630x275.jpg" width="630" height="275" /></a>Im September könnte mit dem chinesischen Internetkonzern Alibaba der größte Börsengang aller Zeiten anstehen. Das befeuert auch im Westen die Suche nach Alternativen zu den dauergescholtenen US-Internetkonzernen. Allerdings taugt das Beispiel des größten E-Commerce Marktes der Welt für Europa nicht als Vorbild.<br />
Google, Apple, Facebook, Amazon. Sie wissen, was jetzt kommt. Das mit den Datenkraken, NSA-Kooperationen, windigen Änderungen der AGBs, der „Dienst gegen Daten“-Philosophie, Big Data. Und am Ende erklären wir Ihnen, warum das Silicon Valley demnächst auch in Ihrem Wohnzimmer die Möbel umstellt. Metaphorisch zumindest. Und an den Geschäftspraktiken dieser vier Konzerne gibt es ja weiß Gott auch eine Menge zu kritisieren. Da diese Artikel mittlerweile Auoren wie Leser eher ermüden, heute mal eine andere Perspektive.<br />
Die Marktmacht der vier US-Unternehmen erscheint vielen KonsumentInnen im Westen quasi als gottgegeben. Dasselbe gilt für die damit verbundene Abhängigkeit von den USA. Auch wenn diese offensichtlich ist, vergessen wir zu oft: Sie gilt nicht überall.</p>
<h3>Googles Marktanteil in China unter zwei Prozent</h3>
<p>Es gibt nämlich durchaus digitale Märkte, in denen keines dieser Unternehmen richtig Fuß gefasst hat und das bis auf Weiteres wohl auch nicht tun wird. Besser gesagt, es gibt <i>den</i> digitalen Markt, den <a href="http://ystats.com/uploads/report_abstracts/1097.pdf">größten der Welt</a>: Asien, und hier vor allem China. Das Reich der Mitte, mit der größten Bevölkerung weltweit, betreibt eine äußerst restriktive Politik gegen ausländische IT-Unternehmen. Das hängt damit zusammen, dass die Zentralregierung Chinas die IT-Wirtschaft als einen der <a href="http://german.china.org.cn/china/2012-07/22/content_25977892.htm">strategisch wichtigen Wirtschaftszweige</a> erkannt hat – und mit Verweis auf chinesische Sicherheitsinteressen den Zugang erschwert.<br />
Und das zeigt Wirkung. Fast zu allen uns bekannten Anwendungen und Anbietern gibt es in China ein einheimisches Pendant. Statt bei Amazon kaufen ChinesInnen bei taobao, das angeschlossene Zahlsystem heißt nicht PayPal, sondern Alipay. Twitter heißt hier Weibo. In China wird zudem nicht gegoogelt, sonder ge-baidut. Google brachte es dagegen in China im ersten Quartal 2014 nur auf einen Marktanteil von <a href="http://www.komdat.com/blog/suchmaschinen-marktanteile-q1-2014">1,65 Prozent</a>. WhatsApp heißt in der chinesischen Variante WeChat, beziehungsweise Wēixìn (was so viel wie „kleine Nachricht“ bedeutet) und arbeitet zudem mit offenen Programmierschnittstellen (APIs). Das bedeutet, dass eine Großzahl weiterer Services und Funktionen anderer Anbieter an WeChat andocken kann.<br />
Warum es für China kaum Nachteile hat, ausländischer Technik und ausländischen Anwendungen den Zutritt zu erschweren, zeigt sich bei einem Vergleich der Nutzerstatistiken. WeChat kratzt aktuell an der Marke von <a href="http://www.techinasia.com/wechat-438-million-active-users-q2-2014/">440 Millionen</a> aktiven Nutzern. Zum Vergleich: WhatsApp hat weltweit etwa <a href="http://blog.whatsapp.com/613/500000000">500 Mio. Nutzer</a>. Die chinesische Amazon-Alternative taobao rangiert laut dem Webanalysetool Alexa weltweit sogar auf <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/taobao.com">Platz neun</a> – und damit sogar einen Platz vor <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/amazon.com">Amazon</a>.</p>
<h3>China ist in der Digitalisierung voraus</h3>
<p>China ist der größte E-Commerce Markt der Welt. Und das gigantische Land, das ohne Zweifel Defizite bei Demokratie, Meinungsfreiheit und Minderheitenrechten aufweist, ist auf einem relevanten Gebiet den westlichen Demokratien voraus: Die Digitalisierung ist hier schon <a href="http://www.merics.org/fileadmin/templates/download/china-monitor/China_Monitor_No_15.pdf">weiter vorangeschritten</a> als in den meisten europäischen Ländern. Der mobile Internetzugriff in China lag 2013 bei 83 Prozent der Gesamtzugriffe (zum Vergleich Deutschland: 45 Prozent). Aus der schieren Macht eines solchen Marktes erklären sich auch die ernstzunehmenden (weil nutzerstarken) Alternativen zu den ewigen „Magic Four“ des Silicon Valley.<br />
Aus Sicht des chinesischen Staates ergibt es gleich mehrfach Sinn, das Netz nicht aus der Hand zu geben: Einerseits erwachsen in dem gut geschützten und gleichzeitig gigantischen Markt Produkte, die mit einer großen heimischen Nutzerbasis ins Ausland exportiert werden können – so beginnt <a href="http://meedia.de/2014/08/28/vor-dem-boersengang-unglaublicher-gewinnsprung-fuer-internet-gigant-alibaba/?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email">Alibaba (der Konzern hinter taobao)</a>, Marktanteile in Südafrika, Indonesien und Indien zu erobern, und er <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Chinesische-Online-Handelsplattform-Alibaba-expandiert-nach-Europa-173895.html">schielt auch nach Europa</a> und in die <a href="http://www.it-times.de/news/alibaba-expandiert-im-us-amerikanischen-e-commerce-markt-99292/">USA</a>. Andererseits stellt das Internet die chinesischen Zensoren vor eine wahre Mammutaufgabe. Um dieser zu begegnen, wird das Internet in manchen Regionen von Zeit zu Zeit auch mal <a href="http://winfuture.de/news,48294.html">ganz abgeschaltet</a>.</p>
<h3>Mikroblogs genießen mehr Vertrauen als die Medien</h3>
<p>Denn im chinesischen Internet erwächst eine Parallelgesellschaft, die im Analogen nicht existieren kann. Zu groß sind die Redekontrollen und sozialen Zwänge, in die die staatlich verordnete Parteitreue ihre BürgerInnen treibt. Widerstand ist in China digital. Das <a href="http://www.merics.org/fileadmin/templates/download/china-monitor/China_Monitor_No_5_gesamt.pdf">Vertrauen der ChinesInnen</a> in Online-Aktivisten und ihre Mikroblogs ist um ein Vielfaches höher als das in die staatlichen Medien. Oder, wie es der chinesische Medienwissenschaftler Hu Yong ausdrückt: „Wer im Netz nicht über die Regierung lästert, ist politisch inkorrekt“.<br />
Das ist dann auch die chinesische Interpretation des Begriffes „Cyber Security“. Während wir im Westen dabei über die Verhinderung von Straftaten und Datenschutz nachdenken, ist in China vor allem die Sicherheit des Staates vor seinen eigenen BürgerInnen damit gemeint. Mit diesem Argument und dem Verweis auf die Besonderheit der Volksrepublik in eigentlich allen Bereichen – Bevölkerung, Regierungsform, Wirtschaftssystem – werden Restriktionen vom Rest des Weltmarktes auch als irgendwie dazugehörig angesehen.</p>
<h3>Die Digitale Agenda glaubt noch an die DeMail</h3>
<p>Das chinesische Beispiel kann aber auch ein Lehrstück sein für die Bemühungen in Europa und Deutschland, ernsthafte Alternativen zu den in Misskredit geratenen amerikanischen Platzhirschen zu etablieren. Die <a href="http://politik-digital.de/digitale-agenda-das-hausaufgabenheft/">Digitale Agenda</a> der Bundesregierung nennt noch immer die <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-agenda-wuenschen-und-wollen-in-neuland-1.2096496">DeMail</a> als sichere Zukunftstechnologie „made in Germany“. Das hat ihr nicht nur den Spott der Netzgemeinde eingebracht, sondern kann auch mit Blick auf China nicht optimistisch stimmen: Das einzige Land der Welt, in dem sich (staatlich geförderte) Alternativen etablieren konnten, hat fast 1,4 Milliarden Einwohner. Es ist zudem nicht Teil eines größeren Binnenmarktes und kann ausländischen Mitbewerbern die Regeln für den Markteintritt gewissermaßen diktieren.<br />
Abgesehen davon, dass all diese vermeintlichen Erfolgsfaktoren auf Deutschland nicht zutreffen, werden in China Andersdenkende und Oppositionelle in bestenfalls noch als unfair zu bezeichnenden Gerichtsprozessen verurteilt und ganze Volksgruppen – zuletzt wieder wie beim traurigen <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/china-unruhen-100.html">Beispiel</a> der Uiguren – unterdrückt und diskriminiert. Dass sich Deutschland hiervon unterscheidet, wird kaum ein demokratisch gesinnter Mensch ändern wollen.<br />
Die Antwort auf den NSA-Skandal und Googles Monopol kann deswegen auch nicht in nationalen Alternativprogrammen liegen. Ideen wie Schlandnet und die bereits zitierte DeMail werden sich in Deutschland nicht als Alternativen etablieren. Was die bisherigen Kommentare zu diesen zwei Technologien angeht, ist das vielleicht auch gar nicht so schlecht: Man ist sich relativ einig, dass beispielsweise die <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-03/de-mail-sicher-bundesregierung">DeMail ein Einfallstor für Datendiebe</a> ist.</p>
<h3>Schluss mit den Egotrips</h3>
<p>Der deutsche Markt ist schlicht zu klein, um in ihm Alternativen zu global operierenden und optimierten Diensten reifen zu lassen. Selbstverständlich kann auch mal ein Start-Up aus Berlin den nächsten großen Wurf landen, aber es wird sich in der Marktwirtschaft (und damit ist diesmal nicht die chinesische gemeint) von Anfang an mit den Monopolen zu messen haben. Technologische Antworten auf die NSA-Affäre und echte Alternativen können, wenn überhaupt, auf europäischer Ebene entwickelt werden. Dafür braucht es umfassende und konzertierte Förderung sowie einen sicheren europäischen Rechtsrahmen – und keine feigenblatthaften Egotrips in der europäischen Kleinstaaterei.</p>
<h3>tl;dr</h3>
<ol start="1">
<li>Google, Amazon, Apple, Facebook sind nicht überall Marktführer: Die größte Ausnahme bildet China, wo es eine Vielzahl eigener Konzerne und Dienste gibt, die über große Userzahlen verfügen.</li>
<li>Chinas Erfolgsfaktoren hierfür sind vor allem ein erschwerter Marktzugang für ausländische Bewerber und staatliche Kontrolle im Internet.</li>
<li>Dass die chinesischen „Erfolgsfaktoren“ in Deutschland nicht gelten, ist ein weiterer Grund, Programmen wie DeMail oder Schlandnet eine Absage zu erteilen. Wenn überhaupt, können alternative Dienste nur auf europäischer Ebene entstehen.</li>
</ol>
<p>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/schneiderstefan/">Stefan Schneider</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Globale Krisen und nationale Antworten &#8211; Digitale Presseschau 46/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2013 17:24:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen "tante" Geuter]]></category>
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					<description><![CDATA[Krisen halten sich schon länger nicht mehr an nationale Grenzen, schon gar nicht die Krise des anonymen und freien Internets [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Krisen halten sich schon länger nicht mehr an nationale Grenzen, schon gar nicht die Krise des anonymen und freien Internets in Zeiten von Geheimdiensten 2.0, Facebook und Co. Dennoch meinen die Telekom, die Union und andere, die Lösung an den Ländergrenzen zu entdecken. Die Antworten auf diese deutsche Rückbesinnung haben sich bei Twitter unter dem Hashtag #schlandnet versammelt. Den Grundtenor fassen Jürgen Geuter und Michael Seemann mit „#schlandnet verecke!“ zusammen. Zudem findet sich in der Presseschau ein Beitrag des prominenten Netzkritikers Evgeny Morozov, aber auch eine scharfe und leidenschaftliche Kritik an Morozov und seinem Buch. Konstruktiv: Die letzte Kritik, dieses Mal an den Oligopolen der Social-Media-Anbieter, zeigt in einem ehrgeizigen Manifest zur Vergesellschaftung der sozialen Medien auch Alternativen auf.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=WObYKjvyB58&amp;hd=1" title="Social Scoring" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/WObYKjvyB58?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der elektrische Reporter über Credit Scoring: Wenn das digitale Double über die Kreditfähigkeit entscheidet.<b><br />
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&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-11/schlandnet-telekom-nsa-internet/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Im Zweifel die Nation</a></h3>
<p>In Zeiten globaler Krisen hat der Nationalstaat wieder Konjunktur. Besonders vor dem Hintergrund der Entstehung des Internets und globaler digitaler Vernetzung schien der Nationalstaat leise und bedeutungslos in den Geschichtsbüchern zu versinken. Gegen Überwachung und für den Schutz der Bürger führen die Telekom und die Union ihn nun wieder ins Feld. Ole Reißmanns Artikel auf <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/telekom-draengt-auf-gesetz-fuer-nationalen-datenverkehr-a-932976.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a> lässt die wichtigsten Vertreter aus Politik und Telekom zu Wort kommen. Dass es der Telekom nicht nur um Datenschutz und Privatsphäre geht, legen Kai Biermann und Marin Majica auf <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-11/schlandnet-telekom-nsa-internet/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit Online</a> ausführlich dar: National Routing böte keine zusätzliche Sicherheit, dafür mehr Marktmacht für den Telekommunikationsgiganten, höhere Kosten und eine Gefahr für die Netzneutralität.</p>
<h3><a href="http://mspr0.de/?p=3851" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#schlandnet verrecke</a></h3>
<p>Im Netz ließ die Reaktion auf den Vorstoß der Telekom nicht lange auf sich warten: Mit dem Hashtag #schlandnet verbreitete sich eine Welle des Hohns und der Kritik. So sieht der Blogger <a href="http://tante.cc/2013/11/08/der-weltnetzsuchantrieb-ein-kommentar-zum-schlandnet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jürgen „tante“ Geuter</a> keinen Nutzen in der Idee, außer für die Telekom und die deutschen Sicherheits-Behörden, und fürchtet willkommene Anknüpfungspunkte für Rechtspopulismus. Auf <a href="http://www.carta.info/66787/schlandnet-eine-projektion/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+carta-standard-rss+%28Carta%29" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Carta</a> entwirft er eine dystopische Entwicklung des nationalen Internets 2013 hin zu einem geschlossenen, überwachten und kostenpflichtigen „Vertrauensnetz“ im Jahr 2016. Geuters Forderung „#schlandet verrecke“ greift auch Michael Seemann auf. Auf seinem <a href="http://mspr0.de/?p=3851" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a> nimmt er das Narrativ in den Blick, das hinter der Idee des National Routing steckt. Ein national begründetes „Die gegen Wir“, also Deutsche gegen die NSA, verschleiere nicht nur die tatsächlichen Konfliktlinien, schließlich liege der Feind in Form des BND „mit im Bett“. Sondern es stärke auch noch zusätzlich die bestehenden Machtverhältnisse.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/big-data-warum-man-das-silicon-valley-hassen-darf-12656097.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Diktatur der Alternativlosigkeit“</a></h3>
<p>Für Evgeny Morozov ist das diskursive Teflon das Problem. Damit meint er die Unantastbarkeit und die Dominanz der Silicon-Valley Industrie in Debatten über Internet, Technik und deren Verhältnis zur Gesellschaft. So würden die Internetkonzerne das Vokabular der Debatte stellen und die Informationstechnologie als über alle Kritik erhabene Fortschrittsbringer propagieren. Mit Anleihe bei Roberto Unger bezeichnet Morozov dies als „Diktatur der Alternativlosigkeit“, die scheinbare Offenheit mit einer Verschärfung von Kontrolle verbindet, Privatsphäre zu einem exklusiven weil kostenpflichtigen Gut transformiert und Arbeit auf das gesamte Leben ausweitet. Schuld daran seien allerdings weder Silicon-Valley noch die Technologie, sondern das bestehende politische und wirtschaftliche Regime. Zu einem näheren Blick auf dieses kommt er trotz seines ausführlichen Beitrags auf faz.de leider nicht mehr.</p>
<h3><a href="http://de-bug.de/mag/9926.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zwischen Hass und Future-Shock-Starre</a></h3>
<p>Evgeny Morozov hat auch ein Buch geschrieben, „Smarte Neue Welt“ heißt es, und wird von Sascha Kösch auf de-bug.de in einer Rezension mit viel Leidenschaft auseinandergenommen. So seien die in dem Buch vorgestellten Thesen des „Internet-Erklärbärs“ weder neu, noch würden sie tiefer gehend auf den Gegenstand angewandt. Morozov wiederhole vielmehr anhand von zahllosen Beispielen die immer gleiche These, dass das Internet nicht essentialistisch zu betrachten sei. Das Internet sei, so Morozov, konstruiert und nicht per se frei, transparent und offen. Jedoch würde dieses essentialistische Argument von Silicon Valley verwendet, um eigene Interessen durchzusetzen. Kösch findet Morozovs Buch perspektivlos, da es die Leser entweder mit Hass auf Silicon Valley oder in einer „Future-Shock-Starre“ zurückließe. Auch <a href="http://netzwertig.com/2013/11/13/netzdebatte-warum-evgeny-morozov-wichtig-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Weigert</a> bescheinigt dem Netzkritiker Morozov auf netzwertig.com Eindimensionalität, sieht ihn aber als notwendiges Gegengewicht zu überzeugten Technofanatikern.</p>
<h3><a href="http://nplusonemag.com/socialize-social-media" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Vergesellschaftung der sozialen Medien</a></h3>
<p>Eine große Sparte der Silicon Valley-Industrie sind die sozialen Medien. Facebook und Twitter sind private Konzerne mit Profitinteressen, die den Rahmen für einen Großteil der Kommunikation im Internet bilden. Dabei können sie sich auf das natürliche Monopol ihrer Infrastruktur verlassen und außerhalb jeden Wettbewerbs und ohne Alternativen agieren. Dies nimmt Benjamin Kunkel zum Anlass, auf n+1 die Vergesellschaftung der sozialen Medien zu fordern. In fünf Argumenten erklärt er warum: Erstens würden soziale Medien auf natürlichen Monopolen basieren. Zudem würden Profitinteressen deren Qualität einschränken. Soziale Medien seien drittens ein öffentliches Gut für demokratische Prozesse und könnten, viertens, nur als solches Innovation und Unternehmertum hervorbringen. Schlussendlich seien die Produzenten in diesen Konzernen die Nutzerinnen und Nutzer, also die Gesellschaft an sich, und sollten daher nicht im ökonomischen Rahmen agieren. „Tweeps and Facebook friends, unite“!<br />
&nbsp;<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Das Netz im Googlehagel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 17:39:35 +0000</pubDate>
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