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	<title>Silvana Koch-Mehrin &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Silvana Koch-Mehrin &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Gegen große staatliche Beteiligungen&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gegen-grosse-staatliche-beteiligungen-4263/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ctekoning]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 19:47:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Lissabon Vertrag]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Silvana Koch-Mehrin]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Europaparlament]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 20.02.09 war Silvana Koch-Mehrin, FDP-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2009, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit<br />
politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur Europapolitik ihrer Partei, zur Funktionsweise der EU oder der momentanen Finanzkrise.<!--break--><b></b><br />
<b></b></p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich Willkommen beim<br />
tagesschau-Chat. Heute chatten wir mit Silvana Koch-Mehrin,<br />
FDP-Präsidiumsmitglied und Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der<br />
Europawahl. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für die Diskussion mit den<br />
Usern von tagesschau.de und politik-digital.de nehmen. Frage nach<br />
Brüssel: Frau Koch-Mehrin, können wir starten?<b> </b>
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Guten Tag auch von meiner Seite, starten wir, gerne!
</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html" onclick="windowOpen('/interaktiv/chat/chatprotokoll478-magnifier_pos-1.html',820,700,1,1);return false;" title="Zur Fotostrecke des Beitrages [neues Fenster]"><br />
</a></p>
<p>
<b>Moderator</b>: In den letzten Wochen ist viel<br />
über den Höhenflug der FDP geschrieben worden: Bis zu 18 Prozent in den<br />
Umfragen, gestiegener Einfluss in den Bundesländern. Doch heute scheint<br />
die FDP wieder in der Realität anzukommen: Erst wird mit einer Blockade<br />
des Konjunkturpakets II im Bundesrat gedroht, heute Vormittag hat die<br />
FDP klein beigegeben und für die Vorschläge der Großen Koalition<br />
gestimmt. Sieht so Machtzuwachs der Liberalen aus?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Wir haben immer gesagt, dass wir nicht blockieren werden, weil wir<br />
glauben, dass ein Passieren besser ist als ein Paket, das mit anderen<br />
Mehrheiten zustande kommt und möglicherweise weitere Steuererhöhungen<br />
(Kfz-Steuer) enthält.
</p>
<p>
<b>hausmann</b>: Wie kann die FDP trotz des offensichtlichen Scheiterns dieses Systems weiterhin neoliberale Positionen vertreten?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das System der sozialen Marktwirtschaft ist nicht gescheitert. Die FDP<br />
steht für freie Märkte im Sinne der sozialen Marktwirtschaft. Wir<br />
wollen keine Anarchie der Märkte, sondern faire Wettbewerbsbedingungen.
</p>
<p>
<b>Walter</b>: Wieso verstummt bzw. unterstützt die FDP jetzt massive staatliche Interventionen, welche sie bis dato rigoros abgelehnt haben?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Das stimmt so nicht. Die FDP spricht sich nach wie vor gegen große<br />
staatliche Beteiligungen aus. Wir beziehen entschieden Position gegen<br />
Enteignungen. Richtig ist, dass wir dem Bankenrettungspaket zugestimmt<br />
haben, weil es darum ging, das Finanzsystem in Deutschland und weltweit<br />
am laufen zu halten.
</p>
<p>
<b>Lauenstein</b>: Welche Position hat die FDP zur Reform des Bankensystems?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die Bankenaufsicht wie wir sie in Deutschland haben, hat nicht<br />
funktioniert. Das hat die FDP bereits bei der Einführung durch Hans<br />
Eichel beanstandet. Statt einer ineffektiven Doppelstruktur, wäre eine<br />
echte Bankenaufsicht angesiedelt bei der Bundesbank richtig. Außerdem<br />
wollen wir für die längst selbstverständlich international tätigen<br />
Finanzinstitute auch effiziente internationale Regeln.
</p>
<p>
<b>Halli</b>: Wie könnte liberale Politik aussehen, die gegen die Wirtschaftskrise hilft?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Statt mit Konjunkturpakteten ausgewählten Branchen zu helfen, würde die<br />
FDP mit einer deutlichen Steuer- und Abgabenentlastung allen Bürgern,<br />
aber vor allem denen mit kleineren und mittleren Einkommen mehr vom<br />
Geld, das sie selbst verdient haben, lassen. Die Bürger können ihr Geld<br />
dann frei für Konsum nach ihren eigenen Entscheidungen ausgeben. Vor<br />
allem ist eine solche Reform eine vertrauensbildende Maßnahme für den<br />
Wirtschaftsstandort Deutschland. 50 Prozent von Wirtschaft ist<br />
Psychologie, sagt man.
</p>
<p>
<b>Jakob R.</b>: Warum soll man<br />
im Jahr 2009 die FDP wählen? Mein Bauchgefühl sagt, dass die heutige<br />
Finanzkrise noch schlimmer wäre, wenn die Wirtschaftspolitik Ihrer<br />
Partei &#8211; Deregulierung der Märkte usw. &#8211; in den letzten Jahren<br />
fortgeführt worden wären.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zur Erinnerung: In den letzten zehn Jahren hat die FDP leider nicht auf<br />
Bundesebene regiert. 2009 sollte man die FDP wählen, weil wir die<br />
einzigen sind, die einen klaren Kompass in der Wirtschafts- und<br />
Steuerpolitik haben. Wenn die FDP regiert hätte, hätte es eine bessere<br />
Bankenaufsicht gegeben. Vor allem hätten wir die sprudelnden<br />
Steuereinnahmen in den guten Zeiten genutzt, um den Haushalt zu<br />
sanieren und die Bürger steuerlich zu entlasten.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b>jenser</b>:<br />
Wie soll das gehen? Steuern massiv senken und gleichzeitig die<br />
öffentlichen Finanzen nicht weiter zu verschulden, gerade wenn die<br />
Wirtschaft so rapide wegbricht?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Die FDP hat über 400 Vorschläge, wo Ausgaben beim Bund eingespart<br />
werden können (über 10 Milliarden Euro). Zusätzlich wäre ein einfaches<br />
und niedriges und deswegen gerechtes Steuersystem ein Anreiz für viele<br />
Aufträge und Dienstleistungen, die derzeit auf dem Schwarzmarkt<br />
erledigt werden, in die reale Wirtschaft zu überführen. Schätzungen<br />
sehen die Schattenwirtschaft bei 340 Milliarden Euro, wenn davon nur<br />
ein Teil wieder in die Realwirtschaft käme, wäre eine Steuerreform<br />
schon finanziert.
</p>
<p>
<b>pat</b>: Sind Steuerentlastungen nicht ein recht unpräzises Mittel?
</p>
<p>
<b><br />
Silvana Koch-Mehrin:</b> Ganz<br />
im Gegenteil, wir meinen, die Bürger wissen am besten selbst, wofür sie<br />
ihr selbst verdientes Geld ausgeben möchten. Ich sehe nicht den<br />
Vorteil, dass andere entscheiden, wohin mein Geld geht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nachfrage: Welche Ausgaben möchte die FDP streichen/reduzieren?
</p>
<p>
<b>Totti84</b>: Können Sie Beispiele für die 10 Milliarden an Einsparungen nennen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Zum Beispiel die Entwicklungshilfe für Länder wie China, die mit uns wirtschaftlich auf Augenhöhe konkurrieren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ein beliebtes Beispiel.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Zusätzlich gibt die Bundesregierung viele Millionen für PR aus, wo sie<br />
ihre schlechte Politik (Gesundheitsfonds) besser verpacken will. Große<br />
Einsparungsmöglichkeiten gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit, sie<br />
ist inzwischen die größte Behörde der Welt.
</p>
<p>
<b>c.a.</b>:<br />
Einige der 400 Vorschläge sind aber auch in der Kritik, da sie pauschal<br />
kürzen und in der Krise insbesondere im Etat des Bundesministeriums für<br />
Arbeit und Soziales wildern wollen &#8211; hier aber die größten Kosten<br />
fällig werden, wenn es mehr Arbeitslose und Kurzarbeiter gibt. Wie<br />
passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Viel<br />
Geld vom Staat hilft nicht immer viel. Wenn die Arbeitslosigkeit nicht<br />
über eine Riesenbehörde verwaltet würde, könnte man mit weniger Geld<br />
wesentlich effektiver Menschen in den Arbeitsmarkt zurück bringen.
</p>
<p>
<b>birkenfloh</b>: Wonach richtet sich denn der Kompass der FDP, außer nach Deregulierung?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der klare Kompass unter dem Leitmotiv Freiheit und Verantwortung zieht<br />
sich durch alle Politikfelder bei den Bürgerrechten, wo wir uns ganz<br />
klar gegen einen Überwachungsstaat stellen. Bis hin zu einer<br />
ideologiefreien Umweltpolitik und einem Europa, das stark ist, weil es<br />
sich auf einige Politikbereiche konzentriert, aber keine<br />
alltagsregulierende Bürokratie ist.
</p>
<p>
<b>1234</b>: Was verstehen sie unter ideologiefreier Umweltpolitik?
</p>
<p>
<b>hdfgh</b>: Wird die FDP weiterhin auf Atomenergie setzen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Es ist total falsch, sichere und moderne AKW`s abzuschalten ohne<br />
bessere Alternativen. Natürlich fänden auch wir es schön, wenn wir<br />
Energie allein aus erneuerbaren Quellen beziehen können. Aber bis dahin<br />
sollten wir ideologiefrei auch Kernenergie in den Energiemix<br />
einbeziehen.
</p>
<p>
<b>Consi86</b>: Im Juni gibt es ja<br />
Europawahlen &#8211; wie erreichen Sie, Frau Koch-Mehrin ganz konkret die<br />
Wähler in Deutschland? (Viele von meinen Kommilitonen wissen gar nichts<br />
von der Europawahl &#8211; spiegelt diese Unwissenheit Ihrer Meinung nach<br />
auch ein gewisses Desinteresse an Europa wider?)
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Als FDP sind wir schon immer eine Europapartei gewesen. Wir wollen die<br />
EU als Friedensgemeinschaft, mit Binnenmarkt und auch einer Verfassung.<br />
Aber wir sind auch der Ansprechpartner für mehr und mehr berechtigte<br />
Kritik an zu oft unsinnigen EU-Beschlüssen. Im Wahlkampf werden wir vor<br />
allem auf direkte Ansprache und Dialog setzen, weil meine Kollegen und<br />
ich ständig feststellen müssen, dass es eine große Distanz zwischen EU<br />
und den Bürgern gibt. Ich halte es für eine Bringschuld der Politik,<br />
diesen Abstand zu verringern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sollten<br />
weitere Übertragungen von Kompetenzen auf die EU nur durch<br />
Volksentscheid möglich sein &#8211; wie es etwa die CSU jüngst forderte?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Schon 2004, als tatsächlich etwas zu entscheiden war<br />
(Verfassungsvertrag), haben wir als FDP zweimal im Bundestag das<br />
Grundgesetz ändern wollen, (CSU war dagegen), um Referenden in<br />
Deutschland zu ermöglichen. Auch jetzt ist es wieder Teil unseres<br />
Wahlprogramms, dass bei einer neuen Vertragsgrundlage die Bürgerinnen<br />
und Bürger selbst abstimmen sollten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sie sagen, die EU sei keine &quot;richtige&quot; Demokratie. Wo sehen Sie die Defizite?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
In der EU fehlt die Gewaltenteilung. Es gibt keine Regierung und<br />
Opposition, dadurch fehlt klare Verantwortlichkeit und Kontrolle. Das<br />
demokratische Grundrecht freie und GLEICHE Wahl ist verletzt, weil etwa<br />
in Luxemburg zwölf mal weniger Bürger für einen Abgeordneten stimmen<br />
müssen als in Deutschland. Außerdem gibt es zu wenig Bürgerbeteiligung,<br />
so dass sich oft nicht sagen lässt, wer da eigentlich was im Namen der<br />
Bürger beschließt.
</p>
<p>
<b>Imperor:</b> Halten Sie den Vertrag von Lissabon für eine gute Grundlage für die Europäische Union?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Der Lissabon Vertrag macht die EU etwas demokratischer, transparenter<br />
und effizienter, ist aber ein Kompromiss zwischen 27 Ländern und allen<br />
politischen Richtungen. Er kann nur ein Zwischenschritt sein.
</p>
<p>
<b>Lambertus</b>:<br />
Die EU ist eine supranationale Organisation, d.h., dass eine gewisse<br />
Souveränität den Mitgliedern erhalten bleiben muss. Die Demokratie<br />
(oder Bürgernähe) kann somit gar nicht verwirklicht werden. Sehen Sie<br />
das anders?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Wir sollten<br />
beginnen mit einer klaren Abgrenzung der Zuständigkeiten. Die EU<br />
beschließt, welche Inhaltstoffe in Schokolade sind, welche Glühbirnen<br />
verboten werden, wie viele Stunden Arbeitnehmer maximal arbeiten dürfen<br />
&#8211; das ist nicht mehr supranational, dass ist Innenpolitik.
</p>
<p>
<b>Wahlberechtigter</b>:<br />
Sie konstatieren eine große Distanz zwischen der EU und den Bürgern.<br />
Sollte das Europawahlrecht in Deutschland daher nicht so geändert<br />
werden, dass man nicht nur für Parteien, sondern auch für Personen<br />
stimmen kann?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Derzeit<br />
stimmt jedes Land nach nationalem Recht ab, was ich schlecht finde. Ich<br />
wünsche mir bei Europawahlen das gleiche Wahlrecht in allen EU-Ländern.<br />
Ich persönlich wäre dafür, auch Personen direkt wählen zu können. In<br />
anderen Ländern ist das auch möglich.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Frage zum Auftritt des tschechischen Staatspräsidenten &#8211; leidenschaftlicher EU-Skeptiker.
</p>
<p>
<b>green pepper</b>: Hallo Frau Koch-Mehrin. Wie bewerten Sie die Rede von Václav Klaus gestern im EP?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Václav Klaus hat die Probleme der EU drastisch auf den Punkt gebracht:<br />
Demokratiedefizit, Bürgerferne, sinkende Akzeptanz, zu viel Bürokratie,<br />
zu weitgehende Entscheidungen. Ich fand es albern, habe mich aber nicht<br />
gewundert, dass viele Kollegen dazwischen gerufen und den Saal<br />
verlassen haben. Damit hat Václav Klaus die Abgeordneten in ihrer<br />
Unfähigkeit, mit Kritik umzugehen, vorgeführt.
</p>
<p>
<b>Zensurstaat-Ahoi?</b>:<br />
Der Lissabon-Vertrag hebelt aber auch das deutsche Grundgesetz aus, wie<br />
soll dies demokratisch sein? Zumal kein Bürger Deutschlands darüber<br />
abstimmen durfte!
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Der<br />
Lissabon-Vertrag verringert das Demokratiedefizit etwas, weil die<br />
nationalen Parlamente mehr Mitsprache erhalten, weil das europäische<br />
Parlament als die am meisten demokratisch legitimierte EU-Institution<br />
mehr Mitentscheidung bekommt und weil die Möglichkeit eines<br />
europäischen Bürgerbegehrens eingeführt wird.
</p>
<p>
<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
</p>
<p>
<b>carlos: </b>Wann<br />
akzeptieren die Eurokraten das Nein der Bürger innerhalb der EU und<br />
warum wird am Vertrag/Verfassung immer noch weiter getüftelt ?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nur in Irland konnten die Bürger abstimmen, es gab keine europaweiten<br />
Bürgerentscheidungen. Zum Verfassungsvertrag hatten Spanien und<br />
Luxemburg per Referendum mit ja gestimmt, in Frankreich und den<br />
Niederlanden gab es ein Nein. In der Schweiz haben gerade vor kurzem<br />
die Bürger sich FÜR eine Erweiterung des Schengen-Raumes ausgesprochen<br />
und damit klar FÜR eine EU-Errungenschaft.
</p>
<p>
<b>Golem</b>:<br />
Empfinden Sie nach einigen Jahren im Europaparlament die<br />
bundesdeutschen Politikdebatten nicht ein bisschen provinziell, bzw. zu<br />
eng gefasst. Schließlich steht die EU ja vor globalen Problemen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Nicht als provinziell, aber ich würde mir wünschen, dass bei den<br />
Debatten in Deutschland die europäische Perspektive stärker<br />
berücksichtigt wird. Umgekehrt fehlt mir in der Europapolitik die<br />
politische Auseinandersetzung.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Frage zu Ihrer persönlichen Leistungsbilanz:
</p>
<p>
<b>Fränk</b>: Was haben Sie in der laufenden Legislaturperiode im EU-Parlament getan?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>:<br />
Im Haushaltsausschuss bin ich vor allem mit der Reform der EU-Finanzen<br />
befasst, sowohl was die Einnahmen (keine EU-Steuer! Maximal 1 Prozent<br />
des BIP eines Landes als Beitrag zur EU), als auch was die Ausgaben<br />
angeht, wo ich nur zeitlich befristete will und eine Veränderung des<br />
EU-Haushaltes. Mehr als 40 Prozent geht immer noch in<br />
Agrarsubventionen, nicht mal 7 Prozent in Forschung und Bildung. Im<br />
Haushaltskontrollausschuss bin ich der Frage nachgegangen, warum<br />
eigentlich Nicht-Regierungs-Organisationen, deren Hauptzweck lobbying<br />
ist, von der EU dafür finanziert werden. ATTAC zum Beispiel hat<br />
EU-Gelder bekommen. Als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der<br />
drittgrößten Fraktion im Haus arbeite ich sehr stark mit meinen<br />
Kollegen an der politischen Meinungsbildung im Europaparlament. Und da<br />
wir keine parlamentarischen Geschäftsführer haben, befasse ich mich<br />
auch mit Personal-, Finanz- und jeder Menge anderer Aufgaben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>:<br />
Zum Schluss das Ergebnis unserer Umfrage unter den Chat-Teilnehmern:<br />
Wir wollten wissen: Wird Guido Westerwelle der nächste Außenminister?<br />
Was schätzen Sie?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Die Entscheidung treffen nur die Wähler und Guido Westerwelle.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: 30 Prozent glauben er wird es, 70 Prozent galuben nicht daran.
</p>
<p>
Das<br />
war eine gute Stunde tagesschau-Chat. Vielen Dank, liebe User für Ihre<br />
Fragen. Leider konnten wir nicht alle stellen. Das Chatprotokoll gibt<br />
es in Kürze auf tagesschau.de und politik-digital.de. Frau Koch-Mehrin,<br />
vielen Dank für Ihre Zeit. Grüße nach Brüssel!
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin</b>: Herzlichen Dank, bis demnächst. Grüße ins Netz.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Blogs wecken politisches Interesse</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/blogs-wecken-politisches-interesse-3601/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Nov 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Brüssel]]></category>
		<category><![CDATA[Silvana Koch-Mehrin]]></category>
		<category><![CDATA[Eurofighter]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, den 6. November, war die bloggende Europa- Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Sie sprach über den Einfluss von Blogs auf die politische Meinungsbildung und über Europapolitik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, den 6. November, war die bloggende Europa- Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Sie sprach über den Einfluss von Blogs auf die politische Meinungsbildung und über Europapolitik.<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde,<br />
dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Heute ist die<br />
bloggende Europa-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin unser Gast. Sie<br />
chattet mit uns aus Brüssel. Um 16.00 Uhr geht es los, Sie<br />
können Ihre Fragen aber gerne jetzt schon stellen, wir Moderatoren<br />
sammeln sie hier.<br />
Vielen Dank, Frau Koch-Mehrin, dass Sie sich die Zeit genommen haben.<br />
Hier ist es jetzt 16.00 Uhr, können wir starten?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Sehr gerne!
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/salon/photos/ABlogs/skochmehrin85x.jpg" alt="Silvana Koch-Mehrin" height="120" width="85" /><br />
<i>Silvana Koch-Mehrin,<br />
FDP-Abgeordnete im Europaparlament</i> <br />
<i>bloggt auf <a href="http://blog.focus.de/kochmehrin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eurofighter</a></i>
</p>
<p align="left">
<b>Moderator:</b> Unsere Nutzer konnten<br />
schon im Vorfeld Fragen stellen und darüber abstimmen, welche<br />
heute den Chat eröffnet. Hier ist die erste:</p>
<p><b>Esther:</b> Was haben Sie für einen Eindruck,<br />
wie nah ist den Bürgern in Deutschland die Europapolitik? Führen<br />
Sie Ihr Blog auch, um den Menschen die politischen Abläufe<br />
in Brüssel bekannter zu machen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Im Alltag findet Europa ständig<br />
statt, dass das so ist, nimmt aber &#8211; meine ich &#8211; kaum jemand wahr.<br />
Also: Die Europapolitik ist nach wie vor zu weit weg, und ja: meinen<br />
Blog führe ich auch deshalb, um einen zusätzlichen Weg<br />
für Interesse an Europa zu nutzen.</p>
<p><b>mantell:</b> Sie bloggen bei Focus Online &#8211; von wem<br />
ging da die Initiative aus? Ist Focus auf Sie zugegangen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Das war eine wunderbare<br />
symbiotische Angelegenheit. Der damalige Chefredakteur Jürgen<br />
Marks hatte die Idee, Politiker auf Focus-Online bloggen zu lassen,<br />
und wir kamen ins Gespräch darüber, und ich habe sofort<br />
gesagt: Da würde ich gerne mitmachen!</p>
<p><b>Ulli: </b>Ich glaube, als Sie beim Focus mit dem Blog<br />
anfingen, war das im Verbund mit anderen Politikern. Darunter auch:<br />
Ursula von der Leyen. Die stieg aber aus. Das war schwach, oder?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich finde das Blog nach wie<br />
vor eine sehr gute Sache, auch wenn ich nicht immer so regelmäßig<br />
dazu kommen, wie ich es mir wünsche. Keine Ahnung, warum Frau<br />
von der Leyen kein Interesse mehr hatte.</p>
<p><b>Bruxelles: </b>Nachfrage: Meinen Sie sie können<br />
den Bürgern Europapolitik in ihrer ganzen Komplexität<br />
per Blog nahe bringen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Nein. Dazu ist ein Blog nicht<br />
das geeignete Medium. Aber es geht mir ja auch darum, immer wieder<br />
Schlaglichter auf Ereignisse in der EU-Politik zu werfen, damit<br />
daraus vielleicht mehr Interesse entsteht. Im Blog äußere<br />
ich ja auch vor allem meine persönliche Einschätzung zur<br />
EU-Politik.</p>
<p><b>Ruller Munk:</b> Sie bekommen ja ziemlich viele Kommentare<br />
in Ihrem Blog. Wie gehen Sie mit dieser direkten Feedback-Möglichkeit<br />
um, wie gehen Sie mit anderen politischen Meinungen in den Kommentaren<br />
um?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Es gibt unterschiedliche<br />
Arten von Reaktionen. Manchmal ist es einfach nur Pöbelei &#8211;<br />
im Schutz der Anonymität des Internets. Dazu sage ich inzwischen<br />
nichts mehr. Wenn es tatsächlich eine andere politische Meinung<br />
ist, nehme ich sie entweder zur Kenntnis, oder ich schicke dem Verfasser<br />
weitere Informationen, die seine Meinungsäußerung möglicherweise<br />
verändern könnte. Je nachdem.
</p>
<p>
<b>ohmygosh:</b> Welcher Kommentar Ihrer Leser ist Ihnen<br />
denn am meisten im Kopf geblieben?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ehrlich gesagt habe ich mir<br />
in dieser Hinsicht ein ausgesprochenes Kurzzeitgedächtnis zugelegt.</p>
<p><b>jkjkj:</b> Gibt es Blogs, die Sie ab und an lesen?<br />
Wenn ja, welche?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Das <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildblog</a><br />
finde ich immer wieder bereichernd.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu bloggenden Politiker-Kollegen:</p>
<p><b>grille:</b> Verfolgen Sie eigentlich auch Blogs anderer<br />
Politiker? Was halten Sie von denen?</p>
<p><b>tzu:</b> Kommentieren Sie eigentlich auch bei Ihren<br />
bloggenden Politikerkollegen (z.B. O. Metzger)?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin</b>: An grille: Nicht regelmäßig.<br />
An tzu: Nein.</p>
<p><b>Moderator: </b>Natürlich haben uns auch einige<br />
Fragen zur Europa-Politik erreicht:</p>
<p><b>Catalan: </b>Was sind eigentlich die größten<br />
Vorurteile, die Ihnen betreffend der Europapolitik so begegnet sind?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Oh weia. Also: Bürokratischer<br />
Wasserkopf EU, Geldverschwendung, Raumschiff EU und so weiter. Auch:<br />
Intransparent und undemokratisch, wobei das zum Teil ja auch zutrifft.</p>
<p><b>marara:</b> Wie kann man denn diesen Vorurteilen entgegenwirken?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Einerseits natürlich<br />
über den Versuch, so viel Information wie möglich zu überbringen.<br />
aber nach meiner Erfahrung werden Europapolitiker medial sehr wenig<br />
wahrgenommen. Deshalb halte ich es für essentiell, dass Europapolitik<br />
Teil der deutschen Innenpolitik wird.</p>
<p><b>rolfi:</b> Welchen Medien würden Sie denn eine<br />
Chance einräumen, das Bild der EU zu verändern? Oder ist<br />
das gar nicht so negativ, wie man manchmal denkt?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Am Wichtigsten ist das Fernsehen.<br />
Neben der politischen Information über die EU wäre es<br />
gut, wenn auch das Lebensgefühl Europa wahrnehmbar wäre<br />
&#8211; das ist auch so viel weniger negativ.
</p>
<p>
<b>classic:</b> Sie sagen selbst, dass Intransparenz<br />
und undemokratisch manchmal zutreffen. Wie setzen sich die EU-Parlamentarier<br />
für mehr Transparenz und Demokratie in der EU ein?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ein kurzes Eigenlob: Das Europaparlament<br />
ist sehr transparent. Alle Sitzungen sind öffentlich, die Protokolle<br />
sind im Internet verfügbar. Hier ist eher die Flut der Information<br />
die Herausforderung für den Interessierten. Im Rat, wo die<br />
nationalen Minister zusammentreffen und bei allem und jedem das<br />
letzte Wort haben, ist Transparenz leider nach wie vor unterentwickelt.</p>
<p><b>Moderator: </b>Haben Sie Ideen, wie man dem entgegenwirken<br />
könnte?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> In Dänemark werden<br />
die Initiativen der EU-Kommission, die ja immer am Anfang jeder<br />
EU-Gesetzgebung stehen, unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung<br />
im nationalen Parlament diskutiert. Die Regierungsmitglieder berichten<br />
auch nach ihren Treffen in Brüssel. Das wäre auch für<br />
Deutschland sinnvoll. Außerdem stellt die EU jedes Jahr ihr<br />
Arbeitsprogramm für das jeweils kommende Jahr vor. Das sollte<br />
Anlass sein, eine Debatte im Plenum des Bundestages zu führen.<br />
Das würde auch für größeres Interesse sorgen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zu Medienberichten aus<br />
der EU:</p>
<p><b>teichtier:</b> Könnte z.B. ein gemeinsamer europäischer<br />
Fernsehsender eine Option sein? Auch wenn man dann noch klären<br />
müsste, welche Programme in welcher Sprache übertragen<br />
werden&#8230;</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich bin recht skeptisch was<br />
solche quasi offiziellen Sender angeht. Viel Erfolg könnte<br />
doch eher eine Daily Soap auf RTL haben, „Verliebt in Brüssel“<br />
oder so. Im Ernst: Die Einschaltquoten von Euronews oder arte zeigen,<br />
dass sich nur wenige Zuschauer für deren Angebot interessieren.</p>
<p><b>Katalina: </b>Viele Menschen haben das Gefühl,<br />
dass die EU versucht, zu viel zu regeln und zu viel unnötige<br />
Bürokratie schafft. Wie sehen Sie das?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>In mancherlei Hinsicht stimmt<br />
das. Es gibt noch einen Besitzstand an alten EU-Regeln, die parallel<br />
zu anderen, neueren existieren, mit teilweise sogar widersprüchlichen<br />
Regeln. Hier würde ein Verfallsdatum für EU-Gesetzgebung<br />
helfen. Also: Nach einer Zeit kommt in jedem Fall eine Überprüfung<br />
von Sinn und Zweck. Andererseits wird in diversen Bereichen auch<br />
durchaus Bürokratie abgebaut, indem etwa 27 nationale Regeln<br />
abgeschafft werden und durch eine europäische ersetzt werden.<br />
Oder indem Markthemmnisse im Binnenmarkt abgeschafft werden.
</p>
<p>
<b>Frank:</b> Warum sind europäische Einheitsregeln<br />
und Standardisierungen notwendig? Vergleiche die Äbbelwoi-Diskussion.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Apfelwein als Begriff abzuschaffen<br />
wäre meiner Meinung nach total absurd. Manche Regeln hingegen<br />
können sinnvoll sein, weil in der EU der Außenhandel<br />
eine gemeinschaftliche Angelegenheit ist. Also statt 27 Gurkenkrümmungsklassen<br />
nur eine, als Beispiel.</p>
<p><b>Kalambda:</b> Wenn Sie einmal Ihre Fraktion anschauen:<br />
Wie Internet-affin sind die Kollegen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Meine FDP-Kollegen sind Speerspitze<br />
🙂 Jorgo Chatzimarkakis z.B. hat ein Wahlkreisbüro bei Second<br />
Life. Alexander Graf Lambsdorff war Mitgründer des FDP-Internet-Landesverbandes.<br />
Das nur pars pro toto.
</p>
<p>
<b>msaip:</b> Die FDP und seit Kurzem auch die SPD setzen<br />
Online-Communities für politische Kommunikation ein. Was denken<br />
Sie darüber? Ist das die Zukunft der Parteiarbeit?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Ganz klar: Ja. </p>
<p><b>teichtier:</b> Wie beeinflusst Ihrer Meinung nach das<br />
Internet die politische Kommunikation?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Leitartikler verlieren die<br />
Hoheit über die Meinungsbildung. Das ist gut. Jeder kann im<br />
Internet Meinungsführer werden. Politische Kommunikation wird<br />
im besten Sinne demokratischer.</p>
<p><b>Moderator: </b>Nachfrage von msaip:</p>
<p><b>msaip:</b> Welche Vorteile bringen denn diese Online-Communities,<br />
zum einen für die Mitglieder, zum anderen für Politiker?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Für Mitglieder: Unmittelbare<br />
Kommunikation. Für Politiker: Zielgruppengenaue Ansprache.</p>
<p><b>weihnachtsmann:</b> Was war denn Ihre Motivation, mit<br />
dem Bloggen anzufangen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> In der Fußgängerzone<br />
am Info-Stand war es einfach zu kalt. Wirklich wahr ist: Ich finde,<br />
das ist eine ausgezeichnete Plattform, um mit Menschen im Gespräch<br />
zu sein, um Interesse für Politik zu wecken und Diskussionen<br />
anzustoßen.
</p>
<p>
<b>Fantasma:</b> Haben Sie denn den Eindruck, über<br />
das Blog auch eine ähnlich große Menge an Menschen ansprechen<br />
zu können wie z.B. am Info-Stand?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Viel mehr Menschen, in jedem<br />
Fall. Die Auswertungen von Focus-Online ergeben, dass es monatlich<br />
mehrere tausend Leser gibt. Um ähnlich viele Kontakte zu haben,<br />
müsste ich mich in der Fußgängerzone dauerhaft niederlassen.</p>
<p><b>crash:</b> Mit welchen Erwartungen haben Sie angefangen<br />
zu bloggen? Haben diese sich erfüllt?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Schöne Fragen. Danke<br />
dafür. Meine Erwartungen waren vor allem, dass sich dadurch<br />
ein tolles, schnelles Diskussionsforum ergeben kann. Erfüllt<br />
haben sich die zum Teil.</p>
<p><b>Fantasma</b>: Was sagen denn Kollegen zu Ihrem Blog?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Das kommt drauf an, über<br />
wen ich mich wieder aufgeregt habe. Meine Mitarbeiter allerdings<br />
finden das ganz großartig. (Einstellungsqualifikation)</p>
<p><b>Moderator:</b> Noch einmal zurück zur Europapolitik,<br />
da kamen einige Detail-Fragen:</p>
<p><b>europa: </b>Warum müssen gemeinsame Entscheidungen<br />
in der EU denn einstimmig gefällt werden?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Nicht alle Entscheidungen<br />
werden einstimmig gefällt, in mehr und mehr Bereichen lassen<br />
sich mit Mehrheit Entscheidungen herbeiführen. Wenn der Reformvertrag<br />
dann gilt, werden einstimmige Entscheidungen die Ausnahme sein.</p>
<p><b>juliusevola:</b> Halten Sie den „europäischen<br />
Haftbefehl“ für verfassungsgemäß? Das GG verbietet<br />
die Auslieferung Deutscher.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich halte ihn für in<br />
der jetzigen Form nicht verfassungsgemäß.
</p>
<p>
<b>Fantasma:</b> Haben Sie einen Überblick, wie<br />
viele Menschen die EU befürworten, in Deutschland z.B.?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Es gibt immer wieder Umfragen,<br />
die Ergebnisse unterscheiden sich aber durchaus, je nach Umfrage-Institut<br />
und Größe der Datenbasis.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sind die Ergebnisse denn generell eher<br />
pro EU?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> In Deutschland: Ja. Einigen<br />
Allensbach-Umfragen nach will eine Mehrheit der Deutschen mehr Europa<br />
in den meisten Politikbereichen. Die Umfragen von Eurostat ergeben<br />
ein ähnliches Bild. Das Bild von den EU-Institutionen ist allerdings<br />
nicht so positiv wie das von Europa.
</p>
<p>
<b>Erwin: </b>Hallo Frau Koch-Mehrin, haben Sie den Eindruck,<br />
dass Sie mit Ihrem Weblog die Ansichten einiger Leser über<br />
die EU ändern konnten?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Das kann ich ihnen leider<br />
nicht sagen. Meine Erfahrung ist, dass die allermeisten Leser keine<br />
Kommentare schreiben, ich also oft nicht weiß, ob ich auf<br />
Zustimmung stoße oder nicht. Es ist eher zufällig, dass<br />
ich zum Beispiel bei einer Veranstaltung in Deutschland auf einen<br />
Blog-Beitrag angesprochen werde und mir vermittelt wird, dass der<br />
Leser dann dauerhaftes Interesse für europäische Themen<br />
entwickelt hat.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Und das waren auch schon wieder 60<br />
Minuten Blogsprechstunde. Vielen Dank für die vielen Fragen<br />
und natürlich vielen Dank an Frau Koch-Mehrin für die<br />
Antworten. Frau Koch-Mehrin, vielleicht noch ein Schlusswort?</p>
<p><b>Silvana Koch-Mehrin: </b>Vielen Dank! Statt Schlusswort<br />
lieber: Auf Wiedersehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir danken auch und wünschen noch<br />
einen schönen Abend.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Europa soll stark sein in der gemeinsamen Außenpolitik.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><b>Silvana Koch-Mehrin</b><!-- #EndEditable -->
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->9.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b><b>Silvana Koch-Mehrin</b><!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->9.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich Willkommen im tacheles.02-Chat. Zum Chat ist heute die Spitzenkandidatin<br />
der FDP bei der Europawahl, Silvana Koch-Mehrin, ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen, vielen Dank dafür. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Können wir beginnen,<br />
Frau Koch-Mehrin?</span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/skmehrin85x93.jpg" alt="Silvana Koch-Mehrin, Europa-Spitzenkandidatin der FDP" align="left" height="93" width="85" /></span>Silvana<br />
Koch-Mehrin:</b> Gerne, ich freue mich hier zu sein
</p>
<p>
<b>bremen02:</b> Warum sind gerade Sie die richtige Kandidatin für<br />
die Europawahl? Was zeichnet sie als Europa-Expertin aus?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich lebe Europa mit irischem Mann und Tochter<br />
mit drei Pässen und seit sieben Jahren arbeite ich in Brüssel,<br />
zuerst in der EU-Kommission und in den letzten 5 Jahren als Unternehmensberaterin,<br />
die eben die Pfade im EU-Dschungel weiß. Insofern kenne ich mich<br />
gut aus.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unternehmensberaterin heißt (auch) Lobbyistin?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ja, wir machen politische Analysen, beobachten<br />
die Gesetzgebung, helfen Unternehmen ihre Interessen zu vertreten und<br />
machen das zurzeit auch für die Unternehmen. Das sage ich immer<br />
ganz offen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Würde ich nachher gerne noch einmal darauf zurückkommen,<br />
doch zuerst:
</p>
<p>
<b>novalis2:</b> Warum braucht Europa die FDP? Ich habe das Fehlen<br />
gar nicht bemerkt.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Doch, man könnte das bemerken, zum<br />
Beispiel wenn es darum geht, „Made in Germany“ zu verbieten.<br />
Zum Beispiel wenn es darum geht, Werbeverbote zu erlassen. Mit der FDP<br />
gibt es so was nicht. Wir wollen ein Europa das deshalb stark ist, weil<br />
es sich auf wenige wesentliche Bereiche konzentriert.
</p>
<p>
<b>Bingo King:</b> Frau Koch-Mehrin, wie wollen sie ihren zukünftigen<br />
Job als EU-Parlamentarierin mit ihren vielen Tätigkeiten als Unternehmensberaterin,<br />
Privatdozentin etc. verbinden? Kommen Sie da überhaupt noch zur<br />
parlamentarischen Arbeit?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wenn ich Abgeordnete bin, werde ich für<br />
diese Zeit nicht als Unternehmensberaterin arbeiten. Ich finde das geht<br />
nicht, Lobbyistin und Objekt des Lobbying gleichzeitig zu sein. Ich<br />
werde mich also auf die politische Arbeit konzentrieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Betreff Lobbyismus:
</p>
<p>
<b>Braveheart!!:</b> Aha, Europa soll doch für die Bürger<br />
da sein, nicht nur für die Wirtschaft.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Stimmt! Deswegen wollen wir ja einen Volksentscheid<br />
zur EU-Verfassung und auch zum Türkei-Beitritt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Mal ehrlich: Meinen Sie, dass die Deutschen wüssten,<br />
worüber Sie abstimmen (wenn sie überhaupt beim Volksentscheid<br />
mitmachen). Die EU-Verfassung ist mächtig kompliziert und nicht<br />
gerade das Trend-Thema in den deutschen Medien.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Genau deswegen brauchen wir den Volksentscheid.<br />
In fast allen anderen EU-Ländern dürfen die Bürger abstimmen,<br />
ob sie die Verfassung wollen. Wir Deutschen sind nicht dümmer.<br />
Wenn die Menschen selbst entscheiden können, dann interessieren<br />
sie sich auch für das Thema.
</p>
<p>
<b>Guido:</b> Sie sagen &quot;auf wenige wesentliche Bereiche zu konzentrieren&quot;,<br />
welche sind ihrer Meinung nach diese Bereiche und was soll mit den anderen<br />
geschehen, die womöglich weniger produktiv sind?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Bereiche beziehen sich auf Europa:
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Europa soll stark sein in der gemeinsamen<br />
Außenpolitik. Wir wollen eine gemeinsame europäische Armee<br />
unter einheitlichem Oberbefehl, den gemeinsamen Markt und auch das Wettbewerbsrecht,<br />
und natürlich die gemeinsame Einwanderungspolitik. Das sind Beispiele.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wo hat Ihrer Ansicht nach Europa, oder besser gesagt,<br />
die EU-Kommission, nichts zu sagen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> In der Finanzpolitik. Steuern sollten national<br />
bleiben. Auch in der Gesundheitspolitik, Sozial- und Agrarpolitik sollte<br />
die EU sich sehr zurückhalten.
</p>
<p>
<b>freeman:</b> Guten Tag Frau Koch-Mehrin. Die europäische Politik<br />
beeinflusst die nationale Gesetzgebung teilweise unmittelbar. Besonders<br />
durch die \&quot;Chancengleichheit im Wettbewerb\&quot; werden nationale<br />
Regelungen teilweise wieder zu Nichte gemacht. Sollte der Wettbewerb<br />
dennoch an erster Stelle in Europa stehen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wir haben den gemeinsamen Binnenmarkt und<br />
das ist der Raum ,wo der Wettbewerb stattfindet. Und Wettbewerb führt<br />
immer dazu, dass die besten Vorschläge Erfolg haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie erwähnten die Außenpolitik als gemeinsamen<br />
Bereich:
</p>
<p>
<b>rumsfelder:</b> Außenpolitik: Wie soll das aussehen? Die Interessenunterschiede<br />
sind doch so groß, dass man sich nicht mal auf eine Verfassung<br />
geeinigt hat, wegen Einfluss und Macht. Frankreich und Deutschland als<br />
Vorreiter?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wir wollen Mehrheitsentscheidungen in der<br />
Außenpolitik. Europa wird nur dann ernst genommen, wenn es gemeinsam<br />
auftritt. Jedes einzelne Land allein ist zu klein, um in der Weltpolitik<br />
eine Rolle zu spielen. Wenn wie beim Euro nicht alle Länder mitmachen<br />
wollen, dann ist das auch möglich. Es sollten nur die, die gemeinsam<br />
vorangehen wollen, davon nicht aufgehalten werden.
</p>
<p>
<b>Guido:</b> Sollte man sich nun mit der EU-Osterweiterung darauf<br />
konzentrieren, wirtschaftsschwächere Länder zu integrieren,<br />
um dann, gemeinsam, die weiteren außenpolitischen Ziele zu verfolgen?<br />
Oder ist die Außenpolitik bloß eine Angelegenheit der Wirtschaftsnationen<br />
wie Deutschland, Frankreich, Italien usw..
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Die Außenpolitik kann von allen europäischen.<br />
Ländern gemeinsam gemacht werden. Das hat nichts zu tun mit der<br />
Wirtschaftsleistung eines Landes. Bei der Osterweiterung geht es vor<br />
allem darum, dass man die EU als die Gemeinschaft von Frieden und Wohlstand<br />
nun mit 25 Ländern hat.
</p>
<p>
<br />
<b>freeman:</b> Gemeinsames Auftreten: Es ist doch am Beispiel des Irak-Krieges<br />
gut zu sehen, dass man nicht immer einer Meinung ist. Warum sollten<br />
sich dann einzelne Länder in solch wichtigen Fragen unterordnen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Weil die Weltpolitik von Europa erwartet,<br />
dass es gemeinsam auftritt. Wir haben eine Währung, einen Markt<br />
, immer mehr für alle geltenden Gesetze. Da ist es lächerlich,<br />
wenn man nicht außenpolitisch gemeinsam auftreten kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine weitere Ihrer Forderungen: Ein gemeinsamer Sitz<br />
der EU im UN-Sicherheitsrat. Klingt außerordentlich gut, würde<br />
auch den UN-Sicherheitsrat wahrscheinlich aufwerten &#8211; hätte aber<br />
als Bedingung, dass sich die künftig 25 EU-Staaten auf eine gemeinsame<br />
Position in der Außenpolitik einigen können. Wenn es um die<br />
wirklichen Streitpunkte geht, dürfte das wohl selten klappen &#8211;<br />
sieh die Diskussion um den Irak-Krieg, die Europa gespalten hat. Eine<br />
Forderung nur fürs Wahlprogramm?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Nein, wer hätte vor 20 Jahren gedacht,<br />
dass wir im Mai die Osterweiterung haben, wer hätte gedacht, dass<br />
wir den Euro haben. Wenn wir nicht ehrgeizig und mit langfristigen politischen<br />
Ideen an die Sache rangehen, kommen wir nicht weiter. Mehrheitsentscheidungen<br />
werden dabei helfen, Europa handlungsfähig zu machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann ist das der zeitliche Zielhorizont: EU-Sitz<br />
im UN-Sicherheitsrat in 20 Jahren?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Churchill hat schon gesagt: &quot;Prognosen<br />
sind so schwer, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.&quot; Dem<br />
schließe ich mich an.
</p>
<p>
<b>Guido:</b> eine gemeinsame Weltpolitik scheint mir unmöglich,<br />
wenn wirtschaftsschwächere Länder stets von den wirtschaftsstärkeren<br />
abhängig sind. Es wäre zuerst eine Integration erforderlich,<br />
um wirklichen sozialen Ausgleich zu erreichen, der jedoch wahrscheinlich<br />
nicht im Sinne der Wirtschaftnationen ist. Oder täusche ich mich<br />
in dieser Hinsicht?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Die Weltpolitik findet so oder so statt.<br />
Die EU ist ja eine Solidargemeinschaft, die die schwächeren Länder<br />
in der EU beim Aufholen unterstützt. Das hat zum Beispiel bei Irland,<br />
auch Spanien, Portugal, Griechenland gut geklappt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zur Frage des Volksentscheides über<br />
die EU-Verfassung, die wir gerade angesprochen haben:
</p>
<p>
<b>citroen:</b> Wie realistisch ist die Forderung nach einer Volksentscheidung?<br />
Politische Durchsetzbarkeit eher nicht?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Dafür muss das Grundgesetz geändert<br />
werden. Die FDP hat das schon im November versucht. Der Antrag ist damals<br />
im Bundestag abgelehnt worden, aber inzwischen sind die Grünen<br />
und die CSU auch dafür. Ein zweiter Anlauf hätte eine Chance.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie haben darauf hingewiesen, dass in anderen Ländern<br />
Volksentscheide laufen:
</p>
<p>
<b>Trivilian:</b> Die dürfen das, wir dürfen das nicht. Seltsamer<br />
Gedanke. Wir haben bisher keine Volksentscheide gebraucht, wieso jetzt?
</p>
<p>
<b>freeman:</b> Was bringt es Deutschland, wenn Bürger, die im<br />
Mittel wenig Ahnung haben, abstimmen dürfen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Volksentscheide zur EU-Verfassung sind<br />
deshalb so wichtig, weil die Verfassung jeden einzelnen in seinem Dasein<br />
betrifft. Deswegen sollte jeder darüber abstimmen dürfen.<br />
Was die Ahnung angeht, sich für eine Partei zu entscheiden, die<br />
ein ganz komplexes Programm hat, ist noch komplizierter. Es ist die<br />
Aufgabe der Politiker zu vermitteln, warum wir eine Verfassung brauchen<br />
und was darin steht. Gelingt es nicht, ist die Verfassung zu kompliziert.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Kommentare:
</p>
<p>
<b>urban_warrior:</b> @freemann in welchem Land ist das nicht so?
</p>
<p>
<b>Michael K:</b> @freeman: Das ist direkte Demokratie und würde<br />
der Politikverdrossenheit entgegenspielen!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Können Sie dem zustimmen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann sollte man noch mehr Volksentscheide einführen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wir wollen zum Beispiel auch die Direktwahl<br />
des Bundespräsidenten, und in der Türkei-EU-Beitrittsfrage<br />
sind wir ebenfalls für Volksentscheid.
</p>
<p>
<b>freeman:</b> Frau Koch-Mehrin, sie hatten vorhin erwähnt, die<br />
EU solle sich aus der Finanzpolitik heraushalten. Wie steht es da mit<br />
dem Stabilitätspakt?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Der Stabilitätspakt soll ja sicherstellen,<br />
dass die Länder, die den Euro haben, eine vernünftige Wirtschaftspolitik<br />
machen. Ist die Wirtschaftspolitik schlecht, wird die Regierung gemahnt<br />
und dann auch bestraft. Aber die EU übernimmt nicht die Wirtschaftspolitik<br />
des Landes.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> ist ja nicht Europathema, aber aktuell:
</p>
<p>
<b>libertoleranza:</b> Wie soll W. Gerhardt bei Direktwahl Bundespräsident<br />
werden?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Mit der Mehrheit der Stimmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich spüre Hoffnung im Raum.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Im Ernst: Für die Wahl jetzt im Mai<br />
ist Direktwahl noch nicht möglich.
</p>
<p>
<b>richard:</b> Zur Türkei-Frage: Glauben Sie, dass es den Gegnern<br />
eines Türkei-Beitritts gerade recht kam, dass der Verfassungsvertrag<br />
vorerst gescheitert ist. Immerhin könnte man die gescheiterte Verfassung<br />
ja als weiteren Vorwand zur Verzögerung der Gespräche nutzen.<br />
Was halten Sie von solchen Theorien?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Die Realität ist, türkische Minister<br />
werden schon jetzt zu EU-Ministerratssitzungen eingeladen. Es entsteht<br />
bei mir der Eindruck, dass die Bundesregierung schon vollendete Tatsachen<br />
schaffen will, bevor Ende des Jahres die Entscheidung in der EZU getroffen<br />
werden soll.
</p>
<p>
<b>Mika:</b> Liebe Frau Koch-Mehrin. Wo liegen die Ihrer Meinung nach<br />
die Grenzen der EU bzw. welche Staaten sollten noch in die EU aufgenommen<br />
werden? Gehört zum Beispiel die Türkei in die EU?
</p>
<p>
<b>Trivilian:</b> Was denken sie über die Aufnahme von Ländern<br />
in die EU, die gar nicht in Europa liegen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wenn wir ab Mai eine EU von 25 und danach<br />
von 27 Ländern haben, dann ist es eine völlig andere EU als<br />
heute. Wie und ob das funktioniert wird sich erst zeigen. Zum Türkei-Beitritt<br />
ist es wichtig, dass wir damit ehrlich umgehen. Zurzeit sind weder die<br />
Türkei noch die EU in der Lage, einen Beitritt zu verkraften. Die<br />
Länder, die nicht in Europa liegen, können durch spezielle<br />
Partnerschaften eng angebunden werden.
</p>
<p>
<b>Diplo:</b> Mit dieser Zögerlichkeit verabschiedet sich die<br />
FDP von der Politik ihres Lehrmeisters Genscher, der Vorreiter für<br />
die Erweiterung war &#8211; auch die Aufnahme der Türkei.
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Die Osterweiterung ist in wenigen Wochen<br />
passiert und die Türkei: wie gesagt, Ich bin für Ehrlichkeit.
</p>
<p>
<b>Tiscali Europa:</b> Sie haben sich in mehreren Interviews gegen<br />
eine EU-Steuer ausgesprochen. Sollte eine solche Abgabe jedoch keine<br />
Steuermehrbelastung bedeuten, wäre sie dann nicht ein Weg zu einer<br />
transparenteren Finanzierung der EU?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich halte das Prinzip &quot;no taxation<br />
without representation&quot; für wichtig. Also so lange die EU<br />
keine Demokratie ist, in der klar ist, wer für was verantwortlich<br />
ist, und wer in wessen Namen entscheidet, so lange darf sie keine Steuerkompetenz<br />
haben.
</p>
<p>
<b>K. Lauer:</b> Frau Koch-Mehrin, wird das Europaparlament in Deutschland<br />
überhaupt richtig wahrgenommen?
</p>
<p>
<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wenn es um Selbstbedienung und Abzocke<br />
geht, ja, ansonsten zu wenig.
</p>
<p>
<b>Diplo:</b> Wie beurteilen Sie die Forderung der Bundesregierung,<br />
bei der Planung des Haushaltsrahmens 2007-20013 die Einnahmeobergrenze<br />
der Kommission auf 1 % GNP zu begrenzen?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> GNP= Bruttosozialprodukt
</p>
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Sparen ist immer gut. Aber noch wichtiger<br />
ist: Wofür wird das Geld eigentlich ausgegeben? Und eine EU, die<br />
fast die Hälfte des Haushaltes in Agrarsubventionen steckt, in<br />
der 10 Prozent pro Jahr durch Korruption verschwindet aber nur 4 Prozent<br />
in die Bildung geht, die sollte ihre Ausgabenseite reformieren. Solche<br />
Vorschläge möchte ich von der Bundesregierung hören.
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<b>Moderator:</b> Im Mai kommen zehn neue Mitglieder zur EU, das heißt<br />
vereinfacht gesagt: Weniger Geld für alle oder mehr Zahlungen der<br />
reicheren Länder. Deutschland ist ein so genannter Netto-Zahler,<br />
zahlt also mehr, als es aus EU-Subventionstöpfen wieder erhält.<br />
Die Bundesregierung lehnt wie gerade gefragt eine Erhöhung der<br />
Zahlungen bislang ab. In der Süddeutschen Zeitung heißt es<br />
heute in einem Kommentar, bei der EU-Finanzplanung, die EU-Kommissionspräsident<br />
Prodi morgen vorstellt, setzt Prodi auf &quot;Prassen&quot;. Vorschlag<br />
von SZ-Kommentator Hagelücken: Mehr Mittel für die neuen Beitrittsländer,<br />
weniger für die bisherigen Empfänger. Fände das Ihre<br />
Zustimmung. Eine deutliche Verschiebung der Finanztransfers zu Gunsten<br />
der neuen Länder?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich finde, vor allem das Thema der Agrarsubventionen<br />
muss angegangen werden. Dort fließen Milliarden hin, die besser<br />
zum Aufbau in den neuen EU-Ländern verwendet werden können.
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<b>freeman:</b> Also ist die logische Konsequenz, den Agrarsektor auch<br />
für z. B. Entwicklungsländer zu öffnen?
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<b>Trivilian:</b> Aber die Agrarsubventionen sind eine wichtige Stütze.<br />
Wie möchten sie diese denn wirklich fällen?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Ich bin gegen Protektionismus. Offene Märkte<br />
sind die beste Entwicklungshilfe. Wir wollen die Agrarsubventionen zurückführen.<br />
Die Agrarsubventionen sind überdimensioniert und schaden der Landwirtschaft<br />
oft mehr als sie helfen.
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<b>Nadine:</b> Wie sollen die Agrarsubventionen angegangen werden,<br />
wenn viele Beitrittsländer (zum Beispiel Polen) sehr agrarisch<br />
strukturiert sind?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Das erhöht noch einmal den Druck,<br />
die Subventionen abzubauen, sonst ist es ein Fass ohne Boden und es<br />
kostet viel zu viel.
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<b>Moderator:</b> Sie legen sich dabei vermutlich mit der größten<br />
Lobby an, die es in Brüssel gibt, das wissen Sie?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer<br />
nicht wagt, der nicht gewinnt.
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<b>Moderator:</b> Sie arbeiten aber nicht zufällig für ein<br />
Agrar-Unternehmen?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Nein. Agrarlobby haben wir nicht. Meine<br />
Lobby ist der Steuerzahler.
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<b>nasebohne:</b> Guten Tag, finden Sie nicht auch, dass die EU-Regelungen<br />
bisweilen zu weit gehen? Als &quot;normaler&quot; Bürger hat man<br />
den Eindruck, dass auch in Brüssel eine Verordnungswut herrscht<br />
&#8230; und die einzigen die sich daran halten (und oftmals noch eins draufsetzen)<br />
sind wir!
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Richtig. Deswegen wollen wir ja &quot;Bürger<br />
statt Bürokraten&quot;. Das Raumschiff Brüssel soll wieder<br />
Bodenhaftung bekommen.
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<b>Nadine:</b> Frau Koch-Mehrin, was wollen sie machen, damit ich (später)<br />
leichter in Europa arbeiten kann? Zurzeit müssen zum Beispiel Studenten<br />
keine Visa mehr beantragen, jedoch immer noch eine lästige Aufenthaltsgenehmigung.<br />
Wie regeln sie das eigentlich?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> In der EU sollte schon jetzt Freizügigkeit<br />
herrschen, was zum Beispiel den Wohnort angeht. Nationale bürokratische<br />
Verfahren sind aber trotzdem noch zu kompliziert. Das kann aber nur<br />
national geregelt sein. Beim Studium zum Beispiel bin ich für eine<br />
problemlose gegenseitige Anerkennung.
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<b>libertoleranza:</b> Wie stehen Sie zur Neuregelung der Diäten<br />
im EU-Parlament? Soll die Regelung europa-einheitlich oder an die Regelungen<br />
in den Heimatländern angelehnt sein?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Für gleiche Arbeit soll es gleichen<br />
Lohn geben. Wenn alle sparen müssen, sollten die Politiker auch<br />
Maß halten.
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<b>Moderator:</b> Die Diäten der EU-Abgeordneten sollen ja angeglichen<br />
werden. Zur Debatte standen bis zu 9000 Euro monatlich. Bitte mal in<br />
Zahlen: Wie hoch sollte Ihrer Ansicht nach die Diäten eines EU-Abgeordneten<br />
sein.
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Bei der Diskussion wurden Beträge<br />
zwischen 5000 und 9000 Euro diskutiert, das Europa-Parlament hat sich<br />
auf die höchste Zahl geeinigt. Wenn man den Durchschnitt der EU-Länder<br />
nimmt, ist das ein guter Referenzwert.
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<b>Moderator:</b> Scheint mir trotzdem eine hohe Summe zu sein: Sie<br />
orientiert sich ja an den Gehältern höherer Richter. Muss<br />
jeder Abgeordneter bezahlt werden wie ein Richter?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Bisher ist es so: Jeder Abgeordneter wird<br />
so bezahlt wie ein Abgeordneter im Heimatland. Spanier bekommen ca.<br />
2600 Euro. Italiener ca. 11.000 Euro. Das kann so nicht bleiben. Das<br />
Parlament hatte jetzt vor, die Diät mit 50 Prozent eines Richtergehaltes<br />
am Europäischen Gerichtshof zu koppeln. Ein riesiges Problem ist<br />
auch die Reisekostenabrechnung. Die ermöglicht ein Zusatzeinkommen<br />
von fast 30.000 Euro pro Abgeordnetem und Jahr. Das muss auch geändert<br />
werden. EU-Parlamentarier müssen finanziell unabhängig sein.<br />
Aber alles sollte im Rahmen bleiben. Wir von der FDP haben uns schon<br />
jetzt verpflichtet, nur die Reisekosten abzurechnen, die tatsächlich<br />
anfallen, und das restliche Geld aus der Parlamentskasse wieder zurückzuerstatten.
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<b>freeman:</b> Wie ist ihre Meinung: Wird Deutschland wirtschaftlich<br />
von der Erweiterung profitieren oder legt Deutschland eher drauf? Welche<br />
Rolle spielt in dem Zusammenhang der Osterweiterung die Maut?
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<b>Silvana Koch-Mehrin:</b> Zurzeit profitiert vor allem Deutschland.<br />
Wir exportieren stark nach Osteuropa. Es ist aber klar: Der Wettbewerbsdruck<br />
wird zunehmen. Die Reformen müssen bei uns daher endlich wirklich<br />
konsequent und schnell durchgeführt werden.
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<b>Moderator:</b> Unsere Chat-Stunde ist vorbei, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse. Herzlichen Dank, Frau Koch-Mehrin, dass Sie sich die<br />
Zeit genommen haben. Am 19.Februar chatten wir ab 14.00 Uhr mit dem<br />
Spitzenkandidaten der SPD bei der Wahl in Hamburg, Thomas Mirow. Alle<br />
Chat-Transkripte finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen einen schönen Tag!
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