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	<title>Snapchat &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Junge Wähler und Wählerinnen erreichen &#8211; Wahlkampf mit Snapchat (3/4)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 10:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151448" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/titelbild-snapchat-630x276.png" alt="titelbild snapchat" width="630" height="276" /></a>Warum sollten Politikerinnen und Politiker auf einer Plattform aktiv sein, bei der es um Dating geht, Hasenohren auf Selfies der Renner sind und Bilder von Schuhen des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner die meisten Views erhalten? Diese Artikelreihe will zeigen, wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Tinder in der politischen Kommunikation genutzt werden können und welche Politikerinnen und Politiker diese besonders gelungen einsetzen. Im dritten Artikel haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker Snapchat verwenden.</p>
<p>3,5 Millionen Snapchat-Nutzende gibt es hierzulande. 71 Prozent der Userinnen und User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt, wobei der Großteil mit 45 Prozent zur Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahre gehört. Zum Vergleich: Facebook-Nutzende sind älter, hier sind nur 16 Prozent der Userinnen und User zwischen 18 und 24 Jahre alt. Das zeigt: Die junge Zielgruppe ist auf Snapchat unterwegs. Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst, mit dem Bilder und Videos in Form von sogenannten Snaps versendet und empfangen werden können und die sich nach einer bestimmten angegebenen Zeit von selbst löschen. Snapchat Stories sind gesammelte Bilder und Videos, sie sind öffentlich und werden nach 24 Stunden gelöscht.<br />
<img decoding="async" class="  wp-image-151471 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Screenshot_2017-02-02-19-33-27.png" alt="snapchat_europarlament" width="183" height="324" /></p>
<p>Was Snapchat weiterhin ausmacht, sind die spielerischen Elemente und die Schnelligkeit; umfangreiche Bildbearbeitungen sind nicht möglich, alles muss in der App bearbeitet werden. Sogenannte Geofilter (Grafiken, die nur lokal erscheinen), aber auch Sticker, Masken und Text können über das mit Snapchat geschossene Foto oder gedrehte Video gelegt werden.</p>
<p>Snapchat eignet sich, um einen Blick hinter die Kulissen zu bieten, die Atmosphäre von Veranstaltungen einzufangen und eine Beziehung zu den Followerinnen und Follower aufzubauen. Die Schönheit der Bilder oder die perfekt eingesprochenen Videos sind bei Snapchat nicht so ausschlaggebend wie etwa bei Instagram. Das Perfekte wirkt hier fast deplatziert. Dagegen sind Gags, kleine Spielereien wie Filter oder Masken, z.B. in Form von Hasenohren, beliebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Warum snappen Politikerinnen und Politiker?</h3>
<p>,,…<em>es macht Spaß</em>“, erklärt Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete der CDU und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die auch auf anderen Social Media Plattformen sehr aktiv ist. Und auch der Bundestagsabgeordneter der Linken Stefan Liebich erklärt, ,,<em>ich habe Freude daran, neue Apps und Netzwerke auszuprobieren. Große Hoffnungen habe ich damit nicht verbunden. Ich wollte einfach mal schauen, wie es funktioniert.</em>“ Dass er auf Snapchat aktiv sei, sorge für Erstaunen bei jungen Menschen, er werde oft von jungen Menschen im „real life“ angesprochen, die ihm auf Snapchat folgten und ihm mitteilten, dass sie es witzig fänden, dass er dort als Politiker vertreten sei.</p>
<h3>Ohne Strategie und Konzept<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730.png"><img decoding="async" class="  wp-image-151472 alignright" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3730-630x1121.png" alt="snapchat_stefan_liebig" width="180" height="321" /></a></h3>
<p style="text-align: left">Die App wird von den befragten Politikerinnen und Politiker eher ohne ausgefeiltes Konzept oder Strategie verwendet. <em>,,Wenn ich auf einem spannenden Termin bin und mir denk</em><em>e, das könnte doch witzig oder interessant sein, ohne groß einen Kontext beschreiben zu müssen, dann snappe ich in meine Story. Oder wenn ich einen spontanen Gedanken </em><em>habe, von dem ich noch nicht weiß, ob er die nächsten 24 Stunden überleben sollte“, </em>berichtet Dorothee Bär. Auch Stefan Liebich sucht die Inhalte spontan und intuitiv aus. <em>,,In der Regel fällt mir bei einem guten Fotomotiv ein, dass man daraus auch etwas für Snapchat machen könnte. Das ist mal politisch, mal eher privat und manchmal auch e</em><em>infach nur zum Spaß. Ich mache es so, wie es sich ergibt“.</em></p>
<h3>Snapchat als Storytelling Tool</h3>
<p>Snapchat ist ein gutes Werkzeug, um mit Storytelling Geschichten zu erzählen, Informationen und Unterhaltung zu kombinieren. Die Inhalte sollten nicht erzwungen sondern ehrlich und authentisch wirken und sie <em>,,dürfen auch gerne mal ein bisschen dilettantisch oder peinlich sein: Alberner Hut, Fake-Sonnenbrille, Blitze und Partymusik im Hintergrund – was auf Insta schon nicht mehr geht, geht bei Snapchat besser. Je weniger Politiker-typisch, desto besser. Vielleicht nutzen Snapchat deswegen auch noch </em><em>so wenige meiner Kollegen“,</em> erklärt Dorothee Bär. Einblicke in den Alltag und hinter die Kulissen sowie kurze und einfach erklärte politische Inhalte kommen gut bei der jungen Zielgruppe an, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151476" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3680-630x1121.png" alt="snapchat_joahnnes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151475" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_36841-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="356" /></a><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151470" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/IMG_3683-630x1121.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="200" height="355" /></a></p>
<p>Als angehender Lehrer ist Johannes Steiniger durch seine Schülerinnen und Schüler auf die App aufmerksam geworden. Er snappt fast täglich, berichtet im Video über Ergebnisse aus der Bürgersprechstunde, postet ein Bild von seiner Zugfahrt nach Berlin oder wie er auf die Fraktionssitzung wartet.</p>
<p>Schülerinnen und Schüler auf die Frage, was ihnen daran gefällt, wenn Abgeordnete snappen:<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151469" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/snapchat_johannes_steiniger-630x362.png" alt="snapchat_johannes_steiniger" width="601" height="345" /></a></p>
<p>Manche Social Media-Expertinnen und Experten sehen die Zukunft von Snapchat in Gefahr. Mit der Übernahme von Snapchatfeatures haben Instagram und Facebook Nutzerinnen und Nutzer wieder auf ihre Plattformen gelockt, so dass einige den Mehrwert von Snapchat nicht mehr sehen. Andere verweisen jedoch darauf, dass man sich die Synergieeffekte zunutze machen kann, denn die Konzeption für eine Snapchatstory kann auch für Instagram verwendet werden bzw. andersrum.</p>
<p>Nach dem Börsengang von Snap Inc. Anfang Februar 2017 ist davon auszugehen, dass die App durch den Druck der Investoren wieder wachsen und seine verlorenen Nutzerinnen und Nutzer von Instagram zurückholen wird. Außerdem hat das Unternehmen eine Brille mit Kamera herausgebracht: Snap Spectacles. In den USA ist die Brille ein Verkaufsschlager. Snapchat bleibt also weiterhin interessant.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Insgesamt zeigt sich, dass sich Plattformen mit ihren Funktionen immer mehr angleichen. Die Funktionen werden kopiert oder übernommen (z.B: Instagram und WhatsApp kopieren das Stories-Konzept von Snapchat). Die Plattformen werden sich also nicht mehr in ihrer Funktion, sondern eher in der Zusammensetzung der Nutzerschaft unterscheiden.</p>
<p>Auf Snapchat herrscht eine andere Sprache als auf den vergleichsweise seriös verwendeten Sozialen Medien Facebook und Twitter; es geht normalerweise umgangssprachlich bis salopp zu. Politikerinnen und der Politiker sollten überlegen, ob die Verwendung der App zu ihrer Persönlichkeit passt, denn die app-spezifischen Features wie Masken und andere Spielereien gehören zur Verwendung der App dazu, und das ist auch das, was die Userinnen und User sehen wollen. Neue Wege zu gehen, schauen, wie die junge Zielgruppe tickt, sich in ihre Lebenswelt zu begeben, all das können Gründe sein, sich als Politikerin oder Politiker an die App heranzuwagen und mit ihr zu experimentieren. Hierbei müssen nicht immer ausgefeilte Social Media-Konzepte ausgearbeitet werden, Spontaneität und Spaß an der Sache reichen oft schon aus. Allerding ist die Verwendung von Snapchat auch immer ein Balanceakt, denn oft ist es  nur ein schmaler Grat zwischen Authentizität und Blamage.</p>
<p>Snapchat kann als weiterer Kommunikationskanal genutzt werden, mit dem jungen Menschen aus dem Wahlkreis erreicht werden können. Die große Reichweite wird man aber mit der App nicht erreichen, denn wer bei Snapchat einer Partei oder einer Politikerin oder einem Politiker folgt, hat meist schon eine Wahlentscheidung getroffen.</p>
<p>Johannes Steiniger ist unter &#8220;josteiniger&#8221;, Dorothee Bär unter „dorobaer“, Stefan Liebich unter “berlinliebich“ und das Europäische Parlament unter &#8220;europaparl&#8221; zu finden. Eine Liste von weiteren snappenden Politikerinnen und Politikern sowie Parteien gibt es beim <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2016/02/politik-auf-snapchat.html">Hamburger Wahlbeobachter.</a></p>
<p>Im ersten Teil der Serie haben wir uns angeschaut, wie Politikerinnen und Politiker <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/">WhatsApp</a> einsetzen und im zweiten Teil, wie sie <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/">Instagram</a> verwenden.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/berlin-reichstag-the-german-volke-971799/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Reichstag,</a> <a href="https://pixabay.com/en/smartphone-telephone-typing-keying-431230/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone</a> via pixabay, CC0 public domain, bearbeitet von Daniel Schumacher</p>
<p>Bilder im Text: Snapchat Screenshots von Johannes Steiniger, Stefan Liebig</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Zivilgesellschaft 4.0 – Wie Non-Profit-Organisationen neue Spender ins Netz gehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Sep 2016 10:18:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Fundraising]]></category>
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					<description><![CDATA[Junge Erwachsene sind Spendenmuffel. Und für Non-Profit-Organisationen damit eine echte Herausforderung. Die sozialen Netzwerke könnten ihre Chance sein, diese wichtige [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Spende-von-Jana-Donat.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-150170" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Spende-von-Jana-Donat.jpg" alt="Online-Spende von Jana Donat" width="638" height="331" /></a><br />
Junge Erwachsene sind Spendenmuffel. Und für Non-Profit-Organisationen damit eine echte Herausforderung. Die sozialen Netzwerke könnten ihre Chance sein, diese wichtige Zielgruppe der Zukunft für sich zu gewinnen.</p>
<p>Eigentlich sind die Deutschen richtig hilfsbereit. Das hat sich nicht nur in der legendären Willkommenskultur gezeigt, sondern auch beim <a href="http://www.spendenrat.de/wp-content/uploads/2016/02/Bilanz_des_Helfens_2016.pdf%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenverhalten</a>: Vergangenes Jahr haben die Deutschen so viel Geld für einen guten Zweck ausgegeben wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und mehr als jeder dritte Bürger war dabei. Dennoch: Der Erfolg hat graue Haare. Vier von zehn Spendern sind über 70. Und nur jeder siebte Euro der hohen Zugewinne kommt von neuen Spendern.</p>
<p>Aber wie können Non-Profit-Organisationen neue Leute für sich gewinnen? Und vor allem Jüngere, die die Spender der Zukunft sind? Laut einer <a href="https://yougov.de/news/2014/10/01/spenden-studie-spendenaufrufe-erreichen-jungere-be/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouGov-Umfrage</a> erreichen Spendenaufrufe 18- bis 24-Jährige besonders über soziale Netzwerke. Und auch wenn das Internet insgesamt noch nicht der wichtigste Kanal zu Spendern ist, sondern der Brief: „Die nächsten fünf bis zehn Jahre wird sich die Gewichtung definitiv verschieben“, sagt Marketing-Expertin Eva Hieninger, die Non-Profit-Organisationen wie „Die Johanniter“ oder „Save the Children“ berät. Für Jörg Reschke, ebenfalls Berater für digitale Kommunikationsstrategien, liegt das auf der Hand: „Die Spender erwarten, dass man mit ihnen auf den Kanälen kommuniziert, auf denen sie schon sind“ Und wenn es um unter 30-Jährige gehe, gehörten soziale Medien für jede Organisation unbedingt dazu. Die Frage ist nur, wie Nutzer dort am besten zu erreichen sind.</p>
<h3>Online-Fundraising: Schlägt Facebook bald den Brief?</h3>
<p>„Nur auf Facebook zu sein, bringt noch keine Spenden“, betont Eva Hieninger. Die richtige Strategie sei auch online unverzichtbar. „Es ist wichtig, dass Organisationen eine Beziehung zum möglichen Spender aufbauen und aufrechterhalten.“ Transparenz und Vertrauen seien hier zentral und müssten Schritt für Schritt hergestellt werden: Was ist genau das Problem, dessen sich die Organisation annehmen will? Was macht sie mit den Spenden? Und welche Erfolge erzielt sie damit? Ideal zur Beantwortung dieser Fragen seien Bilder-Galerien und Videos. „Dadurch kann man eine Geschichte erzählen, um die potentiellen Spender zu emotionalisieren. Und über die sozialen Medien geht das hervorragend.“</p>
<p>Die Anliegen der Organisation herunterzubrechen und über Videos oder Bilder vielfältig aufzubereiten, hält auch Marketing-Experte Jörg Reschke für einen entscheidenden Vorteil: „Das schaffe ich mit einem bloßen Brief nicht.“ So könne mit den potenziellen Spendern auch eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe entstehen: „Und die ist sogar viel intensiver, weil bei dem Medium durch die Kommentarfunktion Dialoge möglich sind. Man holt die Leute dann einfach ganz woanders ab.“ Dabei spiele auch eine Rolle, dass man beim „Geschichtenerzählen“ mehr auf Inhalte setzen und die Menschen im Netz „uneigennütziger“ an die Organisation heranführen könne, so Reschke: „Man ist nicht einzig auf Spenden-Call-to-action aus.“</p>
<h3>Vielleicht reicht das Netz nicht aus, um Spenden zu fischen</h3>
<p>Diese direkte Ansprache brauche es allerdings nach wie vor, findet Eva Hieninger: „Sich auf Facebook ein Video anzuschauen, auf das man stößt, heißt nicht, dass man dann auch spendet.“ Die direkte Ansprache sei immer noch nötig; über eine E-Mail oder eben bald über das Messaging. Überhaupt: Es brauche durchschnittlich sieben Kontakte bis sich jemand zu einer Spende entschließe, so Hieninger. „Und in der Regel muss die Botschaft der Organisation auf verschiedenen Kanälen an den Spender herangetragen werden.“ Analoge Wege wie Plakate auf der Straße gehörten da genauso dazu wie Facebook oder Instagram. „Außerdem sind soziale Netzwerke ausgesprochen flüchtige, oberflächliche Medien, in denen man sich nicht damit auseinandersetzen will, dass man gleich spendet“, so Hieninger. „Vor einer Spende steht ein gewisser Gedankenprozess.“</p>
<p>Das sieht auch Reschke so: „Menschen zu überzeugen funktioniert jeweils nur über Gespräche.“ Er glaubt aber, dass sich Internetnutzer durchaus auch allein über mehrere Kontakte mit einer Organisation auf Facebook zu einer Spende bewegen lassen – vorausgesetzt diese Organisation hat sich bereits einen Namen gemacht hat. Reschke ist dabei nicht der Meinung, dass mögliche Spender in den sozialen Netzwerken grundsätzlich anders gewonnen werden können als in der analogen Welt: „Außer dass ich als Organisation bei möglichen Dialogen mit Nutzern gleichzeitig auch viele andere erreiche, die diese Diskussion verfolgen. Und ich kann dort den Kontakt leichter wiederholen.“</p>
<h3>Soziale Netzwerke: „Die gute Tat will auch gesehen werden“</h3>
<p>Doch lässt sich nicht auch immer wieder beobachten, wie ganz unvermittelt regelrechte Wellen der Solidarität durch&#8217;s Netz schwappen? User tauchen nach Terroranschlägen ihre Profilbilder in die Nationalfarben des getroffenen Landes oder Hashtags wie #JeSuisParis oder #RefugeesWelcome verbreiten sich wie ein Lauffeuer. Und bei der beispiellosen Ice-Bucket-Challenge schütteten sich Leute sogar Eiswasser über den Kopf, um ihre Freunde zum Spenden aufzurufen. Stecken somit in Facebook und Co nicht ganz neue Möglichkeiten für die Hilfsbereitschaft?</p>
<p>Sozialpsychologin Catarina Katzer sieht in den Plattformen jedenfalls gleich mehrere begünstigende Faktoren. Angefangen beim Selbstdarstellungsdrang: „Dieses Bedürfnis tragen wir alle immer schon in uns und leben es aus, sobald wir vor die Tür gehen“, so Katzer. Der Reiz, sich über das Internet einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren, sei dabei enorm hoch: „Nicht zuletzt dafür nutzen Menschen soziale Medien.“ Und durch Profilbilder in den je nach Ereignis aktuellen Farben der Solidarität oder durch eiskaltes Duschen gegen ALS wird das eigene Image-Building geschickt verpackt: <a href="http://www.carta.info/74091/icebucketchallenge-soziales-grossexperiment-in-sachen-selbstdarstellung/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weil ich es ja nicht für mich selbst tue, sondern für die gute Sache eines Dritten</a>. „Man zeigt damit allen eine soziale Seite von sich – ob man sie in Wirklichkeit hat oder nicht“, erklärt Katzer. Außerdem beweisen schon Plaketten auf Parkbänken: „Die gute Tat will auch gesehen werden.“</p>
<h3>Wenn eine Spende wie „Gefällt mir“-Drücken ist</h3>
<p>Gleichzeitig stellt man damit den anderen Mitgliedern der Netzgemeinde die Frage: Wie hältst du es eigentlich mit den Ereignissen? Bist du solidarisch? Für die Sozialpsychologin steckt dahinter ein weiterer Dreh von Social Media: „Der Nutzer will das Gefühl haben, dass er ein Teil von vielen ist, dass er dazugehört. Und das ist noch nie so einfach gewesen wie heute: Ich muss nur Knöpfchen drücken.“ Schließlich kämen Nutzer dabei auch mit Themen in Kontakt, die sie normalerweise gar nicht interessieren würden. „Aber wenn schon hunderttausend Leute gesagt haben: Da müssen wir Solidarität zeigen! Dann like ich das auch mal eben und bin dabei.“</p>
<p>Viele Leute für sich zu gewinnen, sei so über die sozialen Netzwerke viel leichter, findet Katzer: „In sozialen Medien fallen Hemmschwellen.“ Und zwar nicht nur Richtung Hass und Gewalt, sondern auch hin zu sozialem Verhalten. „Denn ich bin physisch rausgenommen, fühle mich alleine, obwohl ich eigentlich mit vielen virtuell verbunden bin.“ Jedes Handeln werde deshalb online oft anders gewertet, erklärt die Sozialpsychologin. Prinzipiell gelte das auch bei Einkäufen oder Spenden. Organisationen müssten es potentiellen Spendern jedoch einfach machen: „Gut ist immer, wenn ein geringer Betrag vorgegeben wird. Wenn es heißt: ,Mit nur einem Euro bist Du dabei&#8217;, dann denken die Leute nicht groß darüber nach. Dann ist Spenden wie ein Like-Setzen.“</p>
<h3>Die Jugend ist schon heute online zu gewinnen</h3>
<p>Trotzdem: „Das Netz macht zwar vieles einfacher“, so Katzer. „Aber auch dort gibt es wiederum sehr vieles. Da kommt es darauf an, die Leute zu überzeugen, dass sie bei meiner Organisation richtig aufgehoben sind.“ Und das Überzeugen beginnt schon früh, sagen Eva Hieninger und Jörg Reschke. Denn selbst wenn für viele unter 30-Jährige Spenden jetzt oft noch kein Thema ist: „Wenn man junge Leute die ganzen Jahre ignoriert, kann man sie später auch nicht mehr gut überzeugen“, so Reschke. „Spenden will gelernt sein.“ Hieninger hält fest: „Wenn der WWF jetzt schon die jungen Leute auf <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLk4hSXXBG8k-33Q5ShddX1G2ZmFFHdepj" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube</a> oder <a href="http://www.justforthis.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a> anspricht, wird sich diese Zielgruppe später eher an den WWF erinnern als an eine andere Umwelt- oder Artenschutzorganisation.“</p>
<p>Ein Kochbuch zur erfolgreichen Spender-Generierung gebe es gleichwohl nicht, so die Online-Fundraising-Expertin: Weder seien Knaller wie die Ice-Bucket-Challenge planbar, noch dürfe sich eine sozial orientierte Organisation dabei zu sehr verkaufen. Wichtig sei aber, dass für die Online-Ansprache überhaupt erst die Grundlagen geschaffen würden, wie ein funktionierendes Social-Media-Konzept oder Möglichkeiten, online spenden zu können. „Und die fehlen noch ganz vielen Organisationen“, so Hieninger. Schon jetzt würden Organisationen, die aktiv Online-Fundraising betreiben, 28 Prozent ihrer Spenden aus dem Netz bekommen, konstatiert Reschke. Jedoch gäbe es dafür auch erst seit einem knappen Jahr Ausbildungskurse. „Die Non-Profit-Organisationen in Deutschland brauchen da unbedingt einen Professionalisierungsschub!“, so der Kommunikationsberater. Schließlich steht eines fest: Wer will, dass die Deutschen auch in Zukunft noch richtig hilfsbereit bleiben, kommt an der Zivilgesellschaft 4.0 nicht vorbei.</p>
<p>Titelbild: Online-Spende von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a> / <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a class="external" href="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Zusammen im Netz: Freundschaften im Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2015 11:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Kommunikation ist so einfach wie nie. Durch die technische Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten können wir Smartphones und Social Media nutzen, um Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Große Distanzen und teure Telefonpreise sind kein Hindernis mehr. Freundschaften werden so stärker – nicht schwächer.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit jeher ist Kommunikation zwischen Menschen unerlässlich für ein funktionierendes Sozialleben. Doch die Kommunikationswege haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert. Sie sind einfacher geworden. Facebook, Whatsapp, und Co. sind in unser Leben getreten. Wir benötigen weder Brieftauben, um Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen, noch 37 Kilo schwere Handys. Aber was bedeutet das für unsere Freundschaften? Es ist fraglich, ob all unsere Facebook-Kontakte tatsächlich unsere Freunde sind, aber womöglich bedeutet Freundschaft von früher auch nicht mehr das, was sie vor ein paar Jahrzehnten bedeutete.</p>
<h3>Zeitreise der Kommunikation</h3>
<p>Während die Briten im 2. Weltkrieg noch über 250.000 Brieftauben zur Kommunikation miteinander einsetzen, wird 1946 bereits der erste Telefonanruf von einem Handy getätigt. Dass sich die Briten zuvor für die Brieftauben entscheiden, ist vermutlich nicht unklug – das erste Handy wiegt fast 37 Kilogramm. Heute können wir glücklicherweise auf die gefiederten Freunde verzichten. In den USA telefonieren heute über 34.000 Menschen pro Sekunde. 1971 kommt das Internet ins Spiel. Ray Tomlinson verschickt die allererste E-Mail. Auch wenn diese nur die kurze Distanz von einem Meter zu überwinden hat, stellt sie eine Revolution in der Kommunikation dar. Heute werden über 100 Trillionen Mails pro Jahr verschickt. Die Geschichte geht weiter mit der ersten SMS im Jahr 1992. Sie enthält die Nachricht „Frohe Weihnachten“ und geht an den Firmenchef von Vodafone. 2011 wurden 8.000.000.000.000 SMS verschickt. 1995 beobachten wir die Fusion des Internets und der Handy-Telefonie. VocalTec bringt Voice-over IP zur kommerziellen Nutzung auf den Markt und nennt es „Internet Phone“.</p>
<p>Mit TheFacebook setzt Mark Zuckerberg 2004 das Web 2.0 oder auch Social Media durch. Das Sozialleben wird nun nicht mehr allein durch Nachrichten, sondern auch durch Posts, Likes und Selfies aufrechterhalten. 2012 wurden täglich 250 Millionen Bilder hochgeladen und Facebookseiten-Zugriffe machen 20 Prozent des gesamten Webtraffic aus. Endgültig revolutioniert wird die Kommunikation jedoch durch Smartphones. Während es im Jahr 2007 „nur“ 500 Millionen internetfähige Handys gibt, werden sie 2012 bereits von 1.06 Milliarden Menschen genutzt &#8211; Tendenz steigend. Mit den Smartphones werden Apps wie der Facebook Messenger, Snapchat und insbesondere WhatsApp populär. SMS sind nun nicht nur zu teuer, sondern auch viel zu spartanisch. Sie verlieren an Bedeutung. Die rapide technische Weiterentwicklung hat die Kommunikationsmöglichkeiten im 21. Jahrhundert revolutioniert. Aber welchen Einfluss haben diese neuen Optionen auf unser Sozialleben? Entstehen Freundschaften so schneller? Halten sie länger? Was ist überhaupt Freundschaft?</p>
<h3>Die einzig wahre Freundschaft</h3>
<p>Aristoteles zufolge muss zunächst zwischen gleichen und ungleichen Freundschaften unterschieden werden. Letztere beschreiben beispielsweise das Verhältnis zwischen Familienmitgliedern. In gleichen Freundschaften verfügen beide Personen über dieselben Handlungsmöglichkeiten, die den Diskurs relativ herrschaftsfrei ablaufen lassen. Zudem wünschen sie sich beide dasselbe. Letztlich kommt es nach Aristoteles aber auf die Ursache der Zuneigung füreinander an. Hier differenziert er zwischen drei Arten:</p>
<p>Die <em>Nutzenfreundschaft</em> existiert lediglich aufgrund eines Zweckes. Fällt dieser Zweck weg, ist die Freundschaft gefährdet. Ein modernes Beispiel hierfür wären Arbeitskollegen, die sich im Büro sehr gut verstehen, aber außerhalb der Geschäftszeiten praktisch keine gemeinsamen Aktivitäten oder Kontakt pflegen. Die zweite Art ist die <em>Lustfreundschaft. </em>Die Freundschaft wird in diesem Fall durch ein bestimmtes Interesse, wie beispielsweise Basketball spielen, Horrorfilme sehen oder eine gemeinsame Musikrichtung ausgemacht. Beide Freundschaftsarten sind nach Aristoteles leicht lösbar und nur temporär, da sich die Objekte des Nutzens und der Lust für Menschen ändern.</p>
<p>Die einzig wahre und den ersten beiden überlegene ist die die <em>Tugendfreundschaft</em>. Sie fußt auf der Tugendhaftigkeit beider Personen, die nicht nur Nutzen und Lust, sondern auch das Gute im jeweils anderen suchen und finden. Es bedarf Zeit und Gewohnheit des Zusammenlebens zur Bildung eines solchen „Herzensbundes“. Außerdem kann man nicht eher aneinander Gefallen finden, und Freundschaft schließen, bevor durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung geschaffen wurde.</p>
<h3>827 Facebbok-„Freunde“</h3>
<p>Böse Zungen behaupten diese dritte Form der Freundschaft könne gar nicht mehr existieren. Denn wie sollten 827 Facebook-„Freundschaften“ tatsächlich auf Tugendhaftigkeit beruhen? Suchen und finden wir das Gute in diesen unzähligen Online-Freunden oder basieren sie nicht vielmehr auf Nutzen und Lust? Nicht nur der moderne Freundschaftsbegriff allein wird oftmals in Frage gestellt, sondern auch die Form der Kommunikation. Wir würden uns in die digitale Welt verkriechen, pausenlos mit unseren Smartphones beschäftigt sein und uns lieber über WhatsApp, den Facebook Messenger oder ähnliche Apps unterhalten, anstatt unsere Freunde in der realen Welt zu treffen, behaupten viele. Beim Drang ständig erreichbar zu sein, nichts zu verpassen und nur ja ein Foto der frisch servierten Pizza beim Italiener auf Instagram hochzuladen, kann das Gegenüber schnell einmal in Vergessenheit geraten. Freundschaften seien oberflächlich geworden und Smartphones würden einsam machen.</p>
<p>Bei all den negativen Aspekten der technischen Weiterentwicklung, werden unzählige positive Aspekte gerne von Kritikern &#8211; oftmals selbst digital unerfahren &#8211; übersehen. Natürlich sind unsere 827 Freunde auf Facebook nicht unsere tatsächlichen Freunde. Der Ausdruck „Facebook-Freund“ hat vielmehr einen eigenen Status erreicht, der in den wenigsten Fällen als wahre Freundschaft zu verstehen ist. Aber sich immer wieder an der Begrifflichkeit zu stören ändert nichts an der Tatsache, dass Facebook uns den Kontakt zu Menschen ermöglicht, die womöglich auf der anderen Seite der Erde sitzen.</p>
<h3>Früher war alles besser?</h3>
<p>Die Welt ist globalisiert. „Mal eben“ für ein Jahr durch Neuseeland zu reisen, ist für viele nicht mehr unrealistisch. Auf Facebook können wir Freunde und Familie durch Bilder, Videos oder Standortmittleilungen an unseren Reisen teilhaben lassen. Wer seine Bilder und Videos aber nicht im Netz veröffentlichen will, versendet sie einfach über WhatsApp oder lädt sie auf Snapchat hoch. Hier sind sie sogar nur für 24 Stunden sichtbar. So fühlt es sich für die Familie durch Snapchat fast so an, als wäre sie live bei der Reise dabei. Zusätzlich werden wir unzählige neue Bekanntschaften machen. Aber wie Kontakt halten? Die sozialen Netzwerke machen es uns leicht.</p>
<p>Vor 30 Jahren hätte ein Anruf von Übersee nach Deutschland vermutlich die halbe Reisekasse aufgebraucht. Briefe und Postkarten mussten genügen. Diese hatten mit Sicherheit ihren Charme, aber warum auf kostengünstige Kommunikation in Form von Text-, Voice- und Videonachrichten verzichten?</p>
<p>Geographische Flexibilität ist Grundvoraussetzung, um im heiß umkämpften Arbeitsmarkt der modernen Welt bestehen zu können. Schon während des Studiums ist es nicht ungewöhnlich, wenn Bachelor und Master an unterschiedlichen Orten absolviert werden. Wir müssen uns daran gewöhnen, „neu“ zu sein. Sich dann wieder ein Leben aufzubauen und Kontakte zu knüpfen ist nicht immer leicht. Facebook-Gruppen wie „Neu in Berlin“ ermöglichen uns einen direkten Weg dahin. Einfach der Gruppe beitreten, einen netten Gruß posten und schon werden Leute darauf reagieren. Ein Treffen soll organisiert werden? Kein Problem: Einfach eine Umfrage in der Facebook-Gruppe starten oder gleich Handynummern austauschen, um sich im Gruppenchat bei WhatsApp zu organisieren. Gerne wird gesagt wir würden faul werden durch diesen technischen Fortschritt, wir würden verlernen wie man Kontakte von Angesicht zu Angesicht knüpft und wie man diese pflegt. Naja – warum einfach wenn es auch kompliziert geht?</p>
<h3> Herzensbund</h3>
<p>Der Begriff des Facebook-„Freundes“ stiftet Verwirrung. Davon abgesehen hat die technische Weiterentwicklung aber nicht dafür gesorgt, dass die Bedeutung von Freundschaften abnimmt. Im Gegenteil – Freundschaften zu pflegen ist viel einfacher geworden. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ zählt nicht mehr. Während wir früher zu faul waren, Kontakte über weite Distanzen durch Briefe und unbezahlbare Telefonpreise aufrecht zu halten, ist es jetzt ein leichtes zu erfahren, wie es der Studienfreundin während ihres Erasmus-Jahres in Budapest ergeht. Mit Apps wie WhatsApp sind wir weder finanziell noch technisch beschränkt.</p>
<p>Aristoteles Tugendfreundschaften sind heutzutage genauso gang und gäbe wie vor 5, 20 oder 50 Jahren. Die modernen Medien machen es uns lediglich leichter, unsere Freundschaften zu pflegen. Das Gute im jeweils anderen suchen und finden, durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung schaffen, einen „Herzensbund“ bilden – all das verschwindet nicht durch Apps und Soziale Netzwerke. Wir müssen uns nur einlassen auf diese neuen Methoden der Freundschaftsfindung, denn die Welt steht nicht still und wir müssen uns mit ihr drehen.</p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe “Zusammen im Netz – Beziehungen in Zeiten neuer Medien”<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 </a><a class="hover_opacity" href="https://pixabay.com/en/hand-friend-people-friendship-782688/">ju_sajjad0</a></p>
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		<title>#US2016: Online-Kommunikation im Vorwahlkampf</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 08:10:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Welches Kommunikationsinstrument wird beim US-Wahlkampf die Killer-App? Viel Aufmerksamkeit gibt es für Snapchat, aber auch Text-Formate bleiben relevant. Die Kampagnen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="big"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clinton.jpeg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146702 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clinton.jpeg" alt="clinton" width="640" height="280" /></a>Welches Kommunikationsinstrument wird beim US-Wahlkampf die Killer-App? Viel Aufmerksamkeit gibt es für Snapchat, aber auch Text-Formate bleiben relevant.</p>
<p>Die Kampagnen, mit denen sich die Bewerber um die US-Präsidentschaft in Stellung bringen, sind immer auch Leistungsschauen anderer Art: Dabei konkurrieren Online-Formate um die Gunst des Publikums respektive der Polit-Strategen. Noch bevor der Vorwahlkampf begann, wurde mobiles Livestreaming als ein relevantes Instrument identifiziert. Aktuell ist nun der Foto-/Video-Messenger “Snapchat” angesagt. Laut New York Times ist die Killer-Anwendung aber das schnöde Texting, während sich beim Clinton-Konkurrenten Sanders die Unterstützer unter anderem via Reddit selbst organisieren.</p>
<p>Seit Bürger breiten Zugang zur Online-Kommunikation haben, hat jeder Wahlkampf um die US-Präsidentschaft ein entsprechendes Lieblings-Tool hervorgebracht, dem die Kampagnen-Macher jeweils das Potenzial zum Game Changer attestieren. Der Vorwahlkampf für die Wahl 2016 hatte noch nicht richtig begonnen, da spekulierte der ehemalige Obama-Berater Dan Pfeiffer: “If 2004 was about Meetup, 2008 was about Facebook, and 2012 was about Twitter, <a href="https://medium.com/backchannel/how-meerkat-is-going-to-change-the-2016-election-for-every-campaign-reporter-and-voter-1daa8954e543" target="_blank" rel="noopener noreferrer">2016 is going to be about Meerkat</a> (or something just like it).” Eine besondere investigative Relevanz konnte das mobile <a href="http://www.netzpiloten.de/livestreaming-journalismus-und-kampagnen-in-echtzeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Livestreaming</a> bislang jedenfalls noch nicht entfalten. Vielleicht auch deswegen, weil der Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, seine kontroversen Sprüche sowieso vor dem größtmöglichen Publikum von sich gibt und dafür von der Partei-Basis auch noch Zustimmung erhält.</p>
<h3>Post-TV-Kanal für junge Zielgruppen</h3>
<p>Ebenso früh brachte sich Snapchat ins Gespräch, als im April ein CNN-Reporter für redaktionelle Inhalte, die in der App unter dem Titel “Discover” verfügbar sind, engagiert wurde. Hinzu kam eine Polit-Marketing-Fachkraft von Google. Nun gehört es auch für die Kandidaten zum guten Ton, sich dort mit eigenen Profilen zu präsentieren. Es kann aber auch Werbung in spezifischen Formaten geschaltet werden. <a href="http://www.ibtimes.com/inside-snapchats-fox-gop-debate-live-stream-republicans-embrace-app-quest-post-tv-2042239" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat selbst positioniert sich </a>als “best way to reach 13 to 34-year-olds”. Insofern ist das Engagement der Kampagne von Hillary Clinton dort folgerichtig: Zu ihren inhaltlichen Schwerpunkten gehört derzeit die <a href="https://medium.com/@HillaryClinton/the-new-college-compact-73652df9543c" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gebührenfreiheit von Community Colleges</a>, die sie auch in anderen sozialen Medien zielgruppenspezifisch zum Beispiel mit einer Emoji-Umfrage kommuniziert. Clinton begründet ihre Affinität zu Snapchat schließlich noch ganz anders: In einem offiziell bei Twitter verbreiteten Video merkt sie an, ihr käme es ganz gelegen, dass die Botschaften nach kurzer Zeit wieder verschwinden würden. Damit nimmt sie Bezug darauf, dass sie während ihrer Amtszeit als Außenministerin auch dienstlich über einen privaten E-Mail-Account kommuniziert hat und inzwischen sogar dem FBI den Server übergeben hat.</p>
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://twitter.com/HillaryClinton/status/632583807695089664" class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true">
<p lang="en" dir="ltr">Why does Hillary love Snapchat? Watch and learn:<a href="https://t.co/ZkevdcvZOY">https://t.co/ZkevdcvZOY</a></p>
<p>&mdash; Hillary Clinton (@HillaryClinton) <a href="https://twitter.com/HillaryClinton/status/632583807695089664?ref_src=twsrc%5Etfw">August 15, 2015</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.wired.com/2015/08/not-the-snapchat-election" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wired weist jedoch darauf hin</a>, dass die Rede von der “Snapchat-Election” verfrüht sei. Denn der Dienst ist bislang die Antithese zu Plattformen wie Facebook, die durch die Bereitstellung von Nutzer-Daten den Kampagnen eine punktgenaue Ansprache spezifischer Zielgruppen entlang diverser Parameter (“Targeting”) ermöglichen.</p>
<h3>Die Alternativen: Texting – Reddit – Open Source</h3>
<p><a href="http://nyti.ms/1EAUS7A" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die New York Times diagnostiziert </a>gar die Renaissance von Text-Botschaften “The killer app for the 2016 presidential campaign is not an app at all. It is not even new. Texting – that 1990s-vintage technology – has suddenly become a go-to vehicle for presidential campaigns when they need to get a message out as widely and quickly as possible, and with confidence that it will be read.” In dieser Perspektive gehen Kurzmitteilungen, vor allem weniger als andere Formate in der alltäglichen Informationsflut unter. Auch hier liefert die Clinton-Kampagne ein kreatives Anwendungsbeispiel: Wer auf eine ihrer Kurzmitteilungen mit “HEAR” antwortete, erhielt einen automatischen Anruf mit der Wiedergabe eines <a href="http://www.huffingtonpost.com/entry/hillary-clinton-anchor-babies_55d64e4ce4b020c386de2810" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fauxpas des Republikaners Jeb Bush</a>.</p>
<p>Die Konkurrenz für Hillary im eigenen Lager rückt unterdessen übrigens die Relevanz von Online-Kommunikation für die Selbstorganisation der Kampagnen in den Fokus. Der parteilose Senator Bernie Sanders mobilisiert die Massen unter anderem mit einer Präsenz seiner Unterstützer <a href="https://www.reddit.com/r/SandersForPresident" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei Reddit,</a> wie <a href="http://www.politico.com/story/2015/08/bernie-sanders-rallies-2016-grassroots-support-121512.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politico in einer Reportage</a> über den “Summer of Sanders” und die “Sander-istas” anerkennend berichtet. Und dann ist da noch der Urheberrechtsexperte und Anti-Korruptions-Aktivist <a href="http://politik-digital.de/news/creative-commons-initiator-goes-for-president-146657/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lawrence Lessig</a>, der als “referendum president” kandidieren könnte. Er proklamiert hinsichtlich eigener Software und kreativer Inhalte schon mal “<a href="https://lessigforpresident.com/open-source-president/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The First Open Source Presidential Campaign</a>”.</p>
<p>Dies ist ein Crosspost von netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/us2016-wahlkampf-online-kommunikation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</p>
<p>Teaser &amp; Bild „<a href="https://www.flickr.com/photos/kakissel/2464038263/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Clinton Rally 109</a>“ (adapted) by Keith Kissel (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<p class="big"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://i1.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png?resize=441%2C77" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="418" height="73" /></p>
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