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	<title>Social Bots &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Social Bots &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Daten, Bots und Fake-News: Wie wird der digitale Wahlkampf 2017?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Apr 2017 16:05:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann Big Data so benutzt werden, dass es eine Wahl entscheidet? Auf der von der Initiative D21 und Deloitte organisierten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/datapolitics1.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151928" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/datapolitics1.png" alt="Titelbild: Data und Politics von Initiative D21/Schnittstelle Berlin  CC by 3.0" width="640" height="368" /></a>Kann Big Data so benutzt werden, dass es eine Wahl entscheidet? Auf der von der Initiative D21 und Deloitte organisierten Veranstaltung „Data und Politics“ ging es genau um dieses heiß debattierte Thema. Denn im Hinblick auf die Bundestagswahl in diesem September blieben einige Fragen zum Wahlkampf bislang offen. Würde es diesmal wirklich digital werden?</p>
<p>Big Data. Ein Wort in aller Munde. Spätestens nach Trumps Wahlsieg auch mit Unsicherheit behaftet. Ein Versuch dieses Wahlergebnis in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Da allein Unzufriedenheit und das Verlangen nach irgendeiner Art von Wandel bei BürgerInnen ja nun diesen Ausgang wirklich nicht erklären vermag, oder vielleicht doch? Aber wie kann man Big Data wirklich nutzen?</p>
<p>In den USA werden neben dem Nutzen von sozialen Medien auch Abermillionen von Emails geschrieben, in denen auch auf nicht so saubere Art für Stimmen geworben werden. Zwar werden dabei Daten genutzt, um die BürgerInnen persönlich zu kontaktieren. Dieses sind aber meist Kontaktdaten aus parteiinternen Datenbänken. Denn es scheint nach wie vor eine große Herausforderung zu sein, große Datenmengen effektiv zu nutzen.</p>
<p>Das Problem für die WahkämpferInnen ist, dass 80 % der Daten unstrukturiert sind. Nur 20 % seien daher vorerst brauchbar, aber diese müsse man erst einmal finden, meint Frank Pörschmann von Digital Analytics Association e.V. Das sei nicht einfach. Noch schwieriger sei es, sie dann zu analysieren, um sie beispielweise für einen Wahlkampf zu nutzen. Dabei spielen die richtigen Algorithmen eine entscheidende Rolle. Doch auch Algorithmen können keine Wunder vollbringen, schlussendlich sind sie immer noch vom Menschen konzipiert und aus einem Modell entstanden. Daher auch fehlerhaft und voreingenommen. Da Algorithmen bis dato nur nach Korrelationen suchen, aber die Kausalität und den Kontext nicht erkennen können, ist ihre Wirksamkeit derzeit noch fragwürdig.</p>
<h3>Ausblick auf den deutschen Wahlkampf</h3>
<p>Spielt Big Data für den Wahlkampf im September dann überhaupt eine Rolle? Deutsche Parteien unterstehen zum einen dem deutschen Datenschutzgesetz. An das muss sich gehalten werden. Im Wahlkampf gibt es dann nochmal spezielle Regeln. Beispielsweise können Parteien einige Wochen vor der Wahl die Melderegister der Wahlberechtigten einsehen. Aber mehr als Name, Alter oder gegebenenfalls Todestag steht da nicht drin. Daher eher nicht so nützlich.</p>
<p>Die Post Direkt bietet hingegen detaillierte Datensätze an. Die Reaktion der auf dem Podium vertretenen Parteien (CDU, SPD, Grüne, Die Linke) war einstimmig. Alle Wahlkampf-Manager erklärten, dass sie diese Daten nicht kaufen würden. Zum einen stellten sie die Nutzung und Effektivität der Daten in Frage. Zum anderen wiesen sie aber auch darauf, dass dies bei den deutschen WählerInnen nicht gut ankäme.</p>
<p>Einig waren die anwesenden parteiinternen Wahlkampfleiter oder Auftragnehmer von Agenturen der großen etablierten Parteien darin, dass der Wahlkampf hart geführt werden könne, dabei aber fair bleiben müsse. Ein schmutziger Wahlkampf sei unbedingt zu vermeiden. Die umfangreichste Selbstverpflichtung zur Fairness präsentierte Robert Heinrich von den Grünen: Dark Campaigning oder Posts, also die zielgruppenspezifische Ansprache, seien erlaubt, aber hier müsse klar erkennbar sein, welche Partei dahinter steckt. Zudem wollen die Grünen auf einer Seite alle Dark Posts einsehbar machen, damit auch die WählerInnen außerhalb der Zielgruppen einen Einblick haben. Außerdem solle man sich an deutschen Datenschutz halten, keine Social Bots benutzen oder Lügen verbreiten. Diese selbst auferlegten Regeln seien für die Grünen zwingend, wenn man glaubhaft als datenschutzsensible Partei agieren wolle, erklärte Heinrich, der die anderen Parteien aufrief, sich diesem Kodex anzuschließen.</p>
<p>Wie wird der Wahlkampf also aussehen, wo schmutzig schon mal ausgeschlossen ist? Der Wahlkampf der etablierten Parteien bleibe sauber, behaupten zumindest die Wahlkampf-Manager. Von anderen Parteien, aber auch aus dem Ausland erwarten jedoch alle Podiumsteilnemer, dass etwas passieren wird, nur was wisse man noch nicht.</p>
<p>Dennoch mit was können wir von den Parteien rechnen? Da der Wahlkampf seit Jahren immer professioneller wird, können wir einiges erwarten. Vor allem werden Soziale Medien stärker bespielt. <a href="http://politik-digital.de/news/wahlkampf-mit-whatsapp-151328/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Whatsapp</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-instagram-14-151382/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-snapchat-24-151447/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snapchat</a>, <a href="http://politik-digital.de/news/junge-waehler-und-waehlerinnen-erreichen-wahlkampf-mit-tinder-44-151584/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a> und Facebook und so weiter. Außerdem setzen gerade die größeren Parteien auf den Tür-zu-Tür-Wahlkampf. Online und vielleicht auch mit App organisiert, wie von der CDU bei der Saarländischen Wahl. Durch das föderale Prinzip der Parteien sei ein zentral durchgeplanter Wahlkampf nicht effektiv, meinte Dr. Stefan Hennewig, die Verbände vor Ort wüssten am besten, wo und wie man WählerInnen gewinnt.</p>
<p>Außerdem gibt es gute Gründe, die gegen einen reinen Online-Wahlkampf sprechen. Der sogenannte Straßenkampf, in dem man Plakate anderer Parteien verunstaltet, ist ein wahres Happening, das einfach dazu gehört, meint Pörschmann. Auch der Häuserkampf, wo Freiwillige von Tür zu Tür gehen und Brötchen verteilen ist bei weitem billiger und effektiver als Daten zu kaufen. Bei dem im Vergleich zu den USA kleinen Budget der Parteien sieht es also nicht danach aus, dass dieser Wandel so schnell vollzogen wird. Allerdings werden Online- und Offline-Wahlkämpfe immer enger verzahnt werden.</p>
<p>Durch den Online-Wahlkampf können die Parteien beispielsweise kreative Memes etc. schneller verbreiten. Daher müssen WahlkämpferInnen Trends in den sozialen Medien beobachten und schnell nutzen. Das Unternehmen Dataswarm, welches soziale Medien für Wahlprognosen analysiert, hatte in dem Zusammenhang angemerkt, dass vor allem emotional geladene Tweets und Memes immer noch am besten ankommen.</p>
<p>Ein schwieriges Thema für alle Parteien ist der Umgang mit Fake News. Die Grünen haben eine „grüne Netzfeuerwehr“ ins Leben gerufen, bei der Freiwillige gegen Falschnachrichten vorgehen, Ähnliches gibt es bei den andern Parteien. Allerdings ist das oft nutztlos, merkt Prof. Martin Grothe von der Complexium GmbH an: Die Richtigstellungen erreichen nur diejenigen, die sie auch sehen wollen – und damit viel weniger Menschen.</p>
<p>Den großen Wandel werden wir also auch diesmal nicht sehen. Da der klassische Wahlkampf auch ein soziales Happening ist, wird der Online-Wahlkampf mit der Nutzung von sozialen Medien den klassischen Wahlkampf ergänzen, ihn aber nicht ersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Data und Politics von Initiative D21/Schnittstelle Berlin <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC by 3.0</a></p>
<p>v.l.n.r: Julius van de Laar, Mark Seibert (Wahlkampfleiter DIE LINKE), Robert Heinrich (Wahlkampfmanager Bundesgeschäftsstelle BÜNDNIS 90/DIE GRÜN), Mathias Richel (verantwortlich u. a. für Onlinewahlkampf SPD) und Dr. Stefan Hennewig (Leiter Bereich Kampagne und Marketing CDU).</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Der Social Bot und der Mensch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2017 11:43:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[Prominente nutzen sie, genauso wie Staaten und Interessengruppen, um sich besser darzustellen und Arbeit zu sparen: Social Bots. Ein Überblick [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robots-764951_640.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151623" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/robots-764951_640.png" alt="Titelbild: Robots by alluregraphicdesign via pixabay CC0 Public Domain" width="640" height="320" /></a>Prominente nutzen sie, genauso wie Staaten und Interessengruppen, um sich besser darzustellen und Arbeit zu sparen: Social Bots. Ein Überblick über die aktuellen Einsatzmöglichkeiten der automatisierten Programme, mögliche Gegenmaßnahmen und das moralische Dilemma der Transparenz.</p>
<p>Elon Musk hat einen, der damalige US-Präsident Barack Obama ebenfalls, genauso wie die Musiker Justin Bieber und 50Cent. Und jetzt gehört auch der Heilige Vater Papst Franziskus dazu. Was alle diese Personen eint: Sie haben einen Social Bot, der für sie mit den Menschen per Facebook-Messenger kommuniziert. Der <a href="http://venturebeat.com/2017/01/06/pope-francis-has-a-facebook-messenger-bot-and-its-kind-of-funny/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„MissioBot“</a> beispielsweise erzählt mit Emojis und GIFs die Geschichten gemeinnütziger kirchlicher Projekte. Am Ende der Konversation wird der Nutzer dazu aufgefordert, einen kleinen Betrag zu spenden oder die Geschichte weiter zu erzählen.</p>
<p>Diese Chatbots stellen einen Wandel in Facebooks Handhabung mit Social Bots dar. Wurden die automatisiert arbeitenden Programme, von denen sich einige als menschliche Nutzer ausgeben, noch bis Mitte 2016 konsequent aus dem sozialen Netzwerk ausgesperrt, öffnet sich die Plattform jetzt. Die Bots können von Firmen oder eben prominenten Persönlichkeiten betrieben werden und übernehmen dann die <a href="https://www.technologyreview.com/s/601251/facebook-wants-you-to-chat-with-business-bots/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunikation auf deren Facebookseiten</a>. Social Bots, die unerlaubt Fake-Profile betreiben, bleiben weiterhin unerwünscht. Die Zahl der Bots im Internet steigt dabei stetig an. <a href="https://www.theatlantic.com/technology/archive/2017/01/bots-bots-bots/515043/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neueste Schätzungen</a> gehen davon aus, dass 2016 erstmals mehr als die Hälfte des weltweiten Traffics im Internet nicht mehr vom Menschen generiert wurde, sondern von automatisierten Programmen verschiedenster Couleur.</p>
<p>Welche Reichweite Social Bots generieren, zeigen zwei Großereignisse der vergangenen Monate. Im Juni 2016 konnten Forscher der Universität Oxford <a href="https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1606/1606.06356.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nachweisen</a>, dass insgesamt bis zu 30 Prozent der Posts auf Twitter zum Referendum von Social Bots erstellt wurden. Dabei bedienten sich beide des Hilfsmittels der automatisiert arbeitenden Accounts. Ein Prozent der beteiligten Accounts sorgte für ein Drittel der Tweets. Bots, die #Brexit oder #StrongerIn posteten, hielten sich dabei etwa die Waage. Im Verhalten der Bots zeigte sich jedoch ein Anpassen des Verhaltens an die gegebene Diskussionsumgebung.</p>
<h3>Pro-Trump – Pro-Clinton: 5:1</h3>
<p>Ein starkes Ungleichgewicht zeigte sich im Vorfeld der US-Wahl. Besonders während der drei <a href="http://politicalbots.org/wp-content/uploads/2016/11/Data-Memo-US-Election.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Debatten der Präsidentschaftskandidaten</a> waren die Social Bots für beide Seiten aktiv und machten zeitweise bis zu 30 Prozent der Nachrichten auf Twitter zu diesem Thema aus. Während des Wahlkampfes zeigte sich jedoch ein starkes <a href="http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/7090/5653" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungleichgewicht</a> zu Gunsten Donald Trumps, das stetig wuchs, je näher die Wahl rückte. Kurz vor der Wahl übertrafen die Pro-Trump-Tweets die Pro-Clinton-Tweets im Verhältnis 5:1. Bereits durch die große Anzahl an veröffentlichten Tweets zeigt sich, dass Social Bots die Macht besitzen, aktuelle Diskussionen gehörig zu stören. Gegebenenfalls verschwinden andere Meinungen in einer Flut von Nachrichten, indem die gegnerischen Hashtags „gekapert“ werden.</p>
<p>Social Bots sind schon lange keine simplen Link-Spammer oder einfache Informationsposter mehr. Netzwerke von Bots können unbemerkt politische Meinungen in die laufende Diskussion einstreuen, wie ein Vorfall während der <a href="http://www.aaai.org/ocs/index.php/ICWSM/ICWSM16/paper/viewFile/13015/12793" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maidan-Demonstrationen</a> in der Ukraine 2014 zeigt. Auf Twitter verbreiteten tausende Social Bots während der Proteste ihre Botschaften. Ihre Aktivitätszyklen ähnelten denen von menschlichen Nutzern. Der Großteil der Posts enthielt jedoch eher unpolitische Inhalte: von Links zu Nachrichtenseiten, über sexistische Witze bis hin zu Links zu wahrscheinlich illegalen Downloadseiten für Filme. Durch dieses menschliche Verhalten erhöhten die Bots ihre menschliche Followerzahl, nur um ab und zu politische Tweets mit positiven Äußerungen über den „Rechten Sektor“ – einer rechtsextremen Gruppierung auf dem Maidan – zu posten.</p>
<p>Es zeigt sich, dass Social Bots immer komplexer in ihrem Verhalten werden. Während die Politik noch über den richtigen Umgang damit diskutiert, halten sich die sozialen Netzwerke bedeckt, wie sie mit diesem Phänomen umgehen (wollen). Die Anfälligkeit der Netzwerke hängt einerseits von der Struktur der Plattformen ab. Während es bei Facebook der Bestätigung einer Freundschaftsanfrage bedarf, erfolgt die Kontaktaufnahme beispielsweise bei Twitter lediglich über Follower-Modell. Auch mag der Anschein entstehen, dass Social Bots überwiegend zu negativen Aufgaben herangezogen werden.  Wobei die Diskussion über gut und böse Immer sartk vom Blickwinkel abhängt.</p>
<h3>Gegenmaßnahmen befinden sich noch in den Kinderschuhen</h3>
<p>Die Forschung zum Erkennen von Social Bots steht derzeit noch am Anfang. Die Modelle basieren auf <a href="http://cacm.acm.org/magazines/2016/7/204021-the-rise-of-social-bots/fulltext" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drei Grundsystemen</a>. Das erste baut auf die Fähigkeit von ausgebildeten Menschen, Bot-Accounts von Menschen zu unterscheiden. Dabei hängt die Erfolgsquote von den sozialen Netzwerken ab. Bei Twitter beispielsweise bieten die Profile weniger Anhaltspunkte, die Rückschlüsse auf die Echtheit des Nutzers zulassen. Andererseits bedarf es meist eines Teams, um kritische Fälle zu besprechen. Damit ist es sehr teuer für die Netzwerke. Der zweite Ansatz beruht auf der Annahme, dass Menschen nur mit bekannten Nutzern interagieren. Diese Annahme konnte für viele Netzwerke und Beispiele entkräftet werden und gilt damit als unzuverlässig. Die dritte Systematik arbeitet mit selbstlernenden Algorithmen, wie beispielsweise das Projekt <a href="http://www.wiwi.uni-siegen.de/is/forschung/laufendeprojekte/somefo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media Forensics</a> der Universität Siegen. Ein Ansatz, der auch die Social Bots des Rechten Sektors auf dem Maidan enttarnte, erfolgte über die Analyse der Profilbilder, dem eine Textanalyse vorausging. Die vergleichsweise hohe Erfolgsquote des Projekts: über 80 Prozent erkannte Bots.</p>
<h3>Moralisches Dilemma: Transparenz</h3>
<p>Nun mag man sagen, dass 80 Prozent doch ein gutes Ergebnis sind. Nur stellt sich die Frage: Was passiert mit den fast 20 Prozent echter menschlicher Nutzer, die fälschlicherweise als Social Bot gekennzeichnet oder verbannt wurden? Der Nutzer weiß nun nicht, was er gemacht hat, um als Bot erkannt und aussortiert zu werden. Das moralische Dilemma entspinnt sich am Grad der Transparenz. Legen die Plattformen und Entwickler der Bot-Erkennungsprogramme offen, nach welchen Kriterien sie Social Bots suchen, können echte Menschen entsprechend erkennen, welches Verhalten zur Kennzeichnung führte. Andererseits können die Entwickler der Bots diese entsprechend anpassen und die Erkennungsprogramme müssen eine neue, zusätzliche Generation von Social Bots ausfindig machen. Ein theoretisches, aber nicht allzu weit entferntes Problem, das alle sozialen Netzwerke und Entwickler in ihren Bestreben berücksichtigen sollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/robots-computers-bots-character-764951/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Robots by alluregraphicdesign</a> via pixabay, licensed <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Social Bots – überbewerteter Hype oder Gefahr für die Demokratie?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzstandpunkte/social-bots-151185/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ulf-Jost Kossol]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2017 14:23:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Social Bots]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungefähr in diesem Spannungsverhältnis wird das Phänomen automatisierter Meinungsmacher in den sozialen Medien aktuell diskutiert. Grund genug, sich auch auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-1917737_1280.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-151188" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mobile-phone-1917737_1280-630x420.jpg" alt="mobile-phone-1917737_1280" width="630" height="420" /></a>Ungefähr in diesem Spannungsverhältnis wird das Phänomen automatisierter Meinungsmacher in den sozialen Medien aktuell diskutiert. Grund genug, sich auch auf politischer Ebene damit zu beschäftigen.</p>
<p>Letzten Donnerstag durfte ich als Vertreter der Fokusgruppe Social Media im BVDW als Sachverständiger an dem öffentlichen Fachgespräch zum Thema „Social Bots“ im Paul-Löbe Haus in Berlin teilnehmen. Vorausgegangen waren Interviews, deren Ergebnisse im Thesenpapier veröffentlicht worden sind.</p>
<p>Sachverständiger, wow, klingt fast wie eine Zeugenaussage. Ist schon was passiert? Täter, Opfer, wurde die Mordwaffe schon gefunden? In der Tat ging es viel um Täter, um Opfer und sehr viel um Waffen. Aber der Reihe nach.</p>
<p>Zum Aufwärmen gab es ein kurzes Statement von Prof. Dr. Simon Hegelich von der Hochschule für Politik an der TU München. In seinem aktuellen <a href="http://politicaldatascience.blogspot.de/p/somefo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungsprojekt Social Media Forensic</a> beschäftigt er sich damit, Meinungen in Social Media überprüfbar zu machen.</p>
<p>Laut Hegelich sind Bots Fakten, sie sind überall und sind technologisch relativ primitiv. Ganze Twitterarmeen warten nach seiner Auffassung nur darauf, zielgerichtet eingesetzt zu werden. Da er diese These nicht zum ersten Mal geäußert hat und unter den Sachverständigen auch einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs anwesend war, hatte die Diskussion ihren ersten und besten Höhepunkt. Linus Neumann konterte den Aussagen von Prof. Hegelich sehr vehement und warf ihm seinerseits Meinungsmache vor, diesmal völlig unautomatisiert. Bots seien ja nichts Neues und bereits in den 1960er Jahren zum Einsatz gekommen. Zudem seien ja nicht die Bots böse, sondern diejenigen, die sie einsetzen. Argumente, die ebenfalls nicht von der Hand zu weisen sind.</p>
<p>Bis auf die spürbare Spannung im Sitzungssaal E300, welcher nach Aussage von Patricia Lips, MdB und Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung noch nie so voll gewesen sein soll, waren wir mit der Klärung der Frage hinsichtlich Einfluss und Wirksamkeit von Social Bots nicht wirklich weiter gekommen. Die weiteren Wortmeldungen der Sachverständigen gingen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung.<br />
<strong><br />
Sichtbarkeit und Wirksamkeit</strong></p>
<p>Bemerkenswert war der Redebeitrag von Prof. Dr. Markus Bernhard Strohmaier von der Universität Koblenz, mit dem ich schon vorher reden konnte und der den wesentlichen Unterschied von Sichtbarkeit und Wirksamkeit von Social Bots in die Diskussion eingebracht hat. Denn nicht alles, was wir in den sozialen Medien sehen und als Bot technisch entlarven können, besitzt auch gleichzeitig eine Wirksamkeit. Zudem wir gerade beim Dienst Twitter in Deutschland nicht wirklich von einem Massenkommunikationsmedium sprechen können. Diese Ergänzung wurde durch ein kleines Zahlenspiel erneut von Linus Neumann eingebracht. Seine Redezeit war zu dem Zeitpunkt schon sehr prominent. Aber irgendwie auch unterhaltsam, daher habe ich meine Wortmeldung noch nicht lautstark eingefordert.</p>
<p><strong>Politische Reaktion</strong></p>
<p>Mit im Raum waren auch einige Vertreter der Fraktionen, die, lediglich kurz unterbrochen durch die Teilnahme an der Abschiedsrede des scheidenden Bundesaußenministers Steinmeier, aufmerksam der Diskussion folgten und durch die Moderation auch bevorzugt behandelt worden sind. Nicht falsch verstehen, das geht absolut in Ordnung, immerhin sollen unsere Volksvertreter die Dimensionen ja auch verstehen und die richtigen Maßnahmen einleiten. Allerdings bin ich diesbezüglich nur vorsichtig optimistisch, da man wohl, fraktionsübergreifend der Meinung sei, eine Kennzeichnungspflicht für Social Bots wäre die Lösung, damit der unbescholtene Bürger nicht heimtückisch hinters Licht geführt werden soll. In dem Moment habe ich nur auf das Knallen gewartet, wenn die Mehrheit der Sachverständigen ihren Kopf aufs Rednerpult fallen lassen. Es haben sich aber alle zusammengerissen und versucht, mit einfachen aber unmissverständlichen Worten den anwesenden Mitgliedern des Deutschen Bundestages zu verstehen gegeben, dass das nicht die Lösung sein kann.</p>
<p>Der Zeitplan war mittlerweile völlig aus dem Ruder geraten, daher kamen Teil II und III der Tagesordnung relativ spät zum Einsatz, vieles wurde aber auch schon gesagt oder angerissen. Da sich diese beiden Agendapunkte allerdings um die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten und mögliche Enttarnungssysteme und Eindämmungsmöglichkeiten drehen sollten, war es wirklich schade, hier nicht mehr die notwendige Diskussionszeit gehabt zu haben.</p>
<p><strong>Information Warfare</strong></p>
<p>Bereits während meines Offizierslehrgangs im Jahr 1999 war dieser Begriff des Informationskrieges geboren und hatte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Und auch 2007, von Social Media in Deutschland noch wenig zu sehen, bin ich über einen Dienst mit dem martialischen Namen „Tastaturkrieger“ gestolpert, der nach eigenem Leistungsversprechen Heerscharen von Studenten in kürzester Zeit Aufträge erteilen kann, um Diskussionen und Meinungen in die richtige Richtung zu lenken. Und heute sind es die Twitterarmeen, die in der Lage sind, weltweit Anschläge durchzuführen, um die Ziele ihrer Auftraggeber zu erreichen.</p>
<p>Darum sollte sich auch mein kleiner Redebeitrag drehen: Vergleichen wir doch mal den modernen Information Warfare mit der Entwicklung der klassischen Kriegsführung. Die Bots, die ja angeblich so primitiv sind und aus einigen Zeilen Phython Code bestehen, sind doch evolutionär auf der Stufe der Pfeile und Bogen, die unseren Vorfahren in grauer Steinzeit zur Jagd eingesetzt haben. Also keine Angst?</p>
<p>Während wir über das Thema Social Bots diskutieren, können wir aber sicher sein, dass bereits an wesentlich intelligenteren Waffen gearbeitet wird, die es uns, der Politik und dem Bürger immer schwerer machen werden, Roboter und einen Follower aus Haut und Knochen voneinander zu entscheiden. Im Gegensatz zur Waffengeschichte haben wir allerdings nicht Jahrhunderte oder Jahrtausende Zeit, die es brauchte, automatische Waffen, Panzer, Raketen und Massenvernichtungswaffen zu erfinden, sondern nur einige Monate, maximal wenige Jahre, um uns auf die möglichen Gefahrenpotentiale einzustellen.</p>
<p><strong>Diskussion und Aufklärung</strong></p>
<p>Eine absolute Mehrheit konnten wir dann doch erreichen: Die Notwendigkeit, an der Medienkompetenz viel energischer zu arbeiten, bekam breite Unterstützung. Da ist es auch nicht ausreichend, endlich mal Schulen und andere Bildungseinrichtungen technologisch ins 21. Jahrhundert zu holen sondern den Einsatz, die Chancen und Risiken moderner Kommunikationsformen als elementareren Bestandteil der Bildung zu etablieren. Und dabei sollten wir zur Abwechslung die Erwachsenenbildung in den Vordergrund rücken, da sind nämlich per Gesetz die Wahlberechtigten. Unsere Kids sind da oftmals bereits anders unterwegs.</p>
<p><strong>Mein Fazit</strong></p>
<p>Ich finde es sehr wichtig, dass wir in Zeiten von Fake News und alternativen Fakten diese Diskussion führen und begrüße auch die Initiative der Bundesregierung, hier am Ball bleiben zu wollen. Persönlich bin ich zwar sicher, dass wir auch im Wahljahr 2017 Social Bots sehen werden, glaube aber (noch) nicht an eine spürbare Beeinflussung. Das allerdings kann sich in den nächsten Jahren ändern.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen</strong></p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/blob/488564/4a87d2d5b867b0464ef457831fb8e642/thesenpapier-data.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thesenpapier zum öffentlichen Fachgespräch „Social Bots – Diskussion und Validierung von Zwischenergebnissen“ am 26. Januar 2017 im Deutschen Bundestag</a></p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2017/kw04-pa-bildung-forschung-social-bots/488818" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wirkung von „Social Bots“ ist unter Sach­verständigen strittig</a></p>
<p><em>Dies ist ein Crosspost von socialbusinessevolution.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://socialbusinessevolution.de/social-bots-ueberbewerteter-hype-oder-gefahr-fuer-die-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p>Titelbild von geralt via pixabay.com unter CCO-Lizenz</p>
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		<title>Der Feind in meinem Netzwerk: Social Bots</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 14:38:10 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In sozialen Netzwerken tauchen vermehrt falsche Accounts und Profile auf. Diese zu erkennen, wird zunehmend schwieriger, denn dahinter stecken immer seltener Menschen und immer häufiger Software-Programme: sogenannte Social Bots. Was ist das, was können sie und welche Folgen wird diese Automatisierung haben?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Plötzlich blinkt es auf bei Facebook. Christiane möchte mit dir befreundet sein. Das Profilbild zeigt eine gutaussehende junge Frau mit freundlichem Gesichtsausdruck. Soweit alles in Ordnung. Doch bei genauerem Betrachten fällt auf: Das Profil ist lückenhaft, ihr habt keine gemeinsamen Freunde. Wer ist diese Person, woher kennt sie dich?</p>
<p>Hinter dem Profil steht vermutlich keine Frau namens Christiane – ja, es liegt sogar die Vermutung nahe, dass es sich nicht einmal um einen echten Menschen handelt, sondern um einen sogenannten Social Bot. Hinter solchen Bots – das Wort kommt vom englischen „robot“ – steckt eine automatisierte Software. <a href="http://www.techopedia.com/definition/27811/socialbot" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Bots</a> kontrollieren Accounts in sozialen Netzwerken. Ein Programm wird dadurch zum Social Bot, dass es versucht, andere Menschen davon zu überzeugen, dass es eine echte Person ist. Die Verhaltensmuster unterscheiden sich abhängig vom sozialen Netzwerk, in dem sich der Bot bewegt. Grundlegend ist jeder Bot so programmiert, dass er beispielsweise auf bestimmte semantische Strukturen in gewisser Weise reagiert.</p>
<p>Fake-Profile wie bei Facebook werden auch auf anderen Seiten eingerichtet, <a href="http://www.netzpiloten.de/tinder-fake-profile-locken-die-abo-falle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beispielsweise bei der Dating-App Tinder</a>. Ziel der Bots ist es, in Kontakt mit Menschen zu kommen, um diese im Chat über Links auf bestimmte Seiten zu schicken – zum Beispiel um arglose ChatteilnehmerInnen in Abofallen zu locken. Social Bots auf Facebook hingegen fangen direkt nach Annahme der Freundschaftsanfrage damit an, Informationen und Daten über die betreffenden Personen zu sammeln. Genau das macht Social Bots interessant für Unternehmen, die diese Informationen für ihre Arbeit nutzen.</p>
<h3>Freunde kaufen für ein paar Cent</h3>
<p>Die künstlichen Freunde, die sich einem ungefragt nähern, werden für ihre Freundschaft oder Wertschätzung in Form von Likes oder Retweets von Anderen teuer bezahlt. Im Netz gibt es verschiedene Anbieter entsprechender Dienste. Der Kunde kann dabei zwischen den verschiedenen sozialen Netzwerken und Angeboten wählen: Man kann Freunde für Facebook, Google+ und viele andere Netzwerke kaufen. Ebenfalls käuflich zu erwerben sind Likes oder Twitter-Retweets. 1.000 Facebook-Freunde sind schon für 30 Dollar zu haben, für 10.000 Retweets werden nur 15 Dollar fällig.</p>
<p>Zur US-Präsidentschaftswahl 2012 <a href="http://www.amerikawaehlt.de/tag/fake/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichteten Medien</a> darüber, dass einige republikanische Kandidaten wie Matt Romney sich Twitter-Follower gekauft hatten und teilweise nicht mehr als acht Prozent reale Fans hatten. Etwas <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2012/07/das-wundersame-follower-wachstum-der-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zur selben Zeit wurde bekannt</a>, dass der CDU Twitter-Account innerhalb von vier Tagen 5.000 neue Follower erhalten hatte. Die CDU bestritt den Kauf falscher Fans, konnte dies jedoch nicht beweisen. Denn der Käufer einer solchen Dienstleistung lässt sich nicht ermitteln. Der Kauf kann ebenso vom politischen Gegner genutzt werden, um den vermeintlichen Käufer in Verruf zu bringen. Längere Zeit wurden solche Dienste von <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/gekaufte-facebook-und-twitter-profile-falsche-freunde-fuer-ein-paar-cent-1.1422712" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Agenturen</a> angeboten, die Menschen dafür bezahlten, die Fake-Accounts zu steuern. Doch längst wird diese Aufgabe zunehmend von Social Bots übernommen. Hinter diesen steckt eine immer komplexere Programmierung, die sich auf die Spam-Filter der Netzwerke einstellt, um so der Enttarnung zu entgehen.</p>
<p>Social Bots können weit mehr als nur Daten sammeln und sich als Freund oder Interessent ausgeben. Sie greifen auch aktiv in die sozialen Netzwerke und die dort stattfindende Kommunikation und Meinungsbildung ein. Besonders präsent als ferngesteuerte Meinungsmacher sind Social Bots auf Twitter. Abseits von simplen Spam-Posts, die zumeist von den Spam-Filtern und NutzerInnen der sozialen Netzwerke relativ schnell erkannt werden, agieren Social Bots komplexer. Um nicht aufzufallen, verhalten sie sich zu Beginn eher passiv: Sie posten selbst wenig und folgen anderen. Erst nach einiger Zeit in dem Netzwerk beginnen sie eigene Nachrichten zu versenden – und verhalten sich damit übrigens nicht andersals die meisten menschlichen Twitter-NutzerInnen.</p>
<p>Twitter ist bei Bot-ProgrammierInnen deshalb besonders beliebt, weil die Nutzung sehr niedrigschwellig ist. Ein Account ist schnell erstellt und es müssen nicht viele Daten eingespeist werden. Auf der anderen Seite nutzen viele PolitikerInnen und journalistische Medien den Dienst, um Meinungen zu verbreiten und Informationen zu sammeln. Das machte sich die südkoreanische <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-12/Twitter-Cyberskandal-Suedkorea" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Präsidentin Park Geun Hye im Wahlkampf zu Nutze</a>: GeheimdienstmitarbeiterInnen legten eine Vielzahl von Twitter-Accounts an und verbreiteten mehr als 1,2 Millionen Tweets, in denen die Kandidatin gelobt und ihre KonkurrentInnen diffamiert wurden.</p>
<h3>Social Bots als Meinungsmacher</h3>
<p>Indem Social Bots Einfluss auf den Verlauf von Diskussionen nehmen, ist eine subtile Meinungsbeeinflussung möglich. Diese Möglichkeit steht nicht nur Regierungen offen, sondern allen Akteuren, die über genügend Ressourcen zur Erstellung eines entsprechend großen und gut programmierten Bot-Netzwerkes verfügen. Die Gefahr, dass Regierungen unliebsame Meinungen durch eine bloße Welle an gegenteiligen Informationen bis zur Bedeutungslosigkeit verschwinden lassen und somit Zensur betreiben, ist sehr real. Aktuell lässt sich das gut am Beispiel der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/propaganda-aus-russland-putins-trolle-1.1997470" target="_blank" rel="noopener noreferrer">russischen Außenpolitik</a> verfolgen, die zwar noch eine Agentur mit menschlichen MitarbeiterInnen für solche Dienste bezahlt. Auf Facebook und Twitter werden jedoch vermehrt pro-russische Nachrichten veröffentlicht und Andersdenkende verbal angefeindet.</p>
<p><a href="http://media.ccc.de/browse/congress/2014/31c3_-_6184_-_de_-_saal_g_-_201412271715_-_mein_bot_der_kombattant_-_josch_-_arche3000.html#video&amp;t=1572" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Linguisten Joachim Scharloth und Noah Bubenhofer von der Technischen Universität Dresden </a>haben gezeigt, dass die Erstellung von Social Bots simpel und äußert erfolgreich für den Einsatz im Informationskrieg genutzt werden können. Diese erkennen auf Twitter bestimmte semantische Strukturen und können – entsprechend ihrer Programmierung – darauf reagieren. Auch die Wirtschaft kann diese Mittel nutzen, um positive Bewertungen und Kommentare über eigene Produkte oder diskreditierende über die der Konkurrenz zu verbreiten, was auf Plattformen wie Amazon oder Vergleichsportalen <a href="http://www.stern.de/digital/online/produktbewertungen-im-onlinehandel-krieg-der-falschen-sterne-1895968.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bereits geschehen ist</a>.</p>
<p>In den sozialen Netzwerken entbrennt derzeit ein Wettlauf zwischen Plattform-BetreiberInnen und Bot-ProgrammierInnen. Auf Twitter sind aktuellen Schätzungen zufolge circa <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/twitter-laut-statistik-ist-jedes-zwoelfte-profil-ein-bot-a-985852.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">8,5 Prozent der aktiven User Bots,</a> Tendenz steigend. Weil Bots gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook und Co. verstoßen, arbeiten die BetreiberInnen von sozialen Netzwerken stetig daran, ihren Spamschutz zu verbessern und Bots zu enttarnen und zu verbannen.</p>
<p>Wissenschaftler der Texas A&amp;M University haben sich auf die Suche nach Social Bots im Netz gemacht und einen <a href="http://www.technologyreview.com/view/529461/how-to-spot-a-social-bot-on-twitter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmus</a> entwickelt, der die Erkennung von Bots erleichtern soll. Die Entwicklung von Bot-Erkennungssoftware steckt jedoch noch in den Kinderschuhen. Denn die sozialen Roboter sind extrem anpassungsfähig. Ein guter Weg, um Social Bots zu erkennen, bleiben daher zum Glück immer noch eine gewisse Skepsis und der gesunde Menschenverstand.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/christophaigner/5853275494" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christoph Aigner</a><br />
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