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	<title>Software &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Software &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>„govWILD“: Zu wenig deutsche Daten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 17:24:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Projekt „govWILD“ will Verbindungen von Politikern und Unternehmen anhand von offenen Daten im Internet aufzeigen. In Deutschland stößt das Projekt jedoch angesichts der ungeordneten, unvollständigen und schwer auszulesenden Datenquellen aus Regierung, Ministerien und Verwaltung an seine Grenzen. politik-digital.de sprach mit Professor Felix Naumann, der das Abschlussprojekt von Studenten des <a href="http://www.hpi.uni-potsdam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hasso-Plattner-Instituts</a> (HPI) betreute.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Projekt „govWILD“ will Verbindungen von Politikern und Unternehmen anhand von offenen Daten im Internet aufzeigen. In Deutschland stößt das Projekt jedoch angesichts der ungeordneten, unvollständigen und schwer auszulesenden Datenquellen aus Regierung, Ministerien und Verwaltung an seine Grenzen. politik-digital.de sprach mit Professor Felix Naumann, der das Abschlussprojekt von Studenten des <a href="http://www.hpi.uni-potsdam.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hasso-Plattner-Instituts</a> (HPI) betreute.</p>
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Bislang ist „<a href="http://govwild.hpi-web.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">govWILD</a>“ jedoch noch „under construction“. „Navigierend Verbindungen zwischen Politikern und Unternehmen aufdecken“ ist nur eingeschränkt möglich. Manche Politiker wie Helmut Kohl treten bei „govWILD“ doppelt auf, andere wie Rainer Brüderle findet das Projekt überhaupt nicht. Dabei sei das keineswegs die Schuld der Studenten. Im Gegenteil: Durch ihre gute Arbeit könne man laut Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Informationssysteme am HPI, „auf viele verschiedene Datenbestände zurückgreifen.“ Wie geht das zusammen?
</p>
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<b>USA und Großbritannien als Vorreiter</b>
</p>
<p>
Das Projekt „govWILD“ versucht, öffentliche Daten aus verschiedenen Datenbanken zusammenzuführen und zu analysieren. Es nutzt dazu US-amerikanische, europäische und deutsche Datenbanken. Doch gerade in Deutschland ist das ein sehr aufwendiges Unterfangen. Bei der Veröffentlichung von analysierbaren Daten „sind die USA und Großbritannien Vorreiter“ &#8211; erklärt Felix Naumann. Deutschland hingegen nicht. Deshalb müssen sich die „govWILD“-User derzeit noch mit überwiegend amerikanischen Daten zufrieden geben. Und davon gibt es jede Menge. Die Datenbank US-Spendings umfasst zum Beispiel 10 Gigabyte. Zum Vergleich: Die größte Datenmenge aus Deutschland bilden die Agrarzahlungen – mit 21 Megabyte.
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<div style="text-align: center">
<a href="/wp-content/uploads/govwild_dia.jpg" target="_blank" title="Zum Vergrößern klicken" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/govwild_dia.jpg" width="400" height="279" /></a><br />
<br />
Klicken Sie auf die Grafik, um eine größere Ansicht zu öffnen.
</div>
<p></p>
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<p>
Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Großbritannien werden mehr Daten in einem Format veröffentlicht, das eine spätere computergestützte Analyse möglich macht. „Linked Data“ nennt Naumann das Datenformat, das in den USA und England auf große Zustimmung trifft. Die britische Regierung beauftragte beispielsweise Tim Berners Lee, eine „Linked-Data-Community anzuleiten“. Berners Lee ist  Erfinder des HTML-Codes und gilt als Begründer des World Wide Web.
</p>
<p>
<b>Studenten beheben die Versäumnisse der Politik</b>
</p>
<p>
Naumann räumt ein, es seien „sehr viele Daten“ öffentlich zugänglich, aber leider oft schlecht zu verwerten. Dabei ließe sich mit öffentlich zugänglichen Daten im richtigen Format ziemlich viel machen. Ein Beispiel dafür hat Stephan Wehrmeyer entwickelt, ebenfalls Student am HPI. In einem privaten Projekt <a href="http://www.bundestagger.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestagger </a>veröffentlichte er Protokolle der Debatten im Bundestagsplenum im „Linked-Data“-Format. Der Bundestag bietet aber viele der Dateien nur als PDF-Dokument an – ein Format, das zwar laut Naumann „schön anzuschauen“ sei &#8211; Daten könne man aber nur sehr schlecht herausfiltern. Was nach der Umformatierung durch Wehrmeyer alles möglich ist, kann man auf <a href="http://www.bundestagger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bundestagger.de</a> herausfinden. Unter anderem findet man dort nun Statistiken, wer in Bundestagsdebatten „die meisten Lacher erntet“.
</p>
<p>
Das Team von „govWILD“ will unterdessen ebenfalls mehr Datenbanken für die Analyse erschließen – was nicht immer einfach ist. Ein Problempunkt sei es laut Naumann, „Dubletten zu bereinigen“. So ist zum Beispiel die Partei „Die Grünen“ im System mehrmals aufgelistet, einmal unter dem Namen „Die Grünen“, ein anderes Mal unter „Bündnis 90/Die Grünen“.
</p>
<p>
Laut dem HPI-Professor ist eine solche Bereinigung jedoch „kein leichtes Unterfangen“, besonders bei Personen: Denn in manchen Datensätzen gebe es so wenig Informationen über die Person, dass sich nicht feststellen lässt, wer genau damit gemeint ist: „Nur weil jemand Helmut Kohl heißt, muss es ja nicht der Ex-Kanzler sein.“</p>
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		<title>Die Gewinner des Datenklaus &#8211; Trivadis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 11:56:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Datenklau]]></category>
		<category><![CDATA[Trivadis]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Frage treibt Banken in diesen Tagen ganz besonders um: Wie steht es um die Sicherheit der eigenen Daten? Der spektakuläre Datenklau bei der LGT-Bank in Liechtenstein und bei Julius Bär in der Schweiz hat die IT-Beauftragten der Banken in Angst und Schrecken versetzt. Das
Schweizer Softwareunternehmen <a href="http://www.trivadis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trivadis AG</a> dagegen jubelt: Trivadis entwickelt Präventions-Softwarepakete gegen Datenklau.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frage treibt Banken in diesen Tagen ganz besonders um: Wie steht es um die Sicherheit der eigenen Daten? Der spektakuläre Datenklau bei der LGT-Bank in Liechtenstein und bei Julius Bär in der Schweiz hat die IT-Beauftragten der Banken in Angst und Schrecken versetzt. Das<br />
Schweizer Softwareunternehmen <a href="http://www.trivadis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Trivadis AG</a> dagegen jubelt: Trivadis entwickelt Präventions-Softwarepakete gegen Datenklau.</p>
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Das Geschäftsmodell ist zu weiten Teilen auf die Bankbranche zugeschnitten &#8211; ein Viertel des Unternehmensumsatzes (rund 60 Millionen Euro) verdient das Unternehmen aus Baden bei Zürich mit Banken. Und es kommt noch besser: dieses Jahr erwartet der deutsche Firmenchef Urban Lankes 20 Prozent mehr Wachstum &#8211; stimuliert nicht zuletzt durch die medial ausgeschlachteten Sicherheitslücken bei den Geld-Instituten. Da sage noch einer: eine Krise kenne keine Gewinner.</p>
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		<item>
		<title>Am Anfang war &#8230; die Befehlszeile</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/am_anfang_war_die_befehlszeile-39/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
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		<category><![CDATA[Neal Stephenson]]></category>
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					<description><![CDATA["Am Anfang ... war die Befehlszeile" </strong><strong>Was steckt hinter der blinkenden &#8222;Icon-Welt&#8220; des Desktops?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Am Anfang &#8230; war die Befehlszeile&#8221; <strong>Was steckt hinter der blinkenden „Icon-Welt“ des Desktops? Neal Stephenson zeigt in seinem neuen Buch &#8220;Die Diktatur des schönen Scheins&#8221;, dass grafische Nutzeroberflächen von Windows und Konsorten den PC-User entmündigen.</strong>Neal Stephenson ist Kult – vor allem in der Hacker- und Science-Fiction-Szene. Seine Romane <a href="http://www.cryptonomicon.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cryptonomicon</a> und <a href="http://project.cyberpunk.ru/idb/snowcrash.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snowcrash</a>, allen voran jedoch <a href="http://www.thenetnet.com/readme/diamond.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diamond Age</a> entwerfen komplexe Zukunftsszenarien gepaart mit visionärer Technik eines fortgeschrittenene Nano-Zeitalters. Seine Welt zerfällt in eine Vielzahl gesellschaftlicher Ordnungssysteme, organisiert in Kleinststaaten, autonome Zonen und Interessensverbünden ohne jedewede territoriale Integrität.<br />
<strong>System der Betriebe</strong><br />
In seinem jüngsten, im September 2002 auf deutsch erschienenen, Werk geht es ebenfalls um die Verknüpfung technischer Fragen mit Ordnungssystemen. Allerdings nicht im Sinne einer Romanhandlung in einer technisch hoch entwickelten Zukunft, sondern um Vergangenheit und Gegenwart der vier konkurrierenden Betriebssysteme MacOS, Windows, BeOS und Linux. Nun wäre Stephenson nicht er selbst, würde er sich mit den technischen Aspekten der Fragestellung begnügen. Sein Ansatz sind die ideologischen Hintergründe, die gesellschaftlichen Mechanismen und die hinter der bunten Oberfläche der Betriebsysteme verborgenen Markt- bzw. Vertriebsstrategien der Konzerne.<br />
<strong>Mündige User braucht das Land</strong><br />
Stephenson nimmt den Leser und Nutzer handelsüblicher Betriebssysteme an die Hand und führt ihn hinter die Kulissen des Systems. Mit Intelligenz, vergnüglichem Charme und provokanter Direktheit geht die Reise durch das Disneyland Microsoft, die Jurten und Tipis altruistischer Linux-Freaks, vorbei am Händler für BeOS (das Batmobil unter den Betriebssystemen) bis zu hochglänzend designtem MacO(neway)S. Stephensons Anliegen, auf knapp 200 Seiten delikat und höchst genüsslich serviert, liest sich als Plädoyer zugunsten des Ideals vom mündigen Menschen&#8230; mindestens jedoch seines kleinen, rechten Fingers, der dazu erfunden wurde, die Return-Taste einer Tastatur anzuschlagen. Was, fragt der Autor, steckt wirklich hinter den bunten Desktop-Icons?<br />
Stephensons Essay beschreibt, wie grafische Benutzeroberflächen in die Grundkonstanten unserer Logik und ihrer metaphorischen Systeme eingreifen: ein Wort wird zur Möglichkeit, ein Dokument zur Version, die Sicherung zur Vernichtung. Realität wird ersetzt durch die perfekte Illusion – die, bis zum Snowcrash, mit all ihren farbenfrohen Icons, Sanduhren und schwungvollen Mausanzeigern den entmündigten Nutzer davor bewahrt, wirklich zu verstehen, was hinter den Kulissen vor sich geht. Wer’s nicht schon immer gewusst hat, sei hiermit ermutigt, ein Stück weit einzutauchen in die &#8220;Diktatur des schönen Scheins&#8221;.</p>
<table width="204" border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" align="left">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" bgcolor="#FFCC00" width="189"><strong>Buch-Info:</strong><br />
Stephenson, Neil: Die Diktatur des schönen Scheins, Goldmann Verlag, München 2002.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Open Source Nation Brasilien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-mrichter_fossnationbrasil061019-shtml-2902/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mrichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text steht unter CreativeCommons-
                              Lizenz und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net 
                              veröffentlicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Artikel, 19. Oktober 2006) Brasilien geht pro Linux und macht sich für eine Neuregelung geistiger Eigentumsrechte stark. Die Südamerikaner führen eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich auf diesem Wege aus wirtschaftlicher Abhängigkeit befreien wollen.</strong>
                            </p>
<p>Seit einigen Jahren verfolgt Brasilien eine ganz eigene Entwicklungspolitik. Das südamerikanische Land kehrt Bill Gates&#8217; Imperium den Rücken und fördert den Einsatz und die Entwicklung von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FOSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier/ Open Source Software</a> (FOSS). Begonnen hat die pro-Linux-Politik auf kommunaler und Bundesebene, seit dem Wahlsieg der<br />
                            <a href="http://www.ptb.org.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeiterpartei</a> unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gehört die Förderung von offenem Code zum Regierungsprogramm. Die Brasilianer haben erklärt, 80% der neu anzuschaffenden Computer mit Open Source Software auszustatten. Auch die existierende öffentliche IT-Infrastruktur migriert auf FOSS, und staatlich geförderte Software soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Außerdem ist freie Software Bestandteil nationaler Programme zur Überbrückung des Digital Divide, denn ein Großteil der Brasilianer hat<br />
                            <a href="http://www.heise.de/ct/04/02/044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keinen Zugang</a> zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) wie dem Internet. Mit der Überwindung des digitalen Grabens ist der Anspruch verbunden, gleichzeitig wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung zu fördern. Diese Hoffnung speist sich aus dem Umstand, dass Zugang zu Information und Wissen, seine Schaffung und Verbreitung, ein zentraler Machtfaktor in einer globalisierten, vernetzten Welt ist.</p>
<p>Und hier nun kommt Software ins Spiel – fungiert sie doch als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Die weiche Ware besteht nicht nur aus Information, sondern ist gleichsam der Zentralschlüssel zu digitalen Datenräumen und Wissen aller Art. Eines der Hauptargumente der Brasilianer für Linux lautet, dass es ökonomisch sinnvoller ist, Staatsgelder für die Ausbildung lokaler Arbeitskräfte auszugeben, als die finanziellen Ressourcen ins Ausland zu transferieren, um dort Software-Lizenzen einzukaufen. Denn anders als bei proprietärer Software, beispielsweise dem Betriebssystem Windows von Microsoft, fußt das ökonomische Wertschöpfungsmodell nicht auf Erhebung von Lizenzgebühren. Stattdessen bringen Serviceleistungen um die Software herum Gelder ein. Freie Software ist längst kein Spielzeug für Technik-begeisterte Bastler mehr. Konzerne wie IBM oder Novell Suse und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen erwirtschaften mit diesem speziellen Code Profit. Der<br />
                            <a href="http://www.mozilla.com/firefox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Firefox-Browser</a>, Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder das Office-Paket<br />
                            <a href="http://www.openoffice.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenOffice</a> zählen zu den bekanntesten Anwendungen. Brasilien hat eine sehr aktive FOSS-Szene. Die weltweit ersten mit Open Source betriebenen Bankautomaten haben die Südamerikaner entwickelt.</p>
<p>Freie Software hat, geschützt durch spezielle Lizenzen, eine ganz eigene Kultur und Ökonomie, die sich aus ihren vier Haupt-Merkmalen ergibt: die Software darf ohne jede Einschränkung benutzt werden, der Quellcode ist verfügbar, er darf verändert und es darf aus ihm gelernt werden, die Software darf ohne Einschränkungen und ohne Zahlungsverpflichtungen kopiert und weitergegeben werden, die Software darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quellcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist die „DNA“ des Programmcodes, bestehend aus Textbefehlen, geschrieben in einer höheren Programmiersprache. Entwicklung und Anpassung von Software ist nur in dieser Rohform möglich. Open Source Software entsteht innerhalb offener Netzwerk-Strukturen, in denen Informatik-Studenten, Hobby-Programmierer und IT-Profis über Ländergrenzen hinweg miteinander kooperieren.</p>
<p>Weil bei FOSS der Bauplan frei zugänglich ist, schätzen die Südamerikaner diese Art Code. Marcel Tosatti, Brasilianer und ehemaliger Hüter des Linux-<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kernel</a>, drückt es so aus: „Die Technologie und die Lizenz gibt den Ländern der Dritten Welt die Chance, nicht mehr Sklaven irgendeiner Technologie zu sein. So kann jedes Land eigene Technologien entwickeln.“ Nicht zuletzt weil proprietäre Software die Anpassung an lokale sprachliche Bedürfnisse oft unmöglich macht, empfinden ärmere Länder ihre Benutzung als eine Art „elektronische Kolonisierung“. Eine generelle Unzufriedenheit mit Preisstruktur, Lizenzmodellen und Service des global mächtigsten proprietären Software-Produzenten – Microsoft – spielt eine zentrale Rolle. Tatsächlich handelt sich der Konzern immer wieder Klagen wegen wettbewerbswidriger<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Die_Antitrust-Klage_und_die_drohende_Spaltung_der_Firma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Praktiken</a> ein. Auch die entwickelte Welt stört sich zunehmend an der Monopolstellung Microsofts und findet in freier Software eine willkommene Alternative. Die Stadt<br />
                            <a href="http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a> beispielsweise ist dabei, ihre gesamte Verwaltung auf FOSS zu migrieren.</p>
<p>Brasiliens pro-Linux Politik ist eng verknüpft mit den Auseinandersetzungen um geistige Eigentumsrechte. Entwicklungs- und Schwellenländer erklären seit Jahren, dass die existierenden Copyright-und Patentsysteme nicht zu ihrem Vorteil arbeiten, sondern die Interessen entwickelter Länder beziehungsweise der dort ansässigen Unternehmen reflektieren. Die ursprüngliche Idee hinter geistigem Eigentum ist einleuchtend: Erfinder und Kreative bekommen ein zeitlich befristetes Monopol auf ihre Erzeugnisse und können wegen Ausschaltung des Wettbewerbs hohe Preise verlangen. Obwohl die Ideen temporär nicht von anderen genutzt und weiterentwickelt werden dürfen und Folge-Innovationen sich somit verzögern, rechnet sich das Konzept. Denn der Staat schafft auf diesem Wege Anreize für Innovation. Kritiker sagen, dass die kontinuierliche Ausweitung geistiger Eigentumsrechte, etwa auf mathematische Algorithmen, Gene oder Pflanzen, das System pervertiert und Innovation verhindert. Nicht mehr die besten Ideen, sondern die teuersten Anwälte setzten sich durch. Im Falle von armen Ländern tritt das Problem verschärft zutage. Sie verfügen kaum über Patente und Copyrights und die Möglichkeiten,<br />
                            <a href="http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_16-8-2005_pg5_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sie</a> durchzusetzen. Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Brasilien eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich für eine Neubewertung geistiger<br />
                            <a href="http://www.irights.info/index.php?id=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentumsrechte</a> einsetzen. Die WIPO ist eine UN-Agentur, die Markenrechte, Patent- und Copyrightsysteme global verbindlich festlegt. Es ist kein Zufall, dass gerade die Brasilianer auf neue Konzepte betreffend geistiges Eigentum setzen. In den 1990ern waren sie die ersten, die ernsthaft gedroht haben, im öffentlichen Interesse Patente auf überteuerte AIDS-Medikamente zu verletzen. Und zwar unter einer konservativen Regierung.</p>
<p>Die offene Regelung geistiger Eigentumsrechte bei freien Software-Systemen wie Linux soll helfen, technologisch und wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Denn bei Software geht es nicht nur um Code, sondern um Rechte, Kontrolle, Sicherheit, Transparenz und Macht. Software ist eher ein Prozess denn ein Produkt – um sie einsatzfähig zu halten, ist kontinuierliche Weiterentwicklung unerlässlich. Während proprietäre Technologien nur denen offen stehen, die sie sich leisten können, erlaubt Freie Software Zugang zu Wissen und Informatik der entwickeltesten Länder.</p>
<p>Ob Brasiliens pro-Linux Politik weiter voranschreitet, bleibt indes abzuwarten. Ist sie doch eng verbunden mit dem Schicksal der Arbeiterpartei. Die Förderung Freier Software gewinnt aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas an Bedeutung: seit September 2005 ist in Peru Einsatz und Förderung freier Software<br />
                            <a href="http://www.bundestux.de/show/88304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesetzlich festgeschrieben</a>.</p>
<p>Man darf die brasilianische Politik nicht als bloßes Armuts-Bekämpfungsprogramm abtun. Dahinter steht die Absicht, kommerziellen und gesellschaftlichen Mehrwert ohne klassischen Schutz geistigen Eigentums zu schaffen, sondern mit neuen Copyright- und Patentmodellen, die an die Bedürfnisse moderner Wissensgesellschaften angepasst sind. Wissen ist ein ganz besonderes Gut: es wächst durch Teilung.</p>
<p>
                              <strong>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</strong><br />
                              
                            </p>
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		<title>Linux geht in die Schule</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linuxtag2005karlsruhe050630-shtml-2816/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
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		<category><![CDATA[Messe]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der 
                            LinuxTag im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für 
                            freie Software mit offenem Quellcode.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der<br />
                            <a href="http://www.linxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a> im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freie Software</a> mit offenem Quellcode.</p>
<p><!--break--></p>
<p>“Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und konnten sowohl die Zahl der Aussteller wie auch der Vortragsangebote steigern”, erklärte Nils Magnus, Vorstand des LinuxTag e. V. Mehr als 160 Aussteller zeigten Lösungen rund um Freie Software. “Unser Angebot ist mittlerweile so groß, dass wir die begonnene Fokussierung auf Schwerpunktthemen auch im kommenden Jahr fortsetzen wollen”, meint Magnus im Hinblick auf die 180 Fachbeiträge.</p>
<p>
                              <strong>Das Lexikon auf dem Desktop</strong>
                            </p>
<p>Der LinuxTag ist keine reine Fachmesse. Entscheidungsträger großer und mittelständischer Unternehmen haben hier die Möglichkeit, den Umstieg der Firma auf andere Betriebssysteme und gemein freie<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ERP-Software</a> zu planen und neue Geschäftskontakte knüpfen. Auf dem LinuxTag sollen auch freie, nichtkommerzielle Projekte gefördert und zusammengeführt werden. So werden in Zukunft das Desktop-Projekt<br />
                            <a href="http://www.kde.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KDE</a> und die freie Enzyklopädie Wikipedia enger miteinander kooperieren. Beim sogenannten Coding-Marathon konnten Messebesucher durch Lösen kniffliger Programmieraufgaben Preise gewinnen, die von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden.</p>
<p>
                              <strong>Linux geht in die Schule</strong>
                            </p>
<p>Wie Linux effektiv im Bildungswesen eingesetzt werden kann, wurde im Projektfeld „Linux macht Schule“ demonstriert. In diesem Rahmen wurde die „Linux-Musterlösung“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein komplettes Software-Paket für Schulen, deren Installation komfortabel ist. Die enthaltenen Programme sind technisch und pädagogisch auf den Schulgebrauch zugeschnitten. Entscheidend für den Umstieg auf Freie Software ist oftmals die prekäre finanzielle Situation vieler Bildungseinrichtungen. Denn durch den Einsatz von Linux &amp; Co. können Lizenzkosten eingespart und Anschaffungskosten reduziert werden, da die Hardwareanforderungen Freier Software im Vergleich zu anderen Systemen eher niedrig sind. Darüber hinaus erlaubt der Einsatz Freier Software einen kreativen und effektiven Einsatz von Computern im Unterricht.</p>
<p>
                              <strong>Lockpicking-Meisterschaft in Linux-Umgebung</strong>
                            </p>
<p>Dass Sicherheit von Linux-Betriebssystemen ist Kennern der IT-Sicherheit schon lange bekannt: Die offenen Quellen lassen im Gegensatz zu properitären Ansätzen die Überprüfung der Sicherheitsfunktionen durch Experten zu. Schwachstellen können so geortet und behoben werden. Das Maß der Sicherheit hängt jedoch auch von der Kompetenz des Systemadministrators ab.<br />
                            <br />Auf dem LinuxTag trat die Linux-Experten gegeneinander an und stellten ihre Fähigkeiten unter Beweis.</p>
<p>
                              <strong>1000 Freikarten für Nachwuchs und Aktive</strong>
                            </p>
<p>In diesem Jahr verlangten die Veranstalter der Messe erstmals Eintritt. Die Karten kosteten zwischen 15 und 35 Euro. Für Schüler, Studierende und Software-Entwickler stand ein Kontingent von 1000 Freikarten zur Verfügung.<br />
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Softwarepatente</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte]]></category>
		<category><![CDATA[Patente]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
					
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		<title>Linux-Tage fördern Medienkompetenz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkulturchemnitzerlinuxtagejsteiner-shtml-2818/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Open-Source]]></category>
		<category><![CDATA[Chemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Linux-Tage]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
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					<description><![CDATA[Software mit offenem Quellcode und Betriebssysteme wie GNU Linux sind in aller Munde. Am 05. und 06. März 2005 finden die Chemnitzer Linuxtage statt. In Seminaren, Workshops und Vortragsreihen soll an der Technischen Universität Chemnitz besonders jungen Menschen das Thema Open Source näher gebracht und Medienkompetenz gefördert werden. Das jährliche Event wird vom Individual Network Chemnitz veranstaltet. In diesem Jahr rechnen die Organistaren mit 2500 bis 3000 Gästen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Software mit offenem Quellcode und Betriebssysteme wie GNU Linux sind in aller Munde. Am 05. und 06. März 2005 finden die Chemnitzer Linuxtage statt. In Seminaren, Workshops und Vortragsreihen soll an der Technischen Universität Chemnitz besonders jungen Menschen das Thema Open Source näher gebracht und Medienkompetenz gefördert werden. Das jährliche Event wird vom Individual Network Chemnitz veranstaltet. In diesem Jahr rechnen die Organistaren mit 2500 bis 3000 Gästen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <strong>Ohne Open Source kein Internet</strong>
                          </p>
<p>Ohne Software mit offenem Quelltext wäre das Internet undenkbar. Linux ist ein Kind dieses Mediums. Viele Projekte, die heute publikumswirksam eingesetzt werden, sind durch freie Implementierung für alle verfügbar geworden. Wikis, Weblogs und offene Nachrichtennetzwerke basieren auf Open Source Anwendungen.</p>
<p>
                            <strong>Bildungsveranstaltung rund um Linux</strong>
                          </p>
<p>
                          <img decoding="async" height="142" hspace="10" src="images/chemnitzer_linuxtage.jpg" width="200" align="left" alt="" />Schon seit langer Zeit setzt man im Rechenzentrum der TU in Chemnitz auf<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linux-Einsatzbereiche" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GNU Linux</a>. Auch die<br />
                          <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Usergroup</a> der Stadt wurde immer stärker mit Fragen rund um das offene Betriebssystem konfrontiert.<br />
                          <br />„Als Konsequenz wurde der erste Linux-Tag, damals noch ohne Plural-E, veranstaltet. Die Linux-Tage sind nicht zuletzt durch die Workshops und Vorträge eine Bildungsveranstaltung rund um Linux. Es ging um die Vermittlung eines freien Betriebssystems, dass die Leute offensichtlich &#8211; aus verschiedenstend Gründen – wollten. Wir helfen ihnen dabei &#8211; Jahr für Jahr.“, sagt Daniel Molkentin vom Orga-Team der<br />
                          <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Linux-Tage</a>. Seiner Ansicht nach entstehen durch Linux und OpenSource Werkzeuge für mündige Bürgerinnen und Bürger.</p>
<p>
                            <strong>Seminare als Livestream</strong>
                          </p>
<p>Alle Vorträge werden in Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer<br />
                          <a href="http://www.radio-unicc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studierenden-Radio Unicc</a> als Live-Stream im offenen<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ogg_Vorbis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OGG-Vorbis</a> und MP3-Format übertragen. Die Spannweite der Themen reicht von Freier Software an Schulen über Online-Pagern Voice over IP, Wissensmanagement und eGovernment mit Linux. Auch die freie Enzyklopädie<br />
                          <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/WikipediaJS.shtml" target="_parent" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> wird im Rahmen der Messe vorgestellt.<br />
                          <br />„Die Linux-Tage sind jedes Jahr gewachsen. Das<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/info/programm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rahmenprogramm</a> wurde breiter, die Anzahl der Vorträge und Workshops erhöhten sich. Auch dieses Mal erreicht die Veranstaltung mit über<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/vortraege/vortraege.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">80 Vorträgen</a> in zwei Tagen einen neuen Rekord. Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr werden wir dieses Mal einen unserer größten Räume für die Vorträge reservieren, bei denen sich ein überdurchschnittlicher Zulauf abzeichnet.“, ergänzt Daniel Molkentin. Einige Vorträge sind bereits ausgebucht.</p>
<p>
                            <strong>Einsteiger und Profis zusammenbringen</strong>
                          </p>
<p>Neben den Vorträgen wird es eine Ausstellung mit dem Titel<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Live</a> geben. Dort können Mitglieder der Community und Firmen ihre Podukte selbst vorstellen. Die Messe richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum. Zu den Ausstellern gehören auch<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=140" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Office</a>,<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=49" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KDE</a> und<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=31" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GIMP</a>.<br />
                          <br />„Willkommen sind alle die einen Computer besitzen oder sich einen anschaffen wollen. Obwohl die Linux-Tage zunehmend aus Experten aus ganz Europa Zulauf bekommen, richtet sich unsere Veranstaltung nicht zuletzt an User, die sich informieren oder auf den neusten Stand bringen wollen.“ betont Daniel Molkentin.</p>
<p>
                            <strong>Linux-Chillout statt Vorlesung</strong>
                          </p>
<p>
                          <img decoding="async" height="256" hspace="10" src="images/tux_211x256.jpg" width="211" align="left" alt="" />Mit Einbruch der Dunkelheit startet die Linux-Nacht. „In diesem Jahr versuchen wir zum ersten Mal, die Nacht zwischen den beiden Veranstaltungstagen zu überbrücken. Sie bietet die Gelegenheit, sich mit anderen Veranstaltungsteilnehmern in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen.“<br />
                          <br />Die Chemnitzer Linux-Tage sollen Einsteiger, Profis und Anwender zusammenbringen. Die Kosten versuchen die Organisatoren mit den Eintritts- und Sponsorengeldern zu decken. Dabei hat Molkentin wenig Gründe, pessimistisch zu sein.</p>
<p>
                            <strong>Kein Grund zum Pessimismus</strong>
                          </p>
<p>„Neben dem umfangreichen Feedback, das uns per E-Mail erreicht und den vielen positiven Kommentaren in Presse und Community-Foren ist der größte Zuspruch für uns natürlich die Masse von Leuten, die sich jedes Jahr ohne unser Zutun bei uns melden, um einen Vortrag anzumelden oder anderweitung zu helfen. Das Leute eine Veranstaltung so sehr mögen, dass sie sie freiwillig mitgestalten wollen, ist denke ich das höchste Lob, das man aus der Community erhalten kann.“<br />
                          </p>
<p>
                            <strong>Links zum Thema</strong>
                          </p>
<ul>
<li>
                              <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Linux-Tage</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.radio-unicc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studierenden-Radio Unicc</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="https://www.csn.tu-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Studentennetz</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Individual Network Chemnitz e.V.</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CLUG Chemnitzer Linux-Usergroup</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.tu-chemnitz.de/urz/forum/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Nutzerforum des Rechenzentrums der TU-Chemnitz</a>
                            </li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wirbel um die Software-Patenrichtlinie</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-patentrichtlinie-shtml-3137/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[awidlak]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Oct 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Softwarepatent]]></category>
		<category><![CDATA[Patentrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Europapolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein 20-jähriges Patent auf Software ist zurzeit viel diskutiertes Thema. Die Niederlande befürworten den neuesten Vorschlag, Software dem Patentrecht zu unterstellen - so glaubt man zumindest im Ausland. Schließlich haben die Niederlande für dieses Gesetz gestimmt, oder etwa nicht? Das niederländische Parlament hat jedoch mehrheitlich gegen den gegenwärtigen Vorschlag gestimmt und die Regierung vor mehreren Wochen angewiesen, seine Stimme zurückzuziehen und diesen Standpunkt während seiner gegenwärtigen EU-Präsidentschaft zu vertreten. Warum hat das übrige Europa nichts davon gehört?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Ein 20-jähriges Patent auf Software ist zurzeit viel diskutiertes Thema. Die Niederlande befürworten den neuesten Vorschlag, Software dem Patentrecht zu unterstellen &#8211; so glaubt man zumindest im Ausland. Schließlich haben die Niederlande für dieses Gesetz gestimmt, oder etwa nicht? Das niederländische Parlament hat jedoch mehrheitlich gegen den gegenwärtigen Vorschlag gestimmt und die Regierung vor mehreren Wochen angewiesen, seine Stimme zurückzuziehen und diesen Standpunkt während seiner gegenwärtigen EU-Präsidentschaft zu vertreten. Warum hat das übrige Europa nichts davon gehört?</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <span class="fett">Unklare Rechtslage</span></p>
<p>Können Sie Ihre selbstentwickelte Software frei verkaufen? Dürfen Sie<br />
                            <br />sie frei zur Verfügung stellen? Diese Fragen kann derzeit kein Anwalt<br />
                            <br />beantworten, denn sie sind stark mit der Rechtsprechung von Software-Patenten verknüpft. Stellen Sie sich vergleichbare Unsicherheiten in anderen Wirtschaftssegmenten vor: Darf ein Bäcker sein selbst-gebackenes Brot verkaufen? Darf ein Fahrradbauer ein Fahrrad auseinandernehmen? Eine unsichere Rechtslage in diesen Bereichen wäre katastrophal für die gesamte Wirtschaft, spiegelt jedoch die Situation in der Software-Industrie wider.</p>
<p>Die Europäische Union versuchte diese Problematik zu lösen, als sie ihre ersten Vorschläge zur Harmonisierung des Patentrechtes in Europa vorlegte. Im Jahr 1999 wurde das Patentproblem als prioritär eingestuft und zu Beginn des Jahres 2000 erstellte die Union einen Bericht zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Softwarepatenten.<br />
                            <br />Ende 2000 wurde ein Diskussionspapier ausgegeben, in dem die Mitgliedsstaaten und die europäische Öffentlichkeit ihre Meinungen und Vorschläge äußern konnten. Als dieses Diskussionspapier im Jahr 2002 veröffentlicht wurde, brach plötzlich ein Hagel von Protesten der Hersteller von Open Source- und proprietärer Software los.</p>
<p>
                            <span class="fett">EU Parlament und Ministerrat: Unterschiedliche Auffassungen</span></p>
<p>In der Zeit zwischen 2000 und 2002 hat sich viel verändert. Freie und Open Source- Software hat starke Resonanz gefunden und viele kleine, triviale Patente wurden anerkannt. Nur wenige Jahre zuvor interessierte sich lediglich eine kleine Expertengruppe für dieses Projekt. Im Jahr 2002 zeigte sich jedoch eine große Gruppe von Software-Experten besorgt. Das Europäische Parlament akzeptierte zwar die Vorschläge zur Software-Patentichtlinie mit überwiegender Mehrheit (361 dafür, 157 Gegenstimmen und 28 Enthaltungen) aber fügte &#8211; als Reaktion auf öffentliche Vorbehalte &#8211; soviele Anhänge hinzu, dass die Vorschläge nicht mehr funktionsfähig waren. Zu dieser Zeit hatte Irland die umlaufende EU-Präsidentschaft inne und schrieb einen Entwurf für den Ministerrat, der dem Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission ähnelte. Die Änderungen des Europäischen Parlamentes waren nun kaum mehr erkennbar.<br />
                            <br />Der Richtlinienvorschlag des Europäischen Parlamentes vertrat die Auffassung, dass eine Patentierung von Software die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von kleineren und mittelständischen Unternehmen in der IT-Branche aufgrund teurer und aufwendiger Patentanmeldungen erschwere. Nach Meinung des Parlaments solle Computersoftware weitgehend urheberrechtlich geregelt werden. Das Patentrecht dagegen sei nur dann anzuwenden, wenn tatsächliche, genau festgelegte technische Neuerungen innerhalb des Computerprogrammes bestünden.<br />
                            <br />Der Entwurf der dem Ministerrat vorgelegt wurde, sah hingegen eine weitaus grosszügiger definierte Patentierungsrichtlinie vor. Diese Richtlinie, so kritisiert die Mehrheit der EU-Parlamentarier und eine Vielzahl von Open Source Experten, komme ausschließlich den multinationalen Unternehmen und den Patentanwälten zugute.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die Rolle der Niederlande</span></p>
<p>An dieser Stelle wird die Rolle der Niederlande interessant. Der niederländische Wirtschaftsminister Brinkhorst und Außenhandels-Staatssekretärin Van Gennip schreiben in einem Brief an das niederländische Parlament, dass zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat vollständige Übereinstimmung bezüglich der Software-Patentrichtlinie bestehe. Ein schweres Stück. Einige Tage später stimmt er im Namen der Niederlande für den neuen Gesetzesentwurf.</p>
<p>Als die Mitglieder des niederländischen Bundestages herausfinden, dass keinerlei Übereinstimmung besteht und dass die meisten Änderungen vom Europäischen Parlament ignoriert worden sind, wird Brinkhorst vor das Parlament zitiert. Er gesteht ein, dass die ausgegebenen Informationen falsch waren. Obwohl er keine andere Erklärung als einen „Fehler in der Textverarbeitungssoftware“ angeben kann, amüsiert er sich über das Parlament indem er sie für ihre Arbeit lobt, und dafür, dass sie das Europäische Parlament so ernst nähmen. Wie dem auch sei, fügt er hinzu, da die Wahl bereits stattgefunden habe, könnten die Niederlande die abgegebene Stimme nun nicht mehr ändern. In der darauffolgenden Debatte wird offensichtlich, dass eine Anpassung nicht möglich ist, da eine Stimmänderung einen „schlechten Eindruck“ machen würde.<br />
                            <br />Mit einer großen Mehrheit wird ein Beschluss verabschiedet, der Minister Brinkhorst anordnet, die Stimme der Niederlande zurückzuziehen. Van Gennip erklärt im Parlament, dass sie den Wünschen des Parlamentes entgegenkommen wird. In der niederländischen Presse wird das Europäische Protokoll zitiert – welches während Brinkhorsts Zeit im Europäischen Parlament verabschiedet wurde – dass eine Zeitspanne von sechs Wochen zwischen Absprache und der formellen Wahl vorgibt, um den nationalen Parlamenten die Chance zu geben, Stellung zu beziehen.</p>
<p>Am 7. Juli 2004 wird ein hoher Beamter aus England in der Herald Tribune zitiert. Er verkündet, dass der niederländische Minister sich nicht verpflichtet fühle, die niederländische Position zu ändern. Obwohl das niederländische Parlament nun offiziell gegen die Direktive sei, könne das Land diesen Standpunkt nicht mehr vertreten. Da die Niederlande die Präsidentschaft über die Europäische Union innehätten, müsse es den “gemeinsamen“ Standpunkt vertreten.<br />
                            <br />Als das Parlament am 12. Juli mit einer Reihe von Fragen reagiert, antwortete der Minister am 2. August, dass er die anderen Länder über die Bedenken des Parlamentes unterrichten wird, aber er garantiert nicht, dass die Regierung ihre Stimme zurückziehen werde. In einem zweiten Satz von Fragen wurde der Minister gefragt, ob er die Meinung des Parlamentes teile, dass er nicht den Wünschen des Parlamentes entspräche. Am 13. September schrie der Minister, dass er seiner Meinung nach in Übereinstimmung mit den Wünschen des Parlamentes arbeite.</p>
<p>
                            <span class="fett">Die Ratsentscheidung</span></p>
<p>Die geplante formelle Wahl zur Verabschiedung der Software-Patenrichtlinie wurde nicht wie geplant am 24. September im EU-Ministerrat verabschiedet. Offiziell wird dies damit begründet, dass die die Übersetzung der Richtlinie in die jeweiligen Landessprachen zu dem Zeitpunkt noch nicht vollständig war. Die Software Richtlinie soll nun offiziell Ende November/ Anfang Dezember 2004 „ohne weitere Diskussionen“ verabschiedet werden.<br />
                            <br />Inoffiziell wird jedoch gemutmaßt, dass auch die lautstarken Proteste gegen die Richtlinie zu der Aufschiebung geführt haben.</p>
</p>
<p>Dieser Text wurde bei politiek-digitaal.nl erstveröffentlicht.<br />
                            <br />Übersetzung aus dem Englischen von Tessa Hauswedell.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Open Source in der Bundesverwaltung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsruhe]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Softwarepatent]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Ute Vogt]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Offener Standard]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --> 
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ute Vogt<!-- #EndEditable --><br />
im BMI-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->24.06.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Open Source-Freunde und Skeptiker, herzlich<br />
willkommen im Live-Chat, veranstaltet vom Bundesministerium des Innern.<br />
Unser heutiger Gast ist die Parlamentarische Staatssekretärin Ute<br />
Vogt, die direkt vom Business- und Behördenkongress im Rahmen der<br />
Software-Messe &quot;LinuxTag 2004&quot; in Karlsruhe chattet. Das heutige<br />
Thema: Open Source Software in der Verwaltung. Guten Tag Frau Vogt.<br />
Wir haben 60 Minuten Zeit. Sind Sie bereit?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uvogt2.jpg" align="left" height="148" width="100" />Ute Vogt:</b><br />
Ja, klar.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sagen, Open Source Software (OSS) sei ein wichtiger<br />
Innovationsfaktor für den Standort Deutschland. Können Sie<br />
das bitte näher ausführen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS gibt die Chance, viele unterschiedliche Ideen<br />
im Wettbewerb zu entwickeln &#8211; Weg vom Monopol hin zur Vielfalt.
</p>
<p>
<b>Max99:</b> Welche Vorteile bringt Open Source Software<br />
in der Bundesverwaltung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Kommunikation kann zwischen unterschiedlichen Systemen<br />
organisiert werden. Häufig sind die Lösungen kostengünstiger<br />
und vorhandene Systeme müssen nicht komplett erneuert und vereinheitlicht<br />
werden, sondern können aufeinander abgestimmt werden. Außerdem<br />
lässt sich OSS auf die Bedürfnisse der Verwaltung anpassen,<br />
z.B. zur Gewährleistung der Sicherheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Vielfalt:
</p>
<p>
<b>Wiener:</b> Brauchen Behörden nicht statt mehr IT-Vielfalt<br />
wenige Standards, um den Austausch zu erleichtern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, wir müssen uns auf offene Standards verständigen.<br />
Die einzelnen Systeme und ihre Hersteller können und sollen durchaus<br />
unterschiedlich sein. Wichtig sind gemeinsame Standards für die<br />
Kommunikation und Transaktion.
</p>
<p>
<b>Ruudi:</b> Vielfalt in der Software-Landschaft von Behörden<br />
durch OSS? Ist die IT-Struktur von Behörden nicht eh schon sehr<br />
heterogen und untereinander inkompatibel? Wird das nicht verstärkt?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Entscheidend ist, dass nicht wenige große Anbieter<br />
den Markt beherrschen und damit am Ende Preise und Gestaltung der Dienstleistung<br />
dominieren. Vielfalt empfinde ich als positiv und Wettbewerb natürlich<br />
auch.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sprachen Standards an. Gibt es da erste Ergebnisse?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Behörden und Wirtschaft sind sich darüber<br />
einig, dass die Zukunft in der XML-Technologie liegt. Entsprechende<br />
Standardisierungsvorhaben finden Sie z.B. im Rahmen der eGovernment-Initiative<br />
Deutschland Online. Einheitliche Standards und Architekturen gibt u.a.<br />
das SAGA-Papier aus dem BMI (Innenministerium) vor, das auch von vielen<br />
Ländern und Gemeinden angewendet wird.
</p>
<p>
<b>OnoSendai:</b> Gibt es so etwas wie SAGA auch für<br />
Dateiformate wie .doc oder .xls?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> SAGA definiert als offenen Standard für offenen<br />
Dokumentenaustausch das PDF-Format. Die deutsche Verwaltung hat sich<br />
darauf geeinigt, künftig grundsätzlich ein offenes Dokumentenformat<br />
zu verwenden. Welches dies sein wird, wird z.Zt. in vielen Gremien diskutiert.<br />
Auch die Länder sind dabei und natürlich die europäische<br />
Ebene.
</p>
<p>
<b>Georg F.:</b> Welche Probleme tauchen bezüglich der<br />
Kompatibilität von Dateiformaten auf? Gibt es nicht bei OSS Probleme<br />
der Kommunikation zwischen den Behörden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Natürlich gibt es auch diese Probleme. Deswegen<br />
wollen wir ja gerade auf ein gemeinsames offenes Format kommen. Dieses<br />
muss aber auch von allen akzeptiert werden.
</p>
<p>
<b>Zuhörer:</b> Welche Vorteile haben die Bürger,<br />
wenn die Verwaltung mit Linux arbeitet?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Zugang ist von unterschiedlichen Systemen aus<br />
möglich und wir sparen Steuergelder.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gibt es Zahlen wie viel?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir haben noch keine Gesamtzahlen, da die Ersparnisse<br />
auf unterschiedlichen Ebenen zustande kommen (Bundesbehörden, Länder,<br />
Kommunen). Ich empfehle, zur Erkundung von konkreten Zahlen jeweils<br />
bei einem konkreten Projekt nachzufragen.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Nachfrage zur Antwort zu Zuhörer:<br />
Dass wir Steuern sparen, merkt der Bürger aber nicht direkt, Sie<br />
bekommen (oder haben?) da ein Vermittlungsproblem.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Viele Bürger haben das Problem, dass sie denken,<br />
sie würden Steuern nur für Politiker zahlen. In Wirklichkeit<br />
sind wir gewählt, um die Ausgabenschwerpunkte zu setzen. Was wir<br />
an Steuergeldern ausgeben, kommt in Form von Kindergärten, Schulen,<br />
Straßenbau, Polizei und eben auch in Form konkreter Unterstützung<br />
für moderne Kommunikationstechnik zu den Bürgern zurück.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Fragen zum Thema Kosten:
</p>
<p>
<b>EugenH.:</b> Gerne wird behauptet, Linux sei günstiger<br />
als Microsoft. Haben sie die Erfahrung auch gemacht beim Bund?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gelten auch im Bund die Gesetze der Marktwirtschaft.<br />
Mehr Wettbewerb führt auch im Bezug auf große Anbieter zu<br />
besseren Preisen.
</p>
<p>
<b>JFiedler:</b> Was ist teurer? Proprietäre Software<br />
oder die Mitarbeiterschulung für OSS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Für proprietäre Software muss man auch Schulungen<br />
machen, die konkreten Kosten hängen vom Produkt und von den Kenntnissen<br />
der Mitarbeiter ab.
</p>
<p>
<b>Troll34:</b> Linux und Co. sind doch Expertensysteme.<br />
Für den Serverbereich mögen diese gut geeignet sein, aber<br />
der typische Büronutzer ist doch damit total überfordert.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kann ich nicht bestätigen. Ich empfehle einen<br />
Besuch beim LinuxTag, hier finden Sie Oberflächen, die Sie mit<br />
einfachen Grundkenntnissen unmittelbar benutzen können.
</p>
<p>
<b>HJB:</b> Sehr geehrte Frau Vogt, meinen Sie wirklich,<br />
dass die Microsoft-Produkte in der Verwaltung durch Open Source-Produkte<br />
ersetzt werden können? Die Mehrzahl der Nutzer ist es gewohnt,<br />
privat sowie dienstlich mit Microsoft-Produkten zu arbeiten (zumindest<br />
in der Bw-Verwaltung). Jede Umstellung würde die Mehrzahl der Nutzer<br />
verunsichern. Servermäßig würde ich OSS schon eher einsetzen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, grundsätzlich alle Microsoft-Produkte<br />
zu ersetzen. Ziel der Bundesregierung ist es, Vielfalt zu gewährleisten.<br />
Wir streben größtmöglichste Herstellerunabhängikeit<br />
an. Viele Behörden können ohne Probleme OSS einführen.
</p>
<p>
<b>ernst:</b> Gibt es einen politischen Willen, nun nicht<br />
mehr von einem Monopol aus Amerika abhängig zu sein?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Herkunft von Software spielt in einer globalen<br />
Welt bei aufgeschlossenen Menschen hoffentlich keine Rolle mehr. Aber<br />
auch Deutschland will sein großes Know-How bei Software-Lösungen<br />
einbringen. Dazu braucht es Chancengleichheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dazu passend die Frage von:
</p>
<p>
<b>HAnnelore:</b> Ist die „Feindschaft“ zwischen<br />
Microsoft und Linux-Anhängern nicht kontraproduktiv? Sollte man<br />
nicht besser zusammenarbeiten?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war deutlich.
</p>
<p>
<b>Berger:</b> Linux wird eher im Server-Bereich eingesetzt.<br />
Plant der Bund auch bei Desktops OSS einzusetzen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ja, im Justizministerium und auch bei der Bundesbeauftragten<br />
für die Stasiunterlagen werden die Arbeitsplätze bereits auf<br />
Linux gestaltet. Allein in der Behörde der Bundesbeauftragten betrifft<br />
das ca. 2000 Arbeitsplätze.
</p>
<p>
<b>BSDFan:</b> Können Sie ein Beispiel angeben, wo man<br />
abhängig von MS-Produkten war und sich dies nachteilig auswirkte?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Fragen Sie mal bei der Stadt Schwäbisch Hall.<br />
Der dortige Oberbürgermeister Pelgrim wird sicher gerne über<br />
die Geschichte der Linuxeinführung in seiner Stadt Auskunft geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Nachfragen zur Kostenfrage:
</p>
<p>
<b>Tux:</b> Aber wenn man langfristig plant, ist Linux doch<br />
preiswerter. Schulungen müssen nur einmal bezahlt werden. MS-Software<br />
muss alle drei Jahre neu gekauft werden.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das ist auch mein Eindruck.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Also schafft man mit staatlichen Mitteln einen<br />
neuen Markt. Können Sie dem Bürger mit wirklichen Zahlen dieses<br />
Experiment plausibel machen? Warum sollte der Bürger dies bezahlen,<br />
wenn man nicht wirklich davon überzeugt ist?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir schaffen keinen neuen Markt, sondern wir geben<br />
dem Wettbewerb eine Chance. Und es wundert mich schon, dass aus manchen<br />
Bereichen der Wirtschaft, die sonst immer nach Wettbewerb schreit, in<br />
diesem Fall so große Ängste formuliert werden.
</p>
<p>
<b>clara:</b> Ich stelle mir die Frage, ob nicht der Aufwand<br />
zur Pflege bei offenen Systemen viel höher ist. Sind sie anderer<br />
Meinung?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Das kommt auf das jeweilige Produkt an.
</p>
<p>
<b>Lamer:</b> Da OSS kostenlos ist, kostet es doch Arbeitsplätze<br />
unserer Programmierer hier?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS ist nicht kostenlos, sondern Lizenzkosten-frei.<br />
Verdient wird selbstverständlich auch im diesem Bereich, und zwar<br />
über Dienstleistungen.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie gehen Sie mit der Angst um, freie Software<br />
könnte Arbeitsplätze kosten? Immerhin kostet sie ja nicht!
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir sind der Meinung freie Software schafft Arbeitsplätze.<br />
Sowohl bei kleinen als auch bei großen Unternehmen.
</p>
<p>
<b>WannaBeWizzard:</b> Gibt es eigentlich genug Anbieter<br />
zu OSS in Deutschland? Ist das Angebot an Schulungen etc. ausreichend<br />
oder besteht dort Bedarf? Lohnen Sich da Firmengründungen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Auf dem LinuxTag lässt sich besichtigen, dass<br />
sich Firmengründungen lohnen. Es gibt bereits eine Anbietervielfalt<br />
und natürlich entsprechende Schulungen. Aber für neue Ideen<br />
ist immer noch Platz. Dass ist ja der Sinn des kreativen Wettbewerbs.
</p>
<p>
<b>OSSHacker:</b> Werden Sie die Weiterentwicklung von OpenSourceSoftware<br />
fördern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Wir stecken kein Geld in Programmierungen neuer Produkte,<br />
sondern unterstützen Projekte und vorhaben. Dabei wird OSS auch<br />
auf die Bedürfnisse der Verwaltung angepasst. Damit wird natürlich<br />
auch Weiterentwicklung vorangetrieben. Produkte und Dienstleistungen<br />
sollen vom Markt kommen.
</p>
<p>
<b>Pierre:</b> Wie viele Arbeitsplätze möchte der<br />
Bund im Bereich OSS schaffen, bzw. gibt es angestrebte Zahlen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Die Zahl ist nicht festgelegt, da jedes Ministerium<br />
und jede Behörde dies für sich selbst bestimmt.
</p>
<p>
<b>Rab:</b> Wie können Kommunen von der Erfahrungen<br />
des Bundes bei OSS profitieren? Die Probleme vor Ort sind doch ganz<br />
anders?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Der Bund versteht sich als Koordinator. Wir können<br />
nicht alle Erfahrungen selbst gemacht haben. Aber wir vermitteln Kontakte,<br />
z.B. OSS-Kompetenzzentrum auf der Website www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>rudolf:</b> Sie sprachen vorhin die europäische Ebene<br />
an. Wie sieht die Entwicklung in den anderen EU-Staaten derzeit aus?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Sehr unterschiedlich. Es gibt auch Staaten, die uns<br />
bereits etwas voraus sind, z.B. die Niederlande. Insgesamt sind sich<br />
die Europäer einig, mehr Open Source einzusetzen und offene Standards<br />
zu fördern. Dazu gab es gestern hier in Karlsruhe auch die Konferenz<br />
der Vertreter der Europäischen OSS-Kompetenzcenter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema:
</p>
<p>
<b>Arne:</b> Wie ist der Zusammenhang zwischen OSS und Softwarepatenten?<br />
Wie kommt das zusammen: Einerseits fördert der Staat OSS und auf<br />
der andere Seite muss er Gesetze in genau die andere Richtung exekutieren?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Noch muss überhaupt kein Gesetz exekutiert werden.<br />
Derzeit wird auf europäischer Ebene eine Richtlinie diskutiert,<br />
um die Rechtslage zu vereinheitlichen.
</p>
<p>
<b>URSUS:</b> Wie stehen die Chancen, Software-Patente auf<br />
EU-Ebene zu verhindern?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es geht nicht darum, die Richtlinie zu verhindern,<br />
sondern sie so zu gestalten, dass Software als solche nicht ohne weiteres<br />
zu patentieren ist. Als nächstes kommt es auf die Entscheidung<br />
des Europäischen Parlamentes an. Leider haben sich die Mehrheitsverhältnisse<br />
nach den Europawahlen verändert und wir wissen noch nicht, wie<br />
das neue Parlament sich äußern wird. Bisher war das EP für<br />
eine enge Beschränkung der Patentierung. Ich hoffe, dass diese<br />
Position auch beibehalten wird, denn dann wird weiter über die<br />
Details der Richtlinie verhandelt.
</p>
<p>
<b>kalug:</b> Was ist Ihre Position zu Softwarepatenten?<br />
Werden Sie an der Demonstration gegen Sowftarepatente teilnehmen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Ganz ohne Softwarepatente wird es auf europäischer<br />
Ebene nicht gehen. Für mich ist entscheidend, dass Interoperabilität<br />
bewahrt wird, die Offenlegung von Schnittstellen in jedem Fall gesichert<br />
bleibt und der Grundgedanke der freien Software sich in der Richtlinie<br />
wiederfindet. Damit bin ich für eine enge Beschränkung der<br />
Patentierungsmöglichkeiten. Damit möchte ich nicht nur den<br />
OpenSource Bereich schützen, sondern auch die deutschen Software-Entwickler<br />
insgesamt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weitere Themen:
</p>
<p>
<b>Timmi:</b> Wie steht es mit der Sicherheit von Open-Source<br />
Betriebssystemen wie BSD oder Linux. Sind diese wirklich sicherer gegenüber<br />
Viren, Dialern und Hackerangriffen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> OSS-Lösungen sind nicht per se sicherer. Aber<br />
durch individuelle Lösungen kann Sicherheit besser implementiert<br />
werden. Bei Angriffen bietet die Vielfalt einen Schutz vor Massenschäden.
</p>
<p>
<b>Bebop:</b> Wie sieht es mit der Archivierung von Daten<br />
aus, gibt es da Probleme mit OSS oder MS?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Damit sind wir wieder beim Thema offenes Dokumentenformat<br />
&#8211; Wir brauchen hier eine Einigung aller Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zur Migration zu OSS:
</p>
<p>
<b>SlashChatter:</b> Welche Schwierigkeiten bei der Umstellung<br />
auf OSS treten denn auf? Sie meinten Justiz-Ministerium und Stasibehörde<br />
würden umsteigen.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Es gibt die üblichen Probleme, die es immer gibt,<br />
wenn man Systeme grundsätzlich neu installiert. Erfahrungen und<br />
Probleme sind im Migrationsleitfaden des BMI dokumentiert. Download<br />
unter www.kbst.bund.de.
</p>
<p>
<b>heidelberger:</b> Fördern Sie denn den Einsatz von<br />
Open Source auch wirklich aktiv genug, mal ganz selbstkritisch? Auf<br />
Ihrem Schreibtisch steht doch sicher auch ein Gerät mit Microsoft-Software,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Mein Arbeitsplatz im Ministerium hat in der Tat Microsoft-Software.<br />
Aber viele Server laufen auch in unserem Haus auf Linux. Es geht uns<br />
nicht um ein Entweder &#8211; Oder, sondern um Chancengleichheit und Vielfalt<br />
für alle Beteiligten.
</p>
<p>
<b>Bünde:</b> Welche persönlichen Erfahrungen haben<br />
sie mit Open Source? Etwa mit ihrem PC?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> In meinem eigenen PC ist wie bereits ausgeführt<br />
noch keine Open Source. Aber ich habe Anwendungen bereits auf kommunaler<br />
Ebene getestet.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vorletzte Frage:
</p>
<p>
<b>Polizei:</b> Microsoft ist ja erstmalig auch auf dem Linuxtag<br />
vertreten. Besuchen sie auch deren Stand und führen Gespräche?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Microsoft habe ich bereits auf der Cebit besucht.<br />
Bei meinem heutigen LinuxTag-Besuch hatte ich andere Schwerpunkte. Aber<br />
das hat keinen tieferen politischen Grund. Wir grenzen nicht aus, sondern<br />
erweitern schlicht das Angebot.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Abschluss der 60 Minuten:
</p>
<p>
<b>ketkar:</b> Wie hat Ihnen die Messe heute gefallen?
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Prima.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Linux-Freunde und Skeptiker, liebe Frau Vogt,<br />
ganz herzlichen Dank für Ihre Teilnahme am Live-Chat. Leider ist<br />
eine Stunde schon vorbei, danke für die vielen Fragen und Ihre<br />
Antworten. Leider können nicht alle beantwortet werden. Weitere<br />
Informationen finden sie im Internet unter www.kbst.bund.de oder www.staat-modern.de.<br />
Der Chat wurde von politik-digital.de durchgeführt. Wir wünschen<br />
allen einen schönen Tag und viel Spaß beim Linuxtag.
</p>
<p>
<b>Ute Vogt:</b> Vielen Dank für das Interesse. Bringen Sie sich<br />
weiter in dem Thema ein und vergessen nicht, dass die politischen Rahmenbedingungen<br />
entscheidend sind für Entwicklungen in Deutschland und Europa.<br />
Und dass Sie durch Teilnahme an Wahlen Einfluss nehmen können!
</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Linux-Weg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linux-shtml-2401/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IBM]]></category>
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					<description><![CDATA[
                    Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.<!--break-->
                  </p>
<p>Auf dem LinuxTag, dem größten Branchen-Treffen in Europa, haben das Bundesministerium des Innern und IBM Deutschland nach einjähriger Partnerschaft einen Migrationsleitfaden herausgebracht, der die öffentlichen Verwaltungen des Bundes, der Länder und Gemeinden ins Linux-Zeitalter bringen soll. Das 440 Seiten starke Werk will jene Behörden unterstützen, die ihre Betriebssysteme von der „Monokultur“ Microsoft auf das quelloffene Betriebssystem Linux umstellen wollen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Nation Deutschland</strong><br />
                  <br />Das Vorhaben &#8220;Open-Source-Software für die Verwaltung&#8221; sei sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium (BMI) und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung hätten bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zogen Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Ende Juni 2003 mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.</p>
<p>„Wir sind drauf und dran, Deutschland zur führenden Linux-Nation zu machen“, sagte Erwin Staudt. Und geht es nach dem Willen von Staudt und Innenminister Schily, den Schirmherren des Kooperationsabkommens, sollen die öffentlichen Verwaltungen bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle einnehmen. Beide teilen dabei die Überzeugung, dass die „IT Großmacht“ Deutschland weder in der Erstellung von Hardware, noch in der Programmierung von Software eine Chance gegen die internationale Konkurrenz habe. Nur auf dem Gebiet der Anwendung gäbe es großes Potential für Entwicklungen „Made in Germany“. In einem breiten Anwendungsbereich wie den Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand sollen deshalb wichtige Lernerfolge erzielt werden, um Linux auch für andere Nutzerkreise im Privatbereich attraktiver zu machen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Vorteile</strong><br />
                  <br />Dabei sind die Vorteile, die für eine Migration von Microsoft auf LINUX sprechen, für Schily und Staudt bestechend. Linux habe sich innerhalb weniger Jahre zu einer der vertrauenswürdigsten Open-Source Softwareprodukte entwickelt. Wenn heute sogar die New Yorker Börse auf das nicht patentierte Betriebssystem umsteige, so zeige das nach Schily eindeutig die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts. Das Linux die mit Abstand größten Zuwachsraten unter Betriebssystemen weltweit verzeichne, könne diese Aussage noch bekräftigen, meinte Staudt. Darüber hinaus stehen die finanziellen Anreize im Vordergrund: Schily erhofft sich nach einer Umstellung großer Teile der deutschen Verwaltungen ungeahnte Einsparungspotentiale, weil teure Lizenz-Abkommen mit dem bisherigen Monopolisten Microsoft der Vergangenheit angehören würden. Ein übergeordnetes Ziel der Politik sei es dabei, „Monopolstrukturen aufzubrechen“ und Wettbewerb in die Betriebssystem-Landschaft zu bringen. Auf die Frage, ob Microsoft aus den Amtsstuben gänzlich verdrängt werden solle, antwortete Schily aber diplomatisch: „Es geht um die Freiheit des Wählen könnens“.</p>
<p>In jedem Falle aber verbessert Linux die Verhandlungsposition von Bund, Länder und Gemeinden und verleiht mehr Spielraum um den Software-Giganten Microsoft zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen. Erstes Anzeichen der Nervosität von Microsoft war deshalb der Besuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer, der kurz vor der Entscheidung in München, mit welchem Betriebssystem die 14 000 kommunalen Computer künftig laufen sollen, versuchte, das Stadtoberhaupt Christian Ude zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich, denn medienwirksam wurde die Entscheidung Münchens für Linux zu einer weltweit beachteten Niederlage für Microsoft. Ein weiterer Erfolg für die Linux Befürworter war die Entscheidung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, sich gänzlich auf Linux im Bereich der Verwaltung zu verlassen. „Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt Europas und im Rahmen dieser Vereinbarung (dem Kooperationsabkommen zwischen BMI und IBM, Anm. der Redaktion) auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastrukur zu setzen, sowie das ‚Ja’ von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg der Vereinbarung weiter beflügeln“, sagte Staudt.</p>
<p>Doch ist sich „Linux-Land“ Deutschland in keinem Fall einig. Frankfurt am Main verlängerte demonstrativ seinen Rahmenvertrag mit Microsoft, um auch für die nächsten Jahre garantierte Preise und Vergünstigungen vom Software-Giganten zu erhalten. Für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) stand bei dieser Entscheidung vor allem der Gedanke der Planungssicherheit Pate. Microsoft garantiere Fixpreise pro PC sowie feste Jahresraten und würde so die Verwaltung von Preisschwankungen unabhängiger machen. Ebenso argumentiert auch Microsoft Deutschland, die vor den versteckten Mehrkosten einer Linux gestützten EDV warnen. &#8220;Die Anbieter werden sich das zusätzliche Geschäft nicht entgehen lassen, das sie mit dem Verkauf von Systemen und Services erzielen, die es ihren Kunden ermöglichen, ihr Linux-System in die bestehenden Anwendungen zu integrieren&#8221;, warnt<br />
                  <a href="http://www.microsoft.com/germany/ms/business/retail/linux.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mary Hubley</a>, Analystin bei Gartner.</p>
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                  <strong>Linux Geburtshelfer</strong><br />
                  <br />Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.</p>
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<div class="tidy-2">Erschienen am 21.08.2003</div>
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                    <!-- Content Ende --></p>
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