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	<title>Soziale Innovation &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Soziale Innovation &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Heute schreiben sie Bücher &#8211; Rezension</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2012 09:07:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Mercedes Bunz]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit technischen Innovationen ist es wie mit einem Überraschungsei: Man weiß nie, was drinsteckt. Wie sie eingesetzt und die Gesellschaft [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><a href="http://politik-digital.de/heute-schreiben-sie-buecher-rezension/nr7/" rel="attachment wp-att-122695"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-122695" title="Originalbilder www.fromoldbook.org und CC-BY-NC-SA flora.cyclam via FlickR" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/nr7-630x402.jpg" alt="Spinnmaschine &quot;Spinning Jenny&quot;, Holzschnitt" width="630" height="402" /></a>Mit technischen Innovationen ist es wie mit einem Überraschungsei: Man weiß nie, was drinsteckt. Wie sie eingesetzt und die Gesellschaft verändern werden, kann niemand vorhersehen. Im Fall des Internet hat sich die Journalistin Mercedes Bunz nun daran gemacht, dessen gesellschaftliche Bedeutung auszuloten; ihr Buch heißt: „Die stille Revolution“.</p>
<p style="text-align: left;">Die Etablierung des Internet im beruflichen wie privaten Alltag markiert aus Sicht der Autorin eine Zeitenwende. So wie mechanische Webstühle und Spinnmaschinen die Industrialisierung ins Rollen brachten, haben moderne Algorithmen die Digitalisierung eingeleitet. Denn damals wie heute werde durch eine technische Innovation die gewohnte Arbeitswelt bedroht: „Ähnlich wie die Arbeiter im Zeitalter der Industrialisierung [&#8230;] ihre einzige Einkommensquelle gefährdet sahen, werden die Qualifikationen und Rollen, die wir uns durch lange Ausbildung und harte Arbeit angeeignet haben, nun durch Algorithmen in Frage gestellt.“</p>
<p style="text-align: left;">In einer Gesellschaft der Experten, Gutachter und Sachverständigen stellt die Automatisierung des Wissens nach Ansicht der Autorin eine Bedrohung dar. Denn zum einen vergrößere sich der Wissensschatz, zum anderen werde das Expertenwissen durch Wikipedia und How-to-do-Videos auf Youtube entwertet. Sogar kurze Zeitungsartikel können mittlerweile automatisch erstellt werden.</p>
<p style="text-align: left;">Sollen Journalisten nun also losziehen und Computer zertrümmern, wie die Weber die Spinnmaschinen? Keineswegs. Für die Kulturwissenschaftlerin Mercedes Bunz liegt im Erkennen des Problems ein Schritt hin zu seiner Lösung. Nicht die Logik der Algorithmen sieht sie als problematisch, sondern die Art, wie diese Logik angewendet wird. Schließlich diktierten auch nicht die Webstühle den Webern miese Arbeitskonditionen, sonderen deren Besitzer.</p>
<p style="text-align: left;">Anstatt einen Lobgesang<a href="http://politik-digital.de/heute-schreiben-sie-buecher-rezension/bunz_cover/" rel="attachment wp-att-122733"><img decoding="async" class=" wp-image-122733 alignleft" title="Buchcover &quot;Die stille Revolution&quot;, edition unseld" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bunz_Cover-305x500.jpg" alt="Buchcover &quot;Die stille Revolution&quot;" width="214" height="350" /></a> auf die gute alte Zeit anzustimmen, beschwört die Autorin die kreative Kraft der Gesellschaft. Bunz versucht sich in ihrem Buch an nichts Geringerem als an der Neupositionierung der Wissensarbeit in einer digitalisierten Gesellschaft. Ebenso, wie die Druckerpresse neue Berufsgruppen hervorgebracht hat, so bringe auch die Digitalisierung neue Aufgabenfelder mit sich. Das Credo ist unmissverständlich: Jetzt ist der Moment da, um die Veränderung aktiv mitzugestalten!</p>
<p style="text-align: left;">Schade nur, dass politische Gestaltungsmöglichkeiten &#8211; anders als der Titel des Buches verspricht &#8211; eher am Rande betrachtet werden; stattdessen fokussiert die Untersuchung auf den Journalismus. Hier offenbart sich die persönliche Motivation der ansonsten sehr sachlich argumentierenden Autorin: Als Journalistin ist ihre Beschäftigung mit Risiko und Potential des Internet verständlicherweise auch ein Ausloten der Zukunft des eigenen Berufsstandes. Keine Überraschung bei einer Autorin, die in ihrer Zeit als zitty-Chefredakteurin vor einigen Jahren titelte: „Meine Armut kotzt mich an“. Darin ähnelt sie dann doch den Maschinenstürmern vor 200 Jahren, denn es waren vor allem gut ausgebildete Handwerker, die aktiv wurden und zur Revolte aufriefen. Ihre zeitgenössischen Pendants schreiben stattdessen Bücher.</p>
<p><em>Mercedes Bunz: „Die stille Revolution. Wie Algorithmen Wissen, Arbeit, Öffentlichkeit und Politik verändern, ohne dabei viel Lärm zu machen“. Erschienen am 16.10.2012 im Suhrkamp Verlag.</em></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-121978" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" alt="" width="305" height="53" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Originalbilder des Artikelbilds von www.fromoldbook.org und CC-BY-NC-SA flora.cyclam via FlickR</p>
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		<title>Innovationen öffnen sich zur Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:10:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Mikrokredite, soziale Medien, aber auch politische Bewegungen wie Occupy – all dies sind soziale Innovationen: teils geplante, teils unerwünschte neue [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mikrokredite, soziale Medien, aber auch politische Bewegungen wie Occupy – all dies sind soziale Innovationen: teils geplante, teils unerwünschte neue Handlungsweisen. Was haben diese Phänomene gemeinsam und wie wirken sie sich auf die Gesellschaft aus? Der Dortmunder Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Jürgen Howaldt gibt Antworten.</p>
<p>Prof. Dr. Jürgen Howaldt ist Direktor der Sozialforschungsstelle Dortmund an der Technischen Universität Dortmund und Professor an der dortigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Organisationsberatung und -entwicklung, Unternehmensnetzwerke und die Erforschung sozialer Innovationsprozesse. Gemeinsam mit weiteren Kollegen beschäftigt er sich derzeit sehr intensiv mit dem Forschungsfeld der &#8220;Sozialen Innovation&#8221;. Im Interview legt er dar, worum es sich dabei handelt.</p>
<h3><a href="http://politik-digital.de/category/themen/soziale-innovation/">Weitere Beiträge zum Thema &#8220;Soziale Innovation&#8221; in unserem Dossier</a>.</h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Herr Prof. Howaldt, was ist eine soziale Innovation? </strong></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/innovationen-oeffnen-sich-zur-gesellschaft/juergen-howaldt/" rel="attachment wp-att-11227"><img decoding="async" class="size-full wp-image-11227 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/juergen-howaldt.png" alt="" width="225" height="300" /></a>Soziale Innovation bedeutet die absichtsvolle Veränderung bestehender sozialer Praktiken – also die Abweichung von bisherigen Routinen des Handelns und Verhaltens. Dabei ist nicht entscheidend, ob diese neue Handlungsweise „gut“ oder „sozial erwünscht“ ist. Das sind technologische Innnovationen auch nicht immer. Wichtig ist, dass die neue Handlungsweise absichtsvoll eingesetzt wird und auch Wirkung erzielt – also etwas verändert. Soziale Innovationen unterscheiden sich von technologischen Innovationen, die auf ein greifbares Produkt zielen, und auch von sozialen Wandelsprozessen wie der demografischen Entwicklung.<strong> </strong></p>
<p><strong>Das klingt sehr theoretisch. Ein Beispiel bitte.</strong></p>
<p>Ein bekanntes Beispiel sind<strong> </strong>die Mikrokredite von Nobel-Preisträger Muhammad Yunus. Sie stellen eine Veränderung von Handlung dar: Banken geben nicht mehr große, sondern kleine Kredite. Und diese neue Handlungsweise wird von Menschen angenommen, entfaltet also Wirkung. Das ist sicher gleichzeitig auch eine „sozial erwünschte“ soziale Innovation. Aber nehmen Sie zum Beispiel neue Arbeitskonzepte wie etwa Leiharbeit oder Mini-Jobs. Auch das ist eine soziale Innovation, auch wenn sie von vielen nicht gewünscht wird.</p>
<p><strong>Sie beschäftigen sich mit neuen Managementkonzepten, auch mit dem Thema Wissensmanagement – worin besteht in diesem Bereich die soziale Innovation?</strong></p>
<p>In einer frühen Phase wurde darunter zunächst die Einführung von IT-Produkten im Unternehmen verstanden – also neue Software und Datenspeicher. Dieses technologischen Neuerungen führten im Unternehmen jedoch zu einem großen Problem: Die Software wurde zwar entwickelt, aber das Wissensmanagement verbesserte sich nicht. Im Gegenteil führten diese Versuche zu einer Verschärfung der Wissensprobleme. Wir wollten verstehen, woran das liegt, und kamen zu der Erkenntnis, dass die Einführung von Wissensmanagement veränderte kommunikative und kulturelle Handlungspraktiken in einem Unternehmen mit sich bringt.</p>
<p><strong>Welche Lehren sollte man daraus ziehen?</strong></p>
<p>Die Technologie muss in die grundlegenden sozialen Veränderungen, die sie mit sich bringt, eingebunden werden, damit sie überhaupt sinnvoll genutzt werden kann. In einem hierarchisch strukturierten Unternehmen, in dem die Mitarbeiter nie gelernt haben, ihr Wissen einzubringen, bringt es wenig, eine Datenbank zu installieren. Wir gehen vielmehr davon aus, dass die Einführung von Wissensmanagement als „soziale Innovation“ zu gestalten ist. Hier spielen Technologien selbstverständlich eine Rolle – zentral ist aber die Veränderung der Kommunikations- und Kooperationsstrukturen, also der Handlungspraktiken.</p>
<p>Technologische Innovationen können nur dann funktionieren, wenn sie in die entsprechenden sozialen Innovationen eingebettet werden. Unsere Gesellschaft setzt aber viel zu oft auf Technologien, ohne die Interessen der Bürger zu berücksichtigen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit sozialen Innovationen hilft uns hier, hinter die Phänomene zu blicken und zu verstehen, warum bestimmte Abläufe funktionieren, und was noch zu tun ist.</p>
<p><strong>Warum sind soziale Innovationen gerade heute wichtig?</strong></p>
<p>Mit dem Übergang von der Industrie zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft verlieren technologische Innovationen – neue Maschinen und Produkte zum Beispiel – auch wirtschaftlich an Bedeutung, dafür werden Dienstleistungen wichtiger, also Handlungsweisen wie eben Mikrokredite oder neue Formen der Unternehmens- und Organisationsberatung. Es ist nicht mehr der einzelne Unternehmer, der Innovationen vorantreibt, sondern erfolgreiche Innovationen erfordern eine Vielzahl von Akteuren und entsprechende Rahmenbedingungen. Dabei werden auch potenzielle Anwender zunehmend in Innovationsprozesse einbezogen, wie es etwa bei dem Konzept <a href="http://www.openinnovation.net/">„Open Innovation“</a> der Fall ist. Innovationen entstehen also nicht mehr vorwiegend in einem Unternehmen, sondern in Netzwerken zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen bzw. zwischen Unternehmen und Anwendern und so weiter.</p>
<p><strong>In welchen anderen Bereichen wirkt sich diese Entwicklung aus?</strong></p>
<p>Wir sehen diesen Prozess auch in der Politik: Viele der aktuell zu beobachtenden politischen Bewegungen wie Occupy, Indignado oder die Piraten zielen auf eine Einbeziehung von gesellschaftlichen Gruppen in Prozesse, die ihnen bisher versperrt sind. Sie wollen politische Handlungsweisen verändern. Insofern öffnen sich die Innovationen zur Gesellschaft.</p>
<p><strong>Wo ist die Relevanz für die Politik?</strong></p>
<p>Nehmen wir den Lissabon-Prozess, also das Ziel der Europäischen Union, zur weltweit wettbewerbsfähigsten Region zu werden. Hier sehen wir, dass wesentliche Ziele nicht erreicht wurden. Darüber haben sich die sozialen Probleme weiter verschärft. Beispiele hierfür sind Arbeitslosigkeit oder die Ausgrenzung bestimmter Schichten vom Bildungssystem. Ein rein auf technologische und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtetes Innovationsverständnis führt also weder zu den wirtschaftlichen Zielen noch löst es soziale Probleme wie manche neo-liberale Theoretiker meinen. Ich denke, hier ist das Konzept der Sozialen Innovation von großer Bedeutung. Denn es zeigt, dass die Frage der sozialen Entwicklung als eigenständiges Phänomen mit in die Betrachtung einbezogen werden muss. Darüber sollte Politik nachdenken – am besten gemeinsam mit einer Beteiligung der Betroffenen und vielleicht sogar begleitet von der Forschung.</p>
<p><strong>Was wünschen Sie sich für die Sozialwissenschaften?</strong></p>
<p>Die bisherige Arbeitsteilung in der Innovationsforschung sieht so aus, dass die Ingenieur- und Naturwissenschaften Innovationen gestalten. Die Sozialwissenschaften beobachten sie dabei und analysieren die Prozesse – im Grunde ist es Begleitforschung. Nach unserem Verständnis würde sich dies im Hinblick auf Soziale Innovationen anders darstellen. In dieser Sichtweise sind die Sozialwissenschaften auch Gestalter dieser Innovationsprozesse. Sozialwissenschaftler können Unternehmen, Gesellschaft und Politik helfen, soziale Innovationsprozesse zu organisieren.</p>
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		<title>Auch die Politik braucht soziale Innovation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans-Werner Franz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:09:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema soziale Innovation ist im Aufwind. Die OECD mit ihrem Forum für soziale Innovation und die Europäische Kommission (z.B. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema soziale Innovation ist im Aufwind. Die OECD mit ihrem <a href="http://www.oecd.org/document/21/0,3746,en_2649_34417_44255253_1_1_1_1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forum für soziale Innovation</a> und die Europäische Kommission (<a href="http://ec.europa.eu/enterprise/policies/innovation/policy/social-innovation/index_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">z.B. Social Innovation Europe</a>) haben es auf ihre Fahnen geschrieben. Auch die Unesco ist gerade dabei, ein entsprechendes Programm vorzubereiten. Ebenso ist das Thema inzwischen bei etlichen nationalen Regierungen virulent. Sie alle lassen sich bei ihren neuen Programmen inspirieren von den Ergebnissen der Wiener Konferenz vom September 2011, konzentriert in der <a href="http://www.socialinnovation2011.eu/social-innovations/materials" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiener Erklärung</a>. Das könnte auch für Deutschland und den deutschen Sprachraum Anregung sein, die vorhandenen Programme zu überdenken.</p>
<p>Nicht alles, was sich unter diesem neuen Etikett versammelt, ist neu. Aber zum ersten Mal bekommt eine vielfältige Versammlung von Themen einen gemeinsamen Namen. Als soziale Innovation kann man all jene neuen sozialen Handlungsweisen (also auch Politiken) bezeichnen, die von den Bürgerinnen und Bürgern oder relevanten Gruppen angenommen worden sind, weil sie bestimmte soziale Bedürfnisse anders oder besser befriedigen.</p>
<p>Unter der Rubrik soziale Innovation kann man in jüngerer Zeit so unterschiedliche Neuerungen versammeln wie die Arbeitszeitkonten in den Betrieben und Kurzarbeit, die Deutschland so gut durch die Krise haben kommen lassen, die Kommunikation via Internet, die unsere Formen des Arbeitens und Kommunizierens so tiefgreifend verändert hat. Aber auch der Einzug von McDonald’s, der als neuer Typ von Gastronomie für viele Menschen eine völlig veränderte Form des gemeinsamen Essens bedeutet hat. Damit ist klar: Wie bei dem herkömmlichen Innovationsbegriff, der eher auf technische Produkte bezogen ist, geht es auch hier nicht um Gut oder Böse. Was die Einen als Vorteil ansehen, mögen Andere ignorieren oder gar ablehnen.</p>
<p>Dabei hat die Wissenschaft es leicht, denn sie sagt unter Bezug auf Schumpeter: Innovation ist das Neue, das sich durchgesetzt hat. Das gilt für Innovation in jeglicher Form. Das lässt sich empirisch prüfen und belegen. Politik und ihre Programme müssen jedoch entscheiden, <em>bevor</em> sich etwas Neues durchgesetzt hat. Nicht selten sind Gesetze sogar die Form der Durchsetzung des Neuen. Bei Programmen geht es jedoch darum, Entscheidungskriterien zu entwickeln, wofür Geld ausgegeben, welche Neuheit gefördert werden soll. Die Vergabekriterien dazu sind bekannt. Sie hängen wie bei allen anderen Projektanträgen, die gefördert werden sollen, von der Qualität des Antrags ab. Er muss wissenschaftlich überzeugend begründen: Wie neu ist das Neue, das vorgeschlagen wird? Was macht es besser als das, was gegeben ist? Was bringt es der Gesellschaft? Wie gut ist das Projektkonsortium dafür geeignet, das zu erforschen und zu entwickeln? Wie solide ist das Forschungs- und Entwicklungsdesign beschrieben, mit dem das erreicht werden soll? Wie gut sind die dafür geplanten Ausgaben begründet?</p>
<p>Nichts muss neu erfunden werden. Nicht wenige Programme der Europäischen Kommission, aber auch viele nationale oder EU-kofinanzierte Programme haben auch in den vergangenen Jahren schon sozial-innovativen Ideen Raum gegeben, die wir heute unter dem Label Soziale Innovation versammeln. Zum Beispiel das große Programm „Humanisierung des Arbeitslebens“ der siebziger und achtziger Jahre fällt in diese Kategorie. Nur wissen wir heute, dass man die Menschen nicht belehren kann, sondern mit ihnen zusammen das Neue erforschen und entwickeln muss.</p>
<p><strong>Welche Rolle hat die Wissenschaft?</strong></p>
<p>Politik nutzt Wissenschaft in vielfältiger Weise, nicht nur als Quelle des aktuell verfügbaren Wissens, sondern gerne auch als Legitimation für längst getroffene Entscheidungen. Weniger gerne sehen politisch Verantwortliche, wenn WissenschaftlerInnen sich einmischen. Auch viele WissenschaftlerInnen selbst ziehen es vor, ihre Ergebnisse unverbindlich zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Soziale Innovationsprojekte verlangen den Forschenden jedoch ab, dass sie nicht nach dem klassischen Forschungsparadigma verfahren: Wir fragen, Sie antworten. Wir publizieren, Sie können es ja lesen. Sozialforschung muss sich in vollem Umfang ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Wissenschaft bewusst sein, und dies muss sich auch in den Methoden und Instrumenten des Forschungs- und Entwicklungsprozesses sowie in den Kommunikationsformen widerspiegeln, die zum Einsatz kommen. Dazu gehört, dass man schon bei der Formulierung der Fragestellung darauf achtet, dass die Sichtweisen der beteiligten und betroffenen gesellschaftlichen Gruppen eingeholt werden und Berücksichtigung finden, dass Betroffene beteiligt und in die Interpretation der Ergebnisse eingebunden werden und dass als Ergebnis nicht nur akademische Lesekost angerichtet wird, sondern (zumindest) auch Werkzeuge und Handreichungen für die Praxis geliefert werden. Für die Programmverantwortlichen in Politik und Ministerien ist es daher wichtig zu wissen, dass sie für solche Projekte mit den rein akademischen Evaluatoren, die den Daumen für die Bewilligung der Projekte heben oder senken, nicht immer gut fahren werden.</p>
<p>Dabei darf es auch Pannen und Misserfolge geben. Sozialwissenschaftliche Projekte sind im Vergleich zu Technikprojekten ziemlich billig zu haben. Auch bei den weitaus mehr Millionen verschlingenden Projekten der technischen Innovation sind nicht alle Projekte ein Erfolg. Und die Innovation, die ihr Gegenstand war, noch seltener. 90 Prozent dessen, was als „Innovationspanther“ abspringt, landet als lahmer Hauskater in der Ecke und wird nie ein ökonomischer Dauerbrenner. Partizipatorisch angelegte soziale Innovationsprojekte hingegen haben zumindest bei den beteiligten Menschen einer Stadt, einer Region, eines Verbandes oder Unternehmens schon etwas bewirkt. Politik sollte daher mehr Mut zu sozialen Experimenten zeigen und soziale Innovationsprojekte aktiver fördern.</p>
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		<title>Was soziale Medien mit Wissensarbeit zu tun haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:08:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Medien werden oft als neue Form von Internet-Angeboten verstanden. Das ist zu kurz gedacht und verschenkt die Potenziale sozialer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/was-soziale-medien-mit-wissensarbeit-zu-tun-haben/soziale_innovation_slider/" rel="attachment wp-att-11211"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-11211 alignleft" title="Soziale Innovation" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/soziale_innovation_slider-305x206.png" alt="Grafik soziale Innovation" width="305" height="206" /></a>Soziale Medien werden oft als neue Form von Internet-Angeboten verstanden. Das ist zu kurz gedacht und verschenkt die Potenziale sozialer Medien. Wenn man diese statt als technischen Entwicklungsschritt als eine neue Form der Wissensarbeit versteht, lassen sich ihre Potenziale besser nutzen.</p>
<p>AOL hatte sich Ende der 1990er Jahre Boris Becker als Werbe-Ikone gesichert, um zu zeigen, wie leicht man den Internet-Dienst nutzen konnte: Stecker rein und der Ex-Tennisprofi war „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=S7mGbRkUP7Q">drin</a>“. Das schien sehr einfach. Genauso sehen heute viele die sozialen Medien. Egal ob Unternehmen, Stadtverwaltungen, der Jugendclub in der Nachbarschaft oder politische Gruppen. Alle wollen „drin“ sein. Dabei versperrt nichts drastischer den Weg in die sozialen Medien als die Vorstellung, man könne dort ein für allemal ankommen und „drin“ bleiben.</p>
<p>Hier soll das Phänomen soziale Medien nun aus sozialwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden. Dazu blenden wir einfach die Tatsache aus, dass es sich bei diesen Angeboten auch um eine technologische Wende handelt. Und plötzlich wird die Frage laut nach der eigentlichen Innovation, die die als „Web 2.0“ gestarteten sozialen Medien von anderen  unterscheiden. Der Begriff „soziale Medien“ ist leicht redundant, weil Medien Menschen mit Menschen verbinden und damit immer auch eine soziale Dimension haben. Aber er ist auch treffend, weil er auf die Interaktion zwischen Menschen verweist. Und hier wird deutlich, was die Innovation sozialer Medien bedeutet: Sie stellt nicht weniger dar als einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Menschen miteinander arbeiten und kommunizieren.</p>
<p><strong>Ein Wissensschatz entsteht nicht am Fließband</strong></p>
<p>Denn während „alte“ Dienste wie bespielsweise www oder E-Mail ein Abbild individueller und sequenzieller Arbeit sind – ich sende Dir eine Mail, Du antwortest –, was im Prinzip nichts anderes ist als die schrittweise Fertigung eines Autos am Fließband, wird bei vielen sozialen Medien die gleichzeitige, gemeinsame, verteilte, sich revidierende und evolutionäre Erstellung eines Inhaltes unterstützt. Das Stichwort lautet „User Generated Content“. Wikis sind das beste Beispiel. In ihnen arbeiten alle gleichzeitig. Und das auch manchmal gegeneinander, was am Fließband niemals vorkommt.</p>
<p>Dieses simpel wirkende Prinzip hat enorme Auswirkungen auf die Arbeit all derjenigen, die im weiteren Sinne als „Wissensarbeiter“ bezeichnet werden können. Ein Journalist beispielsweise ist stolz auf einen gut recherchierten, geschriebenen und publizierten Artikel. Mit dem fertigen Produkt wird eine gewisse Qualität verbunden. Doch viele Journalisten sehen sich heute einem Publikum gegenüber, das mitreden will (Foren), das vieles besser weiß (Watchblogs) und das selbst publizieren kann (Blogs). In der Konsequenz öffnen sich viele Redaktionen der Netzöffentlichkeit und lassen diese an Beiträgen mitarbeiten. Für ein Beispiel muss man nicht immer auf WikiLeaks und GuttenplagWiki zurückgreifen – von Nutzern erstellte Inhalte sind längst in der gewöhnlichen Arbeitswirklichkeit von Journalisten angekommen. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,798197,00.html">So bat „Spiegel Online“ Nutzer um Hilfe bei der Identifizierung von Luftbildern aus der Wüste Gobi</a>. Den Wissensschatz, den die Redaktion mit dieser Einbeziehung ihrer Leser gehoben hat, hätte sie niemals alleine im selben Maße zu Tage fördern können.</p>
<p>Doch für den Journalismus als Beruf bedeutet „User Generated Content“ eine echte Herausforderung, denn Journalisten müssen plötzlich ihre Konzepte für Qualität, ihr Verständnis eines „eigenen Beitrags“ und ihre berufliche Aufgabe in der Gesellschaft auf die Prüfwaage stellen. Wozu sind sie noch gut, wenn es Experten gibt, die sich zu jedem ihrer Beiträge äußern?</p>
<p><strong>Wie Wissen „veredelt“ werden kann</strong></p>
<p>Gleiches ließe sich übrigens auf alle anderen Wissensarbeiter übertragen. Einige Beispiele: Lehrer verstehen sich heute oft noch als Vermittler von Wissen; dabei können sich Schüler gegenseitig eine Menge beibringen, wenn sie zum Beispiel gemeinsam online an einem Thema arbeiten. Oder Wissenschaftler: Sie sind stolz auf eigene Forschung und eigene Publikationen. Dabei zeigen Beispiele aus der Entschlüsselung von Gen-Codes oder – ja, auch das sei erlaubt! – bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SETI%40home">SETI@home</a>, was erreicht werden kann, wenn viele Menschen nicht „fertiges Wissen“ zusammenlegen, sondern kleine Schnipsel, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dabei können einige der Schnipsel auch ein falsches Muster zeigen. Wikipedia macht vor, wie falsche Daten durch richtige ersetzt werden und schließlich zu Wissen avancieren können. Denn das Zusammentragen von Daten und Informationen allein ergibt noch kein Wissen – erst dessen Nutzung in einem Anwendungskontext und damit die Interpretation durch Menschen lässt Wissen entstehen. Da soziale Medien Menschen mit Menschen verbinden und einen engen Dialog fördern, sind sie bestens geeignet, um bei der „Veredelung“ von Daten zu Wissen durch Interpretation und Nutzung beizutragen.</p>
<p><strong>Neue Formen des Publizierens</strong></p>
<p>Aber mit der gemeinsamen, verteilten und vor allem schrittweisen Erstellung von Content haben wir erst die halbe Miete des Phänomens „soziale Medien“ bezahlt. Die andere ist die Befreiung von allen Anforderungen und vor allem Kompetenzen des Publizierens – auch dies eine Innovation auf der sozialen Ebene. Der Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg hat die Vorstellung geprägt, dass die Möglichkeit, Themen zu veröffentlichen, von verschiedenen Kontexten beeinflusst wird, die sich wie Häute um eine Zwiebel legen: Die Schalen dieser Zwiebel stehen jeweils für Kontexte, die die Aussagenentstehung beeinflussen oder die den Journalisten zu einer bestimmten Handlungsweise zwingen. Diese Kontexte sind beispielsweise gesellschaftliche Rahmenbedingungen, rechtliche Grundlagen, ökonomische, organisatorische und technologische Imperative oder journalistische Standards.</p>
<p>Als Journalist ist man beispielsweise an die weltanschauliche Haltung eines Verlages, an die Qualitätsstandards der Redaktion oder auch an den Willen der Anzeigenkunden gebunden. Nicht so der „User Generated Content“. Der Erfolg sozialer Medien ist eben darin begründet, dass sich in ihnen so leicht „content“ publizieren lässt, dass dazu jeder fähig ist, der einen Browser bedienen kann. Bereits die Foren des „usenet“ in den 1980er Jahren boten alle Möglichkeiten, die heute Communities und Blogs mit sich bringen. Aber im „usenet“ tummelten sich lediglich ein paar Technikbegeisterte. Heute nähert sich die Netzgemeinde auch deshalb immer weiter dem Bevölkerungsschnitt an, weil es eben so unkompliziert ist, via Facebook mit der Enkelin in Kontakt zu bleiben. Oder in einem Forum der Lokalzeitung darzulegen, dass man die Entwicklung des Stadtteils seit Ende des Weltkrieges genau beobachtet hat.</p>
<p><strong>Vom  „Gatekeeper“ der Wissensgesellschaft zum Moderator</strong></p>
<p>Diese beiden Aspekte zusammengenommen – also die Veränderung der Form der Content-Erstellung kombiniert mit der Einfachheit des Publizierens – führt zur Feststellung eines neuen Arbeitsparadigmas. Die Beispiele Journalismus und Wissenschaft zeigen, wie User Generated Content die berufliche Tätigkeit von Wissensarbeitern verändern, zumindest aber in Frage stellen kann. Historisch betrachtet erinnert diese Entwicklung an die Rolle von Priestern vor der Verbreitung des Buchdrucks: Die gedruckte Bibel in jedem Haushalt stellte die Rolle von Priester und Kirche als „Gatekeeper“ bei der Vermittlung von Gottes Wort in Frage – die Bedeutung, die sie im Mittelalter hatte, hat die Kirche seitdem nicht wieder erreicht. Das könnte auch heutigen „Gatekeepern“ der Wissensgesellschaft bevorstehen.</p>
<p>Was heißt dies nun für eine sinnvolle Nutzung sozialer Medien? Zunächst sollte man nicht um jeden Preis versuchen, „drin“ zu sein. Andersherum wird ein Schuh daraus: Wer tatsächliche Mitsprache von Anderen sucht, die etwas besser wissen, und dafür bereit ist, ihnen auch Wort und Einfluss zu erteilen, kann dies mit sozialen Medien versuchen. Ansonsten reichen die Top-Down-Kanäle und „fertigen Produkte“ des Internet 1.0 völlig aus.</p>
<p><strong>User Generated Content ist anstrengend</strong></p>
<p>Aber Vorsicht! User Generated Content ist anstrengend. Die Piraten zeigen dies mit ihrem Diskursforum LiquidFeedback. Dort wird viel Zeit für Moderation aufgebracht. In letzter Konsequenz erhalten Organisationen, die so stark auf Ideen und Inhalte ihrer Nutzer setzten wie die Piraten, eine neue Funktion. Aus Themengebern werden Moderatoren eines Diskurses. So ist es beim Beruf des Enzyklopädie-Autoren geschehen: Während dieser früher Artikel verfasste oder redigierte, investieren Wikipedia-Autoren heute viel Zeit in Diskussion und Moderation. Journalisten von Online-Magazinen berichten, dass der Teil ihrer Arbeitszeit, die sie in Communities mit Moderation verbringen, stetig steigt. Folglich sinkt der Zeitanteil für „klassische“ journalistische Tätigkeiten.</p>
<p>Warum sollte dieser Rollenwechsel zum Moderator nicht auch für Lehrer, Wissenschaftler oder Unternehmenslenker funktionieren? Statt selbst die Richtung vorzugeben, könnten sie den Prozess der Richtungsfindung moderieren. Dafür  müssten sie allerdings eine Reihe lieb gewonnener Kompetenzen aufgeben und sich neue aneignen. Berufsrollen sind ebenso zu überdenken wie die  Aus- und Weiterbildung. Einige „Enterprises 2.0“ – die im Sinne des Harvard-Professors Andrew P. McAfee soziale Medien in ihre internen wie externen Arbeitsprozesse einbinden &#8211; machen dies vor: Wenn sich gewisse Regeln und Erfahrungswerte einmal eingependelt haben, kann der Paradigmenwechsel mehr Menschen in die Wissensfindung einbeziehen. Denn Wissen lässt sich nun mal nicht am Fließband produzieren.</p>
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		<title>Telezentren für bessere Bildungschancen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Kaletka]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:05:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Spaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die digitale Spaltung zwischen Jung und Alt, Stadt und Land, bildungsnahen und bildungsfernen Schichten ist längst Realität – doch wie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die digitale Spaltung zwischen Jung und Alt, Stadt und Land, bildungsnahen und bildungsfernen Schichten ist längst Realität – doch wie kann dem Problem auf lange Sicht begegnet werden? Ein Ansatz zur digitalen Inklusion sind lokale Telezentren für Erwachsene.</p>
<p>In vielen europäischen Regionen sind Telezentren zu Promotoren von Erwachsenenbildung und digitaler Inklusion avanciert. Sie bereichern lokal-regionale Bildungslandschaften und haben das Potenzial, sich zu einer sozialen Innovation weiterzuentwickeln, von der insbesondere bildungsferne und andere Bevölkerungsgruppen mit besonderen Schwierigkeiten profitieren. Besonders in den Mittelmeer-Anrainerstaaten und vielen osteuropäischen Ländern bieten Telezentren einen für viele sonst nicht finanzierbaren Internetzugang und stellen mit haupt- und ehrenamtlichem Personal sowie großem Engagement ein ansehnliches Kursprogramm auf die Beine: Grundkurs Computer, Bildbearbeitung, Website-Programmierung, das eigene Blog – aber auch das Schreiben von Lebenslauf und Bewerbung, Tipps zur Jobsuche, Sprachen und lokale Projekte stehen auf dem Programm.</p>
<p>Meist öffentlich gefördert und von NGOs betrieben, setzen Telezentren ganz bewusst auf die Potenziale neuer Medien sowie digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien. In lokalen Gesellschaften, Dörfern, Vororten und sozial „abgehängten“ Vierteln gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Für viele Menschen ist das Telezentrum die letzte (bezahlbare) Zugangschance zu Bildung und Arbeitsmarkt. Es ist aber auch eine Antwort auf die zunehmende Individualisierung von Lebensläufen und Lebensentwürfen und lädt dazu ein, Bildung für sich zu entdecken.</p>
<p>Ein Schlüssel zum Erfolg ist dabei die Niedrigschwelligkeit des Zugangs für die Lernwilligen. Deren Sicherstellung ist oftmals ein komplexes Unterfangen, für das grundsätzlich gilt: Die Angebote müssen bezahlbar sowie hinreichend flexibel sein, und die Telezentren selbst müssen attraktiv sein. Erwachsene, die freiwillig und selbstorganisiert lernen, brauchen (mehr noch als Kinder) entsprechende Rückzugsmöglichkeiten. Neben den Lerninhalten selbst und der innovativen medialen Vermittlung geht es also um viel mehr: Im Idealfall schaffen Telezentren sozialen Zusammenhalt, dort wo es am nötigsten ist. „Sie geben Menschen mit vielerlei Problemen das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, und fördern kulturelle Bildung“, so Gabriel Rissola vom Institute for Prospective Technological Studies der Europäischen Kommission.</p>
<h3>Digitale Inklusion: zwei Seiten der Medaille</h3>
<p>Auch der Begriff “digitale Inklusion“ hat viele Facetten: Er beschreibt einerseits die Überwindung der „digitalen Spaltung“ der Gesellschaft als ungleichen Zugang von Bevölkerungsgruppen zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Dieser technologisch-infrastrukturellen Sichtweise steht eine andere, eine soziale Perspektive gegenüber: Es geht um die ungleiche Verteilung von Zugangschancen zu Bildung, Beschäftigung und gesellschaftlicher Teilhabe insgesamt &#8211; und um das Ziel einer größeren Gerechtigkeit und Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Beides hängt eng zusammen. So zeigt sich am Beispiel Telezentren, dass infrastrukturellen Defiziten &#8211; wie der unvollständigen Versorgung der Haushalte mit Breitbandtechnologien &#8211; mit sozialen Innovationen begegnet werden kann.</p>
<p>Telezentren sind mit der beschriebenen Zielsetzung digitaler Inklusion und sozialen Zusammenhalts entwickelt worden – von Akteuren auf lokaler Ebene, unterstützt durch intensiven Austausch auf nationaler Ebene und nicht zuletzt durch transnationalen Austausch im <a href="www.telecentre-europe.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telecentre Europe Netzwerk</a>. Viele Telezentren sind auch tatsächlich in der Lage, das Problem ungleicher Zugangschancen und wachsender Lern- und Qualifizierungsbedarfe von Erwachsenen wenn auch nicht zu lösen, so doch vor Ort abzumildern. Die Kernfrage der kommenden Jahre wird allerdings sein, ob Telezentren in der Lage sind, eine neue „soziale Praxis“ digitaler Erwachsenenbildung vor Ort zu stabilisieren, auszubauen und Auskunft über ihre Wirksamkeit zu geben.</p>
<h3>Die Herausforderungen für die Zukunft</h3>
<p>Eine der größten Herausforderung wird sein,  Telezentren für ihre Rolle als Katalysatoren, als Beschleuniger für soziale Inklusion fit zu machen. In welchen „Dimensionen“ sind also Fortschritte notwendig?</p>
<h5><strong>1. Die Pädagogik weiterentwickeln</strong></h5>
<p>Die Pädagogik in Telezentren muss sich zum einen die Potenziale von „Blended Learning“ und sozialen Medien, die in der einen oder anderen Weise in jedem Kurs zum Einsatz kommen, in zunehmender Qualität zunutze machen. Zum anderen geht es darum, die Lerninhalte auf eine erwachsenengerechte Art und Weise anzubieten. Lernangebote müssen so aufbereitet sein, dass die Lernenden den Prozess bestmöglich selbst steuern können. Mehr noch, es geht darum, dass die Lernenden ihre Bedürfnisse definieren und die Curricula mit Inhalten und Beispielen füllen – durch eine konsequente Nutzung von „User Generated Content“ im Lernprozess. Hierzu müssen Curricula ausreichend flexibel sein und ein Lernen ermöglichen, bei dem die Lernenden, dem Prinzip des „Action Learning“ folgend, mit großer Autonomie an der Lösung ihrer tatsächlichen Probleme arbeiten.</p>
<h5><strong>2. Die Organisationen professionalisieren</strong></h5>
<p>Die zentrale Herausforderung, das machten auch die Teilnehmer der <a href="http://innodig.eu/en/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäischen Konferenz für Digitale Inklusion</a> im Oktober 2011 in Danzig deutlich, liegt bei der Qualifizierung des Bildungspersonals. Um es deutlich zu sagen: Eine Gruppe zumeist zwar hoch motivierter, aber selten fest beschäftigter, oft ehrenamtlich tätiger Menschen nachhaltig zu qualifizieren, ist ein langfristiges und kompliziertes Projekt.</p>
<h5><strong>3. Das Telezentrum lokal verankern</strong></h5>
<p>Ein Telezentrum kann nur dann ausreichend Wirkung entfalten, wenn es Antworten auf lokale Probleme geben kann. Ein Lernangebot lässt sich nicht einfach von A nach B kopieren. Dafür braucht es aussagekräftige Informationen aus der Community, um bestimmte Zielgruppen mit dem passenden Angebot anzusprechen. Ein einzelnes Telezentrum kann auch nicht die Inklusionsprobleme einer lokalen Gemeinschaft allein lösen. Wichtig ist deshalb eine dauerhafte, verbindliche Vernetzung und Abstimmung mit den anderen Bildungsträgern vor Ort.</p>
<p>Diesen Herausforderungen stehen bereits jetzt viele konkrete Entwicklungen gegenüber, die zur Professionalisierung der Telezentren beitragen. Es gibt neue Curricula für Lernende und Lehrende, das Telecentre Europe Netzwerk hat im Oktober 2011 erstmals die besten Telezentren und die innovativsten Manager prämiert, und das Thema „Telezentren“ steht verstärkt auf der europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsagenda. Bei allen Herausforderungen: Der Anfang ist gemacht.</p>
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		<title>Was die anderen Parteien an den Piraten nicht verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Pelka]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 11:10:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Abgeordnetenhauswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bastian Pelka]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Piraten und die Generation ihrer Wähler verstehen das Internet nicht als Technologie, sondern nutzen es als neues Handlungsinstrument. Nirgends wird dies so deutlich wie in den sozialen Medien.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Piraten und die Generation ihrer Wähler verstehen das Internet nicht als Technologie, sondern nutzen es als neues Handlungsinstrument. Nirgends wird dies so deutlich wie in den sozialen Medien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Als die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Bärbel Höhn in der Anne-Will-Sendung am Mittwochabend schon fast entschuldigend zum designierten Berliner Piraten-Abgeordneten Christopher Lauer sagte, auch sie &#8220;<a href="http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/zitate519_p-3.html#blaettern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gucke Internet</a>&#8220;, wurde der ansonsten recht zurückhaltende 27-Jährige ein einziges Mal laut. Genau das sei der Unterschied zwischen den etablierten Parteien und der Piraten-Partei, rief er mehrfach und sichtlich amüsiert in die Runde. Seine Partei &#8220;gucke&#8221; eben nicht Internet. Leider kam er nicht dazu, das zu erklären. Was also meint er damit?</p>
<p align="center"><a href="http://www.socialinnovation2011.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/social-innovation.png" alt="" width="434" height="141" /></a></p>
<p>Eine Antwort auf diese zunächst rein linguistisch anmutende Frage lieferte vergangene Woche die in Wien tagende Konferenz &#8220;<a href="http://www.socialinnovation2011.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Challenge Social Innovation</a>&#8220;, auf der internationale Sozialwissenschaftler die Rolle von sozialen Innovationen für moderne Wissensgesellschaften untersuchten. Soziale Innovationen sind &#8211; stark verkürzt &#8211; neue Handlungsweisen, die von vielen Menschen genutzt werden. Die von Nobelpreisträger Muhammad Yunus entwickelten Mikrokredite sind so eine soziale Innovation: Sie sind eine neue Handlungsweise (von Banken), die von vielen Menschen (ärmeren) genutzt werden. Neue Managementkonzepte, die etwa Gruppenarbeit und flache Hierarchien favorisieren, sind stets soziale Innovationen, denn sie erneuern Handeln und Produkte, ohne dabei auf eine greifbare, eine &#8220;technologische&#8221; Komponente angewiesen zu sein.</p>
<p align="center"><a href="http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill3141.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/anne-will.png" alt="" width="480" height="299" /></a></p>
<p align="center"><strong>(&#8220;Anne Will&#8221; – Sendung vom 21. September 2011)</strong></p>
<p>Wenn nun Bärbel Höhn ins &#8220;Internet guckt&#8221;, nutzt sie das Netz als Technologie der linearen Verbreitung von Informationen &#8211; wie einen Fernseher oder das Radio und steht mit beiden Beinen im Industriezeitalter. Die Piraten hingegen gehören zu der im Netz und in der Wissensgesellschaft sozialisierten Generation. Diese sehen das Internet als eine soziale Innovation an. Die von ihnen verstärkt genutzten sozialen Medien wie Wikipedia, Twitter oder Blogs beruhen ursprünglich auf simplen Technologien. <a href="http://www.socialinnovation2011.eu/wp-content/uploads/2011/03/Abstracts_Parallel-Session-1-3.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das wirklich Innovative an diesen Technologien</a> ist die Art und Weise, wie Menschen mit ihnen umgehen: Sie erstellen gemeinsam Texte, Ideen, Konzepte. Sie diskutieren, verwerfen, holen Rat ein und dies alles unter den Augen einer Öffentlichkeit, die zu fast jedem Spezialgebiet Experten bereit hält.</p>
<p>Dabei ist es nur logisch, dass die Piraten offen eingestehen, für viele Probleme keine Lösungen zu kennen. Denn sie sind in einer Diskussionskultur groß geworden, in der es immer einen Kommentator gibt, &#8220;der seine zweite Doktorarbeit zum diskutierten Thema geschrieben hat und sich besser auskennt&#8221;, wie Sascha Lobo, einer der Netz-Vordenker, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,787354,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schreibt</a>. Es ist also besser, Nichtwissen offen zu legen als dies durch die Netzgemeinde und deren entlarvende Wikis offen gelegt zu bekommen. Nichtwissen ist in dieser Kommunikationskultur auch konstruktiv.</p>
<p>Diese Arbeitsform unterscheidet sich vollständig von der Kommunikationsform der Industriegesellschaft und der der etablierten Parteien: Die eine Partei versteht das Internet als Technologie und &#8220;guckt Internet&#8221;, während die andere im Internet lediglich die Technologie sieht, die eine neue Kommunikationskultur technisch ermöglicht: Die partizipative, schrittweise, verteilte, sich stets aktualisierende und revidierende sowie transparente gemeinsame Arbeit. Diese verhält sich zum &#8220;Internet gucken&#8221; in etwa so wie der Buchdruck zur Kanzelpredigt im Mittelalter. Durch die Verfügbarkeit von Bibeln in vielen Haushalten verlor die Kirche ihre Alleinstellung bei der Verbreitung von deren Inhalten. In der Folge musste sie sich mit neuen Interpretationen und Diskursen auseinandersetzen &#8211; und schließlich mit einem stärkeren Wunsch nach Partizipation.</p>
<p>Das von den Piraten zuvorderst als soziale Innovation verstandene Internet ist das Gegenteil einer technologischen Innovation: Während technologische Innovationen &#8211; zum Beispiel neue Maschinen oder Materialien &#8211; immer &#8220;greifbar&#8221; sind, bleiben soziale Innovationen nur im Verhalten von Menschen identifizierbar. Damit stellen sie ein <a href="http://www.socialinnovation2011.eu/wp-content/uploads/2011/03/Abstracts_Parallel-Session-2-5.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innovationsparadigma</a> dar, das dem Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft entspricht. Denn während die Industriegesellschaften von immer neuen technologischen Produkten profitierten, tragen in den Wissensgesellschaften in immer stärkerem Maße Dienstleistungen zu Wertschöpfung und Beschäftigung bei.</p>
<p>Doch &#8211; so das Fazit der weiter oben angesprochenen Wiener Tagung &#8211; die Politik ist in Sachen Innovation noch nicht in der Wissensgesellschaft angekommen, sondern denkt bei Innovationen noch immer an Patente und Geräte. Dagegen sollte das Internet als soziale Innovation begriffen werden.</p>
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