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	<title>Soziales Engagement &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Soziales Engagement &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>„Gefährliche Ideen“  – die Digitalisierung als Chance für mehr soziales Engagement?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gefaehrliche-ideen-die-digitalisierung-als-chance-fuer-mehr-soziales-engagement-153704/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2017 08:08:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Ideenfabrik]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann Technologie zum Gemeinwohl beitragen? Diese Frage stellen sich fünf junge Menschen aus der Berliner Start-Up-Szene und haben die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-153718" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Social_Media_Heart_Collage_by_Kathleen_Donovan_CC-BY-NC-2.0-630x319.png" alt="Social Media Heart Collage by Cathleen Donovan via Flickr CC-BY-NC 2.0 edited" width="630" height="319" />Wie kann Technologie zum Gemeinwohl beitragen? Diese Frage stellen sich fünf junge Menschen aus der Berliner Start-Up-Szene und haben die Ideenfabrik „DangerousTech“ gegründet. Am vergangenen Dienstag, den 28.11.2017, haben sie zu ihrer ersten Veranstaltung eingeladen: Kreativer Ideenaustausch bei Bier und Pizza mit dem Ziel, die digitalisierte Welt zu einem besseren Ort zu machen.</p>
<p>„Herzlich Willkommen, schön, dass du gekommen bist. Nimm dir erstmal ein Bier, die Pizza ist auf dem Weg!“ So begrüßt mich Lilli, eine der Gründerinnen von DangerousTech. Ich folge der freundlichen Aufforderung, schnappe mir ein Bier und schaue mich um. Der kleine Seminarraum in dem renovierten Fabrikgebäude in Kreuzberg ist erstaunlich voll. Es sind um die 60 Leute gekommen, die meisten zwischen 25 und 35 Jahren. Viele unterhalten sich angeregt auf Englisch, man kennt sich hier in der Berliner Start-Up-Szene.</p>
<h3>„Dangerous Talk #1: Can Tech Help Scale Social Good?”</h3>
<p>So lautet das Motto des heutigen Abends. Die Gründer von <a href="https://dangeroustech.000webhostapp.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DangerousTech</a> möchten wissen, wie die heutige Digitalisierung unsere Gesellschaft verbessern kann. Ihr Motto: Mit „gefährlichen“ Ideen für Veränderungen sorgen. An diesem Abend hören wir drei Beispiele, wo dies bereits in vollem Gange ist.</p>
<h3>Mozilla Common Voice – Seine Stimme spenden für einen guten Zweck</h3>
<p>Als erstes kommt Michael nach vorne. Er ist Entwickler bei Mozilla und arbeitet an dem Projekt <a href="https://voice.mozilla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Common Voice</a>, einer Initiative, die Maschinen das Erlernen von menschlichen Sprachen leichter machen soll. Wie soll das funktionieren? Michael erklärt zunächst den Hintergrund der Aktion: „Aktuelle Spracherkennungsprogramme sind sehr teuer und kompliziert zu entwickeln, sodass sie bis dato nur den „Großen“ wie Android, Apple oder Amazon vorenthalten sind. Kleinere Startups können sich dadurch nicht oder nur sehr schwer an der Entwicklung beteiligen oder eigene Ideen kreieren“.</p>
<p>Durch Common Voice jedoch kann jeder dazu beitragen. Und Michael beschreibt wie: Auf der Webseite des Projektes liest man ein paar einfache Sätze vor, die durch das Mikrofon des Computers aufgezeichnet werden. Dadurch entstehen nach und nach Tausende von Datensätzen, die allen interessierten Entwicklern frei zum Download zur Verfügung stehen. Momentan ist dies nur auf Englisch möglich, es sollen aber viele weitere Sprachen folgen. Ein kritischer Besucher stellt die obligatorische Frage nach dem Datenschutz. Michael antwortet darauf ganz cool: „Jeder, der seine Stimme zur Verfügung stellt, tut das freiwillig. Außerdem dringt dies doch viel weniger in meine Privatsphäre ein, als wenn ich ein Bild von mir bei Facebook hochlade“. Ein schlagkräftiges Argument.</p>
<h3>Technologie für alle –  Women Techmakers für mehr Diversität</h3>
<p>Anna hat Informatik in Polen studiert, sie ist Entwicklerin für Android und vor allem ist sie sehr motiviert. Sie engagiert sich für <a href="https://www.womentechmakers.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Women Techmakers</a> und die Präsenz von Frauen in der IT-Branche. Women Techmakers bietet kostenlose Fortbildungen in verschiedenen Programmiersprachen an und organisiert Veranstaltungen mit dem Ziel, sich auszutauschen und zu vernetzen. Anna berichtet, wie sie immer wieder auf Ablehnung stößt, wenn sie mit anderen über ihren Beruf spricht. Viele Frauen denken, Informatik sei zu schwer oder zu kompliziert für sie. Dies will Anna ändern. Jedoch möchte sie nicht nur Frauen animieren: „Auch Flüchtlinge, Menschen der LGBTQ + Gemeinschaft (Menschen mit einer alternativen sexuellen Orientierung oder Identität) oder andere Interessierte sind herzlich willkommen. Das Ziel von Women Techmakers ist es, mehr Diversität in die bis heute von Männern dominierte Welt der IT-Branche zu bringen“, erzählt sie stolz.</p>
<h3>Airbnb Open Homes –  Die Türen öffnen für Menschen in Not</h3>
<p>Nachdem Airbnb in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik geraten ist, den ohnehin schon schwer bezahlbaren Wohnraum in den Großstädten weiter einzuschränken, kann der mittlerweile milliardenschwere Riese aus dem Silicon Valley an diesem Abend nur punkten:</p>
<p>„Öffne dein Herz und deine Tür für Menschen in Not“, so lautet der Leitspruch des Projektes <a href="https://www.airbnb.de/welcome" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Homes</a>. Emilia kommt nach vorne, eine junge Frau von Airbnb, die uns mehr darüber berichtet. „Jeder von uns kann mal in eine Notlage geraten, sei es durch ein Erdbeben, eine Sturmflut oder einen Terroranschlag“, sagt sie. „Airbnb hat mittlerweile Tausende von Kooperationen mit seinen Gastgebern, die in solchen Fällen eine kostenlose Notunterkunft für Betroffene bereitstellen“. Die Idee klingt einfach und wirkungsvoll. Allerdings stellt dies auch eine nicht ganz uneigennützige Form der Werbung dar. Heiligt der Zweck die Mittel? Darüber kann man diskutieren.</p>
<h3>Soziales Engagement und Digitalisierung Hand in Hand?</h3>
<p>Nach diesen drei äußerst interessanten Vorträgen gibt es endlich die versprochene Pizza und natürlich noch mehr Bier. Alle machen einen äußerst zufriedenen Eindruck. Lilli ist begeistert. „Ich habe nicht erwartet, dass so viele Leute kommen und ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen“, sagt sie freudestrahlend.</p>
<p>Mir wird klar: Es ist nicht die Technologie, die die Welt besser oder schlechter macht. Es sind die Menschen, die hinter den Monitoren und Touchscreens sitzen. Natürlich gibt es weiterhin eine Menge negativer Beispiele für den Einfluss, den die Technologie auf uns hat. Jugendliche, die sich aufgrund von Hass und Mobbing im Netz das Leben nehmen. Oder Menschen, die aufgrund zunehmender Digitalisierung ihren Arbeitsplatz verlieren. Dies sind alles Probleme, denen sich unsere Gesellschaft stellen muss. Jedoch ist es sehr beruhigend zu wissen, dass es so viele junge Menschen gibt, die sich nicht hinter ihren Bildschirmen verstecken. Die das Potenzial der Digitalisierung nutzen möchten, um sich zu vernetzen und mit ihrem „sozial-technischen“ Engagement die Welt vielleicht ein bisschen besser zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Social Media Heart Collage by Kathleen Donovan via <a href="https://www.flickr.com/photos/kdonovan_gaddy/4314365065" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-NC 2.0, </a>edited</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="401" height="70" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Sozialen in den Netzwerken</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/die-sozialen-in-den-netzwerken-4969/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 13:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales Engagement]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Non-Profit-Organisationen in Deutschland entdecken Facebook, Twitter &#38; Co für die Selbstvermarktung. Doch aller Anfang ist schwer. politik-digital.de hat den Non-Profit-Bereich in sozialen Medien unter die Lupe genommen und mit Experten sowie den Machern gesprochen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Non-Profit-Organisationen in Deutschland entdecken Facebook, Twitter &amp; Co für die Selbstvermarktung. Doch aller Anfang ist schwer. politik-digital.de hat den Non-Profit-Bereich in sozialen Medien unter die Lupe genommen und mit Experten sowie den Machern gesprochen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der World Wildlife Fonds hat unter den Non-Profit-Organisationen (NPOs) in Deutschland mit 17.500 die meisten Facebook-Fans, 11.500 Leute haben bislang bei Greenpeace Deutschland den „Like-Button“ gedrückt. Die SOS-Kinderdörfer haben 10.000 Anhänger, Amnesty-International Deutschland immerhin noch knapp 8.500.
</p>
<p>
<b>Welchen Wert haben Facebook-Fans?<br />
</b>
</p>
<p>
Die Aussagekraft der nackten Zahlen ist beschränkt. Zum Vergleich: Über 96.000 Facebookern gefällt die Seite: „Kann dieser Esel mehr Fans als der FC Bayern München haben?“ Das digitale Bekenntnis ist besonders für gemeinnützige Organisationen ohne großen Wert, solange dadurch keine aktive Unterstützer oder Spenden generiert werden können.
</p>
<p align="center">
<a href="http://facebookmarketing.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/facebookmarketing.jpg" height="202" width="400" /></a>
</p>
<p>
„100.000 Fans bringen einem nichts, wenn sie nichts tun“, fasst auch Philipp Roth das Problem zusammen. Der Social-Media-Experte berät auf <a href="http://facebookmarketing.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">facebookmarketing.de</a> Unternehmen, die Soziale Netzwerke für sich nutzen wollen. „Wichtiger als nur Fans zu sammeln ist es, richtige und aktive Unterstützer zu bekommen“, so der Berater zu politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>Unterschiedliche Erwartungen<br />
</b>
</p>
<p>
„Die Erwartungen hängen von den Netzwerken ab“, sagt Roland Gramling vom <a href="http://www.wwf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WWF</a>. Die Tierschutzorganisation will mit ihren Online-Aktivitäten unter anderem neue Zielgruppen für ihre Aktionen erschließen. Diese Hoffnung habe sich bisher „im Großen und Ganzen erfüllt.“
</p>
<p>
Anders die <a href="http://www.sos-kinderdorf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SOS-Kinderdörfer</a>: Deren Zielsetzung war – neben dem Wunsch, eine jüngere Zielgruppen zu erreichen – auch mit bestehenden Spendern und Paten in Kontakt zu kommen. Der bisherige Erfolg stellt die Verantwortlichen aber noch nicht zufrieden. „Insgesamt ist die Aktivität etwas geringer als anfangs erwartet,“ sagt Online-Leiter Sebastian Spaleck im Gespräch mit politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>Themen wichtiger als Marken<br />
</b>
</p>
<p>
Auch bei <a href="http://www.greenpeace.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenpeace Deutschland</a> ist man mit dem bisherigen Ergebnis der Online-Strategie „noch nicht zufrieden“, so der Leiter des New-Media Bereichs, Volker Gaßner. Die Umweltaktivisten wollen durch die sozialen Netzwerke Unterstützer für Kampagnen und Mitmachaktionen gewinnen. Allerdings sei man „dem Ziel deutlich näher gekommen.“
</p>
<p>
<a href="http://www.amnesty.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International Deutschland</a> hat besonders mit Kampagnen gute Erfahrungen gemacht. Das Portal „<a href="http://www.amnestypolizei.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Verantwortung bei der Polizei</a>“ übertrifft derzeit die Erwartungen der Betreiber. In gut drei Wochen wuchs die Zahl der Fans auf der Facebook-Seite auf über 3.500 an. In etwa so viele nahmen auch an der sogenannten „Online-Demo“ teil. Das Video zur Aktion wurde auf Youtube bisher 18.000 Mal angeschaut. Die Verantwortlichen sind auch von der Resonanz auf die Kampagne begeistert, die Kommentare seien laut Koordinatorin Barbara Hohl „größtenteils fundiert und sachlich.“
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.facebook.com/pages/Mehr-Verantwortung-bei-der-Polizei/106702786048050" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/verantwortung_polizei_0.jpg" height="311" width="400" /></a>
</p>
<p>
Philipp Roth von facebookmarketing.de überrascht das nicht. „Themen funktionieren besser als Marken“, denn dadurch würden die relevanten Zielgruppen angesprochen. Die Fans, die einer Kampagne folgen, interessieren sich schon für das Thema und sind deswegen auch engagierter. Roth räumt jedoch ein, es komme immer auf das Unternehmen und die Zielsetzung an: „Von Aldi erwartet der Fan nur Werbung.“
</p>
<p>
<b>„Wir lernen alle noch“<br />
</b>
</p>
<p>
Unternehmen in Sozialen Netzwerken müssten „immer relevant sein“, so Roth weiter Dabei komme es gar nicht auf die Häufigkeit der Postings an, so der Facebook-Experte: „Wenn man zwei Wochen keinen relevanten Content hat, sollte man in der Zeit auch nichts posten.“
</p>
<p>
Im Optimalfall seien deswegen „die Sozialen Netzwerke im gesamten Unternehmen verankert“, so der Berater. Dann hätte man auch kein Problem, aus allen Bereichen relevante Inhalte zu produzieren. Aber: „Die Realität sieht oft anders aus“, so Roth.
</p>
<p>
In der Tat passen viele NPOs ihre Organisationen erst an die neuen Medien an. Der deutsche WWF erstellt gerade eine „Guide-Line“ für Social Communities. Bei Greenpeace Deutschland stellen laut Gaßner „die neuen Kommunikationskanäle eine enorme Herausforderung dar.“ Amnesty International Deutschland schafft erst noch die Strukturen dafür. Nach eigenen Angaben seien sie dabei auf dem richtigen Weg. „Aber wir lernen alle noch“, so die Kampagnenkoordinatorin Hohl.
</p>
<p>
<b>Afghanistan macht es Deutschland vor<br />
</b>
</p>
<p>
Wie eine erfolgreiche Kommunikation über Soziale Netzwerke aussehen kann, zeigt eine  gemeinnützige Organisation, die in Afghanistan tätig ist und unter anderem von Deutschen betrieben wird. <a href="http://skateistan.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Skateistan</a> heißt das Projekt, bei dem afghanische Jugendliche – Jungen wie Mädchen – zusammen Skateboard fahren können und zudem Schulunterricht bekommen.
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.facebook.com/skateistan" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/skateistan_facebook_1.jpg" height="310" width="400" /></a>
</p>
<p>
Wie der für die Kommunikationsarbeit zuständige Max Henninger berichtet, setzte die Organisation dabei „von Anfang an auf Soziale Netzwerke.“ Mittlerweile folgen knapp 10.000 Fans auf Facebook. Die Zahl kann zwar auch nicht konkurrieren mit dem Esel, der gegen Bayern München antritt – ist aber für eine Organisation in Afghanistan mit weniger als 30 Mitarbeitern ein großer Erfolg.
</p>
<p>
Auch über ungenügend Aktivität ihrer Fans können sich Henninger und Co. nicht beklagen. Im Gegenteil sei das viele Feedback über die Communities inzwischen „etwas anstrengend.“ Man animiere die Leute „dann doch eine Mail zu schreiben.“ Aus dieser Aktivität entwickle sich auch oft mehr – viele Fans wurden im Laufe der Zeit auch zu Freiwilligen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es muss für jeden jungen Menschen nachvollziehbar sein, dass berufliches Fortkommen und soziales Engagement kein Gegensatz ist.</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotes_muss_fuer_jeden_jungen_menschen_nachvollziehbar_sein_dass_berufliches_fortkommen_und_soziales_-258/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>
		<category><![CDATA[Zivildienst]]></category>
		<category><![CDATA[Freiwilliges Soziales Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Brückers]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Rainer 
Brückers war am 15. Januar 2004 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat 
von tagesschau.de und politik-digital.de.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Rainer<br />
Brückers war am 15. Januar 2004 zu Gast im tacheles.02 Live-Chat<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de.</b><!--break--></p>
<p>
<br />
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen<br />
im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
und von sueddeutsche.de. Heute begrüße ich zum Chat im ARD-Hauptstadtstudio<br />
Rainer Brückers, Mitglied des Bundesvorstands der Arbeiterwohlfahrt,<br />
bei der es rund 8400 Plätze für Zivildienstleistende gibt.<br />
Legen wir gleich los.
</p>
<p>
<b>awo_ex:</b> Die Grünen sehen die Wehrgerechtigkeit<br />
nicht mehr gegeben. Was ist das eigentlich und sehen sie das auch so?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Je weniger Wehrpflichtige und<br />
Zivis einberufen werden können, desto mehr steigt die Gefahr, dass<br />
keine Wehrgerechtigkeit mehr gegeben ist. Derzeit können nicht alle<br />
Wehrpflichtigen eingezogen werden, so dass heute schon eine Wehrungerechtigkeit<br />
festzustellen ist.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b>Sie haben ja an der Vorlage zur Zukunft des<br />
Zivildienstes mitgearbeitet:
</p>
<p>
<b>Engelen:</b> Was wird die Ministerin Schmidt heute in ihrem<br />
Bericht vorstellen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Die Ministerin wird &#8211; vorausgesetzt,<br />
die Wehrpflicht wird abgeschafft &#8211; vorschlagen, dass die Mittel, die heute<br />
für den Zivildienst bereitgestellt werden, dann für Freiwilligenarbeit<br />
zur Verfügung gestellt werden sollen. Das hoffe ich wenigstens.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie sehen Sie die Chancen dafür? Schließlich<br />
kostet ein Ende der Wehrpflicht Geld für Berufssoldaten.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Die Diskussion darüber, ob<br />
es sinnvoll ist, dass junge Menschen außerhalb der Schule und des<br />
Berufslebens andere gesellschaftliche Bereiche kennen lernen, öffnet<br />
auch die Chance für die Bereitstellung dieser Geldmittel für<br />
einen freiwilligen Dienst.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Konkret die Frage von &quot;888&quot;:
</p>
<p>
<b>888:</b> Kann sich Frau Schmidt gegen Struck durchsetzen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Das hoffe ich, ja. Unsere Unterstützung<br />
hat sie dabei.
</p>
<p>
<b>stephan28:</b> Unter welchen Voraussetzungen würden<br />
Sie einem Wegfall des Zivildienstes zustimmen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Also zuerst einmal muss darüber<br />
entschieden werden, ob die Wehrpflicht bestehen bleibt. Die Abschaffung<br />
des Wehrdienstes zieht automatisch auch die Abschaffung des Zivildienstes<br />
nach sich. Zweitens: Eine Zivildienstzeit unter neun Monaten macht weder<br />
für Zivis noch für die Einsatzstellen Sinn, so dass eine Pflichtzeit<br />
unter neun Monaten auch faktisch zu einer Reduzierung/Abschaffung des<br />
Zivildienstes führen würde.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wird die Verkürzung auf neun Monate<br />
heute verkündet werden?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Das hängt entscheidend von<br />
der Länge der Wehrpflicht ab &#8211; der Zivildienst ist unmittelbar an<br />
die Länge der Wehrpflicht gekoppelt.
</p>
<p>
<b>DerZweimannmann:</b> Was kommen da auf die Pflegeunternehmen<br />
an Kosten zu, wenn die Zivis nicht mehr kommen? Sind diese Kosten überhaupt<br />
von den Diensten zu tragen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Heute kostet ein Zivi die Einsatzstelle<br />
zwischen 600 und 700 Euro im Monat. Dieser Betrag müsste zukünftig<br />
dafür verwendet werden, andere Beschäftigungsformen zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie teilt sich das in etwa auf? Was zahlt<br />
die Einsatzstelle, was kommt vom Bund?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Die Einsatzstelle zahlt etwa 60<br />
Prozent, der Bund ca. 40 Prozent.
</p>
<p>
<b>Rambo:</b> Das gäbe doch viele neue tolle Niedriglohnjobs,<br />
oder?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es gäbe neue zusätzliche<br />
Jobs, ein großer Teil davon auch im Bereich der geringfügig<br />
Beschäftigten.
</p>
<p>
<b>mummy:</b> Es wird vorgeschlagen, den Verlust der Zivildienstleistenden<br />
durch &quot;neue Freiwilligendienste&quot; aufzufangen. Wie werden sie<br />
die Freiwilligen mobilisieren, wenn die Wehrpflicht abgeschafft wird?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es gibt heute schon das freiwillige<br />
soziale Jahr, was überwiegend von jungen Frauen genutzt wird. Diese<br />
Form eines freiwilligen Dienstes gilt es auszubauen und als Alternative<br />
zum Zivildienst auch stärker auf junge Männer auszurichten.
</p>
<p>
<b>aparazzi:</b> Die Arbeit der Freiwilligen soll durch ein<br />
Dienstzeugnis als &quot;Tätigkeits- und Kompetenznachweis&quot; und<br />
durch Schulungen aufgewertet werden. Außerdem müsse geprüft<br />
werden, &quot;ob die Ableistung im Rahmen späterer Ausbildungen anerkannt<br />
werden kann&quot;. Solche Schulungen kosten aber auch Geld. Was sagen<br />
Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Dieses Geld muss aus den bisherigen<br />
Mitteln für den Zivildienst finanziert werden. Das ist auch die Kernaussage<br />
des Kommissionsberichtes.
</p>
<p>
<b>Avoyelles:</b> Wie sehen sie es mit der Gleichberechtigung?<br />
Ist es noch in der heutigen Zeit sinnvoll, nur Männern einen Zwangsdienst<br />
aufzuerlegen, während Frauen frei ihren Lebensweg gestalten können?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Wir sind generell gegen einen<br />
Zwangsdienst. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht wird auch das Zwangselement<br />
aus dem zivilen Einsatzbereich verschwinden.
</p>
<p>
<b>zuuzuuz:</b> Die Kommission empfiehlt auch die Einführung<br />
eines Bonussystems bei der Studienplatz- und Ausbildungsvergabe. Wird<br />
das Bonussystem nur medizinische und krankenpflegerische Studien- und<br />
Ausbildungsgänge, oder auch technische, wirtschaftliche, geisteswissenschaftliche<br />
und andere Berufe betreffen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Geplant ist, ein solches Bonussystem<br />
für alle sich anschließenden Ausbildungsgänge einzuführen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ist das nicht wieder ein Stück Zwang,<br />
wenn man Bonus für die Ausbildung erhält &#8211; vielleicht den Numerus<br />
clausus verbessert? Wie schafft man den Anreiz für ein freiwilliges<br />
soziales Jahr?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ein Bonussystem ist ja kein Zwang.<br />
Wer etwas für die Entwicklung seiner eigenen Kompetenz tut, durch<br />
ein FSJ beispielsweise, und damit auch der Gesellschaft einen Dienst erweist,<br />
der hat auch ein Recht darauf, das dies anerkannt wird.
</p>
<p>
<b>ti.frank:</b> Hallo, meine Frage an Sie ist folgende: Ist<br />
der Zivildienst/ die Wehpflicht in der Form noch haltbar, wenn man gleichzeitig<br />
über eine Verkürzung der Zeit, in der die Jungendlichen auf<br />
dem Arbeitsmarkt eintreten, spricht.
</p>
<p>
<b>torte22:</b> Ob Verkürzung oder nicht: Es existiert<br />
schon heute keine Gleichberechtigung mehr. Und die letzten, die diesen<br />
Dienst leisten werden, sind eben um ein Ausbildungs- und ein Gehaltsjahr<br />
betrogen (dazu zähle ich mich, Zivi 2001/02). Zivis senken die Personalkosten<br />
für Hilfsarbeiter-Jobs, die gleiche Funktion haben Grundwehrdienstleistende<br />
beim Bund.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Also ein freiwilliger sozialer<br />
Dienst ist für den Erwerb sozialer Kompetenzen auch für ein<br />
späteres Berufsleben ein sinnvoller Baustein. Deshalb ist es kein<br />
verschenktes Jahr, sondern für viele junge Menschen ein wichtiger<br />
Baustein auch für die zukünftige Berufsgestaltung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich kann allerdings die Frage unserer User<br />
verstehen. Erkennt das Unternehmen, bei dem ich mich bewerbe, das auch<br />
an, oder sagt es nur, der ist schon ein Jahr älter als sein Mitbewerber.<br />
Soziales Engagement ist in vielen mittelständischen Betrieben in<br />
Deutschland kein Pluspunkt.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es mag sein, dass es in vielen<br />
Betrieben noch keine Anerkennungskultur für freiwilliges soziales<br />
Engagement gibt. Dies muss sicherlich verbessert werden, und da muss auch<br />
den Leitern kleinerer Betriebe die positive Bedeutung eines solchen Engagements<br />
verdeutlicht werden. Deshalb brauchen wir ein Bonussystem, mit dem sich<br />
auch solche Betriebe auseinandersetzen müssen.
</p>
<p>
<b>stephan28:</b> Aber wie schaffen wir es, den Menschen klar<br />
zu machen, dass gesellschaftliche, soziale Arbeit notwendig ist. Vor allem<br />
bei Vorstellungen, die gerade torte22 darlegte? Junge Leute sehen doch<br />
heute nicht die gesellschaftliche Arbeit, sondern ihr persönliches<br />
Fortkommen als erstes.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es muss für jeden jungen<br />
Menschen nachvollziehbar sein, dass berufliches Fortkommen und soziales<br />
Engagement kein Gegensatz ist, sondern für die berufliche und auch<br />
für die persönliche Entwicklung zusammengehört.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommentar von:
</p>
<p>
<b>MaWa:</b> Siehe auch die Diskussion ums Abitur nach 12 Jahren<br />
&#8211; ganz schnell und jung ins Arbeitsleben!
</p>
<p>
<b>egal:</b> Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) befürchtet,<br />
soziale Angebote einschränken zu müssen, wenn der Zivildienst<br />
wegfallen sollte. Bei Ihnen auch?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es wird in einzelnen Bereichen<br />
zu Einschränkungen kommen, vor allem auch in einer Übergangsphase,<br />
wo es darum geht, neue Organisationsformen zu entwickeln.
</p>
<p>
<b>hansen:</b> Angeblich kann nicht allen Jugendlichen, die<br />
ein FSJ machen wollen, ein Platz angeboten werden. Weshalb werden hier<br />
nicht die notwendigen Mittel bereitgestellt, um zumindest den aktuellen<br />
Bedarf an Einsatzstellen zu decken?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Es ist derzeit so, dass nicht<br />
alle, die ein freiwilliges soziales Jahrs (FSJ) machen wollen, auch einen<br />
geeigneten Platz finden. Deshalb fordern wir ja gerade, dass insbesondere<br />
bei wegfallenden Zivildienstleistungen diese Gelder für den Ausbau<br />
des FSJ genutzt werden.
</p>
<p>
<b>apotheker:</b> Freuen sie sich schon auf Minijobsuchende,<br />
die eigentlich keine Pflege machen wollen, aber vom Arbeitsamt zu ihnen<br />
abgeordnet werden?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Nein, wir brauchen für unsere<br />
Dienste, Menschen, die eine innerliche Bereitschaft haben, sich um andere<br />
zu sorgen. Dies kann man nicht per Abordnung machen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zweimal mehr Kommentar als Frage:
</p>
<p>
<b>MaWa:</b> Zivis werden doch schon jetzt ganz offiziell auf<br />
Arbeitsplätzen eingesetzt! Sie dienen also häufig nur als preiswerter<br />
Ersatz. Dieses ist doch eigentlich gar nicht zulässig! Die Kosten<br />
dieser Planstellen wären doch eigentlich ohnehin schon da &#8211; und werden<br />
nur, da die Gesetzgebung nicht eingehalten wird, teilweise vermieden.
</p>
<p>
<b>Avoyelles:</b> Auch wenn es edel ist, sich für die<br />
Gesellschaft einzusetzen. Aber das Gesundheitssystem muss eine Grundversorgung<br />
sichern. Und da halte ich es für falsch, darauf zu hoffen, dass möglichst<br />
viele einen FS-Dienst machen. Da muss man doch eine gewisse Planungssicherheit<br />
haben und somit Festangestellte haben. Wir brauchen dringend eine Reform<br />
und keine Flickschusterei.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was mich zu der Zusammenfassung bringt: Macht<br />
das Ende des Zivildienstes am Ende die Krankenversicherung doch teurer?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Sicherlich muss die Grundversorgung<br />
im Gesundheits- und Pflegedienst durch den Einsatz von professionellen<br />
Kräften gesichert werden. Dies ist auch heute schon so, auch wenn<br />
Zivis eine wichtige Ergänzung leisten. Ich bezweifle, dass die Krankenversicherung<br />
durch den Wegfall des Zivildienstes teurer wird. Allerdings werden nicht<br />
alle Aufgaben im gleichen Umfang wie heute ohne Zivis zu organisieren<br />
sein.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was bedeutet das bei der zu erwartenden steigenden<br />
Zahl von Pflegebedürftigen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Wir brauchen mehr Menschen, die<br />
bereit sind, sich im Pflegeberuf zu engagieren. Sowohl in der häuslichen<br />
Versorgung von Pflegebedürftigen, als auch bei stationären oder<br />
teilstationären.
</p>
<p>
<b>jobbers:</b> Die Kommunen müssten die in der Pflegeversicherung<br />
eingesparten 2,2 Milliarden Euro zu einem großen Teil aus Mitteln<br />
der Sozialhilfe finanzieren. Ist das nicht paradox, wo doch die Kommunen<br />
entlastet werden sollten?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Mit der beabsichtigten Absenkung<br />
der Entgelte aus der Pflegeversicherung für die stationäre Pflege<br />
kommt ein erheblicher zusätzlicher Aufwand auf die Kommunen zu. Dem<br />
stehen allerdings nach den derzeitigen Planungen auch Entlastungseffekte<br />
entgegen, so dass auf keinen Fall zwei Milliarden Euro zur Debatte stehen<br />
werden. Ich befürchte, es wird zu einer Mehrbelastung um die 300<br />
Millionen kommen, die die Kommunen zu Teilen dadurch auffangen können,<br />
dass sie sich verstärkt um den Ausbau ambulanter Dienste kümmern.
</p>
<p>
<b>hmmm:</b> Für die ambulante Pflege sind nur sehr geringe<br />
Aufschläge zwischen 68 und 116 Euro pro Person pro Monat vorgesehen.<br />
Reicht das aus oder was bedeutet das? Verschlechterung der Pflege?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Das bedeutet, dass der Ausbau<br />
ambulanter Pflege nicht in dem Umfang vorgenommen werden kann, wie der<br />
Gesetzgeber es erwartet.
</p>
<p>
<b>alters:</b> Wie sehen denn die Pläne für eine<br />
sinnvolle aber kosteneffiziente Pflege aus? Was beabsichtigen sie zu ändern?<br />
Es wird doch sehr viel Geld ausgegeben.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Wir müssen die häusliche<br />
Versorgung von Pflegebedürftigen besser ermöglichen als das<br />
heute der Fall ist. Dies ist die einzige Chance, um die zunehmende Inanspruchnahme<br />
der Altenheimversorgung zu verringern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch einmal zurück zu Zivildienst, freiwilligem<br />
sozialem Jahr (FSJ) etc.:
</p>
<p>
<b>hansen:</b> Was halten sie von den sogenannten generationenübergreifenden<br />
Freiwilligendiensten?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Aus meiner Sicht ist der generationsübergreifende<br />
freiwillige Dienst ein Zukunftsprojekt, in dem es darum geht, dass neben<br />
der Interessenslage junger Menschen (FSJ) auch die Interessenslagen mittlerer<br />
oder älterer Generationen an der freiwilligen sozialen Arbeit stärker<br />
berücksichtigt werden müssen. Damit haben wir bisher noch wenig<br />
Erfahrungen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bei zunehmender Zahl von RentnerInnen eine<br />
Chance oder nur ein Ausweg?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ich denke, eine Chance: Sowohl<br />
für die Rentnerinnen und Rentner, als auch für die Gesellschaft.
</p>
<p>
<b>Till-Eulenspeigel:</b> Wie könnte ein zeitlicher Rahmen<br />
aussehen, der die Abschaffung der Wehrpflicht und den flächendeckenden<br />
Aufbau eines freiwilligen Netzes möglich macht? Fakt ist, dass die<br />
meisten FSJ&#8217;lerInnen doch in Baden-Württemberg sind und die bundesdeutsche<br />
Verteilung ganz klar im Süden ist!
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ob wir je dahin kommen, dass der<br />
heutige Zivildienst durch Freiwilligendienste völlig kompensiert<br />
werden kann, ist schwer einzuschätzen. Wir brauchen aber zur Umsteuerung<br />
eine Anerkennungskultur und bei entsprechenden organisatorischen Strukturen<br />
mindestens einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren.
</p>
<p>
<b>pfleger3:</b> Naja, bei der Reformbereitschaft der deutschen<br />
Politik wird es wohl eher keine Experimente wie den generationsübergreifenden<br />
Freiwilligen geben, oder? Sehen sie dafür eine politische Chance?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Würde ja auch etwa bedeuten, Zuverdienstgrenzen<br />
bei Rentnern zu ändern, etc.
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ich glaube, dass auch die Politik<br />
keine andere Wahl hat, als in diese Richtung sich zu bewegen, weil wir<br />
sonst kaum die Möglichkeit haben werden die anstehenden Versorgungsprobleme<br />
auf hohem Niveau zu organisieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es gilt also: Ausprobieren was geht, weil<br />
sich etwas verändern muss?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>pfleger3:</b> FSJ klingt schrecklich nach DDR. Braucht es<br />
nicht einen wohlklingenderen Namen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Wenn es einen attraktiveren Begriff<br />
gibt, soll man ihn gerne verwenden. Mit den drei Kürzeln &quot;freiwillig&quot;,<br />
&quot;sozial&quot;, &quot;Dienst&quot; sind die Kernbereiche beschrieben,<br />
um die es geht. Aber ich bin für alle Verbesserungen in dieser Frage<br />
offen.
</p>
<p>
<b>henhan:</b> Wenn man von einer Kürzung der Zivildienstdauer<br />
oder einem eventuellen Ersatz spricht, wo sehen sie die notwendige Mindestdauer<br />
eines solchen Dienstes in Bezug auf Einarbeitungszeiten? Wo liegt die<br />
Rentabilitätsgrenze?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Die meisten Träger der Dienste<br />
sagen, dass ein Einsatz unter einem Jahr problematisch ist. Sowohl für<br />
den Betroffenen selber &#8211; das heißt, bis er sich selbst orientiert<br />
hat &#8211; als auch für die Organisation des Einsatzumfeldes.Es mag einzelne<br />
Dienste geben, in denen kürzere Zeiten denkbar sind, z.B. Einsatz<br />
als Rettungssanitäter und Krankentransport.
</p>
<p>
<b>hihi:</b> Der Gesetzgeber erwartet, streicht an anderer<br />
Stelle. Ist der Gesetzgeber überfordert? Hört er auf Experten<br />
wie sie?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Zu wenig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das ist mir auch zu wenig. Können Sie<br />
das ein bisschen weiter ausführen. Wo klemmt&#8217;s?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Gesundheitsversorgung und Versorgung<br />
mit sozialen Diensten sind sehr sensible Aufgabenfelder. Die Umsetzung<br />
des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes zeigt, an wie vielen Stellen Menschen<br />
durch direkte Betroffenheit zu Recht unzufrieden sein müssen, weil<br />
viele Dinge im Vorfeld nicht ausreichend geklärt und abgesprochen<br />
werden konnten. Aktuelle Beispiele sind im gesamten Zuzahlungsbereich<br />
zu finden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also ein bisschen mehr Politik der ruhigen<br />
Hand in der Reformdebatte?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Zumindest eine Politik, die ausreichend<br />
Zeit für die Berücksichtigung der Umsetzungsschwierigkeiten<br />
beinhaltet und nicht alles oder wichtiges einem Vermittlungsausschussverfahren<br />
überlässt, in dem Detailfragen keine Rolle mehr spielen.
</p>
<p>
<b>unioner:</b> Von der Opposition habe noch nichts zum Thema<br />
gelesen. Was denken die oder haben die kein Konzept?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ich weiß, dass die Opposition<br />
auch für den Ausbau freiwilliger Dienste ist, wenngleich ich konkrete<br />
Vorschläge auch bisher nicht wahrgenommen habe.
</p>
<p>
<b>swiss17:</b> Könnte man nicht die Arbeitlosen die Zivildienstleistungen<br />
austragen lassen,
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Nein. Das kann man deshalb nicht,<br />
weil gerade für soziale Aufgaben eine innere Bereitschaft vorhanden<br />
sein muss, die nicht durch Zwang hergestellt werden kann. Deshalb gibt<br />
es gerade im Zivildienst &#8211; im Gegensatz zur Wehrpflicht &#8211; auch die so<br />
genannte Einverständniserklärung, die eine freiwillige Zustimmung<br />
des Trägers zum Einsatz des Zivis beinhaltet.
</p>
<p>
<b>abba:</b> Mehr als die Hälfte der Kriegsdienstverweigerer<br />
arbeitet in der Behinderten-Betreuung. &quot;Sollten diese Kräfte<br />
wegfallen, wäre das kaum zu kompensieren&quot;, warnte Helbig (Brandenburgs<br />
DRK-Landesgeschäftsführer, Anm. d. Red.). Was sagen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Ich weiß, dass gerade die<br />
individuelle Schwerstbehindertenbetreuung durch den Wegfall des Zivildienstes<br />
am stärksten betroffen sein wird. Befriedigende Lösungen sind<br />
dafür derzeit nicht in Sicht.
</p>
<p>
<b>henhan:</b> Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ausreichend<br />
Freiwillige fänden!?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Muss nicht am Ende doch ein bisschen Zwang<br />
her und dann auch für Männer UND Frauen?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Dass jede Änderung zukünftig<br />
Frauen und Männer in gleicher Weise betreffen sollte, ist unstreitig.Aber<br />
Freiwilligendienste und Pflicht schließen sich gegenseitig aus.<br />
Wir brauchen eine Veränderung der Anerkennungskultur des freiwilligen<br />
sozialen Engagements.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Für die Aufgabe, einen freiwilligen<br />
sozialen Dienst in der Gesellschaft akzeptabel zu machen, brauchen Sie<br />
mächtige Verbündete. Ein Job für den nächsten Bundespräsidenten?
</p>
<p>
<b>Rainer Brückers:</b> Sicherlich für ihn, wie auch<br />
für den Kanzler und seine Regierung. Die Wohlfahrtsverbände<br />
werden alle Aktivitäten dazu unterstützen.
</p>
<p><b>Moderator:</b> Unsere Chat-Stunde ist um, vielen Dank für<br />
Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen. Es bleiben wie immer noch viele<br />
Fragen. Vielen Dank, Herr Brückers, dass Sie Zeit für den Chat<br />
gefunden haben. </p>
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