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	<title>Sozialhelden &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Ehrenamt 4.0: Das Internet ist kein Allheilmittel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 16:52:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Doch die Aktiven werden immer älter, denn junge Menschen wollen sich immer seltener langfristig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1702_Ehrenamt3.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-144771" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1702_Ehrenamt3.jpg" alt="1702_Ehrenamt3" width="640" height="280" /></a>Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Doch die Aktiven werden immer älter, denn junge Menschen wollen sich immer seltener langfristig an so ein Amt binden. Wie lässt sich die Digitalisierung im Bereich Ehrenamt nutzen? Eine Tagung in Berlin stellte  Beispiele für die gelungene Verbindung zwischen digitalen Neuerungen und ehrenamtlicher Tätigkeit vor.</p>
<p>Unter den 60- bis 70-jährigen Deutschen sind fast 40 Prozent ehrenamtlich aktiv. Doch es folgen ihnen immer weniger Junge nach. Zwar sind in allen Altersschichten Menschen engagiert, doch hat sich ihr Verhalten verändert. Waren die Menschen früher ihr Leben lang für dieselbe Einrichtung oder denselben Verein tätig, sind junge Menschen heute flexibler und bleiben nur vergleichsweise kurz einer Initiative oder einem Projekt treu. Staatssekretär Ralf Kleindiek vom Bundessozialministerium (BMFSFJ) forderte beim „Technologie- und Trendtag für Non-Profit-Organisationen (NPOs)“, zu dem Microsoft Deutschland gemeinsam mit Stifter helfen e.V. am vergangenen Freitag in Berlin eingeladen hatte, dass sich auch das Ehrenamt an diesen Lebenswandel anpassen müsse. Sein Ministerium wolle dafür entsprechend gute und nachhaltige Rahmenbedingungen schaffen.</p>
<h3>Chancen für das neu eingeführte „FSJ Digital“</h3>
<p>Bereits jetzt sei das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von Ministerin Manuela Schwesig (SPD) als „Engagement-Ministerium“ verantwortlich für jährlich circa eine Million FSJlerInnen und FSJler. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) solle ausgebaut werden, und erfahrene „Digital Natives“ sollen ältere Menschen im Umgang mit dem Internet und neuer Technik unterstützen. Mit dem im vergangen Jahr im Rahmen der Digitalen Agenda eingeführten <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/09/2014-09-18-fsj-digital.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„FSJ Digital“</a> wolle man den generationenübergreifenden Dialog befördern und insbesondere älteren Menschen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern. Weiterhin hat das Ministerium es sich zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Netzwerke aufzubauen, um sozialen Projekten eine helfende Infrastruktur zu bieten. Man habe die Erfahrung gemacht, so Kleindiek, dass bei zeitlich begrenzter, modellhafter Unterstützung einzelner Projekte nach Ablauf der Förderzeit häufig sogenannte Projektruinen stehen geblieben seien. Dies wolle man künftig verhindern, weshalb nur noch Projekte mit einer Laufzeit von fünf Jahren gefördert würden.</p>
<p>NPOs sehen sich im täglichen Betrieb mit den gleichen Problemen und Anforderungen wie profitorientiere Unternehmen konfrontiert, seien es Buchhaltung, Koordinierung oder Bewerbung der eigenen Aktionen. Für das nötige Software-Know-How gibt es bereits Vermittler wie die Stiftung <a href="http://stifter-helfen.de/ueber_uns/ueber_stifter_helfen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stifter-Helfen.de</a>. Die nicht-kommerzielle Vereinigung vermittelt den Kontakt zu großen IT-Unternehmen, die Softwarespenden für NPOs zur Verfügung stellen. Unter den IT-Spendern befinden sich Branchengrößen wie Adobe, Cisco, Microsoft und SAP. Microsoft Deutschland spendete beispielsweise im Jahr 2014 Technologie im Wert von rund 53 Millionen Euro an knapp 8.000 gemeinnützige Organisationen, wie das Unternehmen am Freitag verkündete.</p>
<h3>Auch das Internet ist nicht der Heilige Gral</h3>
<p>Dank des digitalen Fortschritts, beispielsweise durch die Cloudtechnologie, werden die gemeinsame Arbeit an einem Dokument und die Führung eines gemeinsamen Adressbuches möglich. Darin sieht auch <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raul Krauthausen</a> einen großen Vorteil der Digitalisierung. Der Mitbegründer des Vereins <a href="http://www.sozialhelden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialhelden</a> führte in der Diskussion auf dem Technologie- und Trendtag für Non-Profit-Organisationen aus, dass die Cloudtechnologie ein grundlegender Bestandteil bei der Gründung seiner Initiative war. Der Einsatz habe die Aufgabenverteilung und -koordination bedeutend erleichtert. Auch den Bereich Social Media könnten soziale Organisationen selbstständig abdecken. Ähnlich der „<a href="http://politik-digital.de/bring-your-own-device-bildungsgerechtigkeit-2-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bring Your Own Device- Bewegung</a><span style="text-decoration: underline;">“</span> setze man dort auf „Bring Your Own Talents“. So hätten die Sozialhelden ihre Social Media-Strategien beispielsweise selbst erarbeitet. Grundsätzlich gelte aber: Technologie alleine reiche nicht aus. Auch das Internet sei nicht der Heilige Gral, betont Krauthausen, es bedürfe immer noch der richtigen Nutzung.</p>
<p>Zwar gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und auf der anderen Seite Organisationen, die HelferInnen suchen – zur Kontaktvermittlung über das Internet kommt es dabei vergleichsweise selten. Entscheidend sind letztlich die „Soft Facts“, die beim Ehrenamt und in der Arbeit mit Menschen besonders wichtig sind. Eine allgemeine Lösung kann es deshalb für die Mitgliederwerbung nicht geben.</p>
<p>Neben dem Einsatz moderner Technologien für die erfolgreiche Arbeitsverteilung und -koordination sowie den Möglichkeiten zur Mitgliederwerbung und Vermittlung durch das Internet ist die Digitalisierung aber auch im analogen Alltag des Ehrenamtes angekommen. Nicht nur Software und technisches Know-How können bereitgestellt werden, sondern auch Hardware. Microsoft beispielsweise entwickelt zurzeit ein „Ehrenamts-Tablet“, das wasser- und bruchfest ist und eine kratzfeste Oberfläche hat. Es ist auf den Außeneinsatz angelegt, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz, mit zehn vorinstallierten fachspezifischen Anwendungen.</p>
<p>Es ist wünschenswert, dass das geplante FSJ Digital ebenso gut angenommen wird wie neue Hard- und Software für den Einsatz im sozialen Engagement. Denn die Digitalisierung mag zwar kein Allheilmittel sein, bietet aber vielseitige Entwicklungschancen für das Ehrenamt 4.0.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/haagsuitburo/5602264481" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maurice</a></p>
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		<title>Raúl Krauthausen: Von Beruf Sozialheld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Solinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 10:20:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Raúl Krauthausen gehört nicht zu den Menschen, die sich mit Gegebenheiten einfach abfinden. Der Mann mit der Glasknochenkrankheit sucht als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/von-beruf-held/6139840928_59790c7de6_z/" rel="attachment wp-att-122978"><img decoding="async" class="size-large wp-image-122978 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/6139840928_59790c7de6_z-630x420.jpg" alt=" Porträt R. Krauthausen" width="630" height="420" /></a>Raúl Krauthausen gehört nicht zu den Menschen, die sich mit Gegebenheiten einfach abfinden. Der Mann mit der Glasknochenkrankheit sucht als Mitglied des Vereins Sozialhelden e.V. nach Lösungen für die kleinen Katastrophen des Alltags – und benutzt dazu meistens das Internet.</p>
<p>Wenn ihm jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass er einmal in seinem selbstgegründeten Verein soziale Projekte gestalten würde, hätte er „die alle für verrückt erklärt“. Aber heute wirkt es ganz selbstverständlich, dass der mittlerweile 32-Jährige in den vereinseigenen Büroräumen in Berlin Mitte eine Journalistin empfängt und Visitenkarten mit dem Aufdruck „Aktivist“ verteilt. Bereits mit 17 Jahren fiel er als eloquenter Komoderator der Aktion Mensch auf, 1997 war er in Roger Willemsens damaliger Talkshow zu Gast. In dem Radiosender Fritz fand er bei einem Praktikum im selben Jahr seinen Traumarbeitgeber. Das war noch vor seinem Studium an der Universität der Künste und einer Ausbildung zum Telefonseelsorger. Neben seiner Redegewandtheit und seinem Einfallsreichtum zeichnet ihn aber vor allem eins aus: Krauthausen lässt sich nicht so schnell unterkriegen.</p>
<h3>Probleme selbst lösen</h3>
<p>In seiner Zeit als Programmanager beim Potsdamer Fritz-Radio ärgerte er sich oft über defekte Aufzüge: Nicht allein, dass der Fahrstuhl an der Berliner S-Bahnhaltestelle Griebnitzsee dauernd kaputt war, es gab vorab auch keine Möglichkeit, sich verbindlich darüber zu informieren. Verspätungen von 30 Minuten waren an der Tagesordnung, da Krauthausens Glasknochenkrankheit nur die Fortbewegung per Rollstuhl zulässt. Was also tun mit dem Aufzug angesichts einer Bahngesellschaft, die nicht eben für Entgegenkommen bekannt ist? Die Sozialhelden konstruierten eine Internetseite, auf der Informationen über den technischen Zustand der Berliner S- und U-Bahnhöfe ausgewertet werden. Die Daten kommen von den Betreibern selbst. Die Seite <a href="http://brokenlifts.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">brokenlifts.org</a> ließ auf einen Blick erkennen, welche Bahnhöfe für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen aktuell benutzbar sind. Darüber hinaus fand man dort aber auch statistisch aufbereitetes Material zur Funktionstätigkeit der jeweiligen Aufzüge: Bei einem Lift mit hoher Ausfallquote sollte man möglicherweise von vornherein nach alternativen Strecken suchen. „Leider haben wir zurzeit keine Entwickler mehr für das Projekt und können daher nicht mehr sagen, wie valide unsere Daten wirklich sind.“, bedauert Sozialheld Andi Weiland. „Daher steht es auch unter einer freien Lizenz für jeden Entwickler zur Verfügung.“ Zu wünschen ist es dem Projekt jedenfalls, denn brokenlifts.org könnte helfen, die Bahngesellschaften zur Rechenschaft zu ziehen.</p>
<h3>„Es geht darum, einfach mal loszulegen!“</h3>
<p>Die Aufzugsgeschichte ist nur ein Projekt unter vielen, das Raúl Krauthausen mit auf den Weg gebracht hat. Gemeinsam mit seinem Cousin Jan Mörsch gründete er 2004 den Verein <a href="http://sozialhelden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialhelden e.V.</a> und realisiert seitdem mit einem inzwischen etwa achtköpfigen Team gute Ideen zum Nutzen der Gemeinschaft. „Es geht darum, einfach mal loszulegen.“, beschreibt der Sozialhelden-Gründer das Vereinskonzept. Anstatt die Umstände hinzunehmen oder auf Hilfe von oben zu hoffen, will Krauthausen mit dieser Arbeit etwas für sich und andere verändern. Damit ist es ihm so ernst, dass er im letzten Jahr seinen erklärten Traumjob bei Fritz-Radio kündigte, um sich ganz auf die Arbeit beim Verein zu konzentrieren. Damals war so mancher von diesem Schritt schockiert: „So eine gute Arbeit bekommst du mit deiner Behinderung sicher nicht nochmal“, hieß es.</p>
<h3>Tu Gutes und gewinn damit</h3>
<p>Es kam anders. So überzeugend waren die Projekte der Sozialhelden, dass sich Sponsoren wie das Onlineportal ImmobilienScout24 fanden, welches unter anderem die Büroäume bereitstellt. Außerdem erhält der Verein immer wieder Preise, wie zuletzt den internationalen „<a href="http://www.wsa-mobile.org/winner/wheelmap-83520121105" target="_blank" rel="noopener noreferrer">World Summit Award 2012</a>“ für das Projekt <a href="http://wheelmap.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wheelmap.org</a>. Auf der interaktiven Karte kann jeder Internetnutzer die Rollstulleignung eines Ortes eintragen. Das Projekt auf der Basis der Opensource-Software OpenStreetmap kombiniert freie Geodaten mit einer dreistufigen Bewertungsskala und ermöglicht so eine Kartographierung Deutschlands für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.</p>
<p>Krauthausen und seine Kollegen beweisen mit ihren Projekten, dass das Internet ganz neue Felder des Engagements eröffnet, ohne alte zwingend zu ersetzen. Neben dem ehrenamtlichen Fußballtrainer gibt es eben nun auch die Smartphone-Nutzerin, die nebenbei auf wheelmap.org mit ein paar Klicks ihre Umgebung kartographiert. Aber verführt die Leichtigkeit des Internet-Engagements nicht auch zu Missbrauch? Solche Einwände findet der Berliner „typisch deutsch“. Hierzulande herrsche geradezu eine„Analyse-Paralyse“, viel zu oft werde vor lauter Vorabzweifeln am Ende gar nicht erst eine Verbesserung versucht. „Es wird Zeit, einfach mal in die Technologie und die Menschen, die sie benutzen, zu vertrauen“, verlangt er.</p>
<p>Ein Ansatz, der Früchte trägt: Die interaktive „wheelmap“ kommt mittlerweile an 280.000 Orten weltweit zum Einsatz. Früher oder später, das wünscht Raúl Krauthausen sich, wird der ein oder andere Restaurantbesitzer vielleicht bereits bei der Planung an Barrierefreiheit denken. Und selbst die Berliner S-Bahn wird irgendwann darauf reagieren müssen, dass einige ihrer Fahrstühle viel zu oft defekt sind.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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