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	<title>Sozialreform &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Sozialreform &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Jüngere Generation muss entlastet werden</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Hohmann]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Mißfelder]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialreform]]></category>
		<category><![CDATA[Zuwanderungsgesetz]]></category>
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		<category><![CDATA[CDU-Parteitag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/PhilippMissfelder.jpg" alt="Philipp Mißfelder" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b> 
<b><span style="color: #000000">Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, </span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Philipp Mißfelder, ist am 2. Dezember 2003 zu Gast im tacheles.02 
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/PhilippMissfelder.jpg" alt="Philipp Mißfelder" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b><br />
<b><span style="color: #000000">Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, </span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Philipp Mißfelder, ist am 2. Dezember 2003 zu Gast im tacheles.02<br />
Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe CDU-Freunde und -Gegner, liebe Politik-Interessierte, herzlich<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von<br />
tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Heute begrüße ich<br />
zum Chat Philipp Mißfelder, Junge-Union-Vorsitzender, live vom Parteitag<br />
der CDU in Leipzig. Guten Tag also nach Leipzig und die Frage, können<br />
wir loslegen, Herr Mißfelder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ja, gerne</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herr Mißfelder, Sie wollen eine steuerfinanzierte Grundrente, für<br />
den Rest sollen die Bürgerinnen und Bürger selbst sorgen. Das<br />
klingt nach dem passenden Konzept zur eingeschränkten Versorgung<br />
mit künstlichen Hüftgelenken bei der älteren Bevölkerung,<br />
die Sie mal propagiert haben. Die junge CDU scheint auf dem Weg in eine<br />
neue, mehr in Arm und Reich gespaltene Gesellschaft zu sein &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Uns geht es um die Zukunft. Kein Rentner von heute hat zu befürchten,<br />
dass seine Versorgung, seine Rente grundsätzlich in Frage gestellt<br />
wird. Mir geht es um die junge Generation in unserem Land, die auch ein<br />
Anrecht auf soziale Sicherung und Spitzenmedizin heute und in 30 Jahren<br />
hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Menge Fragen auf einmal:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rudolf</b>:<br />
Wie sollte die Privatvorsorge organisiert werden. Wie sieht es in diesen<br />
Punkt mit Verbraucherschutz aus? Sind Private Vorsorgeverfahren schon<br />
jetzt sicher als staatliche? Das heißt, der Einzahler bekommt die<br />
monatlichen Investitionen tatsächlich wieder ausgezahlt? Warum wurde<br />
dieses System dann nicht schon viel früher eingeführt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
1. Private Vorsorge: Die Beitragslast bei der Rentenversicherung liegt<br />
dauerhaft über dem, was ein heute 20Jähriger, aber auch ein<br />
50Jähriger schultern kann, wenn er zusätzlich privat vorsorgen<br />
muss, weil durch die negative demografische Entwicklung unser umlagefinanziertes<br />
System ad absurdum geführt wird. In Zukunft wird es wesentlich mehr<br />
private Rentenangebote geben. Also muss sich auch der Verbraucherschutz<br />
verbessern. Dies ist einer der nächsten Schritte, die es zu diskutieren<br />
gilt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Junge Union ist mit ihrem Rentenkonzept &quot;steuerfinanzierte Grundrente&quot;<br />
auf dem Parteitag ja erst einmal gescheitert. Und jetzt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Das Thema bleibt aktuell gerade vor dem Hintergrund, dass der demografische<br />
Wandel bis zu einer möglichen Regierungsübernahme der CDU im<br />
Jahre 2006 weitere Probleme angehäuft werden. Ein Systemwechsel wird<br />
dann zwar noch schwieriger sein, ist aber unumgänglich, wenn die<br />
jüngere Generation nicht dauerhaft mehrfach belastet werden soll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>robert</b>:<br />
Hallo Philipp, kannst Du mir erklären, wie ich der Union glauben<br />
kann, dass sie wirklich Reformen durchführen will, die diesen Namen<br />
verdienen. Ich bin da mehr als skeptisch, weil ich nicht daran glaube,<br />
dass die Damen und Herren, die 16 Jahre lang an der Regierung waren ohne<br />
Entscheidendes voranzubringen, jetzt plötzlich die Kraft und den<br />
Willen dazu haben sollten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
In den 16 Jahren von Helmut Kohl als Kanzler ist Deutschland so gut wie<br />
selten zuvor regiert worden. Trotzdem muss man auch selbstkritisch anmerken,<br />
dass die Problematik des demografischen Wandels unterschätzt und<br />
größtenteils ausgeblendet worden ist. Die Probleme haben wir<br />
in den vergangenen Jahren ausführlicher denn je diskutiert. Unser<br />
Erkenntnisdefizit haben wir durch Herzog ausgeglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ju</b>:<br />
In Berlin streiken die Studierenden. Was ist die Position der Jungen Union<br />
dazu? Was machen die Hochschulgruppen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und noch eine Frage hinterher:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>magga</b>:<br />
Wie will die junge Union (und die CDU) sich für eine Verbesserung<br />
der Situation an den Universitäten einsetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Die JU und der Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) unterstützen<br />
die Studenten bei ihren Protesten. Gerade wir Jüngere haben ein Anrecht<br />
auf funktionierende Bildungsinstitutionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das heißt konkret in Berlin zum Beispiel: Schluss mit den Sparmaßnahmen<br />
bei bankrottem Stadthaushalt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Wir fordern bei Kürzungen in den Haushalten, den Bildungsetat nicht<br />
anzutasten, da gerade hier die Zukunft des Standorts Deutschlands und<br />
unserer Wissensgesellschaft auf dem Spiel steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>amy3</b>:<br />
Und warum wollen alle CDU-regierten Länder Studiengebühren von<br />
500€ pro Semester einführen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Studiengebühren sind dann sinnvoll, wenn sie direkt an der Universität<br />
und ausschließlich für deren Ausbau eingesetzt werden. Wenn<br />
Studiengebühren allerdings in den allgemeinen Haushalt fließen,<br />
ist dies eine Studenten-Steuer. Die wird es mit der JU und der CDU nicht<br />
geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch ein Kommentar zum Thema Rente und die Erfolge von 16 Jahren Helmut<br />
Kohl</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
Dazu kommt noch, dass diese Helden 16 Jahre einem Blüm hinterhergedackelt<br />
sind und ihm alles geglaubt haben, was er gesagt hat. Taschenrechner gibt<br />
es aber nun schon längerer Zeit und der demographische Wandel ist<br />
auch nicht über Nacht gekommen. Wenn eine Partei so blind einzelnen<br />
Führungsleuten nachrennt muss man sich schon fragen, ob eine solche<br />
Partei nicht &#8211; frei nach Baring &#8211; strukturell und personell mit der Situation<br />
überfordert ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Richtig ist, dass von allen Parteien die Probleme, die einhergehen mit<br />
dem demografischen Wandel, nicht wahrgenommen worden sind. Norbert Blüm<br />
personifizierte die falsche Aussage &quot;Die Rente ist sicher&quot;.<br />
Dies war ein Fehler.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peter-pan-15</b>:<br />
Herr Missfelder, im Zuge des CDU Parteitages habe ich immer mehr den Eindruck<br />
gewonnen, dass die Union auf Konfrontationskurs mit der SPD gehen möchte.<br />
Im Grunde würde ich dies begrüßen, doch meinen Sie, dass<br />
dies auch das Scheitern des Vorziehens der Steuerreform wert ist? Wäre<br />
es in der Situation, in der sich Deutschland befindet nicht ratsamer,<br />
diesen Parteienstreit aufzuschieben und konstruktiv-objektiv miteinander<br />
zusammenzuarbeiten? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Es gibt keine Blockadehaltung der Union. Dort, wo es sinnvoll ist, den<br />
Konsens zu suchen, tun wir dies. Beispielsweise bei der Steuerreform.<br />
Es gibt keine Blockade bei Steuerentlastungen, die seriös gegenfinanziert<br />
sind. Eine allein durch Schulden finanzierte Steuerreform wird von der<br />
Union nicht mitgetragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tyriz</b>:<br />
Dazu auch von mir eine Frage: Es kommt mir immer öfter so vor, als<br />
betreibe die Union eine Art Prinzipopposition. Egal was vorgeschlagen<br />
wird, wir sind dagegen. Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Aufgabe der Opposition ist es, die Regierung zu kontrollieren. Dinge,<br />
die in eine vollkommen falsche Richtung laufen, werden daher unsere Zustimmung<br />
nicht finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tyriz</b>:<br />
Aber nicht allem zu widersprechen. Kontrolle bedeutet doch auch, richtiges<br />
auch als richtiges stehen zu lassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
bestes Beispiel: Einwanderungsgesetz (peinlich, peinlich, peinlich)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Das Zuwanderungsgesetz hat große Schwächen. Es begrenzt nicht<br />
die Zuwanderung, sondern breitet neue Schwierigkeiten im Bereich der Integrationspolitik.<br />
Die Union ist grundsätzlich zu einer Einigung mit der Regierung bereit,<br />
wenn es wirklich ein Steuerungs- und Begrenzungsgesetz gibt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Experten streiten sich zwar ein bisschen, aber prinzipiell sagen alle,<br />
Zuwanderung ist gut für die demografische Entwicklung. Und deren<br />
kritische Lage haben Sie ja nun erkannt, sagen Sie. Warum also nicht dem<br />
Gesetz zustimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Oberste Priorität hat für uns eine aktive Familienpolitik. Zuwanderung,<br />
wenn sie nicht auf hochqualifizierte Fachkräfte setzt, bringt mehr<br />
Probleme für den Sozialstaat als Lösungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Realist</b>:<br />
damit die Gesellschaft noch mehr vergreist, wird das Zuwanderungsgesetz<br />
gestoppt, obwohl in ein paar Jahren die Arbeitskräfte fehlen, bedenkt<br />
das diese CDU der Senioren und Nationalisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sam</b>:<br />
Sie weichen aus!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ich weiche nicht aus. Ungezügelte Zuwanderung hat seit Anfang der<br />
90er Jahre unseren Sozialstaat sehr stark zusätzlich belastet. Der<br />
Arbeitskräftemangel ist ein zentrales Problem, was vor allem über<br />
Bildungspolitik, Förderung von Familien und zielgenauer Zuwanderung<br />
gelöst werden kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle</b>:<br />
Wie bewerten sie die Debatte um Hohmann und dass einige in der CDU nicht<br />
zufrieden sind mit dem Parteiausschluss?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Der Fall Hohmann ist abgeschlossen. In der Union gibt es keinen Platz<br />
für denjenigen, der nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>CSHaverkamp</b>:<br />
Herr Mißfelder, weshalb setzt die CDU ihren Hohmann Kurs fort. Die<br />
Rede ist dumm, aber nicht antisemitisch. Ein jüdischer Freund hat<br />
dies bestätigt, als ich ihn fragte. 2. Weshalb werde diejenigen,<br />
die für Hohmann gestimmt haben, nicht auch aus der Fraktion ausgeschlossen,<br />
denn auch sie, Merkels Logik zufolge, unterstützen Grundsätze<br />
die mit der CDU nicht vereinbar sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Es ist falsch, wenn man denjenigen in der Union, die Kritik am Verfahren<br />
geübt haben, Antisemitismus unterstellt. Herr Hohmann wurde ausgeschlossen,<br />
um ein deutliches Signal zu geben: Antisemitismus darf in unseren Parteien<br />
und gerade bei deren Vertretern keinen Platz haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edmund</b>:<br />
Was halten sie persönlich von der Hohmann-Affäre. Wie ist die<br />
Stimmung in der Jungen Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Die JU unterstützt den Beschluss der BT-Fraktion. Sicherlich gab<br />
es vielerorts Kritik am Verfahren. Trotzdem war dies die richtige Entscheidung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Eine kritische<br />
Frage</b>: Guten Tag, Herr Mißfelder. Ich habe nur eine Frage<br />
und hoffe, dass Sie diese beantworten, obwohl sie, zumindest für<br />
die CDU, nicht mehr aktuell ist: Warum sollte ein Bürger die CDU<br />
wählen, obwohl diese immer noch keine klare Stellung zu den Verfehlung<br />
ihres ehemaligen Ehrenvorsitzenden Helmuth Kohl bezogen hat, der einem<br />
Ehrenwort mehr Bedeutung beimisst als seinem Schwur auf das Grundgesetz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Aus den Fehlern der Spendenaffäre hat die CDU die Konsequenzen gezogen.<br />
Helmut Kohls Lebenswerk bleibt dadurch aber unangetastet. Ohne ihn hätte<br />
es die Deutsche Einheit nicht gegeben und auch nicht die europäische<br />
Einigung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich glaube, das beantwortet die Frage nicht ganz. Man kann ja auch persönlicher<br />
fragen: Wie stehen Sie zu Helmut Kohl und seinem Vorgehen?<br />
Da kommt die Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Eine kritische<br />
Frage</b>: Herr Missfelder, es geht nicht um sein Lebenswerk. Das<br />
bleibt unbestritten. Aber was ist mit den Prioritäten, die er gesetzt<br />
hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>amy3</b>:<br />
Wenn nicht mal der CDU-Nachwuchs Kritik an Kohl üben kann, wie lange<br />
soll dieser Kult noch betrieben werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jalu</b>:<br />
Welche Konsequenzen hat die CDU daraus gezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Dies ist überhaupt kein Thema. Ich habe großen Respekt vor<br />
Helmut Kohl. Ich bin dankbar für Frieden und Freiheit in Europa.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>EDesperados</b>:<br />
Trotzdem hat er gegen das Gesetz gehandelt&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Nein, hat er nicht. Die Staatsanwaltschaften haben alle Ermittlungen eingestellt.<br />
Auch politische Gegner Helmut Kohls müssen akzeptieren, dass wir<br />
in einem Rechtstaat leben, der Vorverurteilungen nicht zulässt. Genug<br />
Vergangenheitsbewältigung&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ju</b>:<br />
Du hast ja durchaus Zuspruch für Deine Hüftgelenk-Aussage bekommen.<br />
Würdest Du das noch mal machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>detmar_k</b>:<br />
Herr Mißfelder, hat Sie ihre Äußerung über Hüftgelenke<br />
altern lassen? Sie wurden ja ganz schön in die Mangel genommen&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Mit dem Thema Generationengerechtigkeit ist die JU untrennbar verbunden.<br />
Mir ging es nicht darum, älteren Menschen Angst zu machen, sondern<br />
auf ein Problem in 30 oder 40 Jahren hinzuweisen. Meine Formulierung bedaure<br />
ich. Das Thema bleibt jedoch aktuell.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich würde es nicht so hart formulieren, aber die Frage, wie man Inhalte<br />
vermittelt, bleibt ja:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>WORKER</b>:<br />
Können Sie verstehen, dass sich meine Oma von einem 24jährigen<br />
Bübchen nicht so gerne vorschreiben lassen will, ob sie Anspruch<br />
auf ein neues Hüftgelenk hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Ihre Oma hat nichts zu befürchten, da ich gerne und auch zu Recht<br />
über meine Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung für<br />
ihre medizinische Versorgung einzahle. Die Frage ist nur: Wer zahlt für<br />
uns, wenn wir mal alt sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zwergi Ö</b>.:<br />
Hallo Philipp! Wie hat die JU Basis den Generationenkrieg verkraftet?<br />
Stehen die JUler noch hinter Dir?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Auf dem Deutschlandtag vor ein paar Wochen gab es große Unterstützung<br />
für den Kurs des JU-Bundesvorstandes. In meiner Amtszeit sind zum<br />
ersten Mal seit 20 Jahren die Mitgliederzahlen der JU gestiegen. Dies<br />
zeigt, dass wir unsere Stellung als größter politischer Jugendverband<br />
Europas ausbauen konnten. Und zwar über ein Sachthema und nicht auf<br />
Kosten anderer Personen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hildegard<br />
Müller</b>: Philipp, warum dringt man nur mit populistischen<br />
Aussagen wie die Hüftgelenk-Nummer an die Öffentlichkeit? Denn<br />
sonst hört man ja nicht so viel von Dir.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Nächste Frage, Hildegard.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthias Zuerl</b>:<br />
Hallo Philipp, wie stehst du zum Gottesbezug im europäischen Verfassungsvertrag:<br />
ja oder nein? Und warum, wenn ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Philipp Mißfelder</b>:<br />
Zum Gottesbezug ein klares Ja.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Liebe Chatter, leider<br />
müssen wir den Chat wegen technischer Probleme fünf Minuten<br />
vor der Zeit beenden. Herr Mißfelder hätte gerne noch diese<br />
und andere Fragen ausführlicher beantwortet. Herzlichen Dank, Herr<br />
Mißfelder, dass Sie sich die Zeit genommen haben! Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen schönen Tag!</span></p>
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