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	<title>Sozialstaat &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Rezension: Digitale Politikvermittlung in interaktiven Medien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2014 09:26:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Band „Digitale Politikvermittlung. Chancen und Risiken interaktiver Medien“ widmet sich der Beeinflussung von politischen Diskursen und politischer Willensbildung durch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Dialog-Com-Skal.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-139032" alt="Dialog-Com-Skal" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Dialog-Com-Skal-630x307.jpg" width="630" height="307" /></a><br />
Der Band „Digitale Politikvermittlung. Chancen und Risiken interaktiver Medien“ widmet sich der Beeinflussung von politischen Diskursen und politischer Willensbildung durch neue Medien. In über 30 Beiträgen wird dem Potential und den Risiken digitaler Medien aus theoretischen sowie praktischen Perspektiven nachgegangen.<br />
<figure id="attachment_139023" aria-describedby="caption-attachment-139023" style="width: 227px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digitale_Politikvermittlung.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-139023  " alt="digitale_Politikvermittlung" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/digitale_Politikvermittlung-630x510.jpg" width="227" height="184" /></a><figcaption id="caption-attachment-139023" class="wp-caption-text">Friedrichsen, Mike; Kohn, Roland A. (Hg.): Digitale Politikvermittlung. Chancen und Risiken interaktiver Medien. Wiesbaden: Springer VS 2013. 525 Seiten, Preis: 49,95 Euro. ISBN 978-3-658-01125-3</figcaption></figure><br />
In der neuen Publikation, herausgegeben von Mike Friedrichsen, Professor für Media Economics and Media Innovation in Stuttgart, und dem ehemaligen Mitglied des Bundestags für die FDP Roland A. Kohn, kommen Stimmen aus Wissenschaft, Politikberatung, Politik sowie aus der gesellschaftlichen Praxis zu Wort. Die rund 30 Autoren beschreiben darin, wie digitale Medien in ihren jeweiligen Bereichen in unterschiedlicher Weise genutzt und beobachtet werden.<br />
Der erste Teil des Buchs widmet sich zunächst dem Einfluss der neuen Medien auf die Veränderung der politischen Kommunikation. Die zunehmende Abwendung der Menschen von der Politik zeige ein Kommunikationsproblem bei deren Vermittlung auf. Die Beiträge beschäftigen sich hier mit der Veränderung der vermittelnden Rolle journalistischer Medien von Print zu Online, der Veränderung von (politischen) Symboliken, Mediennutzung sowie Meinungsbildung im Internet.<br />
Besonders hervorzuheben ist ein Beitrag des Wirtschafts- und Politikberaters Hauke Laackmann, der „Die Rolle der Medien im gesellschaftlichen Legitimitätskonstrukt“ analysiert. Danach „haben Medien als Organisationen eine besondere Rolle als Wächter der Transparenz und Motor einer andauernden Hinterfragung der aktuellen Legitimitätsanforderungen. Dies ist jedoch kein eindimensionaler Vorgang, in dem die Medien einseitig Botschaften in die Gesellschaft einspeisen, sie sind ebenfalls dazu angehalten, gesellschaftliche Tendenzen publik zu machen und damit auf mögliche Missstände im gesellschaftlichen Machtverhältnis hinzuweisen.“</p>
<h3>Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?</h3>
<p>Im zweiten Teil wird der Blick verstärkt darauf gerichtet, dass sich durch das Internet ein neuer Strukturwandel der (politischen) Öffentlichkeit vollziehe. Hier gibt es einige skeptische Beiträge zur Unübersichtlichkeit der Informationsflut im Internet, die sich als Warnungen verstehen lassen. In anderen Beiträgen, wie dem des langjährigen Journalisten und Professors für Medienwissenschaft Jens Wendland, werden genau diese skeptischen Betrachtungsweisen kritisiert: „besonders starke, verfestigte, wenn nicht geschlossene Gesellschaften verhalten sich in der Regel gegenüber Innovationen defensiv, abwehrend. Kulturelle Traditionen, soziokulturelle Muster und Konventionen dienen als Schutzschirm gegen Umwälzungen und Untiefen fundamentaler neuer Entwicklungen.“ Man könnte darüber hinaus gegen solche konservativen Positionen entgegnen: Um einem neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit zu begegnen, bedarf es der Förderung von politischer Urteilskraft. Christopher Gohl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Weltethos-Institut Tübingen, beschäftigt sich in seinem Beitrag zudem mit der Ethik digitaler Kollaboration, durch die neue Formen der kollektiven Intelligenz geschaffen werden können.</p>
<h3>Digitale Politik und Partizipation</h3>
<p>Der dritte Teil des Bandes konzentriert sich wesentlich auf die Grundpfeiler von demokratisch verfassten Gesellschaften: Transparenz, Legitimation und Partizipation. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, „ob der neue Medientyp den politischen Partizipationsprozess und dessen Grundlage neu zu organisieren vermag“. Ist das vielleicht schon etwas forsch voraus gedacht, so kommen die Beiträge zu einem ambivalenten Ergebnis. Danach biete das Internet verstärkte Möglichkeiten der Partizipation, verstanden als kollektive Einflussnahme auf politische Handlungen. Dies wird beispielsweise anhand der digitalen Partizipation an den Protesten gegen „Stuttgart 21“ über Twitter demonstriert. Die Möglichkeiten der digitalen Partizipation brächten aber auch Risiken und Gefahren mit sich, etwa verfassungsrechtliche Probleme bei Online-Wahlen, aber auch ressentimentgeladenen „Shitstorm“ und „Wutbürgertum“. Interessanterweise antwortet auch darauf ein Beitrag aus dem Band selbst. Die Kommunikationsmanagerin Nina Keim zeigt in ihrem Aufsatz „Erfolgreich beteiligt“ auf, dass für gelingende Online-Beteiligungsprojekte begleitende Kommunikationsarbeit notwendig sein kann. Zudem wird der Umgang mit Sozialen Medien und die damit verbundene Kommunikationsarbeit aus der Erfahrung von Politikern geschildert.</p>
<h3>Repräsentive Tradition und die Aktualität der Digitalen (Direkt-)Demokratie</h3>
<p>Im letzten Teil des Bandes finden noch einige weitere Thesen und Beiträge Platz. Ein Beitrag von Roland A. Kohn betrachtet das Verhältnis von repräsentativer und digitaler Direktdemokratie und versucht nachzuweisen, dass der Parlamentarismus sowie das Prinzip der Repräsentation mit den direktdemokratischen Möglichkeiten des Internets keineswegs funktions- oder nutzlos geworden sei. Zudem finden sich einige Beiträge zur Bewertung der Beteiligungsmöglichkeiten durch Liquid Democracy in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft sowie zur Liquid Democracy allgemein. Auch der Einfluss von digitalen Medien auf Interessenverbände und Lobbyismus bleibt nicht unberücksichtigt.</p>
<h3>Fazit: Insgesamt lohnenswerte Lektüre</h3>
<p>Generell kann abschließend kritisiert werden, dass aus Sicht der Leser_innen bei über 30 sehr heterogenen Beiträgen ein wenig mehr strukturierender Eingriff der Herausgeber wünschenswert gewesen wäre. Wie im Medium Internet auch muss die Leserin das Wichtigste hier eigenständig herausfiltern. Damit wird also auch die Urteilskraft der Leser beansprucht. In vielen Beiträgen wird zudem das Thema Social Media jeweils wieder ganz von vorn behandelt. Menschen, die bspw. Twitter kennen und sogar nutzen, werden wohl gelangweilt sein, wenn sie zum fünften Mal lesen, dass man sich bei Twitter Nicknames gibt, die mit @ beginnen, Hashtags durch # gekennzeichnet werden und man Tweets auch retweeten kann. Dem Ganzen setzt der Herausgeber Prof. Friedrichsen noch die Krone auf, indem er zusätzlich zu seinem Einführungsbeitrag im Teil „Partizipation“ einen Beitrag platziert, der lexikonartig Social-Software-Tools funktional durcherklärt und sich wie eine Einführungsvorlesung liest. Zudem weist der Band insgesamt einige kleinere Mängel beim Lektorat auf. Insgesamt ist der Band aber aufgrund seiner Multiperspektivität durchaus lohnenswert. Wenn die wichtigen Beiträge und Informationen herausgefiltert sind, bringt er auch spannendes Neues zu Tage. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Beiträge in gegenseitigem kritischen Dialog stehen.<br />
Bilder: oben: <a href="http://pixabay.com/de/cartoon-comic-wort-blasen-268493/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prawny</a> (<a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 1.0</a>) /Buch-Cover: <a href="http://www.mike-friedrichsen.de/index.php/neuerscheinung-digitale-politikvermittlung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mike-friedrichsen.de</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Kritik Online: Inge Hannemann bloggt sich bis zur Petition in den Bundestag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Mar 2014 09:43:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was als Kritik über den Blog „altonabloggt“ begann führte nun bis zur Vorsprache einer Petition im Deutschen Bundestag: Inge Hannemann, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clara_zetkin-skal-cut.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138593" alt="clara_zetkin-skal-cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/clara_zetkin-skal-cut-630x305.jpg" width="630" height="305" /></a><br />
Was als Kritik über den Blog „altonabloggt“ begann führte nun bis zur Vorsprache einer Petition im Deutschen Bundestag: Inge Hannemann, von den Medien nur die „Hartz IV-Rebellin“ genannt, trug letzte Woche im Petitionsausschuss öffentlich ihre Petition zur Abschaffung von Hartz IV-Sanktionen vor. Ein gelungenes Beispiel für politischen Online-Aktivismus.<br />
Alles begann mit der Unzufriedenheit über eine Praxis, innerhalb der Inge Hannemann sich selbst bewegte. Seit 2005 arbeitete sie in verschiedenen Jobcentern und war zuletzt im Jobcenter Hamburg-Altona als <a href="http://www.taz.de/!116051/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsvermittlerin</a> beschäftigt. Sie will die unmenschliche Behandlung, die Erzeugung von Angst und existentieller Erpressung der Menschen in Jobcentern ändern, stößt aber auf die institutionellen Grenzen der Behörde für die sie arbeitet. Also fängt sie 2011 an öffentlich darüber zu schreiben, genauer: zu bloggen. Ihre Kritik veröffentlicht sie seit April 2012 zentral auf der Seite <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/">„altonabloggt“</a>. Um mehr <a href="http://www.ndr.de/regional/hamburg/ingehannemann101.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Öffentlichkeit</a> zu erzeugen, verschärft sie Anfang 2013 den Ton. In einem öffentlichen Brief, der als <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/02/19/und-die-bundesagentur-fur-arbeit-schaut-zu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Brandbrief“</a> bekannt ist, greift sie die Bundesagentur für Arbeit direkt an: „Menschenunwürdiges und gedankenloses Handeln, wie es tagtäglich in den Jobcentern geschieht, macht krank. Bedrohungen, Angst vor Sanktionen und die Behandlung als Mensch zweiter, dritter, vierter Klasse durch die Jobcenter führen nicht in Arbeit, sondern in die totale Verweigerung, in ständige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, in die Resignation, in die Wut bis zum Suizid.“</p>
<h3>Das „System Hartz IV“ als Verstoß gegen die demokratischen Grundrechte</h3>
<p>Was kritisiert Hannemann? Zunächst die gegen die Menschenwürde verstoßende Behandlung der Erwerbslosen, etwa die Idee der Schrittzähler für „faule“ Arbeitslose oder die Verlosung von Arbeitslosen auf dem Weihnachtsmarkt. Darüber hinaus die Leistungskürzungen bei nicht eingehaltenen Terminen, bei Zwangsmaßnahmen des Jobcenters oder nicht angenommenen Jobangeboten im Niedriglohnsektor. Durch Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber befördere der Staat kurzfristige, ausbeuterische Beschäftigungsformen in Zeitarbeitsfirmen und finanziere damit Armut, Niedriglöhne und moderne Sklavenarbeit. Der primäre Effekt dessen sei ein „Drehtüreffekt“, durch den Erwerbslose nach wenigen Monaten wieder auf Sozialleistungen angewiesen sind.<br />
Hannemann ist durchaus auch als Whistleblowerin anzusehen. Sie macht eine institutionelle Praxis öffentlich, die sonst nur die betroffenen Menschen tagtäglich erfahren, weist auf Missstände und Fehlentwicklungen hin. Dabei zitiert sie auch aus internen Weisungen und Dokumenten des Arbeitsalltags der Jobcenter. Als Beteiligte nimmt sie nicht nur diejenigen wahr, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind, sondern auch die Mitarbeiter_innen der Jobcenter, die ihre Mitmenschen als Fall behandeln, in <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2014/02/07/fuhrungskompass-contra-menschlichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zahlen und Statistiken messen</a> und mit Sanktionen bestrafen müssen. Im April 2013 wird sie wegen ihrer Kritik und der Weigerung, bestimmte Sanktionen gegen Erwerbslose zu verhängen, vom Dienst suspendiert.<br />
Seit der „Freistellung“ von ihrem Arbeitsplatz ist Inge Hannemann eine gefragte Rednerin, hält viele Vorträge über das „Unrechtssystem Hartz IV“. Es finden sich unzählige Vollzeit-Videos mit ihren Vorträgen sowie <a href="http://thomasrinkl.de/inge-hannemann-hartz-iv-gewollte-armut/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interviews</a> bei <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=qZ_6rkjNiLY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube</a>. Im September 2013 wird ihr für politisches Engagement der <a href="http://www.taz.de/!123774/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz-Panter-Preis für Zivilcourage</a> verliehen.</p>
<h3>Die Abschaffung der Angst</h3>
<p>Hannemanns Mission und Vision ist die Abschaffung von Hartz IV. Aus der „Agenda 2010“ resultiere ein Machtgefälle zwischen Mitarbeiter_innen der Jobcenter und Erwerbslosen – Hilfeleistungen seien auch ohne „existentielle Erpressbarkeit“ möglich. In den Jobcentern hingegen bestehe ein <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/06/10/das-hartz-desaster-vorwort-inge-hannemann-zum-buch-von-norbert-wiersbin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„mit Schuld- und Schamgefühlen gepaartes Angstklima.“</a> Diese Praxis widerspreche den Grundrechten einer demokratischen Gesellschaft.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hannemann-Hartz-IV-Abschaffen.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-138586 alignleft" alt="Hannemann-Hartz-IV-Abschaffen" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hannemann-Hartz-IV-Abschaffen.jpg" width="242" height="240" /></a>Am 23.10.2013 setzt sie daher als ersten Schritt eine <a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Petition zur Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen</a> auf. Die Möglichkeit, eine öffentliche E-Petition über das mittlerweile erfolgreichste Internetangebot des Deutschen Bundestags zur Mitzeichnung zu stellen, besteht seit 2005. Dabei muss innerhalb von 4 Wochen ein Quorum von 50.000 Unterschriften erreicht werden, was kaum ohne Öffentlichkeitsarbeit gelingt. Deswegen werden in den letzten Jahren verstärkt <a href="http://www.collaboratory.de/images/e/ed/OpenGovFactsheet2Legislative20v1.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soziale Netzwerke zur Verbreitung der Anliegen hinter E-Petitionen genutzt</a>. Schon seit dem 09. März 2013 ist Inge Hannemann auch bei <a href="https://www.facebook.com/IngeHannemann1?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> vertreten. Dort hat sie eine Community von mehr als 12.000 Menschen aufgebaut. Zur Petition gab es ab 20.11.2013 auch ein <a href="https://www.facebook.com/events/219953338178742/?ref=22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Event</a>, das zur Unterstützung aufrief.<br />
Zusätzlich vernetzt sie sich stärker mit der gesellschaftlichen Bewegung gegen Hartz IV, die sich bereits seit ihrer Entlassung mit ihr solidarisiert hat: Ein Netzwerk aus Erwerbsloseninitiativen, Gewerkschaften, Mitglieder von Parteien sowie auf einen persönlichen und bundesweiten Unterstützer_innen-Kreis. Die Petition wird auch als <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/12/11/wir-sammeln-fur-eine-demokratie-und-menschenwurde-petition-zur-abschaffung-von-sanktionen-bei-hartz-iv-und-grundsicherung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unterschriftenliste</a> verbreitet und Hannemann sammelt selbst Unterschriften vor den Jobcentern der Bundesrepublik. Die Petition erreicht über 90.000 Unterschriften, <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/12/20/petition-zur-abschaffung-sanktionen-hartz-iv-und-grundsicherung-erreicht-mehr-als-90-000-stimmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">55.271 Stimmen wurden online, 34.515 offline abgegeben</a>. Ohne die Möglichkeit der Onlineabstimmung, hätte sie also vermutlich das Quorum nicht erreicht.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bild_pet-kopie-21.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-138661 alignright" alt="bild_pet-kopie-21" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bild_pet-kopie-21.jpg" width="292" height="199" /></a><br />
Letzte Woche Montag, am 17.03.2014, sprach sie nun in einer <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2014/49840366_kw12_pa_petitionen_hartz_IV_sanktionen/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">öffentlichen Sitzung des Petitionsausschuss</a> zu ihrer Petition vor. Der Ausschuss wird in der nächsten Sitzung darüber entscheiden, ob die Petition im Bundestag behandelt wird. Der parlamentarischen Staatssekretärin des Ministeriums für Arbeit und Energie zufolge, steht die Regierung der Abschaffung von Sanktionen weiterhin ablehnend gegenüber. Hannemann macht indessen weiter mit ihrer <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2014/03/21/worte-zur-anhorung-im-petitionsausschuss-berlin-17-marz-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik</a>. Frei nach dem Motto, unter dem die Verleihung des Clara-Zetkin-Frauen-Preises steht, der ihr von der <a href="http://www.die-linke.de/politik/frauen/clara-zetkin-frauenpreis/clara-zetkin-frauenpreis-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partei DIE LINKE 2014</a> verliehen wurde: <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2014/03/08/clara-zetkin-preis-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Erst recht“</a>.<br />
Bilder: oben: <a href="http://altonabloggt.files.wordpress.com/2014/03/clara_zetikin.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">altonabloggt</a>/Facebook-Seite <a href="https://www.facebook.com/IngeHannemann1?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Inge Hannemann</a> sowie Facebook Event: <a href="https://www.facebook.com/events/219953338178742/?ref=22" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen“</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>&#034;Politik heißt nicht Bundestag mit Aktenkoffer&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/politik-heisst-nicht-bundestag-mit-aktenkoffer-4809/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 08:25:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es war das Gipfeltreffen der Jugend-Chefs von SPD und FDP: Die Vorsitzenden der Jungsozialisten und der Jungen Liberalen, Franziska Drohsel und Johannes Vogel, diskutierten im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de über Politik für junge Menschen, Kopfpauschale, Mindestlöhne und Außenminister Westerwelle.
<p>
&#160;
</p>
<center><a href="http://www.tagesschau.de/videochat132.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/chat_Drohsel_Vogel.jpg" alt="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" title="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" align="middle" height="185" width="331" /></a></center><center> </center>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es war das Gipfeltreffen der Jugend-Chefs von SPD und FDP: Die Vorsitzenden der Jungsozialisten und der Jungen Liberalen, Franziska Drohsel und Johannes Vogel, diskutierten im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de über Politik für junge Menschen, Kopfpauschale, Mindestlöhne und Außenminister Westerwelle.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><center><a href="http://www.tagesschau.de/videochat132.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/chat_Drohsel_Vogel.jpg" alt="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" title="Videochat mit Franziska Drohsel und Johannes Vogel" align="middle" height="185" width="331" /></a></center><center> </center></p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild.</p>
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		<title>Drohsel und Vogel im Videochat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 16:36:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Chefin der Jungsozialisten (Jusos) und der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis) sind am Montag zu Gast im tagesschau-Videochat. Was möchten Sie von Franziska Drohsel und Johannes Vogel wissen? Die beiden Vorsitzenden der Jugendorganisationen von SPD und FDP diskutieren miteinander - und mit Ihnen.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Chefin der Jungsozialisten (Jusos) und der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (Julis) sind am Montag zu Gast im tagesschau-Videochat. Was möchten Sie von Franziska Drohsel und Johannes Vogel wissen? Die beiden Vorsitzenden der Jugendorganisationen von SPD und FDP diskutieren miteinander &#8211; und mit Ihnen.</p>
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Mit ihren Vorschlägen zu Hartz IV haben FDP und SPD die Sozialstaatsdebatte in Deutschland in die Schlagzeilen gebracht. FDP-Chef Guido Westerwelle will Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit verpflichten, die SPD-Führung das Herzstück ihrer Agenda 2010 grundlegend reformieren. „Ein-Euro-Jobs gehören abgeschafft“, fordert Franziska Drohsel in einem Interview. Vogel will dagegen niedrige Löhne mit staatlichen Mitteln aufstocken. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Mechanismen verbessern, so dass Verdienststeigerungen bei Teilzeitjobs sich für die Aufstocker auch lohnen“, so Vogel in der ARD. Wie viel Sozialstaat ist angesichts der Verschuldung überhaupt noch finanzierbar? Wie soll man fördern? Wie viel darf man fordern?
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<b>Der tagesschau-Videochat wird veranstaltet von tagesschau.de in<br />
Zusammenarbeit mit politik-digital.de.</b>
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<b>Zur Person:</b>
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<b>Franziska Drohsel</b>, geboren 1980 in Berlin. Bereits während der Schulzeit ist Drohsel bei den Jusos aktiv und bekleidet dort verschiedene Posten auf der Berliner Bezirks- und Landesebene. Nach ihrem Abitur beginnt sie ein Jurastudium in Berlin. 2006 wird sie Juso-Landeschefin und Vorstandsmitglied der Berliner SPD. Im Jahr darauf übernimmt sie den Juso-Bundesvorsitz und rückt in den Vorstand der Bundespartei auf. Neben diesen Tätigkeiten promoviert Drohsel an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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<b>Johannes Vogel</b>, geboren 1982 in Wermelskirchen/Nordrhein-Westfalen. Schon als Schüler engagiert er sich bei den Jungen Liberalen. Nach dem Zivildienst geht Vogel nach Bonn, wo er Politikwissenschaft, Geschichte und öffentliches Recht studiert. Während des Studiums arbeitet er im Büro des damaligen Generalsekretärs FDP Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner. Seit 2004 ist Vogel Mitglied im Bundesvorstand, seit 2005 Vorsitzender der Jungen Liberalen. Über die NRW-Landesliste zieht Vogel 2009 in den Bundestag ein, wo er arbeitsmarktpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion ist.</p>
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		<title>Weniger Arbeit, mehr vom Leben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AD]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialstaat]]></category>
		<category><![CDATA[Strukturwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[von Susanne Kirner und Heinrich Oberreuter<b>Manch einer, der mitten im Erwerbsleben steht, hat schon mal ausgerufen: "Wenn ich nur weniger arbeiten müßte, dann hätte ich mehr vom Leben!" Stimmt diese Vermutung, daß weniger Arbeit ein Gewinn an Zufriedenheit und Lebensgenuß ist?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von Susanne Kirner und Heinrich Oberreuter<strong></strong><br />
<strong>Manch einer, der mitten im Erwerbsleben steht, hat schon mal ausgerufen: &#8220;Wenn ich nur weniger arbeiten müßte, dann hätte ich mehr vom Leben!&#8221; Stimmt diese Vermutung, daß weniger Arbeit ein Gewinn an Zufriedenheit und Lebensgenuß ist? Für die Arbeitslosen sicher nicht!</strong><br />
Wie paßt es zusammen, daß die einen schuldlos mit Arbeitsentzug &#8211; und damit mit knappen Finanzen und sinkendem Ansehen &#8211; geschlagen sind und andere viel, manchmal zuviel Arbeit haben? Solche Fragen stellten die Evagelische Akademie Tutzing und der Bayerische Rundfunk neun Persönlichkeiten. Die Antworten, die Sie gaben, sind in dem kürzlich im Olzog-Verlag erschienenen Bändchen vereinigt. Einer der Herausgeber, Heinrich Oberreuter, faßt in seinem einleitenden Beitrag die wissenschaftliche Diskussion der letzten 25 Jahre über Wertewandel, materielle und postmaterielle Wertorientierung und über die Zentralität der Arbeit für das Leben der Menschen zusammen. Er kommt in seiner fundierten Darlegung zu dem Schluß, daß die Arbeits-, die Freizeit- und die Familienorientierung in den letzten Jahrzehnten gleichermaßen gestiegen sind. Während andere traditionelle Bindungen abnehmen, steigt die Bedeutung der Arbeit an, weil nur sie Einkommen und soziale Sicherheit verschafft. Immerhin: die immateriellen Ansprüche an die Arbeit sind gestiegen: sie soll Spaß machen und Sinn haben. Oberreuters Beitrag hätte eine Bibliographie und ein wenig statistische Untermauerung z. B. durch Ergebnisse der empirische Sozialforschung gut getan. Solche &#8220;Zugaben&#8221; fehlen den Beiträgen aller Autoren, auch denen der beiden Arbeitgeber-vertretern, Georg Obermeier (VIAG AG) und Dieter Hundt (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände). Beide erklären die Ausgangsfrage der Tagung und des Buches für unzutreffend. Obermeier spricht über die Globalisierung und die Rezepte, mit denen der deutsche Staat ihr seiner Meinung nach begegnen sollte: Privatisierung, Deregulierung, Steuersenkung und &#8220;Reform&#8221; des Sozialstaates. Was er anführt bzw. vorschlägt, ist nicht neu und zum Teil auch bedenkenswert &#8211; aber eigentlich doch etwas am Thema vorbei. Besonders dürftig ist aber der Beitrag Hundts. Auf die Ausgangsfrage antwortet er mit einem sturen &#8220;Weiter so&#8221;: &#8220;Arbeit bleibt das Zentrum unseres Lebens, unserer Arbeitsgesellschaft, ja unseres Lebenssinns.&#8221; Er richtet sein Augenmerk deswegen auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und schlägt dreierlei vor: Förderung von Innovationen, mehr Selbständigkeit und &#8220;Stärkung der Selbstverantwortung&#8221;. Unter Stärkung der Selbstverantwortung ist &#8211; man ahnt es schon &#8211; ein drastischer Rückbau des Sozialstaates zu verstehen, der nur noch eine sogenannte &#8220;Basissicherung&#8221; bieten soll. Ich frage mich oft: Was würde eigentlich der Philosoph Hans Jonas empfinden ob des inflationären Gebrauchs des Begriffs der Eigenverantwortung, wäre er nicht 1993 gestorben? Er, der ein konservativ-liberales Gegenmodell zum utopisch-kommunistischen &#8220;Prinzip Hoffnung&#8221; entwickelt hat: das Prinzip Verantwortung, welches in der Verantwortung für andere Menschen und für das Überleben der Erde besteht. Ich jedenfalls bin entsetzt über die Begiffsverwirrung, die aus dem noblen Prinzip der Hinwendung zum anderen und der Orientierung des eigenen Handelns an langfristigen Interessen der Menschheit ein Feigenblatt für Entsolidarisierung gemacht hat. Hundt behauptet, der Sozialstaat sei ein &#8220;Rundumsorglos-Paket&#8221;, das noch dazu nicht effizient sei: eine Behauptung, die eine empirische Analyse des EU-Statistikamtes EUROSTAT erst kürzlich widerlegt hat. Manche Mythen halten sich eben lange, wenn sie nur von starken Interessen gefördert werden.<br />
Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG), Möllenberg, vertritt in seinem Beitrag Interessen, die der Arbeitnehmer. Er lehnt ein amerikanisches Modell der Vollbeschäftigung, bei dem das obere Drittel der Gesellschaft so gut verdient, daß es das untere Drittel als Dienstboten anstellen können, ab. Beschäftigugschancen ergeben sich &#8211; so seine keynesianische Argumentation &#8211; vor allem aus der Stärkung der Binnennachfrage, also des Konsums durch steigende Arbeitseinkommen &#8211; denn Unternehmensgewinne und Export seien heute schon gut, ohne daß es deswegen Vollbeschäftigung gäbe. Möllenberg leugnet die Notwendigkeit von Arbeitszeitverkürzungen (bei mehr Arbeitszeitflexibilisierung) und mehr Teilzeitarbeit nicht. Obwohl er es nicht ausdrücklich sagt, scheint ihm, anders als den Unternehmervertretern, die Grundthese &#8220;weniger Arbeit, mehr vom Leben&#8221; wohl nicht unplausibel.Hans-Jörg Bullinger, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation, entlastet den Produktivitätsfortschritt von dem Vorwurf, zur Arbeitsplatzvernichtung zu führen. Während C. Christian von Weizsäcker die reine Lehre des Neoliberalismus von sich gibt (Der Sozialstaat ist schuld an der Arbeitslosigkeit), nimmt erst Warnfried Dettling, der Autor des letzten Beitrags, den Titel des Sammelbandes ernst und beschreibt die &#8220;Reformperspektive Bürgergesellschaft&#8221;. Ausgehend von der herrschenden Knappheit an bezahlter Arbeit und den gleichzeitig allerorten vorfindbaren sinnvollen Aufgaben, denkt er darüber nach, wie das bürgerschaftliche Engagement der Menschen gefördert werden kann: ein Engagement, das nötig ist, das auch vielen Menschen möglich ist und noch mehr Menschen möglich wäre, wenn geeignete Maßnahmen zur (organisatorischen, steuerlichen, finanziellen) Unterstützung ehrenamtlicher Tätigkeit ergriffen würden.<br />
Fazit: nur die Beiträge von Oberreuter und Dettling erfüllen im wesentlichen die Erwartungen, die der Titel weckt. Es fehlt eine Analyse empirischer Befunde über die Zufriedenheit von Menschen, die weniger arbeiten. Ein Blick nach Holland hätte da vielleicht einiges zutage gebracht. Auch eine Studie über die psychosozialen Auswirkungen der 28,8 -Stunden-Woche bei Volkswagen hätte diesen Band bereichert. Statt dessen ist dieser Band ein Spiegel der Diskussion über Globalisierung und Sozialstaat: umtriebige Funktionseliten greifen mit neoliberalen Argumenten den Sozialstaat an, welchen die Gewerkschaften im Bunde mit der Mehrheit der Bürger verteidigen. Allerdings kennt man dies zur Genüge und hat es anderswo schon besser gelesen.</p>
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