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	<title>SPD-Parteitag &#8211; politik-digital</title>
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	<title>SPD-Parteitag &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Hangout mit der neuen SPD-Generalsekretärin Katarina Barley</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Dec 2015 14:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Katarina Barley]]></category>
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		<category><![CDATA[Generalsekretärin]]></category>
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					<description><![CDATA[Die neue Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, hat in einem Hangout von politik-digital.de Rede und Antwort gestanden. Sie sprach mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barley-Teaser.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147701" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Barley-Teaser.png" alt="Barley-Teaser" width="640" height="280" /></a>Die neue Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, hat in einem Hangout von politik-digital.de Rede und Antwort gestanden. Sie sprach mit uns über die künftigen Herausforderungen, Aufgaben und Ziele, die ihr Posten mit sich bringt.</p>
<p>Katarina Barley möchte vor allem den kommunikativen Aspekt ihrer Rolle als Generalsekretärin ausbauen – ihre große Leidenschaft und Stärke, sagt sie. Insbesondere im Hinblick auf den Bundestagswahlkampf 2017 kündigt sie mehr digitale Formate an. „Die Partei soll noch moderner werden – noch attraktiver.“ Vor allem die Jugend soll mit solchen Angeboten abgeholt werden. „Politik muss raus aus der verstaubten Ecke, wo sie für manche junge Menschen ist.“ Barley plädierte dabei auch für ein Wahlrecht ab 16 Jahren, vor allem im Lichte des demographischen Wandels.</p>
<p>Die neue Generalsekretärin kam aber auch bei unserem Hangout nicht um aktuell drängende Fragen herum. Viele der Userfragen drehten sich um die Flüchtlingskrise oder den Kriegseinsatz in Syrien. Katarina Barley selbst lehnt Flüchtlingsobergrenzen ab. Sollte die CDU trotzdem eine solche Begrenzung auf ihrem Parteitag in Karlsruhe beschließen, würde man einen Kompromiss finden, so Barley. „An dem Thema wird die Koalition nicht zerbrechen. Wir werden uns einigen.“</p>
<p>Nichtsdestotrotz kritisierte Katarina Barley die Kommunikation der Bundeskanzlerin bezüglich des Syrieneinsatzes der Bundeswehr. Eine Erklärung an das Volk wäre durchaus angebracht gewesen. Sie hält nichts von Merkels Strategie des „Wegduckens“. „Ich finde, das ist ein ganz problematischer Politikstil, weil Politik Auseinandersetzung ist und dann muss man auch Stellung beziehen.“</p>
<h3>Über Katarina Barley</h3>
<p>Beim SPD-Bundesparteitag wurde die bisherige Bundestagsabgeordnete <a title="Homepage Katarina Barley SPD" href="http://www.katarina-barley.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katarina Barley</a> von den Delegierten zur neuen Generalsekretärin gewählt. 93 Prozent der Delegierten votierten für die gebürtige Kölnerin. Sie tritt die Nachfolge von Yasmin Fahimi an, die zum neuen Jahr Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium wird.</p>
<p>Katarina Barley arbeitete nach ihrem Studium für eine Hamburger Großkanzlei, wechselte dann zum wissenschaftlichen Dienst des rheinland-pfälzischen Landtags und bekam 2001 das Angebot, für die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Renate Jaeger zu arbeiten. Die promovierte Juristin trat 1994 der SPD bei und ist seit 2005 Mitglied des Vorstandes des SPD im Kreis Trier-Saarburg. Seit 2010 hat sie dessen Vorsitz inne. 2013 zog sie für ihre Partei über die Landesliste Rheinland-Pfalz in den Deutschen Bundestag ein.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=PLvQcBZC3Uc" title="Digitale Bürgersprechstunde mit der neuen SPD-Generalsekretärin (live vom Bundesparteitag)" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/PLvQcBZC3Uc?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bild: <a href="http://www.politik-digital.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Innovation go home &#8211; Digitale Presseschau KW39</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2014 15:24:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Neuer Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Silicon-Valley-Kapitalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Spähskandal]]></category>
		<category><![CDATA[Nico Lumma]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Voßhoff]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Uber]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Digitales Dogma]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesdatenschutzbeauftragte]]></category>
		<category><![CDATA[disruptive Geschäftsmodelle]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, der NSA-Skandal ist noch immer nicht vorbei und Aufklärung ist nicht in Sicht. Da klingt es fast schon verlockend, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, der NSA-Skandal ist noch immer nicht vorbei und Aufklärung ist nicht in Sicht. Da klingt es fast schon verlockend, das ganze ärgerliche Gerede über Datenschutz und staatliche Überwachung hinter sich zu lassen und sich dem Internet komplett zu verweigern. Warum es trotzdem keine Lösung ist, sich der neuen Bewegung der Anti-Digitalen anzuschließen, lesen sie in unserer aktuellen Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&#038;v=eoS5sckmLqs<br />
Wussten Sie, dass Firmen wie Amazon nicht nur speichern, welche Bücher Sie auf ihrem E-Book-Reader lesen, sondern auch, welche Passagen Sie markieren, welche Anmerkung Sie speichern und welche Kapitel Sie überblättern? Unser Video der Woche fragt sich, was die Verfügbarkeit dieser Informationen für die Zukunft der Literatur bedeuten könnte und bietet eine ganz einfache Lösung.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-09/bnd-ueberwachung-ermittler-maulkorb-datenschutz/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blinde Kuh mit den Aufklärern</a></h3>
<p>Zugegeben, es war naiv, wer ernsthaft auf eine Aufarbeitung des Spähskandals hoffte. Doch aktuell wird man das Gefühl nicht los, dass die deutsche Bundesregierung alles tut, um Aufklärung in der NSA-Affäre zu verhindern. Nachdem den Mitgliedern des NSA-Untersuchungsausschusses sowieso nur weitgehend geschwärzte Unterlagen vorgelegt werden, <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-bnd-akten-geheim-konsultation" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hält das Kanzleramt nun hunderte von Aktenordnern zu Kontakten zwischen deutschen und ausländischen Geheimdiensten zurück.</a> Die Begründung: Man müsse die beteiligten Länder erst fragen, ob das parlamentarische Kontrollgremium die Akten sehen darf.<br />
Wenn sie auf dem Papier schon keine Informationen erhalten, könnte man doch einfach direkt bei den Beteiligten nachfragen, dachten sich die Parlamentarier, und luden den Leiter der Abhörstation Bad Aiblingen in den Ausschuss. <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/bnd-nsa-ausschuss-zeuge-bad-aibling" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Doch auch der konnte den Aufklärern leider nicht weiterhelfen, denn die Bundesregierung hatte ihm nur eine äußerst begrenzte Aussagegenehmigung erteilt.</a><br />
Der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) Andrea Voßhoff will die Regierung auch gleich noch einen Maulkorb verpassen &#8211; sicher ist sicher. Die obersten Datenschützer hatten in der Vergangenheit gerne mal zu unangenehmen Themen nachgeforscht. Einem Gesetzentwurf zufolge soll die BfDI künftig erst mal die Regierung um Erlaubnis fragen, bevor sie sich öffentlich zu Missständen äußert. Kontrollorgane, die nicht kontrollieren dürfen – klingt paradox, ist aber Realität.<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2014-09/bnd-ueberwachung-ermittler-maulkorb-datenschutz/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>zeit.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/salon/feuilleton-das-dogma-der-neuen-netz-konservativen/58250" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-digitales Deutschland</a></h3>
<p>Der Begriff „konservativ“ gilt heutzutage fast als Schimpfwort und so versuchen Medien, Parteien und selbst die Kirchen alles, um nicht als rückwärtsgewandt zu gelten. Doch gerade entsteht ein selbstbewusstes neues konservatives Milieu: Die Bewegung der Anti-Digitalen. Ihr Anliegen ist die Rettung des analogen Menschen vor der digitalen Verschwörung durch Großkonzerne. Alexander Pschera sieht darin eine typisch deutsche Haltung, die von der Angst vor dem Verlust der eigenen Deutungshoheit getrieben ist und vernachlässigt, dass Neugierde der Motor von Erkenntnis und gesellschaftlicher Entwicklung ist.<br />
Auch Nico Lumma findet, man sollte sich doch zunächst mit den eigenen Unzulänglichkeiten beschäftigen, bevor man den Silicon-Valley-Kapitalismus geißelt, wie es Sigmar Gabriel am Wochenende auf dem SPD-Parteikonvent getan hat. Die Stärke US-amerikanischer Großkonzerne sei Ausdruck der Schwäche und mangelnden Innovationsfreude der europäischen digitalen Wirtschaft, schreibt er auf <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/der-transformer-ist-das-silicon-valley-das-neue-manchester-seite-all/10743232-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">handelsblatt.com</a>.<br />
Innovationsfreude und Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Konzepten sind jedoch nicht gleichzusetzen mit einem leichtgläubigen Bejubeln disruptiver Geschäftsmodelle, wie dem von Uber.<a href="http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-09/uber-taxi-kartell-kommentar" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Denn wenn die Abschaffung staatlicher Restriktionen gefordert wird, nur um zugleich private Regelwerke aufzustellen, ist das alles andere als progressiv.</a><br />
<a href="http://www.cicero.de/salon/feuilleton-das-dogma-der-neuen-netz-konservativen/58250" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>cicero.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/piraten-eine-zombie-partei-liquidiert-sich-selbst/10740816.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klar zum Kielholen!</a></h3>
<p>Und zum Schluss noch zur Piratenpartei. Die einstigen digitalen Revoluzzer zerlegen sich gerade vor unser aller Augen selbst. Die einen freut‘s, die anderen trauern. Ein Abgesang auf die ehemaligen Hoffnungsträger.<br />
<a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/piraten-eine-zombie-partei-liquidiert-sich-selbst/10740816.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>tagesspiegel.de</em></a><br />
&nbsp;<br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>D 64: Statement gegen Vorratsdatenspeicherung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/d-64-statement-gegen-vorratsdatenspeicherung-5932/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 14:38:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Verein]]></category>
		<category><![CDATA[Breitband-Internetzugang]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Think Tank]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Integration]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/D64-logo.png" align="left" height="112" width="250" />Mit dem in Gründung befindlichen Verein „D64“ hat sich ein prominent besetzter Thinktank für das digitale Zeitalter am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt. politik-digital.de hat am Rande des SPD-Bundesparteitags mit dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel über Gründungsmotive und Ziele gesprochen.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/D64-logo.png" alt="" width="250" height="112" align="left" />Mit dem in Gründung befindlichen Verein „D64“ hat sich ein prominent besetzter Thinktank für das digitale Zeitalter am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt. politik-digital.de hat am Rande des SPD-Bundesparteitags mit dem Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel über Gründungsmotive und Ziele gesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Aufregung in den einschlägigen Foren und Timelines war groß, als im April 2011 anlässlich der jährlichen Konferenz re:publica der Verein <a href="http://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitale Gesellschaft“</a> an den Start ging. Der Vorwurf damals: mangelnde Transparenz in einer Versammlung von „Berlin Mitte-Nerds“ und der Verdacht, es könne sich bei der Initiative, die maßgeblich von dem Berliner Netzaktivisten und Enqute-Sachverständigen Markus Beckedahl vorangetrieben worden war, um ein netzpolitisches „U-Boot der Grünen“ handeln, kam schnell auf. Mit all diesen Fragen sahen sich auch die Initiatoren des digitalen Thinktanks <a href="http://d-64.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;D64 &#8211; Zentrum für Digitalen Fortschritt&#8221;</a> konfrontiert, die die Gründung ihres Vereins am Vorabend des aktuellen SPD-Bundesparteitags in Berlin bekanntgegeben haben und damit &#8211; vermutlich mehr als ein willkommener Nebeneffekt &#8211; die Aufmerksamkeit der netzpolitischen Szene aus Offenbach am Main weglenkten, wo sich die Piratenpartei zeitgleich zu ihrem Bundesparteitag versammelt hatte. Dort spielte das Thema Netzpolitik hingegen bemerkenswerterweise nur eine marginale Rolle.</p>
<p>Ein weiterer elitärer Zirkel von Netzaktivisten oder etablierten Politikern sei der neue Verein, dessen Gründung seit einem Washington-Besuch des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil vor bald anderthalb Jahren nach und nach Gestalt annahm, jedoch keinesfalls: „Wir laden jeden ein, dabeizusein“, so die Aufforderung des Vorstandsvorsitzenden Mathias Richel im Gespräch mit politik-digital.de. Trotz dieses Anspruchs habe es, so Richel auf Nachfrage, aber selbstverständlich auch Kritik am Zustandekommen sowie den Vorwurf der mangelnden Transparenz gegeben.<br />
Dem will man auch mit der Namenswahl entgegentreten, rekurriert doch die Zahlenkombination 64 auf die mit dem Modell C64 aus dem Hause Commodore aufgewachsene Generation.</p>
<p>Die Bekanntgabe der Gründung am Vorabend der SPD-Parteitagseröffnung war kein Zufall. Mit Persönlichkeiten wie dem „elektrischen Reporter“ Mario Sixutsoder der Journalistin Mercedes Bunz waren zwar auch Personen ohne Parteibuch an der Gründung beteiligt. Das Mitgliederverzeichnis auf der Homepage des Vereins liest sich derzeit dennoch wie ein „Who-is-Who“ netzpolitisch engagierter SozialdemokratInnen. Auf den etwaigen Vorwurf der parteipolitischen Nähe zur Sozialdemokratie reagiert man bei D64 jedoch äußerst offensiv: „Wir versuchen gar nicht erst, die Nähe zu leugnen“, so Mathias Richels Antwort. Im Übrigen sei man jedoch bestrebt, mit dem neuen Thinktank über das unmittelbare sozialdemokratische Umfeld und die innerhalb der Parteistrukturen bereits etablierten Arbeitskreise und Kommissionen hinauszuwirken. Bereits am ersten Tag nach Bekanntgabe der Gründung hätten dann auch „mehr Nicht-SPD-Mitglieder als Menschen mit Parteibuch“, insgesamt etwa 60 Personen, ihr Interesse an einer Mitarbeit an dem in Gründung befindlichen Verein bekundet.</p>
<p>Und auch hinsichtlich der Ziele des neuen Vereins, zu dessen Gründungsmitgliedern neben Mathias Richel und dem niedersächsischen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil der Hamburger Blogger Nico Lumma und SPD-Bundesvorstandsmitglied Björn Böhning gehören, sehe man sich nicht als eine direkte Konkurrenz zur Digitalen Gesellschaft. Habe man doch neben dem Themenfeld der Netzpolitik einen Fokus auf weitere, viel umfassendere gesellschaftlich relevante Fragen des digitalen Zeitalters. Richel nennt hier beispielhaft die Bereiche Bildung und Kultur im digitalen Zeitalter, mit denen sich der Verein zukünftig befassen werde. Man wolle neue politische Antworten finden, „die allen Bevölkerungsgruppen mehr Teilhabe am Web, besseren Zugang zum Wissen und den Arbeitschancen des Internet ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung. Konkret beinhaltet dieses Ziel u.a. die Forderung nach einem Grundrecht auf Breitband-Internet für alle, so Richel.</p>
<p>Und wie geht es weiter? Bereits bis Ende des Jahres soll, so die Pläne der Initiatoren, die unmittelbare Gründungsphase mit den unausweichlichen vereinsrechtlichen Formalia abgeschlossen sein. Im kommenden Frühjahr dann wird sich der neue Verein mit seinen Mitgliedern zu einem Workshop treffen und Inhalte wie Strukturen vertiefend beraten. Eine erste netzpolitische Botschaft gab der Verein jedoch bereits am Wochenende seiner Gründung aus. Von den Delegierten des SPD-Bundesparteitags fordert Mathias Richel mit Blick auf einen bereits im Vorfeld des Parteitages äußerst kontrovers debattierten Antragstext „ein starkes Statement gegen die Vorratsdatenspeicherung“.</p>
<p>Der SPD-Parteitag selbst beschloss heute den netzpolitischen Leitantrag “Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft”, <a href="http://spd-netzpolitik.de/berlin/leitantrag-freiheit-gerechtigkeit-solidaritaet-digitalen-gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der hier zu finden ist</a>.</p>
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		<item>
		<title>SPD lässt Parteitagsantrag mitgestalten</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/spd-laesst-parteitagsantrag-mitgestalten-5360/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 14:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Parteitag]]></category>
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					<description><![CDATA[Die SPD bietet Mitgliedern und Sympathisanten seit vergangener Woche die Möglichkeit, gemeinsam einen Onlineantrag zu erarbeiten. Das Thema: „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“. Im Dezember soll der Antragstext dem Bundesparteitag vorgelegt werden.  
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SPD bietet Mitgliedern und Sympathisanten seit vergangener Woche die Möglichkeit, gemeinsam einen Onlineantrag zu erarbeiten. Das Thema: „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“. Im Dezember soll der Antragstext dem Bundesparteitag vorgelegt werden.  </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der Onlineantrag geht auf eine Initiative des Gesprächskreises „Netzpolitik und Digitale Gesellschaft“ zurück. Im Zuge der aktuell diskutierten Parteireform und der Öffnung der SPD möchte die Partei „die Chancen der digitalen Welt“ für die Bürgerbeteiligung im Netz nutzen. Interessierte Mitglieder und Nichtmitglieder können sich ab sofort aktiv beteiligen, indem sie ihre Ideen zu den Themen „Arbeit und Wirtschaft in der Digitalen Gesellschaft“ <a target="_blank" href="http://onlineantrag.spd.de/" rel="noopener noreferrer">online</a> einbringen.
</p>
<p>
Damit möchten die Sozialdemokraten ein „netzpolitisches Grundsatzprogramm erarbeiten, das für Arbeit und Wirtschaft in der digitalen Gesellschaft neue Handlungsspielräume schafft“, heißt es auf <a target="_blank" href="https://www.spd.de/aktuelles/News/16236/20110804_onlineantrag_netzpolitik_gruenderkultur.html" rel="noopener noreferrer">spd.de</a>. Deswegen sollen alle, die Interesse am Thema „Gründerkultur“ haben oder über Fachwissen in diesem Bereich verfügen, mitdiskutieren. Das sollen neben Politikerinnen und Politikern, Expertinnen und Experten vor allem Gründerinnen und Gründer sein. Die Partei stellt für die Diskussion eine Online-Plattform zur Verfügung, auf der mithilfe der Bürgerbeteiligungs-Software „Adhocracy“ Vorschläge für den Antragstext verfasst werden können. „Dort kann jeder Vorschläge machen, Änderungen vorschlagen und Ideen diskutieren“, schreibt Björn Böhning, Sprecher des Gesprächskreises „Netzpolitik und Digitale Gesellschaft“ und Mitglied des Parteivorstands, auf der Website der Partei. Das Thema Gründerkultur wählte die SPD, da „Anreize für kleinere Unternehmungen und die Schaffung und Verbesserung einer Gründerkultur“ wichtige politische Aufgaben seien.
</p>
<p>
Noch bis zum 13. September können zu folgenden Leitfragen im Themenbereich Gründerkultur „Vorschläge verfasst, kommentiert und diskutiert“ werden:
</p>
<ul>
<li>Rahmenbedingungen </li>
<li>Gründungskultur</li>
<li>Austausch Hochschule und Gründer </li>
<li>Gründungsfinanzierung </li>
<li>Gründungsförderung </li>
<li>Länderaustausch </li>
</ul>
<p></p>
<p size="12">
Am Ende der Diskussionsphase kann eine Woche lang über die Vorschläge abgestimmt werden. Die Ergebnisse sollen in die netzpolitische Grundsatzerklärung einfließen und in den Bundesparteitag Anfang Dezember eingebracht werden. Bis heute (Stand 9. August) wurden bereits 61 Beiträge verfasst. Das Konzept könnte auch für andere Parteien zukunftsweisend sein.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>InfoMonitor November 2009: Abgesagter Opel-Verkauf Top-Nachrichtenthema</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/infomonitor-november-2009-abgesagter-opel-verkauf-top-nachrichtenthema-4679/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 17:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Opel-Verkauf]]></category>
		<category><![CDATA[20 Jahre Mauerfall]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Enke]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenproteste]]></category>
		<category><![CDATA[Wettskandal]]></category>
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					<description><![CDATA[Der abgesagte Verkauf des Auto-Konzerns Opel durch dessen Muttergesellschaft General Motors war im November mit insgesamt 95 Minuten Berichterstattung das Topthema in den Hauptnachrichten der vier größten Sender des deutschen Fernsehens. Dies belegt der InfoMonitor, die regelmäßige Nachrichtenbeobachtung des Instituts IFEM, Köln.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der abgesagte Verkauf des Auto-Konzerns Opel durch dessen Muttergesellschaft General Motors war im November mit insgesamt 95 Minuten Berichterstattung das Topthema in den Hauptnachrichten der vier größten Sender des deutschen Fernsehens. Dies belegt der InfoMonitor, die regelmäßige Nachrichtenbeobachtung des Instituts IFEM, Köln.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Bei den Hauptnachrichten lag an zweiter Stelle der Topthemenliste der 20. Jahrestag des Mauerfalls (79 Minuten), es folgten auf den Plätzen drei bis fünf die Schweinegrippe (65 Minuten), der Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke (60 Minuten) sowie die Lage in Afghanistan (50 Minuten). Weitere Themen unter den Top-10 waren: Wettskandal im europäischen Fußball, Streit über Steuersenkungen, Debatte um Nato-Luftangriff in Afghanistan, SPD-Parteitag und bundesweite Studentenproteste.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/top10-themen_in-tv_november_2009.jpg" alt="Top 10 Themen" title="Top 10 Themen" height="405" width="468" />
</p>
<p>
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2009<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
<i></i>Bei genauerem Blick auf die einzelnen Nachrichtensendungen zeigen sich Differenzen bei der Gewichtung der Topthemen: In &quot;Tagesschau&quot; und &quot;heute&quot; war der geplatzte Opel-Verkauf eindeutig das Thema Nr. 1 im November. Bei &quot;RTL aktuell&quot; und den &quot;Sat.1 Nachrichten&quot; lag hingegen der Suizid von Robert Enke an erster Stelle. Bei RTL und Sat.1 platzierte sich außerdem ein Gefängnisausbruch in Aachen auf Platz 7 der Topthemen; dieses Thema kam bei ARD und ZDF nicht in die Top-10.
</p>
<p>
Die „Tagesthemen“ berichteten im November umfangreicher als die anderen Nachrichtensendungen über den Parteitag der SPD. Das „heute-journal“ befasste sich am intensivsten mit den bundesweiten Studentenprotesten.
</p>
<p>
<b>CDU mit doppelt so vielen Politikerauftritten wie die SPD</b>
</p>
<p>
Wie im Vormonat konnte die CDU auch im November deutlich mehr Auftritte ihrer Politiker in den Fernsehnachrichten verbuchen als die anderen Parteien. Mit insgesamt 535 Auftritten lag sie mit Abstand vor der SPD (254 Auftritte), der FDP (214 Auftritte) und der CSU (136 Auftritte) Die Linke und die Grünen waren 56-mal bzw. 44-mal in den Nachrichten vertreten.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/parteienpraesenz-in-tv_3.jpg" align="middle" height="332" width="468" />
</p>
<p>
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2009<br />
Insgesamt 1250 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
Nach den Turbulenzen der Regierungsbildung hat sich in der Rangfolge der am häufigsten in den Fernsehnachrichten präsenten deutschen Politiker wieder eine gewisse Normalität eingespielt. Bundeskanzlerin Angela Merkel führt die Liste mit großem Abstand an (146 Auftritte). Es folgen Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle (75 Auftritte) und Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (64 Auftritte). Der Oppositionspolitiker mit den meisten Auftritten (44) ist der neue SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/top20-politikerpraesenz_november_2009.jpg" alt="Top 20 Politikerpräsenz" title="Top 20 Politikerpräsenz" height="557" width="468" />
</p>
<p>
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2009<br />
Insgesamt 1250 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder O-Ton).<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de </i>
</p>
<p>
<b>&quot;Tagesschau&quot; mit hohem Politikanteil im November</b>
</p>
<p>
Die &quot;Tagesschau&quot; wies im November mit 57 Prozent (entspricht 9 Minuten pro Ausgabe) einen hohen Anteil an Politikthemen auf. &quot;heute&quot; hatte gegenüber dem Vormonat einen stabilen Politikanteil (42 Prozent, 8 Minuten). Die Nachrichtensendungen der Privaten hatten leicht niedrigere Anteile an Politik (&quot;RTL aktuell&quot;: 20 Prozent, 4 Minuten; &quot;Sat.1 Nachrichten: 27 Prozent, 3 Minuten).
</p>
<p>
Auch bei den &quot;Tagesthemen&quot; (44 Prozent, 12 Minuten) und dem &quot;heute-journal&quot; (46 Prozent, 12 Minuten) lag der Politikanteil etwas niedriger, aber immer noch auf hohem Niveau. Hier legten vor allem Themen aus den Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft/Justiz gegenüber dem Vormonat zu.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/themenstruktur-in-prozent_2.jpg" height="506" width="468" />
</p>
<p>
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2009<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln. Grafik: politik-digital.de</i>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/themenstruktur-in-min_4.jpg" height="535" width="468" />
</p>
<p>
<i>Untersuchungszeitraum: 1.11.-30.11.2009<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau (20 Uhr); </i><i>heute (19 Uhr); RTL aktuell; Sat.1 Nachrichten;Tagesthemen; heute-journal.<br />
Quelle: IFEM, Köln.</i><i> Grafik: politik-digital.de</i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>SPD-Parteitag und Zuwanderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Mar 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gernot Erler]]></category>
		<category><![CDATA[SPD-Parteitag]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Gernot Erler, SPD-Fraktionsvize<!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->22.3.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Gernot Erler, SPD-Fraktionsvize<!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->22.3.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Heute ist Gernot Erler,<br />
Vizefraktionschef der SPD im Bundestag zum Chat ins<br />
ARD-Hauptstadtstudio bekommen. Herzlich willkommen, können wir beginnen?</span>
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Wir können gerne beginnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Wir kommen später noch auf die Krise in Irak und die<br />
Terrorismus-Bedrohung zu sprechen, Sie können Fragen zu diesem und<br />
allen anderen Themen bereits stellen. Zunächst aber zum Wechsel an der<br />
SPD-Spitze und zum neuen strahlenden Parteichef Franz Müntefering.
</p>
<p>
<b>olpe:</b><br />
Es ist gestern auf dem Parteitag kein Vorschlag gemacht worden, der<br />
einsichtig gemacht hätte, was vorher nicht zu verstehen war. Was hat<br />
der Parteitag also bezweckt?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Der<br />
Parteitag hat einen Wechsel im Vorsitz beschlossen, der dazu führen<br />
wird, dass sich Franz Müntefering bemühen wird, die SPD mitzunehmen bei<br />
dem Reformkurs, der nicht populär sein kann. Mitnehmen heißt: Mehr<br />
zuhören, mehr erklären. Vorschläge aufgreifen, gemeinsam die Ziele auch<br />
deutlicher Machen und die Zusammenhänge zwischen den Einzelmaßnahmen,<br />
die durchaus umstritten sein können, deutlich zu machen. Das ist in<br />
erster Linie ein Wechsel der sich an die SPD nach innen richtet, die<br />
sich nicht mehr richtig beteiligt fühlte, an den vor allen Dingen, an<br />
den bisweilen hektischen Maßnahmen in Berlin.<br />
Aber natürlich hoffen<br />
wir auch, dass sich über das wiedererstarkte Engagement der Partei<br />
selbst auch Verbesserungen und Verständnis für die Reformen in der<br />
Öffentlichkeit ergeben.
</p>
<p>
<b>18prozent:</b><br />
Franz Müntefering hat klargemacht, dass es mit ihm kein Abrücken von<br />
Schröders Agenda geben wird. Wird das die Partei spalten oder einen?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Darüber besteht ein Konsens. Es wäre auch geradezu verrückt, erst<br />
Tausende von Leuten auszusenden, die auch schwierige, unpopuläre<br />
Maßnahmen erklären und dann hinterher zu rufen: &quot;April, April&quot; &#8211; wir<br />
machen es jetzt alles anders. Aber eins wird passieren, und darüber<br />
berät heute schon das Präsidium der SPD, wir werden die Agenda 2010<br />
ergänzen, ganz besonders in dem Bereich, wo es um Maßnahmen des<br />
Wirtschaftswachstums, für bessere Wettbewerbsfähigkeit und neue<br />
Innovationen geht, aber z.B. auch bei einem Projekt wie der neuen<br />
Bürgerversicherung. Der Reformprozess wird also fortgesetzt und<br />
ergänzt, ohne dass die bisherigen Maßnahmen in Frage gestellt werden.
</p>
<p>
<b>BAhner:</b>  Ein Kommunikationsproblem von Schröder, dass Müntefering besser machen soll? Eine Kritik am Kanzler also?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Keine Kritik, aber eine Einsicht: nämlich die Einsicht, dass heute ein<br />
Bundeskanzler bei den intensiven europäischen Integrationsprozessen,<br />
bei der kritischen Weltlage und bei den gestiegenen Anforderungen an<br />
die Deutschen in der Welt nicht mehr genug Kraft, übrig hat, um einen<br />
solchen Reformprozess auch nach innen, in die Parteigliederungen, in<br />
die Regionen zu vermitteln. Das ist Irrsinn, das alles auf die<br />
Schultern eines einzigen Mannes zu laden. Insofern ist es auch eine<br />
neue Arbeitsteilung an der Spitze.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Also gilt Helmut Schmidts Credo &quot;Alles in einer Hand&quot; definitiv nicht mehr?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Es geht jedenfalls nicht im Jahr 2004, wo sich die EU um 10 Länder<br />
erweitert, wo Deutschland mit einer neuen Nahostinitiative von Joschka<br />
Fischer eine globale Politik leisten möchte, wo der Kanzler gefordert<br />
ist bei der deutschen Unterstützung für die Stabilisierung in<br />
Afghanistan, und wo gleichzeitig der komplexeste &quot;Reformkomplex&quot; der<br />
Nachkriegszeit bewältigt werden muss.
</p>
<p>
<b>Heinz8:</b><br />
Ist es nicht naiv zu glauben, noch mehr Wirtschaftszugeständnisse<br />
würden die SPD-Wählerschaft erweitern? Hat die SPD nicht einen sehr<br />
sehr veralteten Wachstumsbegriff? (30 Jahre nach dem Bericht an den<br />
Club of Rome)
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Eben gerade nicht,<br />
denn was wir im Bereich von Innovation an Konzepten entwickeln, ist ja<br />
gerade nicht klassische Wachstumspolitik, wir leben in einem weltweiten<br />
Wettbewerb, in dem Deutschland nur als Wissensgesellschaft bestehen<br />
kann, bei der wir unsere Humanressourcen, unsere guten Traditionen im<br />
Bildungswesen und unsere technische und wissenschaftliche Kreativität<br />
einsetzen. Deswegen wird diese Innovationsoffensive in die Richtung<br />
bessere Schulbildung bessere Betreuungssituation in den Familien, mehr<br />
Qualifikation und mehr Fortbildung angesiedelt, um etwas abzusichern,<br />
was wir auch gerne &quot;neuen Fortschritt&quot; nennen. Das ist das Gegenteil<br />
von den Wachstumsprozessen der 70er und 80er Jahre.
</p>
<p>
<b>nrwler:</b><br />
Für Clement war das ein Vertrauensbruch, berichten die, die ihm Nahe<br />
stehen, über die Reaktionen auf Schröders und Münteferings einsame<br />
Entscheidung. Ist er unbeliebt bei der Fraktion, der Superminister?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Minister Clement sieht sich als Sachverwalter der Wettbewerbsfähigkeit<br />
der deutschen Wirtschaft und wird in dieser Rolle auch akzeptiert &#8211; im<br />
Kabinett und in der Partei. Aber wir erwarten natürlich auch von ihm,<br />
dass er Sorgen anderer Ernst nimmt und auch erkennt, dass Ungeduld<br />
aufkommen kann, wenn die Wirtschaft z.B. trotz aller Versprechen nicht<br />
genug Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Er weiß, dass wir eine<br />
freiwillige Lösung bei den Ausbildungsplätzen bevorzugen, aber wir<br />
können uns auch nicht mit unerfüllten Versprechen auf der Nase<br />
rumtanzen lassen. Wir müssen jetzt das Schwert Ausbildungsplatzabgabe<br />
scharf machen, gerade weil wir es lieber nicht nutzen wollen, sondern<br />
es vorziehen würden, dass dieses Instrument gar nicht erst angewandt<br />
werden muss.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Clement will die Abgabe<br />
nicht, die SPD-Länder wollen sie nicht, wie wollen Sie die dann<br />
durchkriegen? Verfassungsrechtlich wirds wohl nicht ohne Zustimmung des<br />
Bundesrats gehen.
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Wir haben hier<br />
eine erfolgreiche Arbeit zu beobachten, der Wirtschaftsverbände &#8211; auch<br />
in den SPD-geführten Ländern &#8211; aber bei einem blanken Nein kann es<br />
nicht bleiben, sondern ich erwarte dann &#8211; gerade bei den SPD-geführten<br />
Ländern &#8211; eine überzeugende Alternative für die 30.000 jungen Leute,<br />
die allein im letzten Jahr vergeblich nach einem Ausbildungsplatz<br />
gesucht haben. Solange es diese Alternative nicht gibt, werden wir an<br />
dem Konzept der Ausbildungsabgabe festhalten, natürlich verbunden mit<br />
der Stichtagsregelung, die ja der Wirtschaft ermöglicht, über genügende<br />
Angebote die Anwendung des Gesetzes zu vermeiden.
</p>
<p>
<b>Heinz8:</b><br />
Ist es nicht eher so, dass die SPD in den Umfragewerten die konsequente<br />
Quittung für Ihre handwerkliche katastrophale Arbeit bekommt?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Sicherlich spielt die eine oder andere Schwäche bei der Umsetzung des<br />
Agendapaketes auch eine Rolle. Aber ich glaube nicht, dass das der<br />
Hauptpunkt ist. Wir sind dabei, die sozialen Sicherungssysteme an neue<br />
gesellschaftliche und ökonomische Realitäten anzupassen. Das ist<br />
verbunden in vielen Einzelfällen mit schmerzlichen Einschränkungen mit<br />
bisherigen Besitzständen: Renten wachsen langsamer, die Leute müssen<br />
mehr zuzahlen für ihre gesundheitliche Versorgung, längerfristige<br />
Arbeitslose müssen flexibler sein bei der Suche nach neuen<br />
Arbeitsplätzen. Niemand erwartet, dass die Betroffenen Begeisterung<br />
über diese Maßnahmen zeigen und die Parteien unterstützen, die solche<br />
Maßnahmen treffen müssen. Das Schwierige ist, dass es trotzdem keine<br />
Alternative gibt, die die Interessen der Betroffenen besser schützen<br />
würden als das, was die SPD macht. Wir haben erst dann wieder eine<br />
Chance auf mehr Zustimmung ,wenn zwei Dinge passieren: Einmal, wenn<br />
durch einen gewissen zeitlichen Abstand zu den Einzelmaßnahmen es den<br />
Menschen klar wird, dass es sich um ein Gesamtkonzept handelt, das als<br />
Gesamtkonzept auch Erfolg hat und zweitens, wenn die Menschen<br />
deutlicher erkennen, was die politischen Alternativen sind. Lassen sie<br />
mich ein Beispiel aus der Gesundheitspolitik geben: Wir wollen die<br />
Brücke bauen zu der Bürgerversicherung, bei der die Kosten des<br />
Gesundheitswesens entsprechend der finanziellen Kraft möglichst auf<br />
alle Schultern gleich verteilt wird. Das Gegenkonzept der Opposition<br />
heißt Kopfpauschale: Jeder soll 264 Euro<br />
Krankenkosten/Gesundheitskosten bezahlen, das ist für die<br />
Besserverdienenden ein enormer Vorteil. Viele Menschen mit kleinem<br />
Einkommen sind aber gar nicht in der Lage, diese Kopfpauschale von 264<br />
Euro pro Monat zu bezahlen. Sie sollen dann durch Steuermittel<br />
unterstützt werden und die höheren Steuereinnahmen sollen dann wieder<br />
aus der Masse, das heißt von den kleinen und mittleren Einkommen,<br />
eingetrieben werden. Wenn die Menschen unvoreingenommen und mit den<br />
exakten Zahlen diese beiden Konzepte vergleichen, dann werden sie<br />
besser verstehen, warum wir unseren Weg der Gesundheitsreform gegangen<br />
sind, obwohl der auch unpopuläre Maßnahmen enthält. Diese politische<br />
Mündigkeit diese politische Urteilsfähigkeit brauchen wir, um in der<br />
zeitlichen Perspektive wieder mehr Zustimmung für unsere Politik zu<br />
gewinnen.
</p>
<p>
<b>Böse-Rentners:</b> Solange Sie es nur der<br />
Masse, den einfachen Leuten abnehmen und die Habenden verschonen, mit<br />
Wirtschaftsargumenten und so, werden Sie nicht zugewinnen bei Wahlen<br />
und auch kein Verständnis bekommen. Außerdem erlebt fast jeder Bürger,<br />
wie viele Probleme einfach nicht gelöst werden (können?).
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Ich frage Sie mal zurück: Ist es falsch den Eingangssteuersatz bei der<br />
Steuer von 25.9 auf jetzt 16 und im nächsten Jahr 15 zu senken? Schadet<br />
das den Kleinen?<br />
Ist es eine Maßnahme für Millionäre wenn wir den<br />
Grundfreibetrag bei der Steuer raufsetzen, oder nützt es nicht gerade<br />
den kleinen Einkommen, wenn jetzt über Millionen Haushalte überhaupt<br />
keine Steuern mehr bezahlen müssen und wer profitiert davon, wenn das<br />
Kindergeld in den letzten Jahren nahezu verdoppelt worden ist? Wer<br />
behauptet, dass unsere Reformen es immer nur von den Geringverdienern<br />
holen, der kennt schlicht die Fakten nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  apropos Haushalte: die Zahl der verschuldeten Haushalte steigt. Dazu die Frage von:
</p>
<p>
<b>nivk</b>:<br />
Wie kommt die SPD eigentlich mit den horrenden Insolvenzen klar und mit<br />
den hereinbrechenden oder schon vorhandenen Schulden, die vor allem den<br />
sozial nicht so gut gestellten Bevölkerungsteil ein richtiges Problem<br />
aufgedrückt wird? Die Schuldenfallen, in die viele gerauscht sind, das<br />
nimmt doch überhand und viele Bürger kommen damit nicht mehr klar. Das<br />
ist ein Sprengstoff, der doch nicht mehr aufzuhalten ist?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Wir beobachten natürlich mit Sorge die Zahl der steigenden Insolvenzen<br />
und setzen sie in Beziehung mit der anhaltend hohen<br />
Massenarbeitslosigkeit von 4,5 Mio. Betroffenen. Immer wieder geraten<br />
Haushalte, die langfristige Zahlungsverpflichtungen und<br />
Abzahlungsverpflichtungen machen, in Schwierigkeiten, wenn ein oder<br />
mehrere Mitglieder der Familie den Arbeitsplatz verlieren. Deswegen ist<br />
die einzige überzeugende Antwort, neben einer kompetenten<br />
Schuldnerberatung auf Kommunaler Ebene &#8211; eine wirksame<br />
Arbeitsmarktpolitik, und das was ich vorhin beschrieben habe, eine<br />
Investition in Bildung und Ausbildung und Innovation. Denn nur über<br />
bessere Wettbewerbsfähigkeit und über die Schaffung von anspruchsvollen<br />
Arbeitsplätzen werden wir diesen enormen Überhang an<br />
Dauerarbeitslosigkeit abbauen können. Eine vernünftigere Antwort, auf<br />
die zu vielen verschuldeten Haushalte kenne ich nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Nachtrag des wohl engagierten SPD-&quot;Rentners&quot;:
</p>
<p>
<b>Böse-Rentners:  </b>Ok,<br />
habe im Detail nicht so viel Ahnung, bin Rentner und ,,zufällig &quot; hier,<br />
habe Plakate geklebt und so &#8211; war &#8211; musste kämpferisch sein &#8211; wo ist<br />
das alles?!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Erlahmt das Engagement an der Basis der SPD?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Ich finde, dass es genug Ziele, die wir formuliert haben, gibt, für die<br />
zu kämpfen sich lohnt. Entscheidend ist doch, ob wir das Prinzip der<br />
Solidarität in unseren sozialen Sicherungssystemen erhalten können. Die<br />
Opposition will doch die Chance nutzen um unsere gewachsenen<br />
Sicherungssysteme, für die wir Jahrzehnte lang gekämpft haben, mit<br />
einem völlig neuen System ersetzen. Die eigentliche Botschaft heißt<br />
dort: Jeder soll für sich selber sorgen soll mit seiner eigenen Kraft<br />
sich schützen gegen die Risiken des Lebens, sei es <br />
Krankheit,<br />
Alter, Arbeitslosigkeit. Das missachtet aber unsere Erkenntnis, dass<br />
wir eben auch viele Schwache in unserer Gesellschaft haben und nicht<br />
nur junge und starke, für die diese Botschaft natürlich attraktiv ist.<br />
Das ist jetzt eine historische Auseinandersetzung und eine Chance haben<br />
die Solidaritätsprinzipien zwischen gesunden und Kranken, zwischen<br />
Alten und Jungen, zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen, nur wenn wir<br />
den jetzigen Reformprozess erfolgreich abschließen können. Ich finde,<br />
dafür lohnt sich jedes Engagement, weil das sind die Werte für die wir<br />
von 141 Jahren eingetreten sind und die wie ich finde, nichts an<br />
Aktualität verloren haben.
</p>
<p>
<b>Thomas:</b><br />
Viele Genossen haben ihre Heimat verloren und sie werden sie nicht<br />
durch Disziplinierungsmaßnahmen wiederfinden. Das Problem ist doch,<br />
dass z.Z. kein ergebnisoffener Dialog in der SPD geführt. Ihr müsst das<br />
so schlucken oder ihr schadet der SPD, das ist die Argumentationslinie.
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Ich gebe zu, dass im März letzten Jahres, als der Kanzler die Agenda<br />
2010 verkündet hat, der Dialog zu kurz gekommen ist. Das hatte aber<br />
seine Gründe und die hat Franz Müntefering gestern auf dem Parteitag<br />
auch offen angesprochen. Wir haben zu lange auf einen Genossen gewartet<br />
und auf sein Kommen vertraut, nämlich auf den Genossen<br />
Konjunkturaufschwung. Wir haben gehofft, dass bessere wirtschaftliche<br />
Daten uns vor schmerzlichen Einschnitten retten können. Diese Erwartung<br />
ist nicht erfüllt worden und es gab dann einen Punkt, wo man sehr<br />
schnell handeln musste, wenn man nicht eine Selbstabschaffung unseres<br />
sozialen Sicherungssystems riskieren wollte. Selbstabschaffung damit<br />
meine ich Explosion von Renten- und Krankenkassenbeiträgen und so<br />
weiter, dass war also das Ziehen der Notbremse, diese Verkündung der<br />
Agenda 2010 am 14.3. letzen Jahres. Das soll nicht unsere normale<br />
Vorgehensweise werden und deshalb hat z. B. Franz Müntefering gestern<br />
die Gewerkschaften zu einem neuen Dialog aufgefordert. Er hat deswegen<br />
ausdrücklich angekündigt, sich Zeit nehmen zu wollen für die Sorgen,<br />
Gedanken und Ideen innerhalb der Gliederungen der SPD, d.h. wir werden<br />
jetzt zu unseren normalen Verfahren bei der Willensbildung zurückkehren<br />
können.
</p>
<p>
<b>Moderator:  </b>Aber inhaltlich angeboten hat er nichts. Folglich bleibt die Frage:
</p>
<p>
<b>Aurelius:</b>  Sehr viele Menschen sind von der SPD enttäuscht. Eine neue Linkspartei mit Attac hat Potenzial. Macht sich die SPD Sorgen?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Eine neue Linkspartei hat nach allen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte<br />
in Deutschland keine Chance. Selbst die im Osten sehr starke PDS, die<br />
dort in einigen Regionen über 20 Prozent kommt, ist bei den letzten<br />
Bundestagswahlen an der 5-Prozent-Hürde gescheitert und hat heute nur<br />
zwei direkt gewählte Abgeordnete im Bundestag. Eine Abspaltung von der<br />
SPD löst kein einziges Problem, sondern wird den Konservativen als<br />
willkommene Mehrheitsbeschafferin dienen. Denn jede Stimme für eine<br />
solche Partei, die dann an der 5-Prozent-Hürde scheitert, ist verloren<br />
für die Mehrheitsbildung im Bundestag und damit auch verloren für die<br />
Politik. Das sollte jeder wissen, der mit einer solchen<br />
Scheinalternative liebäugelt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir<br />
haben in der SPD jetzt mehrere Machtzentren: Den Kanzler (ist er noch<br />
einer?), Müntefering, die Parteibasis und die Minister, die ihre<br />
eigenen Wege gehen:
</p>
<p>
<b>resta:</b>  Schmeißt Clement den Bettel hin, wenn er sich gegen Trittin nicht durchsetzt?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b>Spannungen<br />
zwischen den Bereichen Wirtschaft auf der einen Seite, Umwelt auf der<br />
anderen Seite und es ist Aufgabe eines jeden Kabinetts einen Ausgleich<br />
zwischen diesen Interessen zu finden. Ich erwarte in der schwierigen<br />
Situation der rot-grünen Bundesregierung, das jetzt beide Minister ihre<br />
Verantwortung erkennen und statt die Sache auf die Spitze zu treiben<br />
(z.B. bei der Frage des Emissionshandels) sich auf Ihre Verantwortung<br />
für das Ganz zu besinnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Die Gerüchte, Clement habe keine Lust mehr, stimmen also nicht?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Wolfgang Clement ist ein Vollblutpolitiker mit einer großen<br />
Gestaltungsmöglichkeit im Kabinett, denn er trägt dei Verantwortung für<br />
diesen gewaltigen Komplex Wirtschaft und Arbeit. Wer ihn kennt, der<br />
kann sich nicht vorstellen, dass er diese großen<br />
Gestaltungsmöglichkeiten freiwillig aufgibt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Noch mal zum Thema Linkspartei:
</p>
<p>
<b>Aurelius:</b><br />
Sie übersehen dabei den zweifelhaften Ruf der PDS und die vielen<br />
Menschen die mittlerweile händeringend nach einer Wahlalternative<br />
suchen.
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Nein, ich übersehe das<br />
nicht, sondern ich bin entschlossen, diesen Suchenden eine Perspektive<br />
innerhalb der SPD zu geben es ist eben einfach ein Irrtum, dass es hier<br />
einen wirksamen Hebel von außen geben wird, den Hebel gibt es nur<br />
innerhalb der SPD, wie er einer Volkspartei mit verschiedenen<br />
Strömungen und gemeinsamen Werten darstellt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Kommen wir zum Irak &#8211; vor fast exakt einem Jahr, am 20. März, hat der<br />
Irak-Krieg begonnen. Sie waren damals gegen den Krieg. Wie beurteilen<br />
sie die heutige Situation des Irak -besser oder schlechter als zu<br />
Saddam-Zeiten?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b> Es gab einen großen<br />
Schrecken für die Bevölkerung im Irak, der von dem damaligen Regime von<br />
Hussein ausging. Heute gibt es dieses Regime nicht mehr, der Schrecken<br />
ist aber geblieben. Der geht heute aus von täglichen Attentaten von<br />
einem Kampf um die täglichen Mittel zum Überleben und von den enormen<br />
Problemen des so genannten<br />
Nation Building. Wenn man sich überlegt,<br />
welche irrsinnigen Mittel heute für 150.000 Soldaten im Irak ausgegeben<br />
werden, und wenn man sich überlegt, wie lange es noch dauern wird, bis<br />
wir dort Stabilität und Sicherheit haben werden, dann fühle ich mich in<br />
meiner Ablehnung des Krieges bestätigt. Die Massenvernichtungswaffen,<br />
die der Irak angeblich hatte, wurden nicht gefunden, die Behauptung,<br />
dass Saddam-Regime hätte Kontakte mit Al Quaida gehabt, sind widerlegt,<br />
aber heute ist der Irak ein Tummelplatz für Extremismus und Terrorismus<br />
geworden. Das was angeblich den Terrorismus eindämmen sollte, hat eher<br />
zu einem neuen Tummelplatz für neue terroristische Aktivitäten geführt.<br />
Ich finde, dass die Welt durch den Irak-Krieg nicht sicherer, sondern<br />
schlimmer und unsicherer geworden ist .
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Welche Konsequenzen wollen Sie ziehen?
</p>
<p>
<b>schilys:</b>  Sollte Polen seine Soldaten auch abziehen oder wäre das ein Zugeständnis an den Terrorismus und eine Ermunterung?
</p>
<p>
<b>Gernot Erler:</b><br />
Ich glaube wir müssen hier zwischen zwei Dingen unterscheiden:<br />
Natürlich wird kein Problem gelöst, wenn immer mehr Länder ihre<br />
Soldaten aus dem Irak abziehen. Auf der anderen Seite ist es das Recht<br />
von Staaten, die meist nur für eine begrenzte Zeit Soldaten entsendet<br />
habe, diese auch wieder zu beenden. Es ist fahrlässig und gefährlich,<br />
etwa den künftigen spanischen Ministerpräsidenten Zapatero zu<br />
beschuldigen, er folge dem Druck des Terrorismus. In Wirklichkeit hat<br />
er nur das in sein Wahlprogramm angekündigt, was 90% der Spanier für<br />
richtig halten, nämlich die Beteiligung an der Besetzung des Irak zu<br />
beenden. Auch in Polen ist die Mehrheit der Meinung, dass das<br />
Engagement beendet werden soll. Es ist in Demokratien nicht nur üblich,<br />
sondern auch richtig, dass die Meinung der Mehrheit bei der Politik<br />
Beachtung findet .Wer das in der Sache für falsch findet, sollte nicht<br />
so tun, als seien das Leute, die Unverantwortlich mit den Terrorismus<br />
umgehen. Wenn wir damit anfangen, mit solchen Argumentationen, geben<br />
wir in Wirklichkeit tatsächlich den Terroraktionen Einfluss auf<br />
innenpolitische Entscheidungen.
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<b>Moderator:</b>  Das ist die Brücke zum Thema Zuwanderung:
</p>
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<b>Uffesheimer:</b><br />
Die Union verlangt, die Ausweisung potenzieller Terroristen innerhalb<br />
des künftigen Zuwanderungsgesetzes zu regeln. Stimmen sie dem zu?
</p>
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<b>Gernot Erler:</b><br />
Das Problem ist nicht die Ausweisung, sondern die Frage auf welcher<br />
Grundlage Ausweisungen erfolgen sollen: Auf der Grundlage von<br />
erwiesenen Tatbeständen oder Vermutungen? Unsere Rechtsordnung hat es<br />
bisher aus gutem Grund vermieden, Maßnahmen gegen Menschen auf der<br />
Basis von bloßen Vermutungen durchzuführen. Ich finde hier ist noch<br />
eine sehr gründliche Prüfung dieser Frage notwendig, weil wir an<br />
unserem bisherigen Weg weiterarbeiten sollten wegen der terroristischen<br />
Gefahr nicht unsere grundsätzlichen Rechtsgüter in Frage zu stellen. In<br />
Amerika gibt es schon viele Beobachter, die sagen, der so genannte<br />
&quot;Patriot Act&quot; sei die schlimmste Einschränkung von Bürgerrechten in der<br />
amerikanischen Geschichte. Ich finde es gut, dass es in Deutschland<br />
einen Konsens gibt, diesem Beispiel nicht zu folgen und dabei sollte es<br />
auch bleiben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b>  Wann können wir denn mit einer endgültigen Einigung beim Zuwanderungsgesetz rechnen? Schaffen Sie das vor Ostern?
</p>
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<b>Gernot Erler:</b><br />
Man kann Politik nur mit einer vernünftigen Portion Optimismus<br />
betreiben. Ich finde, eine Verständigung in der Frage ist überfällig<br />
und so sehen es auch die Kirchen, die Leute, die sich mit diesen Fragen<br />
beschäftigen und die Mehrzahl der Deutschen. Ich hoffe, dass deren<br />
Erwartungen jetzt ohne weitere Verzögerungen erfüllt werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b><br />
Vielen Dank für ihr Interesse, unsere Diskussions-Stunde ist damit zu<br />
Ende. Vielen Dank Herr Erler, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Am<br />
Mittwoch, 24. März gibt es den nächsten Chat. Dann stellt sich ab<br />
dreizehn Uhr Christian Schmidt, Verteidigungsexperte der Union, Ihren<br />
Fragen. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den<br />
Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team wünscht Ihnen noch einen<br />
schönen Tag!
</p>
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&nbsp;</p>
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